Kurt Pätzold: Kein Streit um des Führers Bart. Kontroversen um Deutschlands „dunkle Jahre“ 1933 bis 1945. PapyRossa Verlag 2013. 424 S. 24,90 Euro
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Aus gutem Grunde rät der Volksmund von einem „Streit um des Kaisers Bart“ ab. Um keinen Streit um den mickrigen Bart jenes Führers, den der Titel meint, geht es Kurt Pätzold. Er behandelt nicht Zweit- und Drittrangiges, sondern Fragen von Gewicht, die an die zwölf Jahre des deutschen Faschismus zu stellen sind. Die nach der Urheberschaft des Krieges, der in Europa im Mai 1945 endete, ist die zentrale. Gleichsam dahinter gibt es weitere Fragen, die vielfach von heftigen Debatten begleitet werden: Wie kam Hitler an die Staatsmacht? Welche Ursachen hatte das Zustandekommen seiner Massengefolgschaft? Wie entwickelten sich die Lebensverhältnisse der Deutschen? In welchem Grade wurden sie vom National- und Rassenchauvinismus geleitet? Wollten sie mehrheitlich den Krieg? Warum folgten sie ihrem Führer „bis zum Endsieg“? Waren sie „willige Vollstrecker“ der antisemitischen Politik? Warum ist die Erfindung eines Götz Aly, die kleinen Leute seien „Nutznießerchen“ des Regimes gewesen, heute so willkommen?
Kurt Pätzold, Prof. Dr. phil, geb. 1930. Befaßt sich seit einem halben Jahrhundert mit der Geschichte des deutschen Faschismus. Er lehrte und forschte zu DDR-Zeit an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, am Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften und der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied der Leibniz Sozietät. Seine speziellen Forschungsgegenstände bilden Antisemitismus, Judenverfolgung sowie die Fragen nach der Massengefolgschaft des Naziregimes.
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Weltbühne muß bleiben.
Schlagwort-Archiv: Antifaschismus
Achten Sie auf Turlitawa
Neu in der Weltbühne: Basiswissen über Rechtspopulismus
Phillip Becher: Rechtspopulismus. Reihe Basiswissen im PapyRossa Verlag. 124 S. 9,90 Euro
Der Verlag stellt sein Buch vor:
In zahlreichen europäischen Staaten haben sich rechts von den konservativen Parteien Gruppierungen etabliert, die sich als Anwälte des „Normalbürgers“ ausgeben. Gemeinhin als rechtspopulistisch bezeichnet, polemisieren sie scharf gegen – meist muslimische – Einwanderer und vertreten Parolen von „law and order“, fordern jedoch ebenso mehr plebiszitäre Elemente. In Deutschland findet sich ein Spektrum aus Internet-Blogs, Zeitschriften und Think-Tanks mit deutlicher Nähe zum Rechtspopulismus, das sich in der »pro«-Bewegung parteiförmig ausdrückt. In den USA wirkt mit der „Tea Party“ eine rechtspopulistische Kraft, die sich unter Bezug auf „amerikanische Werte“ scharf gegen sozialen und demokratischen Fortschritt wendet. Der Band berücksichtigt die relevanten wissenschaftlichen Forschungsansätze. Mit Profilen rechtspopulistischer Formationen in Europa und Nordamerika und der Analyse ihrer Programmatik und Politik wird ihren Perspektiven, ihrem Verhältnis zum Faschismus und den Folgen für die Demokratie nachgegangen.
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Für Gerd Deumlich
Mehrere informative Veranstaltungen…
…auf die hinzuweisen ich gebeten wurde, was ich gern tue:
Dienstag, 7. Mai 2013. 18.30 Uhr
Schwarzbuch Waffenhandel. Lesung mit Jürgen Grässlin.
Jürgen Grässlin zählt seit vielen Jahren zu den profiliertesten Rüstungsgegnern Deutschlands. Er ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).
Veranstalter: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein
Evangelische Kirchengemeinde Friemersheim, Clarenbach-Haus, Clarenbachstraße 17, 47229 Duisburg
Mittwoch, 8. Mai 2013. 19 Uhr
Zuzug am Beispiel des Stadtteils Hochfeld?
