„Wenn die berauschte Kreatur …“

Gute Frage! Gestern (Landtagswahl in Sachsen und Brandenburg) machte der „Geist“, der doch immer schon ein Un-Geist war, sich bemerkbar (mit über 20 Prozent).
Was hat man denn erwartet?
„Wir sind das Volk“ hat schon immer dasselbe bedeutet.

Da: schaut mal: von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, vielleicht ist das war, ich habe es selbst noch nicht gelesen:
Die Wahl zum 7. Landtag Brandenburg und zum 7. Sächsischen Landtagam 1. September 2019WAHLNACHTBERICHT, ERSTE KOMMENTARUND DATEN

„Wenn die berauschte Kreatur … “ ist zitiert aus einem Gedicht von Walter Mehring.

Am 1. September ist Anti-Kriegs-Tag

Wir leben in Zeiten, in denen uniformierte Soldaten in Uniform, die mit der Eisenbahn fahren, nix bezahlen müssen, aus Dankbarkeit dafür, daß sie als uniformierte Soldaten in Uniform mit der Eisenbahn fahren.
Die Ministerin Kampfknarrenbauer ist nicht darüber froh, daß seit Kaiser Wilhelms Zeiten das Image des Militärs gelitten hat. Für das, was die Herrschenden vorhaben, muß die militärische Option offengehalten werden. Dafür gibt es keine Argumente, aber dazu bedarf es einer Stimmung.
Wo Militarismus sich ausbreiten soll, sind denkende Menschen nicht gefragt, sondern Strammsteher, Jasager, Befehlsempfänger. Für den Krieg benötigt man keine Helden, sondern Feiglinge.

Wäre es in diesen Tagen nicht angebracht, wieder öfter das zerbrochene Gewehr zu zeigen, bei Fahrten in der Eisenbahn und sonstigen Gelegenheiten? Dafür kann man zwar nicht kostenlos Eisenbahn fahren, aber es wirkt gegen die Eindimensionalität.
Ich empfehle, die älteste und größte in Deutschland tätige Friedensorganisation zu unterstützen

Mitglied werden:

https://www.dfg-vk.de/mitglied-werden

siehe auch:

https://www.dfg-vk.de/startseite
http://www.dfg-vk-duisburg.de/

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Neu in der Weltbühne: Das neue von Jutta Ditfurth

Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand. Eine epische Schlacht um Werte und Weltbilder. Osburg Verlag. 250 S. 20,00 €
Haltung und Widerstand – in ihrem neuen Buch fordert Jutta Ditfurth genau diese Tugenden ein im Kampf gegen die fortschreitende Entbürgerlichung unserer Gesellschaft. Eine ebenso klarsichtige wie faktenreiche Streitschrift wider die dumpfe Renaissance gefährlicher politischer Ideen, gegen Rassismus und Antisemitismus. Eine leidenschaftliche Analyse der Wurzeln der neuen Rechten, ihrer Strategien und ihrer Wirkung bis in die bürgerliche Mitte hinein. Historisch fundiert, brisant und hochaktuell.

Bestellt dieses Buch, und bestellt es in der Buchhandlung, die zu diesem Buch paßt (abholen oder schicken lassen).

Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
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Weltbühne muß bleiben.

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Was war am 26. August 1984?

Rassismus als Motiv untersuchen, Zuhören organisieren!
Gastgeber: Initiative DU 26. August 1984 und Lokal Harmonie

