Ostermarsch auf Abwegen?

Am 25. Februar teilte die DFG-VK Duisburg per Rundmail folgendes mit:

DFG-VK Duisburg
c/o Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
info@dfg-vk-duisburg.de

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
mit Fassungslosigkeit haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Friedensforum Duisburg sich anschickt, bei der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr am 4.4.2015 in Duisburg die Gruppe „Die Bandbreite“ auftreten zu lassen.
Die DFG-VK Gruppe Duisburg lehnt diese Provokation ab und hat kein Verständnis für die starrsinnige Haltung des Friedensforums Duisburg.
Wir werden nicht an der Auftaktkundgebung in Duisburg teilnehmen und nicht zur Teilnahme aufrufen.
Zum Thema „Die Bandbreite“ verweisen wir auf die auf unserer Website dokumentierten Texte:

Die letzten Tassen oder Der apologetische Kusselkopp
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite1.html)
Ein ganzerRattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite2.html)
Schreiben des Friedensforums Duisburg an die DFG-VK Duisburg 3.4.2012
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/Brief-Friedensforum-3-4-2012-persoenlDatengeschwaerzt-kl.jpg)

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
DFG-VK Duisburg

Die DFG-VK erläuterte auf ihrer Homepage:

Seit 1981 beteiligte sich die DFG-VK Gruppe Duisburg in jedem Jahr an der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr in Duisburg durch einen Kaffeeausschank und einen Büchertisch. 2012 wurden wir gegen unseren Willen durch die Veranstalter von der Teilnahme ausgeschlossen, weil wir die Absicht hatten, auf unserem Büchertisch auch die Ausgabe 96 der Zeitschrift Der Metzger zu verkaufen, die zwei kritische Artikel zur Musikgruppe Die Bandbreite enthält. […] 2013 und 2014 waren wir wieder wie immer präsent.
Am 25.2.2015 lasen wir auf dem Blog des Duisburger Friedensforums unter der Überschrift „Friedensforum Duisburg verbittet sich Bevormundung“ einen „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“. Wir haben daraufhin beschlossen, zum ersten mal nach über 30 Jahren nicht an der Duisburger Ostermarschkundgebung teilzunehmen […].

In dem von Christian Uliczka unterzeichneten „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“ heißt es:

Liebe Freunde vom Ostermarsch-Komitee,
seit Jahren ist uns vom Friedensforum Duisburg, jedenfalls den meisten von uns, die mit undifferenzierten und weitgehend unbelegten Vorwürfen gegen DIE BANDBREITE geführte Boykott-Kampagne ein Dorn im Auge. Wir hatten bisher gute Erfahrungen mit dieser Gruppe gemacht und wollten für uns endlich klären, was wohl an den Vorwürfen dran sei. Marcel Wojnarowicz, genannt Wojna, und sein Kompagnon Torben waren vor zwei Monaten […] bei uns und haben sich stundenlang befragen lassen und uns dabei von ihrer einwandfreien Haltung überzeugt. Darum haben wir am 9. d.M. mit einer Gegenstimme entschieden, DIE BANDBREITE zum Ostermarsch-Auftakt bei uns auftreten zu lassen.
Das haben wir Euch beiden, Willi und Joachim, als Ihr vorvorigen Samstag, 14. d.M., gleichfalls mehrere Stundenlang, bei uns wart und vergebens versucht habt, uns von unserer Entscheidung für DIE BANDBREITE abzubringen, beharrlich entgegengehalten.
Und da kommt Ihr jetzt mit einem weiteren Angriff auf unsere Entscheidungsfreiheit und wollt uns mit rhein/ruhr-weitem Extratreffen nächsten Samstag in Essen doch noch überrollen.
Eine, nicht nur in unseren Augen, unerhörte Zumutung, ein Nackenschlag, zumal mit Blick auf die hochbrisante Weltlage, für das Ansehen des Ostermarschs als Friedensherold …
[…]
Weil wir Duisburger also mehrheitlich ein Treffen am 28. d.M. für überflüssig halten, werden wir daran als Gruppe nicht teilnehmen.
Mit friedlichem Gruß
Christian (Uliczka)

Der Wille, „endlich zu klären, was an den Vorwürfen dran sei“, war nicht allzu ausgeprägt. Die „weitgehend unbelegten Vorwürfe“ sind ausführlich belegt (siehe oben). Ich fresse einen Besen, wenn die Mitglieder des Friedensforums mal einen Blick in diese Dokumente werfen. Ich will mich ja nicht vergleichen, aber: Die kommen mir vor wie das Heilige Offizium, das sich wie der Suppenkasper weigert, durch Galileis Fernrohr zu gucken. („Nein, den METZGER lesen wir nicht“).
Das Friedensforum begnügte sich stattdessen mit einer stundenlangen Befragung mit der Antwort, wie sie nicht anders hätte sein können. Anstatt sich zu informieren, läßt man den Mann über sich selber urteilen.
Das ist ja witzig!
Wie kommt mir das vor? Das kommt mir vor wie Leute, die einem windigen Anlageberater aufgesessen sind und ihm ihre ganzen Ersparnisse überlassen haben, weil er ihnen die Verdreifachung ihres Vermögens in sechs Wochen versprochen hat. Und wenn man den Leuten sagt: „Wie konntet ihr nur einem solchen Halsabschneider, einem solchen Betrüger euer ganzes Geld überreichen?“, dann sagen die: „Wieso denn? Wir haben den doch gefragt: Sind Sie ein Betrüger? Sind Sie ein Halsabschneider? Und da hat er gesagt. Nein. Und da haben wir gesagt: Ja dann ist ja alles in Ordnung, und haben ihm unser Geld gegeben.

Die DFG-VK Duisburg spricht von Provokation. Und das ist es auch. Es mußte den Friedensfreunden doch bewußt sein, was sie mit ihrer Entscheidung auslösen.

