Es wird langsam Zeit, an die Neujahrs-Karten zu denken

Nicht nur zum neuen Jahr, auch zum neuen Jahrzehnt müssen wir uns Gedanken machen.
Postkarten SAMMELN ist eines der ergiebigsten Steckenpferde (früher sagte man „Hobby“). Auch als Wandschmuck geeignet sind die Din-A-6-Bilder, deren einzige formale Variabilität Hoch- und Querformat ist, deren inhaltliche Variabilität grenzenlos zu sein scheint. Wer mit Sammeln anfängt hat ja keine Vorstellung davon, wohin das führt …
Aber Postkarten VERSCHICKEN kommt ihrem Wesen am nächsten.
Schicken Sie Ihren Freunden, Freundinnen, Neffen und Nichten doch mal eine Postkarte. Viele von denen haben so ein Dingen noch nie gesehen.
Unsere Postkarten sind ideal dazu geeignet, die Empfänger zum Empfang einer Postkarte zu gratulieren.
Die Serie SITUATIONSPOSTKARTEN umfaßt inzwischen 182 Motive.
Der Gesamtüberblick im Katagog der Buchhandlung Weltbühne:
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/postkarten.html
Heute in der Präsentation wieder kritische Blicke.
Fotografien von Heinrich Hafenstaedter, drei neue und drei schon bekannte Motive.

Situationspostkarte 174: Planet B

Situationspostkarte 173: Kriegsdenkmal

Situationspostkarte 172: Kleingartenidyll

Situationspostkarte 146: Gepäck

Situationspostkarte 145 fiatlux

Situationspostkarte 143 Rheinufer

Heute kam die neue Konkret

Die Ausgabe Januar 2020 von Konkret (angekündigt für den 3. Januar) ist heute in der Weltbühne angekommen.
Auf der internen Seite („von konkret“) ist vermerkt: „Aus gesundheitlichen Gründen konnte Hermann L. Gremliza für dieses Heft keine Texte schreiben.“
Im Impressum wird als Herausgeberin Friederike Gremliza genannt, ebenso als Geschäftsführerin (vormals Katrin Gremliza).

Vor 100 Jahren: Kapp-Putsch und Märzrevolution

In diesen Tagen erscheint (und in diesen Tagen in der Weltbühne erhältlich):
Erhard Lucas: Märzrevolution 1920. Verlag Die Buchmacherei. 2 Bände, zusammen 1288 Seiten. 40 Euro.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Gegen eine demokratisch gewählte Regierung putscht ein Teil der Armee, und der andere Teil verweigert der Regierung die Unterstützung. Diese flieht. In vielen Landesteilen wird der Generalstreik ausgerufen. Im Industriezentrum des Landes werden die Betriebe besetzt, und mehrere tausend Arbeiter bewaffnen sich, greifen die Putschisten an und besiegen reguläre Truppen im offenen Kampf. Neugebildete Vollzugsräte übernehmen alle öffentliche Gewalt und es bildet sich eine „Rote Armee“ mit etwa 50.000 Kämpfern, bestehend aus Sozialdemokraten, Unabhängigen, Kommunisten und Syndikalisten. Die Rede ist nicht von Spanien 1936, sondern vom Ruhrgebiet im März 1920. Nach der Niederschlagung des Rechts-Putsches ging die Reichsregierung zusammen mit den Einheiten, die sie im Stich gelassen hatten, gegen ihre Retter vor. Die Reaktion nahm blutige Rache. Wie ist es zu diesem Aufstand gekommen und was waren die Gründe seines Scheiterns? Wieso war 1920 möglich, was 1933 gegen die Nazis nicht gelang? Erhard Lucas (1937–1993) hat dazu in 3 Bänden „Märzrevolution 1920“ eine Geschichte der Ereignisse vorgelegt – seit vielen Jahren vergriffen. Wir wollen an „100 Jahre Märzrevolution“ im Ruhrgebiet erinnern und geben dieses Werk wieder heraus, zu einem Non-Profit-Preis, als Beitrag gegen das planmäßige Vergessenmachen.

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Erkundigen Sie sich bei uns auch über andere Titel aus der Buchmacherei.

