Wir waren in Düsseldorf und sind wieder zurück

Am letzten Samstag (8. Februar) waren wir, wie angekündigt, mit unserem Büchertisch in Düsseldorf bei der Landeskonferenz der VVN-BdA. Die Buchhandlung Weltbühne ist seit Jahrzehnten Stammgast bei den Konferenzen des nordrhein-westfälischen Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten.

Foto: VVN-BdA LV NRW

Foto: VVN-BdA LV NRW

Wir haben uns da wohlgefühlt: eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre, sachliche Diskussionskultur, Austausch vernünftiger Argumente, informative Beiträge, freundlicher Umgang – sowas ist man ja kaum noch gewohnt in den linken Kreisen, denen anzugehören ich verflucht bin.
Informationen (demnächst noch mehr) sind auf der Homepage des Landesverbandes zu finden.
Die Konferenz fand in Ver.di-Haus statt. Die Gewerkschaft bewirtete die Konferenzteilnehmer, unter anderen mit reichlich Kaffee, und der war stark! Die Geizhälse der Gewerkschaft haben beim Kaffee mit Wasser gespart!
Ein paar Koffer voller Bücher haben wir natürlich wieder zurücktransportiert, von denen ich zwei empfehlend erwähne:
sander_arisierung_177x268Ulrich Sander: Von Arisierung bis Zwangsarbeit. Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945. Papyrossa Verlag 2012, 348 S. 16,90 Euro – hier schon einmal vorgestellt am 3. Juli 2012
und:
3-89771-411-6Änneke Winckel: Antiziganismus. Rassismus gegen Roma und Sinti im vereinigten Deutschland. Unrast Verlag 2002, 200 S. 14 Euro – zwar schon vor über zehn Jahren erschienen, aber ein Standardwerk zu einem aktuellen Thema.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Änneke Winckel gelingt ein eindrücklicher Nachweis darüber, wie präsent die Bilder von den „Zigeunern“ in Deutschland sind und wie tödlich deren Folgen auch heute noch sein können. Erstmals wird mit diesem Buch auf der Grundlage einer umfangreichen Auswertung von Tageszeitungen und Zeitschriften eine systematische Untersuchung des Antiziganismus in Deutschland seit 1989 vorgelegt. Ihre Analyse verdeutlicht anschaulich, wie sehr Kontinuitäten den heutigen Antiziganismus prägen.
Beide Bücher sind – auch im Versand – in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich.

Marvin Chlada seit 25 Jahren auf der Bühne

pipelines — I’M ALIVE / NN oder EINE NACHT | Livehörspiele/Hörtheater

Chlada25-1Sonntag, 9. Februar 2014, 17:00
Lokal Harmonie e.V.
Harmoniestr. 41
47119 Duisburg (Ruhrort)

I’m alive
Marvin Chlada, seit 1989 Wegbegleiter des literarischen und musikalischen Undergrounds (Punk Rock und Social Beat, Electro Wave und Avantgarde), präsentiert einen Querschnitt aus 25 Jahren Textarbeit.
Und Gästen (Jörg Nerendsen (Gitarre) und Juan Espinosa (Akkordeon)
Info: chlada.de

Chlada25-2http://www.youtube.com/watch?v=Ktq1N9kxBFE&list=PLpztktQc6Xy8BPtzosGuY0n2PoJrOBFuS

und danach:
N.N. oder Eine Nacht
für Stimme(n) und Klänge
von Thorsten Töpp
mit:
Maximilian Strestik – Stimme(n)
Achim Kämper & Thorsten Töpp – Klänge
Jörn Nettingsmeier – Klangregie
Ein Mann versucht, sich eine Identität zu bauen. Stimmen aus seiner Vergangenheit, seine Fehler, seine Versäumnisse, seine Enttäuschungen und Brutalitäten, aber auch seine Erfolge, Zärtlichkeiten und Träume scheinen um ein leeres Zentrum zu kreisen. Je näher er ihm kommt, desto mehr mischen sich scheinbar fremde Klänge ein und fordern seine Stimme zum Tanz.
Ein theatrales Hörstück, zugleich aber auch eine musikalische Komposition mit Text.
Manchmal untermalen die Musiker den Sprecher, dann wird wieder die Sprache wie Musik behandelt. Die Ebenen durchdringen sich und lassen den Zuschauer/Hörer in der Schwebe.

