Noch so einer

Von dem Kandidaten Donald Trump sind Tondokumente bekanntgegeben worden, in denen zu hören ist, wie er in besonders selbstgefälliger und besonders vulgärer Weise über Frauen geredet hat. So hat er zum Beispiel gesagt, wenn man ein „Star“ ist, dann könne man den Frauen zwischen die Beine greifen.
Dadurch, so hört man, ist die Wahl entschieden. Die Kommentatoren sind sich einig: Trump hat sich durch seine Äußerungen selbst aus dem Rennen geworfen.

Ja?
Das wollen wir doch erstmal sehen.

Trump poltert ordinär daher.
Das ist ja das Neueste vom Neuen.
Ja, wenn man das gewußt hätte …

Die Kommentatoren kommentieren viel zu logisch. Wenn der Unterschied von Macht und der Unterschied von Vermögen das Zusammenleben der Menschen prägt, sind Logik und Rationalität (und Anstand) nicht in vollem Maße präsent. Logik, Rationalität und Anstand weichen der Bereitschaft, sich zu erniedrigen.
Donald Trump weiß diesen Umstand zu nutzen und appelliert nicht an die Logik, nicht an die Vernunft und schon gar nicht an den Anstand, sondern an Instinkte.
Vielleicht kennt er sich gar nicht so schlecht aus mit der Triebstruktur christlich-verklemmter Weiber, die dem alles nachsehen, der ihnen als „Milliardär“ vorgestellt wird. Selbst wenn das nur eine von tausend wäre, würde ihm das auf einen Streich weitere 45.000 Wählerinnenstimmen bringen. Daß dem Ochsen erlaubt ist, was der Jupiter sich nie erlauben würde (oder so ähnlich), haben wir schon in der Schule gelernt (als Weisheits-Sentenz humanistischer Bildung).
Die Wut-Bürger und Frust-Bürger (hierzlande gern „besorgte Bürger“ genannt) können wutfrusten und frustwüten: „Da kannze mal wieder sehen, wie die intellellen Gutmenschen den armen Jung fertigmachen! Bloß weil dat einer von unz is!“

Vielleicht beklagt als nächstes Henryk M-punkt Broder in der Welt am Sonntag, daß die jüdisch-bolschewistischen Antisemiten dem Volk den Mund verbieten wollen.

Dem Volke nicht dienen

„Wozu braucht der Mensch ein Volk?“
Lina Ganowski

WirSindDasVolkDiesen Nachbarn kennen wir: Ohne Idee, ohne Einsicht, ohne Fantasie, ohne Empathie, ohne Mitgefühl (außer für sich selbst), dafür aber voller Hass und zügelloser Aggression gegen alles Fremde und alles Unverstandene: den Wut-Bürger, den Haß-Bürger, den Spieß-Bürger, den Pegida-Bürger.
Die Parole lautet: „Wir sind das Volk“.

Diese Bild-Text-Montage (mit einem Bild-Zitat aus einer Halbritter-Karikatur) wurde allerdings schon 1990 montiert, erschien als Intro (Seite 3) von DER METZGER Nr. 43, und es klebte als Plakat der DFG-VK (Duisburg!) an vielen Bauzäunen, während die „Friedliche Revolution“ tobte.
Auch damals lautete die Parole „Wir sind das Volk“.

Man glaube nur nicht, daß das Volk von damals ein anderes war als das von heute.

Neue Elsässer-Schote: 10,0 Promille

Nach der dubiosen „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ hat Jürgen Elsässer jetzt ein neues Register gezogen: „Einprozent-Initiative gestartet: Wir helfen denen, die unser Land verteidigen!“ „Auf der COMPACT-Freiheitskonferenz am 24.10. von Götz Kubitschek vorgestellt und von unserer Seite voll unterstützt: Die Initiative einprozent.de. Nach dem Vorbild von Greenpeace für Ökologen wird eine Vernetzungs- und Unterstützungsplattform für Patrioten gebildet. Ein Prozent der Bevölkerung, also 800.000 Bürger, sind erforderlich, um mehr Schlagkraft als die SPD zu haben – das muss zu schaffen sein!“
Kubitschek ist Redakteur der Zeitschrift „Sezession“ und Gründer des „Instituts für Staatspolitik“. Mit von der Partie ist auch wieder der Jurist und AfD-Sympathisant Prof. Karl Albrecht Schachtschneider (zuvor „Bund freier Bürger“) und der Vorsitzende der Patriotischen Plattform (PP) in der AfD, Dr. Hans-Thomas Tillschneider (der eine schneidet den Schacht, der andere schneidet den Till). Philip Stein, Sprecher der Burschenschaft Germania Marburg, ist auch so einer.

ElsaesserKratzDas wäre eigentlich was für die Rubrik „Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte)“, wenn ich nur wüßte, zu welchem Begriff dieses nachträgliche Destruieren reaktionärer Aufwiegelungen paßt.