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Über die „untergründigen Jahre“

Neu in der Weltbühne:
Die untergründigen Jahre. Die kollektive Autobiographie ›alternativer‹ Autoren aus den 1970ern und danach. Herausgegeben von Peter Engel und Günther Emig. Günther Emigs Literatur-Betrieb 2019. 484 Seiten, 20 Euro

Die Herausgeber stellen ihr Buch vor:
Die 68er-Studentenrevolte hat in die 70er Jahre hineingestrahlt, ist da erst richtig wirksam geworden, nicht zuletzt in der Literatur und im Literaturbetrieb. War das damals tatsächlich eine gravierende Umwälzung oder nur der übliche Aufstand der Jungen gegen die Alten beziehungsweise lediglich ein spontaner Aufbruch gegen den eingefahrenen „Betrieb“? Kann man sich, wie Enzensberger meinte, in Bezug auf die siebziger Jahre „kurz fassen“ und nicht wirklich verlangen, dass man ihrer „mit Nachsicht gedächte“?
Wir stellten diese Fragen 40 Jahre nach den „Gegenbuchmessen“ und dem Kampf der „kleinen Bertelsmänner“ gegen das etablierte Verlagswesen noch einmal, wollen von den damaligen Protagonisten der „Gegenkultur“ wissen, wie sie jene Zeiten erlebt haben, welches für sie die bestimmenden Momente waren und was von all dem für sie bis heute nachwirkt.
Inhaltlich sollte es in den erbetenen Beiträgen um das Subjektive gehen, die persönliche Perspektive, also keine Beiträge über Dritte, sondern eine Darstellung des eigenen Tuns (natürlich mit Bezug auf diese „Dritten“): Warum, mit wem, zu welchem „Endzweck“, was daraus geworden ist usw. Also quasi lauter Einzel-Autobiographien, die die Zeit von Ende der 1960er bis Ende 1970 schwerpunktmäßig umfassen sollten. Und natürlich wie es danach weiterging.

Ich wurde zur Mitwirkung eingeladen und nahm die Einladung an. Ich brauchte mich – so wurde ausdrücklich gesagt – nicht unbedingt kurz zu fassen. „Warum heißt DER METZGER eigentlich DER METZGER? 12 Ausschnitte“ lautet der Titel meines Textes.
Die anderen Beiträger sind: Wolfgang Bittner, Michael Braun, Daniel Dubbe, Heiner Egge, Peter Engel, Ronald Glomb, Frank Göhre, Friedemann Hahn, Manfred Hausin, Martin Jürgens, Benno Käsmayr, Michael Kellner, Barbara Maria Kloos, Fitzgerald Kusz, Detlef Michelers, Alfred Miersch, Peter Salomon, Christoph Schubert-Weller, Tiny Stricker, Ralf Thenior, Jürgen Theobaldy.
Unter den Mitwirkenden sind auch einige, die auf der langen METZGER-Autorenliste stehen: Manfred Ach, Manfred Bosch, Manfred Chobot, Heiner Feldhoff, Harald Gröhler, Gerd Scherm – und Walter Hartmann, der den Einband gestaltete.
Die Beiträge bilden eine – fast – zufällige Sammlung von Bruchstücken; das Bild fügt sich nicht zu einem Mosaik, dazu läßt es zu viele Lücken. Das liegt in der Natur des Themas und spricht nicht gegen dieses Buch. Das Leben ist ja auch kein Mosaik.
Eine umfassende Darstellung ist natürlich nicht möglich, und so ist es zwar schade, aber kein Makel, daß einige nicht dabeisind, die eine wichtige Rolle spiel(t)en und etwas zu sagen gehabt hätten, wie Jürgen Ploog, Jürgen Bulkowski, Werner Pieper, vielleicht sogar Hans Imhoff.
Ein gewagtes Unternehmen, und die Herausgeber haben was gewagt. 490 Seiten hat das Werk, und es kostet bloß 20 Euro.

Das Bemühen um GEGENÖFFENTLICHKEIT ist nicht „von gestern“. Darum jetzt wieder dieser Appell:

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Georg Fülberth – ein neues Buch

Geburtstage haben Geschenke so an sich. Meist wird der Jubilar beschenkt, manchmsal ist es umgekehrt. So auch bei Georg Fülberth: Am 25. September, seinem 80. Geburtstag, erschien:

Georg Fülberth: Unter der Lupe. Analysen und Betrachtungen zum gewöhnlichen Kapitalismus
Mit einem Vorwort von Thomas Kuczynski
PapyRossa Verlag. 200 Seiten. 14,90 €
Das Buch versammelt Artikel, die Georg Fülberth ab 2008 in lunapark21 – zeitschrift zur kritik der globalen ökonomie veröffentlicht hat. Sie sind dort unter den Rubriken „Seziertisch“ und „Lexikon“ erschienen, gingen jeweils von einem aktuellen Thema aus oder diskutierten akut gewordene Grundprobleme kapitalistischer Ökonomie und werfen somit auch ein Schlaglicht auf die jüngere Wirtschaftsgeschichte.
Thomas Kuczynski in seinem Vorwort: „Viele dieser Artikel sind in unserer angeblich so schnelllebigen Zeit von unverminderter Aktualität, und ich empfehle sie dem Lesepublikum gern zur Lektüre, gegebenenfalls auch zu erneuter Lektüre. Ich tue dies nicht nur, weil aus ihnen viel über Geschichte, Politik und Wirtschaft zu lernen ist, das versteht sich bei einem solchen Autor wie Georg Fülberth von selbst. Mein Hauptbeweggrund ist vielmehr die Machart der Artikel, das Schreiben gegen den Strich und die ungeheure Nüchternheit der Darstellung von Problemen, die von andern zumeist hochemotional debattiert, von ihm aber auf einen Punkt gebracht werden, der zu weiterem Nachdenken auffordert.“
Georg Fülberth, Prof. Dr. phil., *1939. Lehrte bis 2004 Politikwissenschaft an der Universität Marburg.

