Archiv der Kategorie: Heimatkunde
Das Foto zum Zwanzigsten
Mercatorstraße
„Was wir heute bauen sind die Slums von morgen.“ (Mitscherlich)
Duisburg ist die Stadt der kurzen Wege, wenn man eine Besichtigungstour der Bauskandale veranstalten will. Küppersmühle, Landesarchiv, Bibliothekneubau, Mercatorhalle: das hat man alles schnell abgeschritten.
Ein weiterer Bauskandal droht der Stadt jetzt verloren zu gehen. Dabei handelt es sich nicht um einen solchen, bei dem Intrigen, Mauscheleien, Murks und finanzielle Unregelmäßigkeiten eine Rolle spielen. Hier sollte die Stadtentwicklung ganz normal und wie gewohnt ablaufen.
Am Anfang war die Idee, die A59, die am Bahnhof entlang führt, zu überdachen. Warum? Weiß kein Mensch.
Das sah dann so aus:
Wat nu?
Irgendeinen Bombastik-Bumm-Komplex draufbauen, irgend so’n Dingen, dessen Leerstand und Verfall schon begonnen hatte, bevor der erste Strich auf den Plan gezeichnet wurde. Damit wurde „Multi Development“ betraut. Wenn eine Firma schon so heißt…
Wenn eine Firma schon so heißt, dann ist der zuzutrauen, daß die die Mercatorstraße in eine Betonschlucht verwandelt und die Baumallee als Hindernis für ihre gigantische Enturbanisierung auffaßt. Und so sollte es dann auch kommen: Die Platanen, die den Abschnitt der Mercatorstraße säumen, der am Bahnhof entlangführt, sollten kurzerhand der Gigantomanie weichen.
Das war den Duisburgern – jedenfalls vielen von ihnen – dann doch zu viel. Sie hatten wenig dafür übrig, daß mit der Mercatorstraße wohl etwas ähnliches angestellt werden sollte wie mit dem König-Heinrich-Platz. Nach der Verlangweilung der Innenstadt durch einfallslose Fußgängerzonisierung von Königstraße und Sonnenwall sollte nun noch ein weiterer Rest von Urbanität auch noch den Drauflosplanern in die Hände fallen? Ein Bürgerbegehren gegen diese Planung wurde vorbereitet.
Jetzt stand in der Zeitung: Die Verplanung ist aufgegeben. Die Multi-Developmänner wollen das Grundstück nicht mehr haben. Wenn da mal was geplant wird, dann so, daß der Baumbestand unberührt bleibt.
Prompt regten sich die Knallköppe per Leserbrief auf. Hier würden Investoren vergrault. Denen hat man was von den heilsbringenden „Investoren“ erzählt, und das glauben die.
Der „Investor“ ist der Klapperstorch für Erwachsene.
Das Foto zum Zwanzigsten
Räumungsverkauf
Der Räumungsverkauf ist beendet. Die Ware ist raus. Im Inneren des Ladens liegen noch ein paar Einrichtungsteile wie Trümmer herum.
Aus Modelleisenbahnen habe ich mir nie etwas gemacht. Aber auch mir gehen diese Fachgeschäfte verloren, in denen noch Meister ihres Faches wirken (in diesem Fall: eine Meisterin, die auch die Modell-Lokomotiven reparieren konnte).
Neudorf ist das diversifizierteste Viertel in meiner Stadt. Kleinindustrie, Handel, Altbauten und Neubauten, Natur und Asphalt, Vertrautes und Fremdes, der fröhliche Lärm der Stadt und die Ruhe fügen sich zu einer Vielfalt zusammen. Und doch geht auch hier immer wieder was verloren. Es ist schade.
Sackgasse.
Bilder von einer Wanderung
Weil letzten Samstag so ein schönes Spätsommerwetter war, entschloß ich mich: Nein, die Balkontür werde ich heute doch nicht streichen (sondern nächstes Jahr), und stattdessen unternehme ich heute noch einmal eine meiner Wanderungen.
