Bücher im Jahr der Jahrestage (f)


Klaus Gietinger: Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung Rosa Luxemburgs. Edition Nautilus 192 S. mit zahlreichen Abbioldungen. 16 Euro

Die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ist eine der großen Tragödien des 20. Jahrhunderts. Kaum ein politischer Mord hat so sehr die Gemüter bewegt und das politische Klima in Deutschland verändert wie jener in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 vor dem Hotel mit dem paradiesischen Namen Eden. „Der Mord war Auftakt für weitere politische Morde, da begann jener schauerliche Zug von Toten, fortgesetzt im März 1919, und ging weiter die ganzen Jahre und Jahre, Gemordete und Gemordete“, wie Paul Levi es 1929 in seinem berühmten Plädoyer im Prozess um die Hintergründe des Mordes formulierte.
Der Fall Luxemburg/Liebknecht war sozusagen der Sündenfall, „in dem Mörder mordeten und wussten, die Gerichte versagen“ (Levi). Über Jahre hinweg folgten Verdrehungen, Verdunkelungen, Vorschubleistungen, falsche Verdächtigungen und Selbstbezichtigungen der Tat. Insbesondere der Prozess vor dem Kriegsgericht der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, der die Mörder selbst angehörten, eine Justizposse, machte aus der Tragödie eine Groteske, an der so mancher Sozialdemokrat kräftig mitwirkte. Als in den Zwanzigern das Eingeständnis eines Beteiligten und einige Jahre später mehrere Prozesse erstes Licht ins Dunkel brachten, war auch dies von juristischen Eiertänzen und politischen Rückzugsgefechten begleitet. Und so musste Ossip K. Flechtheim 1948 resigniert konstatieren: „Wie sich im einzelnen die politische, moralische oder juristische Verantwortung auf die verschiedenen Richtungen verteilte, wird wohl eindeutig nie mehr festgestellt werden können.“
Doch dann meldete sich, 1959 erst im kleinen Kreis und 1962 öffentlich, mit Waldemar Pabst einer der Verantwortlichen zu Wort, plauderte aus dem Nähkästchen und erntete wütende Proteste wegen der Dreistheit seines Geständnisses. Als dann 1966 Joseph Wulf die verloren geglaubten Akten des Kriegsgerichts der GKSD und weitere Akten der Staatsanwaltschaft aus den Jahren 1921 bis 1925 entdeckte, konnte, wenn auch gegen Widerstände, die Tat aufgeklärt werden als das, was sie war: brutaler Mord.
Klaus Gietingers Realkrimi über die Ermordung Rosa Luxemburgs ist das spannend zu lesende und reich illustrierte Standardwerk, das die Hintergründe der Tat erklärt, Täter und Drahtzieher vorstellt und deren Karrieren bis zu ihrem Ableben verfolgt.

Entscheiden Sie sich richtig!
Es kommt nicht nur darauf an, welche Bücher man liest, sondern auch, in welcher Buchhandlung man sie bestellt.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne
(Ladengeschäft ebenso wie Versandbuchhandlung)
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg,
Tel.: 0203 – 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Unterstützen Sie die linke Buchhandlung.
Weltbühne muß bleiben

Auch das wird Sie interessieren:

..

Kaspertheater

Aber gern hänge ich das Plakat für das Kaspertheater ins Fenster.

Die ersten Dramatiker waren die Puppenspieler und die, die auf dem Jahrmarkt Hanswurstiaden von derber Naivität aufführten (laut). Die ersten Lyriker waren die Bänkel- und Moriatensänger. Die ersten Prosaisten waren die Märchenerzähler auf dem Marktplatz.
Als noch kaum jemand lesen konnte, gab es schon die Literatur. Bevor sie geschrieben und gelesen wurde, wurde sie gesprochen und gehört.
Und was haben wir hier? „Für Kinder ab 2 Jahre“. Sowas muß man erst mal übertreffen.
Der Wachtmeister und das Krokodil sind bestimmt auch mit von der Partie.

