Es kann sogar vorkommen, daß man sich sogar überlegt, sogar mit dem Merz in Kontakt zu treten

Von Campact kam diese Mitteilung:

Kooperation mit Extremisten
Ausgerechnet mit der ultrarechten Höcke-AfD möchte die Thüringer CDU gemeinsame Sache machen. Sie setzt auf die Stimmen der Rechtsextremen, um den Windkraftausbau auszubremsen. Wir wenden uns jetzt persönlich an den CDU-Chef Friedrich Merz. Schreiben auch Sie ihm eine höfliche E-Mail und machen Sie klar: Eine Kooperation mit der AfD schadet unserer Demokratie – und der CDU.
Hallo Helmut Loeven,
schon wieder Thüringen: Dort will die CDU einen Gesetzentwurf gegen den Windkraftausbau durchdrücken und zählt dabei auf die Stimmen der AfD. Denn alleine haben CDU und FDP keine Mehrheit, doch die AfD-Fraktion um Björn Höcke hat ihre Unterstützung zugesichert. Dabei wird die Thüringer AfD vom Verfassungsschutz beobachtet und ist erwiesen rechtsextrem. Schon nächsten Mittwoch stimmt der Landtag über den Entwurf ab. Es droht erneut ein Tabubruch, der die rechtsextreme Partei weiter normalisiert.
Vor zwei Jahren kam es zum Skandal, als Thomas Kemmerich (FDP) sich mit den Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Es folgten bundesweite Proteste, auch vor der CDU-Zentrale in Berlin. Parteichef Friedrich Merz sollte also wissen, dass es nicht nur um den einzelnen Landesverband geht – sondern der erneute AfD-Kuschelkurs nationale Tragweite hätte.
Es steht auch sein Job auf dem Spiel: Die ehemalige CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer musste wegen des Kemmerich-Fiaskos zurücktreten. Jetzt erinnern wir Merz an das Schicksal seiner Vorgängerin – und zeigen ihm, dass er den geplanten Tabubruch in Thüringen nicht still und leise aussitzen könnte. So können wir den Eklat noch verhindern.
Da die Abstimmung schon nächsten Mittwoch ansteht, kommt es jetzt auf uns alle an. In tausenden persönlichen Nachrichten fordern wir Friedrich Merz direkt auf, die Abgrenzung nach Rechtsaußen zur Chefsache zu machen. Ob kurz oder ausführlich: Mit einem höflichen Text, der erklärt, warum das Anbandeln mit der Höcke-Fraktion tabu ist, erreichen wir Merz am besten. Bitte schreiben auch Sie eine Nachricht. Weitere Infos finden Sie nach einem Klick auf den Button.
Die Thüringer CDU provoziert den Eklat: Sie weiß, dass sie den Gesetzentwurf zu Windkraft-Abstandsregeln nur mit den Stimmen von Höckes AfD-Fraktion durchbringen kann. Für die AfD wäre das ein Triumph, denn sie erschiene damit als normaler politischer Partner. Die CDU bereitet so den Boden für die weitere Zusammenarbeit mit der Rechtsaußen-Partei: Heute ein gemeinsames Gesetz und morgen vielleicht schon die Duldung einer CDU-geführten Minderheitsregierung in Thüringen.
Deshalb machen wir Parteichef Merz mit freundlichen, aber bestimmten E-Mails deutlich: Das Verhalten der CDU-Fraktion schadet der Demokratie – und dem Ansehen der CDU. Er muss seinen Kolleg*innen klarmachen, dass er eine solche Zusammenarbeit mit der AfD nicht dulden wird. Dafür gibt es gute Gründe:
– Keine Mehrheit mit der AfD. Die CDU bringt sich mit ihrem Antrag gegen die Thüringer Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen in Stellung. Sie kalkuliert bewusst mit den Stimmen der Rechtsextremen und trägt damit zu einer weiteren Aufwertung und Normalisierung der AfD bei. Jede Kooperation mit der AfD macht diese für Wähler*innen attraktiver, denn sie signalisiert: Die Rechtsextremen haben Einfluss. Das gefährdet unsere Demokratie.
– Laut Parteilinie schließt die Bundes-CDU jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. Und vor seiner Wahl zum Parteivorsitzenden verkündete Merz: „Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben.” Er kündigte weiter an, dass Landespolitiker*innen, die mit der AfD kooperieren wollen, mit Parteiausschluss rechnen müssen. Dabei wandte er sich auch gezielt an die Landesverbände in Ostdeutschland. Jetzt muss er zu seinem Wort stehen und den gefährlichen Tabubruch verhindern!
– Wähler*innen strafen einen Kuschelkurs nach Rechts ab – das musste die Thüringer CDU nach der Kemmerich-Wahl merken. In Umfragen stürzte sie danach um satte 8,7 Prozentpunkte ab. Einen solchen Eklat können Merz und die CDU sich nicht nochmal erlauben – etwa, wenn im Herbst Niedersachsen einen neuen Landtag wählt.
Mit einem frei formulierten, höflichen Text erreichen wir Friedrich Merz direkt. Nach dem Klick auf den Button finden Sie Infos und Tipps für Ihre Botschaft an den CDU-Chef. Bitte machen Sie mit.
Herzliche Grüße
Ihr Campact-Team
PS: Kurz nach dem Kemmerich-Eklat im Februar 2020 gingen fast 20.000 Menschen in Erfurt auf die Straße – die größte Demo, die die Stadt seit der Wende gesehen hat. Das zeigt: Die Wähler*innen wollen keine Anbiederung an die AfD. Das muss auch Friedrich Merz klar werden. Schreiben Sie ihm jetzt eine Nachricht.
Campact e. V. Artilleriestraße 6 27283 Verden

