Weihnachts-Botschaften

Soll heißen: ich nehme diplomatische Immunität in Anspruch.
Weihnachten ist ja bekanntlich die Gelegenheit für Erinnerungen, Rückblicke und Wiederholungen. Ist es nicht so? Glauben Sie es mir einfach.
Während ich mir ein paar Tage Privatissimum gönne, mache ich es Ihnen möglich, die Universalität zu wiederholen, und zwar durch diese Verlinkungen:
24. Dezember 2012
24. Dezember 2013
24. Dezember 2014
24. Dezember 2015
24. Dezember 2016

Wie sagte schon Karl Valentin:
WENN DIE STILLEN TAGE VORBEI SIND,
DANN WIRD ES AUCH WIEDER RUHIGER.

Summer in the City – Nachtrag

Kommt alles wieder – mal etwas anders, mal fast genauso.
Im Botanischen Garten, Abteilung: Laß es wachsen wie es ist.
Da auch:

There! She! Goes!
High Heels Tight Jeans
Pretty Botty.

Zauberstäbe.

Hochfeld, am Brückenplatz. Auch die Bürgerlichkeit kennt ihre Paläste.
Rechts daneben in dem grauen Haus, drittes Obergeschoß: Kommunewohnung.

„Arbeitsam“ ist die Abkürzung von „Arbeitsamt“. Das ist da ausgezogen. wer ist jetzt in dem Gebäude drin?
Die Telefong-Zelle steht immer noch da. Überall wurden die Telefong-Zellen weggemacht. Aber DIE steht noch da. Ich bin gerührt. (Früher sagte man „Telefong-Häuschen“).
Über die Treppe hinter dem Telefong-Häuschen bin ich früher oft rauf- und runtergehangen, denn ich hab da mal gewohnt, die Ecke rum auf der Duissernstraße. War nicht schön.
Die Tür (an der der Mann vorbeigeht) hatte ich nie beachtet. Ich würde da ja gerne mal reingucken.

Good old everlasting Sternbuschweg.

Noch mehr neue Postkarten

Wie gesagt: Die Serie der Situationspostkarten wurde dieser Tage beträchtlich erweitert. Und heute bekommen Sie die neuen Foto-Postkarten von Heinrich Hafenstaedter zu sehen: Mauern mit Spuren und Orte der Hinterlassenheit (habe ich das nicht schön gesagt?).

Die Philosophie – nein, nicht im Boudoir, sondern im Güterbahnhof. Wo immer man hinkommt: Adorno ist immer gut.

Ich das nicht herrlich? Energiye, Power, Acktion, Affe(e) für Versager.
Pow-Erup nur gegen Pfand.

Hochfelder Fresko? Ausgerechnet Sedanstraße. Durch Verschicken von Situationspostkarten lösen Sie immer Situationen aus.

Das Verschwinden des Gewächshauses im Hamborner Botanischen Garten muß man nur noch halb bedauern, weil im Duisburger Güterbahnhof für Ersatz gesorgt wurde.

Postkarten sammeln ist gut.
Postkarten verschicken ist auch gut, sogar noch besser.
Wollen Sie Situationspostkarten live erleben? Dann kommen Sie am 20. August 2017 (Sonntag) zum Ruhrorter Kunstmarkt, am Stand der Buchhandlung Weltbühne gibt es sie (1 Stück für 1 €).

Wir bieten dort viel. Nicht nur Postkarten.

Streif Nr. 4 (2017)

Heute in der WAZ:

Streif ist eine ganz ungewöhnliche Zeitschrift. Die Vorbereitung ist so sorgfältig, daß nur eine Ausgabe pro Jahr erscheint. In dieser Ausgabe wird an Heinrich Strunk erinnert, auch an seine engagierte antirassistische Kunst.
Streif wurde hier schon oft vorgestellt – siehe Schlagwortverzeichnis hier unten drunter. Die neue Ausgabe ist für 7 Euro in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (im Versand für 8 Euro).
Der Artikel in der WAZ gibt Aufschluß über viel Kunst und Kunst-Vielfalt, die die Streifmacherinnen und -Macher aufgespürt haben.
Als Stacey Blatt (auf dem Foto links) vorigen Donnerstag die neue Ausgabe brachte, sagte sie. „Pelikan ist auch dabei.“ So soll es also aus ihrem Mund durch mein Ohr in diesem Blog ankommen: Pelikan ist auch dabei.

Neue Landschaftskonzeption?

Pfingstmontags-Reisebericht (Fortsetzung)
Fünf Jahre ist es her, da berichtete ich Ihnen vom Schlackeberg. Das ist, wenngleich ich auch gar nicht so oft dort bin, einer meiner Lieblingsaufenthaltsorte, zumal, wie gesagt, es dort meistens menschenleer ist.
Vor fünf Jahren sah das z.B. an einer Stelle so aus:

Und jetzt, fünf Jahre später:

Umraint von Brennesseln meterhohes Gras!
Veränderte Landschaftskonzeption? Naturnäher? So könnte man sagen. Profaner gesagt: Die Stadtverwaltung mußte sich zu der Sparmaßnahme durchringen, für die Landschaftspflege und „Unkraut“-Beseitigung weniger bis nichts aufzuwenden. Das sieht man nicht nur hier. Das sieht man schon überall in den Ritzen zwischen den Gehwegplatten.
Die Klammheit der kommunalen Finanzen hat also auch Vorteile.

