Quatschguerilla

Mich hat mal einer auf der Grabenstraße nach dem Weg zur Bismarckstraße gefragt. Ich hätte sagen können: „Nächste Straße rechts, dann die nächste Querstraße ist die Bismarckstraße.“ Das wäre richtig gewesen. Der hatte aber einen Franz-Josef-Strauß-Aufkleber auf der Heckscheibe und noch weitere Aufkleber mit unappetitlicher Botschaft. Also hab ich ihn zum Entenfang geschickt („Bis zur Ampel, dann links, und dann immer geradeaus“).
Das ist schon lange her. Aber letztens fragte mich so ein Schnösel auf der Königstraße (Ecke Sonnenwall), wo die Post ist:
„Äh! Gibt es hier irgendwo ‘ne Post, he? Gibt es überhaupt eine Post in diesem Kaff hier?“
Dem habe ich gesagt: „Gehen Sie hier die Straße entlang, immer geradeaus. Auf der linken Seite ist dann die Post.“
Auf der linken Seite ist gar nicht die Post, sondern die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Sparkasse, das Landgericht, der König-Heinrich-Platz und dann am Ende das Call-Center der Targobank. Aber ich habe ihm gesagt, er soll nach links schauen. Denn wenn er nach rechts geguckt hätte, hätte er gesehen, daß auf dem Sonnenwall, keine 50 Meter entfernt, die Post ist.

 

Entenfang

Entenfang

Wer zum Entenfang geschickt wird, braucht sich nicht zu beschweren.
Da ist es doch schön!

Amore e rabbia (Bedeutung)

Hol der Teufel deine Mutter,
Hol der Teufel deinen Vater,
Die so grausam mich verhindert,
Dich zu schauen im Theater.

Denn sie saßen da und gaben
Breitgeputzt, nur selten Lücken,
Dich im Hintergrund der Loge,
Süßes Liebchen, zu erblicken.

Und sie saßen da und schauten
Zweier Liebenden Verderben,
Und sie klatschten großen Beifall,
Als sie beide sahen sterben.

Heinrich Heine

Offener Brief an Alice Schwarzer

Sie sind wohl dem Größenwahn verfallen. Denn Sie haben Heinrich Heine als Ihr „journalistisches und schriftstellerisches Vorbild“ bezeichnet, und zwar, als Sie die „Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft“ empfingen. Welcher Reichsverband, welcher Karnevalsverein, welche Stiftung und welches Klüngelsklüppken hat Ihnen denn noch keinen Orden umgehängt? Und zu welchem Thema, das ein paar Nummern zu groß für Sie ist, hätten Sie jemals die Klappe halten können?
„Während meiner Zeit in Paris habe ich mich Heine nahe gefühlt. Deutschland wird einem ja manchmal zu eng. Aber wie er fühlte ich mich im Ausland dann doch wieder als Deutsche.“
Deutsch fühlen! Die Nachwelt hat mitgekriegt, was Heinrich Heine zu solch spitzmündigem Schwulst einzufallen pflegte.

Der ewige Spießer

Der ewige Spießer

„Als sie Feministin geworden sei,“ (schreibt die WAZ), „habe sie begonnen, Heines Verhältnis zu Frauen kritisch zu sehen… Ihre Liebe und Verehrung für Heine werde durch diese Erkenntnis zwar gedämpft, aber nicht gelöscht.“
Ach, wissen Sie was Sie sind? Eine gedämpfte Kartoffel.

Der Familienvater als Misere

Heute ist Samstag, der 27. Oktober 2012. Darum werden heute Nacht die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr gestellt.
Es gibt bestimmt Leute, die sich den Wecker auf 3 Uhr stellen, dann die Uhr um eine Stunde vorstellen und dann weiterschlafen. Der Strähler macht das bestimmt auch so, denn das ist so einer.
Es gibt bestimmt in diesem Lande auch Familienväter, die ihre ganze Familie in dieser Nacht um 3 Uhr wecken, damit alle dann (und nur dann) ihre Uhren umstellen. Das ist zwar sinnlos, aber korrekt.
Solche Familienväter haben sonst nichts zu sagen, darum versteifen sie sich auf irgendeinen Firlefanz, mit dem sie der Gattin und den Kindern auf den Wecker fallen (in diesem Fall im Wortsinn).
Die Kinder wenden sich verzweifelt an die Mutter: „Das ist doch Unsinn! Wir können doch die Uhren vor dem Schlafengehen verstellen oder gleich morgen früh!“
Die Mutter sagt: „Das mag zwar sein. Aber versuch mal, dem das klarzumachen. Laß uns das so machen, wie er das will, dann haben wir den wenigsten Trabbel.“