Kunst am Strick oder Es geht auch anders

Die Einladung zur Vernissage geht alle an:
Handwerk oder Kunst ?
Stricken ist den meisten als Großmutters Beschäftigung bekannt, dabei entstehen Socken, Schals und Pullover.
Es geht auch anders.
Die Strickgraffiti-Bewegung hat mit dem Bestricken des öffentlichen Raums begonnen und in manchen Städten sind Autos, Bäume und sogar Häuser von der Strickwut der Protagonistinnen „angezogen“ worden.
Durchaus von dieser Welle erfasst, wendet sich die Autodidaktin LÜTT HUIS auch dem geschlossenen Raum zu, dem sie Skulpturen und Objekte beifügt, entstanden aus handwerklichem Geschick und der Phantasie der Künstlerin. Ohne Strickvorlage wachsen Figuren wie Madame Schnippig oder ein genmutierter Saurier unter ihren Nadeln.
Das Repertoire der Duisburgerin LÜTT HUIS reicht von selbstentworfenen Kleidern über Strickgraffiti bis zu gegenständlichen Objekten.
Am Mittwoch, den 22. Januar 2014 um 19 Uhr sind alle, die Stricken mal anders betrachten wollen, herzlich eingeladen, die Vernissage zu besuchen.
strick1strick2
Galerie Spinatwachtel, Eigenstraße 42, 47053 Duisburg.
Die Ausstellung ist montags bis freitags vom 23.1.2014 bis zum 15.2.2014
zwischen 15 Uhr und 18 Uhr geöffnet.

Veranstaltungshinweis

SpinatKerzeTatort: Eigenstraße 42 . 47053 Duisburg (Hochfeld)
Das habe ich darüber erfahren:
Das sagt er darüber:
Kerze braucht Urlaub. Am liebsten mit seiner Herkules und seinen Kollegen vom Mofa-Klub. Also schmiedet er bei einer -Ernte 23- einen waghalsigen Plan der ihn und „die Kobras“ auf die Insel Mallorca bringen soll.
In den Gastrollen: Günther Jauch und Dieter Bohlen. Hier wird nichts verschenkt, Rakete Vollgas mit dem Flucht-Mofa! Ein turbulentes Hörspiel in zwei Takten.
…Aber auch n` bisschen Reisebericht…
…über das Hörspiel
„Kerze und die Kobras“ ist eine kleine Hörspiel-Serie die bisher aus drei Folgen besteht, insgesamt sind sechs geplant. Kerze, die Hauptfigur fährt Mofa und lebt ein schnurrbärtiges Rocker-Leben. 25 Km/h Freiheit steht auf seiner ausgefranzten Jeansweste und zusammen mit seinen Kumpels vom Mofa-Klub „die Kobras“ erleben die halbstarken Männer die wildesten Geschichten…
über Ben Perdighe
Schreiberling seit Jahren. Angefangen auf Poetry Slams, danach Solo-Programme, Autor für diverse Literatur Zeitungen/Magazine und am liebsten Mofa-Rocker bei den Kobras. Er schreibt weil er will, kann und muss.
Vor 35 Jahren in Duisburg geboren und über München nach Dinslaken gekommen. Jetzt findet er Kunst und Kultur so toll, dass er nichts mehr anderes macht.
Seine Freunde sagen über ihn:
„Der sieht immer anders aus.“
Oder „Der schuldet mir seit Jahren 10 Mark!“
Kurz gesagt: Wäre schön wenn Ihr kämt!
Liebe Grüße von den Spinatwachteln!

Wir waren nochmal in der Spinatwachtel für eine Zugabe

Am letzten Dienstag (17. Dezember) haben drei Autoren, die im zu Ende gehenden Jahr in der Spinatwachtel gelesen haben, eine Sondervorstellung gegeben (siehe die Notate vom 4. Juli, 8. Oktober und 9. November).
Ich darf auch im Namen meiner Mitstreiter sagen: Wir haben da gern gelesen, die Veranstaltungen waren gut vorbereitet und durchgeführt, und das Publikum ist auch gut bei uns angekommen. Die Zugabe am Dienstag darf darum auch als Dankeschön an die Veranstalter aufgefaßt werden.

SpinatDez13-1Lütfiye Güzel freut sich über ein gutes Buch. Und ich seh da aus, als wäre ich der Herr Bischof. (Das Buch habe ich geschrieben).

SpinatDez13-2Das Spinatwachtel-Team Andreas Gwisdalla (links) und Susanne Tepaß (rechts) mit Lütfiye Güzel (Mitte). CinemaScope.