Problematik des Zuzugs aus Bulgarien und Rumänien.
Aus Sicht des Stadtteilbüros EG DU, Georg Fobbe
Situation der Roma in Bulgarien, Falken Duisburg.
Veranstaltung der Bürgerinitiative Neuanfang Duisburg (Sprecher: Theo Steegmann).
Alte Feuerwache Duisburg-Hochfeld, Friedenstraße (Nähe Brückenplatz)
Mittwoch, 15. Mai 2013, 18.30
Die Roma zwischen Stammtischparolen und romantischem Idyll – Wer sie sind, wo sie herkommen, wie sie leben, was sie glauben.
Veranstalter: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein.
Referent: Pfarrer Dieter Herberth, Duisburg
Gemeindehaus „Auf dem Wege“, Peschmannstraße 2, 47228 Duisburg-Rheinhausen.
Neu in der Weltbühne: Die „Deutsche Stimme“ der „Jungen Freiheit“
Soeben erschienen und heute mit der Post gekommen:
Helmut Kellershohn (Hg.): Die „Deutsche Stimme“ der „Jungen Freiheit“. Lesarten des völkischen Nationalismus in zentralen Publikationen der extremen Rechten. DISS-Edition im Unrast Verlag. 332 S. 28 Euro.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
In den letzten Jahren sind diverse Untersuchungen zum Mediennetz der extremen Rechten wie auch zu einzelnen Publikationsorganen erschienen. Gleichwohl gibt es bislang keine vergleichende Untersuchung zu den beiden wichtigsten Leitorganen der extremen Rechten, der „Jungen Freiheit“ und der „Deutschen Stimme“. Beide Zeitungen repräsentieren Strömungen, die unterschiedliche strategische Optionen verfolgen.
Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ steht für das das jungkonservative Lager der Neuen Rechten, das sich dem Kampf wider die „Dekadenz“ verschrieben hat, auf die ideologische Umorientierung der Eliten und „Leistungsträger“ zielt, für eine ›konservative Basisbewegung‹ wirbt und – zum Teil zumindest – rechtspopulistische Parteiansätze unterstützt.
Das monatlich erscheinende Parteiorgan der NPD, die „Deutsche Stimme“, versteht sich dagegen als Sprachrohr einer „Fundamentalopposition von Rechts“, die sich mehr oder weniger offen in die Tradition des nationalsozialistischen Kampfes gegen das „System“ stellt, aber auch auf jungkonservative und nationalrevolutionäre Ideen zurückgreift.
Das vorliegende Buch geht von der These aus, dass trotz unterschiedlicher strategischer Optionen strömungsübergreifend ideologische Gemeinsamkeiten feststellbar sind, die es erlauben, von einem Grundbestand völkisch-nationalistischer Kernideologeme zu sprechen. Diese werden in unterschiedlicher Weise artikuliert, das heißt: In beiden untersuchten Leitorganen sind, den jeweiligen strategischen Optionen entsprechend, unterschiedliche Lesarten des völkischen Nationalismus identifizierbar.
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Zur Erinnerung an Gerd Deumlich
Bert Brecht, der Dichter, hatte wohl recht, als er uns die Mahnung hinterliess, aktiv auf den Frieden bedacht zu sein, denn; „Das Gedächtnis der Menschheit an erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.“ Da ist es gut, durch einen Antikriegstag die Erinnerung wachzuhalten an die Menschheitsbedrohung, die vor 7 Jahrzehnten begann, als das faschistische 3.Reich den 2. Weltkrieg vom Zaune brach. Diese Erfahrung gebar die verpflichtende Maxime: NIE WIEDER FASCHISMUS – NIE WIEDER KRIEG !
Heute ist zu fragen: was ist daraus geworden?
Nie wieder Faschismus? Wir haben keinen Faschismus – sonst könnten wir uns hier nicht versammeln. Aber wir plagen uns herum mit dem demagogischen bis mörderischen Treiben von Neonazis. In Dortmund wollten sie wieder zu ihrem „nationalen Antikriegstag“ aufmarschieren mit der entlarvenden Losung: Nie wieder Krieg – nach unserem Sieg.