Am FKK-Strand ganz köstlich amüsiert

Fünf junge Männer (ca. 20 bis 25 Jahre) wollten mal eine richtige Sause erleben und fuhren nach Xanten, wo es einen FKK-Strand gibt. Dort pöbelten sie die Badegäste an, und zwar, folgt man den Darstellungen in der Tagespresse, in besonders heftiger Weise. Laut Zeugenaussagen sollen in besonders heftiger Weise Frauen angegangen worden sein. In der WAZ las ich:
„Eine Gruppe von jungen Männern beleidigte die Gäste aufs übelste, beschimpfte vor allem Frauen. ‚Sie haben uns beleidigt, beschimpft und sogar bespuckt‘, sagt eine Leserin […]. „Wir Frauen seien alle Schlampen, und sie würden uns alle ausrotten‘.“
Daß sich die Störer des Wochenendvergnügens durch den Ruf „Allahu akbar“ (auf Deutsch: „Gott ist groß“) als Vertreter einer der abrahamitischen Religionen zu erkennen geben wollten, ist für diese Situation nicht untypisch. Das schaurig-schöne Amüsemang über den Verfall der Sitten rechtfertigt sich durch den Gestus vorgeschobener Empörung.
„Willst du nackte Weiber sehen?“ Dann mußt du sie aber beschimpfen – dann darfst du gucken. (Und dann regt sich das, was im seelisch verkorksten, religiös pervertierten Untertan durch sexuellen Reiz zum Vorschein kommt: Haß, Aggression, Bereitschaft zur Gewalt).
Ein großer Teil der pornographischen Literatur der letzten 1000 Jahre ergeht sich in bigotter Entrüstung über die Schweinigeleien der Wilden, der Juden, der Jesuiten, der schamlosen Weiber, der Kommunarden, der Grünen Witwen, der Zarin Katharina II., der langhaarigen Marihuana-Raucher, der Studentinnen, der Ungläubigen, der Mittelmeeranrainer, der Unterschicht et cetera pepé, wobei die eigene Weste unbefleckt bleibt. Das Auftreten der Gottesverkünder in Xanten dürfte dem fidelen Entrüstungs-Tourismus zuzurechnen sein. Denen, die diese Republik schon in ihrer gerontokratischen Anfangsphase kennenlernen durften, kommt das alles bekannt vor. „Ausrotten“ war nach 1945 keineswegs zum Tabuwort geworden.
Integration gelungen? Die fidelen Entrüster stehen wohl so etwa auf dem Stand von 1960.
Und genau das ist es ja, wohin die Pegida-Idioten alles wieder hinbringen wollen.

Neu in der Weltbühne: Die enthemmte Mitte

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Oliver Decker, Johannes Kiess, Elmar Brähler (Hg.): Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die Leipziger „Mitte“-Studie 2016.
Buchreihe Forschung Psychosozial im Psychosozial-Verlag 2016. 250 S. EUR 19,90

Seit 2002 untersucht die Leipziger Arbeitsgruppe um Brähler und Decker die rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die gewonnenen Daten und sozialpsychologischen Analysen der „Mitte“-Studien der Universität Leipzig sind zur bundesweiten Grundlage der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus geworden.
Die rechtsextreme Einstellung ist kein Randphänomen. Insbesondere autoritäre Aggressionen gegen Migranten sind weit verbreitet. Die globale Wanderungsbewegung stellt die Bundesrepublik deshalb zunehmend vor besondere Herausforderungen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass antidemokratische Ideologien seit einigen Jahren verstärkt artikuliert werden und sich das politische Klima in der Bundesrepublik verschiebt. Im Langzeitverlauf lassen sich so verschiedene politische Milieus, ihre Polarisierung und der Legitimationsverlust demokratischer Institutionen beschreiben.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden sicherlich auch wissen, warum.

Ja, was ist denn DAS?

NeuProgrammCoverJa, was ist das denn, möchte man wieder fragen.
Also: Es handelt sich um eine Broschüre (36 Seiten), urgehoben von meiner Kollegin und mir 1991, lange Zeit vergriffen, jetzt (nach 25 Jahren) in zweiter, nur leicht veränderter Auflage für 5 Euro wieder erhältlich (ISBN 978-3-935673-06-8).

Man sollte als Künstler / als Schriftsteller mit Erläuterungen zum Werk sich zurückhalten. Wird eine Pointe erklärt, ist sie hin.
Nur mal so viel:
Vor 25 Jahren wollte die geltungssüchtige Generalaufpasserin Alieze Schwarzer (auch „Frollein Lohmeier“ genannt) Porno gesetzlich verbieten lassen.
Das war der Anlaß für diese Kampfschrift, deren Text allerdings nicht von den Verfassern verfaßt, sondern zusammengeklebt und mit aufschlußrerichen Bildern zu einem montiert wurde. Es sollte dem Ansinnen der penetranten Anstandsdame nicht mit Argumenten begegnet, sondern Tatsachen geschaffen werden. Wo (kalkuliert oder unkalkuliert) mit Reizvokabeln Irrationalität geschürt wird, helfen keine Pillen und keine essigsaure Tonerde, wohl aber die Satire, die sich die „normative Kraft des Faktischen“ zunutze macht.
„Schwarzers Begabung war nie die Analyse, eher die action im Einklang mit einem gesunden Volksempfinden“, meinte Katharina Rutschky.

