Neu in der Weltbühne: „Illegal“

Nicht oft kommt es vor, daß in der Buchhandlung Weltbühne von einem Titel binnen drei Wochen mehr als zehn Exemplare verkauft werden. So ist es geschehen mit der heutigen Empfehlung. (Daß es sich dabei um ein Werk am Rande des literarischen Betriebs handelt, verwundert umso weniger).
Ich stelle vor:
Bernd Hendricks: Illegal. Roman. Epubli Verlag. 188 S. 14,90 Euro
HendricksIllegalDer Verlag stellt sein Buch vor:
Neil Winter will nur für ein paar Wochen der Krise seines Lebens entfliehen, weg von Scheidung und Jobproblemen. Er hofft, in Mexiko auf neue Gedanken zu kommen. Aber in der ersten Nacht seiner Reise wird er ausgeraubt, und verliert alles: Gestern noch war er ein Ingenieur aus Colorado, stolzer Bürger der mächtigsten Nation der Welt. Heute ist er ein Mann ohne Geld, ohne Reisepass, ohne Kreditkarte, ein dokumentenloses Nichts. Verzweifelt sucht er Hilfe, und findet das Mitgefühl von Fremden, Liebe und Hoffnung. Doch was auch immer er unternimmt, um nach Colorado heimzukehren – vor ihm erhebt sich ein Hindernis, mit dem er am wenigsten gerechnet hat: sein eigenes Land.
Mit „Illegal“ präsentiert uns der Autor eine moderne Parabel. Was wie die Odyssee eines einzelnen Mannes scheint, der nur zurück in sein altes, gut situiertes Leben will, ist in Wirklichkeit die Geschichte von Millionen, die sich auf den Weg machen und eine neue, bessere Zukunft suchen.

Anderswo vergriffen, nur noch bei uns erhältlich ist auch der erste Roman von Bernd Hendricks: Menschen mit Flagge. Epubli Verlag 2011. 604 S. 29,50 Euro – ein Buch über das World-Trade-Center-Attentat.

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Weltbühne muß bleiben.
Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