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Sie finden bei uns so ziemlich alle lieferbaren Titel von Georg Fülberth.

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Neu in der Weltbühne: Carola Rackete rät zu handeln

Carola Rackete: Handeln statt hoffen. Aufruf an die letzte Genration. Droemer 2019, 180 S. 16 €.
Verlagstext:
Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete traf die mutige Entscheidung, sich über das Verbot des italienischen Innenministeriums hinwegzusetzen und mit der Sea Watch 3 und 40 aus dem Mittelmeer geretteten Geflüchteten an Bord den Hafen von Lampedusa anzusteuern: So wurde die Kapitänin über Nacht weltweit bekannt – und zum Vorbild all jener, die nicht länger zusehen wollen, wie die Rettung von Menschenleben systematisch verhindert wird. In ihrem Buch erzählt sie, warum sie sich so bedingungslos für Menschlichkeit, globale Gerechtigkeit und Naturschutz einsetzt. Denn dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen, hängt unmittelbar mit der Klimakrise und der zunehmenden globalen Ungerechtigkeit zusammen. Wir müssen dringend handeln, denn es geht um nichts weniger als die gemeinsame Zukunft auf unserem Planeten. „Wir sind an einem Wendepunkt der Menschheitsgeschichte: die Ökosysteme werden zerstört, das Klimasystem bricht zusammen. Schützen wir in einer solchen Welt nicht die Rechte anderer Menschen, gefährden wir auch unsre eigenen.“ Carola Rackete
Carola Rackete ist durch ihren Mut und ihr entschlossenes Eintreten für ihre Werte das Vorbild für eine ganze Generation. Das Buch ist ein mitreißender Aufruf zum Eintreten für globale Gerechtigkeit und Umweltschutz, um den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation zu verhindern.
Carola Rackete spendet die Erlöse aus diesem Buch an den Verein borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V., die sich für die Rechte Geflüchteter einsetzt. Mit ihrer Arbeit wendet sich die Organisation außerdem gegen die generelle Kriminalisierung von Menschen, die Geflüchteten helfen.

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Was sein muß kann sein. Hoch die …

Die DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner) – ihre legendäre Duisburger Gruppe, ist zum Handeln entschlossen! Und zwar zum Handeln mit Kaffee!
Die erste Lieferung von Cubita – Kaffee aus Kuba – ist eingetroffen. Es muß wohl nicht erklärt werden, welche Idee dahintersteckt, ein kubanisches Exportgut hier zu verteilen.
Man wird sich vielleicht an die glückliche Zeit des „alternativen“ Handels mit Nicaragua-Kaffee in diesem Haus erinnern. So heftig wie damals wird es wohl diesmal nicht aufdrehen (oder … ?).
Aber was sein kann, muß sein. Der Kaffee aus Kuba wird von der DFG-VK Duisburg verkauft für 7,90 € für eine Packung, die 460 g filterfertigen Kaffee enthält. Kilopreis also: 17,17 €. Das ist teuer. Wem das zu teuer ist, kann diesen Kaffee ja auch mit preiswerterem SB-Markt-Kaffee vermischen.
Der Kaffee ist vacuum-verpackt.
Abgeholt werden kann der Kaffee in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg-Neudorf, Tel. 0203-375121).
Kunden von fern müssen auf den Kaffee-Genuß nicht verzichten und können ihn per Post ordern (bei DFG-VK c/o Buchhandlung Weltbühne usw.). Versandkosten: 2,20 €. Im Versand ist die Mindestbestellmenge 2 Packungen a 460 g.

Das Motto lautet also:
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
und
HOCH DIE TASSEN!

Neu in der Weltbühne: Klimakämpfe


Hanna Poddig: Klimakämpfe. „Wir sind die fucking Zukunft“. Unrast Verlag 2019, Reihe: unrast transparent. 104 S. 7,80 Euro
Was unterscheidet die Besetzung im Hambacher Forst von den Aktionen von „Ende Gelände“? Was hat es mit „Zucker im Tank“ auf sich? Wo sind die „Fridays-for-Future“-Proteste zu verorten und welche Rolle spielen die „Klimacamps“?
Hanna Poddig, die sich selbst als „mit dem System unversöhnliche Anarchistin“ bezeichnet, führt ein in die unterschiedlichen Themenfelder der Klimabewegung. Nach einem kurzen historischen Rückblick etwa auf die Startbahnbewegung, widmet sie sich der genaueren Analyse aktueller Themen, Aktionsformen und Strategien des Widerstands.