Und hier kann man (hin)eingreifen:
https://aktion.campact.de/rechtsextremismus/afd-thueringen/kontaktieren/friedrich-merz

Da sollte man hingehen: Bernd Drücke im Syntopia

Veranstaltungshinweis vom Stadtteil- und Projektladen Syntopia:

Anarchismus als gelebte Utopie – Vortrag und Diskussion mit Bernd Drücke
Anarchie ist Chaos und Terror? Quark! Anarchie ist eine egalitäre, solidarische Ordnung ohne Herrschaft, eine gelebte Utopie und hinreißende Alternative sowohl zum Kapitalismus als auch zum etatistischen „Sozialismus“ marxistischer Prägung. Anarchist*innen wollen keine Diktatur, sondern einen menschenfreundlichen, freiheitlichen Sozialismus von unten verwirklichen. Anarchismus ist heute eine kleine Bewegung, aber quicklebendig. Anarchist*innen vieler Länder versuchen ihre Utopien von einem Leben ohne Chef und Staat zu verwirklichen. Was bedeutet für sie Anarchie? Wovon träumen sie? Welche Perspektiven sehen sie? Gilt in der Anarchie die Straßenverkehrsordnung? Das sind Fragen, auf die der Referent Bernd Drücke in seinem Vortrag Antworten geben kann.

Bernd Drücke hat zum Thema „Libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland“ promoviert, ist Soziologe und war 22 Jahre Koordinationsredakteur der Monatszeitung Graswurzelrevolution. Seit Januar 2021 arbeitet er im Archiv für alternatives Schrifttum (afas) in Duisburg.
Der Autor u.a. von „Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht?“, „ja! Anarchismus“, „Anarchismus Hoch 2“ und „Anarchismus Hoch 3“ hat 2021 mit dem Freundeskreis Paul Wulf das Buch „Ich lehre euch Gedächtnis“ im Unrast Verlag herausgegeben. „Anarchismus Hoch 4“ erscheint 2022.
Videotipps:https://www.youtube.com/watch?v=7sYLU8Hznl4https://www.youtube.com/watch?v=JlmNp-fJve8 https://www.youtube.com/watch?v=pj2mLidCAUg

Das Syntopia ist ab 19 Uhr geöffnet, der Vortrag beginnt um ca. 19:30 Uhr.
Bitte beachtet, dass die Einlassregeln im Syntopia derzeit nur 2G zulassen. Bitte habt Verständnis, dass wir dies am Eingang kontrollieren: Führt bitte euer Impfzertifikat oder Genesungsnachweis sowie einen Lichtbildausweis mit.

