Das ethische Motiv des Grames (Nachtrag)

„Jugendgefährdende Schriften“
Neben Druckwerken, deren Inhalt strafbar ist, gibt es „jugendgefährdende Schriften“. Ihre Verbreitung ist nicht strafbar und widerrechtlich, sondern ihre Weitergabe an Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Über ihre Indizierung entscheidet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Zu Indizierungsanträgen sind Jugendbehörden (Jugendämter, zuständige Landesministerien) berechtigt.
Ihre Verbreitung ist de jure lediglich beschränkt, de facto aber bedeutet eine Indizierung so viel wie ein Verbot. Indizierte Druckwerke dürfen nur in geschlossenen Räumen verkauft werden, also in Ladengeschäften, nicht an einem Stand oder Kiosk. Sie dürfen in Bereichen des Geschäfts, die für den freien Kundenverkehr zugänglich sind, nicht sichtbar sein. Für sie darf nicht öffentlich geworben werden. Auch darf man Erwachsene nicht mit dem Hinweis auf die Indizierung auf solche Titel aufmerksam machen.
Jugendgefährdende Druckwerke dürfen nicht in offenen Sendungen zu ermäßigtem Porto (Büchersendung, Warensendung) verschickt werden. Für jugendgefährdende Druckwerke gilt nicht der übliche ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 %, sondern der volle Mehrwertsteuersatz von 19 %.

Guido Crepax
(1933-2003), eigentlich Dr. Guido Crepas hat die Entwicklung des europäischen Comics in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark beeinflußt. Er begann als Illustrator  von Buchumschlägen, Schallplattencovern, Zeitschriftentiteln und Werbeplakaten.
Ab 1965, zuerst in Fortsetzungen in dem Mailänder Magazin Linus, erschien die Comic-Serie Valentina, als emanzipierte Heldinnen-Figur. Der Comic war von der Ästhetik der Mode von Yves Saint-Laurent inspiriert. 1968 schuf er die Figur der Bianca. Crepax entwickelte neuartige, vom Film beeinflußte Montagetechniken, die das Zusammenwirken von Realität, Traum und Erinnerung zeigen. Ab 1973 widmete sich Crepax der Umsetzung literarischer Vorlagen wie Geschichte der O, Justine, Emmanuelle und anderen. In dem Band Lanterna Magica verzichtete Crepax 1979 vollständig auf beschreibenden Text und Dialoge.

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