SpinatDez13-3Ich habe als erster vorgelesen.

SpinatDez13-4Lütfiye Güzel.

SpinatDez13-5Werner Muth greift ins Weite. The Lady (left) was amused.
Fotos (bei fast völliger Dunkelheit): Heinrich Hafenstaedter.

Ausgebucht und eingeladen

Die Stadtbibliothek gibt bekannt:
Die Duisburger Poetin Lütfiye Güzel veröffentlichte nach ihrem Lyrik-Debüt „Herz-Terroristin“ im April 2012 ihr zweites Buch „Let`s go Güzel!“ im Dezember 2012. Der dritte Gedichtband „Trist olé?!“ erschien am 1. Oktober 2013. Darin schießt sie ein „seltsames Foto“, schaut sich einen „Fernsehbericht über das Mülltauchen“ an, verfolgt „die dunkle Wolke“, erzählt vom „Tellerwäscher am Meer“, fragt „kennst du das?“, umgeht „Paris“ und fühlt sich wie „die Falsche am richtigen Ort“. Mit ihren Gedichten und Kurzgeschichten seziert sie zynisch und pointiert den tristen Alltag und zielt mit ihren melancholischen Stories aus dem poetischen Underground treffsicher ins Herz.
Wann: 03.12.2013, 20.00 Uhr
Wo: Zentralbibliothek. Düsseldorfer Straße 5-7. 47051 Duisburg
Eintritt: 5,- EUR / VVK 4,- EUR
Soweit im wörtlichen Zitat die Duisburger Stadtbibliothek.
Der nulldritte Dezember ist übrigens Dienstag.
LuetfiyeDez2013Wenn ich nicht durch Arbeit davon abgehalten wäre, würde ich da auch hingehen.
Den Zuhörerinnen & Zuhörern wünsche ich morgenabend eine treffsichere Lektion in Underground,
und der Autorin wünsche ich ein liebes Publikum.
(Aber die ist bisher mit jedem Publikum gut fertiggeworden).
(Schauen Sie bitte auch in den fliegenden Koffer).

Wir waren in der Spinatwachtel

Das wäre geschafft! Und es hat geklappt.
Am Dienstag, wie angekündigt, war die Lesung.
SpinatLesNov13-1Alles lief so gut wie erhofft und besser als erwartet. Durch ein Sauwetter hindurch, aber trocken von Neudorf nach Hochfeld gelangt, von den Veranstaltern alles gut vorbereitet und mit-gedacht, Publikum traf ein und füllte den Raum. Kaum Versprecher beim Vortrag.
SpinatLesNov13-2Publikum gnädig. Nein, man kann mit Fug sagen: Publikum aufmerksam, Publikum zufrieden, Publikum amüsiert.
Ich hatte ja kaum zu erwarten gewagt, daß außer mir auch andere zue und aufe Türen, mit Fett beschmierte Gummiplatten und „Maria im Gefängnis“ irgendwie komisch finden.
Das Motto des Abends lautete „Wir bleiben im Bahnhof“. Was es mit dieser rätselhaften Mitteilung auf sich hat, konnte geklärt werden.
Der Ton-Mitschnitt ist gut geworden. Darum ist mit einer Doppel-CD in Kürze zu rechnen (Ankündigung demnächst). So werden dann also die, die nicht kommen konnten oder den Termin glatt verschwitzt hatten, doch noch einiges erfahren können über solche Themen:
LSD im Trinkwasser, Schwester Edith, Gottesglauben eines Atheisten, Straßenbahn und Coca Cola in den nicht enden wollenden 50er Jahren, Physik im nicht enden wollenden Mittelalter, die Idiotie des Pragmatismus, der Mathematiker als Terrorist, Barbara, Anne, Christina, der Beamte im Sündenpfuhl, meine Schwierigkeiten mit den Frauen,
et cetera pepé.
SpinatLesNov13-3Noch einmal mein herzlicher Dank an die Gastgeber Gwisdalla & Tepaß (respective Susanne und Andreas), deren Projekt Spinatwachtel Glück und Aufmerksamkeit zu wünschen ist. Die Einladung, sowas nochmal zu tun („Du bist immer ein gern gesehener Lesegast, hier auf unserer Couch!“) nehme ich gern an (wird sich finden, wird angekündigt). Denn es wäre noch viel zu erzählen darüber, daß der Ernst des Lebens eine seltsame Komik entfaltet.