Mit Fleiß verbringe ich meine Zeit damit, die Spießbürgerlichkeit und Prüderie, eben jenes „Volksempfinden“ in Mißkredit zu bringen. Froh war ich stets, wenn ich zu solchem Behufe einfallsreiche Partnerinnen fand.
Hier geht es um: die Ästhetisierung des Sexuellen. Oder man könnte auch poetisch sagen: Es geht um die Erotisierung der Sexualität.
Im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) steht unter der Rubrik „Hauptbeschreibung“: „Text-Bild-Collage über die Verschlüsselung von Sexualität, Macht, Bedürfnis, Manipulation.“ Irgendwas muß man ja reinschreiben, damit der moderne Mensch „aha“ sagen kann.
Mit dem wieder erhältlichen Heftchen wird auf dem Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne auf dem Ruhrorter Kunstmarkt erstmals die Öffentlichgkeit konfrontiert.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

NeuProgrammImmerDabeiHier zwei Seiten, auf denen man erkennt, daß wir es wirklich ernst meinen, selbst dann, wenn wir nicht ernst bleiben können.

lg3Die Mit-Autorin Lina Ganowski war an der (zurückhaltenden) Überarbeitung nicht beteiligt. Sie sagte (am Telefon): „Jaja, du machst das schon, ich verlaß mich auf dich“, und auf ausdrückliche Nachfrage: „Jaja, mach ruhig!“
Die Verbrecher (in diesem Fall: die Verbrecherin) zieht es an den Ort des Verbrechens. Die Essenerin, die längere Zeit in Erfurt, und dann für einige Zeit in den Niederlanden ansässig war, wohnt jetzt wieder in Essen.
Ich fragte sie: „Bleibst du denn jetzt da für immer?“ Daraufhin sie: „Ja, was soll ich denn darauf antworten???“

Ja, was ist das denn?

NeuProgrammWasIstDasDenn
Der Bundesjustizminister beabsichtigt, gesetzliche Mittel gegen „sexualisierte Werbung“ einzuführen.
Für meine Produktionen und Leistungen setze ich gelegentlich Werbung ein, die durch ein solches Gesetz tangiert würde.
Ich werde mich in zivilem Ungehorsam über solcherlei Beschränkungen hinwegsetzen. Ich verweise darauf, daß Werbung sich nicht auf einen kommerziellen Zweck beschränken muß, sondern auch eine sozialhygienische Funktion erfüllen kann.
Gesetze und sonstige Normen, mit denen die Enterotisierung privater und öffentlicher Lebensbereiche betrieben wird, müssen verhindert, notfalls verletzt werden.

Die obige Abbildung (anklicken zum Vergrößern) ist eine Doppelseite aus „Das neue Programm der Opposition – eine Polit-Pornografie von Helmut Loeven und Lina Ganowski“, Situationspresse 1991. Bei dieser Collage handelte es sich um eine satirisch-polemische Antwort auf Tante Emmas Anti-Porno-Hysterie-Kampagne. Zum 25jährigen Jubiläum erscheint in diesem Jahr eine (nur wenig geänderte) Neuauflage (36 Seiten). Um Vorbestellungen (5 Euro einschließlich Versand) wird gebeten:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/boudoir.htm

Ein juristisches Vorgehen gegen die Buchhandlung Weltbühne wegen Verbreitung angeblich jugendgefährdender Schriften im Jahre 2007 konnte mit juristischen Mitteln abgewehrt werden (siehe DER METZGER 81). Um besser auf Angriffe vorbereitet zu sein, empfehle ich die „Programm“-Broschüre. Auch Spenden wären hilfreich:
SSB e.V.
IBAN DE76 3601 0043 0403 9564 32
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: Gegen alles

GEGEN ANGRIFFE DER BUNDESREGIERUNG AUF DIE MEINUNGS- UND KUNSTFREIHEIT.
GEGEN VERDÄCHTIGUNG DES EROS.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

PgPg zum Montag

DreckPegidaDie Nation hat einen breiten Rand. Der reicht bis zur Mitte.
Mit schönem Gruß von der Projektgruppe Pudding und gestern (PgPg).
PgPg-Sprecherin Chantal Könkels fände eine Spende für die Zettelkes-Guerilla nett von Ihnen.
Konto:

SSB e.V.
IBAN DE76 3601 0043 0403 9564 32
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: PgPg

60 Cent wäre doch schon mal was.
70 Cent wäre auch schon mal was.

Hier im Inneren des Landes

BallspielenDen wollte ich auch nochmal in Erinnerung rufen, diesen Schild-Bürger, diesen in Schieflage geratenen Nichtgestatter.
Durch das Schiefschild gibt sich keine Autorität zu erkennen, kein Amt, kein Eigentümer. Wer äußert sich hier? Der preußische Staat? Der im preußischen Staat zu sich selbst gefundene Weltgeist? Wohl eher der Weltgeiz.
Hier maßt sich einer nicht nur an, Verbote auszusprechen. Hier maßt sich einer an, Gnade zu entziehen: „Nicht gestattet“.
Hier im Inneren des Landes, da leben sie noch, und hassen und würden gern befehlen, aber noch lieber würden sie gehorchen, und sie würden auch schießen, auf Flüchtlinge, auf spielende Kinder, wenn nur der Befehl dazu käme.
VerbotenW3..