Syntopia – Gerokstraße 2 – Duisburg-Hochfeld

1. Juni 2022: 10 Jahre Amore e Rabbia

Am 1. Juni 2012 startete das Weblog Amore e Rabbia (deutsch: Liebe und Zorn).
Bis gestern wurden 2689 Notate gesendet, also im Durchschnitt gut 5 pro Woche.
Bis gestern 4562 (freigegebene!) Kommentare, also im Durchschnitt ca. 1,7 pro Notat. Das ist nicht viel. Auf manche Notate folgten bis zu ca. 40 Kommentare; das ist auch nicht viel. Auf dem Kommentar-Feld fand sich mittlerweile ein Zufalls-Klüppchen des höheren Blödsinns, der freiwilligen (oder manchmal auch unfreiwilligen? ) Komik zusammen. Mehr aufklärende, hinweisende, ergänzende, korrigierende – oder auch widersprechende Kommentare wären wünschenswert. Drôle ist gern gelesen, Troll nicht.
Neben meiner Zeitung DER METZGER (erscheint seit 1968) habe ich mir also vor zehn Jahren ein ZWEITES HAUPTMEDIUM geschaffen. Mehr oder weniger zufällig fiel das mit der hundertsten METZGER-Ausgabe zusammen. Vor Anfang an war klar, daß ein Print-Periodikum und ein Digital-Periodikum sich zwar gegenseitig ergänzen können, nicht aber das eine das andere ersetzen kann. Die Vorteile des Mediums Weblog, die enorme Erweiterung der Darstellungsmöglichkeiten ist hier täglich zu besichtigen. Dennoch werde ich nicht (und muß das Publikum nicht) auf das Papier-Erlebnis verzichten. Der Fortschritt hat einen Nachteil: Daß mit ihm so viele Kinder mit dem Bade ausgeschüttet werden, womit dann Darstellungsmöglichkeiten preisgegeben werden.
Wie alles anfing. Am 1. Juni 2012 wurde versprochen – und ich finde, ganz gut (durch)gehalten:
In diesem WEBLOG AUS GUTEM HAUSE präsentiere ich Notate und Bilder, Nachrichten, Reflexionen, Kommentare, Widerworte, Wiederholungen, philosophisches Kabarett, Beobachtungen und Erinnerungen (die Vergangenheit ist der Spiegel, in dem die Zukunft sichtbar wird).
Einseitige Beeinflussung und tendenziöse Berichterstattung sind garantiert, ebenso: Selbstbeweihräucherung. Hier bin ich Mensch; hier darf ich alles.
Greifen Sie hinein, werden Sie Zeuge (respective Zeugin).
Bookmarken Sie und kommen Sie wieder.
Die Beiträge unterliegen dem Urheberrecht. Bitten um Verwendung werden großzügig behandelt. Verlinken darf man natürlich nach Herzenslust.
Jetzt können Sie sich freuen, MICH HIER entdeckt zu haben und auf alles, was folgt.

Alles, was folgte, kann immer noch gelesen und angeschaut werden.

Wissen Sie schon das Neuste? UZ-Pressefest ja. Aber nicht in Dortmund!

Das UZ-Fest, immer wieder wegen Corona verschoben, sollte nun also in diesem Jahr an alter Stelle in Dortmund (Revierpark Wischlingen) stattfinden. Doch dann wurde es gekippt: Der Revierpark ist zum vorgesehenen Termin nicht frei.
Also nahm die Partei sich vor: Bei dem Datum bleibt es, aber wir suchen einen anderen Ort. Das scheint geklappt zu haben:
Schauen wir genauer hin:
Die UZ ist ja die Zeitung, von der ich am ehesten erwartet hätte, daß sie Ort und Zeit bekannt gibt.
Daß das UZ-Fest sein muß und wieso, das wissen wir selber. Aber wo denn jetzt? Berlin ist groß.
Na, dann schaun wir doch einfach mal im aktuellen Internet nach. Und was erfahre ich als neuesten Stand?
Also, ihr Lieben, fahrt dann mal an dem Wochenende 27. und 28. August nach Berlin und sucht die Stadt nach dem UZ-Fest ab.