Was müssen die sich noch leisten, bis man sich endlich zu einem NPD-Verbot entschließt?
Da ist es schon ein Erfolg für die antifaschistischen Kräfte, dass erstmals das Bundesverfassungsgericht ein Verbot von Naziaufmärschen bestätigt hat.
Nie wieder Krieg? Den haben wir längst seit sich Deutschland 1999 an dem NATO-Krieg auf dem Balkan beteiligte. Und der damalige Militärminister wollte uns einreden, dass Deutschland dadurch „endgültig in der Gemeinschaft der westlichen Demokratien angekommen ist“. Krieg ist gut für Demokratie?
Wollen wir uns damit abfinden, dass eine uralte militaristische Maxime – das vorgeblich natürliche Recht des Staates, Krieg zu führen – als Normalität für Deutschland wiederhergestellt worden ist?
Deutschland nimmt aktiv am Krieg in Afghanistan teil, der schon länger dauert als die zwei Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts. Gehen Auslandseinsätze der Bundeswehr in Ordnung, weil das Kriegsgeschehen sich nicht mehr auf dem Territorium Europas austobt? Ist die Welt dadurch friedlicher geworden?
Leitet etwa der angekündigte Abzug der NATO-Kampf-Truppe, auch der Bundeswehr, vom afghanischen Kriegsschauplatz eine friedliche Periode ein?
Keinesfalls! Die Strategie der NATO, der Deutschland verpflichtet ist, richtet sich erklärtermaßen auf weitere Kriege ein. Für Syrien wird eine nichtmilitärische Lösung ausgeschlossen, Deutschland trägt durch maritime Aufklärung zum Bürgerkrieg dort bei. Als drittgrößter Rüstungsexporteur liefert Deutschland schwere Waffen in die kriegsschwangere Krisenregion Naher Osten.
Das sind keine guten Nachrichten zu einem Antikriegstag.
Bei seinem Antrittsbesuch an der Führungsakademie der Bundeswehr äußerte Bundespräsident Gauck sein Erstaunen: „Die Bundeswehr auf dem Balkan, am Hindukusch und vor dem Horn von Afrika … wer hätte es etwa vor 20 Jahren möglich gehalten?“ Eben.
Aber Herr Gauck will das nicht etwa korrigieren, sondern lobt, dass unsere Soldaten „heute ausgebildet werden mit der klaren Perspektive, in solche Einsätze geschickt zu werden.“ Und Minister de Maizière erklärt: „Prinzipiell gibt es keine Regionen, in denen Deutschland nichts zu suchen hat“.
Soll das unwidersprochen zur heutigen Normalität in Deutschland gehören? Dann würden wir uns auf eine ungute Zukunft einlassen.
Noch besteht die Chance, eine Perspektive der Abrüstung und friedlicher Lösungen durchzusetzen. Dann hätte die Maxime: Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg, ihren Sinn nicht verloren.
(Rede von Gerd Deumlich beim Antikriegstag 2012 in Essen).
Roma Blues
Roma Blues – ohne Heim – ohne Grab
ein Abend mit Musik und Poesie der Roma und Ashkali des Kosovo
Freitag, 26. April (heute!) 19 Uhr / Einlaß ab 18:30 Uhr
kleiner Saal am Duisburger Büro der Falken
Düsseldorfer Str. 399
47055 Duisburg
(Wanheimerort / Dickelsbachsiedlung)
Rezitation Roma Lyrik
Ensemble Therno Theatar – Amaro Theatar
Piano und Gesang
Deki Salijevic (Keyboards) und
Faton Berisa (Gesang)
Die SJD Die Falten teilt mit:
Bei der Auswahl der Themen für die Abende der Reihe, lag es für die Falken und ihre Theatergruppe auf der Hand, auch einen Abend jenen Menschen zu widmen, die während Kriegswirren den Weg aus dem Kosovo nach Duisburg fanden. Eine große Zahl junger Duisburger entstammt Familien, die in Duisburg einen geschützten Platz fanden. Doch leben sie zumeist immer noch in rechtlich ungeklärter Situation, sind als „Gedultete“ aufgewachsen und immer noch in ständiger Sorge vor Abschiebung oder „Repatriierung“, ein Wort, das für Menschen, die in Duisburg aufgewachsen und z.T. geboren sind, einen sehr bitteren Beigeschmack hat. In Reihen der Falken gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von Roma und Ashkali, deren Familien aus dem Kosovo oder Serbien stammen. Bei der aktuellen Diskussion um Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien fällt nur selten ein Blick auf das Schicksal dieser jungen Duisburger, die hier die Schule besuchten, bestens integriert und in Ausbildung oder wenn möglich in Arbeit sind und dennoch vielfach in Angst vor der Abschiebung in ein Land leben müssen, in dem sie nicht zuhause sind und ohne jede Chance auf Zukunft.