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Werner Muths Gedichte zum ersten Mal in einem Buch versammelt

Soeben in der Situationspresse erschienen:

Werner Muth: Glückseligkeit und wildes Herz. Gedichte. Mit einem Vorwort von Tom Liwa. Situationspresse 2019. 108 Seiten. 15 €
ISBN 978-3-935673-45-7, darum durch alle Buchhandlungen zu besorgen,
oder direkt durch Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg [Neudorf] – auch im Versand)
Tel. 0203-375121.
E-mail bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Im Vorwort von Tom Liwa: „Es ist Zeitzeugnis, aber auch Traumland und neverending story, ein Leben, das sich narrativ fortschreibt, um dann am Frühstückstisch zu erscheinen, als wäre nichts geschehen.“

Zitat:
„Der Lärm da draußen
Macht Stille subversiv,
Als wär es ein Verbrechen,
Wenn ich nur einen Tag verschlief.
Ich spiel nicht mehr das Lustobjekt
Für jeden Besserwisser.
Ich bin ein stilles Wasser,
Versteckt im Landesinnern.“

„Glückseligkeit“ (im Titel) deutet auf die Beat-Tradition hin.
Daß die Texte in diesem Buch nachts geschrieben wurden, behaupte ich, weil ich es weiß.

Bücher bleiben / werden wieder aktuell …

… und die Anlässe sind oft unerfreulich.

Bereits am 19. Februar wurde hier vorgestellt:
Ismail Küpeli (Hg.): Kampf um Rojava, Kampf um die Türkei. edition assemblage. 128 Seiten. 7.80 €
Der türkische Staat negiert seit seiner Gründung 1923 die Existenz der kurdischen Bevölkerung in der Türkei und im Nahen Osten. Und selbst heute zielt die türkische Innen- und Außenpolitik darauf ab, die Kurdische Bevölkerung weder in der Türkei noch in der Region über politische Macht verfügen zu lassen. Der Krieg in den kurdischen Gebieten der Türkei und die Angriffe der Türkei auf die syrisch-kurdische Autonomieregion Rojava sind Facetten der türkischen Politik, die zum Ziel hat, die Kurden in der gesamten Region zurückzudrängen. Während wir einerseits eine große Überscheidung in der gegenwärtigen Politik der AKP-Regierung und ihren Vorgänger erkennen können, ist gleichzeitig in der öffentlichen Debatte der Eindruck vermittelt worden, dass die Kurdenpolitik der Türkei in den letzten Jahren sich unvermittelt und unerklärlich mehrfach gewendet hätte. Dabei bleibt unbeachtet, dass der Friedensprozess von der AKP so geführt wurde, dass die Rückkehr des Krieges keine Überraschung ist. Ebenso wird vergessen, dass das „Zuckerbrot“ Friedensprozess immer begleitet war von der „Peitsche“, nämlich die massive Repression gegen die Kurden und die Androhung eines Krieges.
Rosa Burç, Meral Çınar, Axel Gehring, Alp Kayserilioğlu, Ismail Küpeli, Kerem Schamberger und Mahir Tokatlı richten mit ihren Beiträgen den Blick auf Zusammenhänge, die in der öffentlichen Debatte unterbelichtet bleiben. So werden sowohl die politische und gesellschaftliche Entwicklungen in der Türkei analysiert, wozu selbstverständlich auch eine intensive Debatte um die Frauenbewegung in der Türkei gehört. Ausgehend von der zentralen Bedeutung der „Kurdenfrage“ gerät dann die Perspektive auf die anderen Seite der nationalstaatlichen Grenzen, nach Rojava. Hier fragen wir einerseits danach, ob Rojava eine Alternative zum Nationalstaat darstellt. Und andererseits betrachten wir die Folgen des Afrin-Krieges sowohl für Rojava als auch für die Türkei
Der Herausgeber:
Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der politischen Situation in der Türkei, in Rojava und den Nahen und Mittleren Osten.

Ein anderer Titel – schon etwas älter und überall vergriffen, aber wir haben noch ein Exemplar:

Martin Dolzer: Der türkisch-kurdische Konflikt. Menschenrechte – Frieden – Demokratie in einem europäischen Land? Pahl-Rugenstein Verlag, 2. erweiterte Auflage 2012. 222 S. Pb. 19,90 Euro
Die historischen Wurzeln heutiger Ereignisse und die Politiken der beteiligten politischen Akteure zu analysieren hilft, die Kurdistanpolitik in der Türkei verstehen zu können und Lösungsvorschläge zu bewerten. Dieses Buch soll dazu beitragen, eine differenziertere Sichtweise des türkisch-kurdischen Konflikts zu eröffnen und das Schweigen über gravierende Menschenrechtsverletzungen und den andauernden Krieg des türkischen Militärs brechen. Neben der praktizierten Kriegs- und Assimilationspolitik des türkischen Staates sind dabei türkischer Nationalismus, rassistische Herangehensweisen und die Rolle des Militärs genauso Thema wie das Agieren der kurdischen Bevölkerung und die Politik der kurdischen Bewegung. In diesem Rahmen wird auch die hauptsächlich auf wirtschaftlichen Interessen beruhende Politik deutscher und internationaler Regierungen kritisch beleuchtet.

