

Die Europawahl 2014 und die gleichzeitigen Kommunalwahlen in NRW waren der Projektgruppe Pudding und gestern (PGPG) Anlaß genug, im westlichen, östlichen und mittleren Ruhrgebiet ein paar tausend Miniflugblätter unter Scheibenwischer zu klemmen und in Hausbriefkästen landen zu lassen.
„Da es den Parteien nicht gelingt, ihre Ziele authentisch zu formulieren, helfen wir gern nach“, erklärte Projektgruppensprecherin Chantal Könkels.
Wer die Hilfsbereitschaft der Gruppe mit Spenden unterstützen möchte, kann es tun:
Situationistischer Studentenbund e.V.
DE76 3601 0043 0403 9564 32.
BIC: PBNKDEFF
Kennwort: PGPG
Schlagwortarchiv: Kunst
Noch ein Jubiläum: 50 Jahre Kunst & Politik
Am 1. Mai 1964, also vor 50 Jahren, begann meine künstlerische Arbeit. Ich war 14 Jahre alt und im Begriff, Künstler zu werden. Man kann das Datum als Stichtag und damit das heutige Datum als 50jähriges Jubiläum werten. Ich werte dieses Datum als den Beginn der künstlerischen und politischen Arbeit, weil ich zwischen beidem keinen Unterschied mache. Damals ahnte ich allerdings noch nicht, daß künstlerisches und politisches Eingreifen eine unauflösliche Einheit bilden würden.
Es begann nicht, wie angenommen werden kann, mit Schreiben (obwohl mir sowas auch schon vorschwebte), sondern mit: Musik. (Später habe ich es zu meinem Grundsatz gemacht, mich nicht auf ein einzelnes Ausdrucksmedium zu beschränken).
Gemeinsam mit zwei Schulkameraden wurde eine Band gegründet. Wir versuchten vorerst, Beatles-Songs nachzuspielen. Ich hatte im Februar 1964 zum ersten Mal Musik von den Beatles gehört, und mir war dabei klar geworden, daß das Leben anders gestaltet werden könnte als es den Erwartungen an mich entsprechen würde – und daß man dabei nicht tatenlos bleiben kann!
Die beiden anderen waren besser als ich auf der Gitarre. Ich konnte nur auf der E-Saite Bass-Läufe spielen. Aber ich war der Sänger („I shoult habe known better with a girl like you … what a kiss could be. This could only happen to me“, oder so ähnlich).
Mit der Instrumentierung unserer Band mußten wir uns in Bescheidenheit üben. Einer von denen beiden hat aus Pappkartons maßstabsgetreu ein Schlagzeug und mit dem Märklin-Baukasten ein funktionsfähiges Pedal für die Bass-Drum gebastelt. Man konnte darauf wirklich Schlagzeug spielen, aber ohne Becken. Wenigstens ein Becken zu kaufen war zu teuer für uns. Das machte aber nichts. Wir hatten und fanden sowieso keinen Schlagzeuger.
Elektrische Gitarren hatten wir natürlich auch nicht. Aber auf allen möglichen Kleiderschränken verstaubten noch irgendwelche Klampfen aus der Wandervogelzeit. Aus dieser Not, die viele junge Musikmacher betraf, ist vielleicht die Entwicklung der Folkmusik begünstigt worden. Tatsächlich haben wir Liederbücher nach englischen und amerikanischen Traditionals durchsucht.
Unsere Band bestand ein knappes Jahr, in dem wir wirklich sehr ernsthaft gearbeitet haben. Aufgetreten sind wir nie. Darum brauchte die Band auch keinen Namen. Wir hatten allerdings nicht den geringsten Zweifel daran, daß man sich – ob Beat oder Folk – als Musiker die Haare lang wachsen lassen muß.
Es ist eine Ironie der Kulturgeschichte, daß die beiden anderen Bandmitglieder, die viel besser Musik machen konnten als ich, als Musiker danach keine Rolle mehr spielten, während ich ein knappes Jahrzehnt später einer der erfolgreichsten Folkrock-Bands des Landes angehörte.
Darum wollte ich eigentlich an dieser Stelle das einzige vollständige Gruppenfoto der Bröselmaschine hier hineinstellen. Aber zu meinem Entsetzen mußte ich feststellen, daß ich das Foto verkramt habe.
Wenn ich es wiederfinde, zeige ich es.
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Blinde Empörung
Had To Cry Today; Can’t Find My Way Home; Well All Right; Presence Of The Lord; Sea Of Joy; Do What You Like. Eric Clapton (Gitarre), Ginger Baker (Schlagzeug), Steve Winwood (Orgel, Klavier und Gesang), Ric Grech (Bass, Violine). Blind Faith 1969
„Für das Cover der amerikanischen Ausgabe wurde daher stattdessen ein neutrales Foto verwendet.“
P.S.: Ist es nicht erstaunlich, daß Frau Alieze S. zum Edathy-Skandal ihren Senf nicht hat erschallen lassen? Was Steuerangelegenheiten doch manchmal für angenehme Wirkungen nach sich ziehen!
Kunst am Strick oder Es geht auch anders
Die Einladung zur Vernissage geht alle an:
Handwerk oder Kunst ?
Stricken ist den meisten als Großmutters Beschäftigung bekannt, dabei entstehen Socken, Schals und Pullover.
Es geht auch anders.
Die Strickgraffiti-Bewegung hat mit dem Bestricken des öffentlichen Raums begonnen und in manchen Städten sind Autos, Bäume und sogar Häuser von der Strickwut der Protagonistinnen „angezogen“ worden.
Durchaus von dieser Welle erfasst, wendet sich die Autodidaktin LÜTT HUIS auch dem geschlossenen Raum zu, dem sie Skulpturen und Objekte beifügt, entstanden aus handwerklichem Geschick und der Phantasie der Künstlerin. Ohne Strickvorlage wachsen Figuren wie Madame Schnippig oder ein genmutierter Saurier unter ihren Nadeln.
Das Repertoire der Duisburgerin LÜTT HUIS reicht von selbstentworfenen Kleidern über Strickgraffiti bis zu gegenständlichen Objekten.
Am Mittwoch, den 22. Januar 2014 um 19 Uhr sind alle, die Stricken mal anders betrachten wollen, herzlich eingeladen, die Vernissage zu besuchen.