Die Kultur der Sinti und Roma ist reich und facettenhaft. Ihre öffentliche Bedeutung und Wahrnehmung kommt nur selten darüber hinaus, Klischees zu bedienen. Vielen Gadje, den Nicht-Roma, bleibt ihr Charakter verborgen. Die Veranstaltungsreihe Roma Blues will ihn erschließen. Texte und Gedichte von Rajko Djuric, Jovan Nikolic, Nedjo Osman und Federico Garcia Lorca nehmen öffnen den Zugang. Musik und Lieder bereiten den Weg.
Der Abend wird gestaltet durch Mitglieder der Theatergruppe der Falken Therno Theatar – Amaro Theatar.
Die Geschichtswerkstatt wird fortgesetzt
Die nächste Veranstaltung in der Reihe Geschichtswerkstatt 2. Weltkrieg der Duisburger Volkshochschule hat zwei Themen:
Der jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto
Stalingrad und das Nationalkomitee Freies Deutschland
„Vom 19. April bis Mitte Mai 1943 erhoben sich die jüdischen Kampfgruppen im Warschauer Ghetto zum bewaffneten Widerstand gegen die deutschen Räumungskommandos. Wir wollen diese Ereignisse nachzeichnen und versuchen, uns einen Gesamtüberblick über den jüdischen Widerstand gegen den Holocaust zu erarbeiten.
Nach der verheerenden Niederlage in Stalingrad gründeten sich in Kriegsgefangenenlagern das Nationalkomitee Freies Deutschland (im Juli 1943, Krasnogorsk) und der Bund deutscher Offiziere (Sept. 1943, Lunjowo), um für Hitlers Sturz und die Beendigung des Krieges Propaganda zu machen. Wir wollen den politischen Grundlagen und den Spuren des Komitees nachgehen.
Zur Sitzung erscheint ein Materialheft.“
Sonntag 28. April 2013, 11 bis 14 Uhr im Internationalen Zentrum, Flachsmarkt 15.
Kursleiter sind Martin Clemens, Aloys Reuter und Marion Reuter.
Teilnehmergebühr: 5 Euro.
„… seine eigenen Erfahrungen …“
Gestern in der Frankfurter Rundschau:
„Hardy Krüger will Projekte gegen Rechts unterstützen.
Der Schauspieler Hardy Krüger hat kurz vor seinem 85. Geburtstag eine Initiative gegen Rechts gestartet. Gemeinsam mit prominenten Kollegen wie Filmemacher Hark Bohm, Komiker und Theaterchef Dieter Hallervorden und dem Journalist Klaus Bednarz will er Sponsoren gewinnen, die bereits bestehende Projekte gegen rechte Gewalt unterstützen. Krüger erinnerte am Montag in Hamburg an seine eigenen Erfahrungen in der Nazi-Zeit.“
Hardy Krüger hat auch in den 60er Jahren die junge Ostermarsch-Bewegung unterstützt.
Foto: Wikipedia / Die Bücher-Berg / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.
Das ist ja das Neueste: Heinestraße
Die Heinestraße in Neudorf erhielt ihren Namen nicht, wie viele glauben, nach dem Dichter Heinrich Heine, sondern nach dem marodierenden SA-Truppenführer Friedrich-Heine, der am 4. März 1933 bei blutigen Straßenkämpfen auf der damaligen Kleiststraße in Neudorf ums Leben kam. Nach seinem Tod wurde mit Nazi-Pomp die Kleiststraße in „Friedrich-Heine-Straße“ umbenannt. Nach dem Krieg, so hat es jetzt der Historiker der Uni Duisburg, Dr. Ludger Heid, herausgefunden, wurde dann bequemerweise nur der Vorname gestrichen und der „Etikettenschwindel“, so der Historiker, nahm seinen Lauf.