God old everlasting Sternbuschweg, Januar 2019

(Bild anklicken zum Vergrößern).
Ich will Ihnen mal erklären, warum am 1. Juni 2012 dieses Weblog begonnen wurde. Ich brauchte ein Medium, in dem es möglich ist, 50, 60, 80 oder noch mehr Bilder vom Sternbuschweg unterzubringen. In der Zeitung würde das zu viel Platz wegnehmen.
Schon des öfteren habe ich Ihnen Aspekte des Sternbuschwegs nahegebracht. Aber jetzt geht es richtig los. In jedem Monat soll ein Notat dieser Straße gewidmet sein.
Der Sternbuschweg ist – neben dem Kalkweg, der Lotharstraße und anderen – eine meiner Lieblingsstraßen.
Der Sternbuschweg läßt viele Fragen offen. Proletarisch oder bürgerlich, und, wenn ja, großbürgerlich oder kleinbürgerlich? Oder feudal? Hilft er uns, uns selbst zu erkennen?
Aber in einer Grundfrage der Philosophie ermöglicht er eine eindeutige Antwort: Woher kommen wir und wohin gehen wir?
Wir kommen von der Kreuzung Mülheimer Straße und gehen zum Grunewald. Oder eben umgekehrt.
Heute ist es umgekehrt. Dieses Foto, das herbstliche Trübnis zeigt (aufgenommen am 26. Oktober 2013), entstand am Grunewald. Ortskundige haben das erkannt.
See you again and again on the everlasting, happymaking Sternbuschweg.

Sowieso? Sowieso? Und das alles? Und überhaupt?

Ich war auf einer Party. Neben mir: Zwei unterhielten sich. Sie war eine, die ich kannte, Inge hieß sie, noch sehr jung, Eschhaus-Girl, nicht studentinnenhaft, keine Intellektuelle vom Typ her, sondern eher freakig, flippig, „spontan“. Ihn kannte ich nicht, junger Typ, runtergekommener Freak, nicht viel jünger als sie, vielleicht 18 Jahre alt. Er kannte sie wohl auch nur flüchtig.
Eigentlich redete nur er die ganze Zeit; Sie hörte geduldig zu.
Und er redete, daß alles keinen Zweck hätte, daß für ihn immer alles schief gegangen sei und sowieso immer schief gehen würde, und daß man sich gar keine Mühe zu geben braucht, weil ja sowieso alles keinen Zweck hat und sowieso wieder schief geht. Und wozu soll man was lernen, das bringt sowieso nix, und sowieso sind immer alle gegen einen. Und wenn man was braucht, dann haben die anderen das schon, und am Ende wird man sowieso reingelegt.
Als er seine Rede endlich beendet hatte, antwortete sie mit einem einzigen Satz:
„Lies mal ein gutes Buch.“

Helmut Loeven: Lies mal ein gutes Buch. Tagebuchnotizen im Dienste der Bedeutung
Trikont Verlag 2018
172 S. Paperback
14 €
Überall im Buchhandel erhältlich,
Am besten aber direkt bei:
Buchhandlung Weltbühne Gneisenaustraße 226 47057 Duisburg
Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
ISBN 978-3-945634-38-7

Kalender 2018 (A)

Normalerweise ist das ja so: Erst kommt der Kalender, dann kommt das Jahr.
Hier geht das schon seit Jahren anders: Der Kalender ist ein Rückblick auf das Jahr.
Für das Jahr 2018 gibt es heute diesen (Gneisenaustraße, Blick in die Mörickestraße), in ein paar Tagen noch einen zweiten Kalender.
Bilder anklicken zum Vergrößern.

Januar

 

Februar

 

März

 

April

 

Mai

 

Juni

 

Juli

 

August

 

September

November

 

Dezember

..

100 Jahre KPD

Vor 100 Jahren wurde die KPD gegründet.

