Wechselstrom oder Die Liebe in den Zeiten des Telefons (5)

Ob sie ihr „Idealgewicht“ dann erreichte, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Jahr dauerte diese undefinierte Beziehung, die mich an eine der schönsten, klügsten, warmherzigsten, mädchenhaftesten, liebenswertesten und auch verletzlichsten Frauen gebunden hatte. Dann endete sie auf eine unerfreuliche Art, so daß die Traurigkeit für eine Zeitlang von Verdruß und Gekränktheit zugedeckt wurde. Es kann sein, daß es sich ihr ebenso darstellte.
Warum sie ihr Verhalten mir gegenüber veränderte, plötzlich sehr zurückweisend wurde mit einer kühlen, sachlichen Freundlichkeit (mit Verhaltensweisen, die ich hier nicht aufzählen will) und mir demonstrierte, daß sie einen anderen Lebensmittelpunkt suchte, habe ich nicht herauszufinden versucht.
Wenn man erfährt, daß da, wo etwas war, nichts mehr ist, dann ist es traurig. Wenn einem der Eindruck vermittelt wird (mit dem Zaunpfahl durch die Blume), daß da nie etwas war, dann ist es kränkend. Ich fand, daß sie die wichtigste Tugend im Umgang der Geschlechter verletzt hatte: die Ehrlichkeit – auch die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Meine Verstörtheit und Gekränktheit verbarg ich nun ebenfalls hinter zurückweisender Verschlossenheit.
Das erregte sie. Sie schrie mich an: „Was ist mit dir los? Warum bist du so? Willst du darüber reden?“
„Nein.“
Das sagte ich mit aller Schroffheit. Es muß sie verletzt haben. Und das war mein Fehler. Daß sie mich verletzt hatte, gab mir nicht das Recht, sie zu verletzen.
Ich hielt mich für klug, weil ich mir von einem „klärenden Gespräch“ nichts versprach, sondern erwartete, daß wir uns dabei nur im Kreis drehen und aneinander vorbeireden. Doch ich hätte mir eingestehen müssen, daß ich bloß unfähig war, meine Gefühle in Worte zu fassen.
Ein Argwohn, daß sie vor den Konventionen kapitulierte, die eine Beziehung wie die unsere nun einmal nicht zulassen, wäre unberechtigt gewesen. Es wird eher so gewesen sein, daß sie vor jeglicher Beziehung zurückschreckte. Gründe dafür hatte sie ja genannt. Ihre Ansprüche waren von solcher Ausschließlichkeit, daß sie ein Scheitern als unabwendbar erwarten mußte.
Uns Menschenkindern wird eingeredet, daß nur die Liebe gültig ist, in der alle Ideale zusammengefaßt sind: Mit dem oder der einen Einzigen für immer & ewig. Aber die Liebe hat viele Gestalten, und keine davon ist weniger edel als eine andere. Es gibt nicht nur die Große Liebe; es gibt auch die kleine. Es gibt nicht nur die Liebe für immer, sondern auch die für kurze Zeit; nicht nur die ausschließliche, sondern auch die nebenher; nicht nur die vereinigende, sondern auch die, die die Freiheit läßt zu kommen und zu gehen und wiederzukommen; nicht nur die dauernde, sondern auch die, die unterbrochen wird und wieder geweckt werden kann; nicht nur die verpflichtende, sondern auch die, die ein Spiel ist, das zu nichts verpflichtet außer zum Respekt voreinander. So wie es kein (geschriebenes oder ungeschriebenes) Gesetz geben kann, das zum Seitensprung verpflichtet, sollte es auch keines geben, das ihn verbietet. Und auch das gibt es: Daß zwei Menschen zueinander finden aus dem einzigen Grund, weil sie Lust aufeinander haben. Kann sich Menschlichkeit besser manifestieren als dadurch, daß Menschen Lust aufeinander haben?
„Plaisir d‘amour ne dure qu‘un moment. Chagrin d‘amour dure toute la vie.“ So heißt es in einem Chanson aus dem 18 Jahrhundert: daß die Freuden der Liebe nur einen Moment dauern, die Schmerzen der Liebe aber dauern ein Leben lang. (Und wer Angst hat vor den Schmerzen der Liebe, der soll doch besser die Finger davon lassen). Die Schmerzen der Liebe sind weniger die, die man erlitten hat, sondern viel mehr die, die man zugefügt hat und nicht wieder gutmachen kann.

plaisir d'amourIch hätte duldsamer sein müssen mit dieser Frau, die doch noch ein junges Mädchen war, wie ein motherless child in einer Umgebung, die jedem empfindsamen Menschen Furcht einflößt. Es wäre richtig gewesen zu sagen: Laß und darüber reden, wenn ich meine Gedanken geordnet habe, wenn ich mich abgeregt habe, wenn wir uns abgeregt haben. Was auch immer sich zwischen uns ändert, sollst du dein Vertrauen nicht verlieren, sollst du dich geborgen fühlen in meiner Nähe.
Ich habe immer gehofft, daß die Frauen, die sich auf mich eingelassen haben, sich gern an mich erinnern, daß sie, wenn sie an mich denken, vor sich hin lächeln. Vielleicht ist da diese eine, die denkt: „Das war ein Umweg, den ich mir auch hätte ersparen können.“
(Ich erinnere mich allerdings auch an eine andere Geschichte, wo ich sehr duldsam war und hinterher dachte: Ach hätte ich doch lieber gleich die Tür zugeknallt).

Das mit dem Stillstand des Ostermarsches war übrigens so: Christina hatte sich wohl schon in frühester Jugend in den Kopf gesetzt, mit ihrem Össi nach Kanada auszuwandern, um dort, fern der Zivilisation, bahnbrechende wissenschaftliche Forschungen zu betreiben. Sowas Verrücktes! Christina als Madame Curie in Kanadas Wäldern! Ich habe ihr aber nicht gesagt, daß ich das verrückt fand. Denn so eine Schnapsidee ist immer noch besser als die Normalität der Zustände.
Beim Ostermarsch sagte sie dann: „Ach weißt du was? Kommt doch einfach mit nach Kanada. Ohne euch hätte ich keine Freude mehr daran.“ Da war ich so gerührt, daß ich sie einfach in die Arme nehmen mußte. Und die, die hinter uns gingen mit ihren Schildern und Transparenten, kamen an uns nicht vorbei. Da entstand eine Lücke von etwa hundert Metern, so lange haben wir uns umarmt.
Den möcht‘ ich sehen, der es schafft, mich aus Duisburg wegzulotsen oder auch nur aus Neudorf. Aber ich sagte mir: So, jetzt bin ich mal eine Viertelstunde lang fest entschlossen, nach Kanada auszuwandern.

Seite209Das war in Meiderich, an der Stelle, wo das Haus Ruhrtal steht mit der zwielichtigen Uhu-Bar, und immer wenn der Ostermarsch diese Stelle passierte, habe ich meinen Freunden unbedingt erzählen müssen, daß meine Tante da Wirtin war und daß in der Uhu-Bar ein ganz halbseidenes Publikum verkehrte, und die Geschichte von den zwei Besoffenen, die in Streit gerieten, weil der eine meinte, der andere sähe aus wie Goethe.
In einem der späteren Jahre mußte ich erleben, daß meine Freunde sich vor Erreichen von Haus Ruhrtal rechtzeitig verkrümelt hatten, weil sie diese Geschichten nicht schon wieder hören wollten. So hinderten sie mich daran, ein Stilmittel in die Vortragskunst einzuführen: die Penetranz.