Da in Neudorf viele Straßen nach Dichtern benannt sind, fiel der „Etikettenschwindel“ nicht auf. Aber Ludger Heid weist auf Merkwürdigkeiten in anderen Duisburger Stadtteilen hin. In Walsum – wo noch die Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße an den Berkwerksdirektor und NS-Reichswirtschaftsführer Roelen erinnert (Heid: „Er hat Arbeitssklaven an die Industrie vermittelt!“) – hat man nach dem Krieg die umgekehrte Variante angewendet: Man hatte den Nachnamen aus den Straßenbezeichnungen entfernt: Die Hermann-Göring-Straße wurde somit zur „Hermannstraße“. Heid: „Unfassbar! Dabei haben wir mit Gottfried Kinkel oder Heinz Kiwitz und anderen genug positive Beispiele; gute Demokraten, die für eine Namensgebung taugen würden.“
Für eine Straßenbenennung würde sich auch der Name Bruno Bachler eignen (siehe DER METZGER 98). Auch an Harro Schulze-Boysen, neben Wilhelm Canaris prominentestes Opfer des Naziregimes aus Duisburg, erinnert in Duisburg keine Straße. Die VVN fordert seit Jahren, eine Straße nach Wilhelmine Struth zu benennen, die als erste nach der „Machtergreifung“ in Duisburg von einem SS-Trupp ermordet wurde.
Die Linke hat in den Rat der Stadt den Antrag eingebracht, die Heine-Straße nun endlich in „Heinrich-Heine-Straße“ umzubenennen. Beschlossen wurde vom Rat, den Namen nicht zu verändern, aber durch Hinweistafeln an Heinrich Heine zu erinnern.
Eine Neuigkeit ist die Namensverwechslung der Heinestraße in Neudorf allerdings nicht, denn darüber berichtete DER METZGER in Nr. 3, Februar 1969.
(Vorabdruck aus DER METZGER 105).
Italiens „Faschisten des 3. Jahrtausends“
Zu einer Veranstaltung über „Casa Pound“ – Italiens „Faschisten des 3. Jahrtausends“ lädt die Rosa-Luxemburg-Stiftung ein: Dienstag, 9. April 2013 um 19 Uhr im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS), Siegstraße 15.
Ausgehend von einem Kulturzentrum in Rom, benannt nach dem US-Poeten und Mussolini-Unterstützer Ezra Pound, hat eine nationalrevolutionäre, soziale Bewegung namens „Casa Pound“ in den zurückliegenden zehn Jahren einen ebenso bemerkenswerten wie beängstigenden Aufstieg erlebt. Ihre Protagonisten bezeichnen sich selbst als „I fascisti del terzo millenio“, als Faschisten des 3. Jahrtausends.
„Casa Pound“ betätigt sich außerordentlich stark in jugendkulturellen Bereichen, agitiert und organisiert junge Erwachsene und sieht sich als nonkonforme Avantgarde einer neofaschistischen kulturellen Revolution.
Ihre Aktivisten besetzen Häuser, um dort Sozialzentren einzurichten, organisieren Müttervereinigungen oder führen Sammlungen für Obdachlose und Waisenhäuser durch. Sie protestieren für Sozialtickets, gegen Entlassungen und Steuererhöhungen und agitieren äußerst aggressiv gegen Kapitalismus und Neoliberalismus und für ihren Entwurf eines starken, autarken „Sozialstaats des 3. Weges“, fernab von Kapitalismus und Kommunismus. Dafür bedarf es ihrer Meinung nach einer italienischen und europäischen Identität, die sich nur ohne Immigration gewährleisten ließe.
Um mehr über diese Bewegung im Kaleidoskop der italienischen Rechten und ihre Wirkmächtigkeit in der italienischen Gesellschaft zu erfahren, haben wir Saverio Ferrari zu einer Vortragsreise nach Deutschland eingeladen. Er ist Mitarbeiter des Osservatorio Democratico, einem antifaschistischen Dokumentationszentrum in Mailand.