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Neu in der Weltbühne: „Die andere Querfront“

Gerhard Hanloser: Die andere Querfront. Skizzen des antideutschen Betrugs. Unrast Verlag 2019. ca. 280 S. 18 €
Als 1989/90 die DDR unterging, geriet auch die bundesrepublikanische Linke ins Schlingern. Mit dem größer werdenden Deutschland verstärkten sich überwunden geglaubte reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Im Glauben, diese Übel abzuwehren, trommelten einige Intellektuelle aus der Linken für den Golfkrieg 1991, formierten sich als leidenschaftliche Bellizisten anlässlich des »War on Terror«, des Kriegs gegen den Irak 2003 und gegen Libyen durch die NATO 2011. Ein Teil der Antideutschen befleißigt sich einer ›Islamkritik‹, der auch rassistische Invektiven nicht fremd sind. Vor allem fand ein markanter Wechsel in der Bündnispolitik statt.
In Zeiten der AfD und des neuen Rechtsrucks sind ausgerechnet die vormaligen ›Antideutschen‹ Fürsprecher neuer Grenzziehungen und einer restriktiven Flüchtlingspolitik. Dass der prominenteste Antideutsche der 90er Jahre, Jürgen Elsässer, mittlerweile zu dem Kopf einer neuen rechten nationalistischen Bewegung wurde, erstaunt nur jene, denen die Antideutschen ein Buch mit sieben Siegeln sind.
Aus antideutschen Linken wurden Flüchtlingsfeinde, Souveränisten oder Verteidiger der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung. In einer historischen Skizze soll dieser beispiellose Zerfall kritischen Denkens nachgezeichnet und aufgeklärt werden.

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Ebenfalls noch bei uns erhältlich (sonst überall vergriffen):
Gerhard Hanloser (Hg.): „Sie warn die ANTI-deutschesten der deutschen Linken“. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik. Unrast Verlag 2004. 294 S. 18 Euro
und
Robert Kurz: Die antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus zum Kriegsimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten. Unrast Verlag 2003. 312 S. 18 Euro

Weltbühne muß bleiben.

Ich sage nur: China China China

Neu in der Weltbühne:
Jörg Kronauer: Der Rivale. Chinas Aufstieg zur Weltmacht und die Gegenwehr des Westens. konkret texte 2019, 296 Seiten, 26 €

Das sagt der Verlag:
China ist seit dem Zerfall der Sowjetunion das erste Land, das das Potential hat, mit den westlichen Hegemonialmächten ökonomisch und politisch gleichzuziehen, ihre Dominanz also auf allen Ebenen zu brechen. Damit macht man sich bei den Herren der Welt, die ihre Entthronung befürchten müssen, keine Freunde. Mit allen Mitteln versuchen sie daher, ihre wankende Macht zu wahren.
Dieses Buch zeichnet die Konflikte nach, die aus Chinas Aufstieg zur Weltmacht und den Reaktionen der westlichen Mächte darauf entstanden sind und weiter entstehen – vom Aufbau neuer Bündnissysteme in Ost- und Südostasien, über die Konflikte im Südchinesischen Meer, die Kämpfe um Einfluss in Afrika und den Staaten entlang der Neuen Seidenstraße, bis zum antichinesischen Wirtschaftskrieg der USA und den Versuchen des Westens, die technologische Entwicklung der Volksrepublik zu torpedieren.
Der Autor
Jörg Kronauer ist Sozialwissenschaftler und freier Journalist mit den Themenschwerpunkten Neofaschismus und deutsche Außenpolitik. Er hat zuletzt die Bücher „Ukraine über alles!“ Ein Expansionsprojekt des Westens (2014, konkret texte 66), Allzeit bereit. Die neue deutsche Weltpolitik und ihre Stützen (2015), „Wir sind die Herren des Landes“. Der deutsche Griff nach Griechenland – Geschichte einer Unterwerfung (2016, konkret texte 69) und Meinst Du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg (PapyRossa-Verlag 2018) veröffentlicht. Jörg Kronauer arbeitet als Redakteur des Nachrichtenportals german-foreign-policy.com und lebt in London.

