Der längste Tag

Ob das geerntet und gekältert wird?

Das Ende der Gneisenaustraße: Ein Wendehammer. Nur zwei Meter fehlten noch, um auf die Koloniestraße zu gelangen.

Ich meine, ich hätte Ihnen schon mal erzählt, daß es zu meinen Gewohnheiten gehört, jedes Jahr am 21. Juni nach Ladenschluß noch einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. Denn das ist der Tag mit der längsten Tageshelligkeit. Ich gebe mich meiner Lieblingsbeschäftigung hin: nach Hause gehen – diesmal auf einem langen Umweg.

In diesem Haus auf der Nibelungenstraße in Neudorf (Parterre, da wo der Rolladen halb runtergelassen ist) sah ich zum ersten Mal ein Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Ich war 8 Jahre alt, und damals hatte noch längst nicht jeder einen Fernsehapparat. Soll ich sagen, in welchen Jahr das war? Sie müssen nicht alles über mich wissrn. Das Spiel endete 5:2.

Die Kneipe gibt es noch, und da gehen auch Leute rein. Woher kommen die?

Sieht doch nett aus. Geschenkt würde ich das Haus nehmen und sogar einziehen (und mir überlegen, ob ich da jemals jemanden reinlasse). Die verklinkerte Fassade, die Fensterrahmen und der Zaun gefallen mir zwar nicht. Aber das sieht aus wie auf’m Dorf, hat aber den Vorteil, daß es nur so aussieht, in Wirklichkeit aber mitten im industriellen Ballungsgebiet, speziell Neudorf liegt.

Das sieht mir auch nicht gerade nach Werterhalt eines netten Gebäudes aus. Da hat man sich gesagt: Dann können wir auch den Eingang zuwachsen lassen.

Die Leute hier sagten: Heute geh’n mer garnet naus, wir bleiben im Pyjama z’haus und schauen uns Columbo-Videos an. Fenster und Tür wurden nicht mehr benötigt und aus Ersparnisgründen zugemauert.
(Im Notfall tut’s auch das Hintertürchen).

Nehmen Sie ruhig schon mal Platz, hier zwischen Briefkasten und dem Bild der Schwanzflosse eines Delphins, oder was das darstellen soll.

Na bitte! Gegenlichtausnahme geht doch!

Hunde erlaubt der Vorstand nicht, beziehungsweise in Schwimmverein-Satzstellung: Hunde nicht erlaubt der Vorstand. Auf das Vereinsgelände des Vornehme-Leute-Clubs wollen wir sowieso nicht zutreten, obn mit oder mitohne Hund.

Das Gestein, das hier von Moos und Gestrüpp überwuchert wird, ist erkaltete Hochofenschlacke, nach dem dieser künstliche Berg benannt ist (Schlackeberg). Das Gelände zwischen Kalkweg und Masurenallee gehörte Krupp, der erst hier sein Hüttenwerk bauen wollte (das kam stattdessen nach Rheinhausen). So wurde dieses Gelände dazu genutzt, Schlacke abzulagern und für eine Werkssiedlung, und dann blieb noch viel Platz für Sportanlagen und „Naherholung“.

Die Überreste der Flak-Anlage auf dem Schlackeberg. Ich erzählte Ihnen ja schon mal davon. Nichts erinnert daran, und nichts soll wohl daran erinnern, welchem Zweck dieser Beton diente, als die Mächtigen mit der Jugend ihrer Zeit etwas anderes vorhatten als wir mit unserer.

Auf diesem Berge, den nur selten ein Spaziergänger erklimmt, denke ich an Barbara. Nicht weil er am Barbarasee liegt, ist sie mit mir gern hier hingegangen, in das hohe Gras hinter Sträuchern, von Bienen umsummt, von Käfern bekrabbelt, von Schmetterlingen umflattert, von unseren Händen gestreichelt, von unseren Lippen geküßt. Sie ist dem See nicht entstiegen. Der See und die Frau hatten ihren Namen schon vorher und unabhängig voneinander.

Das Grün zu ermutigen

Nach wochenlanger Trockenheit färbt sich da und dort an einigen Zweigen das Laub schon im Juli herbstlich.

Auf dem Rasen haben die jungen Bäume dem umliegenden Gras das knappe Wasser entzogen. Hoffentlich erholt es sich wieder.
„Vom Sprengen des Gartens“ – ich denke an Brecht. Das ist eines meiner Lieblingsgedichte.

„…
Vergiß nicht das Strauchwerk, auch
Das beerenlose nicht, das ermattete
Geizige. Und übersieh mir nicht
Zwischen den Blumen das Unkraut, das auch
Durst hat. Noch gieße nur
Den frischen Rasen oder den versengten nur
Auch den nackten Boden erfrische du.

Rosen und Jasmin

Ich freue mich auf die Frühlingstage, an denen dieser Rosenstrauch in seiner Blüte steht – ich hoffe darauf, denn im Winter ist der Strauch so karg, so unscheinbar, daß man ihm diese Pracht gar nicht zutraut. Vorbeigehend spürt man den Rosenduft.
Gegenüber die Jasminsträucher, die weißen Blüten inmitten dunkelgrüner Blätter. Die Jasminsträucher waren von anderen Sträuchern überwuchert, doch der Jasmin dringt wieder heraus. Sein bitterer, giftig-süßer Duft betört den Vorbeigehenden.