Weitere Termine: Berlin 11. April 2013, 19 Uhr, K-Fetisch, Wildenbruchstraße 86
Leipzig 13. April 2013, 19 Uhr, linXXnet, Bornaische Straße 3d
Rosa-Luxemburg-Stiftung: Veranstaltungen
Von der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW bekam ich eine Liste von Bildungsveranstaltungen im Monat März. Damit die mir das nicht umsonst mitgeteilt haben, gebe ich die Veranstaltungstermine weiter:
Köln
Am 07.03.2013
Filmreihe „Vom Mauerfall bis zur Nagelbombe: Das Problem heisst Rassismus“
Diesmal: Duvarlar (Can Candan, 2000)
Um 19 Uhr in der Keupstaße, Köln.
http://www.nrw.rosalux.de/event/48081/fimreihe-vom-mauerfall-bis-zur-nagelbombe-das-problem-heisst-rassismus.html
Mönchengladbach
Am 07.03.2013
Der 80. Jahrestag der „Machtergreifung“ und Antifaschismus heute
Vortrag und Diskussion mit Ulla Jelpke, MdB.
Um 19:30 Uhr im Gewerkschaftshaus.
http://www.nrw.rosalux.de/event/47508/der-80-jahrestag-der-machtergreifung-und-antifaschismus-heute.html
Mönchengladbach
Am 08.03.2013
Atomtransporte zwischen Deutschland und Russland: Deutscher Atommüll am Baikalsee.
Vortrag und Diskussion mit der Anti-Atom-Aktivistin Svetlana Slobina
Um 20 Uhr im Treff am Kapellchen,
http://www.nrw.rosalux.de/event/47868/atomtransporte-zwischen-deutschland-und-russland.html
Gronau
Am 09.03.2013*
Die schmutzigen Enden der deutschen Atomwirtschaft: Urananreicherung und Atomtransporte aus Gronau nach Russland.
Beiträge von Svetlana Slobina und Irina Schatrowa aus Angarsk
(Russland), Raschid Alimow (St. Petersburg), Vladimir Slivjak (Moskau).
Um 18 Uhr im Hotel Bergesbuer.
http://www.nrw.rosalux.de/event/47869/die-schmutzigen-enden-der-deutschen-atomwirtschaft.html
Köln
Am 10.03.2013
Zeitzeuginnen des Kampfes für Frieden und Gerechtigkeit
Folter, Verschwindenlassen, Pogrome, politische Morde – Die Situation der Frauen im Kampf um Demokratie und Menschenrechte in der Türkei.
Vortrag und Diskussion mit Isilay Karagöz, Yeter Gültekin, Senge
Kahraman und Rakel Dink.
Um 14:30 Uhr in der Alten Feuerwache,
http://www.nrw.rosalux.de/event/48006/zeitzeuginnen-des-kampfes-fuer-frieden-und-gerechtigkeit.html
Dortmund
Am 14.03.2013
Ratingagenturen – Einblick in die Kapitalmacht der Gegenwart
Vortrag und Diskussion mit Dr. Werner Rügemer.
Um 19 Uhr im Literaturkaffeehaus Taranta-Babu.
http://www.nrw.rosalux.de/event/47507/ratingagenturen-einblick-in-die-kapitalmacht-der-gegenwart.html
Köln
Am 14.03.2013
Filmreihe „Vom Mauerfall bis zur Nagelbombe: Das Problem heisst Rassismus“
Diesmal: Hoyerswerda-Kurzdokus (Julia Oelkers, 1992, 2012)
Um 19 Uhr in der Keupstaße (siehe Flyer im Anhang).
http://www.nrw.rosalux.de/event/48082/fimreihe-vom-mauerfall-bis-zur-nagelbombe-das-problem-heisst-rassismus-1.html
Köln
Am 21.03.2013
Fimreihe „Vom Mauerfall bis zur Nagelbombe: Das Problem heisst Rassismus“
Diesmal: The truth lies in Rostock (Mark Saunders, 1993)
Um 19 Uhr in der Keupstaße (siehe Flyer im Anhang).
http://www.nrw.rosalux.de/event/48083/fimreihe-vom-mauerfall-bis-zur-nagelbombe-das-problem-heisst-rassismus-2.html
Düsseldorf
Am 21.03.2013
Gestern Syrien, heute Mali – und das Völkerrecht …?
