Archiv der Kategorie: Heimatkunde
Mit dem Hut ins Theater. Das geht.
Das Duisburger Stadttheater gibt es seit hundert Jahren.
Darum: ein Festprogramm.
Darin: eine 70er-Jahre-Show mit der Peter Bursch All Star Band, am Sonntag, 21. Oktober 2012 um 18 Uhr.
Teil der Show: Der Film „Kö“, mein Opus aus dem Jahre 1978 (Hut-Film, 10 Minuten).
Da werden die Leute sagen: „Hut-Film? Kennen wir doch noch aus dem Esch-Haus.“
Zum Wohnsystem
Das Foto zum Zwanzigsten
Auf einer Parkbank sitzen und ein Buch lesen, so wie früher
Wenn man durch den Duisburger Wald in nördliche Richtung geht, dann wird es erstmal richtig hügelig, und dann ist der Wald zu Ende, und man geht an Wiesen vorbei, auf denen Kühe weiden, und dann geht man über einen Steg, unter dem ein Bach fließt, und dann hat man auch die Weiden hinter sich gelassen und den großen Park am Solbad Raffelberg betreten.
Der Park ist immer, wenn ich da durchgegangen bin, menschenleer gewesen, so als hätte man vergessen, daß es ihn gibt. Aber einmal sah ich eine junge Frau auf einer Bank sitzen, die ein Buch las. Ich dachte mir: Das mache ich auch mal: auf einer Parkbank sitzen und ein Buch lesen, so wie früher. Warum bin ich nicht schon längst auf diese Idee gekommen?
Das ist jetzt schon zwei Jahre her. Ich gehe nur einmal im Jahr durch den Park am Solbad Raffelberg, und zwar immer an einem dieser Feiertage im Frühling, wenn es lange hell bleibt und man gut acht Stunden lang spazierengehen kann und dann immer noch im Hellen nach Hause kommt. Vor einem Jahr mußte ich auf das Vorhaben, im Park am Solbad Raffelberg ein Buch zu lesen, verzichten, denn es war an dem Tag windig und regnerisch, und bei so einem Wetter kann man wohl spazierengehen, aber nicht auf einer Bank verweilen. Und in diesem Jahr war es damit auch nicht gut bestellt, denn meine Lektüre war gerade die zweibändige Brecht-Biografie von Mittenzwei. Da ist ein Band 800 Seiten dick, und so ein schweres Buch wollte ich nicht den ganzen Tag auf meiner Wanderung mit mir tragen.
Dieses Jahr im Spätsommer bin ich dann endlich auf die Idee gekommen, mir für die Lektüre unter freiem Himmel den Botanischen Garten an der Schweizer Straße auszusuchen. Denn mein Weg dorthin ist nicht weit, und es ist nicht beschwerlich, ein dickes Buch dorthin und wieder nach Hause zu tragen.
Am letzten wirklich warmen Samstagnachmittag des Sommers begab ich mich also mit dem zweiten Band von Mittenzweis Brecht-Biografie in den Botanischen Garten. Auf der Galerie hinter dem großen Rasen fand ich einen Platz auf einer der vielen Bänke, um mich für ein paar Stunden der Lektüre und dem Tabakgenuß hinzugeben.
Ab und zu ließ ich das Buch sinken, um den Blick aus der Enge der Zeilen auf das entspannende Grün des Rasens schweifen zu lassen. Hinter der großzügig angelegten Grasfläche ist das Café des Botanischen Gartens, auf dessen Terrasse sich viele, meist ältere Menschen eingefunden hatten. Es gehört zu den angenehmen Dingen, Leuten dabei zuzusehen, wie sie es sich gut ergehen lassen.

Irgendwann mußte ich die Lektüre abbrechen, denn ganz plötzlich hatte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. Im Wetterbericht am Morgen war für den späten Nachmittag Regen angesagt worden, und der kündigte sich jetzt also an. Ich klappte das Buch zu. steckte es in meine Tragetasche und machte mich auf den Heimweg. Ich beeilte mich nicht. Der Botanische Garten ist kein Ort zur Beeilung. Als ich die Straßen entlangging, schien wieder die Sonne. Nur diese eine Wolke hatte sich kurz vor die Sonne geschoben, um dann wieder zu verschwinden.