März


März

Es ist ein Schnee gefallen,
Denn es ist noch nicht Zeit,
Daß von den Blümlein allen
Wir werden hoch erfreut.

Der Sonnenblick betrüget
Mit mildem, falschem Schein,
Die Schwalbe selber lüget,
Warum? Sie kommt allein!

Sollt‘ ich mich einzeln freuen,
Wenn auch der Frühling nah?
Doch kommen wir zu zweien,
Gleich ist der Sommer da.

Goethe

Das hatten wir schon einmal.
Aber Schnee im März hatten wir ja auch schon einmal.

Kalender 2017 (Wer B sagt, muß auch C sagen)

Normalerweise heißt es ja: erst das Kalender, dann das Jahr.
Wie Sie wissen, wird es hier umgekehrt gehandhabt. Für das abgelaufene Jahr 2017 sind sogar drei Kalendere gestaltet worden: Drei mal zwölf ganz verschiedene photographische Bilder!
Hier die dritte Serie, die „Serie C“:
(Heinestraße)













..

Kalender 2017 (B)

Normalerweise heißt es ja: erst das Kalender, dann das Jahr.
Wie Sie wissen, wird es hier umgekehrt gehandhabt. Für das abgelaufene Jahr 2017 sind sogar drei Kalendere gestaltet worden: Drei mal zwölf ganz verschiedene photographische Bilder!
Hier die zweite Serie, die „Serie B“:
(Heinestraße)

Januar

 

Februar

 

März

 

April

 

Mai

 

Juni

 

Juli

 

August

 

September

 

Oktober

 

November

 

Dezember

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Kalender 2017 (A)

Normalerweise heißt es ja: erst das Kalender, dann das Jahr.
Wie Sie wissen, wird es hier umgekehrt gehandhabt. Für das abgelaufene Jahr 2017 sind sogar drei Kalendere gestaltet worden: Drei mal zwölf ganz verschiedene photographische Bilder!
Hier die erste Serie, die „Serie A“:
(Gneisenaustraße, Ecke Heinestraße)

Januar

 

Februar

 

März

 

April

 

Mai

 

Juni

 

Juli

 

August

 

September

 

Oktober

 

November

 

Dezember

..

Lichtsteine?


Die Lichtenergie wird nicht dort, wo wir das Licht sehen, erzeugt.
So kann man den Unterschied von Sonne und Mond erklären:
Der Unterschied zwischen Sonne und Mond ist derselbe wie zwischen der Sonne und der Fassade von Gebäude LF.

 

Summer in the City – Nachtrag

Kommt alles wieder – mal etwas anders, mal fast genauso.
Im Botanischen Garten, Abteilung: Laß es wachsen wie es ist.
Da auch:

There! She! Goes!
High Heels Tight Jeans
Pretty Botty.

Zauberstäbe.

Hochfeld, am Brückenplatz. Auch die Bürgerlichkeit kennt ihre Paläste.
Rechts daneben in dem grauen Haus, drittes Obergeschoß: Kommunewohnung.

„Arbeitsam“ ist die Abkürzung von „Arbeitsamt“. Das ist da ausgezogen. wer ist jetzt in dem Gebäude drin?
Die Telefong-Zelle steht immer noch da. Überall wurden die Telefong-Zellen weggemacht. Aber DIE steht noch da. Ich bin gerührt. (Früher sagte man „Telefong-Häuschen“).
Über die Treppe hinter dem Telefong-Häuschen bin ich früher oft rauf- und runtergehangen, denn ich hab da mal gewohnt, die Ecke rum auf der Duissernstraße. War nicht schön.
Die Tür (an der der Mann vorbeigeht) hatte ich nie beachtet. Ich würde da ja gerne mal reingucken.

Good old everlasting Sternbuschweg.

Summer in the City

Weil ich vorgestern (Samstag) den Sternbuschweg entlanggehen mußte, bin ich gestern (Sonntag) wegen des schönen Wetters nochmal den Sternbuschweg entlanggegangen.

Da schimmert es. Lassen Sie sich das mal geschimmert sein. (Es gibt Schlimmeres).

„Hair Haus“. Was den Leuten alles einfällt. Wenigstens nicht „Hair House“. Es gab mal einen Schriftsteller, der hieß Herhaus.

Jetzt sind wir schon auf der Schweizer Straße angelangt. Kein Grund, sich zu beschweren.

Das Dingen steht ja immer noch da.

„Könnten Sie sich vorstellen, in dem Haus zu wohnen?“
Könnte ich mir schon vorstellen. Dann hätte ich endlich genug Platz.
„Aber die Schmierereien auf der Mauer?“
Das wär‘ mir egal.

Und der Sommer …
… fährt dahin, fährt dahin, fährt dahin.

Die Straße heißt wirklich so.

Aufhören! Das ist ja furchtbar! Generation Fahrrad! Die sind ja bekloppt sind die ja!

Wenn ich ein Haus wäre, würde ich auch gern so aussehen.

Fortsetzung folgt.