Gut, Herr Kandidat!

Die WAZ (Lokalausgabe) befragte die Direktkandidaten für die beiden Duisburger Wahlkreise. Sie stellte jedem dieselben Fragen.

Foto auf mulia.de gefunden

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Und was sagte Marc Mulia von der Partei Die Linke auf die Frage
„Mein politisches Vorbild ist…“?
Inge Holzinger, die im letzten Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert hat. Sie war auch Lehrerin und engagiert sich seit mehr als 50 Jahren in der Friedensbewegung.“

Foto: DFG-VK

Foto: DFG-VK

Das war die in diesem Wahlkampf für mich bisher am meisten überzeugende Aussage (die auch einen Blick über die Grenzen der eigenen Partei offenbart).
Darum (darum) werde ich auch mit meiner Erststimme die Linken wählen.
Obwohl die (meisten) Matadore der Linkspartei in Duisburg Analphabeten sind.
(Die kaufen keine Bücher).

Nutzlos und frei

WieseLotharstr1In der Stadt, deren Einwohnerzahl in einem Vierteljahrhundert sich um 100.000 verringert hat, wird immer noch Fläche verbraucht.
Felder, über die man den Blick schweifen lassen kann, sind selten geworden. Da ist man ja schon froh, wenn es auch nur mal 50 Meter sind, wo das Gras ganz frei und nutzlos (unausgewertet) vor sich hinwächst.
WieseLotharstr2An der Lotharstraße in Neudorf.
Wie lange geht das noch gut?
WieseLotharstr3..

Zur Kenntnis

„Die Ereignisse erinnern fatal an die rassistische Pogromstimmung von Anfang der 1990er Jahre“

Presseerklärung des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS)

Seit Mitte der 1980er Jahre befasst sich das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) mit den Reaktionen deutscher Bürgerinnen und Bürger auf die Einwanderung nach Deutschland. Siegfried Jäger, Professor an der Universität Duisburg/Essen und langjähriger Vorsitzender des DISS und das gesamte DISS-Team haben in einer Vielzahl von Projekten und Veröffentlichungen belegen können, dass in Deutschland ein alltäglicher Rassismus herrscht, der alle Bevölkerungsschichten erfasst hat und durch Politik und Medien fortlaufend geschürt wird. Rassismus ist keine Erfindung einiger extrem rechter Wirrköpfe, sondern ein gesellschaftliches Gesamtproblem, das von ihnen nur ausgenutzt wird. Will man Rassismus bekämpfen, sollte man nicht nur auf den extremen rechten Rand zielen, sondern auf die Faktoren, die diesen Rassismus beständig hervorbringen: z.B. eine restriktive Ausländerpolitik in Deutschland und die fast durchweg miserable Berichterstattung in den Medien.
Klar sollte werden: Zuwanderung ist ein Menschheitsphänomen seit es Menschen gibt. Anders gesagt: Seit es Menschen gibt, wandern sie. Diese Wanderungen waren und sind die Grundlage für das Entstehen großer Städte und Ballungsgebiete wie z. B. das Ruhrgebiet.
Die derzeitige Einwanderung von Menschen aus Südosteuropa nach Duisburg, Berlin und anderen Städten ist auf die riesige Armut und auch auf die Verfolgung der Roma vor allem in Rumänien und Bulgarien zurückzuführen. Außerdem fliehen Menschen vor Kriegen in Afghanistan, dem Irak, Syrien und anderswo.
Mit ihnen wandern auch andere Sprachen, Prägungen, Sitten, Gebräuche und Religionen in den Zielländern ein, was zwar immer auch eine Bereicherung bedeutet, aber auch Missverständnisse, Streitigkeiten und Belastungen nach sich ziehen kann.
Die Konsequenz daraus ist: Einwanderer brauchen Hilfe und Unterstützung. Das gilt aber auch für die von Armut betroffenen Eingeborenen. Und genau da liegen die Probleme: Die Hilfe und Unterstützung bleibt weitgehend aus, und damit die Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Damit eröffnet sich ein Betätigungsfeld für extreme Rechte. Die Konflikte eskalieren bis zu Pogromstimmung und Brandanschlägen, wie dies (nicht nur) in den 1990er Jahren in Rostock, Solingen und Mölln und in tausenden weiteren Gemeinden der Fall war. Die Idee der Demokratie gerät unter Druck, Einwanderer und Alteingesessene werden allein gelassen. Der Staat und seine Organe versagen.
Prof. Siegfried Jäger, der Gründer des DISS, erklärte:
„Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen rund um das Haus in Duisburg-Bergheim erinnern fatal an die rassistische Pogromstimmung von Anfang der 1990er Jahre.
Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Ausländerpolitik. Eine Politik der Abschreckung, Ausgrenzung, der Assimilationsforderungen und der sozialen Vernachlässigung schafft Probleme statt sie zu lösen und sie schürt den Alltagsrassismus in der Bevölkerung.
Die akute Zuspitzung der Situation in Bergheim erfordert aber zunächst einmal sofortiges Handeln. Die Polizei und die Stadt Duisburg sind in der Pflicht, die Unversehrtheit der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses „In den Peschen“ sicherzustellen, damit Duisburg nicht bald schon durch eine neue vorhersehbare Katastrophe zum Ort des Schreckens wird.“