Und wohin habe ich mich im menschenleeren Bus begeben? Zur Kupferhütte!
Strahlend der Himmel und finster die Industriekulisse. Links im Bild: Plakat zu einer Wahl, die vor Jahren stattfand.
Strandpanorama soll ein Lichtblick sein? Weghier.de (denkt vielleicht jemand. Ich nicht).
Die dahinschwindende Industrie läßt auch mal eine Lücke, in die ein Baukran paßt. Das Auto fährt dahin, wo niemand ist.
Blaues Schild: Lange Nacht der Industrie (oder: bange Nacht?).


Nasse Straße, obwohl es seit Tagen nicht geregnet hat.

Einige Verwaltungsgebebäude sind an zahlreiche kleine Firmen vermietet worden. Einige Fenster werden noch geputzt.
Hochspannung!
In diesem Kabüffchen konnte man sich besonders schön auf den Feierabend freuen (mit Thermoskanne).
You’ll never…
…never…
…never…
…reach the sky!
Alle Tore geschlossen.
Wo kommt denn der weiße Rauch her? Wurde da noch ein Papst gewählt? Reicht der eine nicht?
Oder hat der letzte beim Verlassen der Halle vergessen, die Industrie auszuschalten?
Da geht’s zum Rhein.

Die Montanindustrie rostet hier vor sich hin.
Wo kein Eingreifen der Verschönerung diente, entwickelt sich eine eigene Ästhetik – etwa, wenn die Vegetation sich selbst überlassen bleibt, oder, wie hier, die Ästhetik der Industrieanlagen und ihres langsamen Verfalls.
Niemand hat die Gebäude gebaut, die Rohre verlegt und die Wolken am Himmel zurechtgeschoben, damit es schön aussieht.
Summer in the City (3)
Nutzlos und frei
In der Stadt, deren Einwohnerzahl in einem Vierteljahrhundert sich um 100.000 verringert hat, wird immer noch Fläche verbraucht.
Felder, über die man den Blick schweifen lassen kann, sind selten geworden. Da ist man ja schon froh, wenn es auch nur mal 50 Meter sind, wo das Gras ganz frei und nutzlos (unausgewertet) vor sich hinwächst.
An der Lotharstraße in Neudorf.
Wie lange geht das noch gut?
..
Steinbart-Gymnasium: Fragwürdige Traditionspflege (2)
Samstags nach der zweiten Stunde versammelte sich die „Schulgemeinde“ nebst stolzen Eltern, Ehemaligen, Löbenichtern, Jubilaren in der Aula zu einem würdevollen Spektakel mit Schulorchester.
Bei der traditionellen Abiturfeier fanden sich neben den Abiturienten und deren Eltern, dem Lehrerkollegium, den Schülern (ab Untertertia), den 25- und 50jährigen Abiturjubilaren und einigen Honoratioren auch die Löbenichter ein. Das Steinbart-Gymnasium unterhielt eine Schulpartnerschaft mit dem Löbenichter Realgymnasium in Königsberg.
Dieses Realgymnasium war eines allerdings nicht: real. Es war ein Erinnerungsposten. Aber die Verbundenheit wurde bei feierlichen Anlässen beschworen bzw. bekräftigt. In der Redaktion der Schulzeitung Steinbart-Blätter gab es ein Ressort „Löbenichter“. Der zuständige Redakteur hatte nichts zu tun. Was soll man schon über ein Irreal-Gymnasium berichten? Im Schulgebäude gab es sogar ein Löbenichter-Zimmer. Vielleicht gibt es das heute noch, und es wurde nur vergessen, wer den Schlüssel dafür hat. Vielleicht denkt man heute, das wäre früher das Extra-Lehrerzimmer für die Herren des Kollegiums gewesen, die nie gelobt haben.
Aber zu meiner Zeit durften die Löbenichter noch aufmarschieren. Jeder Abiturient wurde nach Überreichung des Abiturzeugnisses weitergereicht an den Löbenichter Ehrenpräsidenten, einen schon etwas hinfällig wirkenden Herrn, der den Abiturienten eine goldene Nadel, die sogenannte Alberte, an die Brust heftete. Der Mann war berüchtigt, weil er das An-die-Brust-Heften wohl wörtlich nahm.
