Bericht von der Landesdelegiertenkonferenz der DFG-VK

Bericht von der Landesdelegiertenkonferenz der DFG-VK in Düsseldorf am letzten Samstag (24. September), bei der ich als Delegierter der Duisburger Gruppe anwesend war.

Das war die reinste Erholung!

Um 13 Uhr, eine Stunde früher als samstags üblich, schloß ich die Buchhandlung und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, den ich durch den Osteingang betrat. Bis zur Abfahrt des Regionalzuges hatte ich noch eine gute Viertelstunde Zeit, an einem der unzähligen Ticketautomaten eine Fahrkarte zu ziehen – sollte man meinen.
Um alle Automaten drumrum hatten sich Menschentrauben gebildet. Am langsamsten voran ging es natürlich da, wo jemand nicht durch Einwerfen von Bargeld, sondern durch Einschieben einer Karte an sein Ticket zu kommen versuchte, also: es ging fast überall langsam voran.
Der erste Automat, den ich frequentierte, ließ die Touchscreen mit den VRR-Tarifen gar nicht erst erscheinen. Der zweite Automat machte zwar die VRR-Symbolik sichtbar, verstand aber alles falsch. Als ich durch Berühren des Displays an der durchaus richtigen Stelle eine Einzelfahrkarte der Zone B bestellte, wollte der Automat mir – zum selben Preis – eine Viererkarte für ein Kind in der Zone A andrehen. Ein Glück, daß ich das früh genug merkte! Inzwischen hatte ich erfahren, daß der Zug, mit dem ich fahren wollte, an dem Tag ausfiel, der nächste hatte erhebliche Verspätung.
Der nächste Automat nahm keine Banknoten an. Bei jedem Versuch mit verschiedenen Geldscheinen wurde mir angezeigt, daß DIESE Banknote ungültig sei – als ob ich Falschgeld bündelweise mit mir herumtragen würde. Verrücktmacher des Tages war ein Mann, der kein Deutsch sprach, mich durch Hinhalten von Zetteln mit seinem Problem bekannt machte, wie man nach Aachen Hauptbahnhof kommt. Es ist nicht leicht, jemandem zu erklären, wie man nach Aachen kommt, wenn man selber nicht weiß, wie man nach Düsseldorf kommt.
rheinbahnticket
Bahnsteige, die so voller Menschen sind, daß man sich nicht vorstellen kann, wie DIE alle in den gerade einfahrenden Zug reinpassen sollen, in dem anscheinend schon alle Stehplätze vergeben sind, kennen Sie vielleicht. Wenn nicht, sein‘se froh.
In Düsseldorf auch ein bißchen viel Bahnhof auf einmal. Auf dem Bahnsteig der U-Bahn steht ein junger Kerl, der mit mir redet. Er steht zwei Meter weit weg und spricht leise, ich verstehe kein Wort. Er strahlt, als wäre ihm der Heiland begegnet. Oder er hält mich für einen Filmstar, jedenfalls für irgendwas Leibhaftiges. Der kommt mir vor, als wäre er auf Acid. Solchen Leuten gibt man doch kein Acid! Ein Fläschchen Coca Cola, höchstens!
In der Bahn (bloß nicht zu weit von der Tür wegdrängen lassen!) wird die nächste Station durch Lautsprecher angesagt – im Flüsterton.
Nach all dieser hektischen Unterwegsheit war der Weg von der Haltestelle Luegplatz (Ernst Dieter Lueg? Herr Lüg, Herr Wöhner?) bei herrlichem Wetter am Rheinufer entlang zur Tagungsstätte, und dann die Tagung selbst mit lauter freundlichen, aufgeklärten Nonkorformistinnen und Nonkonformisten, die gegen den Krieg sind, die reinste Erholung.

Mein Tipp: Wenn Sie sich von der Fahrt zu einer Konferenz erholen wollen, dann fahren Sie zu einer Konferenz.

Dark Side of the Moon

Vorige Woche kam von ihr diese E-mail:

„Komme am Montag mit Büchern.
Die Kollegin“

Freundschaftlich und kollegial, wie wir miteinander umzugehen pflegen, kam sie dann wirklich am Montag mit Büchern.

LuetfiOhNoWas schrieb Thomas Becker auf derwesten.de? Ich zitiere:

„Die naive Suche nach dem Glück ist nicht ihre Sache. Der frohe Blick in den Sonnenschein würde Lütfiye Güzel auch gar nicht gelingen. Nach diversen kleinen Büchern mit fein gesponnener, schwarzer Poesie und einem Anti-Roman hat die Duisburger Autorin jetzt mit „Oh, No!“ eine heute selten gewordene Novelle veröffentlicht, die mit lakonischem Sprachwitz und gnadenlosem Blick auf die dunkle Seite des Mondes eine empfehlenswerte Lektüre ist.
(…)
Die Autorin zeigt Sympathie für die einsamen Wölfe und grauen Mäuse, mit denen sie sich solidarisiert: „Ich würde kein Yoga machen, nur damit ich den Dreck in dieser Welt gelassen hinnehmen konnte. Die Lehre der Passivität? Nein.“
Auch von Marxloh ist die Rede, wo die Autorin aufgewachsen und wo sie ihre Eltern zum letzten Mal lebend gesehen hat. Wem es nicht so gerne festlich zumute ist, aber dafür einen klaren Blick auf die Verhältnisse schätzt, der wird der Autorin gerne in ihren verloren gegebenen Stadtteil folgen. Auch wenn das Thema „Migration“ hier kein Thema ist, das ausgesprochen wird, so kommt es doch vor: „Ich setzte mich auf eine Bank neben einer alten Frau mit einem bunten Kopftuch. ‚Sind Sie krank?‘ ‚Ja immer. Dieses Land macht mich krank. 1977 haben wir 22 Ziegen in unserem Dorf verkauft, um hierher zu kommen.‘“

