Archiv der Kategorie: Zeit im Bild
Kann mir das mal jemand erklären?

Also, die Person, die links im Bild abgebildet wurde, ist die Steuerzahlerin Alieze Schwarzer. Wer sind die anderen beiden?
Wenn es gegen die Emma-Patriarchin geht, ist das ja schon hoffnungsvoll. Aber was wollen die Zettelkes-Kleber bzw. Innen an die Stelle des von ihnen abgelehnten Bisher-Feminismus setzen? Vielleicht gar etwas noch Schlimmeres?
Die emphatische Person rechts im Bild könnte eine Vertreterin (pardon: Vertreter_*In) vom deutschen National-Femen sein. Das ist eine Kampagne, die den Sex verteufelt und sich dabei sexueller Signale bedient, ohne daß denen dabei mehr einfällt als beim Herumkrakrakeelen die Brüste zu zeigen.
Um aufklärende Kommentare wird herzlich gebeten.
Wichtigmänner am Rande der Perception
Zum Einheiztag (morgen)

Das ist eine Karikatur, die den morgigen Einheiztag aufs Korn nimmt.
Bei genauem Betrachten stellt man fest, daß ich sie am letzten Tag der segensreichen deutschen Zweistaatlichkeit gezeichnet habe.
Zwischen dem 9. November 1989, als das Tor der Pandora geöffnet wurde, und dem 3. Oktober 1990, als wir dann den Salat hatten, waren wir oft nachts unterwegs, um antinationalistische, wehrkraftzersetzende Plakate auf Mauern und Zäune zu kleben. Hier nur zwei von vielen Beispielen:


In der Nacht vom zwoten auf den dritten Octobre, als die letzten Plakate geklebt waren, waren unsere Hände voll mit Tapetenkleister. Sowas hat man nicht gern, weil es nicht angenehm ist.
Uns kamen zwei Männer in dunklen Anzügen entgegen. Ich schlug vor: „Sollen wir nicht einfach unsere Hände an denen ihren Anzügen abwischen? Besondere historische Situationen erfordern besondere Vorgehensweisen.“
Die beiden Männer waren Japaner, und ich dachte, denen könnte man es bestimmt weismachen, daß das Anschmieren mit Kleister eine hohe Tradition deutscher Art sei, damit würde der Wille zur Verbundenheit symbolisiert.
Das haben wir natürlich nicht getan.
Aber ich hab an dem Abend noch dieses Bild gezeichnet und könnt‘ mich immer noch dadrüber kaputtlachen.
Ein Unglück kommt selten nur zehnfach
Nicht ieck

Über diese Fotografie ließe sich einiges erzählen, zum Beispiel über die Person links im Bild (wie es im Leben von dem rechts im Bild weiterging, ist mir hingegen vollkommen entgangen), oder über den nicht auf Anhieb erkennbaren Zusammenhang mit Hut-Film oder über die Bedeutung der seltsam klingenden Überschrift.
Heute soll nur festhalten sein, daß dieses Foto auf den Tag genau vor 50 Jahren aufgenommen wurde: am 9. September 1966.
Auwm Schullow.
Fünfzigstel Sekunde.
Gelungener Witz
Epigonen
Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Epigonen.

Kaum hat man auf ein Kunst-Phänomen aufmerksam gemacht, greift das auch prompt um sich.
Kann mir das mal einer erklären?
Decollage
Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Decollage.