Als ich zur Entgegennahme des Abiturzeugnisses schritt (1969), blieb mir das Erlebnis der unter die Haut gehenden Verbundenheit erspart. Das Zeugnis steckte in einer Klarsichthülle, und die Alberte war dem beigelegt. Ich war nur eine halbe Stunde lang Besitzer einer Alberte, von der ich mich leicht trennte, weil ich in ihr ein Symbol des Revanchismus sah. Beim anschließenden Empfang merkte mein Klassenkamerad Hartmut Pawlik, daß ihm die Alberte wohl aus der Hülle gefallen war, und ich sagte: „Da! Kannz meine haben.“
Quatschguerilla
Mich hat mal einer auf der Grabenstraße nach dem Weg zur Bismarckstraße gefragt. Ich hätte sagen können: „Nächste Straße rechts, dann die nächste Querstraße ist die Bismarckstraße.“ Das wäre richtig gewesen. Der hatte aber einen Franz-Josef-Strauß-Aufkleber auf der Heckscheibe und noch weitere Aufkleber mit unappetitlicher Botschaft. Also hab ich ihn zum Entenfang geschickt („Bis zur Ampel, dann links, und dann immer geradeaus“).
Das ist schon lange her. Aber letztens fragte mich so ein Schnösel auf der Königstraße (Ecke Sonnenwall), wo die Post ist:
„Äh! Gibt es hier irgendwo ‘ne Post, he? Gibt es überhaupt eine Post in diesem Kaff hier?“
Dem habe ich gesagt: „Gehen Sie hier die Straße entlang, immer geradeaus. Auf der linken Seite ist dann die Post.“
Auf der linken Seite ist gar nicht die Post, sondern die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Sparkasse, das Landgericht, der König-Heinrich-Platz und dann am Ende das Call-Center der Targobank. Aber ich habe ihm gesagt, er soll nach links schauen. Denn wenn er nach rechts geguckt hätte, hätte er gesehen, daß auf dem Sonnenwall, keine 50 Meter entfernt, die Post ist.
Wer zum Entenfang geschickt wird, braucht sich nicht zu beschweren.
Da ist es doch schön!
Aus der Serie „Komische Baustellen“
Steinbart-Gymnasium: Fragwürdige Traditionspflege (1)
Diesen OFFENEN BRIEF bitte ich zu beachten:
Gegen Geschichtsverfälschung am Duisburger Steinbart-Gymnasium – Für eine kritische Aufarbeitung der Schulgeschichte
Mit Entsetzen mussten wir, die diesjährigen AbiturientInnen des Steinbart-Gymnasiums, feststellen, dass unsere Abiturzeugnisvergabe für rechtsextreme und geschichtsrevisionistische Propaganda missbraucht wurde. Dabei wurden uns sogenannte „Albertinanadeln“ ausgehändigt, gemeinsam mit einem Informationsblatt, in dem von deutschen Gebietsansprüchen in Russland und Polen die Rede ist. Aus spontanem Protest verweigerten einige von uns die Annahme und stellten Nachforschungen im ebenfalls ausgehändigten Buch „Das Steinbart-Gymnasium zu Duisburg 1831 – 1981“ an.
Der Inhalt schockierte uns: Von den ermordeten und deportierten jüdischen SchülerInnen war keine Rede, dafür aber u.a. von der „nationalsozialistischen Revolution“, dem alliierten „Terrorangriff vom 13. Mai 1943“, einem „Bekenntnis zum deutschen Osten“ – mit dem Gebiete in Polen und Russland gemeint sind – seitens des Steinbart-Gymnasiums und einer totalen Verdrehung der Realität vom Kriegsende als „Katastrophe von 1945“ samt „seinem unglücklichen Ausgang“. Den Widerstandsaktionen des Antifaschisten und Steinbart-Abiturienten Harro Schulze-Boysen, den sein Engagement sein Leben kostete, wird in der Publikation ein „landesverräterischer Charakter“ unterstellt und behauptet, seine Verurteilung zum Tode durch die NS-Richter sei Ergebnis eines „in einwandfreier Form“ durchgeführten Prozesses gewesen.