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Konnte daraus was werden? (Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 bei der Proklamation der Volksrepublik China). Immerhin schon mal ein Widersacher der westlichen Hegemonialmächte. Und sonst? (Foto: Wikimedia commons).


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Neu in der Weltbühne: Aura der Unnahbarkeit

Christian Schneider: Sahra Wagenknecht. Die Biografie. Campus Verlag 2019. 272 Seiten Hardcover. 22,95 Euro

Nahaufnahme Sahra. Wer ist Sahra Wagenknecht? Eine der beliebtesten und umstrittensten deutschen Politikerinnen, ein politischer Popstar, dauerpräsent in den Medien, eloquent in Talkshows und dennoch umgeben von einer Aura der Unnahbarkeit. Doch warum ist eine hochbegabte Theoretikerin und promovierte Volkswirtin, die sich selbst das Lesen beigebracht und Goethe und die klassischen Philosophen für sich erobert hat, eigentlich Politikerin geworden? Biograf Christian Schneider hat sich in intensiven Gesprächen mit ihr und ihren Weggefährten ein Bild gemacht. Sie hat ihm Zugang zum engsten Kreis gewährt und Gespräche mit ihrer Mutter, einer Freundin aus Kindertagen und Oskar Lafontaine ermöglicht.
Ein vielschichtiger Blick auf eine der spannendsten Persönlichkeiten des Landes.
Näher werden Sie Sahra Wagenknecht nicht kommen!
(Verlagstext)
„Ein außergewöhnlich tiefes Porträt einer ganz und gar außergewöhnlichen Frau.“ (taz)
„In ihrer Biografie gibt Sahra Wagenknecht ungewohnt tiefe Einblicke in ihre Person und auch in ihr privates Umfeld.“ (MDR aktuell)

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Neu in der Weltbühne: Das neue von Jutta Ditfurth

Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand. Eine epische Schlacht um Werte und Weltbilder. Osburg Verlag. 250 S. 20,00 €
Haltung und Widerstand – in ihrem neuen Buch fordert Jutta Ditfurth genau diese Tugenden ein im Kampf gegen die fortschreitende Entbürgerlichung unserer Gesellschaft. Eine ebenso klarsichtige wie faktenreiche Streitschrift wider die dumpfe Renaissance gefährlicher politischer Ideen, gegen Rassismus und Antisemitismus. Eine leidenschaftliche Analyse der Wurzeln der neuen Rechten, ihrer Strategien und ihrer Wirkung bis in die bürgerliche Mitte hinein. Historisch fundiert, brisant und hochaktuell.

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Neu in der Weltbühne: Adorno wird wieder entdeckt

Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag. Nachwort von Volker Weiß. Suhrkamp Verlag. 86 S. 10 Euro
Am 6. April 1967 hielt Theodor W. Adorno auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Österreichs an der Wiener Universität einen Vortrag, der aus heutiger Sicht nicht nur von historischem Interesse ist. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NPD, die bereits in den ersten beiden Jahren nach ihrer Gründung im November 1964 erstaunliche Wahlerfolge einfahren konnte, analysiert Adorno Ziele, Mittel und Taktiken des neuen Rechtsradikalismus dieser Zeit, kontrastiert ihn mit dem „alten“ Nazi-Faschismus und fragt insbesondere nach den Gründen für den Zuspruch, den rechtsextreme Bewegungen damals – 20 Jahre nach Kriegsende – bei Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung fanden.
Vieles hat sich seitdem geändert, manches aber ist gleich geblieben oder heute, 50 Jahre später, wieder da. Und so liest sich Aspekte des neuen Rechtsradikalismus wie eine Flaschenpost an die Zukunft, deren Wert für unsere Gegenwart Volker Weiß in seinem Nachwort herausarbeitet.

„Tatsächlich liest sich der Vortrag in vielen Passagen wie ein direkter Kommentar zu Methode und Ideologie der Rechten seit 2015 … [Er] ist dabei so offen und eben gerade nicht autoritär-bestimmend gehalten, dass man ihn heute als Einladung zum Weiterdenken lesen kann.“
Benjamin Moldenhauer, Der Spiegel

„1967 hielt Theodor W. Adorno eine Vorlesung über die Neue Rechte. Sie ist verblüffend aktuell.“
Marc Reichwein, Die Literarische Welt

„Es klingt wie eine akademische Koketterie, wenn Adorno seine Thesen ›simpel‹ nennt und vor voreiligen Schlüssen warnt. Doch was heißt schon simpel? Tatsächlich sind Adornos Beschreibungen äußerst dicht, und der Historiker Volker Weiß hat Recht, wenn er in seinem klug abwägenden Nachwort darauf hinweist, dass einige der Thesen noch heute von schlagender Evidenz sind.“
Thomas Assheuer, DIE ZEIT