Galerie Spinatwachtel, Eigenstraße 42, 47053 Duisburg.
Die Ausstellung ist montags bis freitags vom 23.1.2014 bis zum 15.2.2014
zwischen 15 Uhr und 18 Uhr geöffnet.
Land der Geheimnisse
Ein Fernsehbericht aus dem Land der Geheimnisse: Der Kommentator erzählt: Ein Verkehrspolizist steht auf einer leeren Kreuzung und regelt den Verkehr, der nicht stattfindet. Im Bild zu sehen ist aber eine belebte Kreuzung, die von einigen Fahrzeugen passiert wird. Ob die Fahrzeuge am Ende der Straße kehrt machen, um erneut die Kreuzung zu passieren, um dem deutschen Fernsehen ein Bild zeigen zu können, das es dann doch nicht sieht? Wahrnehmungsstörungen stellen sich ein, wenn die Gelbe Gefahr mal wieder aktiviert werden soll.
Doch wie nimmt das Land Nordkorea, das Demokratische Volksrepublik Korea genannt werden will, sich selbst wahr? Wie stellt es sich dar? Wie will es gesehen werden? Plakate aus der DVRK mögen Aufschluß geben.
Der Soldat, der Bergmann mit entschlossen geschultertem Abbaugerät, der Architekt mit gebügeltem Hemd und die Ernteaktivistin haben sich vereint, und sie gucken. Die Dame hat die gemeldete Rekordernte gleich mitgebracht.
Text oben: „Laßt uns entschlossen im Geist der Juche-Idee, auf den Spuren des geliebten Führers und Opernkomponisten Kim Jong Il wandelnd den Feinden des Volkes unsere Schiffsbauproduktion vor den Latz knallen!“
Text unten: „Juche! Das ist überhaupt DIE Idee! Das ist eine Ideologie, sowas gab es noch nie!“
Mit Entschlossenheit demonstrieren die Bauarbeiter, daß sie entschlossen sind, mit Entschlossenheit entschlossen zu sein. Ausrufezeichen. Möchten Sie einen Spaten?
Luftschlangen! Konfetti! Nelke im Knopfloch! Er geht als Soldat, sie als Matrose. Pjönjang Alaaf!
Die besten Geschenkideen haben wir
Reden wir nicht lange drumrum: Die besten Geschenkideen haben wir.