Samstag, 31. August 2019 von 13:30 bis 23:00

Lokal Harmonie
Harmoniestr. 41, 47119 Duisburg-Ruhrort

Am 31. August 2019 laden die Initiative DU 1984 und die Betroffenen der Famiilie Satir dazu ein, gemeinsam mit der Familie Satir der Brandstiftung von 1984 und ihrer verstorbenen sieben Familienmitglieder zu gedenken. Döndü Satır, Zeliha Turhan, Rasim Turhan, Tarık Turhan, Cigdem Satır, Ümit Satır und Songül Satır starben bei der Brandstiftung auf ihr Wohnhaus am 26. August 1984 in Duisburg-Wanheimerort. Rukiye Satir, Remziye Akkuş, Suat Akkuş, Aynur Satir Akca und Eylem Satir Özcan überlebten die Brandstiftung schwerverletzt. Staatsanwaltschaft, lokale Politik und Polizei schlossen schon zwei Tage nach der Brandstiftung ein „ausländerfeindliches“, somit politisches Motiv aus. Die anfänglich rege Berichterstattung im Sommer 1984 verebbte als die Tat nicht aufgeklärt werden konnte. Nur zwei Monate später schrieben die lokalen Zeitungen von einem tragischen Großbrand und einer Tragödie, obwohl feststand, dass es Brandstiftung war. Die Entpolitisierung setzt sich fort, und der Fall gerät in Vergessenheit.
Nur die Betroffenen, die Nachbarschaft und die migrantische Community können sich noch mit Trauer und vielen ungeklärten Fragen an die Brandstiftung erinnern. 1994 erst gesteht eine Täterin die Brandstiftung von 1984 und eine weitere Brandstiftung auf ein Geflüchtetenwohnheim in Duisburg. Ein ausländerfeindliches Motiv wird vor Gericht explizit ausgeschlossen, und eine psychische Störung und somit Schuldunfähigkeit festgestellt.
35 Jahre später will die Initiative DU 84 mit einer unabhängigen Kommission eine erneute Überprüfung des Motivs der Brandstiftung erreichen. Sie fordern Aufklärung darüber, wie die Sicherheitsbehörden das Motiv Rassismus und Hass gegen Migrantinnen und Migranten explizit untersucht haben. Mit den Betroffenen gemeinsam organisieren sie eine lokale Intervention und suchen eine würdevolle Form einer Anerkennungs- und Erinnerungskultur. Die Initiative kämpft darum, dass die Perspektive der Betroffenen rassistischer Gewalt in das kollektive Gedächtnis eingeht. Um dies zu erreichen, lädt die Initiative Aktivisten, Wissenschaftler, Initiativen und Künstlerinnen und Künstler zum Gedenktag ein. Und am wichtigsten – sie lädt Betroffene rechter und rassistischer Gewalt selbst ein, um gemeinsam zu sprechen, zu trauern und um sich zu organisieren.
Wir schreiben unsere Geschichte selbst! Gewalt, Rassismus und Ausschluss sind Teil dieser Geschichte. Wir wollen endlich über den Rassismus und über migrantische Leben in den 1980er Jahren sprechen. Es fehlt eine Sprache und Sichtbarkeit für dieses Dunkelfeld. Systematisch werden politische und rassistische Motive weder erwähnt noch strafrechtlich angemessen verfolgt. Seit den NSU-Prozessen wissen wir, wie behördliche Blindheit zur Entwertung von Rassismuserfahrungen, institutioneller Gewalt und Ohnmacht führen. Wir müssen davon ausgehen, dass in den 1980ern weit mehr Tote durch rechte Gewalt zu beklagen sind, als offizielle Zahlen berichten. Im Rahmen des Gedenktags wird eine juristische Neubewertung des Falles präsentiert und in zwei Podiumsgesprächen über Rassismus und migrantische Selbstorganisation in den 1980ern, sowie Erinnerungspraktiken diskutiert. Das Programm wird gerahmt von Kurzfilmen und Musik.

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Neu in der Weltbühne: Adorno wird wieder entdeckt

Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag. Nachwort von Volker Weiß. Suhrkamp Verlag. 86 S. 10 Euro
Am 6. April 1967 hielt Theodor W. Adorno auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Österreichs an der Wiener Universität einen Vortrag, der aus heutiger Sicht nicht nur von historischem Interesse ist. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NPD, die bereits in den ersten beiden Jahren nach ihrer Gründung im November 1964 erstaunliche Wahlerfolge einfahren konnte, analysiert Adorno Ziele, Mittel und Taktiken des neuen Rechtsradikalismus dieser Zeit, kontrastiert ihn mit dem „alten“ Nazi-Faschismus und fragt insbesondere nach den Gründen für den Zuspruch, den rechtsextreme Bewegungen damals – 20 Jahre nach Kriegsende – bei Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung fanden.
Vieles hat sich seitdem geändert, manches aber ist gleich geblieben oder heute, 50 Jahre später, wieder da. Und so liest sich Aspekte des neuen Rechtsradikalismus wie eine Flaschenpost an die Zukunft, deren Wert für unsere Gegenwart Volker Weiß in seinem Nachwort herausarbeitet.

„Tatsächlich liest sich der Vortrag in vielen Passagen wie ein direkter Kommentar zu Methode und Ideologie der Rechten seit 2015 … [Er] ist dabei so offen und eben gerade nicht autoritär-bestimmend gehalten, dass man ihn heute als Einladung zum Weiterdenken lesen kann.“
Benjamin Moldenhauer, Der Spiegel

„1967 hielt Theodor W. Adorno eine Vorlesung über die Neue Rechte. Sie ist verblüffend aktuell.“
Marc Reichwein, Die Literarische Welt

„Es klingt wie eine akademische Koketterie, wenn Adorno seine Thesen ›simpel‹ nennt und vor voreiligen Schlüssen warnt. Doch was heißt schon simpel? Tatsächlich sind Adornos Beschreibungen äußerst dicht, und der Historiker Volker Weiß hat Recht, wenn er in seinem klug abwägenden Nachwort darauf hinweist, dass einige der Thesen noch heute von schlagender Evidenz sind.“
Thomas Assheuer, DIE ZEIT

„Verblüffend oft hat man den Eindruck, dass das, was dort steht, nicht vor einem halben Jahrhundert gedacht worden ist, sondern gerade eben erst. … [Der] Dialektik Adornos kann man an Stellen wie [hier] ganz einfach bei der Arbeit zusehen.“
Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung

„Was Adorno an Aspekte des neuen Rechtsradikalismus aufzeigt, ist nicht nur von einer verblüffenden Aktualität, sondern auch von einer Subtilität in den Beobachtungen, die man in vielen aktuellen Publikationen zur Rechten dann doch vermisst.“
Michael Angele, der Freitag 29/2019