Aus der VVN NRW erhielt ich diese E-mail:

Wir haben gestern in Kassel als VVN-BdA-FriedensAG getagt. Wir waren uns einig:
Dort wo Formationen wie Bandbreite und Montagsmahnwachen sind, werden wir den Ostermarsch nicht unterstützen. Für uns geht er also nicht in Duisburg, sondern in Düsseldorf los, wenn sich die Duisburger das nicht noch mal überlegen.

Daß sich „die Duisburger“ das noch einmal überlegen, ist wahrscheinlich zu viel erwartet. Allerdings ist der bissige Brief von Christian Uliczka, nachdem er einen Tag lang auf der Homepage des Duisburger Friedensforums zu lesen war, dort verschwunden.

Das Ostermarschkomitee (vertreten durch Willi Hoffmeister und Joachim Schramm) hatte am 18. Februar erklärt:

In der Vorbereitung des Ostermarsches hat sich eine problematische Situation ergeben, die die Einberufung einer außerordentlichen Friedensversammlung notwendig erscheinen [läßt].
Das Duisburger Friedensforum möchte die Musikgruppe „Die Bandbreite“ für die Auftaktveranstaltung in Duisburg einladen. Das Bochumer Friedensplenum hat daraufhin erklärt, dass für sie der Auftritt dieser Gruppe unakzeptabel ist und ihre Beteiligung am Ostermarsch in Frage gestellt. Der „Bandbreite“ wird von ihren Kritikern vorgeworfen, eine links und rechts verbindende Querfront-Politik zu unterstützen und immer wieder bei rechtslastigen Veranstaltungen aufzutreten. Die Duisburger haben sich nach eigenen Angaben jedoch von der linken Grundhaltung der Gruppe überzeugt.
Der Ostermarsch steht nun vor dem Problem, wie wir mit dem eventuellen Wegfall der Abschlusskundgebung des zweiten Tages im Bahnhof Langendreer umgehen. Auch der Start des dritten Tages in Bochum-Werne steht eventuell in Frage. […]
Wir finden es den demokratischen Gepflogenheiten des Ostermarsches angemessen, wenn wir gemeinsam über das richtige Vorgehen mit dieser Situation beraten. Vielleicht finden wir dabei auch noch eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dies muss geschehen, bevor wir die Flyer und das Plakat in Druck geben können.

Genau das fürchte ich auch: Daß eine Lösung gefunden wird, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dem Duisburger Friedensforum wird die Mißbilligung der anderen mitgeteilt und fertig.
Hoffentlich bleiben die Bochumer hart und sagen: Entweder ganz ohne Bandbreite oder ganz ohne uns. Eine Lösung, die zwar nicht für beide Seiten akzeptabel, aber gut wäre: Das Ostermarsch-Komitee entzieht dem Duisburger Friedensforum die Lizenz – nach dem Motto: Was immer ihr auch am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg veranstaltet, das hat nichts mit dem Ostermarsch zu tun. Es wird nicht auf dem Plakat und nicht im Programm erscheinen. Der Ostermarsch beginnt nicht am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg, sondern am Ostersamstag.Nachmittag in Düsseldorf. Denn sonst kommt wieder das Fernsehen nach Duisburg und berichtet von einer blamablen „Auftaktkundgebung“, zu der noch weniger Leute hinkommen als sonst, nämlich nur noch die, die es nicht wissen und nicht wissen wollen, und die, die das antifaschistische Element der Friedensarbeit einer falschen Loyalität opfern.

P.S.: Die beiden oben verlinkten, in DER METZGER Nr. 96 – und übrigenbs von mir verfaßten, also sicherlich nicht nur informativen, sondern auch unterhaltsamen – Beiträge sind auf dem Wissensstand von 2012.
„Ein ganzer Rattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus“ ist eine Dokumentation über die Querfront-Vernetzungen.
In „Die letzten Tassen oder ein apodiktischer Kusselkopp“ geht es auch um das Verhältnis der Linken zur Kultur im Allgemeinen.
Natürlich blieb die Entwicklung im Jahre 2012 nicht stehen, sondern es ist alles noch schlimmer geworden. Darum einfach unter diesem Artikel das Schlagwort „Bandbreite“ anklicken.
Oder: Einfach METZGER lesen, wo Wojna als Running Gag sich auch mal nützlich macht.

Vor Auto-Signalhornochsen pünktlich um 18 Uhr 30 wird gewarnt

Über das Pro-und-contra-Pegida-Happening vor einer Woche ist im Antifa-Infoportal Duisburg ein Kommentar zu lesen. Hier ein Auszug:

banner-antifa-aktion(…) An der Pegida-Demonstration nahmen ungefähr 400 „besorgte Bürger“, rechte Hooligans, Rechtspopulisten und Neonazis teil. Angeführt wurde die Demo u.a. von Paul Spätling, einem Pastor aus Emmerich, dem mittlerweile das Bistum Münster die Predigterlaubnis entzogen hat (…).
Wie schon im Vorfeld vermutet war die Distanzierung der Pegida-NRW-Organisatoren von „Rechtsextremen“ in ihrem Aufruf eine glatte Lüge. Am Montag stellten nämlich die zahlreichen Neonazis und Rechtspopulist einen großen und willkommenen Anteil des Pegida-Aufmarsches. Von weitem schon war die Fahne der extrem rechten „German Defence League“ zu sehen. Außerdem befand sich in den ersten Reihen die Fahne des rassistischen und islamfeindlichen Blogs „pi-news“ – getragen von einer Frau mit einem Button der „Identitären Bewegung“. (…). Auch Mario Malonn, dessen Austritt bei Pro NRW nichts an seiner politischen Einstellung geändert hat, nahm an der Demo zusammen mit Andre Maniera, dem Landesvorsitzenden der Republikaner NRW, teil. Außerdem waren Mitglieder der NPD (…) anwesend. Des Weiteren waren zahlreiche rechte Hooligans aus dem HoGeSa-Spektrum und von der Division Duisburg dabei.
Der Abend hat gezeigt, dass nicht nur Pegidas „Distanzierung“ von Rechts leere Worte waren, sondern auch das Neutralitätsgebot der Polizei. Diese drückte ihre Zustimmung zu Pegidas Thesen mit der Hupe ihres am Kundgebungsplatz geparkten Einsatzfahrzeuges aus. Zuvor wurde von den Dresdener Pegida-Organisatoren folgender Aufruf veröffentlicht: „als Zeichen gilt für morgen Abend, Lichter und Nationalfahnen zu Hause! Auto-Signalhorn und Hupen Punkt 18:30 Uhr in ganz Deutschland/ Europa!!!“.
Doch das ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs von dem was sich die Polizei am Montag geleistet hat. Die Initiative gegen Duisburger Zustände berichtet, dass ihre Kundgebung von einer Horde Polizeibeamter überfallartig und ohne einen erkennbaren Anlass gestürmt wurde. Dabei droschen mehrere Polizisten mit Schlagstöcken wüst und blindwütig auf alle Umstehenden, derer sie irgendwie habhaft werden konnten, ein.
(…) Das Netzwerk gegen Rechts berichtet ebenfalls von völlig unverhältnismäßigen Angriffen der Polizei gegen Gegendemonstranten. Als etwa 30 bis 50 Neonazis und Hooligans versuchten die Kundgebung des Netzwerks gegen Rechts am Bahnhof anzugreifen, hatte die Polizei alle Zeit der Welt bevor sie sich bequemte der Aufforderung einzugreifen nachzukommen. (…) In der Presse wird der Umstand allerdings entweder überhaupt nicht erwähnt oder fälschlicherweise als „Auseinandersetzung von kleinen Personengruppen“ beschrieben, da WAZ und RP die Meldungen der Polizei unhinterfragt übernahmen. (…)
Unseren Beobachtungen nach nahmen etwa 400 an der Pegida-Demonstration teil, diesen standen insgesamt etwa 5000 Gegendemonstranten gegenüber, die sich allerdings auf mehrere Kundgebungen verteilten. Nur etwa 1000 davon standen Pegida am Bahnhof wirklich gegenüber, während etwa 100 bei der Kundgebung der Initiative gegen Duisburger Zustände am Kaufhof waren und etwa 4000 bei der Kundgebung des DGB vor dem Stadttheater standen und den Reden von Sören Link & co lauschten.
Derselbe Sören Link, der sich jetzt gegen Pegida aussprach, setzte 2013 auf einen Dialog mit den rassistischen Bürgern in Bergheim und Neumühl und sprach auf einer Kundgebung gegen „Pro Deutschland“ in Bergheim lieber von Wiedereinreisesperren gegen bulgarische und rumänische EU-Bürgern und von „rechten und linken Krawalltouristen“ als von der dringend notwendigen Rassismuskritik. Dass es auf der DGB-Kundgebung außer den üblichen Phrasen wie tolerant wir alle seien, keine radikale Rassismuskritik geben wird, war bereits absehbar. (…)
Am kommenden Montag (das ist heute! H.L.) wird sich Pegida wieder in Duisburg versammeln. (…) Dass der DGB diesmal nicht zu Gegenprotesten aufruft, zeigt, dass ihre Kundgebung am 19. Januar nur symbolischen Wert (im Sinne von „Flagge zeigen“ oder „Bratwurst grillen“ gegen Rechts) hatte und mehr eine Alibi-Veranstaltung war. Vor diesem Hintergrund ist es um so wichtiger, dass die anderen beiden Kundgebungen mehr als nur „Flagge zeigen“. Auch wenn die unterschiedlichen Bündnisse aus unterschiedlichen Gründen keine gemeinsame Kundgebung machen wollen, ist ein sinnvolles Agieren gegen Pegida durch strategisches Platzieren an der Route möglich. Es macht nämlich durchaus Sinn mehrere Kundgebungen anzumelden, doch diese sollten Pegida umzingeln und stoppen. Selbst die WAZ schreibt, dass zersplitterte Gegendemos nur Pegida nutzen.
In diesem Sinne: Kommt am Montag in die Innenstadt, kommt zu der Kundgebung, die strategisch Sinn macht! Zeigen wir Pegida gemeinsam, dass sie in Duisburg nicht erwünscht sind! Gegen Rassismus und geistige Brandstiftung! Für eine solidarische Gesellschaft!
17:30 Bahnhofsvorplatz Kundgebung des Duisburger Netzwerks gegen Rechts und des Bündnisses Duisburg stellt sich quer
17:30 vor Galeria Kaufhof Kundgebung der Initiative gegen Duisburger Zustände Aufruf der Gruppen Creme Critique & Emanzipatorische Antifa Duisburg

DuisburgStelltSichQuer2Gekürzt, behutsam eingedeutscht und unkommentiert.

Die Klügeren sollten nicht nachgeben

Am Montag (19. Januar) wollen die Dümmsten der Dummen, die häßlichen Deutschen auch in Duisburg den Inneren Schweinehund durch die Straßen führen. „Pegida“, der Vollidiotentreff, appelliert auch in Duisburg an die niederen Instinkte. (Demonstration geplant um 18.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof).
Drei Gegenaktionen sind geplant.

Die Initiative gegen Duisburger Zustände teilt mit:
PEGIDA ist eine rassistische Wutbürgerbewegung. PEGIDA jammert über „die da oben“, tritt aber nur nach unten. Das gute Alte, das Gewachsene, die Scholle, sehen sie bedroht, durch das Fremde, das sie nicht verstehen. Sie reagieren mit Ressentiments und billiger Panikmache. Mit der Realität haben ihre wahnhaften Anwürfe gegen Zuwanderer nichts zu tun. Manche Politiker suchen erneut das Bündnis mit dem Mob. Ein Bündnis wie jenes, das vor 20 Jahren die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl erreicht hat. (…) PEGIDA NRW hat sich nicht zufällig die Problemstadt Duisburg für den Aufmarsch am kommenden Montag ausgesucht. PRO NRW, AFD und NPD konnten bei der letzten Kommunalwahl mehr als 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. In Duisburg sind die Rassisten keineswegs Aliens, die von außerhalb über die Stadt hereinbrechen – sie kommen vielmehr aus der Mitte der Gesellschaft. Besonders deutlich wurde das bei der jahrelangen antiziganistischen Stimmungsmache, die von Polizei, Teilen der Presse und „besorgten Bürgern“ gemeinsam betrieben wurde. Auch heute noch ist der Antiziganismus in Duisburg virulent. In Stadtteilen wie Neumühl sind organisierte Neonazis nur Trittbrettfahrer bei den rassistischen Protesten gegen Geflüchtete. Gute Voraussetzungen für PEGIDA.
Unsere Kundgebung beginnt um 17.30 Uhr auf der Düsseldorfer Straße (am Kaufhof).