ENDE

Wechselstrom oder Die Liebe in den Zeiten des Telefons (2)

Unseretwegen hatte sie darauf verzichtet, nach ihrem ersten Semester sich in ihr mittelrheinisches Herkunftsgebiet zu begeben, sondern sie blieb in der Stadt, die sie nicht zuletzt mittels unserer Mitwirkung als ihre Heimat angenommen hatte. Ihr erster Besuch bei uns war übrigens an Rosenmontag. Jeglicher karnevalistischen Anwandlung war sie ebenso abgeneigt wie wir, und so war dieser Tag, den wir in kontemplativer Zurückgezogenheit zu begehen pflegten, die ideale Gelegenheit gewesen, uns fern von der Außenwelt unserer Verschworenheit zu versichern.

Christina saß am liebsten bei uns in der Küche

Christina saß am liebsten bei uns in der Küche

Nun wurde ich allerdings von ihr zum Duell herausgefordert. Diese Sportkanone, die im Judo schon manchen Kerl aufs Kreuz gelegt hatte, wollte mir ihre Kraft demonstrieren und forderte mich zum Armdrücken heraus. Was für einen Quatsch man mitmacht, wenn man bezirzt wird! Wir brachen den Zweikampf ab, als es nach zehn Minuten noch keinem gelungen war, den Arm des anderen auch nur um einen Millimeter wegzuschieben. Ich bot ihr remis an.
Als sie sich verabschiedete, bat sie mich noch um einen Gefallen. Ich würde mich doch bestimmt mit erotischer Literatur auskennen und hätte doch bestimmt „solche Bücher“. Hatte ich.
„Ich hab jetzt ein paar Tage frei. Da will ich was Schönes lesen. Ein gutes Buch, aber eins, daß es bei mir kribbelt, verstehst du?“ Verstand ich.
„Kannst du mir was leihen?“ Konnte ich.
Ich zog ein paar Bücher aus dem Regal, zum Beispiel Maud Sacquard de Belleroches „Memoiren einer Frau von vierzig Jahren“ (beide Bände), Jakobsens „Memoiren eines Apfelessers“ und noch ein paar Sachen.
Zwei Tage später am frühen Nachmittag kreuzte sie unerwartet bei mir auf, stürmte herein, warf ihre Tasche auf einen Küchenstuhl und setze sich.
„Also, Helmut, du hast mir da vielleicht ein paar Bücher gegeben! Die haben mich ja ganz schön in Erregung versetzt. Ganz toll! Ich hab den ganzen Tag gelesen, ich konnte das gar nicht mehr aus der Hand legen. Das war ein Genuß! Wie hast du das bloß aufgetrieben? Weißt du, was ich am besten fand? Da war so eine ganz lange Geschichte, da erzählt einer, wie er als Student ein ganz junges Mädchen kennenlernt und was der mit dem Mädchen erlebt.“
„Ach, diese Geschichte. Ja, die kenne ich.“
„Kennst du? Das ist wirklich hervorragend geschrieben, das ist richtige Literatur. Aber zugleich auch – hmm. Das hat gewirkt. Du weißt, was ich meine. Die Geschichte habe ich immer wieder gelesen. Ich hab mir vorgestellt, ich wäre das Mädchen in der Geschichte, und der Mann würde das alles mit mir machen.“
„Das hast du dir vorgestellt? Daß du das Mädchen bist?“
„Jaja!“
„Und daß der Mann das alles mit dir macht?“
„Ja.“
„Das ist bemerkenswert.“
„Wieso?“
„Jetzt verrate ich dir ein schockierendes Geheimnis.“
„Sag!“
„Also, der Name des Verfassers ist ein Pseudonym.“
„Ist anzunehmen.“
„Diese Geschichte habe ich geschrieben.“
„Waaas? Die hast duuu geschrieben? Wirklich? Das ist ja – Ehrlich?“
„Ja.“
„Du? Das ist ja phantastisch! Mensch! Wenn ich das gewußt hätte! Ich gratuliere dir! Und das ist alles so passiert?“
„Die reine Wahrheit! Nichts erfunden!“
„Die Glückliche!“
Christina war nunmehr davon überzeugt: „Du bist ein phantastischer Liebhaber.“
„Aber Christina! Sowas sagt man doch nicht einfach so ungeprüft. Bevor man sowas sagt, muß man das doch erst mal in der Wirklichkeit erproben.“
Sie schüttelte den Kopf. „Nicht nötig! Wer sowas schreiben kann, der ist ein phantastischer Liebhaber.“
(Es gibt Momente, da möchte man in einen Tisch beißen).
Sie sagte mir zum Abschied noch, die Lektüre erotischer Texte habe sie zu dem Entschluß gebracht, selbst solche Texte zu schreiben. Wir könnten uns ja dann unsere Geschichten am Telefon gegenseitig vorlesen. So geschah es dann auch. Sie rief mich an einem der nächsten Abende an. Sie rief frohgemut, sie habe jetzt ihre ersten zwei erotischen Geschichten geschrieben, und sie las sie mir vor. Bei der ersten handelte es sich um eine verschwärmte Huldigung an einen ihrer aus der Ferne bewunderten Kommilitonen, einen genüßlichen Lobpreis seiner vorteilhaften Erscheinung und eine Handlung, bei der heiße Wünsche Vater des Gedankens waren. In der zweiten Geschichte berichtete sie, wie ein Teenager (also sie) den Liebhaber ihrer Mutter so lange triezt, bis ihm der Kragen platzt („Weißt du, was du verdienst?“). Den „Liebhaber“ hatte sie mit meinen Wesenszügen ausgestattet und ihm auch meinen Namen gegeben. Dann aber wartete sie mit dem Entwurf eines Artikels auf, den sie für den METZGER schreiben wollte, in dem sie sich kritisch mit dem Feminismus auseinanderzusetzten gedachte. Christina wetterte leidenschaftlich gegen Zickigkeit und Prüderie der Emanzen und wies sie als Versuch, Frauen in ihrer Selbstbestimmung zu beschneiden, zurück. Daß durch einen Artikel im METZGER nicht sogleich das gesamte europäische Geistesleben von Grund auf umgekrempelt wird, darauf mußte ich sie vorsichtig aufmerksam machen.

UniCampusChristina rief mich an. Sie sei in der Uni gewesen und nun nach Hause gefahren. Aber ihre Tasche sei noch in der Mensa. Die solle ich ihr doch bitte nach Hause bringen.
Weil ihr die hundert Meter vom Fahrradständer zur Mensa zu weit waren, durfte ich ihr die Tasche von Neudorf nach Hochfeld nachtragen. Das habe ich auch getan. Für ein Dankeschön.
Ich hielt es daraufhin für erforderlich, eine Fotografie von ihr anzufertigen. Sie stellte sich in Cat-Balou-Pose vor die Kamera, die ich auf dem Stativ in 50 Zentimeter Höhe aufgestellt hatte.
Mit dieser Fotografie sollte zum Ausdruck kommen, wie vollkommen ich von ihr beherrscht wurde.
Diese energisch in die Hüften gestemmten Arme! Dieser über die Schulter geworfene herausforderne Iswas?-Blick!
Und dieser Arsch!