Der ganze Artikel:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/graue-bilder-aus-grauen-staedten-aimp-id12195897.html

Ich bin jetzt also erstmal (erstmal!) mit genügend Exemplaren ihres neuen Buches und vorerst (vorerst!) mit all ihren bisher erschienenen Büchern ausgestattet, so daß Sie sie sich von hier aus schicken lassen oder selbst abholen können (10 Euro).
Aber am kommenden Samstag (24. September) ausnahmsweise nur bis 13 Uhr, denn an dem Tag muß ich nachmittags pünktlich in Düsseldorf sein, denn ich bin Delegierter bei der Landeskonferenz der DFG-VK NRW.
Wenn ich Zyniker wäre, würde ich jetzt sagen: So holt einen die Vergangenheit ein.

Kommt und holt euch den neuen Metzger!

DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Nr. 119.
m119
Und das steht drin:

Jakop Heinn: Topas für das Trumpeltier. Gewiß wäre die Übergabe der US-Präsidentschaft von Obama zu Hillary Clinton ein Rückschritt. Aber daß aus Reihen der deutschen Linken Sympathie für den rechtspopulistischen Demagogen Donald Trump zu hören ist – das muß doch nun wirklich nicht sein!

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal u.a.: Am FKK-Strand ganz köstlich amüsiert – über fidelen Entrüstungstourismus; Verschleierungszwang oder Verschleierungsverbot oder Wieviel Differenz ist noch erträglich; Matriarchat als Märchenstunde; Die Idioten sind unter uns.

Les pères de la libelle. Darin: Axel Monte über Marvin Chlada; Eine Wiederentdeclung wert: Ronald D. Laing.

Konrad Knurrhahn: Tropfen. Ein Gedanke.

Yasmeenas Choice. Die Eroberung der eigenen Lüste.

God only knows. Bilder eines Entstehens (hat nichts mit Religion zu tun).

Lina Ganowski: La Notte. Zwei Betrachtungen über Kinder, die der Macht zum Opfer fallen.

Dokument: Bürgerliche Gesellschaft, Krieg und die Niederlage der Arbeiterbewegung. Von Rosa Luxemburg (1916).

Herbert Laschet-Toussaint: Keun am Rhing. An die „unordentliche“ Irmgard Keun sollte man sich erinnern!

Das Heft kostet 3 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger.

Zum Wohnsystem

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Bei der GEBAG, der stadteigenen „Gemeinnützigen (!) Baugesellschaft“ trägt man sich mit dem Einfall, die Strauß-Siedlung abzureißen, damit da etwas Neues hingebaut werden kann.
Die Strauß-Siedlung ist eine kleine, hübsche Ruhe-Oase am südlichen Ende von Neudorf. Den Leuten gefällt das, die wohnen da gern. Das wird der Grund sein, sie dort wegzuplanen.

Die Sache wäre ganz einfach zu entscheiden:
Ein Blick auf das, was Architrekten in den letzten 30 Jahren hingestellt haben, müßte zu der zwingenden Entscheidung führen, daß gar nichts mehr abgerissen wird, was älter als 30 Jahre ist.
So.

Nicht ieck

redieck19660909
Über diese Fotografie ließe sich einiges erzählen, zum Beispiel über die Person links im Bild (wie es im Leben von dem rechts im Bild weiterging, ist mir hingegen vollkommen entgangen), oder über den nicht auf Anhieb erkennbaren Zusammenhang mit Hut-Film oder über die Bedeutung der seltsam klingenden Überschrift.
Heute soll nur festhalten sein, daß dieses Foto auf den Tag genau vor 50 Jahren aufgenommen wurde: am 9. September 1966.
Auwm Schullow.
Fünfzigstel Sekunde.

Erst No, dann No

Jetzt steht es fest: Das neue Buch von Lütfiye Güzel (Oh, No! Novelle. go-güzel-publishing 56 S. Pb. 10 Euro) erscheint am 22. September.
Aber in der Buchhandlung Weltbühne liegen schon ein paar Voraus-Exemplare aus! Sieben Exemplare hat sie mir gestern Nachmittag (Sonntag!) überreicht.
Sieben Exemplare! Die sieben schnellsten, die sieben Früh-genug-Informierten können sich ein Voraus-Exemplar sichern (in den Laden kommen oder brieflich, telefonisch oder per E-mail bestellen und sich schicken lassen). Wer als Achte/r kommt, wird auf den 22. September vertröstet.
Wer zuerst kommt, der mahlt nicht zuerst, sondern kann ein Buch lesen, bevor es erschienen ist, was man auch nicht oft erlebt, oder sogar nie.
LuetfiyeOhNo
LuetfiOhNo
Fällt was auf? Erkennen Sie den Unterschied? Oben: Cover-Entwurf, unten: Original-Cover.

Besorgen Sie sich dieses und alle anderen Bücher von Lütfiye Güzel immer in der Buchhandlung Weltbühne. So würdigen Sie die Ideal-Kombination.

Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203-375121,
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de