Wir sind zutiefst empört. Diese Art von Geschichtsverfälschung steht im Gegensatz zu den Grundwerten einer offenen, antifaschistischen und demokratischen Gesellschaft. Schulen sollten diese Werte vermitteln und pflegen und uns zu mündigen Menschen erziehen. Wir fühlen uns daher verpflichtet, auf diesen Skandal aufmerksam zu machen und fordern eine klare Aufklärung. Dies wollen wir gemeinsam mit der Duisburger Zivilgesellschaft erwirken. Eine einfache Stellungnahme, mit dem Verweis auf das Alter des Textes lehnen wir ab: Die Auflage ist aus dem Jahre 2000, die abgedruckte AbiturientInnenliste sogar bis zum Jahrgang 2011 aktualisiert worden. Auch die Ausrede, es handele sich um ein authentisches Zeitdokument, können wir nicht gelten lassen, da mit dieser Begründung jedwede Propaganda und Literatur verbreitet werden kann.
Von der Schulleitung des Steinbart-Gymnasiums fordern wir daher:
– Eine Distanzierung von dem geschichtsrevisionistischen Inhalt des Buches „Das Steinbart-Gymnasium zu Duisburg 1831 – 1981“, sowie dessen kritische Überarbeitung nach antifaschistischen und demokratischen Werten
– Eine Aufarbeitung der Schulgeschichte im Nationalsozialismus, mit besonderem Hinblick auf ihre jüdischen und antifaschistischen Opfer
– Ein klares Bekenntnis zum antifaschistischen Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen – dabei anerkennen wir die ersten bereits gemachten Schritte
Unterzeichner:
– Verschiedene SchülerInnen und Ehemalige des Steinbart-Gymnasiums
– Duisburger Netzwerk gegen Rechts
– Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN – BdA) Kreisverband Duisburg
– Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen K.d.ö.R.
– DIE LINKE. Kreisverband Duisburg
– Friedensforum Duisburg
– Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) Duisburg
– DKP Kreisorganisation Duisburg
Kritische Nachfragen nimmt die Schule sicher gerne hier entgegen.
Das Foto zum Zwanzigsten
Summer in the City (1)
Prosperität in Schilda
Neudorf, Mozartstraße Ecke Koloniestraße. Das Chinarestaurant gibt es doch schon lange nicht mehr!
Frühlingsrollen kriegt man da nicht mehr, aber einen Parkplatz können sie noch bieten.
Edeka gegenüber ist übrigens auch schon lange nicht mehr da. Und die Firma, die den Leerstand mal unterbrach, ist auch nicht mehr da.
Fünf Meter weiter links die gebleichte Fassade von ehemals „Repla Duisburg – Plastikartikel für Industrie, Büro u. Werbung“. Ich hatte mal die Idee, mir dort Plastiktüten mit der Aufschrift „Jute statt Plastik“ herstellen zu lassen. Aber die Firmen verschwinden schneller als man mit einem Auftrag hinkommt.
Das ist die Prosperität in Schilda: Sie ist nur noch auf dem Schild da.
Der Opa von Neudorf
An der Ecke Gneisenaustraße/Finkenstraße steht der Opa von Neudorf und hält sein Fahrrad fest.
„Et rechnet“, sagt er betrübt. „Heute is doch Siebenschläfer. Wenn et an Siebenschläfer rechnet, dann rechnet et sieben Wochen lang.“
Und dann fügt er hinzu: „Dat is son alter Aberglauben. Der paßt nich mehr in unsere moderne Zeit rein.“
Das Foto zum Zwanzigsten
Jasmin
Der Jasmin gehört zu meinen Lieblingen. Vor ein paar Jahren wurden in den Anlagen viele Jasminsträucher gepflanzt. Das war eine gute Idee. Einige dieser Sträucher sind prächtig gewachsen, drei oder vier Meter hoch.