Aufruf zu einer Demonstration gegen Rassismus

Demonstration „Gegen Rassismus, Antiromaismus und Pro NRW“ am 9.11.2013 in Duisburg
Bündnis „Erinnern heißt handeln!“ ruft zu breiten Protesten auf*
Unter dem Motto der Antifaschistin und Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano „Erinnern heißt Handeln!“ ruft ein Zusammenschluss aus antirassistischen und antifaschistischen Initiativen und Einzelpersonen aus Duisburg und NRW dazu auf, „Gegen Rassismus, Antiromaismus und Pro NRW“ auf die Straße zu gehen.
Ausgerechnet am 9. November, dem 75. Jahrestag der Reichspogromnacht, während der in Deutschland 1938 weit mehr als 1.300 Juden ermordet und Synagogen angezündet wurden, will die extrem rechte Splitterpartei PRO NRW gleich zwei Kundgebungen in Duisburg abhalten. In Neumühl will PRO NRW ihre rechte Propaganda gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen St. Barbara-Krankenhaus, in Rheinhausen gegen von Roma bewohnte Häuser (In den Peschen 3-5) verbreiten. Mit ihren Aktionen versucht PRO NRW eine teilweise rassistische Stimmung in Teilen der Bevölkerung zu schüren.
Die Polizei hat beide Pro-NRW-Kundgebungen verboten und Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Es ist aber fraglich, ob das Verbot Bestand haben wird.
Deshalb laufen die Vorbereitungen für die antirassistische Demonstration weiter auf Hochtouren. Die Protestaktion beginnt um 12 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Hamborner Rathaus und zieht dann weiter in den Stadtteil Neumühl.
Reden und Grußbotschaften sind unter anderem von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), den Bewohnern der Häuser „In den Peschen“, der Migrantenorganisation ATIF sowie der Flüchtlings-Organisationen „Lampedusa in Hamburg“ und „Refugee Struggle“ vorgesehen.
Anne Lees, Sprecherin des Bündnisses: „Die 15.000 Menschen, die am Wochenende in Hamburg aus Solidarität mit den Flüchtlingen der Lampedusa-Gruppe auf die Straße gegangen sind, haben es vorgemacht. Wir wollen eine große, breite und bunte Demonstration gegen Rassismus in Duisburg. Wo wir sind, ist kein Platz für die rechtspopulistische Hetze von Pro NRW!“
(Text behutsam bearbeitet. Correctical-Whiteness-Floskeln wurden getilgt).