Das Duisburger Netzwerk gegen rechts teilt mit:
Am kommenden Montag wollen die Rassisten von PEGIDA ihre Hetze gegen Muslime, Flüchtlinge und Zuwanderer auch in Duisburg auf die Straßen tragen.
Kommt zu den Gegenaktionen, damit wir ihnen gemeinsam den Raum nehmen und ihnen unsere Solidarität entgegensetzen können!
Stoppt die antimuslimische Hetze – für eine solidarische Gesellschaft!
Kundgebung am Hauptbahnhof um 17.30 Uhr.

Der DGB hat initiiert:
WIR SIND DUISBURG
Aufruf zur Kundgebung am 19.01.2015
Duisburger Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und Vielfalt.
Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von „Pegida“ in Duisburg entgegen.
Am Montag, dem 19.01. plant die sogenannte „Pegida NRW“ in Duisburg einen ihrer „Spaziergänge“, um ihre rassistischen, rechtspopulistischen und menschenverachtenden Parolen zu verbreiten.
Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen. Wir stehen zusammen für Demokratie, Respekt und Vielfalt:
am Montag, dem 19. Januar 2015 um 18.30 Uhr
auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg
Duisburg ist eine tolerante, weltoffene Stadt!
bisherige Unterstützer:
Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, AStA Hochschule Ruhr West, AWO-Duisburg e.V, BDKJ Duisburg, Bündnis 90/Die Grünen KV Duisburg, Caritasverband e.V., CDU Duisburg, Der Paritätische Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Deutsches Rotes Kreuz Duisburg e.V., DGB-Jugend Niederrhein, DGB Niederrhein, Diakoniewerk Duisburg, DiTiB Begegnungsstätte, Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, Duisburger Philharmoniker, Evangelische Kirche in Duisburg, EVG Duisburg, FASG in der Partei DIE LINKE, GdP und GEW Duisburg, IG Metall Duisburg-Dinslaken, IG BCE Bezirk Duisburg, IG BAU Duisburg-Niederrhein, Integrationsrat der Stadt Duisburg, Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Jugendring Duisburg, Jusos Duisburg, Katholische Kirche Duisburg, Kreisverband Die Linke. Duisburg, Naturfreunde Deutschlands Ortsgruppe Meiderich, NGG Region Nordrhein, Schwusos Duisburg, Siegmund Ehrmann MdB, SJD-Die Falken Duisburg, SPD Unterbezirk Duisburg, Theater Duisburg, ver.di Bezirk Duisburg/Niederrhein.

Samstag. Neudorf. November.

Letzten Samstag war schönes Novemberwetter. Da bin ich hier mal rumgelaufen und habe mir das alles mal angesehen.

November8-01Finden Sie das schön (Oststraße von hinten). Ich finde das schön. Kein Haus ähnelt dem anderen.

November8-02Hier auch. (Lotharstraße von hinten).

November8-03Good old everlasting Lotharstraße.

November8-04Die zwei Miniläden auf der Grabenstraße. Der Laden rechts gehörte früher zwei alten Damen, bei denen man Zeitungen kaufen und Lottoscheine abgeben konnte. Den Laden links hatte jemand gemietet, um ihn mit Pappkartons vollstellen zu können. Jetzt hat er auch den anderen Laden übernommen und vollgestellt. Jahrzehntelang hat sich da nichts verändert.

November8-05Detailansicht.

November8-06In der Glastür spiegele ich mich in meiner Eigenschaft als Fotograf.
Das ist die Bundesgeschäftsstelle von „Solidarität International“, einer – wie sagt man – „Vorfeldorganisation“ der MLPD. War das nicht früher das Geschäft Erbslöh, wo man Vogelfutter, Hamsterkäfige, Mausefallen (Lebendfallen!) etc. kriegen konnte?

November8-07Und was ist das? Wo jetzt das Fenster mit runtergelassenem Rolladen ist, war früher ein Schaufenster, links daneben – inzwischen zugemauert – die Ladentür. In dem Laden war das legendäre Tonträgergeschäft „Garageland“ von Lothar Röse und Rolf Menrath. Ausgesprochen wurde das „Gärretsch-Länd“. Ich habe aber immer „Garageland“ gesagt. Das wurde mißbilligt.
In den hinteren Räumen war der Trikont-Verlag. Den gibt es zwar noch, aber der ist jetzt woanders.
Neudorf ist auch nicht mehr das, was es mal war.

November8-08Ich verstehe: OTR OTR OTR OTR OTR OTR OTR
„Scum“ (engl. etwa: Abschaum) mal positiv (rechts), mal negativ (Pfeil) konnotiert?
November8-09Mitteilungen grundsätzlich in Englisch zu formulieren ist eine schlechte Angewohnheit, eine Modetorheit. Wer drei Ausrufezeichen benötigt, mißtraut der Kraft seiner eigenen Aussage.

November8-10Hier, am Lieferanteneingang von Edeka, bat ich die zigarettenpäuskenmachende Edeka-Dame: „Könnten Sie mal einen Schritt zur Seite gehen, damit ich diese eigentümliche Mitteilung dokumentieren kann?“
„Esst die Reichen“. Da kann einem aber schon der Appetit vergehen!
(Für Veganer gibt es eine Ausnahmegenehmigung).

November8-11Ahh! Da ist jemand aufs Dach gestiegen, um sich unverständlich zu machen.
Die Trinkhalle gibt es immer noch – bloß, daß sie seit Jahren nicht mehr geöffnet wurde.
Oben: Eine Werbung, die auf einem Zeichensetzungsfehler beruht. Richtig müßte es doch heißen:
„Mediamarkt? Ich bin doch nicht blöd!“
„Kostenlose Finanzierung“ heißt auf deutsch: Mehr bezahlen.