„Verblüffend oft hat man den Eindruck, dass das, was dort steht, nicht vor einem halben Jahrhundert gedacht worden ist, sondern gerade eben erst. … [Der] Dialektik Adornos kann man an Stellen wie [hier] ganz einfach bei der Arbeit zusehen.“
Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung

„Was Adorno an Aspekte des neuen Rechtsradikalismus aufzeigt, ist nicht nur von einer verblüffenden Aktualität, sondern auch von einer Subtilität in den Beobachtungen, die man in vielen aktuellen Publikationen zur Rechten dann doch vermisst.“
Michael Angele, der Freitag 29/2019

„Man nimmt den mehr als 50 Jahre alten Text in die Hand und ist nach wenigen Sätzen erschrocken über die Aktualität der von Adorno herausgegriffenen Aspekte.“
Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

„Was würde Adorno heute zum sogenannten Rechtspopulismus sagen? Man kann auf diese Frage eine ziemlich verlässliche Antwort geben, denn am 6. April 1967 hielt der Philosoph … einen Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus, dessen Gedanken zum Teil verblüffend gut auch zur jetzigen Lage passen.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„Adornos 1967 … in Wien gehaltener Vortrag über Aspekte des neuen Rechtsradikalismus liest sich in vielem wie ein Kommentar zum Aufstieg der AfD.“
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

„Aspekte des neuen Rechtsradikalismus ist die Analyse des Philosophen betitelt. Sie entstand 1967. Doch es ist, als hätte Adorno sie für uns geschrieben.“
Michael Kluger, Frankfurter Neue Presse

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Neu in der Weltbühne: Zwei neue DISS-Titel

Vorgestern aus der Druckerei gekommen: Zwei neue Titel des Unrast-Verlags aus der Werkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung:

Paul Bey, Benno Nothardt (Hg.): Kämpfe um Meinungsfreiheit und Medien. Im Spannungsfeld von Hate Speech, Fake News und Algorithmen. 160 S. 16 Euro
Die politische Kultur ist aktuell in einen Kampf um Meinungsfreiheit und mediale Wahrheit verwickelt. Während die einen den Medien weiterhin Unabhängigkeit und Objektivität bescheinigen, wird ihnen von der anderen Seite „Lügenpresse“, „Political Correctness“ und „Fake News“ entgegengeschleudert. Die Autoren dieses Bandes untersuchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln den umkämpften Begriff im Spannungsfeld von extremer Rechten, Leitmedien und Digitalisierung. Sie zeigen auf, mit welchen Strategien extreme Rechte Diskurse und digitale Algorithmen in sozialen Medien manipulieren, während sie gleichzeitig Meinungsfreiheit als Kampfbegriff nutzen, um Kritik an diskriminierenden Aussagen als vermeintliche Zensur abzuwehren. Gezeigt wird auch, wie sich der umkämpfte Begriff der Politischen Korrektheit verändert hat und Provokationen ein Teil des Erfolgsrezeptes für den Aufstieg der AfD sind.

Andrea Becker, Simon Eberhardt, Helmut Kellershohn (Hg.): Zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘. Sozial- und wirtschaftspolitische Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten. 272 S. 24,00 Euro
Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der sozial- und wirtschaftspolitischen Konzepte und Debatten innerhalb der AfD und der Neuen Rechten und unterzieht diese einer kritischen Analyse. Die Beiträge berücksichtigen dabei drei Dimensionen: erstens die Ebene der Akteure, also der Kräfte, die die Debatte bestimmen; zweitens geht es um konkrete Themenfelder, in die mit Konzepten, Thesenpapieren etc. interveniert wird; und drittens geht es um die jeweiligen ideologiepolitischen Perspektiven und deren Verortung im Spannungsfeld zwischen Neoliberalismus und völkischem ‚Antikapitalismus‘, sowohl unter dem Blickwinkel der innerparteilichen Auseinandersetzungen als auch unter dem der Relevanz für die von der AfD angesprochene Wählerkoalition. Darüber hinaus spannt das Buch einen ideengeschichtlichen Bogen zurück zur sogenannten ‚Konservativen Revolution‘, die der Neuen Rechten als eine Art Steinbruch von Ideen und Argumenten dient, die je nach Lage und Intention aktualisiert und angepasst werden.

Bestellt diese Bücher, und bestellt sie in der Buchhandlung Weltbühne (abholen oder schicken lassen).

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47057 Duisburg
Tel. 0203 – 375121
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Weltbühne muß bleiben.