Über Collage muß ich nicht viel sagen. Man fügt scheinbar beziehungslose Bild-, Text, oder Klangelemente zusammen, etwa in der Absicht, Zusammenhänge zu veranschaulichen (z.B. Macht und Dummheit, oder: Lust und Erkenntnis, Illusion und Realität, oder was Ihnen sonst noch so einfällt).
Die umgekehrte Methode wäre also das Decollagieren, das Herausreißen eines Elements aus dem Zusammenhang. Comic-Elemente wurden häufig sowohl in der Pop-Art als auch in der Underground-Presse ihres Zusammenhangs beraubt.
In dem hier vorgeführten Beispiel (aus dem seit 86 Jahren erscheinenden Comic, den Sie bestimmt kennen – von mir durch Umrahmung des Rahmens und Farbgebung creativiert) kann man sehen, daß durch die Methode noch tiefere Einblicke in das Welträtsel sich auftun:
Auf das freundliche Angebot, das aus der Küche herüberklingt, antwortet der kleine Angestellte mit Bescheidenheit und zustimmend, geht aber hoch wie das HB-Männchen.
Was soll man dazu sagen?
Street art
Allgemeine Karikaturenkunde: Schöner wohnen
„Für deine Art von Humor braucht man eine Gebrauchsanleitung“, sagte meine verehrte Freundin Marita beim Betrachten meiner Karikaturen. „Also, Helmut, für DEINE Art von Humor braucht man eine Gebrauchsanleitung.“
Darum erfolgt in diesem Weblog in zwangloser Serie (heute: Teil soundsoviel) die Handhabbarmachung meiner Witzzeichnungen.
Na ja. Gut. Kann man nichts gegen sagen. Wenn das Unpraktische zum alleinigen Gestaltungsprinzip wird (Telefon auf dem Kleiderschrank, Kleiderschrank vor dem Fenster, Kommode vor der Zimmertür, das verkehrtrume Bild an der Wand), ist das an sich schon lustig. Was aber noch fehlt, ist die eigentliche Pointe:
Die Schuppkarre im Wohnzimmer.
Da können Sie dann richtig drüber lachen.
Segui il tuo corso
Auf dem Kalkweg:
Nach Dortmund
Encore:
So sinnlos diese bildliche Mitteilung auch erscheinen mag, offenbart sich doch ein tieferer Sinn!
Daß der eine von den drei (sic!) Tenören nicht nur den Nutzen, sondern auch die Schönheit einer Heizung zu preisen versteht, müssen wir in diesem Fall nicht beachten. Der andere von den dreien (sic!) bekundet, daß er zu Fuß nach Dortmund gehen möchte.
Aber bestimmt nicht irgendwann und einfach nur so, sondern an mindestens einem der drei Tage vom 1. bis zum 3. Juli 2016, wenn in Dortmund, Revierpark Wischlingen, das UZ-Pressefest der DKP stattfindet.
Man gerät nicht in die Verlegenheit, den Weg dorthin zu Fuß zurücklegen zu müssen. Man kann sich den Öffentlichen Personen-Nahverkehr zunutze machen. S-Bahn-Station Wischlingen.
Nachtrag, wie versprochen. Auflösung, wie erhofft.
Schon am Ersten dieses Monats hätte ich Anlaß gehabt, an eines meiner 1.-Juni-Jubiläen zu erinnern: Vor 40 Jahren (1. Juni 1976) nach Neudorf gezogen (da wollte ich immer hin).
Noch ein 2016-Jahrestag: Seit 30 Jahren Mitglied der DKP (denn Deutschland hat Strafe verdient).
Übernächstes Jahr (2018) ist dann 50 Jahre DER METZGER. Und somit auch: 50 Jahre Situationspresse mit allen Verzweigungen.
Dazwischen, 2017, ist „30 Jahre Eschhaus zu“. Darauf werde ich auch nochmal zurückkommen. Und somit auch: 30 Jahre unter dem Namen „Weltbühne“ auf der Gneisenaustraße.
Erinnern Sie sich an das Jubiläums-Notat vom 1. Mai 2014: 50 Jahre Kunst und Politik. Meine künstlerische Tätigkeit begann am 1. Mai 1964 mit Musik. Dann, knapp zehn Jahre später, ereignete sich wieder eine aktive Musik-Periode.
Ich schrieb: „Darum wollte ich eigentlich an dieser Stelle das einzige vollständige Gruppenfoto der Bröselmaschine hier hineinstellen. Aber zu meinem Entsetzen mußte ich feststellen, daß ich das Foto verkramt habe.“ Ich versprach: „Wenn ich es wiederfinde, zeige ich es.“ Ersatzweise durften Sie schwarz sehen:

Jetzt habe ich das Foto wiedergefunden (und zwar genau da, wo es hingehört und wo ich doch gleich hätte nachsehen können), womit sich auch das Bilder-Rätsel von gestern auflöst:

Die Original-Besetzung kurz vor der Auflösung, Herbst 1972.
Obere Reihe v.l.n.r: Lutz Ringer, dito, Michael (damals: Mike) Hellbach, dito, Michael Schmidt, dito, Peter Bursch, dito. Untere Reihe: Jenny Schücker, dito, und Helmut Loeven, also ich, dito.
Eine Doppelbelichtung von Eckhard Graefen, Knubbel Afa.
Grund zur Freude
Ready-Made
Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Ready-Made

Ein „Ready-Made“ ist ein Kunstwerk, das der Künstler gar nicht schaffen muß, weil es schon fertig ist. (Anderes Wort: Objet touvé).
Beim Vorhaben, einen als Datei gespeicherten Text mittels Laserdrucker auf Papier sichtbar zu machen, kam DAS.
Wieso? Keine Ahnung.
Alle Versuche, einen solchen Zeichen-Salat ABSICHTLICH zustande zu bringen, brachten nichts.
Kann man / darf man an einem Ready-Made noch herumbasteln? Zum Beispiel: Färben:
Oder es negativieren und horizontal spiegeln?
Man könnte dieses elaborierte Werk der europäischen Kunst auch als Demonstrationsstück des Lettrismus vorzeigen, bei dem der Buchstabe seine hauptsächliche Funktion, als Laut-Zeichen mit seinesgleichen zu Silben, Wörtern, Begriffen, Sätzen, Absätzen, Texten, verbalen Mitteilungen zusammengefügt zu werden, verliert und eine Funktion einnimmt, von der wir bisher nichts geahnt hatten Ausrufezeichen!
Jedenfalls ist mir abermals der Coup gelungen Komma, die Grenze zwischen der Literatur zur Bildenden Kunst zu überwinden.
In the morning, when we rise
Ursprünglich vorgesehen für:
Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Pop-Art.
Der große Vorsitzende und Steuerberater Mao Tse-tung bei der Besichtigung der Johannisbeer-Ernte.
Das Zentralkomitee beschloß daraufhin nach eingehender Diskussion einstimmig die Erhöhung der Rote-Grütze-Zuteilung (eine siegreiche Himbeerernte vorausgesetzt).
Allgemeine Karikaturenkunde

Der Signatur ist zu entnehmen, daß diese Zeichnung der frühen Periode meines Schaffens als Karikaturenzeichner zuzuordnen ist, nämlich (gerade noch) den 70er Jahren.
Man kann also leicht drauf kommen, daß hier eine polemische Abrechnung mit dem „positiven Denken“ stattfindet.
Immer wieder hat man den Klügeren im Lande, nämlich uns Intellellen, vorgeworfen, wir würden alles ins Negative ziehen (Kritisches Denken). Es bildete sich eine Gegenbewegung: alles ins Positive ziehen: Warum Probleme lösen, wenn man sie ignorieren kann? Warum etwas verbessern, wenn man alles schönreden kann? Mit einem Wort: „Positives Denken“.
Dem im Bild dargestellten hemdsärmligen (wenn auch cravattierten) Vertreter positiver Ignoranz ist die latente Aggressivität dieser Ideologie ins Gesicht geschrieben. Und es wird auch deutlich: die unsinnige Botschaft ist für die Mitmenschen nicht nur unverständlich. Sie ist ihnen auch nicht dienlich.