Transit

Einmal habe ich das Territorium der Deutschen Demokratischen Republik betreten. Das war 1972. Die Bröselmaschine hatte ein paar Auftritte in Westberlin. Also mußten wir, von Süddeutschland kommend, über die Transitautobahn die DDR durchqueren. Ich hatte aber keinen Reisepaß. Also mußte ich mir im Büro der DDR-Grenzadministration ein Ersatzdokument ausstellen lassen, das mich zur Benutzung des Transitweges durch die DDR berechtigte.
An der Wand hing ein Bild von Erich Honecker. Hinter dem Schreibtisch saß ein Uniformierter. Daß ich, von ihm als typischer West-Langhaariger wahrgenommen, begehrte, ohne Reisepaß die DDR zu durchqueren, konnte er nicht so recht verstehen: Da kommt doch tatsächlich jemand hier in der DDR an und hat keinen Reisepaß! Ich hingegen sah da gar kein Problem. Wenn man keinen Reisepaß hat, läßt man sich eben ein Ersatzdokument ausstellen.
In welcher Absicht ich denn die Transitstrecke benutzen wolle, wollte der Beamte wissen. Ich klärte ihn auf: Ich bin Musiker, und unsere Band hat in den nächsten Tagen drei Konzerte in Westberlin (ich sagte: Westberlin). Ob ich das nicht schon längst gewußt hätte und mir entsprechend rechtzeitig einen Paß hätte besorgen können? Ich sagte ihm natürlich nicht, daß ich die Paß-Angelegenheit nicht für so wichtig genommen hatte, sondern redete mich damit heraus, ich hätte im letzten Moment für einen anderen einspringen müssen und daher leider keine Gelegenheit mehr gehabt, das Besorgen eines Reisepasses zur Vorlage in der DDR in den Mittelpunkt all meines Sinnens und Trachtens zu stellen.
Welche Art von Musik wir denn machten, wollte er auch noch wissen. Es war nicht ganz einfach, dem Beamten der Deutschen Demokratischen Republik eine Ahnung davon zu vermitteln, was unter Folkrock zu verstehen sei.
Daß ich dem Beamten weder mit angstvoller Unterwürfigkeit entgegentrat, als fürchtete ich, bei einem falschen Wort nach Sibirien deportiert zu werden, noch mit beleidigtem Wessi-Trotz, daß mich der Aufenthalt in einem Dienstraum der Deutschen Demokratischen Republik in keinster Weise irritierte, daß ich nicht nur höflich, sondern geradezu freundlich mit ihm sprach, machte ihn sichtlich mißtrauisch. Daß ich mich mit der DDR innerlich mehr verbunden fühlte als mit dem Land meiner Herkunft, brachte ich zwar nicht explizit zum Ausdruck, ließ es aber durch meine Unbefangenheit erahnen. Der Beamte muß gedacht haben: Der ist so freundlich zu mir. Will der mich eigentlich verhohnepiepeln?
739px-Stamps_of_Germany_(DDR)_1964,_MiNr_1016Für das Ersatzdokument mußte ich zehn D-Mark bezahlen, das wußte ich. Für einen Reisepaß hätte ich bei „meinem“ Einwohnermeldeamt auch zehn D-Mark bezahlen müssen. Ich dachte: Wenn ich schon zehn Mark loswerde, dann gebe ich das doch lieber der DDR! Das ist sowas Ähnliches, als hätte ich zehn Mark für Kuba oder für Vietnam gespendet.
Wenn ich dem das erzählt hätte, dann hätte der gar nichts mehr verstanden.
Man hatte mich gewarnt: Erzähl denen an der Grenze bloß nicht, daß du Kommunist bist! In ‘ner Delegation, ja, da wird man da willkommengeheißen. Aber ein einzeln reisender Kommunist aus dem Westen, da denken die: „Das geht doch gar nicht! Im Westen Kommunist? Das ist doch gegen die Vorschrift! Hier muß man das ja! Aber wer im Westen Kommunist ist, freiwillig, der muß ja verrückt sein. Das ist ja ein Aufrührer, ein Umstürzler!“
Ich war auch mal Delegierter bei der Bezirksdelegiertenkonferenz der DKP. Da hielt einer eine Rede, der war Professor in der DDR gewesen. Er sagte: „An der Karl-Marx-Universität in Leipzig lehrte ich Marxismus-Leninismus. Ich dachte: Die richtigen Kommunisten, die für ihre Überzeugung Nachteile auf sich nehmen, das sind die im Westen. Und die anderen – die sitzen vor mir in meinen Seminaren.“
Wenn der das da erzählen durfte, dann darf ich das hier auch erzählen.

Eloge auf einen Terroristen

Die Bundeskanzlerin hat den verstorbenen Nelson Mandela einen Titanen der Gerechtigkeit oder Giganten der Menschlichkeit oder sowas in der Art genannt. Andere Würdenträger äußerten sich ähnlich.
Irren sie sich da nicht?
Als Nelson Mandela noch im Gefängnis war, hörte man von den Staatsfiguren, die sich jetzt elogierend gegenseitig überbieten, nichts dergleichen. Damals war Nelson Mandela ein Terrorist, der sein Volk zum gewaltsamen Umsturz des Apartheidregimes anstachelte. Seine Freilassung zu fordern war der kleinen radikalen Minderheit überlassen, den sogenannten Sympathisanten, also uns.
Wir Staatsfeinde unterscheiden uns von den Staatsträgern dadurch, daß wir schon gegen die Apartheid waren, als es sie noch gab. Sie unterscheiden sich von uns dadurch, daß sie die Freilassung Mandelas erst richtig fanden, als sie erfolgt war.
MandelaBriefmarkeSUBei der Demonstration gegen Apartheid und für die Freilassung Mandelas auf dem Münsterplatz in Bonn trat der Staat in Erscheinung, aber anders als jetzt. Die Polizei trat so martialisch auf, wie ich es zuvor noch nie gesehen hatte.
Die jederzeit in der Lage sind, politisches Widersprechen mit der Polizei einzudämmen, sind nicht schlauer geworden. Das erkennt man daran, daß sie sich für ihr Diktum von einst nicht entschuldigen. Sie irren sich nie, sondern folgen immer der Opportunität, die es ihnen heute nahelegt, Abglanz aufzusaugen. Sie können nicht aufhören zu lügen.
Als wir mit dem Bus der Bonner Verkehrsbetriebe zum Ausgangspunkt der Demonstration fuhren, sagte der Busfahrer die Station an, und er fügte hinzu: „Ich würde am liebsten mitgehen.“

Neu in der Weltbühne: Solidarität. Die Zärtlichkeit der Völker.