Schadeschadeschade! Ich war jahrzehntelang mit meinen Freunden und mit meinen Freundinnen bei den UZ-Festen, zuerst ein paarmal in Duisburg, dann einmal in Bottrop (auch da hat’s geregnet), und dann immer wieder in Dortmund. Und das war immer gut, immer gelungen – auch weil man dort nicht nur etwas sehen, sondern auch zeigen konnte. Die Weltbühne-Büchertische gehörten zweifellos zu den Höhepunkten der UZ-Feste in all den Jahrzehnten. Und die Büchertische in der Bücherhalle waren sowas wie die Lizenz zum Gelddrucken. Aber nach Berlin reisen, werde ich wohl nicht auf mich nehmen.
Oder vielleicht doch?
Ich könnte ja — mal wieder meine Freundin Anne besuchen, und auch bei ihr übernachten. Wenn sie überhaupt noch da wohnt, und – falls ja – wenn sie überhaupt noch für mich die Tür aufmacht.

„Das weiße Denken“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung bittet darum, auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen:
Liebe Freundinnen und Freunde der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW,
bevor der Juni beginnt, haben wir noch einen Veranstaltungstipp: Am 31. Mai stellt Lilian Thuram sein Buch «Das weiße Denken» in Dortmund vor. Der frühere französische Fußballstar engagiert sich seit langem in der antirassistischen Bildungsarbeit. Anschaulich beschreibt er, wie die europäischen Gesellschaften die Kategorien Schwarz und Weiß erfunden haben, um Kolonialismus, Versklavung und Ausbeutung zu rechtfertigen. In vielen Beispielen, auch aus seiner persönlichen Erfahrung, zeigt Lilian Thuram, wie diese Deutungsmuster funktionieren und wie sie allgemeingültig werden konnten. Die Lesung, eine Kooperationsveranstaltung der RLS, wird simultan übersetzt. Der Eintritt ist frei; um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen sind hier online zu finden.
Solidarische Grüße, Vorstand und Büro der RLS NRW
Hier der Hinweis auf das Buch:

Lilian Thuram: Das weiße Denken. Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Edition Nautilus (Nautilus Flugschrift). 304 Seiten. 22 €.

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Verschwörungskenner, übernehmen Sie

Sehr geehrter Verschwörungs-Erkenner! Nachdem Sie in Ihren zahllosen Kommentaren in diesem Weblog darüber aufgeklärt haben, wohinter alles steckt, sollen Sie nun die Gelegenheit haben, sich nützlich zu machen. Bitte helfen Sie uns, Licht in die Sache zu bringen.
Heute vor 100 Jahren wurde Enrico Berlinguer geboren. Er war von 1972 bis 1984 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens.
In dem Namen ist der Name einer Stadt enthalten. Es fällt auf, daß in Zeitungsartikeln und Fachveröffentlichungen der Name immer so an das Zeilenende gerückt wird, daß der vollständige Name getrennt erscheint. Da steht dann immer: Enrico Berlin.
Und in der nächsten Zeile steht dann: guer.
Was bedeutet das? Ist das vielleicht ein heimliches Signal nach Ost-Berlin? Und bedeutet „guer“, daß der Honecker das nicht wissen soll?
Das Phänomen ist keineswegs einmalig. Ein anderer Generalsekretär der KPI ist auch nach einer ausländischen Stadt benannt: Palmiro Togliatti, genannt nach der Stadt Togliattigrad.