November8-12Enthauptete Schaufensterfiguren!
Französische Revolution? Sanson était ici?
Das ist doch Horror! Wer denkt sich sowas aus?
Wasserpumpe im Schaufenster? Warum hat sich die Firma nicht um einen Anschluß an das Wasserversorgungsnetz bemüht? Da ist – im Vergleich – die Buchhandlung Weltbühne doch moderner ausgestattet.

November8-13Völlig kopfloses Verhalten! Die Schaufensterpuppen von Sport Hildebrandt haben das Schaufenster verlassen und irren auf dem Sternbuschweg umher!

November8-14Was folgt daraus?

Über Schwarzgrün (live)

Einige Passagen meiner Lesung in der Zeche Carl in Essen am 31. August wurden gefilmt. Heute zeige ich Euch: „Radio ausgemacht“.

Ton- und Bildaufzeichnung: Hafenstaedter.

Fortsetzung folgt.

Kommt und holt euch den neuen Metzger

DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Ausgabe Nr. 112.
M112Und das steht drin (Überblick):

Ulrich Sander: Gefahr geht von Kalkar aus: Zeitbomben in der Luft. Warum die Friedensbewegung in Kalkar demonstriert hat. „Die Kriege der Zukunft sind solche in der Luft – ob mit oder ohne Piloten an Bord.“

Jakop Heinn: Träumereien an sächsischen Kaminen. Wie die AfD die Lage und die Stimmung verändert.

Helmut Loeven: Ein Apostel? Ausgerechnet! Aus der Geschichte entlassen, nichts mehr verstehend, von keinem verstanden: Seit längerer Zeit schon ist die Linke in Deutschland der Hauptlieferant für Narretei. Manchmal genügt schon ein Blick in Konkret.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Vatermord an Mitscherlich? So war das nicht gemeint; Komische Häuser, komische Schilder; Der Busen in der Leistungsgesellschaft (Bildzeitung: Sex für Verklemmte); Kriegspropaganda 2014: Vom „Vaterland“ zur „Verantwortung“; Herr Lobe ist doof; Die Botanik der Pflaume.

Heinrich Hafenstaedter: Stadtzerstörung Hochfeld 1982. Die Politik der Stadtzerstörung, der Flächensanierungen und der Vertreibung der ungeliebten „sozialschwachen“ Bewohner hat in Duisburg eine lange, unrühmliche Tradition.

Lütfiye Güzel: Heart-Terrorist. Seven Poems. „the last will be the last & nobody laughs best at the end“.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: Warum läuft Frau K. Amok? Warum die jüdische Autorin sich von Demonstrationen deutscher Israel-Freunde („Aufstand gegen den Judenhaß“) nicht viel verspricht. „Die deutschen Israelfreunde haben den Antisemitismus sehr gern. Sie können gar nicht genug davon bekommen.“

Tagebuch: Viele Bilder, viele Nachrichten.

DER METZGER Nr. 112 kann für 3 Euro in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226 in 47057 Duisburg) mitgenommen werden. Wer zu weit weg wohnt, kann das Heft zur portofreien Lieferung dort bestellen. Postkarte genügt.
Oder:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Die Liste aller noch lieferbaren Ausgaben findet man unter
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/mindex.htm

WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.

Werner Muth wird euch was erzählen

Ein Veranstaltungshinweis, den ich gern weitergebe:
MuthErzaehlt1MuthErzaehlt2MuthErzaehlt3Das Kultur- und Stadthistorische Museum erklärt:
Am Sonntag, 5. Oktober 2014, 15 Uhr startet die Reihe mit der Hörrevue NACHTAUFNAHME mit Werner Muth. Der in Duisburg-Marxloh geborene Lyriker arbeitet seit einiger Zeit in einer „Community of Artists“. Musiker verschiedener Stilrichtungen, Maler, Autoren sowie Film- und Fotokünstler gehören dieser Community an. Gitarrist Ralf Chmarowski und weitere Gastmusiker wie Andreas Kölling und Max Florian Kühlem werden Werner Muth diesmal begleiten. Die neue Revue ist eine „Stadtrundfahrt“ der anderen Art, fernab von den üblichen Lese- und Musikabenden. Das Ganze gleicht eher einer poetischen Zeitreise in zartbitteren, rauhen und romantischen Texten mit Blick auf das Leben und die Liebe und nicht zuletzt auf das besondere Klima der Ruhrregion. „Was macht die Kunst Miss Ruhr-Kultur?“ heißt es da in einem Song, der wie eine Referenz an Lou Reeds New York Album daherkommt.

In Neumühl gegen Haßprediger

Kurzfristig eine Mitteilung vom Duisburger Netzwerk gegen rechts:

PRO NRW-Hetze stoppen! Am Freitag um 16.30 Uhr nach Duisburg-Neumühl!
Am Freitag, den 26.9. ruft die rechtspopulistische Partei PRO NRW zu einer Kundgebung in Duisburg-Neumühl auf. Dort wird sie wieder einmal versuchen, ihre menschenfeindlichen und rassistischen Parolen in die Öffentlichkeit zu tragen. Schon in der Ankündigung warnt sie davor, „aus Duisburg die Asyl- und Armutshauptstadt Deutschlands zu machen“. Und kündigt an, verhindern (zu) wollen, dass im „St. Barbara Hospital eine zentrale Asylaufnahmestelle des Landes NRW installiert“ wird. Weniger hysterisch geht es ja bekanntlich bei PRO NRW auch gar nicht. Um Ängste und Unwissen zu schüren, muss alles in den schlimmsten Farben gemalt werden. Wieviel das dann noch mit der Realität zu tun hat, spielt dabei keine Rolle.
„Die armen Massen strömen nach Duisburg und fressen wie die Heuschrecken alles leer.” Solcher Bilder bedient sich PRO NRW. Dazu kommt, dass sie Menschen, die hierherkommen (weil sie vor Kriegen fliehen oder weil in ihrer Heimat keine Überleben möglich ist) auch noch als “Kriminelle” darstellen. Das ist ihr einziger politischer Beitrag. Hetzen gegen Minderheiten, dass ist ihr politisches Geschäft. Zuerst waren es angeblich die Muslime, dann die Zuwanderer aus Südosteuropa und nun sollen es die Flüchtlinge sein, die die Lebensverhältnisse hier verschlechtern.
Wir dagegen wollen den Rattenfängern und Rassisten von PRO NRW kein Gehör schenken. Verhindern wir gemeinsam, dass PRO NRW ihre Propaganda auf die Straße tragen kann!
Treffpunkt: Freitag, 26.9. – 16.30 Uhr – Hohenzollernplatz – Duisburg-Neumühl
Duisburger Netzwerk gegen Rechts

Morgen noch nix vor?