Gerade war Hanns Eisler zur Tür reingekommen mit seinem Doktor-Faustus-Libretto unterm Arm. Da sollten noch ganz andere Wolken aufziehen.
..
Bissingheim
Warum Bissingheim Bissingheim heißt und wer da wohnt, will Margarete Unverzagt wissen (Kommentar zu „Das Foto zum Zwanzigsten“).
„Bissingheim“ könnte ein Synonym für „Abgeschiedenheit“ sein. Der Stadtteil im Duisburger Süden ist im Norden, Süden und Osten vom Wald umgeben und grenzt im Westen an den riesigen (stillgelegten) Wedauer Rangierbahnhof.
Bissingheim wurde von 1916 bis 1920 als Siedlung für Kriegsverletzte gebaut und benannt nach dem Gründer des „Vereins Mustersiedlungen für Kriegsbeschädigte“, dem preußischen General Moritz von Bissing (nach dem ist auch Bissingheim, Ortsteil von Hagen, benannt).
Zur gleichen Zeit wurde auch Wedau (auf der westlichen Seite des Rangierbahnhofs) als Eisenbahnersiedlung errichtet. Auch Bissingheim wurde zu einer reinen Eisenbahnersiedlung.
Die Stadtteile sind nicht „gewachsen“, sondern wurden „in einem Guß“ geplant. Beide Orte haben ein einheitliches Bild. Im Unterschied zu Wedau wurde Bissingheim kaum erweitert. Bissingheim und der Ortskern von Wedau haben ihren altmodisch-dörflichen Charakter erhalten. Die Eisenbahnersiedlungen unterschieden sich von den „Mietskasernen“ der um die großen Fabriken Es wurden großzügig Flächen für Gartenwirtschaft und Kleinviehhaltung eingeplant.
Da der Bahnhof und das Ausbesserungswerk stillgelegt wurden, wohnen dort kaum noch aktive Eisenbahner, aber noch viele Eisenbahnpensionäre. Bissingheim ist ein Alte-Leute-Viertel. Die Bahn hat ihre Immobilien verkauft, die Wohnungen sind also nicht mehr Bahnbeschäftigten vorbehalten. Wer nach Bissingheim ziehen will, hat wohl einen Hang zur kollektiven Einsiedelei.
Wedau und Bissingheim und der Rangierbahnhof liegen auf einem Gebiet, das vorher dem Grafen Spee gehörte. Der war durch die Bewirtschaftung seines riesigen Grundbesitzes schon sehr reich. Aber der Flächenbedarf für die Ansiedlung von Industriewerken und Wohnraum für die wachsende Bevölkerung machte ihn noch reicher.

Der Wedauer Bahnhof war der größte Rangierbahnhof der Welt (Foto: heutiger Zustand). Wegen des Eisenbahnanschlusses wollte Krupp sein Hüttenwerk im Norden von Wedau ansiedeln. Dann entschied er sich aber für den Stadtort Rheinhausen. Das Gelände zwischen Kalkweg und Masurenallee überließ er der Stadt für die Errichtung von Sportanlagen („Sportpark Wedau“). Wo das Wedaustadion und der Regattasee liegen, sollten zuerst Hochöfen hin. Krupp nutzte das Gelände für Werkswohnungen und für das Ablagern von Hochofenschlacke.

Auf dem Schlackeberg (Foto) hat man seine Ruhe. Kaum jemand kommt auf die Idee, da hochzuklettern (obwohl das keine alpinistische Höchstleistung verlangt). Darum kennt kaum noch jemand die Flak-Anlage (Foto), die seit dem Kriegsende vor sich hin verwittert.
Heute ist diese Anlage von Bäumen und Sträuchern verborgen. Als junger Mensch habe ich die Flak-Anlage entdeckt und hatte von dort einen Überblick über große Teile des Duisburger Südens. Dorthin hatte man 15jährige Jungens postiert, um sie zu verheizen für den Führer, das Arschloch.
Das Foto zum Zwanzigsten
Zum Wohnsystem
Das Foto zum Zwanzigsten
Im Park
Look inside – Inner Light
Was ist denn hier passiert?
Wenn man sich so mit den Grundfarben eingerichtet hat (blaue Kacheln im großen Bad unter einer knallroten Tapete und Höhenüberwindung mit dem Motto „Yellowstage“), dann sollte man sein Haus doch stehenlassen!
Hier noch ein paar innenarchitektonische Alternativvorschläge:


