Kommen Sie doch mal gucken und achten Sie auf unsere Eigenproduktionen.
Oder gucken Sie ins Netz. Wir empfangen ODER wir beliefern Sie gern.
Wir haben auch so schöne Neujahrs-Postkarten selbst gemacht.
Ist es in diesem I-Mehl-Zeitalter nicht ein fast schon vergessenes Gefühl, eine richtige Postkarte aus dem Hausbriefkasten zu nehmen?
Zum Beispiel:
Postkarten (und auch Kunstdrucke) nach Aquarellen von Magda Gorny

Postkarten aus dem Weltbühne-Universum:

Heimat-Postkarten von Hafenstaedter (Duisburg zer- und gefällt):

Für das schaurig-schöne Wohlgefühl der Moraltanten jedes Alters und Geschlechts haben wir auch was Schönes:

Die ganze Postkartenherrlichkeit finden Sie hier.
Der vor anderthalb Jahren schier aussichtslos scheinende Überlebenskampf der Buchhandlung Weltbühne scheint heute gar nicht mehr so aussichtslos. DENN: Wir haben uns angestrengt. UND: Einige haben sich darauf besonnen, daß sie dem Unverdruß auf der Gneisenaustraße etwas Aufmerksamkeit und Liebe schulden. Wenn das so weitergeht, überleben wir. (Aber nur, wenn das so weitergeht).
Haben Sie schon mal daran gedacht, ein METZGER-Abonnment zu verschenken? Das kostet 30 Euro (für die nächsten 10 Hefte) oder 50 Euro (für alle zukünftigen Hefte).
Schenken Sie Ihrem Freund ein ewiges METZGER-Abonnement. Wenn er Sie verläßt, wird er Sie trotzdem nie ganz los.
Beziehungsweise:
Schenken Sie Ihrer Freundin ein ewiges METZGER-Abonnement. Wenn sie Sie verläßt, wird sie Sie trotzdem nie ganz los. (So ging es mir ja auch mit meinen Freundinnen).
Wir müssen die Feste feiern, wie sie uns gefallen.
(Bitte den Link auf diese Seite als Rundmail verschicken).
She comes in colours
Tag des offenen Ateliers
Eigentlich: Zwei Tage (Samstag, 27. und Sonntag, 28. Oktober, jeweils von 12 bis 18 Uhr). Da kann man in ein paar Dutzend Duisburger Künstler-Ateliers sich alles angucken und die Künstler von der Arbeit abhalten.
Ich gehe am Samstag (wenn nichts dazwischen kommt) dahin, wohin ich so eingeladen werde:
„Liebe Freunde und Kunstinteressierte,
am 27./28. 10.2012 jeweils von 12-18 Uhr findet wieder der Tag des Offenen Ateliers in Duisburg statt.
Die Gruppe Hertz stellt alte und neue Werke im Haus Kaminski, Am Tannenhof 44, Nähe Wedauklinikum, aus.
Neben Malerei und Keramik, Experimenten in Darstellungstechniken sind unter dem Motto ‚textiler Aufbruch‘ Werke meiner ‚weichen‘ Kunst zu sehen.
Ältere Stickbilder, noch streng an Form und handarbeitliche Technik gebunden, werden von freieren Arbeiten abgelöst, neben dem Bestricken von Alltagsgegenständen und dem laufenden Projekt:’Da staunst du Bauklötze, wir bauen ein Haus‘, das auf einem betroffenenorientierten Ansatz zur Selbstbestimmung Psychiatrieerfahrener basiert und durch die Gruppe PSYCHOAKTIV dokumentiert wird, dehnt sich mein gestalterisches Interesse von der Strickwolle auf andere textile Materialien und Techniken aus.
Ich hoffe, ich habe Euer Interesse geweckt und Ihr findet den Weg zu unserer Ausstellung.
Also, bis dahin
Eure Luette“
Warum ich da hingehe? Ich war voriges Jahr auch da, und das war gut. Und ich ändere nicht gern meine Gewohnheiten.
Was sagt uns die Kunst in unserer heutigen Zeit?
Diese Frage wird immer wieder gestellt::
„Was will der Künstler damit sagen?“

Die Frage ist eigentlich unsinnig.
Wenn Sie auf der Straße einen Mann fragen: „Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“, und er antwortet: „Drei Uhr“, dann fragen Sie sich doch auch nicht: „Was will der Mann mir damit sagen?“ Sie haben ihm eine einfache Frage gestellt, und er hat Ihnen eine klare Auskunft gegeben.
Genau das ist auch von der Kunst zu erwarten: Daß sie uns mit klaren Auskünften versorgt! Der Künstler soll seine Aussagen nicht verklausulieren, sondern klipp und klar zu verstehen geben, was er sagen will.
Hier haben wir ein gutes Beispiel:

Der Künstler hat Klarheit geschaffen und eindeutig zu verstehen gegeben, was er der Welt mitteilen will.
Weiter so!