Europa, als imperiale Ordnungsmacht mit Prof. em. Dr. Norman Paech, MdB a.D.
Um 19:30 Uhr im ZAKK.
http://www.nrw.rosalux.de/event/47801/gestern-syrien-heute-mali-und-das-voelkerrecht.html
Dortmund
Am 21.03.2013
Der Traum vom feministischen Sozialismus-Utopien von Frauen gestern und heute
Buchvorstellung von Florence Hervé, Vortrag über Renate Wurms (1941 – 2009) von Rita Schnekmann und Monika Niehaus.
Um 19:30 Uhr im Literaturkaffeehaus Taranta-Babu.
http://www.nrw.rosalux.de/event/47843/der-traum-vom-feministischen-sozialismus-utopien-von-frauen-gestern-und-heute.html
Bochum
Am 23.03.2013
Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungspolitik
Vortrag mit Chandra-Milena Danielzik und Daniel Bendix von „glokal.“
Um 18:30 Uhr in der Aula der EFH Bochum.
http://www.nrw.rosalux.de/event/48005/postkoloniale-perspektiven-auf-entwicklungspolitik.html
Köln
Am 28.03.2013
Filmreihe „Vom Mauerfall bis zur Nagelbombe: Das Problem heisst Rassismus“
Diesmal: Revision (Philip Scheffner, 2012)
Um 19 Uhr in der Keupstaße (siehe Flyer im Anhang).
http://www.nrw.rosalux.de/event/48004/fimreihe-vom-mauerfall-bis-zur-nagelbombe-das-problem-heisst-rassismus-3.html
Einladung zur Subskription: Kurt Gossweiler
Im Juni erscheint:
Kurt Gossweiler: Großbanken, Industriemonopole und Staat. Ökonomie und Politik 1914 bis 1932. PapyRossa Verlag, ca. 400 Seiten.
1971 erstmals veröffentlicht, haben die Forschungsergebnisse von Kurt Gossweiler zur deutschen Wirtschaftsgeschichte in Kaiserreich, Erstem Weltkrieg und Weimarer Republik nichts an Bedeutung verloren. Es geht um die Frage, wie die Industrie- und Finanzkonzerne ihre ökonomische in politische Macht umsetzten, wie sie um Einfluss auf den Staatsapparat konkurrierten, welche unterschiedlichen Strategien sie in der Innen- und Außenpolitik verfolgten und wie ihre grundsätzlichen Interessen trotz aller Gegensätze zu gemeinsamen Zielsetzungen führten. Wie stets auf ein enormes Archivmaterial gestützt, geht Gossweiler Problemstellungen nach, die in der aktuellen Geschichtsschreibung vernachlässigt werden, und deckt die Wurzeln für Entstehung und Entwicklung unterschiedlicher Gruppierungen im deutschen Finanzkapital auf. Besonderen Wert legt er auf die oft vernachlässigte Rolle der Großbanken und den Einfluss des US-Finanzkapitals und einer an ihm orientierten Fraktion in den deutschen Wirtschaftseliten.
Das Buch ist vom Verlag zu einem Subskriptionspreis von „ca. 19,20 Euro“ (bis 30.4.2013) angekündigt. Ab dem 1. Mai soll es „ca. 24 Euro“ kosten. Auf jeden Fall bekommt man das Buch, wenn man es jetzt bestellt ca. 5 Euro billiger. Die Buchhandlung Weltbühne bittet um Vorbestellungen.
Kurt Gossweiler, der als 95jähriger immer noch in die politischen Diskussionen dezidiert eingreift, gilt zurecht als ein besonders harter Knochen. „Stalinist“ wäre noch untertrieben. Seine profunden Sachkenntnisse als Historiker können nicht bestritten werden.
Kurt Gossweiler steht auch auf der Liste der Metzger-Autoren (Nr. 48: Faschismus aus der Mitte der Gesellschaft. Kurt Gossweiler antwortet Siegfried Jäger).