Mein täglicher Weg führte an einem Jasminstrauch vorbei. Im Frühsommer blühte er. Die weißen Blüten zwischen den dunkelgrünen Blättern ergaben ein prachtvolles Bild, betont durch den bittersüßen Duft, den sie verströmten.
Vor ein paar Jahren wurden die Sträucher auf dem Mittelstreifen der Gneisenaustraße gestutzt (Ordnung muß sein). Die Folge war, daß andere, schneller wachsende Sträucher den Jasmin überwucherten. Das städtische Gewächsbeaufsichtigungsamt hatte mir die frühsommerliche Freude an „meinem“ Jasminstrauch genommen.
Auch Gewächse haben einen Lebenswillen. Der Jasminstrauch auf der Gneisenaustraße hat sich – jedenfalls auf die Dauer – nicht unterkriegen lassen. In diesem Jahr zeigte er wieder Blüten.
Während an Jasminsträuchern an anderen Stellen die Blütezeit zu Ende geht und sie die weißen Blütenblätter unter sich ausbreiten (Bild oben), sind an „meinem“ Strauch die Blüten jetzt erst aufgegangen.
Der Strauch mag nicht der prächtigste und blütenreichste seiner Art sein, hat aber seine eigene Kraft. Während ich bei den anderen Sträuchern mit der Nase dicht an die Blüten herangehen muß, weht mir bei ihm schon aus einigen Metern Entfernung dieser bittere, giftig-süße Duft entgegen, der mich betört.

P.S.:
Von derselben Stelle aus gesehen: Der Hulunderstrauch mit seinen weißen Blütenständen (vor dem fast stets geschlossenen Sonnenschirm). Da wurden bis auf zwei Meter Höhe die Zweige abgeschnitten, damit die Holunderblüten dem Verbeigehenden bloß nicht zu nahe kommen! Sackgasse.
Der Krieg soll verflucht sein!
Was ist denn hier passiert?
Der Klotz auf dem Kaiserberg zum Gedenken an die „Helden“, die im Ersten Weltkrieg „auf den Schlachtfeldern Frankreichs“ abgeschlachtet wurden, ist zerlegt!
Der Heldengedenkklotz hatte schon Risse bekommen. Jetzt wurde er ordentlich auseinandergenommen. Unter dem granitenen Pathos kamen ordinäre Ziegelsteine zum Vorschein.
Der Klotz ist beziehungsweise war eins von einigen militaristischen Monumenten auf dem Kaiserberg. Er blieb nicht unversehrt – nicht nur von der Witterung, die an dem Stein nagte. Ein paar Jahre ist es her, da wurde er mit leuchtender Farbe beschriftet:
„Es gibt keine Helden im Krieg.“
Das wäre eine würdige Neugestaltung des Gedenkens gewesen. Doch wie man sich denken kann, wurde diese Inschrift alsbald entfernt. Antimilitarismus vollzieht sich in diesem Lande – auch nach einem zweiten Weltkrieg – stets am Rande der Legalität, oder jenseits davon.
Es gibt keine Helden im Krieg. Nur viele, die elend krepieren oder gerade noch davonkommen (wenn sie Glück haben mit beiden Beinen), und einige, die sich am Krieg dumm und dämlich verdienen – und die vielen, die nichts daraus lernen.
Dieser Steinhaufen, mit Bauzaun, sollte so bleiben als „Kriegerdenkmal“: als ein Häuflein Elend.
Doch bestimmt kommt da ein neuer Klotz hin. Dafür wird die SPD schon sorgen.
In den Boden eingelassen, in den Weg zum Klotz: Auftragsarbeit für einen Steinmetz.
Da wird der Spaziergänger zum Wanderer pathetisiert, und „Steh“ ist die Wanderervariante von „Stillgestanden“.
Für mich muß keiner töten.
Für mich muß keiner sterben.