„Dem Karl Liebknecht dem haben wir’s geschworen
der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand“

Darum soll auch beim heutigen Stichtag die Spur zur Gegenwart führen.
Ich empfehle, beim nächsten Besuch in der Weltbühne mal die UZ mitzunehmen. Das schadet dir nicht, es schadet denen, die dir schaden.


Den Karl Liebknecht den haben wir verloren
die Rosa Luxemburg fiel durch Mörderhand“

Streif 18/19

Hört auf mich und meine Empfehlung: Etwas mehr Aufmerksamkeit ist der neuen Ausgabe der Duisburger Kulturzeitschrift Streif, Ausgabe 2018/19 zu gönnen.

Ein Bericht in der Lokalpresse über die neue Ausgabe kam nicht, oder habe ich was übersehen? Die fünfte Ausgabe der jährlich erscheinenden Zeitschrift ist hier reingekommen. Sorgfältig und aufwendig gestaltet wie immer, diesmal mit größerem Akzent auf die bildnerische Komponente, mit 7 Euro sensationell preiswert.
Stacey Blatt (ich nenne sie: LA Woman) hat mit ihrem Team Text- und Bildbeiträge von Susan Feindt, Lothar Franke, Luise Hoyer, Martin Jürgens, Nicola Seitz, Ludger Heid und einigen anderen koordiniert.
Streif Duisburg – eine Stadt und ihre Geschichten, Ausgabe 2018/19 ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf), Tel. 0203-375121, bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Wer es sich nicht abholen kann, kann es sich per Post schicken lassen.

Vor 60 Jahren: Sieg der Revolution in Kuba

Am 1. Januar 1959 mußte der Diktator Batista, der Kuba zu einem Kasino der USA hat herunterkommen lassen, vor den Revolutionstruppen Fidel Castros kapitulieren. Daran wurde in diesen Tagen – voller Hoffnung und Sympathie oder voller Mißmut erinnert (auf welcher Seite stehst du?).

In diesem Beitrag soll auf die Gegenwart eingegangen werden. Denn mit dem Sieg der Revolution ist die Auseinandersetzung nicht abgeschlossen, sondern „nur“ in eine neue Phase übergegangen.

..

Ein Gutes

Was fällt einem unwillkürlich ein beim Betrachten dieses Bildes?

Natürlich: Alles Gute zum neuen Jahr!
Um 0.04 Uhr bemerkte ich: Das hat gar nicht schlecht angefangen, und aus dem Rest des Jahes lann auch noch was werden.

Viel Starrckstrom 2019!

Jahresrückblick 2016

Ja, Sie haben richtig gelesen. Jetzt kommt der Jahresrückblick auf das Jahr 2016.
Wieso?
Als Protest – als Gegenmaßnahme gar dagegen, das Geschichtsbewußtsein (vulgo: Gedächtnis) auf allerhöchstens 12 Monate einzugrenzen?
Vielleicht.
Vor allem aber: Ein authentischer Jahresrückblick würde ja genau 12 Monate (365 Tage) dauern.
Dann können wir doch lieber 2016 nehmen (2015 würde auch gehen).

Also los jetzt:

Rückblickaspekt Nr. 1
Rückblickaspekt Nr. 2
Rückblickaspekt Nr. 3
Rückblickaspekt Nr. 4
Rückblickaspekt Nr. 5
Rückblickaspekt Nr. 6
Rückblickaspekt Nr. 7
Rückblickaspekt Nr. 8
Rückblickaspekt Nr. 9
Rückblickaspekt Nr. 10

Ich kann zwar nicht feststellen, WER dieses Weblog aufsucht. Aber ich komm gucken, ob diese Links angeklickt wurden.

Alles Gute, nicht nur einen guten Rutsch, sondern ein ganzes Jahr!

See you later!

WENN DIE STILLEN TAGE VORBEI SIND,
DANN WIRD ES AUCH WIEDER RUHIGER.
Das sagte Karl Valentin.