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Neu in der Weltbühne: Adorno wohnt hier nicht mehr


Jochen Schimmang: Adorno wohnt hier nicht mehr. Erzählungen.
Edition Nautilus 208 S. Gebunden mit Schutzumschlag. 20 €

Der Verlag hat das Wort:
Vor 50 Jahren, im August 1969, starb Adorno – und Jochen Schimmang übt sich in Abwesenheitspflege. In melancholischen bis heiteren, zum Teil autobiografisch gefärbten Geschichten erzählt er von Formen und Figuren des Verschwindens. Von Menschen, Gebäuden, ganzen Vierteln; von Techniken, Gesten, Sprechweisen.
Ein Jubilar versteckt sich mit seiner Frau auf dem Dachboden vor seinen Freunden, die zum 70. Geburtstag aus allen Himmelsrichtungen auf ihn einstürmen, obwohl er viel lieber nur mit zweien von ihnen essen gegangen wäre. Rothermund macht sich auf die Suche nach dem verschwundenen Maler Gutermuth. Ein Spaziergang durch Frankfurt zeigt, wer, außer Adorno, noch alles nicht mehr dort wohnt. Aber Spaziergänge sind ohnehin sterbende Institutionen, ein Sich-Verirren in der Welt kann zum Verwirren der Welt werden. Milieus, die sich nicht mehr erreichen, Nomaden in Monaden. Nur Gott ist nicht verschwunden, er taucht pünktlich um halb sieben in der Kirche auf – im Fischgrätmantel.
Jochen Schimmangs feinsinnige Erzählungen gehen auf Spurensuche nach Lücken und Verlusten und zeigen zugleich, dass „Identität“ eine höchst fragile Konstruktion ist.

„Davon abgesehen, dass die Geschichten hochkomisch sind, sind sie auch tieftraurig – aber leider lässt sich das schon lange nicht mehr trennen.“ Jochen Schimmang

Kaufen/bestellen Sie dieses Buch in der (Versand-)Buchhandlung Weltbühne.
Fragen Sie dort nach weiteren Büchern aus der Edition Nautilus und nach weiteren Büchern von und über Adorno.
Strukturen der Aufklärung müssen gerettet werden. Weltbühne muß bleiben.

Heute ist Adorno-Tag

Im Radio heute „Stichtag“ (WDR 2). Einer, der keine Ahnung hat, hat sich bei Wikipedia und Google ein bißchen vorbereitet.

Ich erinnere an ein Buch:

Marvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S.

Bitte achten Sie mal darauf, welches Bild die Dame da an ihren Busen drückt.
Der Verlag hat das Wort:
„Ausgehend von der ‚Busen-Attacke‘ auf Adorno im April 1969 sichtet er die Fülle an Material, die der Kult um die Oberweite bis heute hervorgebracht hat.“

Die „Busen-Attacke“ war die peinlichste, dämlichste Aktion der Studentenbewegung, markiert den Anfang vom Ende der APO und offenbart ein falsches Verständnis von Sex.

An einer Stelle in dem Buch werde ich zitiert. Kommentar einer meiner liebsten Freundinnen: „Das erstaunt mich, weil du doch eigentlich gar kein Titten-Fetischist bist.“

Das Buch gibt es nur in der Buchhandlung Weltbühne, auch im Versand. NUR BEI UNS.

Jörg Fauser

Jörg Fauser habe ich ein paarmal gesehen, und zwar bei diesen Konferenzen der Underground-Zeitschriften und Underground-Literaten, die Anfang der 70er Jahre von Zeit zu Zeit stattfanden. Gesagt hat er nie etwas. Die beiden anderen Vertreter der Frankfurter Cutup- und Beat-Schule, Jürgen Ploog und Carl Weissner, waren gesprächiger.

Jörg Fauser begann, was für die Underground-Literatur nicht ungewöhnlich ist, in Zeitschriften. Solche hatten Anfang der 70er Jahre eine Blütezeit. Aus Frankfurt kamen zum Beispiel „Zoom“ (nur eine Ausgabe), dann, sehr vielversprechend, UFO unter der Federführung von Jürgen Ploog (auch nur eine Ausgabe), dann „Gasolin 23“, die einige Jahre durchgehalten wurde. Das war die frühe Heimat für Jörg Fauser.
Er wäre gestern 75 Jahre alt geworden. Heute vor 32 Jahren, einen Tag nach seinem 43. Geburtstag, kam er bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn bei München ums Leben.
Was ich sagen müßte, wenn ich etwas über Jörg Fauser erklären müßte für jemand, der den Namen zum ersten Mal hört, schreibe ich jetzt hier nicht hin. Jetzt steht viel in den Zeitungen. Dem sollte man mit der Skepsis begegnen, die Jörg Fauser wohl zueigen war.
Man ist des Lobes voll, daß bei Diogenes eine neue Werkausgabe erscheint. In Leinen. „Rohstoff“, der Roman kostet dann 25 Euro. Fauser für grünwählende Middle Class? Ich bin froh, daß ich noch die Ullstein-Taschenbuch-Ausgabe habe (gebe ich nicht ab). Im Laden habe ich noch ein paar Taschenbuch-Ausgaben. Von der „Harry Gelb Story“ gibt es noch die Ausgabe aus dem Maro-Verlag.
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