Auch an Pfingsten: Für Sie unterwegs…

Ich weiß ja, daß Sie voller Neugier auf meinen obligaten Bildbericht von meiner traditionellen Pfingstmontags-Erkundungswanderung warten.

Kein Mensch bis zum Horizont.
Man erkennt den ehemals größten Rangierbahnhof der Welt ja gar nicht mehr wieder. Dafür aber die Kulisse eines sechsstündigen Western ohne Darsteller (mit wenigen, dafür jeweils sehr langen Einstellungen).

Die Industrie und ihre Gesellschaft (und ihre Gehäuse) zerfallen. Und was dann? Alle Signale stehen auf Halt.
Und als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre, soll dieses riesige Areal natürlich bebaut werden. Und zwar mit Luxus-Behausungen – für die Leute, die es gar nicht mehr erwarten können, ausgerechnet nach Duisburg zu ziehen, der Stadt mit dem Zukunfts-Image!

Anscheinend wurde mit dem Bau schon begonnen.

Bilder für größer und für schöner anklicken.
Weitergehende Betrachtungen dieses Rangierbahnhofs-Phänomens demnächst in diesem Weblog.

Gänge unter dem Himmel (15-21)

Der Orientierungsturm (hinten). Wenn ich in der Gegend, in der solche Residenzen stehen (vorn), unterwegs bin, muß ich darauf achten, immer diesseits des Horizontes den Turm zu erkennen, um zu wissen, daß ich mich nicht (ver)irre.

Sagen Sie mal nix. Unter „Hochfeld“ wird nicht überall dasselbe verstanden.

Ja was ist das denn? Eine Ratte im Mülheimer Villenviertel! Also!

Was soll uns dieses Foto sagen?
Nur, wer uns entgegen fährt, muß sich bergauf bemühen?
Ach, lassen wir das doch!
Saarner Straße.

Nähe Katzenbruch. Wer hier wohnt, der wohnt nicht ungemütlich.
In dem Häusken vorn war bis vor kurzem noch ein kleiner Lebensmittelladen. Davor war ein Schild, darauf stand nicht „Edeka“ oder „Aldi“ oder „Rewe“, sondern: „SPAR“. Kennen Sie das noch? SPAR? Da gab es zum Beispiel auch Pril, und Persil bleibt Persil.
Persil war unter den Waschmitteln das, was Mercedes unter den Autos ist. Einfache Leute nahmen Sunil oder Dash oder OMO.
Vorn an dem Häusken hing noch vor kurzem ein Briefkasten. Da konnte man Briefe und Postkarten einwerfen.
Erinnern Sie sich noch? Postkarten? Ich produziere heute noch welche, da kenne ich nix.

Nicht ungemütlich ist auch die Architektur, die die Häuser nicht gleich frontal, sondern mehr so hintenrum eintretbar macht. In so einem Anbau dahinter mit kleiner Tür hatte man früher eine Waschküche. Im Hintergrund das Resultat der 60er-Jahre-Nadelgehölz-Invasion in deutschen Bürgergärten.

Vom Katzenbruch nach Hause sind es nur noch ein paar Kilometer durch den Wald, Nachtigallental, am Forellenteich entlang.
Der obere Teich ist vom einfließenden Bach mit Sand und Erdreich gefüllt worden, wodurch zuerst ein Flachgewässer, dann eine Halbinsel entstand, auf der Bäume wachsen.
Inzwischen haben sich auf dieser Fläche Schwertlilien ausgebreitet.
Wer diese Fläche betritt, versinkt im Morast.
Der Wald will wieder werden, was er war, bevor er romantisiert wurde.

Itzo: Gänge unter dem Himmel (8-14)

Das habe ich Ihnen doch schon mal gezeigt.

Wer behauptet eigentlich ständig, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen?

Brennesseln und Brombeeren. Die können uns Freude bringen.
Brombeeren? Klar. Gelee und so. Aber Brenn(n)esseln auch?
Dann lesen Sie doch mal: Maud Sacquard de Belleroche: Geständnisse, Memoiren einer Frau von vierzig Jahren (1968), das Kapitel über die Französischlehrerin, ziemlich am Anfang.

Hier, mitten im Walde, hat irgendson Klöckner oder Thyssen oder Stinnes oder Thynnes ein Waldschloß errichten lassen.

Man muß schon eine Lücke finden, um eine Vorstellung von der Dimension des Repräsentations-Wochenendhauses zu bekommen. Vorn im Bild ist ja wohl das „Gesindehaus“.
Es wird ringend mit Händen nach neuen Benutzern der Immobilie gesucht. Die Thynnesse wohnen heute nicht mehr so klassizistisch.