Neu eingetroffen:
Heinz-W. Hammer, Frank Schwitalla: Solidarität – Die Zärtlichkeit der Völker 20 Jahre Netzwerk Cuba. PapyRossa Verlag. 248 S. Pb. zahlr. Abb. 12 Euro.
NetzwerkKubaDer Verlag stellt sein Buch vor:
Das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ wurde im Juni 1993 in Frankfurt/M. als Koordinations- und Informationsstelle der in der Bundesrepublik tätigen Cuba-Solidaritätsgruppen gegründet.Wie war die Lage Cubas zu diesem Zeitpunkt? In welchem Verhältnis standen die verschiedenen Solidaritätsgruppen zueinander? Warum gab es eine Neugründung und nicht einen organisatorischen Zusammenschluss der bestehenden Vereine? Welches Verhältnis bestand zwischen materieller und politischer Solidarität? Wie wurde die materielle Basis abgesichert?Im Laufe der Jahre wurden diese und andere Fragen von Interessierten und später Hinzugekommenen immer wieder gestellt. Zwei ehemalige Vorsitzende des NETZWERK CUBA haben sich anlässlich des 20. Jahrestages im Jahre 2013 dieses Projektes angenommen und beschreiben im vorliegenden Buch aus ihrer Sicht die Entwicklung des Vereins. Da dieser sehr heterogen zusammengesetzt ist, versteht es sich nach Meinung der Autoren von selbst, dass manche Aspekte auch unter anderen Blickwinkeln betrachtet und interpretiert werden können. Diese Vielfalt ist es, die nach Überzeugung der Autoren für das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ auch zukünftig eine tragfähige Grundlage bildet. Die vorliegende Publikation bietet daher nicht nur einen Rück-, sondern auch Anregungen für einen Ausblick. Sie kommen zu dem Fazit: Das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ hat sich in die Annalen der nationalen und internationalen Cuba-Solidaritätsbewegung eingetragen und nimmt dort einen ehrenhaften Platz ein. Nicht nur, wie im vorliegenden Fall, als Objekt historischer Betrachtungen, sondern zugleich als handelndes Subjekt. Es gibt also keinen Grund, sich auszuruhen – Der Kampf geht weiter.
Bestellen Sie dieses Buch in der (Versand-)Buchhandlung Weltbühne, denn die Buchhandlung Weltbühne will & muß überleben. Lassen Sie sich nicht einreden, daß man das genauso gut woanders bestellen kann. Das kann man zwar auch woanders bestellen, aber nicht genauso gut.

Brief aus Istanbul

Gestern erhielt ich eine E-mail vom Verlag Assoziation A:
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Ereignisse in Istanbul sind dramatisch: Gestern Abend wurde mit enormer Brutalität der Gezi-Park geräumt. Gleichzeitig werden wir Zeugen einer neuen und einzigartigen Protestbewegung in der Türkei, der unsere volle Solidarität gehört.
Aus Istanbul erreichte uns ein Brief von Tayfun Guttstadt, der eindrucksvoll von den Geschehnissen berichtet und ein plastisches Bild der Protestbewegung in ihrer Vielfalt und auch Widersprüchlichkeit zeichnet. Gerne leiten wir ihn weiter. Der Autor ist damit einverstandnen, dass er – gekürzt oder ungekürzt – weiter verbreitet und benutzt, zitieret oder abgedruckt wird.

