Die Geschichtswerkstatt wird fortgesetzt

Die nächste Veranstaltung in der Reihe Geschichtswerkstatt 2. Weltkrieg der Duisburger Volkshochschule hat zwei Themen:
Der jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto
Stalingrad und das Nationalkomitee Freies Deutschland
„Vom 19. April bis Mitte Mai 1943 erhoben sich die jüdischen Kampfgruppen im Warschauer Ghetto zum bewaffneten Widerstand gegen die deutschen Räumungskommandos. Wir wollen diese Ereignisse nachzeichnen und versuchen, uns einen Gesamtüberblick über den jüdischen Widerstand gegen den Holocaust zu erarbeiten.
Nach der verheerenden Niederlage in Stalingrad gründeten sich in Kriegsgefangenenlagern das Nationalkomitee Freies Deutschland (im Juli 1943, Krasnogorsk) und der Bund deutscher Offiziere (Sept. 1943, Lunjowo), um für Hitlers Sturz und die Beendigung des Krieges Propaganda zu machen. Wir wollen den politischen Grundlagen und den Spuren des Komitees nachgehen.
Zur Sitzung erscheint ein Materialheft.“
Sonntag 28. April 2013, 11 bis 14 Uhr im Internationalen Zentrum, Flachsmarkt 15.
Kursleiter sind Martin Clemens, Aloys Reuter und Marion Reuter.
Teilnehmergebühr: 5 Euro.

Der Witz am Ostersonntag

Die Schlacht von Stalingrad ist verloren, die Alliierten sind in Italien und in der Normandie gelandet. Hitler will sich vergewissern, daß der Endsieg doch noch kommt.
Goebbels rät ihm, einen Wunderrabbi zu befragen, der die Zukunft vorhersagen kann.
Hitler läßt den Rabbi zu sich bringen und fragt ihn: „Wer gewinnt den Krieg?“
Der Rabbi antwortet: „Das ist ganz leicht zu klären. Ich muß nur eine Münze hochwerfen.
Wenn dann Zahl oben liegt, dann gewinnt England.
Wenn Adler oben liegt, dann gewinnt Rußland.
Wenn die Münze auf der Kante stehen bleibt, dann gewinnt Frankreich.
Aaaber wenn der Herr ein Wunder tut und die Münze bleibt in der Luft hängen,
dann gewinnt die Tschechoslowakei.“

Da kann man hingehen: „Wie kam Stalin an die Macht?“

„Wie kam Stalin an die Macht?“ ist das Thema in der Geschichtswerkstatt 2. Weltkrieg der Duisburger Volkshochschule am Sonntag, 4. November 2012 um 11 Uhr (morgens!) im Internationalen Zentrum, Flachsmarkt 15. Das ist sogar schon die 13. Sitzung dieser Veranstaltungsreihe! Geleitet wird das Seminar von Martin Clemens. Die VHS verlangt ein Eintrittsgeld von 5 Euro.


Einladungstext: Der 2. Weltkrieg ist ohne genaueres Studium der historischen Figur Stalin gar nicht zu verstehen. Mit diesem Namen verbinden sich nicht nur unerhörte Grausamkeiten in und außerhalb der Sowjetunion, sondern auch der Sieg der Roten Armee über dfie faschistischen Barbaren bis hin zur Teilung Deutschlands 1945 ff. Wir wollen in dieser Sitzung folgenden Fragen nachgehen: Welche Politik hat der Nationalitätenkommissar Stalin nach der Oktoberrevolution betrieben? Worum ging es bei dem Streit zwischen Lenin und Stalin anläßlich der Gründung der Sowjetunion 1922? Wie kam Stalin an die Macht? Zur Sitzung erscheint ein Materialheft.


Zur Information weise ich nochmal hin auf das Buch
Domenico Losurdo: Stalin. Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. Mit einem Essay von Luciano Canfora. Papyrossa Verlag 2012. 452 S. Pb. 22,90 Euro, zu bestellen (anständigerweise nirgendwo anders als) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben!

Bissingheim

Warum Bissingheim Bissingheim heißt und wer da wohnt, will Margarete Unverzagt wissen (Kommentar zu „Das Foto zum Zwanzigsten“).
„Bissingheim“ könnte ein Synonym für „Abgeschiedenheit“ sein. Der Stadtteil im Duisburger Süden ist im Norden, Süden und Osten vom Wald umgeben und grenzt im Westen an den riesigen (stillgelegten) Wedauer Rangierbahnhof.
Bissingheim wurde von 1916 bis 1920 als Siedlung für Kriegsverletzte gebaut und benannt nach dem Gründer des „Vereins Mustersiedlungen für Kriegsbeschädigte“, dem preußischen General Moritz von Bissing (nach dem ist auch Bissingheim, Ortsteil von Hagen, benannt).
Zur gleichen Zeit wurde auch Wedau (auf der westlichen Seite des Rangierbahnhofs) als Eisenbahnersiedlung errichtet. Auch Bissingheim wurde zu einer reinen Eisenbahnersiedlung.
Die Stadtteile sind nicht „gewachsen“, sondern wurden „in einem Guß“ geplant. Beide Orte haben ein einheitliches Bild. Im Unterschied zu Wedau wurde Bissingheim kaum erweitert. Bissingheim und der Ortskern von Wedau haben ihren altmodisch-dörflichen Charakter erhalten. Die Eisenbahnersiedlungen unterschieden sich von den „Mietskasernen“ der um die großen Fabriken Es wurden großzügig Flächen für Gartenwirtschaft und Kleinviehhaltung eingeplant.
Da der Bahnhof und das Ausbesserungswerk stillgelegt wurden, wohnen dort kaum noch aktive Eisenbahner, aber noch viele Eisenbahnpensionäre. Bissingheim ist ein Alte-Leute-Viertel. Die Bahn hat ihre Immobilien verkauft, die Wohnungen sind also nicht mehr Bahnbeschäftigten vorbehalten. Wer nach Bissingheim ziehen will, hat wohl einen Hang zur kollektiven Einsiedelei.
Wedau und Bissingheim und der Rangierbahnhof liegen auf einem Gebiet, das vorher dem Grafen Spee gehörte. Der war durch die Bewirtschaftung seines riesigen Grundbesitzes schon sehr reich. Aber der Flächenbedarf für die Ansiedlung von Industriewerken und Wohnraum für die wachsende Bevölkerung machte ihn noch reicher.


Der Wedauer Bahnhof war der größte Rangierbahnhof der Welt (Foto: heutiger Zustand). Wegen des Eisenbahnanschlusses wollte Krupp sein Hüttenwerk im Norden von Wedau ansiedeln. Dann entschied er sich aber für den Stadtort Rheinhausen. Das Gelände zwischen Kalkweg und Masurenallee überließ er der Stadt für die Errichtung von Sportanlagen („Sportpark Wedau“). Wo das Wedaustadion und der Regattasee liegen, sollten zuerst Hochöfen hin. Krupp nutzte das Gelände für Werkswohnungen und für das Ablagern von Hochofenschlacke.


Auf dem Schlackeberg (Foto) hat man seine Ruhe. Kaum jemand kommt auf die Idee, da hochzuklettern (obwohl das keine alpinistische Höchstleistung verlangt). Darum kennt kaum noch jemand die Flak-Anlage (Foto), die seit dem Kriegsende vor sich hin verwittert.

Heute ist diese Anlage von Bäumen und Sträuchern verborgen. Als junger Mensch habe ich die Flak-Anlage entdeckt und hatte von dort einen Überblick über große Teile des Duisburger Südens. Dorthin hatte man 15jährige Jungens postiert, um sie zu verheizen für den Führer, das Arschloch.