Das ist behördlicher Rassenhass

Das stand in der Zeitung, WAZ am 24. Mai:
Die Stadt Duisburg hat erneut ein Haus in Hochfeld geräumt. Die Mieter sind verzweifelt. Massive Mängel wurden bei Überprüfung entdeckt.
Das Bauamt und die Feuerwehr Duisburg haben am Montagmorgen gemeinsam mit dem Ordnungsamt erneut Häuser in Hochfeld überprüft – diesmal an der Karl-Jarres-Straße 70 bis 82. Auf Nachfrage betont die Stadt, dass es sich nicht um einen Einsatz der Taskforce gehandelt habe. Das Ergebnis ist indes das gleiche – alle Bewohner mussten ihre Wohnungen räumen.
Hilflos standen die Familien mit Säcken voller Habseligkeiten vor der Tür. In der Regel werden die Personen direkt abgemeldet und bekommen somit keine Unterstützung mehr vom Amt. Bei Nachbarn, die sich in der Vergangenheit über die Zustände beklagt hatten, gab es aber auch Zustimmung für das Durchgreifen der Stadt.
„Wohin sollen wir gehen? Ich hab kein Geld für meine Familie“, sagt ein Vater verzweifelt. Andere haben Unterschlupf bei Bekannten und Verwandten gefunden.
Haus in Duisburg-Hochfeld geräumt: Das sagen die Mieter
Das Haus, erklären die Bewohner, die wie in anderen Fällen auch vornehmlich aus Südosteuropa stammen, habe vor drei Monaten den Besitzer gewechselt. „Die Wohnung ist ok“, sagt einer der Mieter. Wie die anderen hat er seine Miete bezahlt.
Informiert wurde er im Vorfeld durch den Eigentümer nicht, dass es Probleme mit dem Haus gebe. Die Stadt erklärt nach ersten Informationen, dass sich im Keller „erhebliche Brandlasten„ befunden haben. Wegen Gefahr in Verzug habe es keine andere Möglichkeit gegeben, als die Gebäude zu schließen.
Lena Wiese vom Verein der Solidarischen Gesellschaft der Vielen kündigte an, dass es am Mittwoch vor der Pauluskirche eine Kundgebung geben soll, die auf die Situation in Hochfeld aufmerksam machen soll. Zuletzt hatte es Anfang Mai eine Mahnwache an der Gravelottestrasse gegeben. Zum ersten Mal hatten die Bewohner dort im Vorfeld von einer möglichen Räumung erfahren. Im Februar waren zuletzt Häuser an der Gravelottenstrasse 39 geschlossen worden.

Ein Haus wechselt den Besitzer, und die Stadtverwaltung hilft ihm, das Haus zu „entmieten“. Kündigungsfristen von Mietverträgen fallen mittels behördlicher Komplizenschaft weg.
Und dann gibt es die Nachbarn, „die sich in der Vergangenheit über die Zustände beklagt hatten“. Die kennt man. Der größte Schuft im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant, der sich nach dem „Durchgreifen“ sehnt. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf (sagt das Sprichwort). Der Mensch ist dem Menschen ein Nachbar, das ist doch schon schlimm genug (frei nach Polt).
„Gefahr im Verzug“ ist die Generalklausel, mit der sich Gesetze und Vorschriften kurzerhand außer Kraft setzen lassen. Akute Brandgefahr durch Sperrmüll im Keller? In fast jedem Haus liegen ein paar Regalbretter im Keller rum. In Duisburg könnte man 90 Prozent der Häuser räumen. Aber zu Fällen werden die, in denen Menschen wohnen, deren Schuld es ist, geboren zu sein (nämlich in Südost-Europa). Das ist behördlicher Rassenhass. Das ist beamtliche Infamie.
Der Trick geht so: Wer auf die Straße gesetzt wird, hat keine Wohnung mehr. Wer keine Wohnung hat, wird abgemeldet. Wer nicht amtlich gemeldet ist, verliert jeden Anspruch auf Sozialleistungen.
Wer denkt sich sowas aus? Wer ist zu sowas fähig? Wer gibt sich für sowas her?

Weil Rassismus etwas kosten soll, bitte ich darum, dies weiterzuerzählen, diesen Text zu verbreiten, damit man überall von dieser Schande erfährt. Alle Welt soll wissen, zu welcher Schäbigkeit Beamte der Duisburger Stadtverwaltung fähig sind.
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Das war eigentlich eine gute Konferenz

Am Freitag, Samstag, Sonntag (20. bis 22. Mai) hatte ich die Ehre (jawohl! Ehre), als Delegierter der Duisburger Gruppe am Bundeskongress der DFG-VK teilzunehmen.
Das war eine schöne Strecke Arbeit, auch, sich im voraus durch die Vorlagen, Berichte, Anträge durchzuarbeiten.
Die Konferenz fand praktischerweise in der Jugendherberge in Duisburg-Wedau an der Kruppstraße statt. Schönes Haus!
Man kennt aus früheren Zeiten hitzige Debatten, Fraktionsdämme und Festivals der Selbstdarstellung. Heutzutage geht es eher vernünftig, sachlich, konzentriert, wiedersehenserfreut (hallo K.!) und keineswegs unfröhlich zu.
Über Beschlüsse & Ergebnisse zu berichten erspare ich mir an dieser Stelle, empfehle aber die Arbeit dieser traditionsreichen Friedensorganisation (in Zeiten wiedererwachender Kriegsbegeisterung und Geschichtsvergessenheit) der besonderen Aufmerksamkeit. In der Linkliste (Spalte links) kommt man zur Homepage der Duisburger Gruppe. Und den Bundesverband findet man, wenn man hier klickt. Und (allen Ernstes!) überlegt euch doch bitte mal, ob ihr Mitglied werden könntet (schon ab 2 € im Monat).