Demonstration gegen geistige Brandstiftung und Ausgrenzung

Das Duisburger Netzwerk gegen rechts ruft zu einer Demonstration auf.
Hier der Aufruf im Wortlaut:
Gegen geistige Brandstiftung und Ausgrenzung!
Demonstration: Samstag, den 19.10.2013 in Duisburg – Rheinhausen
Treffpunkt: 12.00 Uhr Rheinhausen Bahnhof/Ost
Seit mehr als einem Jahr wird in Duisburg die Diskussion über die Situation der rumänischen bzw.  bulgarischen EU- Bürger geführt. Durch CDU, Teile der SPD sowie der WAZ Medien- Gruppe zeigt diese öffentliche Auseinandersetzung immer wieder ihren rassistischen Charakter. Diese ebnete den Weg für eine progromartige  Stimmung in Teilen Duisburgs, wie wir am vorletzten Wochenende in Duisburg -Rheinhausen und Neumühl erfahren mussten.
Bürger und stadtbekannte Neonazis demonstrierten Hand in Hand auf dem Rheinhausener Markt, um gegen die angebliche Untätigkeit der Behörden zu demonstrieren, die „Vermüllung“ und „Kriminalität“ zuließen. Das es sich hier konkret um die Situation „In den Peschen“, ein von Rumänen/Bulgaren bewohntes Haus handelte, wurde nicht nur durch Bilder auf der Kundgebung deutlich. Offen rassistisch und volksverhetzend wurden Rumänen/Bulgaren am offenen Mikrofon beschimpft, unter Beifall radikaler Neonazis. Veranstaltungsteilnehmer und Anmelder ließen sich auch auf Nachfrage nicht dazu bewegen sich von den Neonazis vor Ort zu trennen. Nachträgliche Distanzierungsversuche sind eine Farce.
Nicht wenig später im Duisburger Stadtteil Neumühl  ereignete sich eine ähnlich beunruhigende Situation: Als die rechtspopulistische Gruppe Pro NRW gegen eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge demonstrierte, wurde sie von ca. 200 Anwohnern mit Beifall empfangen und unterstützt. In aggressivster Stimmung sprachen sich die “besorgten Anwohner” in einem offenen Mikrofon gegen das drohende Flüchtlingsheim im ehemaligen St. Barbara Hospital aus. Rassistische Parolen und Drohungen zur Brandstiftung, ob “mit oder ohne Menschen drin”, stießen auf Jubel. Kurz nach der Kundgebung kam es zu einem Vorfall, bei welchem migrantische Jugendliche, welche sich zuvor an den Gegenprotesten beteiligt hatten, von rechten Demonstrationsteilnehmern angegriffen und zum Teil verletzt wurden.
In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch ereignete sich im Stadtteil Homberg ein Brand in einem  von Roma bewohntem Haus. Die 42 Bewohner des Hauses, unter ihnen 28 Kinder, retteten sich auf das Dach, wobei 17 von ihnen verletzt wurden. Im Laufe des Mittwochnachmittags gab die Polizei bekannt, dass es sich um Brandstiftung gehandelt hat. Dass der Brand einen rassistischen Hintergrund haben könnte, wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, da es nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate nur noch wenig abwegig erscheint.
In dieser aufgeheizten Atmosphäre wollen wir einen klaren Kontrapunkt gegen diejenigen setzen, die mit der Situation der Einwanderer aus Südosteuropa ihr Süppchen kochen wollen. Die Kriminalisierung der Einwanderer durch Ordnungsbehörden und die Polizei muss sofort beendet werden! Deshalb lautet unser Appell an Politik und Medien in Duisburg:  Es reicht! Übernehmen Sie endlich Verantwortung für die in elenden Wohnverhältnissen und materieller Not lebenden Zuwanderer. Die Duisburger Politik muss unverzüglich den in DU-Bergheim lebenden Menschen, die in völlig überbelegten Wohnungen leben, angemessenen Wohnraum zur Verfügung stellen, um das vorrangigste Problem zu entschärfen und zu lösen. Die Duisburger Politik sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei den zugewanderten Menschen um EU-Bürger handelt und diese die gleichen Rechte beanspruchen können, wie alle anderen EU-Bürger auch. Alles andere wäre ein Rückfall in vordemokratische Zeiten.
www.netzwerk-gegen-rechts.org

Freut euch über das Buch des Jahres!

Helmut Loeven: Wir bleiben im Bahnhof. Das ideale Geschenk.
Situationspresse 2013, 252 Seiten mit einigen Abbildungen. 20 €.
ISBN 978-3-935673-35-8

BahnhofCover
Wenn die einen die Bösen sind, ja dann müssen die anderen ja die Guten sein. Das mag zwar „objektiv richtig“ sein, aber falsch ist es trotzdem.

Es kommt mir so vor, daß mit den meisten Flugblättern sich die Autoren ausdrücken, aber nicht unbedingt verständlich machen wollen.

Die Arbeiterklasse soll sich bloß nicht mit so‘n bißchen Atomkernen und Elektronen abspeisen lassen!

Dem Mangel an Aufmerksamkeit ist mit gutem Deutsch – vielleicht – nur wenig abzuhelfen, mit aufgedrehter Lautstärke aber gar nicht.

Über die Bedeutung psychedelischer Drogen für die Rock-Kultur soll man sich sachkundig äußern oder gar nicht.

Hätte die Neue Linke nicht den Törn mitgekriegt, wäre sie dogmatisch labernd in den Orkus marschiert.

Unentwegt werden Fragen, die längst beantwortet sind, noch einmal gestellt.

Die Aufgabe der Avantgarde ist es nicht, den Leuten die Welt zu erklären, sondern sie unentwegt in Erstaunen zu versetzen.

Die wirklich auf den Weg des Sieges führende Antwort auf alle erdenklichen Fragen des Daseins konnte nur dem roten Büchlein entnommen werden.

Schon die alten Griechen wußten: Einen Fels kann man zerkleinern.

Ein zentraler Wasserträger ist natürlich eine völlig neue Kategorie im Klassenkampf.

Die Panzer der Roten Armee drückten nieder, was nach 1945 bis in den letzten Winkel der Welt Alarm auslösen muß: einen deutschen Volksaufstand!

Wer sich erinnert, wird nicht ruhigen Gemütes von der Hand weisen können, daß im Sommer 1961 der Frieden in Europa in Gefahr war.

