Helmut Loeven: Tage der Familie – Tage der Commune. Duisburger Akzente 2024

Lesung im Rahmen der Duisburger Akzente 2024 am 21.4.2024. Syntopia, Stadtteil- und Projektladen in Duisburg-Hochfeld.

„Wenn das ganze linke Projekt überhaupt noch bestehen sollte, muss es hedonistischer, ästhetischer, intellektueller, auch erotisch und wieder nonkonformistisch werden. Wie sagt der Dichter: Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück zu erfüllen, auch sich, das ist gut.“

Erster Teil

0:00 Familienbande
6:17 Ich war vier Jahre alt, ich spielte mit einigen Kindern der Nachbarschaft in einem Garten
7:58 Ich konnte zwar noch nicht lesen und schreiben aber schon im Laden einkaufen
10:48 Bei einer Familienfeier wurde über Fleischwurst geredet
13:04 Religion
16:18 Aus der Serie komische Häuser
18:33 Der Dicke Adolf
21:41 Hier im Inneren des Landes da leben sie noch
25:30 Ein Lichtlein brennt
31:08 Die Unverbesserlichen
32:59 Vom Löschen des Durstes
40:42 Aus der Geschichte der Musik
46:25 Die evangelische Kirchengemeinde in Neudorf veranstaltete eine Diskussion zwischen einem Bundeswehrsoldaten und einem Kriegsdienstverweigerer
47:31 Vor einiger Zeit hat eine Dame einer Frau ein Buch geschenkt, das ich geschrieben habe
50:45 Presseerzeugnisse der Linken Presse

Zweiter Teil

0:00 Man wird fragen, was hat es mit dem Hut auf sich (Syntopia muss bleiben!)
1:47 Happening 1960
5:44 Der Kommunismus hält Einzug in Meiderich
11:18 Besuch von einem Beamten
13:23 Über die Schönheit
15:30 Das Tagebuch
16:51 Annes Katze – Annes Eltern
20:32 Aus der Serie Kinos, die es nicht mehr gibt (Großenbaum)
25:02 Demokratie in Deutschland
31:18 Tut sie oder ist sie oder tut sie nur das glaubt sie doch wohl selber nicht (Sahra Wagenknecht)
36:14 Treiben und getrieben (Die Grünen)
41:23 Traktoren der Hoffnung?
44:33 Let the children play
48:57 Noch eine Sängerin, Helene Fischer, kennen Sie die?
50:09 Wo bleiben die Massen? Wir nehmen jeden
52:18 La chinoise
53:36 So lange ich mich zurückerinnern kann, hat die revolutionäre Linke hier und wahrscheinlich überall sich in einer Endzeit gewähnt
56:10 Aus der Serie Kinos, die es nicht mehr gibt (Das Universum in Buchholz)

Rosenmontag geschlossen

Heute wurde im Radio (WDR2) von einem Menschen jugendlichen Alters berichtet, der sich zu Karneval (Rheinland!) als Dieter Bohlen verkleiden will, und wie das bei WDR2 so ist, sollten die Zuhörerinnen & Zuhörer Ratschläge geben, wie man das macht, wenn man als Dieter Bohlen gehen will.
Da sind Sie bei mir richtig. Ich bin nämlich auch schon oft als Dieter Bohlen gegangen – zum Verwechseln ähnlich. Schauen Sie:
Man glaubt doch, den in Natura vor sich zu sehen. Ihnen wäre doch nicht aufgefallen, daß der das gar nicht ist.

Dieses Jahr Karneval will ich mich als Experte verkleiden.

Voriges Jahr Karneval ging ich als Paar Schuhe.
Ich sagte: Sehen Sie her: ein Paar Schuhe.
Den Rest müssen Sie sich wegdenken.

Nein, mal im Ernst: Ich wollte ihnen nur mitteilen, daß der Laden (Buchhandlung Weltbühne) am Rosenmontag (12. Februar) geschlossen ist. Rosenmontag ist nämlich der Tag, an dem ich meine Ruhe haben will und nicht vor die Tür gehe. Und darum ist der Laden jedes Jahr am Rosenmontag geschlossen. Schon als es den Laden noch gar nicht gab, war er immer am Rosenmontag geschlossen.

Was am Schluß dieser Mitteilung das Porträt der Christina K. zu bedeuten hat, das erfahren nur die, die es schon wissen.
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Hut aus Glas

Ein Foto aus der Zeit (gut, alt), als noch Hoffnung bestand, diese Stadt (Duisburg) könnte in urbanem Flair da stehen. Ein Foto aus den 60er Jahren, als die Welt, zumindest im Bereich Mercatorstraße/Königstraße, noch in Ordnung war. Mittlerweile ist die Zerstörung dieses zentralen Bereichs der „City“ (vulgo: Innenstadt) durch die Abholzung der Allee-Bäume vollendet, und vom Boulevard übrig bleibt ein reiner Verkehrsbereich. Mit dem Abriss des GLÄSERNEN HUTS fing es an.
Der Gläserne Hut war ein Pavillon mit obergeschossigem Straßencafé. Unten war z.B. ein Kiosk, eine Pommesbude (na ja, muß ja auch irgendwie sein), und man kriegte da DVG-Monatskarten.
Bemerkenswert ist doch die Einteilung der Spuren, eben nicht nur für Linksabbieger und Rechtsabbieger, sondern auch eine mittlere Spur für Leute, die noch nicht wissen, ob sie nach links oder nach rechts abbiegen wollen.

Die Leute, die den Gläsernen Hut abgerissen haben, würden es auch glatt fertigbringen, die Mercatorhalle, das Karstadt-Kaufhaus an der Königstraße und das Hallenbad Heerstraße abzureißen.

Über historische Gebäude in dieser Stadt schaut hier.

Zwei Stills aus meinem Film „Kö“ (Hut-Film 1978, auf DVD 2009). Hier wird der Gläserne Hut eher beiläufig der Super-8-Bildästhetik ausgeliefert.