ChristinaLHOOQChristina sah das Foto und rief: „Bo! Was habe ich da für einen dicken Arsch! Du hast mich aber auch so fotografiert, daß mein Hintern so richtig plastisch hervorgehoben wird! So richtig zum Draufhauen! Nicht schlecht eigentlich.“
„Ich wollte nicht nur zeigen, daß du mich beherrschst, sondern auch: wie.“
„Und was bedeutet ‚LHOOQ‘?“
„Das mußt du französisch aussprechen. Dann klingt es: ‚Elle a chaud au cul‘. Das heißt auf deutsch: Sie hat Weiterlesen

Wechselstrom oder Die Liebe in den Zeiten des Telefons (1)

Ich wollte schon lange mal erzählen, wie ich mal den Ostermarsch zum Stillstand gebracht habe. Aber das ist nicht leicht erzählt. Es hat etwas mit Kanada zu tun und im weitesten Sinne auch mit Wechselstrom. Ich muß also etwas ausholen. Und weil es auch mit Christina zu tun hat, könnte ich – was, zugegeben, das eigentliche Motiv für die Niederschrift dieses Berichtes ist – auch Liebeskummer schreibend bewältigen (wovon dann allerdings noch reichlich übrigbleiben wird). Mit neuem Liebeskummer bin ich in den letzten zweidrei Jahren nicht knapp beliefert worden, und wer schon mal geliebt hat (solche Leute gibt es), der weiß, daß das ein haltbares Gut ist, und der ahnt, daß da noch beträchtlich Bekümmernis früherer Lebensphasen wirkt und wütet. Wer viel geliebt hat und gern geliebt hat und auf den Pfaden der Liebe auch dann weiterwandelte, wenn sie durch unübersichtliches Gebiet führten, der trägt was mit sich herum, das können Sie mir glauben. Vielleicht wollen Sie ja auch endlich mal erfahren, warum ich die St.-Johann-Straße in Hochfeld nicht ohne einen melancholischen Seufzer entlanggehen kann. Also lesen Sie jetzt bitte diese Geschichte, sonst hat es ja keinen Zweck.

StJohannStrChristina kam aus der Provinz, um hier zu studieren. Sie geriet in mein Blickfeld, weil sie eine Freundin meiner Frau war. Der Freundin der Frau Aufmerksamkeit in mehr als dem schicklichen Maße zukommen zu lassen, ist eine Sache, die ich nicht unbedingt jedem empfehle, sondern nur solchen, die „Je ne regrette rien“ zu einem Lebensmotto zu erheben fähig sind (es kommt natürlich auch darauf an, mit welcher Frau man zusammenlebt).
Aus der Provinz kommend, war die 20jährige blonde Schönheit vom Lebensalltag mitten im bevölkerungsreichsten Ballungsgebiet Mitteleuropas überwältigt (nicht nur im positiven Sinne). Dieses motherless-child-Gefühl schwand, als sie uns kennenlernte. Wir (meine Frau und ich) machten damals täglich unseren Uni-Büchertisch, von dem heute noch manche Legende sagt und singt. Christina fand uns und die Dinge, mit denen wir uns beschäftigten, „unheimlich interessant“. Sie fühlte sich geehrt, von uns wahrgenommen und anerkannt zu werden, von Leuten also, die „schon unheimlich lange“ und mit Ernsthaftigkeit eine – wie könnte man sagen – selbstbestimmte, den uneinsehbaren Zwängen bürgerlicher Konventionen trotzende Existenz praktizierten (ich war damals Anfang dreißig). Es wäre mir schwergefallen, sie nicht wahrzunehmen, so wie die aussah, und so gescheit wie die war. Sie bewunderte uns. Ich muß sagen: Ich habe nur selten einen so wißbegierigen und begeisterungsfähigen Menschen erlebt, und auch nur selten einen so mitteilsamen. Sie redete und redete und redete sich alles vom Herzen, was sie gesehen und erlebt hatte und was ihr durch den Kopf ging. Und sie wollte alles erklärt haben. Dieses blasierte Desinteresse der jeunesse dorée war überhaupt nicht ihre Art.
„Erzähl mir doch mal etwas über den Ostermarsch“, wollte sie wissen, oder: „Was ist das: VVN?“
„Das ist die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.“
„Was? Das gibt es? Was ich durch dich alles erfahre! Durch dich gehen mir die Augen auf!“
Daß das alles mit Subversion zu tun hatte, mit lustvollem Sich-einfach-über-die-Regeln-Hinwegsetzen, machte die Sache für sie richtig spannend. Sie konnte sich für Politik begeistern, weil sie nicht nur eine notwendige Beschäftigung ist, sondern auch Spaß macht. Aber ein anderes Thema beschäftigte sie mehr, und das war der Sex. Ich würde mal schätzen: Über 80 Prozent ihrer Reden und ihrer Gespräche mit mir handelten vom Sexuellen, und es war auffällig und nicht uncharmant, daß sie die Wörter „sexuell“ und „Sexualität“ mit scharfem „S“ aussprach. „Sexuell“ mit scharfem S klingt sexy.
Es wird wohl so gewesen sein, daß ihre plötzliche Begeisterung für das linksradikale Milieu von der Annahme herrührte, daß die linken Umstürzler die bürgerliche Sexualmoral hinwegfegen und der reinen Lust den Weg ebnen. Ich dachte: „Mädchen, wenn du dich da mal nicht irrst.“ Ich sagte: „Du kannst nicht vom Einzelfall auf das Gesamte schließen.“

christina2Wie fast alle sinnlichen Frauen war sie für die Liebreize des eigenen Geschlechts sehr empfänglich. Aber sie entschied: „Ich finde das ungerecht! In Illustrierten, im Kino und in der Werbung sieht man immer schöne Frauen. Das ist ja auch gut so. Das soll ja ruhig so sein. Aber warum sieht man nicht genauso oft schöne Männer? Ich will nackte Männer sehen!“
Ich antwortete: „Das hat alles ja mit Rollenbildern und gesellschaftlichen Machtstrukturen und dem ganzen Tralala zu tun. Aber könnte es nicht sein, daß – darüber hinaus und davon abgesehen – weibliche Schönheit deshalb in der Darstellung vorherrscht, weil Frauen nun mal das schöne Geschlecht sind?“
„Nein!“ rief sie entschieden. „Männer sind auch schön!“ Und dabei leuchteten ihre Augen.
Ich durfte mir unentwegt ihre Elogen anhören über ihre männlichen Kommilitonen, denen sie eine „göttliche“ Gestalt attestierte. „Göttlich“ war einer ihrer Lieblingsausdrücke, und die Gerhard-Mercator-Universität zu Duisburg muß wohl – für mich zuvor ungeahnt – eine einzige Parade von Adonissen gewesen sein. Ein anderer Lieblingsausdruck war „spannen“. Sie „bespannte“ die einherflanierenden Kommilitonen ungehemmt, das heißt: sie tastete mit Blicken ihre Körperlinien ab und versuchte auch, mit Blicken Signale des Einverständnisses auszusenden.
Ich mußte sie aufklären: „Es freut mich ja, wenn deine Blicke den meinen folgen, wenn ich die Aphroditen und Myrrhinen und Kallipygen betrachte. Aber meine Blicke folgen den deinen nicht überall hin. Denn ich bin sowas von unschwul, sowas von hetero, das ist schon fast wieder pervers.“
Sie wollte von mir wissen, wie ein Mann das empfindet, „wenn er Weiterlesen