Anders als die BRD hat die DDR niemals Gebietsansprüche gestellt, keine faschistischen Organisationen geduldet, nie versucht, ein anderes Land zu regieren und zu annektieren, nie den Frieden gefährdet und nie Soldaten zum Kriegseinsatz in fremde Länder geschickt.

Wenn man den schlechten Sozialismus nicht verteidigt, kriegt man keinen besseren.

„Die Weiber sind ja so doo-o-oof!“ „Die Jungens sind ja so doo-o-oof!“ Ein höheres Niveau hat der „Kampf der Geschlechter“ nie erreicht.

Emanzipation kann erst anfangen, wenn die Phrase aufhört. Sie kann nicht anfangen, wenn die Phrase dem Gedanken das Wort abschneidet.

In allen guten Buchhandlungen (also fast nirgends) oder bei Amazon.
Am besten aber direkt bei
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
(auch im portofreien Versand)
Tel. 0203 – 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

P.S.: Die offizielle Buchpremiere findet am 5. November in der Spinatwachtel statt.
P.P.S.: Meine anderen Bücher behalten ihre Gültigkeit.

Da kann man hingehen: „Geschichtswerkstatt 2. Weltkrieg. Der Untergang des italienischen Faschismus“

Veranstaltung der Duisburger Volkshochschule am Sonntag, 29. September 2013 um 11 Uhr (morgens!) im Internationalen Zentrum (IZ), Flachsmarkt 15 (Stadtmitte), geleitet von Martin Clemens und Aloys Reuter. Kursgebühr: 5 Euro.
Am 24./25. Juli 1943 wurde Mussolini zuerst vom faschistischen Großrat und dann vom König Viktor Emanuel III. entmachtet und gefangen genommen. Der Faschismus in Italien war zu Ende. Marschall Badoglio übernahm die Macht. Wir wollen uns in dieser Sitzung mit den sozialen Wurzeln des italienischen Faschismus, dem Kriegsschauplatz Italien und den Voraussetzungen und Folgen des Sturzes von Mussolini auseinandersetzen.
Zur Sitzung erscheint ein Materialheft.
Ich weise auch darum hier auf diese Veranstaltung hin, weil die Duisburger Volkshochschule anscheinend an der Weltmeisterschaft „Wer hat den unübersichtlichsten Internetauftritt“ teilnimmt und diese Veranstaltung so versteckt hat, daß man sie nicht findet.

LITERATUeRk. Da kann man hingehen.

Gern gebe ich diese Information weiter:

Vom 01. bis 09. Oktober 2013 findet zum 9. Mal das türkisch-deutsche Festival Literatürk mit mehrsprachigen Lesungen, Film, Theater- und Musikbeiträgen an unterschiedlichen Orten in Essen und im Ruhrgebiet statt. Unser Publikum erwartet auch in diesem Jahr ein aufregendes Programm. Wir freuen uns Ihnen/euch auch in diesem Jahr ein außergewöhnliches Thema und spannende Veranstaltungen präsentieren zu dürfen. Schwerpunktthemen in diesem Jahr sind „Literatur und Stadt“ sowie die aktuellen politischen Konflikte in der Türkei.

LiteraTuerk2013Ich greife heraus:

So, 06.10 2013, 18:30 Uhr im Wohnzimmer in Gelsenkirchen
„City-Lyrics“. Lyriklesung mit Lütfiye Güzel und Gerrit Wustmann.
Musikalische Begleitung: Melek Topaloglu, Benjamin Stein
„Let’s go Güzel!“ eine Sammlung von Kurzgeschichten und Gedichten. “Lütfiye Güzel schreibt gegen den Stillstand. Ihre Sprache ist ein Frontalangriff. Direkt. Angstfrei. ‘Let’s go Güzel!’ blendet nicht. Spuckt keine großen Töne. Irgendwo in einer ‘Querstraße vom Nirgendwo …’ passiert alles und nichts” (Dialog Edition).
lg888„Istanbul Bootleg“, der zweite Band eines dreiteiligen Gedichtzyklus über Istanbul, ist ein lyrischer Trip durch die Millionenstadt am Bosporus von Gerrit Wustmann. Eine Liebeserklärung, die auch die dunklen Seiten nicht auslässt; eine Spurensuche, die in der jahrhundertealten Geschichte den Stimmen der Dichter und den leisen Zwischentönen des Alltäglichen lauscht.

Noch ein Hinweis: Im Oktober wird das neue – das dritte – Buch von Lütfiye Güzel aus der Druckerei gekommen sein, also dann bitte bei mir nachfragen oder auf dieser Seite nachschauen.