Hervorheben will ich: die schöne landschaftliche Umgebung und das sehr gute Essen in der Mensa der Jugendherberge. Atmosphäre ist für das Gelingen guter Politik von viel größerer Bedeutung als den meisten bewußt ist.
Am Ende war ich der einzige Delegierte, der zu Fuß nach Hause gehen konnte. Das konnten eigentlich alle anderen zwar auch. Aber ich war der einzige, der es auch tat.

Neu in der Weltbühne: „Die letzten Männer …“

Tobias Ginsburg: Die letzten Männer des Westens. Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats. Mit einem Vorwort von Günter Wallraff. rororo Taschenbuch. 336 Seiten. 16 €
„Der westliche Mann wird unterdrückt und verweiblicht, er ist vom Aussterben bedroht.» So klingt der immer lauter werdende Kriegsschrei der Antifeministen, der zu einem Mantra der wieder erstarkenden Rechten geworden ist. Man hört ihn von hyperaggressiven Maskulisten und hasszerfressenen Internet-Hetzern, von testosteronverklebten Sexisten und neurechten Frauenhassern. Tobias Ginsburg hat sich ihnen ein Jahr lang undercover angeschlossen, um herauszufinden, wo diese Ängste und all der Hass herrühren.
Seine Recherche führt ihn quer durch Deutschland und das Internet, in die USA und nach Polen. Er trifft auf rechtsradikale Burschenschafter und faschistische Rapper, auf Online-Trolle und Offline-Schläger, Incels und Identitäre, lässt sich zum «wahren Mann-Sein» anleiten und begleitet muskelbepackte Neonazis bei der Rekrutierung junger Männer. Und schließlich stößt er auf ein international agierendes Netzwerk antifeministischer Fundamentalisten.
Eine so beklemmende wie komische Reise in eine zutiefst gefährliche Welt mitten unter uns.
»Ein leidenschaftlicher Aufklärer.« MDR Sachsenspiegel

vom selben Autor:

Die Reise ins Reich. Unter Rechtsextremisten, Reichsbürgern und anderen Verschwörungstheoretikern. rororo Taschenbuch. 320 S. 12 €.
Acht Monate lang tauchte Tobias Ginsburg inkognito in die Szene der «Reichsbürger» und rechten Verschwörungstheoretiker ein. Er baute sich eine Scheinidentität im Netz auf und bewegte sich unter AfD-Politikern, gewaltbereiten Neonazis und friedensbewegten Esoterikern in Braun, Sektierern und Systemumstürzlern. Sein Buch ist ein ebenso erschütternder wie komischer Streifzug durch eine Welt böser Verführer und verführter Irregeleiteter, das zugleich einen neuen, literarischen Ton in die investigative Reportage einführt. Ein ungewöhnliches Enthüllungsbuch. Es erscheint hier in einer aktualisierten, überarbeiteten und um neue Kapitel erweiterten Fassung.
«Ein irrwitzig-wahnsinnig-komisches Buch. Tobias Ginsburg erzählt als Literat und Aufklärer von dieser wahrhaft bedrohlichen Szene.» Günter Wallraff

Und da wir gerde beim Thema waren:
Weiterhin bei uns lieferbar:
Veronika Kracher: Incels. Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults. Ventil-Verlag. 280 S. 16 €
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Brief von Maggy

Liebe Freundinnen und Freunde des solidarischen Lebens!
Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! ! Aktion ! ! !
Seebrücke Duisburg ist gemeinsam mit Künstler:innen von Wort und Herzschlag wieder auf der Straße. Am bundesweiten Iuventa-Aktionstag „Fight for Solidarity“ am 21.05.2022. Also jetzt Samstag findet ihr uns um 13.00 Uhr am Lifesaver-Brunnen in der Duisburger Innenstadt.