Vor der Wahl ist nach der Wahl (2008)

In ein paar Wochen wird der Bundestag gewählt. Diesem Ereignis gingen frühere Wahlen voraus, und die Parteien, die um Aufmerksamkeit werben, geben uns nicht erst in diesen Tagen zu denken. Um die bevorstehende Wahl in die Zeitgeschichte einzuordnen, werden an dieser Stelle einige Kommentare zu Parteien und früheren Wahlen in loser Folge dokumentiert, heute ein Kommentar aus dem Jahre 2008:

Hier können Familien Kaffee kochen
Da gibt es einen, der wurde mit allen Karnevalsorden behängt, die die SPD zu vergeben hat, mit seinem Gesicht auf Wahlplakaten abgebildet, auf Parteitagen bebeifallt und bejubelt, zum Ministerpräsidenten und zum Bundesminister gemacht – und dann sowas!
Wolfgang Clement hatte, bevor in Hessen der Landtag gewählt wurde, erklärt, er würde dort seine Partei, die SPD, nicht wählen. Dies als Aufforderung an die Hessischen Wählerinnen und Wähler, auch das nicht zu tun was er an ihrer Stelle nicht täte, aufzufassen, ist keine Fehlinterpretation. Da geht einer hin, der mal stellvertretender Parteivorsitzender war, und sagt den Leuten: Wählt nicht SPD. Das wäre innerhalb dieser Partei eigentlich kein Grund, darauf zu reagieren. Die sind so. Aber die SPD ist eine Partei. Sie existiert also nicht um ihrer selbst willen, sondern als ein Produkt, das öffentlich präsentiert wird. Immerhin, das weiß sie noch, jedenfalls noch ein paar von ihren verbliebenen Mitgliedern. Und so geschah etwas zum Entsetzen der Parteioberen: Es wurde ein Parteiordnungsverfahren eröffnet mit dem Ziel, diesen komischen Vogel aus der Partei auszuschließen.
Das wäre ein ganz folgerichtiger Vorgang, wenn die SPD nicht die SPD wäre. Wäre die SPD ein Kaufhaus, dann bekäme ein Mitarbeiter, der den Leuten sagt „Kauft nichts bei uns“, eine Gehaltserhöhung, vorausgesetzt, daß er Direktor ist oder sowas. In der SPD hat man nämlich alles richtig zu finden, was von oben kommt.
Da sollte man doch die Gelegenheit nutzen, den loszuwerden, der den Niedergang dieser Partei eifrig vorangetrieben hatte, der sich bei jeder Gelegenheit als inkompetenter Quatschredner ins Spiel bringt, der sich vor allen Leuten immer wieder als arroganter Pinsel, als unerzogener Rüpel aufführt. Da sollte man doch die Gelegenheit nutzen, das ramponierte Image ein bißchen aufzubessern, indem man den Eindruck erweckt, die SPD hätte wenigstens noch so viel Schneid, so einen hochkantig rauszuwerfen. Aber bei der SPD klappt sowas nicht, weil die SPD die SPD ist.
Um die SPD zu verstehen, reichen die Kategorien der Politologie nicht aus. Man muß die Psychologie und die Chaosforschung hinzuziehen. Er hat es nach oben geschafft, also gilt er, der sich an die Industrielobby verkauft hat, als unabhängig, also gilt er, aus dessen Mund nur dummes Zeug kommt, als Querdenker.
Es wäre ja auch komisch, wenn der Clement aus der SPD fliegen würde. Das wäre ein Novum. Seit langem ist es in der SPD üblich, solche Mitglieder als Störenfriede zu erkennen, die sich auf das Programm und auf die Parteitagsbeschlüsse berufen. Unter Schmidt wurde das auf die Spitze getrieben. Wer da etwa auf Parteitagsbeschlüsse hinwies, den traf der Bannfluch des allerhabenen, unfehlbaren Bundeskanzlers. (Eigentlich müßte der Bundeswahlleiter mal untersuchen, ob die SPD eigentlich noch als Partei bezeichnet werden kann). Soll der Clement doch in der SPD bleiben. Das schadet ihr zwar, aber das Gegenteil schadet ihr nicht weniger. „Wählt nicht SPD“ – das ist in Worte gefaßt das, was die SPD ohnehin tut, es ist das Motto ihres Handelns.
Der Beck mußte abtreten, weil er „keine gute Figur machte“. Ach! War dieser ungelenke Provinzialist nicht gerade noch als jovialer, bodenständiger Volks-Typ ins Rennen geschickt worden? Die SPD traut sich nicht, wahrzunehmen, daß nicht ein ungeeigneter Vorsitzender, sondern sie selbst für ihr ungünstiges Image ursächlich ist. Die SPD verschleißt einen Vorsitzenden nach dem anderen, was zwar gar nicht gut ankommt. Aber bei jedem Führungswechsel glaubt sie, ihr sei ein Befreiungsschlag gelungen. Mittlerweile geht das in einem Tempo vonstatten, daß abgetretene Vorsitzende zwecks Zweitverwertung antreten müssen. Der neuen Lichtgestalt, dem Steinmeier, diesem Weltmann, wird es nicht anders ergehen als dem Beck. Ich wette, daß noch vor der nächsten Bundestagswahl in der SPD gegrübelt wird, wie sie ihren Spitzenkandidaten, diesen volksfernen Notar-Typen schnell wieder loswird.
Als der Beck abgesägt wurde und die neue Spitze mit Müntefering und Steinmeier als Strahlemänner vor die Kameras treten sollten, da war das der Tag der langen Gesicher.
Die SPD ist ein Apparat, der dermaßen kaputt ist, daß man mit einer Reparatur nur noch größeren Schaden anrichtet.
Der größte Dachschaden der SPD Weiterlesen

Gegen Atomwaffen!