Was will Hans Wurst damit sagen?

Faksimile anklicken zum Vergroessern

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Will er sagen, daß er das, was er nicht versteht, sich so vorgestellt hat? Wirklich? Und was hat der Webauftritt vergessen?
Das weiß man: Den Trottel erkennt man daran, daß er immer mit der Zeit geht.
Das sollte man wissen: Wir stellen niemanden ein und wir bilden nicht aus.
Und das will ich nicht wissen: Was der mir aus Verdruß über sein mißlingendes Leben vornölt. Warum mir? Habe ich nicht ein Recht darauf, ignoriert zu werden? Wer sich über alles aufregt, was ihn gar nicht betrifft, langweilt Sie und mich mit seiner Hohlheit. Hochmut kommt sogar manchmal noch NACH dem Fall (auf die hochgetragene Nase).
Den Satz mit den Büchern und den Frauen verstehe wer kann. Ich nicht. Sie natürlich auch nicht. Denn wer versteht, was der Doofe nicht ausdrücken kann, ist selber doof.

Das sagt alles

VerbotenWenn das mittels Verbot Verbotene nicht mehr in der Mitteilung erkennbar ist (sich ent-konkretisiert), dann wird das Verbot abstrakt (ein abstrakter Universalautomatismus) ad infinitum. Vulgo: Dann ist alles verboten. Oder anders gesagt: Wenn das Verbotsschild nur noch halb ist, ist das Verbot total. Die Welt ist erst dann völlig in Ordnung, wenn es gar nichts mehr gibt.
Da soll mal einer sagen, die Nation findet nicht mehr zu sich selbst!

Ein Mitmensch hat ja dann auch folgerichtig mit Kreide druntergeschrieben: Alles.

Wie ist das eigentlich rechtlich?
Fast alle, die ihre Gartenzäune mit Verbotshinweisen komplettieren, sind weder Gesetzgeber, noch Polizei, noch (Bevollmächtigte einer) Ordnungsbehörde. Kann eigentlich jeder Hinz und Kunz, jeder Privatspießer etwas verbieten? Oder kann der sich nur etwas verbitten?
Fahrräder abstellen verbeten – not forbidden, pas interdit, sondern non grata.
Man könnte doch so ein Schild aufstellen: „Daß hier immer Fahrräder abgestellt werden, finde ich nicht gut“.

Wer (wahlweise) entweder für die DFG-VK Duisburg oder für Kuba einen Euro (oder mehr) spendet, dem zeige ich die Mauer in Neudorf mit diesem Verbotsschild und zeige mit dem Finger drauf – beziehungsweise auf die Stelle, wo es hing, falls es inzwischen ganz kaputtgegangen ist.

VerbotenW1..

Wieder lieferbar: „Mein Kampf“

Ich freue mich, melden zu können, daß ein besonders wichtiges Buch, lange vergriffen, jetzt wieder lieferbar ist:
Kurt Halbritter: Adolf Hitlers Mein Kampf. Gezeichnete Erinnerungen an eine Große Zeit.
Vorwort von Gerhard Kromschröder. Verlag vitoblibri, 240 Seiten gebunden, 17,95 Euro.
Halbritter-CoverKurt Halbritter (1924-1978) war stilprägender Zeichner bei pardon. Der Karikaturenband „Adolf Hitlers Mein Kampf“ erschien zuerst 1968.
Der Verlag über das Buch:
„Miese kleine Welt Das Monströse begegnet uns in diesem Buch in Gestalt des Gewöhnlichen, Alltäglichen, Normalen. Der fleißige Herr Moser, die fürsorgliche Mutter der kleinen Marion, der leutselige Pfarrer, der verantwortungsbewußte Unternehmer, der schwärmerische Teenager, Tante Alma und Onkel Franz, der nette Ladenbesitzer. Ihre Welt ist klein und überschaubar, heimelig. Unter dem Tarnnetz der kleinbürgerlichen Idylle lauert die mordlüsterne Düsternis einer Zeit, in der mehr schuldig wurden als wir wahrhaben wollen. Halbritter gelingt es, die Volksstimmung unheimlich gut zu treffen und in hunderten ganzseitigen Zeichnungen und zugehörigen Bildunterschriften widerzugeben. Dieses Buch ist einzigartig in seiner Bedeutung für die Aufklärung über unsere Nazi-Vergangenheit. Kein Dokumentarfilm, keine historische Schilderung mit belegten Fakten, kein detaillierter Vortrag hat je das geleistet, was Halbritter gelungen ist.
Halbritter-Fuehrung-und-GefolgschaftGerhard Kromschröder, ehemaliger Redakteur von pardon, schreibt im Vorwort der Neuauflage: „Was in den eigenen vier Wänden, in der Hausgemeinschaft, im Stadtviertel praktiziert wurde, in dieser überschaubaren kleinen Welt, das kumulierte in düsterer Konsequenz im Furor industriellen Menschentötens, im Holocaust. Es ist das Verdienst des Chronisten Kurt Halbritter, uns diese vernachlässigte kleinbürgerliche Quelle deutscher Vernichtungslust erschlossen zu haben, die er uns in seinem bitteren Bilderbogen quälend nah vor Augen führt“. Halbritter übertreibt, verzerrt, karikiert nur wenig – seine Zeichnungen sind auf eine hinterhältig sanfte Weise treffend.“