26. August 2013
Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung
www.diss-duisburg.de

Steinbart-Gymnasium: Fragwürdige Traditionspflege (2)

Samstags nach der zweiten Stunde versammelte sich die „Schulgemeinde“ nebst stolzen Eltern, Ehemaligen, Löbenichtern, Jubilaren in der Aula zu einem würdevollen Spektakel mit Schulorchester.
Bei der traditionellen Abiturfeier fanden sich neben den Abiturienten und deren Eltern, dem Lehrerkollegium, den Schülern (ab Untertertia), den 25- und 50jährigen Abiturjubilaren und einigen Honoratioren auch die Löbenichter ein. Das Steinbart-Gymnasium unterhielt eine Schulpartnerschaft mit dem Löbenichter Realgymnasium in Königsberg.
Dieses Realgymnasium war eines allerdings nicht: real. Es war ein Erinnerungsposten. Aber die Verbundenheit wurde bei feierlichen Anlässen beschworen bzw. bekräftigt. In der Redaktion der Schulzeitung Steinbart-Blätter gab es ein Ressort „Löbenichter“. Der zuständige Redakteur hatte nichts zu tun. Was soll man schon über ein Irreal-Gymnasium berichten? Im Schulgebäude gab es sogar ein Löbenichter-Zimmer. Vielleicht gibt es das heute noch, und es wurde nur vergessen, wer den Schlüssel dafür hat. Vielleicht denkt man heute, das wäre früher das Extra-Lehrerzimmer für die Herren des Kollegiums gewesen, die nie gelobt haben.
Aber zu meiner Zeit durften die Löbenichter noch aufmarschieren. Jeder Abiturient wurde nach Überreichung des Abiturzeugnisses weitergereicht an den Löbenichter Ehrenpräsidenten, einen schon etwas hinfällig wirkenden Herrn, der den Abiturienten eine goldene Nadel, die sogenannte Alberte, an die Brust heftete. Der Mann war berüchtigt, weil er das An-die-Brust-Heften wohl wörtlich nahm.
Als ich zur Entgegennahme des Abiturzeugnisses schritt (1969), blieb mir das Erlebnis der unter die Haut gehenden Verbundenheit erspart. Das Zeugnis steckte in einer Klarsichthülle, und die Alberte war dem beigelegt. Ich war nur eine halbe Stunde lang Besitzer einer Alberte, von der ich mich leicht trennte, weil ich in ihr ein Symbol des Revanchismus sah. Beim anschließenden Empfang merkte mein Klassenkamerad Hartmut Pawlik, daß ihm die Alberte wohl aus der Hülle gefallen war, und ich sagte: „Da! Kannz meine haben.“

Steinbart-Gymnasium: Fragwürdige Traditionspflege (1)

Diesen OFFENEN BRIEF bitte ich zu beachten:

Gegen Geschichtsverfälschung am Duisburger Steinbart-Gymnasium – Für eine kritische Aufarbeitung der Schulgeschichte
Mit Entsetzen mussten wir, die diesjährigen AbiturientInnen des Steinbart-Gymnasiums, feststellen, dass unsere Abiturzeugnisvergabe für rechtsextreme und geschichtsrevisionistische Propaganda missbraucht wurde. Dabei wurden uns sogenannte „Albertinanadeln“ ausgehändigt, gemeinsam mit einem Informationsblatt, in dem von deutschen Gebietsansprüchen in Russland und Polen die Rede ist. Aus spontanem Protest verweigerten einige von uns die Annahme und stellten Nachforschungen im ebenfalls ausgehändigten Buch „Das Steinbart-Gymnasium zu Duisburg 1831 – 1981“ an.
Der Inhalt schockierte uns: Von den ermordeten und deportierten jüdischen SchülerInnen war keine Rede, dafür aber u.a. von der „nationalsozialistischen Revolution“, dem alliierten „Terrorangriff vom 13. Mai 1943“, einem „Bekenntnis zum deutschen Osten“ – mit dem Gebiete in Polen und Russland gemeint sind – seitens des Steinbart-Gymnasiums und einer totalen Verdrehung der Realität vom Kriegsende als „Katastrophe von 1945“ samt „seinem unglücklichen Ausgang“. Den Widerstandsaktionen des Antifaschisten und Steinbart-Abiturienten Harro Schulze-Boysen, den sein Engagement sein Leben kostete, wird in der Publikation ein „landesverräterischer Charakter“ unterstellt und behauptet, seine Verurteilung zum Tode durch die NS-Richter sei Ergebnis eines „in einwandfreier Form“ durchgeführten Prozesses gewesen.
Wir sind zutiefst empört. Diese Art von Geschichtsverfälschung steht im Gegensatz zu den Grundwerten einer offenen, antifaschistischen und demokratischen Gesellschaft. Schulen sollten diese Werte vermitteln und pflegen und uns zu mündigen Menschen erziehen. Wir fühlen uns daher verpflichtet, auf diesen Skandal aufmerksam zu machen und fordern eine klare Aufklärung. Dies wollen wir gemeinsam mit der Duisburger Zivilgesellschaft erwirken. Eine einfache Stellungnahme, mit dem Verweis auf das Alter des Textes lehnen wir ab: Die Auflage ist aus dem Jahre 2000, die abgedruckte AbiturientInnenliste sogar bis zum Jahrgang 2011 aktualisiert worden. Auch die Ausrede, es handele sich um ein authentisches Zeitdokument, können wir nicht gelten lassen, da mit dieser Begründung jedwede Propaganda und Literatur verbreitet werden kann.
Von der Schulleitung des Steinbart-Gymnasiums fordern wir daher:
– Eine Distanzierung von dem geschichtsrevisionistischen Inhalt des Buches „Das Steinbart-Gymnasium zu Duisburg 1831 – 1981“, sowie dessen kritische Überarbeitung nach antifaschistischen und demokratischen Werten
– Eine Aufarbeitung der Schulgeschichte im Nationalsozialismus, mit besonderem Hinblick auf ihre jüdischen und antifaschistischen Opfer
– Ein klares Bekenntnis zum antifaschistischen Widerstandskämpfer Harro Schulze-Boysen – dabei anerkennen wir die ersten bereits gemachten Schritte
Unterzeichner:
– Verschiedene SchülerInnen und Ehemalige des Steinbart-Gymnasiums
– Duisburger Netzwerk gegen Rechts
– Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN – BdA) Kreisverband Duisburg
– Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen K.d.ö.R.
– DIE LINKE. Kreisverband Duisburg
– Friedensforum Duisburg
– Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) Duisburg
– DKP Kreisorganisation Duisburg

Harro-Schulze-Boysen-GedenkmarkeKritische Nachfragen nimmt die Schule sicher gerne hier entgegen.

Das Foto zum Zwanzigsten

Juli2013-IMG_9603Großenbaum. Saarner Straße.
Sie könnten (am Zwanzigsten jedes Monats) der Eindruck haben, daß Duisburg eine doch recht schöne Stadt ist – wenigstens an ein paar Stellen.
Das sind aber nur die paar Stellen, die die Stadtentwickler bisher übersehen haben.

Prosperität in Schilda

Neudorf, Mozartstraße Ecke Koloniestraße. Das Chinarestaurant gibt es doch schon lange nicht mehr!
Schilda1Frühlingsrollen kriegt man da nicht mehr, aber einen Parkplatz können sie noch bieten.
Edeka gegenüber ist übrigens auch schon lange nicht mehr da. Und die Firma, die den Leerstand mal unterbrach, ist auch nicht mehr da.
Schilda2Fünf Meter weiter links die gebleichte Fassade von ehemals „Repla Duisburg – Plastikartikel für Industrie, Büro u. Werbung“. Ich hatte mal die Idee, mir dort Plastiktüten mit der Aufschrift „Jute statt Plastik“ herstellen zu lassen. Aber die Firmen verschwinden schneller als man mit einem Auftrag hinkommt.
Das ist die Prosperität in Schilda: Sie ist nur noch auf dem Schild da.