Eben, vor einer Minute, kam ein Anruf vom Duisburger Friedensforum (Sieh an!). Für die Protestaktion gegen Atomwaffen in Büchel am 11. und 12. August will das Friedensforum hier mit einem Flugblatt werben und fragt an, ob mein Artikel, den ich für die DFG-VK geschrieben habe (2007) dafür nachgedruckt werden darf.
Selbstverständlich!
Der Text geht so:

Das Zeitalter der Atombombe ist noch nicht beendet

Am 6. August 1945 zerstörte eine amerikanische Atombombe die japanische Stadt Hiroshima. Am 9. August 1945 wurde die zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen. Durch die beiden Atomexplosionen kamen mehr als 100.000 Menschen ums Leben. In den Jahren danach – bis heute – haben die radioaktiven Spätfolgen vielen Menschen Krankheit und Leid gebracht, noch tausenden das Leben gekostet.
Mit dem Einsatz dieser fürchterlichen Waffe endete der Zweite Weltkrieg, und es begann ein neues Zeitalter. In den Jahrzehnten nach 1945 schwebte die Gefahr eines Atomkriegs als ein Damoklesschwert über der Menschheit.
Mit den Atombombenabwürfen – so wird gesagt – sollte der Zweite Weltkrieg zu einem schnelleren Ende geführt werden, und es sollte das Risiko einer verlustreichen US-Invasion in Japan vermieden werden. Doch der eigentliche Grund verbirgt sich dahinter: Nach dem Sieg über Nazi-Deutschland fiel die Anti-Hitler-Koalition, in der die Großmächte USA und Sowjetunion verbündet waren, auseinander. Die beiden Länder, die gegensätzliche Gesellschaftssysteme verkörperten, wurden zu Gegnern. Mit der Atombombe wollten die USA ihre Überlegenheit signalisieren. In Hiroshima und Nagasaki begann der Kalte Krieg.
Der Glaube, mit der Bombe ein politisches und militärisches Druck- und Drohmittel zur Durchsetzung ihrer weltpolitischen Ziele in der Hand zu haben, ließ die US-Administration eine Politik der Friedenssicherung durch Verhandlungen zugunsten einer „Politik der Stärke“ zurückstellen. Mit der oft beschworenen „sowjetischen Gefahr“ war immer die Infragestellung des Hegemonialanspruchs der USA und der Zukunftsperspektiven des kapitalistischen Gesellschaftssystems gemeint. Die US-Strategie der „Eindämmung“, des „Roll Back“ und der „Massiven Vergeltung“ basierte auf dem Atomwaffenmonopol der USA. Sie gründete sich auf die Voraussetzung, daß ein termonuklearer Krieg möglich, vorstellbar und vertretbar ist und daß er im klassischen Sinn gewonnen und verloren werden kann. Zu diesem Zweck wurde, erst recht nachdem die USA nicht mehr allein über Atomwaffen verfügten, die Atomwaffentechnologie weiterentwickelt: durch Atombomben-Flugzeuge mit großer Reichweite, durch mit Atomwaffen ausgerüstete U-Boote, durch Militärstützpunkte, Mittelstreckenraketen, Marschflugkörper, Interkontinentalraketen und schließlich durch das Programm der Weltraumrüstung SDI.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde zum Vorposten der US-amerikanischen Atomstrategie. Allein die in der BRD stationierten Atomwaffen hätten ausgereicht, die gesamte Menschheit auszulöschen. Einigen Politikern reichte das nicht. Sie wollten die BRD selbst zur Atommacht machen. 1957 wurde die Frage der Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen von der Bundesregierung aufs Tapet gebracht. Der seinerzeitige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß damals: „Ein Verzicht auf Kernwaffen unter den gegebenen Umständen … würde militärisch eine Preisgabe Europas an die Sowjetunion bedeuten.“
1958 heißt es in einer Entschließung des Deutschen Bundestages, es sei notwendig, „daß die Streitkräfte der Bundesrepublik mit den modernsten Waffen so ausgerüstet werden, daß sie den von der Bundesrepublik übernommen Verpflichtungen im Rahmen der NATO zu genügen vermögen.“ Als 1968 der Atomwaffensperrvertrag abgeschlossen wurde, weigerte sich die Bundesregierung lange, diesem Abkommen, das die Weiterverbreitung von Atomwaffen einschränken sollte, beizutreten.
Der Kampf gegen die atomare Aufrüstung in den 50er und 60er Jahren war der Ausgangspunkt der Ostermarschbewegung, der Friedensbewegung, der Außerparlamentarischen Opposition und der systemkritischen Linken in unserem Land.
Mit dem Ende der Systemauseinandersetzung ist die Gefahr eines Atomkrieges keineswegs beseitigt. Heute verfügen mehr Länder über Atomwaffen als je zuvor, einige weitere Länder streben danach. Im Dauerkonflikt im Nahen Osten könnten Atomwaffen schon bald eine Rolle spielen.
In den sechs Jahrzehnten des „Atomzeitalters“ haben sich die USA stets geweigert, einem Abkommen beizutreten, das die Atombombe ächtet. Sie haben sich stets geweigert, sich zu verpflichten, Atomwaffen nicht als erste einzusetzen und nicht gegen Länder einzusetzen, die ihrerseits nicht über Atomwaffen verfügen und die USA nicht mit Atomwaffen bedrohen. Die USA beanspruchen für sich, Atomwaffen wann und gegen wen einzusetzen, wie es ihnen opportun erscheint. Der US-Kongreß beschloß, „das Sicherheitsdispositiv im gesamten Nuklearwaffenprogramm neu zu beleben und das Bekenntnis der Nation zur Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckungsfähigkeiten der Vereinigten Staaten zu erneuern“.
Das Atomzeitalter ist nicht beendet. Der Kampf gegen die Atombombe kann daher auch nicht beendet sein.

DER METZGER Nr. 106!

Soeben erschienen ist die Ausgabe Nr. 106 des satirischen Magazins DER METZGER
metzger106-titelDas steht drin:

Ulrich Sander: Das Problem heißt Rassismus und Militarismus. Eine Betrachtumg nach der Pro-NPD-Entscheidung im Bundestag und zum Beginn des NSU-Prozesses in München. Der Umgang der „Mitte“ mit den Rechten ist von vielen gemeinsamen Schnittmengen geprägt. Das Bindeglied zwischen Mitte und Rechts ist der Rassismus.

Renate König: Die Lage des weiblichen Geschlechts in Indien.

Helmut Loeven: Merkel soll nicht bleiben, bleibt aber. Die SPD verliert nicht, weil der Steinbrück dauernd in irgendwelche Fettnäpfchen hineintritt, sondern: weil die SPD verliert, ist alles, wo der Steinbrück hineintritt, ein Fettnäpfchen. Zum hundertfünfzigsten Jahrestag auch noch eine Erinnerung an die Agenda 1919.

Lina Ganowski: La Notte – Themen der Nacht. Diesmal: Die Wohlfühl-Empörer. Der Furor um das Treiben des Daniel Cohn-Bendit im antiautoritären Kindergarten.

Mac Duff: Richter Azdak in Düsseldorf. Muß Annette Schawan ihren Doktortitel zurückgeben? Richter Azdak spricht ein Urteil.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Hoch die Tasse(n) (und dat Pickdingen); Gesundheitsgefahren durch Nichtrauchen; Flasche gefunden – und was nun?; Die Linkspartei (in Duisburg) ist derzeit kein Ort zum Wohlfühlen; Komische Häuser, komische Vorschläge; Soll man in Bissingheim einen Bürgersteig nach Adolf Sauerland benennen?; Derrick war bei der SS?