Dann geht doch mal nach Syntopia
RechtAufStadtWieso Detroit?
„Detroit gilt als der Inbegriff der postindustriellen Stadt. Der Rückzug der großen Industrien hat diese Stadt massiv verändert. Auch im Ruhrgebiet begann der Strukturwandel in den 60er Jahren. Doch der Prozess der Deindustrialisierung hat hier sein Ende noch nicht erreicht. Die sozialen Tragödien und der Verfall des Ruhrgebiets werden hinter dem Wortgeklingel „Metropole Ruhr“ oder „Region im Wandel“ versteckt. Wir möchten ihnen hingegen tatsächlich ins Auge sehen: der Armut, der sozialen Segregation, der Abwanderung, dem Leerstand und der Langeweile. Wir wollen dem Vergleich des Ruhrgebiets mit Detroit weder zustimmen noch widersprechen, sondern vielmehr die Frage stellen: Was kann das Ruhrgebiet von Detroit lernen?“
Mit diesen Zeilen beginnt das Manifest „Von Detroit lernen!“ mit dem das Netzwerk „Recht auf Stadt – Ruhr“ sich in die Debatte über die Zukunft des Ruhrgebiets einmischen möchte.
mehr

Und widmet Euer Interesse dem Ideenraum Syntopia.

Mußte das sein?

„Eine Brücke! Eine Brücke!“
Charlie Rivel

WanhStrMitBrueckeDie Eisenbahnbrücke über die Heerstraße in Hochfeld – es gibt sie nicht mehr.
WanhStrOhneBrueckeFrüher fuhren darüber die Züge zu den Fabriken am Rhein (Mannesmann, Berzelius, Eisenwerk, Thyssen-Niederrhein, Kupferhütte etc.). Seit Jahren ist da kein Zug mehr gefahren. Aber ist das ein Grund, eine Brücke einfach so abzureißen?
Das Wesen dieser Brücke bestand doch nicht bloß darin, daß da Züge oben drüber fuhren, sondern daß da auch Autos unten drunter fuhren. Es kann also nicht davon die Rede sein, daß die Brücke keinen Sinn mehr hatte. Zwar wurde der obere Zugverkehr, nicht aber der untere Autoverkehr eingestellt.
Zudem war diese Brücke die einzige in der Nähe des Brückenplatzes. Hat man das nicht bedacht?
Ich bin Revolutionär. Ich bin dafür, daß alles bleibt wie es ist, was nicht verändert werden muß.

Bilder einer Wanderung bei schlechter Laune

Wo soll man am gesetzlichen Juni-Feiertag denn hingehen, wenn
a) an einem der freien Tage schon wieder Trübsinns-Wetter ist,
b) das Betreten der Wälder wegen der Schäden durch das Unwetter sogar amtlich verboten ist (einleuchtend),
und zudem noch entgegen dem WDR-Wetterbericht, daß es nicht regnet, es dann doch regnet?
Schlechtes Wetter trübt meine Stimmung nie – außer an solchen Tagen wie letzten Donnerstag.
Also; nicht durch die Wälder, nicht durch die Auen, sondern durch die Stadtteile.

Froh14-01Die Schule an der Gneisenaustraße gefällt mir heute nicht. Diese imperialistische Bombastik! Diese Naturstein-Festung rund um den Fahrradkeller! Diese Strategie der hohen Decken, damit die Stimme des Lehrers größeren Hall bekommt! Das ist keine Stätte fröhlicher Wissenschaft, das ist eine Anstalt.

Froh14-02Da stellt man folgerichtig einen Luftschutzbunker daneben.

Froh14-03Das sieht doch gar nicht schlecht aus. Im Spätsommer werden dann am Rande der Eisenbahnlinie Pflaumen geerntet.

Froh14-04Bei der Industrialisierung ist für Wanheimerort ein Viadukt abgefallen (für die Abzweigung der Bahn, mit der man nach Hochfeld fährt).

Froh14-05Wenn man unter diesen Unterführungen hindurchgeht, verläßt man Wanheimerort und ist dann in Hochfeld.

Froh14-06Umgekehrt betrachtet: Wenn man unter diesen Unterführungen hindurchgegangen ist usw.
Unter der ersten Unterführung wurden allerhand Kirmeswagen abgestellt.

Froh14-07Fundstück für die METZGER-Serie „Komische Häuser“ (Krummenhakstraße).
Die Dachgaube scheint sich nach rechts verdreht zu haben. Die Dachrinne wird von Birkengewächsen beansprucht. Der Letzte hat nicht nur das Licht ausgemacht, sondern auch die Rolläden runtergelassen.

Froh14-08Alles hat einmal ein Ende, auch die Krummenhakstraße. Angefangen hat hier der Regen. Ich: ohne Schirm!

Froh14-09Es gibt Stellen, die sehen fast noch so aus wie vor 40 Jahren. Nur wurde hier das Hochfelder Standard-Dunkelgrau durch abblätternden Fassadenanstrich ersetzt. Auch die Euphemisierung von einem Büdeken als „Halle“ erinnert an früher.

Froh14-10Über die Königgräzer Straße könnte ich auch noch was erzählen. Später vielleicht.

Froh14-11Rudolf-Schönstedt-Straße. Bemerkenswert. Finden Sie in diesen Tagen mal eine Straße, wo nicht aus jeden Fenster ’ne Fahne raushängt.