Die Kö am Samstag

KoenigstrasseJusos in der SPD.
Ich ging vorgestern nichtsahnend die Königstraße entlang, und da waren Infostände angesammelt wie noch nie. Die ersten 200 Meter hatte die evangelische Kirche für sich in Beschlag genommen. Ein evangelischer Infostand nach dem anderen: Diakonisches Werk, Bank für Kirche und Diakonie, evangelisches Hilfswerk, evangelische Gemeinde, evangelische Frauen, evangelische Jugend, Kirchenkreis Nord, Kirchenkreis Süd, Kirchenkreis Mitte.
Und darum las ich erst: Jesus in der SPD.

Da kann man hingehen: „Nachtaufnahme“

muth-Einladung_alte_Zeit2Eine Ankündigung:
Werner Muth NACHTAUFNAHME. Eine poetische Zeitreise durch das Ruhr-Revier und eine Stadtrundfahrt der ganz anderen Art, in Texten Bildern und Songs, mit musikalischen Gästen und einer kraftvollen Session mit der Duisburger „John Silver Band”, deren Sound zum Herzstück der neuen Hörrevue NACHTAUFNAHME zählt.
Special Guest: Andreas Boos
Freitag, 7. Juni, 20 Uhr
Alte Zeit, 47137 Duisburg-Meiderich, Kirchstr. 15
5 € an der Abendkasse.
Ich komme darauf zurück.
Die CD „Nachtaufnahme“ gibt es in der Buchhandlung Weltbühne (für 14 Euro, im Versand: plus Porto).

Bilder von einer Wanderung

Die katholischen Hochfeste, die in den Frühling fallen, wenn es lange hell bleibt, und die zudem gesetzliche Feiertage sind („Christi Himmelfahrt“, Pfingstmontag, „Fronleichnam“) nutze ich für ausgedehnte Wanderungen durch Wälder, Felder und Siedlungen.
Die dafür verwendete Zeit ist Arbeitszeit. Denn im weiten Horizont werden Arbeiten vorbereitet. Man erinnere sich an Nietzsche: „Mißtraue einem Gedanken, der nicht beim Gehen entstanden ist.“

ch2013-01ch2013-02Regattasee in Wedau, vom Start aus gesehen. 2000 Meter.

ch2013-03Kann man sich vorstellen, daß jemand Ruschaub heißt und dauernd erwähnt wird? Ich kann mir das vorstellen.

ch2013-04„Was ist das denn für ein Fotograf?“

ch2013-05Wird ein WASSERTURM in dem Moment, wo er nicht mehr als solcher genutzt wird, zum Kunstwerk? Oder war er es vorher schon? Ich neige zum letzteren. Gilt auch für die Masten der Überlandleitungen.
Sind solche Gedanken produktiv? Oder bin ich ZU WEIT GEGANGEN?

ch2013-06Hier läßt es sich bestimmt gut wohnen.

ch2013-07„Mal ehrlich, Kumpanen, wer von uns möchte da wo-ho-ho-honen?“

ch2013-08ch2013-09Auf den Bahnhof Wedau werde ich immer wieder zurückkommen.

ch2013-10Blick über den stillgelegten, von Renate König in einer Kurzgeschichte beschriebenen Wedauer Rangierbahnhof. (Er war, in Betrieb, der größte Rangierbahnhof der Welt).

ch2013-11Da oben wohnte Onkel Fritz. Der Blick IN DIE WEITE aus dem Wohnzimmerfenster (ganz oben, links) gehört zu dem großen Eindrücken meiner Kindheit.

ch2013-12..

Mehrere informative Veranstaltungen…

…auf die hinzuweisen ich gebeten wurde, was ich gern tue:

Dienstag, 7. Mai 2013. 18.30 Uhr
Schwarzbuch Waffenhandel. Lesung mit Jürgen Grässlin.
Jürgen Grässlin zählt seit vielen Jahren zu den profiliertesten Rüstungsgegnern Deutschlands. Er ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).
Veranstalter: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein
Evangelische Kirchengemeinde Friemersheim, Clarenbach-Haus, Clarenbachstraße 17, 47229 Duisburg

Mittwoch, 8. Mai 2013. 19 Uhr
Zuzug am Beispiel des Stadtteils Hochfeld?
Problematik des Zuzugs aus Bulgarien und Rumänien.
Aus Sicht des Stadtteilbüros EG DU, Georg Fobbe
Situation der Roma in Bulgarien, Falken Duisburg.
Veranstaltung der Bürgerinitiative Neuanfang Duisburg (Sprecher: Theo Steegmann).
Alte Feuerwache Duisburg-Hochfeld, Friedenstraße (Nähe Brückenplatz)

Mittwoch, 15. Mai 2013, 18.30
Die Roma zwischen Stammtischparolen und romantischem Idyll – Wer sie sind, wo sie herkommen, wie sie leben, was sie glauben.
Veranstalter: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Duisburg-Niederrhein.
Referent: Pfarrer Dieter Herberth, Duisburg
Gemeindehaus „Auf dem Wege“, Peschmannstraße 2, 47228 Duisburg-Rheinhausen.