Halbritter-Judith-MarionDieses Buch ist – auch im Versand – in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.
Bitte treffen Sie eine bewußte Entscheidung für den fortschrittlichen Buchhandel.
Weltbühne muß bleiben.

Deutlicher Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen

In der Ausgabe vom 29. November der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Kommentator Volker Zastrow deutliche Worte gefunden. Überschrift seines Kommentars: „AfD Die neue völkische Bewegung“.
Auf den Demonstrationen habe „ die Anhängerschaft dieser Partei Wut, Hass und einen nicht mehr zu übersehenden Hunger nach Gewalt“ gezeigt. „Unterschiede zu Pegida sind kaum mehr zu erkennen.“
„Die hie und da gezeigte Deutschlandfahne wird als gegen-republikanisches Bekenntnis missverstanden“, heißt es in dem Kommentar weiter. „Auch bei Pegida wird die Deutschlandfahne so genutzt: gegen die real existierende Bundesrepublik, für dieses dunkle ‚Deutschland‘ in den Köpfen der Demonstranten.“
FAZZastrowWeitere Zitate:
Die Atmosphäre auf den Demos ist gewaltgeladen. Wer als Feind begriffen wird, den sucht man einzuschüchtern: durch aggressives Angehen, Bedrohen, Verfolgen, Geschimpfe und Geschrei. Immer häufiger kommt es zu Angriffen: Da wird bedrängt, geschubst, gestoßen oder gar geschlagen. Die Gewalt richtet sich insbesondere gegen Journalisten, ohne weiteres auch Frauen, erst diese Woche wieder gegen zwei Kolleginnen des ZDF.“
„Wir sind das Volk, das heißt heute: die anderen nicht. Die sind Volksschädlinge, Feinde des Volkes. […] Alle, die nicht das Volk sind, sollen weg, erst einmal wenigstens mundtot gemacht werden. Das ist der Grund für die Wut auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Sie wird niemals abreißen, denn man will statt der ‚Lügenpresse‘ völkische Beobachter.“
„Wenn sich ein Feingeist wie Botho Strauß in schönster Sprache als der ‚letzte Deutsche‘ beweint, dessen ‚aussterbendes Volk‘, wie er schreibt, ‚mit fremden Völkern aufgemischt wird‘, ist auch das kein in Deutschland wirklich neuer Ton, nur einer, den man für verklungen halten wollte.“
„Antisemitismus ist auch heute unter den Gehässigsten der Pegida- und AfD-Anhängern verbreitet. Dafür finden sich wieder zahlreiche Belege im Internet, etwa das gerade von der B.Z. veröffentlichte Video eines Wachmannes, der die Überstellung der Politiker und ‚Gutmenschen‘ in längstens zwei Jahren in ‚Ferienlager‘ unter dem Stichwort ‚Arbeit macht frei‘ ankündigt. Das aktualisierte Feindbild aber sind Muslime – und nun kommen sie zu Hunderttausenden ins Land; eine historische Herausforderung, die nur unter Aufbietung aller konstruktiven Kräfte und natürlich nicht ohne Kontroversen gemeistert werden kann.“
Das bittere Fazit:
„Unter dem Druck dieser Verhältnisse hat sich rund um Pegida und AfD der Nukleus einer Bürgerkriegspartei gebildet. Ihre Gier nach Gewalt ist mit Händen zu greifen, und sie wird nicht haltmachen, sich nicht begnügen.“