Froh14-12Klar! Wenn man auf der Graustraß‘ wohnt, müssen die Häuser natürlich orange-rosa sein.

Froh14-13Sagt alles.

Froh14-14Nicht „Le Quai des Brumes“ von Marcel Carné 1938, sondern: Hafen unter grauem Himmel vorgestern.
Da stand ich und sagte: „Ich geh‘ jetzt nach Hause.“

Bilder einer Wanderung (3)

Wanderung-2014-15Viel Farbe auf glatter strukturierter Fläche. Großartig! Hat das Zeug zum Klassiker!
Ob der Effekt beabsichtigt war?
Wo der Inhalt fehlt, kommt es nur noch auf die Form an.

Wanderung-2014-16Ja, was ist denn hier so schlimm, daß kein Mensch „das“ gewollt haben kann? Man sollte doch froh sein, wenn die Häuser, die gestern hier standen, heute immer noch hier stehen, denn sonst wüßte man nicht, wo man ist, und wer will das?
Ich mag es, wenn sich jemand klar ausdrückt und verständlich macht, was er will und was er nicht will. Ich mag es nicht, wenn jemand mich mit seinem Weltschmerz herausfordert.
Allerdings wird die Menschheitsfrage durch die Feststellung „GWTR SAHL“ konterkariert.
Es sollte sich mal herumsprechen: Unter dem Pflaster liegt nicht der Strand. Unter dem Pflaster liegt der Schotter.
Gewittersaal?
Da die Frage an die Außenmauer meines Geburtshauses geschrieben wurde, will ich sie beantworten: Ja! Das ist es, was ich will. Ein Mensch zu werden ist das beste, was mir passieren konnte.

Wanderung-2014-17Die Vegetation hat sich etwas herausgenommen. Roter Klatschmohn, Erikas Lieblingsblume. „Roter Klatschmohn!“ – Jaja, ich habe verstanden: Klatsch-Mohn! Rot!
Ich könnte ja froh sein, ihre Stimmungen & Launen nicht mehr ertragen zu müssen. Aber manchmal vermisse ich sie doch noch ein kleines bißchen.

Wanderung-2014-18Eine Idee greift um sich.

Wanderung-2014-19Auf dem Haus der Verbindung Rheno-Germania „zu“ Düsseldorf-Duisburg (die behauptet, älter zu sein als die beiden Universitäten) dürft Ihr rumschmieren so viel wie ihr wollt.
Die Mitteilung den Zusammenhang fallender Kinder und Aktien betreffend hat Emcewenilez Nopniks durchgestrichen, weil er sie nicht verstanden hat. Die anderen Mitteilungen hat er nicht durchgestrichen, weil er glaubt, sie verstanden zu haben.
Oben rechts: Werbung für Werbung.

Wanderung-2014-20Das umkreiste A hätte man als geschütztes Warenzeichen eintragen lassen sollen!
Nicht, um Geld damit zu machen, sondern um seine beliebige Verwendung für alles Mögliche und Unmögliche zu verhindern.
Hier wird es als Symbol der Mitteilung des zum Haß gesteigerten Unbehagens an der Gesellschaft hinzugefügt. Abgelehnt wird anscheinend nicht die gegenwärtige Gesellschaftsordnung, sondern Gesellschaft an sich. Rousseau hätte dem zugestimmt.
Aber was würde Rousseau heute sagen?
„Ja, so habe ich auch mal gedacht. Aber das war falsch.“

Bilder einer Wanderung (2)

Wanderung-2014-08Dieses Haus hat man da hingestellt, und dann hat man überlegt: Was machen wir damit?
Aber mir gefällt das. Warum? Es stand schon da, als ich hier hinkam.
Darin untergebracht ist das Kulturamt der Stadt Duisburg (bestimmt nicht nur).
Das wäre doch mal eine Überlegung wert:
Wäre das was gewesen, da einen Job zu haben, vormittags und nachmittags als Kulturbürokrat getarnt, hinter dem ein Feierabendanarchist sich verbirgt?
Oder lieber nicht?
Immerhin: Man hätte jeden Monat ein Gehalt kassiert, davon aber kaum was ausgegeben und den Rest heimlich auf einem Sparkonto gesammelt. Und dann mit 67500 Euro auf dem Konto dem Chef gesagt: „Du Arschloch!“
Oder:
Den Locher aus dem Fenster schmeißen und zum Chef sagen: „Raten Sie mal, warum ich das gemacht habe.“
Das rät der nie.

wanderung-2014-09Auch an die, die sich im engen Raum wohlfühlen, soll gedacht sein.
Das Künstleratelier da vorn wird wohl immer noch als solches genutzt (winzig).
Auf dem Balkon in der obersten Etage stößt man sich den Kopp.

Wanderung-2014-10Aha. Aha. Aha. Aha. AHA. Aha. Aha.

Wanderung-2014-11Straße der Aktien.
Für CJZZ / IDNA… (falls ich das richtig verstanden habe) hatte der Sprüher eine Leiter dabei.
Das Hinschreiben eines Substantivs, mit dem man eine Genitalie bezeichnen kann, hat den Blauschreiber in Heiterkeit versetzt: „Glied Hihihi…“. Oder wollte er „Hinihi“ sagen?
Das eingekreiste E verkündet eine Hoffnung. Ich weiß bloß noch nicht, welche.
Was ist noch zu erfahren?
HSCDCV, DjSU, CASZZ, SWU.
Der Balkon wurde mit Uhu an das Haus geklebt.

Wanderung-2014-12Was immer hier mitgeteilt werden soll: Die Vegetation (Efeu) läßt langsam ihren Vorhang darüber sinken.

Wanderung-2014-13Ach! Das neue „Hörsaalzentrum“ hat ja doch eine Tür!
Daß da auch tagsüber das Licht brennt, soll wohl zeigen, daß für Forschung & Lehre zu wenig Geld da ist.

Wanderung-2014-14Rote Rosen.

WIRD FORTGESETZT.