Ostermarsch 2013 (6)

An einem schönen Ostersamstagmorgen im Jahre 2013.
OM2013-07Was ist das denn schon wieder! Die Heinis von der Bandbreite haben einen Infotisch aufgebaut? Monty Schädel (links im Bild) weiß wohl auch nicht so recht, was er davon halten soll.
OM2013-03Mir war gar nicht bewußt, was für schöne Häuser an der Königstraße stehen. Früher war das mal die Top-Adresse: Königstraße. Für Fachgeschäfte (unten), Praxen (Rechtsanwälte, Ärzte dadrüber) und zum gediegenen Wohnen in hohen Etagen.
OM2013-08So ist das richtig! Am Büchertisch den METZGER beachten!

Das ist ja das Neueste: Heinestraße

Die Heinestraße in Neudorf erhielt ihren Namen nicht, wie viele glauben, nach dem Dichter Heinrich Heine, sondern nach dem marodierenden SA-Truppenführer Friedrich-Heine, der am 4. März 1933 bei blutigen Straßenkämpfen auf der damaligen Kleiststraße in Neudorf ums Leben kam. Nach seinem Tod wurde mit Nazi-Pomp die Kleiststraße in „Friedrich-Heine-Straße“ umbenannt. Nach dem Krieg, so hat es jetzt der Historiker der Uni Duisburg, Dr. Ludger Heid, herausgefunden, wurde dann bequemerweise nur der Vorname gestrichen und der „Etikettenschwindel“, so der Historiker, nahm seinen Lauf.
HeinestraßeDa in Neudorf viele Straßen nach Dichtern benannt sind, fiel der „Etikettenschwindel“ nicht auf. Aber Ludger Heid weist auf Merkwürdigkeiten in anderen Duisburger Stadtteilen hin. In Walsum – wo noch die Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße an den Berkwerksdirektor und NS-Reichswirtschaftsführer Roelen erinnert (Heid: „Er hat Arbeitssklaven an die Industrie vermittelt!“) – hat man nach dem Krieg die umgekehrte Variante angewendet: Man hatte den Nachnamen aus den Straßenbezeichnungen entfernt: Die Hermann-Göring-Straße wurde somit zur „Hermannstraße“. Heid: „Unfassbar! Dabei haben wir mit Gottfried Kinkel oder Heinz Kiwitz und anderen genug positive Beispiele; gute Demokraten, die für eine Namensgebung taugen würden.“

Bruno Bachler

Bruno Bachler

Für eine Straßenbenennung würde sich auch der Name Bruno Bachler eignen (siehe DER METZGER 98). Auch an Harro Schulze-Boysen, neben Wilhelm Canaris prominentestes Opfer des Naziregimes aus Duisburg, erinnert in Duisburg keine Straße. Die VVN fordert seit Jahren, eine Straße nach Wilhelmine Struth zu benennen, die als erste nach der „Machtergreifung“ in Duisburg von einem SS-Trupp ermordet wurde.

An Harro Schulze-Boysen erinnert in Duisburg kein Straßenname

An Harro Schulze-Boysen erinnert in Duisburg kein Straßenname

Die Linke hat in den Rat der Stadt den Antrag eingebracht, die Heine-Straße nun endlich in „Heinrich-Heine-Straße“ umzubenennen. Beschlossen wurde vom Rat, den Namen nicht zu verändern, aber durch Hinweistafeln an Heinrich Heine zu erinnern.
Eine Neuigkeit ist die Namensverwechslung der Heinestraße in Neudorf allerdings nicht, denn darüber berichtete DER METZGER in Nr. 3, Februar 1969.

(Vorabdruck aus DER METZGER 105).

Der Realwitz am Sonntag

Die SPD hat in der Bezirksvertretung Süd den Vorschlag eingebracht, auf dem Bissingheimer Dorfplatz die Abfallbehälter zu entfernen, DAMIT DIE LEUTE NICHT MEHR IHREN ABFALL NEBEN DIE ABFALLBEHÄLTER WERFEN.
Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist REAL.
Ich habe schon lange den Eindruck, die SPD ist eigentlich gar keine Partei, sondern so eine Art Gemütskrise. Aber daß es schon so weit ist, überrascht selbst mich.