Neu in der Weltbühne: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Das Buch, auf das Sie bestimmt gewartet haben:
Axel Klingenberg: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Wie Deutschland verblödet. Verlag Andreas Reiffer. 160 S. 9,90 Euro
KlingenbergSagenDuerfen„Deutschlands Neokonservative spielen sich als Querdenker und Tabubrecher auf – und sagen doch nur das, was schon immer falsch war und auch durch die hundertste Wiederholung nicht richtiger wird. Axel Klingenberg hat die 88 dümmsten, dürftigsten und düpierendsten Aussagen der nationalen Vor’denker‘ von Sarrazin bis Pirincci und ihrer deutschtümelnden Anhänger von der AfD bis zu Pegida gesammelt, um sie genüsslich auseinanderzunehmen und so wieder zusammenzusetzen, dass klar wird, warum die lustigen schwarz-rot-gelben Sombreros der Party-Patrioten und D-Mark-Nostalgiker doch nur alte Aluhüte sind, die auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.
Schön, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gibt. Unschön, dass sie für jeden gilt. Sogar der Paradekatholik Matthias bzw. Matthäuslukasjohannes Matussek, der sich darauf spezialisiert hat, in gesellschaftlichen Diskursen die jeweils unangenehmste und abwegigste Position einzunehmen, darf hier ungestraft sein dröseliges Gedankengut verbreiten. Die größte Ansammlung an tabubrechenden Kreuz- und Querdenkern findet man in den täglichen Talkshows. Der Schweizer Ausländerbegrenzungsbefürwortungsredakteur, der kinderreiche Chefevangelist und der homophobste Publizist der Republik – sie alle werden in diesen Freakshows ausgestellt, damit die Zuschauer sich beruhigt in ihren Fernsehsesseln zurücklehnen und erleichtert seufzen können: ‚Gut, dass ich nicht so viel Unsinn erzähle!‘ Na klar, manche nennen das, was aus solchen Meinungsmachern ungebremst herausbröselt, den ‚gesunden Menschenverstand‘ – der aber bekanntlich in vielen Fällen nicht weit vom ‚gesunden Volksempfinden‘ entfernt ist. Man sollte auch nicht den Fehler begehen, zu glauben, dass nur Männer nichts Gescheites zu sagen haben. Es gibt genügend Frauen, die sich bemühen, in dieser Disziplin emanzipiert Anschluss zu halten. Zum Beispiel die Autorin Sibylle Lewitscharoff, die das ‚Onanieverbot‘ für ‚weise‘ hält, und Personen, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, als ‚zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weiß-nicht-was‘ bezeichnet.“

Entscheiden Sie sich gegen Neokonservative und Rechts-Populisten, indem Sie sich für die richtige Buchhandlung entscheiden. Bestellen Sie dieses Buch (und alle anderen) in der (Versand-)Buchhandlung Weltbühne.
Weltbühne muß bleiben.

Bürgergefühle

Dieser Text erschien hier schon einmal – als Kommentar zur Kommunalwahl 2014. Damals, im Mai 2014, war es auch schon eine Wiederverwendung. Zu allererst erschien der Text in DER METZGER Nr. 87 (2009). „Inzwischen hat sich natürlich alles von Grund auf geändert“, lautete der ironische Kommentar fünf Jahre später.
Nicht viel geändert habe ich an dem Text. Wie das weitergeht, wenn der (Spieß-)Bürger mit seinen Gefühlen lauter wird und wenn zwischen „Untertan“ und „Obrigkeit“ Disharmonie einkehrt, erleben wir gerade. Auch wenn alles sich ändert, ändert sich nichts.
Hier also der Text von damals / von heute:

„Als das Bürgertum seine Fähigkeiten erkannte, war es entsetzt
– und flüchtete in die Restauration.“
Friedrich Engels