„Man nimmt den mehr als 50 Jahre alten Text in die Hand und ist nach wenigen Sätzen erschrocken über die Aktualität der von Adorno herausgegriffenen Aspekte.“
Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

„Was würde Adorno heute zum sogenannten Rechtspopulismus sagen? Man kann auf diese Frage eine ziemlich verlässliche Antwort geben, denn am 6. April 1967 hielt der Philosoph … einen Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus, dessen Gedanken zum Teil verblüffend gut auch zur jetzigen Lage passen.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„Adornos 1967 … in Wien gehaltener Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus liest sich in vielem wie ein Kommentar zum Aufstieg der AfD.“
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

„Aspekte des neuen Rechtsradikalismus ist die Analyse des Philosophen betitelt. Sie entstand 1967. Doch es ist, als hätte Adorno sie für uns geschrieben.“
Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse

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Neu in der Weltbühne: Zwei neue DISS-Titel

Vorgestern aus der Druckerei gekommen: Zwei neue Titel des Unrast-Verlags aus der Werkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung:

Paul Bey, Benno Nothardt (Hg.): Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien. Im Spannungsfeld von Hate Speech, Fake News und Algorithmen. 160 S. 16 Euro
Die politische Kultur ist aktuell in einen Kampf um Meinungsfreiheit und mediale Wahrheit verwickelt. Während die einen den Medien weiterhin Unabhängigkeit und Objektivität bescheinigen, wird ihnen von der anderen Seite „Lügenpresse“, „Political Correctness“ und „Fake News“ entgegengeschleudert. Die Autoren dieses Bandes untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den umkämpften Begriff im Spannungsfeld von extremer Rechten, Leitmedien und Digitalisierung. Sie zeigen auf, mit welchen Strategien extreme Rechte Diskurse und digitale Algorithmen in sozialen Medien manipulieren, während sie gleichzeitig Meinungsfreiheit als Kampfbegriff nutzen, um Kritik an diskriminierenden Aussagen als vermeintliche Zensur abzuwehren. Gezeigt wird auch, wie sich der umkämpfte Begriff der Politischen Korrektheit verändert hat und Provokationen ein Teil des Erfolgsrezeptes für den Aufstieg der AfD sind.

Andrea Becker, Simon Eberhardt, Helmut Kellershohn (Hg.): Zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘. Sozial- und wirtschaftspolitische Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. 272 S. 24,00 Euro
Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten und unterzieht diese einer kritischen Analyse. Die Beiträge berücksichtigen dabei drei Dimensionen: erstens die Ebene der Akteure, also der Kräfte, die die Debatte bestimmen; zweitens geht es um konkrete Themenfelder, in die mit Konzepten, Thesenpapieren etc. interveniert wird; und drittens geht es um die jeweiligen ideologiepolitischen Perspektiven und deren Verortung im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘, sowohl unter dem Blickwinkel der innerparteilichen Auseinandersetzungen als auch unter dem der Relevanz für die von der AfD angesprochene Wählerkoalition. Darüber hinaus spannt das Buch einen ideengeschichtlichen Bogen zurück zur sogenannten ‚Konservativen Revolution‘, die der Neuen Rechten als eine Art Steinbruch von Ideen und Argumenten dient, die je nach Lage und Intention aktualisiert und angepasst werden.

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Kommt und holt euch den METZGER Nr. 131

Die Ausgabe von August 2019:

Und das steht drin:

Heinrich Hafenstaedter: No Planet B. Foto auf dem Cover.

Anton Maegerle: Nazi-Raketenbauer und US-Mondlandung. Der ehrgeizige Nazi-Gehilfe Wernher von Braun durfte als Raketen-Pionier der USA weiter Karriere machen, und mit ihm andere aus seinem Milieu.

Projektgruppe Pudding und gestern: Homosexualität geht die Nachbarn nichts an.

Timo Stoffregen: Matti in Punk. Comic.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Moonshot, Bauhaus, Alice Schwarzer als der häßliche Deutsche, Tönnies hat ein‘ an der Tönnies, der Zweite Weltkrieg in den Seelen, Schmidt der Schwätzer.

Antworten.

Die Bekloppten sind unter uns.

Lothar Röse: Wortsinn. Kleines Lexikon neuerer Sprach- und Bedeutungsverschiebungen. Die Schaum-Sprache des Emporkommens.

HEL (Herbert Laschet-Toussaint): Vorläufiger Mazdak. Gedicht zu Ehren sozialer Rebellen.

„Ich denke oft an Erika“. Porträt in Tusche.

Love Letter. Erika selbstporträtiert auf Briefumschlag.

Das Weite suchen. Lust an Landschaft.

Tagebuch. Problem-Macher versus Macher-Problem.

Les Pères de la Libelle. Bemerkung zu Jörg Fauser.

Lina Ganowski: La Notte. Der mit Puderzucker gefüllte Fahrradschlauch. Lina als verläßlicher Forenschreck, Lanzenritte gegen unsinnige Themen. „Ich hatte nicht immer guten Sex, sondern nur, wenn ich Sex hatte.“

Das Heft kostet 4 Euro.
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