Hier, ohne Kommentar, der Wortlaut:

Brief aus Istanbul – Bericht vom Taksim-Platz
von Tayfun Guttstadt
Ich dachte, es interessiert vielleicht den einen oder anderen, was ich in drei Tagen in Istanbul so mitbekommen habe.
Ganz kurz die Hintergründe: Die AKP von Erdogan ist seit über zehn Jahren Regierungspartei und hat bei den bisherigen drei Wahlen jedes Mal einen Stimmenzuwachs verzeichnen können, bei der letzten Wahl satte 47 % (!) der zählenden Stimmen. Da die Mindestgrenze (in Deutschland die „5%-Hürde“) mit 10 % relativ hoch liegt, kann man wohl davon ausgehen, dass der absolute Anteil so um die 30-35 % liegt. Aber das ist eine Schätzung.
Jedenfalls ist in den zehn Jahren viel passiert: Die Türkei hat sich durch eine radikal neoliberale Wirtschaftspolitik (kennen wir ja auch spätestens seit Schröder sehr gut: Deregulierung, mehr Markt, privatisieren, privatisieren, flexible Arbeitskräfte schaffen …) in eine Art Wirtschaftswunderland verwandelt. Es wird überall investiert, […] die Folgen sind jedoch überall sichtbar: Naturzerstörung ohne Ende (wirklich in erschreckenden Ausmaßen), riesige Projekte (z.B. die größte Brücke ihrer Art über den Bosporus und den größten Flughafen der Welt in der Nähe von Istanbul).
Gleichzeitig hat die AKP langsam aber sicher viele der Symbole und Standbeine der alten kemalistischen, nationalistischen Elite abgerissen, verhaftet, verkauft oder übermalt, was mich persönlich nicht weiter stört, in manchen Fällen gar freut (z.B. die Verhaftung der Foltergeneräle, die für die Putsche in den letzten Jahrzehnten und die damit verbundenen Morde und Folterungen – es geht um Zehntausende – verantwortlich sind).
Ein weiterer revolutionärer Schritt war das Friedensabkommen mit der PKK (seit ein paar Monaten gab es keinen einzigen Toten, weder auf der Seite des Militärs noch auf der der PKK). Unter der AKP wurden auf dem Gebiet der Kurdenfrage einige Fortschritte erzielt, doch dies ging den Nationalisten, vornehmlich im Westen und Norden der Türkei zu weit: Plötzlich wähnten sie sich in einem Land, dass vom PKK-Führer Öçalan regiert werde.
Zudem nahm der Führungsstil von Erdogan zunehmend autoritäre Züge an. Ein guter Redner und Populist war er ohnehin, doch seine Kommentare zum Thema Abtreibung („MORD!“ schrie er) und die Art, wie er das eigentlich nicht besonders strikte Gesetz zur Regulierung des öffentlichen Alkoholverkaufs (immer noch lockerer als in vielen westlichen Staaten) einführte sowie die Tendenz, immer weniger auf die Opposition zu hören, trugen ihr Übriges zur Anti-Erdogan-Stimmung in gewissen Teilen der Bevölkerung bei.
Dies sind nur einige Beispiele, für jeden Punkt ließen sich noch etliche aufzählen, aber kommen wir zum Gezi-Park am Taksim!
Der letzte Park im zentralen Viertel Beyoglu, in dem sich der Taksim-Platz und die Istiklal-Straße befinden, soll abgerissen bzw. umgebaut werden. Wie immer bei dieser Art Projekten ist nicht so ganz klar, was dort eigentlich gebaut werden soll: Ein Einkaufszentrum? Ein Museum, das an osmanische Traditionen anknüpft? Eine Moschee? Alles zusammen in einem alles bisher Dagewesene in den Schatten stellenden futuristischen Mega-Projekt? Meistens, so zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, kann man das erst wirklich wissen, wenn es fertig ist. Und dann ist es ja schon fertig und das nächste Projekt steht in den Startlöchern!
Zu Beginn standen nur einige wenige Zelte im Park, die dort ein Art Mahnwache hielten. Das Eingreifen der Polizei war derart brutal (alle Zelte wurden sofort verbrannt), dass binnen weniger Stunden eine weitaus größere Menschenansammlung – organisiert durch moderne Kommunikation (Facebook, Twitter, i-Phone) – sich im Park und drumherum befand. Es folgte ein weiterer Polizeieinsatz und die Masse wuchs weiter an, zudem breiteten sich die Proteste auf die Großstädte des Westens aus. Plötzlich hieß es; „Her yer Taksim! Her yer Direnis“ (Überall ist Taksim! Überall ist Widerstand!).
Was besonders verstörend war: Die großen Medien der Türkei bewiesen auf traurigste Art und Weise, dass sie schon lange nichts weiter als Sprachrohre de Regierung sind. Während CNN international live vom ersten großen Polizeieinsatz am Taksim berichtete, zeigte CNN Türk eine Dokumentation über Pinguine – zeitgleich! Daher konnte man in den folgenden Tagen etliche Protestierenden in Pinguin-Kostümen sehen, in der Hoffnung, so die Aufmerksamkeit der türkischen Medien auf sich ziehen zu können – nur eines der Beispiele für die unglaubliche Kreativität und den Witz, mit dem ein Großteil der Protestierenden ihre Frustration zeigte. Doch nicht nur zu Beginn, während der ganzen Proteste weigerten sich die großen TV- und Radiokanäle sowie Zeitungen (die alle zu wenigen großen Medienkonzernen gehören) irgendetwas Sinnvolles zu zeigen: Wie ein amerikanischer Reporter es ausdrückte: „Stellt euch vor, Zehntausende demonstrieren am Times Square, und in den Medien gibt?s NICHTS!“
Auch ich beteiligte mich an den Protesten in Antalya, mir wurde jedoch schnell klar, dass das Herz der Sache in Istanbul schlägt, daher ließen wir es uns nicht nehmen, nach Istanbul zu fahren. Dienstagmorgen Weiterlesen