Es ist nicht unbedenklich, wenn die Demokratie dargestellt wird als eine Verpflichtung, die der Einzelne der Allgemeinheit gegenüber zu erfüllen hat. Man sollte doch besser nicht danach fragen, was du für das Land tun kannst, sondern was das Land für dich tut.
Für die Konservativen ist die Demokratie ohnehin nichts anderes als der Preis der Macht.
Und wer – allein schon durch fundamentale Unkenntnis – den Wahlschein ausfüllt wie einen Lottoschein, der hat durch das Lotto jahrelang die Schule der Niederlage besucht; bloß mit dem Unterschied, daß die erwartete Erkenntnis „Widder nix“ sich bei der Bundestagswahl nicht schon am nächsten Samstagabend einstellt.
Der Versuch von einst, mit der „Anti-Parteien-Partei“ das politische Spektrum umzugestalten, ist gescheitert. Eine Stimme für die Grünen ist eine Stimme für das, wofür auch die anderen etablierten Parteien stehen: Marktwirtschaft, NATO, Bundeswehreinsätze. Neben den Linkswählern sind es doch gerade die Nichtwähler, die die politische Landschaft verändern. Der Nichtwähler kann sagen: „Seitdem ich nicht mehr wähle, werde ich wahrgenommen.“ Die Nichtwähler haben ihren Teil dazu beigetragen, die „Volksparteien“, dieses Pubertätsphänomen einer Demokratie, die sich nicht traut, eine zu sein, zu demontieren, und dafür sei ihnen gedankt. Daß davon die SPD mehr betroffen ist als die CDU, mag manchem fatal vorkommen. Ungerecht ist es nicht.
Auf den Ratschlag, daß die, denen „es nicht paßt“ doch selbst eine Partei gründen könnten, möchte man antworten: „Haa haa haa!“ Allerdings ist das Gründen von Parteien derzeit ein weitverbreitetes Hobby, besonders in Duisburg, wo es ja bekanntlich noch mehr Verrückte gibt als anderswo. Bei der Kommunalwahl traten sie dutzendweise an mit Namen wie „Bürgerunion“, „Freie Bürger“, „Bürgerliche Liberale“, „Bürgerliche Mitte“ etc. pp., um „es“ „denen da oben“ „mal zu zeigen“. Und was haben die, die sich durch die etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen, zu bieten? „Bürgernähe“, „Bürgerwille“, „Leistung“, „gegen Verschwendung“, „Bürgerwille statt Bevormundung“, „gegen Korruption“, „für unsere Kinder“, „gegen Bürokratie“, „Zukunft“ – kurzum: dieselben Phrasen wie die Parteien, von denen sie sich enttäuscht abgewendet haben. „Für das Gute, gegen das Schlechte“ lautet ihr gemeinsames Programm. Daß bei ihnen der „Mittelstand“ stets hervorgehoben wird, drückt nicht ein wirtschaftspolitisches Konzept aus, sondern ihren Hang zur Mittelmäßigkeit. Zur Rede gestellt, was sich denn nun ändern müsse, lautet die Antwort, daß „die Politiker“ sich nicht nur dauernd die Taschen vollstopfen, sondern sich endlich mal um die wirklichen Probleme kümmern sollen, zum Beispiel, daß die Arbeitslosen nicht mehr dauernd ihre Kippen auf den Bürgersteig werfen.
Das Aufwallen solcher Bürgergefühle ist von Grund auf antidemokratisch. Dem Bürger graust es vor den Errungenschaften des bürgerlichen Zeitalters, vor Aufklärung und Gleichheit. Die Freiheit erfüllt ihn mit Angst, die Brüderlichkeit paßt nicht in sein steinernes Herz. Der Bürger mag den bürgerlichen Staat nicht leiden, weil das – seinem Empfinden nach – eben ein Staat der Beamten, der Bürokraten, der milden Richter, der Psychologen und Pädagogen, der Wissenschaftler, der Intellektuellen, der Egalitären, der Weicheier ist, ein Staat ohne Kraft und Herrlichkeit, ohne wirkliche Autorität.
Die Bürokratie ist ein Charakteristikum des bürgerlichen Staates. Sie ist ein Übel, das ein größeres Übel ablöste. Der Stempel und die Bewilligung traten an die Stelle feudaler Gunst und Gnade. Das will dem bürgerlichen Sozialisationstypen aber nicht einleuchten. Es paßt ihm nicht, daß er für den bürokratischen Entscheidungsträger Nachweise erbringen muß, wohingegen eingeübte Unterwürfigkeit ihm nichts nutzt. Der Gunst und Gnade des Feudalherrn wähnt er sich hingegen sicher, weil er ja brav und fleißig ist.
Der Bürger, dessen Bürgerlichkeit nicht bloß ein rechtlicher Status ist, sondern eine Weltanschauung, nimmt dem bürgerlichen Staat übel, was er einem absolutistischen Monarchen nicht übel nehmen würde. Der bürgerliche Staat zieht ihm das Geld aus der Tasche und wirft es zum Fenster hinaus, findet er. Einem König Ludwig II würde er bereitwillig den letzten Groschen hinterherwerfen, damit er Prachtschlösser zum Sich-drin-Langweilen bauen kann.
„Bürgerwille statt Bevormundung“ lautet der Slogan. Was aber will der Bürger denn? Eigentlich gar nichts anderes als bevormundet zu werden – dann aber bitte richtig und von den Richtigen. Er will einen starken Staat, der durchgreift, kontrolliert, vollstreckt, herrscht, befehligt, lenkt. Dazu sind unsere Politiker heutzutage eben nicht mehr imstande.

Was ist der Akif Pirincci eigentlich für einer?

Auf dem großen Jahrestags-Aufmarsch der faschistischen Pegida-Bewegung in Dresden äußerte er sein Bedauern darüber, daß die Konzentrationslager nicht mehr in Betrieb sind.