Herzlichen Glückwunsch, Inge Holzinger!
Dank euch, ihr Sowjetsoldaten!
Die Kunst des Büchertischs
Weltbühne-Büchertisch unter den Tafeln der Dauerausstellung über Verfolgung und Widerstand in Duisburg – in der Antifaschistischen Woche „Auf den Spuren des Terrors“.
Auch heute Abend wieder. Heute auf dem Programm: Ulrich Sander stellt sein Buch Von Arisierung bis Zwangsarbeit Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945 vor.
Auf den Spuren des Terrors – Antifaschistische Woche in Duisburg
Am 30. Januar jährt sich zum 80. Mal die Machtübertragung an Hitler. Einige werden sich zu Worte melden, um dann so schnell wie möglich „zur Tagesordnung überzugehen“: die ewigen Ablenker, die ewigen Beschwichtiger.
Doch auch die Antifaschisten melden sich zu Wort. Ich bitte um Aufmerksamkeit für die ANTIFASCHISTISCHE WOCHE in Duisburg – von Sonntag, 27. Januar bis Samstag, 2. Februar. 14 Einzelveranstaltungen sind geplant. Die Antifaschistische Woche steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister a.D. Josef Krings.
Die Antifaschistische Woche wird vorbereitet unter Federführung des Duisburger Kreisverbandes der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Es wird sehr viel Arbeit hineingesteckt – ebenso Erfahrung und Können. Ich bitte darum, diese Anstrengungen mit Aufmerksamkeit und Teilnahme an den Veranstaltungen zu belohnen. (Bitte beachtet das Programm – Anklicken zum Vergrößern).

Der Faschismus in Deutschland ist nicht nur ein geschichtliches, sondern ein aktuelles Thema. Faschismus verschwindet nicht von selbst.
Die Buchhandlung Weltbühne beteiligt sich an der Antifaschistischen Woche mit Büchertischen bei den Veranstaltungen im Dokumentationszentrum in Kaßlerfeld:
Montag, 28.1. – 19 Uhr
Dienstag, 29.1. – 19 Uhr
Donnerstag, 31.1.- 19 Uhr
Freitag, 1.2.- 19 Uhr
Samstag, 2.2. – 13.30 Uhr
Ich bitte zu beachten, daß an diesen Tagen die Buchhandlung früher geschlossen sein wird.
Achten Sie auf das DISS!
Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus
Zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus lädt die VVN-BdA ein: Am Volkstrauertag, Sonntag, den 18. November 2012, um 15 Uhr in der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof in Duisburg-Wanheimerort:
„Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Liebe Kameradinnen und Kameraden,
liebe Freundinnen und Freunde,
auch heute noch, fast 80 Jahre nach dem Beginn der bislang größten Tragödie der
Menschheit ist das Gedankengut, das den Faschismus an der Macht in Deutschland
möglich gemacht hat immer noch nicht aus allen Köpfen verbannt.
Der Kamerad Falk Mikosch wird in der Gedenkansprache unserer Veranstaltung den
Ursachen für die Zählebigkeit rechten Gedankenguts nachspüren.“
Die Gedenkveranstaltung der VVN-BdA hat eine lange Tradition. In all den Jahren hatte diese Veranstaltung weitaus mehr Besucher als die „offizielle“ Veranstaltung des Volksbundes, die an gleicher Stelle am Vormittag stattfindet. Und in jedem Jahr werden bei der VVN deutlichere Worte gesprochen.
Auch in diesem Jahr wird der Statt-Chor mitwirken.
Es folgt der Gang zum Ehrenmal. Mit dem Moorsoldatenlied endet die Gedenkveranstaltung.
Die VVN bittet auch um Spenden für die antifaschistische Arbeit.
VVN -BdA Kreisvereinigung Duisburg e.V., c/o Hans-Peter Speer, Karl-Jarres-Str. 13, 47053 Duisburg
Telefon (0203) 664371, E-Mail: vvn-bdaduisburg@t-online.de
Bankverbindung: Sparkasse Duisburg, Konto – Nr. 237 002 282, BLZ 350 500 00