Hilfe für Kuba

Die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba gibt bekannt:
„Hurrikan Sandy verursacht verheerende Schäden
Die durch den Hurrikan verursachten Schäden haben sich als erheblich größer erwiesen, als zuerst abgeschätzt. Es wurden über 200.000 Gebäude beschädigt oder zerstört. Der Schaden an den elektrischen Leitungen und Elektrizitätswerken ist enorm. Große landwirtschaftliche Anbauflächen der Region sind verwüstet. Mindestens 100.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden laut UN-Angaben beschädigt. Die Schäden belaufen sich in den betroffenen Gebieten auf etwa 2 Mrd. US-Dollar.
Wir möchten uns bei allen bisherigen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich bedanken. Seit dem ersten Aufruf nachdem der Wirbelsturm über den Osten Kubas hinwegfegte, sind auf den Konten des Netzwerkes Cuba und der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba jeweils über 3.700 Euro an Spenden eingegangen.“


Ausführliche Informationen und Bilder von den enormen Schäden sind auf der Homepage der Freundschaftsgesellschaft zu sehen.


Das Neue Deutschland kommentierte am 3.11.2012:
„Die Folgen des verheerenden Wirbelsturms Sandy beschäftigen noch immer die Medien – mit einer auffälligen Schlagseite. Es geht in meisten Berichten, wenn nicht sogar fast ausschließlich um die Schäden in Nordamerika. Es sind bald Wahlen in den USA, da geht es ohnehin mehr um Spekulationen darüber, wer politisch mehr Vorteil aus der Katastrophe ziehen kann, als um das Schicksal der Betroffenen. Andere Betroffene spielen überhaupt nur eine Nebenrolle; dass Sandy zuerst über die Karibik hinweggefegt war und in Jamaika, auf Haiti und Kuba schwere Schäden verursacht und Dutzende Menschen getötet hatte, bevor der Hurrican auf die US-Küste prallte, ist bestenfalls ein Thema in den Randnotizen. Spitzennachrichten, Sondersendungen und -seiten, Brennpunkte – so etwas bleibt dem Unglücksgeschehen in den USA vorbehalten.
Das verdeutlicht die schiefe Perspektive, aus der ein Großteil der Medien die Welt betrachtet. Ignoriert werden dabei Hunderttausende Obdachlose, Millionen Betroffene in der Karibik, die deshalb nicht als politisch wichtig und interessant erachtet werden, weil sie weit weg von den Zentren des Kapitals leben. Dabei sind Kuba und Haiti – gemessen an der Größe dieser Länder und an der Bevölkerungszahl – kaum weniger getroffen von Sandy als die USA. Und sie haben es wesentlich schwerer als die wirtschaftliche Supermacht USA, den Betroffenen zu helfen und das Leben wieder in Gang zu bringen. Bei der einseitigen Berichterstattung fällt auch unter den Tisch, dass Venezuela umgehend eine Luftbrücke eingerichtet hat, um Hilfsgüter nach Kuba und Haiti zu bringen, das im Übrigen noch mit den Folgen des schweren Erdbebens vor zwei Jahren zu kämpfen hat. Präsident Chavez, den man gern als Iran-Freund und Mini-Diktator vorführt, fasst man eben nur mit spitzen Fingern an. Entweder man kann ihm politisches Kalkül unterstellen, oder er findet nicht statt. Informationen über die Luftbrücke aus Caracas muss man in deutschen Medien mit der Lupe suchen.“