Darum geht es: Erneut sollen Aktivist:innen in Italien vor Gericht gestellt werden. Fünf Jahre nach Beginn strafrechtlicher Ermittlungen findet am 21.05.2022 der erste Tg der Vorverhandlungen gegen 21 Seenotretter:innen der Iuventa-Crew und weiterer Organisationen in der sizilianischen Stadt Trapani statt. Hier soll entschieden werden, ob es tatsächlich zu einem Hauptverfahren gegen die Lebensretter vor Gericht kommt. Der Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Migration. Bei Verurteilung droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren sowie eine Geldstrafe von 15.000 € pro geretteter Person.

Doch diese Lebensretter:innen sind nicht die Einzigen, gegen die europäische Behörden aktuell ermitteln. Die meisten Menschen, die wegen „Beihilfe zur illegalen Migration“ angeklagt werden, sind selbst Menschen auf der Flucht. Seit 2013 wurden alleine in Italien über 2500 fliehende Menschen mit dieser Anklage inhaftiert. Das passiert oft ohne große Öffentlichkeit und ist ein weiterer Teil der europäischen Abschottungspolitik, die Flucht immer mehr und mehr kriminalisiert. So begann heute am 18.05.2022 der Prozess gegen einen Vater in Griechenland, der für den Tod seines Kindes auf der Flucht angeklagt wird. Der Vater steht gemeinsam mit dem Mann vor Gericht, der das Boot steuerte. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Wir stehen solidarisch an der Seite der 21 angeklagten Seenotretter:innen sowie an der Seite aller Menschen, die für ihre Flucht kriminalisiert werden. Flucht ist ein Menschenrecht! Seenotrettung ist Pflicht!

Lasst uns am 21.05.2022 ein deutliches Zeichen setzen und gemeinsam fordern:

Stoppt die Anklage gegen die Seenotretter:innen!
Freiheit für die SAMOS2!
(Freiheit für den Vater + den Mann, der das Boot steuerte und für alle Menschen, die in Europa wegen des Steuerns eines Bootes inhaftiert sind.)

Fight for Solidarity!

Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales
IBAN DE86 3505 0000 0200 0128 96
Stichwort Seebrücke

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Achtung: Weltbühne in dieser Woche nicht durchgehend geöffnet

Liebe Kundinnen, liebe Kunden, liebe Freundinnen und Freunde der Buchhandlung Weltbühne:
In dieser Woche, Donnerstag und Freitag, ist der Laden nur zeitweise geöffnet, und am Samstag ganz geschlossen.
Seht selbst:
Zu den terminlichen (Hinderungs-)Gründen gehört zum Beispiel der Bundeskongreß der DFG-VK in Duisburg, an dem ich als Delegierter der Duisburger Gruppe teilnehme.
Ab nächste Woche geht es dann wieder zu den gewohnten Zeiten weiter.

Dokument (im Netz gefunden): 1914 oder 1939? Historische Analogien als schwere Waffen im Diskurskrieg

Ein Text (von Jürgen Link). So fängt er an:
Im folgenden soll es um ein mediales Verfahren gehen, das uns täglich im Krieg begleitet. Die Medien sprechen von „Vergleichen“ und protestieren häufig gegen bestimmte „Vergleiche“, was aber sehr irreführend ist. Durfte Außenminister Fischer 1999 das Vorgehen von Milosevic im Kosovo nicht mit Auschwitz „vergleichen“? Warum nicht, könnte man fragen: Er hätte dann feststellen sollen, dass man beides absolut nicht gleichsetzen konnte.
Es geht also gar nicht um „Vergleich“, sondern um Gleichsetzung. Und da niemals zwei verschiedene historische Ereignisse völlig gleich sein können, kann sich eine solche Gleichsetzung allenfalls auf bestimmte Aspekte beziehen. Für eine solche bloß eingeschränkte Gleichsetzung heißt der korrekte Begriff also „Analogie“ – es geht um historische Analogien. Als im aktuellen Krieg auch Präsident Selenskij wieder die Auschwitz-Analogie formulierte und damit in Israel Empörung auslöste, erwies sich: Ganz offensichtlich handelt es sich bei historischen Analogien um so etwas wie diskursive Waffen, darunter schwere.
Weil es im Folgenden um die Funktion und Wirkungsweise historischer Analogien bezüglich des Ukrainekrieges gehen soll, beginne ich mit einer solchen Analogie, die meines Wissens bisher mindestens im deutschen Kriegsdiskurs, wenn nicht in dem des gesamten „Westens“, fehlt […]

Und hier das ganze Dokument.