Kannten Sie den vorher?
Geboren 1959 in Istanbul.
Was? 1959? Und dann will der schon mitreden?
Ein sauberer Herr, wie man sieht:
Schrieb in der neurechten Jungen Freiheit und dem rechtslibertären Blatt eigentümlich frei, im Online-Portal der Sezession und war sich auch nicht fies dafür, in dem neokonservativen Weblog „Achse des Guten“ sich in der Nähe von Henryk M. Broder herumzutreiben. Lesungen bei der AfD, bei der Danubia und anderen Burschenschaften, beim Witikobund etc.
Dem breiten Publikum ist er wohl durch Kriminalromane bekannt, in denen Katzen, ähnlich wie zuvor das Pferd Fury und der Hund Lassie, selbständig kriminalpolizeiliche Ermittlungen durchführen (wurde mir gesagt, hab ich so verstanden). Nach seiner Dresdner KZ-Rede, in der er nicht zum ersten mal besonders unflätig daherschwadronierte, haben nun die zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Verlage seine Werke aus dem Programm gestrichen.
Die Manuskriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG steht fest & treu zu ihrem Autor.
„Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ war der erste Titel, den der Verlag im VLB so vorstellt:
„Akif Pirinçci rechnet ab mit Gutmenschen und vaterlandslosen Gesellen, die von Familie und Heimat nichts wissen wollen, mit einer verwirrten Öffentlichkeit, die jede sexuelle Abseitigkeit vergottet, mit Feminismus und Gender Mainstreaming, mit dem sich immer aggressiver ausbreitenden Islam und seinen deutschen Unterstützern, mit Funktionären und Politikern, die unsere Steuern wie Spielgeld verbrennen.“ Und endlich ist der Satz zu Ende.
Wie ist es um ein Land bestellt, in dessen Sprache der gute Mensch ein Schimpfwort ist! Die „vaterlandslosen Gesellen“ sind das einzige geistige Erbe, das Kaiser Wilhelm hinterlassen hat (dabei wurde die Monarchie hier doch schon 1918 abgeschafft). Wenn Geld nicht mehr, wie bisher, zum Fenster hinausgeworfen, sondern neuerdings verbrannt wird, dann geht es dem Ende entgegen!
Im Ernst: Wer sich über feministische Gender-Sperenzkes nicht mehr lustig machen kann, sondern den Untergang des Kontinents darin herbeiahnt, dem läuft der Mund über. Politiker (!), Funktionäre (!!), Unterstützer gar (!!!) stecken unter einer Decke. Mit wem? Mit dem Islam! Sieht man doch! Und der breitet sich immer aggressiver aus. (Das Wort „zunehmend“ hätte hier gut hingepaßt).
Wer dann andere verwirrt nennt, fällt selbst hinein.
Die gottvolle Abseitigkeit des Sexuellen lasse ich mal unkommentiert. Aber nicht übersehen soll sein, daß die Frau, der Fremde und der Eros die Dreifaltigkeit des Schreckens bilden für den, der eine Familie braucht, um sich an Schwächeren abzureagieren (damit das Vaterland wieder richtig funktioniert).
„Dabei richtet sich Pirinçcis Kritik nicht gegen Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer,“ beteuert der Verlag, „sondern gegen deren kultische Verehrung durch Politiker und Journalisten.“ Klar doch. Wer ein richtiger deutscher Haßprediger werden will, muß (eigentlich gleich am Anfang) sagen, daß er nichts gegen Ausländer (Schwule, Flüchtlinge etc.) hat beziehungsweise daß er doch nun wirklich kein Rassist (Moralapostel etc.) ist, aaaber…
Das neue Machwerk, gewissermaßen das Buch zum Pedida-Jubiläum, hat den Titel „Die große Verschwulung“.
Ob es dem Eiferer in seinem Eifer schwant, daß er sich von dem eifernden Islamisten gar nicht so sehr unterscheidet?

Bitte bestellen Sie meine CD.

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Meine (allerdings, was er nicht weiß, ironisch gemeinte) „Anleitung für Rundumschläger“ beherzigt er, indem er uns mit „Demnächst“-Visionen unterhält:
„Der nächste Bundespräsident wird ein Travestiestar sein, der im Falsett auf Schlagerparaden die Nationalhymne singt.“ Ach! Ich dachte immer, das hätten wir schon längst gehabt.
„Schämen Sie sich, noch normal zu sein? Das Chaos wächst, im Dickicht der Geschlechter gibt es kein Halten mehr. Gewißheiten werden abgeräumt.“ So wurde zum Beispiel den Pegida-Anhängern der Abschied von der Gewißheit zugemutet, daß die Scheibe keine Erde ist. Aber nicht nur das: „Bienchen und Blümchen weichen den Aufklärungsmethoden aus den Laboren Dr. Frankensteins.“
Also sagen Sie doch mal selbst: Der ist doch plemplem.
Aber man soll sich nicht täuschen. Komisch ist das, aber nicht lustig, wenn einer mit seinem Haß auf alles, was für ihn den Anschein von Aufklärung und Modernität erzeugt, seinen geistigen Bankrott vorführt – und dafür den Massenjubel des Abschaums erntet.

VerschwulungWirNichtTreffer-Anzeige beim Barsortiment, an das die Weltbühne angeschlossen ist. „Führen wir nicht“. Da sieht man, wie weit der Islamimus uns schon im Griff hat. Denn auch die anderen Buch-Zwischenhändler boykottieren das Schwulenhasser-Buch.

Was ist das eigentlich für ein Verlag, diese „Manuskriptum Verlagsbuchhandlung Thomas Hoof KG“?
Harry Nutt schrieb in der Frankfurter Rundschau (22. Oktober 2015): „Verlagsgründer Thomas Hoof (Jahrgang 1948) […] hatte seit jeher ein Faible für grüblerisches Geraune mit deutschnationalen Untertönen.“ Vor 1989 war er Landesgeschäftsführer der Grünen in Nordrhein-Westfalen.
Da wächst ja mal wieder was zusammen.