Bilder einer Wanderung (1)

Wanderung-2014-01Die Feiertage in der hellen Jahreszeit gern für ausgedehnte Wanderungen durch Wälder, Felder und Siedlungen nutzend, war das Wetter des gestrigen Himmelfahrtstages (auch Vattertach genannt) und die Notwendigkeit, mit einem Regenschirm ausgerüstet zu sein, nicht so einladend für eine große Runde. Ich blieb in der näheren Umgebung (also: Neudorf).

Wanderung-2014-02Das „Tectrum“, eines der Werke von Norman Foster, dessen Vorliebe es ist, Mauern durch Glasscheiben zu ersetzen, dient dem Zweck, zu demonstrieren, daß Wände nicht unbedingt vertikal sein müssen und daß zwischen Fassade und Dach eine Kante auch nicht sein muß.

Wanderung-2014-03Fast die Hälfte des Innenraums dieses Nutz-Gebäudes besteht aus einer Eingangshalle (bis zum Dach). Als ich das entdeckt hatte und weiterging, merkte ich, daß das Gebäude noch eine zweite, ebenso große Eingangshalle enthält.
Wieviel Netto-Nutzfläche in dem Gebäude enthalten ist, müßte man mal ausrechnen.
Nicht für Bewohner und Nutzer von Gebäuden bauen die Architekten, sondern für Architekten.

Wanderung-2014-04Nachdem die Zementfabrik Carstanjen verschwunden war, bildete sich zwischen Carstanjens Garten (Park an der Mülleimer Straße) und der Bismarckstraße eine Brachfläche, auf der Kräuter und Sträucher wucherten. Zuletzt war diese Fläche von Birken, den am schnellsten wachsenden Bäumen, dominiert. Ein richtiger Birkenwald war entstanden. Warum hat man es nicht dabei belassen, der Vegetation freies Mitwirkungsrecht bei der Gestaltung der Stadtlandschaft zu überlassen? Doch es gilt das fatale Prinzip „Wo Fläche, da Planung“.
Da steht jetzt als Folge von Baulärm eine Bildungs-Fabrik (rechts), und Carstanjes Garten ist zu deren Vorgarten geworden, also vergrößert, aber nicht verschönert – besonders bei so trübem Wetter.
Im Hintergrund: Das runde Haus mit schiefem Dach ist auch von Foster.

Wanderung-2014-05Das Zentrum für Berufliche Bildung und Weiterbildung (ZBW) ist anscheinend kein Hort der fröhlichen Wissenschaft. Ein solcher müßte anders aussehen.

Wanderung-2014-06Das beste an dieser Architektur ist das Unkraut, das vor ihren Portalen wuchert.

Wanderung-2014-07Ich will ja gar nicht bestreiten, daß diese Architektur ihren eigenen ästhetischen Reiz entfaltet. Er würde sich steigern, wenn der Architekt anschließend sein Werk einpacken und wieder mitnehmen würde.

WIRD FORTGESETZT.

Bürgergefühle (Kommunalwahl 2014)

„Als das Bürgertum seine Fähigkeiten erkannte, war es entsetzt
– und flüchtete in die Restauration.“
Friedrich Engels

Einer, schrieb in einem Internetforum:
„Nichtwählen und ungültig wählen ist Verrat an der Demokratie. Wer sich dem Votum verweigert, verwirkt das Recht auf Kritik und Mitwirkung. Und weil diese Verwirkung von Rechten mit dem Demokratieprinzip unvereinbar ist, gefährdet jeder Nicht- oder Ungültigwähler die Stabilität der Demokratie. Wer soll denn ein Wahlergebnis respektieren, das von einer kleinen Minderheit gestaltet wurde? Wählen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und auch Kompromisse einzugehen. Wem ‚die Parteien‘ nicht passen, der darf gern eine eigene gründen. Aber Parteien sind keine Dienstleistungsbetriebe für gelangweilte und selbstsüchtige Konsummenschen, die von der Politik das bequeme Ausschütteln ihres gesellschaftlichen Ruhekissens erwarten. ‚Die Politik‘, ‚die da oben‘ und ‚was kann ich schon tun?‘ sind die Floskeln derer, die weder die Lust noch den Verstand haben, sich ihrer originären Verantwortung als Bürger eines Landes zu stellen. Ja, es sind diejenigen, die sich eine politikfreie Wohlfühldiktatur wünschen, wo ein starker Staat ihnen abnimmt, sich über das Leben an sich Gedanken zu machen. Hauptsache nicht denken müssen. ‚Ich habe nichts gewußt‘ ist die Ausrede derer, die nichts wissen wollten, weil denken belastet. Und wer nicht wählen geht oder ungültig wählt, der befreit sich vermeintlich vom Ballast der Verantwortung und hofft auf störungsfreies Konsumieren demokratischer Früchte.“

Auch wenn das Plädoyer für die Nutzung des Stimmrechts nicht ganz abwegig ist, so ist es doch bedenklich, wenn auch hier wieder die Demokratie dargestellt wird als eine Verpflichtung, die der Einzelne der Allgemeinheit gegenüber zu erfüllen hat. Man sollte doch besser nicht danach fragen, was du für das Land tun kannst, sondern was das Land für dich tut.
Für die Konservativen ist die Demokratie ohnehin nichts anderes als der Preis der Macht.
Und wer – allein schon durch fundamentale Unkenntnis – den Wahlschein ausfüllt wie einen Lottoschein, der hat durch das Lotto jahrelang die Schule der Niederlage besucht; bloß mit dem Unterschied, daß die erwartete Erkenntnis „Widder nix“ sich bei der Bundestagswahl nicht schon am nächsten Samstagabend einstellt.
Der Versuch, mit der „Anti-Parteien-Partei“ das politische Spektrum umzugestalten, ist gescheitert. Eine Stimme für die Grünen ist eine Stimme für das, wofür auch die anderen etablierten Parteien stehen: Marktwirtschaft, NATO, Bundeswehreinsätze. Neben den Linkswählern sind es doch gerade die Nichtwähler, die die politische Landschaft verändern. Der Nichtwähler kann sagen: „Seitdem ich Weiterlesen →