Marvin Chlada und Florian Günther sprechen über Literatur und Fotographie, das Reisen und die Frauen, den Tod und das Leben …

Ostermarsch 2013 in Duisburg. Bilder, die alles sagen.

„Wollen die etwa alle zu Pelikan?“ Das Bühnenjubiläum – um ein halbes Jahr und eine halbe Stunde verschoben. Aber was dann kam, dafür hat es sich gelohnt, hinzugehen.

Carl Korte: Ausflug mit Direktor Lall. Mottes Reporterkolumne.

Paul Hafemeister. Erinnerung an einen Genossen.

Lütfiye Güzel: Meine Lieblingsbuchhandlung. Welche wohl?

Das Heft kostet 3 Euro. Es ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (auch im Versand. Es wird sofort geliefert).
Wer schlau ist, hat abonniert und kriegt das Heft in den nächsten Tagen zugeschickt.
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro für die nächsten 10 Ausgaben oder 50 Euro für alle zukünftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhältlich (komplett im Sammelpaket oder einzeln). Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.

Paul Hafemeister

Hafemeister3Er war der „Lesende Arbeiter“ in dem Gedicht von Brecht.
Ich sah ihn nicht zum ersten Mal, aber hörte ihn zum ersten Mal reden bei einer Veranstaltung in einer Schulaula im April 1969, zwei Tage vor dem Ostermarsch. Das war eine heftige Veranstaltung, auf der sich auch Gegner der Linken laut bemerkbar machten. Da hielt er eine spontane Rede, mit knappen, deutlichen Formulierungen und so aufgebaut und klar gegliedert, wie sie kein Redenschreiber besser hätte hinkriegen können. Es war ein knapper Abriß über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland im Zwanzigsten Jahrhundert, und: warum die Arbeiter die Mitbestimmung brauchen.
Ich dachte, wenn er so gut reden kann, dann ist er vielleicht Rechtsanwalt oder so etwas. Aber er war Lokführer bei der Werkseisenbahn, und überzeugter und überzeugender Gewerkschafter.
Ich spreche von einer Zeit, in der „die für uns“ bloß „Revisionisten“ und „wir für die“ bloß „Chaoten“ waren. Die nächste Begegnung war bei einem Infostand auf der Königstraße. Er sprach mit mir geduldig, unaufgeregt, interessiert daran, „wie ich das sehe“. „So verschieden sind wir doch gar nicht.“ Er war einer, der beim Diskutieren zuhörte, Antworten gab. Er nahm die ernst, mit denen er sprach. Er hat mir den Weg zur Partei gezeigt.
Wenn wir bei Veranstaltungen in Erscheinung traten, verließen wir uns einfach darauf: „Der Paul wird das schon machen.“ Er wird sich zu Wort melden und mit knappen, deutlichen, durchdachten Formulierungen die Zuhörenden – mindestens – zum Nachdenken bringen.
Auf ihn traf ein weiterer Vers aus einem Gedicht von Brecht zu: „Diese sind unentbehrlich.“
Am 23. Mai 2013 ist unser Genosse Paul Hafemeister 84jährig gestorben.

Fotos: DFG-VK

Fotos: DFG-VK

Das war Tradition, das ließ er sich nicht nehmen. Jedes Jahr trug er das Ostermarsch-Transparent voran. Nur in diesem Jahr, da konnte er nicht mehr.

Ostermarsch 2013 (6)

An einem schönen Ostersamstagmorgen im Jahre 2013.
OM2013-07Was ist das denn schon wieder! Die Heinis von der Bandbreite haben einen Infotisch aufgebaut? Monty Schädel (links im Bild) weiß wohl auch nicht so recht, was er davon halten soll.
OM2013-03Mir war gar nicht bewußt, was für schöne Häuser an der Königstraße stehen. Früher war das mal die Top-Adresse: Königstraße. Für Fachgeschäfte (unten), Praxen (Rechtsanwälte, Ärzte dadrüber) und zum gediegenen Wohnen in hohen Etagen.
OM2013-08So ist das richtig! Am Büchertisch den METZGER beachten!

Ostermarsch 2013 (5)

OM2013-04Der Ostermarsch Ruhr 2013 beginnt.

OM2013-05Die Ostermarschierer kommen noch.

Später:

OM2013-02Monty Schädel (DFG-VK) spricht eine Rede.

OM2013-06Nein, ich sage es nocheinmal:
Die Dame, die auf dem Plakat abgebildet ist, ist nicht Sahra Wagenknecht.

Fotos (c) DFG-VK

„… seine eigenen Erfahrungen …“

Gestern in der Frankfurter Rundschau:
„Hardy Krüger will Projekte gegen Rechts unterstützen.
Der Schauspieler Hardy Krüger hat kurz vor seinem 85. Geburtstag eine Initiative gegen Rechts gestartet. Gemeinsam mit prominenten Kollegen wie Filmemacher Hark Bohm, Komiker und Theaterchef Dieter Hallervorden und dem Journalist Klaus Bednarz will er Sponsoren gewinnen, die bereits bestehende Projekte gegen rechte Gewalt unterstützen. Krüger erinnerte am Montag in Hamburg an seine eigenen Erfahrungen in der Nazi-Zeit.“

Hardy Krüger hat auch in den 60er Jahren die junge Ostermarsch-Bewegung unterstützt.

Hardy_Krueger_02Foto: Wikipedia / Die Bücher-Berg / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ostermarsch 2013 (4) und überhaupt

Auch in diesem Jahr hörte ich (aus Lautsprechern) dieses traditionelle Lied von Hannes Stütz:
„Unser Marsch ist eine gute Sache“.
Im Refrain heißt es:

„Marschieren wir gegen den Osten? NEIN!
Marschieren wir gegen den Westen? NEIN!“

Ich habe das nie verstanden.
Muß man denn immer nur Nein sagen? Muß man denn alles ins Negative ziehen? Man muß doch auch mal konstruktiv sein, das Positive hervorheben und laut und deutlich JA sagen!
Darum habe ich bei der Zeile „Marschieren wir gegen den Westen?“ immer laut „Ja!“ gerufen.

Ostermarsch2013-01Ostermarsch 2013: NEIN? NEIN?? NEIN???
pk61-lestmetzgerMagda und ich beim Ostermarsch 1985 in Oberhausen.
Fotos: DFG-VK

Ostermarsch 2013 (3): Hoch die Tasse(n)!

Der Antimilitaristische Buchbasar der Duisburger DFG-VK hat bei der Auftaktkundgebung des Ostermarsches am Samstag stattgefunden.
Außer Büchern (und anderen Medien) wurde wie immer auch Kaffee angeboten (und angenommen), und zwar in Tassen, aber nicht in irgendwelchen, sondern in unseren. Zum Tassen-Arsenal der DFG-VK gehören zum einen ein Sammelsurium gestifteter Tassen, zum anderen aber ein paar Dutzend besonders schöner Tassen mit dem auffälligen grünen Rand, die eigentlich erst dann eingesetzt werden, wenn alle anderen schon verbraucht sind. Aber es gibt Ostermarschierer, die Wert darauf legen: „Ich möchte gerne eine von DIESEN Tassen.“
TasseDDREs handelt sich nämlich um Exemplare der DDR-Einheits-Kantinentassen.
Ich habe mal ein Fernsehspiel (West) gesehen, in dem eine Szene in einer DDR-Kantine spielte. Da hatten die auch DIESE Tassen. Tüchtige Requisiteure!
Wie ich an mehrere Stapel dieser Tassen gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Es geschah in den Wirren der „Wende“. Von der Treuhand hab ich sie jedenfalls nicht. Bei mir stapeln sie sich als gesicherte sozialistische Errungenschaft.
Vielleicht haben manche am Ostersamstag so eine Tasse mitgenommen, weil sie den ideellen Wert erkannten, und auf die Rückgabe des 1-Euro-Tassenpfands verzichtet. Es kann also sein, daß ich jetzt nicht mehr alle Tassen im Schrank habe.

Ostermarsch 2013 (2)

Liebe Leute, lest mal, was die WAZ (Duisburger Lokalteil) gestern über den Ostermarsch 2013 geschrieben hat:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburger-ostermarsch-fuer-den-frieden-id7771194.html

Korrigierend muß gemeldet werden, daß der Ostermarsch sich nach der Auftaktkundgebung nicht um 13 Uhr, sondern um 12 Uhr in Bewegung setzt.
Auf dem Foto erkenne ich auch den, für den der Ostermarsch infolge meiner Machenschaften vorletztes Jahr zu einem traumatischen Erlebnis wurde. Das ist nämlich der Heini, der überhaupt nicht einsehen wollte, daß er, genau wie alle anderen, am Kaffeestand der DFG-VK einen Euro Pfand für die Tasse bezahlen mußte. Noch stundenlang hat er sich dadrüber aufgeregt. Ich sagte ihm: „Ich sehe natürlich ein, daß du unbedingt eine Extrawurst haben mußt. Aber du kriegst keine.“
Am Samstag (30. März, ab halbelf am Kuhtor) wird der ANTIMILITARISTISCHE BUCHBASAR der DFG-VK Duisburg (in Connection mit der Buchhandlung Weltbühne) noch einmal stattfinden (sofern das Wetter es nicht verhindert und auch sonst nichts dazwischen kommt). (Die Buchhandlung bleibt an dem Tag dann zu). Traditionsgemäß gibt es da auch Kaffee: in Tassen! Und jeder (jeder! jeder!) muß über den Kaffee-Portionspreis von 1 Euro hinaus auch noch 1 Euro Pfand hinterlegen, der bei Rückbringung der Tasse erstattet wird. Ich wiederhole: Jeder. Auch wenn Fidel Castro persönlich vorbeikommen würde, um beim Ostermarsch eine Tasse Kaffee zu bestellen, müßte auch der für die Tasse einen Euro Pfand bezahlen, und DER würde das auch anstandslos tun.

Ostermarsch 2013 (1)

Der Ostermarsch Ruhr beginnt wie jedes Jahr am Ostersamstag in Duisburg.

Ostermarsch 2011

Ostermarsch 2011

Ostermarschierer bin ich seit 1967.
Damals, im Alter von 17 Jahren, in all meiner Unerfahrenheit, wußte ich gar nicht, ob man da einfach hingehen und einfach mitmachen kann, oder ob man erst fragen muß, ob man da mitmachen darf. Komisch, nicht? Aber Jahrzehnte später stellte sich heraus, daß das tatsächlich so ist.
Schon 1968, und dann in all den Jahren danach, habe ich an der Vorbereitung und Organisation des Ostermarsches mitgearbeitet (in einem der Jahre war ich sogar Pressesprecher des Ostermatsch-Komitees), bis ich mich Mitte der 90er Jahre wegen Arbeitsüberlastung aus dem Duisburger Friedensforum zurückziehen mußte.
Aber weiterhin blieb der ANTIMILITARISTISCHE BUCHBASAR, eine Gemeinschaftsanstrengung der DFG-VK Duisburg und der Buchhandlung Weltbühne, eine feste Größe und Hauptattraktion der Auftaktkundgebung – wenngleich beargwöhnt von den Gerüchtemachern, die mich für einen Zionisten, Anarchisten, Pornographen, Hedonisten, Trotzkisten/Stalinisten oder irgendwas davon oder das alles zusammen halten. (Merke: Die meisten Teilnehmer am Ostermarsch beteiligen sich am Boylott der Buchhandlung Weltbühne).

Ostermarsch 2007

Ostermarsch 2007

Der knaatschgelbe Sonnenschirm war jedes Jahr im Fernsehen zu sehen. Später wurde er durch einen weniger auffälligen, aber nicht minder bedeutsamen Sonnenschirm ersetzt.
2012 gab es keinen Antimilitaristischen Buchbasar. Aber an uns lag’s nicht.

Ostermarsch 2011

Ostermarsch 2011

Dieses Jahr (Ostersamstag, 30 März ab 10.30 Uhr, Kuhtor) soll es noch einmal unseren Büchertisch geben (mit Kaffee!), vorausgesetzt, es kommt nichts dazwischen und das Wetter ist nicht so wie in den letzten Tagen.
Weitere Informationen zum Ostermarsch in den nächsten Tagen.
Fotos: (c) DFG-VK

Herzlichen Glückwunsch, Inge Holzinger!

Die grande dame der Friedensbewegung ist heute 80 Jahre alt geworden.
„Ich wollte, wir hätten zehn von der Sorte“, hörte ich mich mal sagen.
Aber die eine ist mit Gold nicht aufzuwiegen.
Holzinger2Immer „mittendrin“.
Holzinger3Sooo klein mit Hut ist der Generalinspekteur.
Fotos: DFG-VK

Happening (1969)

Im März 1969, zwei Tage vor dem Ostermarsch, weilte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière, in Duisburg. Der Unternehmerverband Ruhr-Niederrhein hatte ihn eingeladen, im vornehmen Duisburger Hof einen Vortrag zu halten.
Wir fanden uns mit etwa 10 Leuten vor dem Duisburger Hof ein und veranstalteten ein Happening, mit dem wir gegen die Anwesenheit des Generals und gegen die Bundeswehr überhaupt unseren Protest zum Ausdruck zu bringen gedachten. Wir verteilten Flugblätter, trugen Papptafeln mit Slogans herum, einer trug einen Stahlhelm und eine Gasmaske. Bernhard Klaas trug ebenfalls einen Stahlhelm, an dem er zwei Haken angebracht hatte, mittels derer er ein Holzbrett an dem Helm befestigen konnte. Das war das „Brett vor dem Kopf des Bundeswehrsoldaten“.

APO-Happening 1969. 2. v.l.: ich. 3.v.l.: Anne! 4. v.l.: Baumeister. 2. v.r.: Hans Raßmes (mit Gasmaske). Rechts: Klaas (mit Brett vor’m Kopp).

Als der General im Mercedes vorgefahren kam, salutierte Klaas formvollendet. Der General – das muß man sagen – hatte Humor und lachte sich kaputt. Bernhard Klaas marschierte auf dem Bürgersteig hin und her, blieb vor dem Mercedes stehen, knallte die Hacken zusammen und salutierte, bis ich ihn darauf aufmerksam machte, daß der General längst ausgestiegen und ins Gebäude gegangen war.
„Wat?“ Klaas hob das Brett an und sah. „Ach so!“
Die Presse kam auch. Es gab damals noch die rasenden Reporter, die Happenings witterten. Der erste war ein Fotograf der UZ.
Auch einige Passanten blieben stehen und schauten sich das Treiben belustigt an. Mit der Zeit bildete sich das, was man eine „Menschentraube“ nennt. Diskutiert wurde auch. Die meisten Leute waren skeptisch, aber nicht ablehnend. Und wir versäumten es nicht, den Krieg der USA in Vietnam zu erwähnen.
Aus der Ansammlung der Zuschauer rief einer uns zu: „Warum geht ihr denn nicht bei Ulbricht demonstrieren?“
„Der Walter Ulbricht, ne“, rief ich zurück, „der ist nämlich auch gegen den Vietnamkrieg.“
Siegfried Baumeister, der bei uns als eine Art Wortführer galt, stand neben mir. Ihm war es eiskalt den Rücken runtergelaufen. „Bist du verrückt?“ zischelte er mir zu. „Das kannst du doch so nicht sagen!“
Aber das Publikum reagierte alles andere als „abgestoßen“. Heiterkeit breitete sich aus. „Wo er recht hat, da hat er recht“, rief einer. Die einen lachten, die anderen schmunzelten. Die Schlagfertigkeit meiner Antwort, die mir just eingefallen war, hatte beeindruckt.
Gewiß, das war nicht political correct gewesen. Ich hätte natürlich wortreich versichern müssen, daß wir ja auch was gegen Ulbricht haben, und ich hätte geflissentlich bekennen müssen, daß wir sowjetische Militärposten in Prag mindestens ebenso fürchterlich finden wie den Völkermord in Vietnam, und daß wir für Abrüstung in West uuund Ost sind, und ich hätte dieses Uuund uuunüberhörbar dem öffentlichen Bewußtsein zu Füßen legen müssen.
Das hatte ich aber nicht getan. Ich war 19 Jahre alt und von Politik, von Klassenkampf verstand ich noch sehr wenig. Mir fehlten noch viele Erfahrungen. Aber so viel verstand ich schon, daß ich – wenngleich auch uncorrect –, so doch – wie ich finde – richtig gehandelt habe.
Ich hatte die Lacher auf meiner Seite und habe somit Pluspunkte eingeheimst, und das hätte ich nicht geschafft, wenn ich gesagt hätte, was man von mir hören wollte.
Was hätte es denn gebracht, wenn ich mich wortreich in Beschwichtigungsritualen ergangen wäre? Das hätte man mir doch sowieso nicht abgenommen. Wer auf einen „wunden Punkt“ hingewiesen wird und sich dann windet wie ein Aal, überzeugt niemanden. Er steht dann da als einer, der sich ertappt fühlt und durch Distanzierung sich reinzuwaschen versucht. Dann doch lieber die Etiketten, die die Herrschenden uns ans Hemd kleben, stolz vorzeigen. Das imponiert mehr. Wer die Lacher auf seiner Seite hat, hat mehr erreicht als einer, der bei den Meinungsbegutachtern gerade noch eine Vierminus herausschindet.
„Seht her! So schlecht wie unser Ruf, so sind wir auch!“ Das ist das bessere Motto. Ich war 19 Jahre alt und von Politik, von Klassenkampf verstand ich noch sehr wenig. Mir fehlten noch viele Erfahrungen. Aber soviel verstand ich schon: Daß wir als „Everybody‘s Darling“ nichts gewinnen können, weil wir niemals „Everybody‘s Darling“ sein werden. Als kleine radikale Minderheit aber, als die stets unwillkommenen Störenfriede, als harter Kern haben wir vielleicht eine Chance. Als Alptraum der Spießer sind wir unübertroffen.
Und außerdem, das sollten Sie auch noch wissen: Die Aussage „Der Walter Ulbricht, ne, der ist nämlich auch gegen den Vietnamkrieg“ entsprach durchaus meiner Meinung. So sah ich die Dinge. In Walter Ulbricht und „seiner“ DDR sah ich einen Verbündeten unserer Sache. Wem hätte es genützt, wenn ich es verschämt verschwiegen hätte?
Bleibt noch zu erwähnen, daß Bernhard Klaas zwei Tage danach mit Stahlhelm auf dem Kopf als „Bundeswehrsoldat mit dem Brett vor dem Kopf“ den ganzen Ostermarsch mitgegangen ist.

aus Der Gartenoffizier. 124 komische Geschichten. Situationspresse 2008. 268 S. 16,50 Euro. ISBN 978-3-935673-24-2

Karikatur richtig verstanden. Eine Gebrauchsanleitung.

„Für deine Art von Humor braucht man eine Gebrauchsanleitung“, sagte Marita Bursch, als die diese Karikatur auf dem Tisch liegen sah (das Intro von DER METZGER Nr. 70). Sie warf einen kurzen Blick darauf und bemerkte lapidar: „Also, Helmut, für DEINE Art von Humor braucht man eine Gebrauchsanleitung.“

Damit sich die Komik, die in dieser Karikatur enthalten ist, nicht nur der mit meiner Art von Humor seit langem vertrauten Freundin, sondern auch anderen Personen erschließt, wird hiermit eine Gebrauchsanleitung nachgeliefert:
Man vergleiche zunächst die Darstellung mit der Überschrift. Da steht „drei Tenöre“, gezeigt werden aber nur zwei. Das ist ein Widerspruch, der dem Betrachter komisch vorkommen muß (drei Tenöre wurden angekündigt, aber nur zwei sind da).
Es fällt auf, daß sie zwar gleichzeitig singen, aber verschiedene Stücke. Wenn zwei verschiedene Lieder gleichzeitig gesungen werden, hört sich das komisch an. Man muß sich das Dargestellte akustisch vorstellen.
Dann muß man darauf achten, was sie singen.
Der eine singt „Isch möösch zefoos no Dortmund jonn“. (Ich möchte zu Fuß nach Dortmund gehen). Der Sänger greift ein bekanntes Lied von Willi Ostermann (1876-1936) auf, in dem es heißt „Isch möösch zefoos no Kölle jonn“. Aber hier steht vor uns einer, der nit no Kölle, sondern no Dortmund jonn möösch. Der Betrachter ist mit einer unerwarteten Wendung konfrontiert.
Woran denken wir, wenn jemand zu Fuß nach Dortmund geht? Richtig! An den Ostermarsch, der traditionsgemäß in Duisburg beginnt und in Dortmund endet. Ich habe schon mit Willi Hoffmeister und Felix Oekentorp gesprochen: Dieses Bild wird das offizielle Plakat für den Ostermarsch Ruhr 2013.
Der andere Sänger hat den Schlager „Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist“ aus der Operette „Im weißen Rößl“ von Ralph Benatzky verändert. Er singt: „Was kann der Sigismund dafür, daß die Heizung so schön ist“. Hat man es je erlebt, daß eine Heizung wegen ihrer Schönheit gepriesen wird?
Also, wenn ich dieses Bild sehe, könnte ich mich kaputtlachen.