Spendenkonto der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba
Kto.-Nr. 123 6900
bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Stichwort: Hurrikan Sandy

Da kann man hingehen: Aufführung der Berliner Compagnie

Die Berliner Compagnie führt ihr Stück „Die Weißen kommen“ am Donnerstag, 15. November im Gemeindesaal Gustav-Adolf-Straße in Duisburg-Neudorf auf (eine Veranstaltung des Duisburger Friedensforums). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Eintrittspreis: 10 Euro, ermäßigt: 8 Euro.


„Motiviert zu dem Stück wurden wir durch die Beobachtung, dass in der Öffentlichkeit ein großes Missverhältnis besteht zwischen einer durchaus starken emotionalen Betroffenheit aufgrund der von den Medien verbreiteten Bildern der Not einerseits und einer katastrophalen Unkenntnis der wirklichen Ursachen dieser Not andererseits. In Umfragen wird auf die Frage nach Instrumenten zur Bekämpfung des Hungers in der Welt fast ausschließlich Nahrungsmittelhilfe, Entwicklungshilfe oder bessere Regierungsführung genannt. Schlechte Regierungsführung geben in einer jüngsten Umfrage gerade die besser Verdienenden bei uns als größtes Problem der Entwicklungsländer an.
Die meisten Bürger bringen die elenden Zustände weder mit den augenblicklichen, von der EU und ihrer eigenen Regierung mitgesetzten weltwirtschaftlichen Regeln, noch mit der europäischen Kolonialgeschichte, noch mit ihrem eigenen Konsum oder Wahlverhalten zusammen.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO 2009) übersteigt die Zahl der Unterernährten erstmalig die Milliarden-Grenze. Ein Drittel von ihnen lebt in Afrika. Das Millenniums-Ziel, den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, wird ganz offenbar scheitern.
Wir möchten mit unserem Stück auf die externen Ursachen der Katastrophe in Afrika hinweisen und zwar auf diejenigen, die mit Europa zu tun haben, mit uns. Denn obwohl wir hohe Summen als Entwicklungshilfe an Afrika schicken, schädigen wir – bzw. unsere Regierungen, unsere Konzerne – auch ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Kolonialzeit offenbar weiterhin und auf verschiedene Weise unseren Nachbarkontinent.“ Berliner Compagnie

Helft Kuba!

„Der Hurrikan nähert sich der amerikanischen Küste – Der Hurrikan hat das amerikanische Festland erreicht.“ Das hört man dieser Tage wieder.
Welcher Küste? Welches Festland? Wenn von „Amerika“ gesprochen wird, sind fast immer nur die USA gemeint. Das ist eine schlechte Angewohnheit.
„Hurrikan Sandy über Kuba. Schäden in Milliardenhöhe. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, forderten die starken Winde und die heftigen Regenfälle neun Tote in Santiago und zwei in Guantánamo“, meldet die Freundschaftsgesellschaft BRD – Cuba“ auf ihrer Homepage und ruft auf: „Solidarität mit Cuba jetzt!“


Spendenkonto der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba
Kto.-Nr. 123 6900
bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Stichwort: „Hurrikan Sandy“