Das ist nicht etwa, wie Sie glauben, das Eschhaus, sondern die Akademie Wolfsburg. Nicht Anarchie, sondern Katholie.

Dahinter, auf Mülheimer Gebiet schon, haben die Wichtigleute von heute sowas für sich hinplanen lassen.
Das Haus vorn: Nach einem Besuch kann die Gattin sagen: „Hast du gesehen? DIE haben eine runde Wand. Und was haben wir?“
Das Haus dahinter: DIE haben immerhin ein Dach (fast) bis auf die Erd‘.
Hoffentlich gibt es da auch mal leckeren Nudelsalat.

Fürtsetzöng fülgt.

Jetzo: Fahrt zum Himmel (1-7)

Vorgestern: Hochfest, Schulfrei, Geschäfte zu. Als aufmerksamer Leser wissen Sie bescheid, was jetzt kommt.

Jetzo kommt die Zeit heran. Schritt aus der Haustür.

Blick zurück – nicht im Zorn, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Schöne Straße, auf der ich wohne.

Botanische Eskapaden auf dem Uni-Gelände.

Überragend!

Typisch Uni des 21. Jahrhunderts. Hier werdet Ihr „fit“ gemacht. („fit“ = geeignet, brauchbar, verwertbar). Doch wir sind Misfits.


Zugang zum Walde mittels Überbrückung von Eisenbahn und Autobahn mithilfe der Expo-Brücke.
Warum heißt die Expo-Brücke Expo-Brücke?
Die Expo-Brücke heißt Expo-Brücke, weil sie erst auf dem Gelände der Weltausstellung (Expo) 1958 in Brüssel stand. Als die Expo 1958 endete, wurde die Brücke dort nicht mehr gebraucht, darum zerlegt und in Duisburg wieder zusammengebaut. Sie diente jahrzehntelang als Zoo-Brücke, weil sie die beiden durch die Autobahn getrennten Teile des Zoogeländes miteinander verband. Dann wurde sie auch dort abgebaut und ein paar Kilometer südlich wieder zusammengebaut. Narrenhände beschmieren Tisch und Expo-Brücke.
Nebenbei: Der größte Pin der Welt!

…denn im Wald sind nicht die Säu-äufer!

Fortsetzung folgt.
Und jetzt und immer: Bilder anklicken zum Vergößern.

Gestern: Rosenmontag und die Gegend hier

oder: Eine Art, den Regen zu beschreiben.

Das durch den Rosenmontag (übergesetzlicher Feiertag im Rheinland) verlängerte Wochenende habe ich genutzt, wie ich es geplant hatte. Nämlich: Die METZGER-Ausgabe Nr. 121 vollendet, d.h. für den Druck vorbereitet. In der Nacht zum Montag (bis zum Morgengrauen) habe ich die letzten Zeilen gesetzt, am Montag mußte ich nur noch die Bögen montieren (32 Seiten auf 8 Bögen). Und dann, am Nachmittag, wollte ich an die frische Luft. Also schritt ich ein paar Neudorfer Straßen entlang und durchschritt zugleich einen typischen

NIEDERRHEINISCHEN LANDREGEN.

Solch ein Regen ist typisch für diese Gegend. Der Niederrheinische Landregen ist ein heftiger Regen, der lange dauert. Es kommt viel Wasser pro Minute runter, und das den ganzen Tag lang. Dieser Regen prasselt auch nicht, sondern er rauscht.
Der Niederrheinische Landregen wird veranstaltet zu dem Zweck, daß die (für den Niederrhein typische) lehmige Erde an den Schuhen festklebt und so in die Treppenhäuser und letztlich in die Wohnunterkünfte hineingetragen wird. Der Regengott hat gesagt: „Wenn ihr glaubt, daß es euch etwas nützt, wenn ihr die Wege asphaltiert, dann seid ihr schief gewickelt.“ (Gilt auch, wenn man nicht an (Regen-)Götter glaubt).

Das Schöne an dem Regen ist ja, daß, wenn man nach Hause kommt, es drinnen trocken ist, aber draußen weiterregnet. Dieser Moment des Glücks blieb mir gestern verwehrt. Denn als ich nach Hause kam, hörte der Regen auf, genau in dem Moment, wo es keinen Zweck hat.

Es hat den Anschein, daß – a la longue – der Wettergott (da! schon wieder!) es mit den Ostermarschierern besser meint als mit den Karnevalsjecken, denen ich mich ja, wie Sie schon ahnten, nicht zugehörig fühle. Dennoch tut’s mir für die leid. Man ist ja schon froh, daß es überhaupt lokale und regionale Besonderheiten gibt, Profil, Differenz, damit es nicht überall gleich aussieht und es sich nicht überall gleich anhört.
Aber daß der Regen aufhört, wenn es ruhig weiterregnen könnte – soweit muß es doch nun wirklich nicht kommen.