Die Tage zwischen Weihnachten und dem Jahresende sind mir besonders lieb. So war es auch schon in Kindertagen weihnachtsferienmäßig.
Jetzt ist Privatissimum. Ein bißchen rumspazieren. Termine mit mir? Jetzt aussichtslos. Leerer Terminkalender. Idealzustand (in manchen Perioden).
70er Jahre, als ich noch nicht allein lebte, war das Hochfest des Jahres (neben dem 1. Juni) Silvester, immer nur zu zweit (beziehungsweise zu dritt, die Katze mitgezählt). Wir haben aus Apfelsaft und Mineralwasser einen Sekt-Ersatz gemischt und Jahresbilanz gezogen: „Wir haben sie mal wieder alle überlistet“. Manchmal haben wir mit Malzbier angestoßen.
Prinzipien soll man wahren, aber nicht drauf reiten. So sind wir auch mal zu einer Silvester-Party gegangen, die als Festessen stattfand. Ich mußte für alle kochen.
Ich sagte: „Wenn wir das nächste Jahrzehnt bestehen ohne Schaden zu nehmen an Leib und Seele, dann können wir froh sein.“ Das war nämlich der letzte Tag der 80er Jahre, man erinnere sich.

2018: Das war der Gipfel

Der Rückblick auf den Gipfel des Jahres:

GoGoGo (Hg.): Das war der Gipfel. Die Proteste gegen G20 in Hamburg. Verlag Assoziation A. 276 Seiten vierfarbig, zahlreiche Fotos. Für 24 Euro in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).

Verlagstext:
Wochenlang bestimmte das Gipfelreffen der G20-Staaten in Hamburg die Schlagzeilen und polarisierte die öffentliche Meinung. Der größte Polizeieinsatz der Hamburger Geschichte traf auf den vielfältigen Widerstand von Protestierenden aus aller Welt.
Die Medien konzentrierten sich vor allem auf die heftigen Auseinandersetzungen im Schanzenviertel. Ereignisse, die auch im Buch breit und kontrovers diskutiert werden. Hinter den die Berichterstattung dominierenden Rauchschwaden der brennenden Barrikaden verschwand allerdings zugleich die beeindruckende Breite der Protestaktionen, die in diesem Buch in Wort und Bild dokumentiert werden.
Blockaden und Massendemonstrationen, der Gegengipfel für globale Solidarität, ein hedonistischer Rave, Performance- und Kunstaktionen sowie eine Flut von Plakaten, Stickern und Graffiti prägten und eroberten den öffentlichen Raum. Camp- und Schlafverbote scheiterten an der organisierten Antwort der Zivilgesellschaft, die mit Schlafplatzbörsen und Kirchen- sowie Kunstasyl für die G20-Kritiker aus aller Welt reagierte. Im Arrivati Park gab das Netzwerk Recht auf Stadt die erste Urban Citizenship Card Deutschlands aus. Die Mobilisierung auf Stadteilebene, das Netz der linken Zentren, das alternative Medienzentrum FC/MC waren Keimformen einer alternativen Vergesellschaftung von unten.
Der G20-Gipfel markierte zugleich eine neue Qualität polizeilicher Repression: Einsatz von Spezialkräften gegen Demonstranten, Gesetzesverschärfungen, Demonstrationsverbote, drakonische Haftstrafen – das Buch zieht auch hier eine kritische Bilanz.

Bitte bestellt dieses Buch (ob ihr es abholen oder von uns mit der Post zuschicken lassen wollt) in der Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf), Tel. 0203 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Du willst nicht dieses Buch, sondern ein anderes? Auch das besorgen wir für dich.
Bitte kauft/bestellt alle Bücher, die ihr wollt/braucht/haben müßt bei uns.
Bitte weitersagen/weiterleiten:
Weltbühne ist ein Bollwerk gegen die Dummheit in der Gesellschaft.
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN.