Kalender-Geschichte

Ein paar Stücke des Universal-Kalenders „Jeder ist wie keiner – alle sind wie du“, gestaltet von Heinrich Strunk, sind wieder hierhin, in die Buchhandlung Weltbühne gelangt.

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Dieser Kalender mit farbigem Deckblatt und 12 farbigen Monatsblättern wurde 1987 hergestellt. Anlaß dazu war die Gründung des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialordnung. Der Kalender ist ein bildnerisches Manifest gegen Rassenhaß und Ausgrenzung von Minderheiten.
Der Kalender konnte in allen Jahren seither genutzt werden und bleibt auch in allen folgenden Jahren brauchbar, denn auf ein Kalendarium mit zugeordneten Wochentagen wurde verzichtet.

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Der Kalender kann, solange der Vorrat reicht, für 15 Euro in der Buchhandlung Weltbühne erworben werden. Versand würde sich wegen des ungewöhnlichen Formats (42 cm breit, 66 cm hoch) problematisch gestalten. Aber wenn auch da ein Wille ist, wird ein Weg sich finden.

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Dialektik im Countdown

Der Trikont Verlag hat mit der Herausgabe einer siebenbändigen Dialektik-Reihe begonnen. In dieser Reihe werden Quellentexte zur Dialektik erscheinen: von Hegel, Engels, Lukács usw.
Als erster ist nicht etwa der erste, sondern der siebte Band erschienen. Es wird uns also eine numerische Dialektik vorgeführt:
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Marvin Chlada und Bernd Kalus (Hg.): Texte der Situationistischen Internationale
Dialog-Edition und Trikont Duisburg 2016. 132 Seiten. 10 Euro.

Liebe Leute, bestellt dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne. Dialektik muß bleiben.

Die immer mit ihren furchtbaren Titelbildern!

Gestern – nein! vorgestern kam die neue Konkret (November 2016). Und schon wieder mit so einem furchtbaren Titelbild:
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Warum müssen die immer so furchtbare Titelbilder machen? Das ist doch nicht schön!
Es gab Zeiten, da brachten die fast jeden Monat den Kohl auf Seite 1. Als dann die Cholera – pardon! die Kohl-Ära zu Ende ging, hat man sich zu früh gefreut. Jetzt sowas!

Kommen Sie mal hier im Laden vorbei und kaufen Sie mir die Konkret weg, damit ich nicht den ganzen Monat lang jeden Tag dieses blöde Bild angucken muß!
Ist doch wahr!

Je keiner die Ahnung desto rümpfer die Nase

Die meisten Kommentatoren, auch die meisten wohlwollenden, haben keine Ahnung, mit wem sie es zu tun haben. Die halten den diesjährigen Nobelpreisträger für Literatur für irgendeinen Show-Star und finden es entweder völlig unpassend oder richtig nett, daß das Nobelpreiskomitee sich auch mal des einfachen Publikums annimmt. Wenn die sich mal ein Bob-Dylan-Konzert angehört hätten, dann wäre ihnen aufgegangen, wie deutlich sich diese kargen Vorträge von den Erlebnis-Events mit Zu-ga-bee und herumgeschwenkten Einwegfeuerzeugen unterscheiden. Gelesen haben die auch noch nie was, weil die meinen: Das muß man nicht kennen.
Das muß man auch nicht kennen. Aber dann soll man auch nicht darüber schreiben.

Nicht weniger unangenehm die Kommentierungen der Hu-äh!-Befinder.
In der Jungle World (42/2016) kommentiert ein Uli Krug. Einen Uli Krug gab es schon bei den Bahamas. Ist das etwa derselbe? Die sind wohl für gar nix fies. Zitat:
„Dylan hat seinem Publikum bislang nicht einen Roman vorgelegt sein unmittelbar literarisches Schaffen beschränkt sich auf die Autobiographie ‚Chronicles, Volume one‘.“
Nix mit Tarantula? Aber wozu Sachkenntnis, wenn man so öffentlichkeitswirksam die Nase verziehen kann.

Ein ganz brauchbarer, sachkundiger Kommentar stand diese Woche übrigens in der UZ. Öfter mal UZ lesen!

P.S.:
Gucken Sie mal bei uns ins Fenster:

Gute Umgebung!

Gute Umgebung!

Buchhandlung Weltbühne Gneisenaustraße 226 47057 Duisburg (Neudorf) Tel. 0203-375121, www.buchhandlung-weltbuehne.de

Auswahl:

Georg Stein: Bob Dylan – Temples In Flames.
Vorwort von Wolfgang Niedecken
Text von Martin Schäfer
Palmyra Verlag. 96 Seiten · 70 Farb- und Schwarzweißfotos. Hardcover Kunstdruckpapier.
12 Euro
Verlagstext:
„Der Bildband vermittelt ein fotografisches Porträt von Bob Dylan. Die Fotos entstanden auf fünfzehn Konzerten von Dylans 1987er Tournee ‚Temples In Flames‘. Der Begleittext von Martin Schäfer gibt einen Überblick über Dylans vielseitige Entwicklung.“

Christian Williams (Hg.): Bob Dylan – In eigenen Worten.
Vorwort von Bono
170 Seiten ·24 Schwarzweißfotos
17,90 Euro
Verlagstext:
„In diesem Buch erzählt Dylan ‚In eigenen Worten‘ über sein Leben und seine Musik. Als einzige Publikation von und über Bob Dylan enthält es seine wichtigsten Äußerungen aus Interviews, Pressekonferenzen und Talkshows. Das sich daraus ergebende beeindruckende Portrait umfaßt alle wichtigen Dylan-Themen: seine private Herkunft, die musikalischen Vorbilder und der Karrierebeginn in New York, Erläuterungen zu einzelnen Songs, Platten und Tourneen, Dylans Filmprojekte, das Musikbusiness, die Haltung zu Fans und Musikerkollegen, sein Wandel vom Folk zum Rock sowie seine politische Rolle und permanente religiöse Suche. Ausführlich geht Dylan, der bereits mehrfach für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde, auch auf sein Songwriting und die Schattenseiten seines Ruhms ein.“

Paul Williams: Forever Young. Die Musik von Bob Dylan, 1974-1986.
Vorwort von Günter Amendt
520 Seiten, 16 Schwarzweißfotos
17,90 Euro
Verlagstext:
„Was macht die Musik dieses Künstlers so faszinierend? Was ist das Besondere, das Einzigartige an Dylans Musik? Diesen Fragen geht Paul Williams in Forever Young nach. Er befasst sich – anders als alle anderen Dylan-Autoren – nicht nur mit Dylans Leben, seinen Texten oder seiner gesellschaftlichen Rolle, sondern vor allem mit seinem künstlerischen Werk als Interpret und Live-Musiker. In Ergänzung zu Like A Rolling Stone – Die Musik von Bob Dylan 1960-1973,
umfasst Forever Young die Jahre 1974-1986. Es ist der zweite Band einer Trilogie.“

Neu in der Weltbühne: Über den Kulturkampf von rechts

Die heutige Buchempfehlung:
Wolfgang Kastrup, Helmut Kellershohn (Hg.): Kulturkampf von rechts. AfD, Pegida und die Neue Rechte
Unrast-Verlag – Edition DISS. 244 S. 24,00 Euro
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Der Verlag hat das Wort:
„An Phänomenen wie Pegida und der AfD zeigt sich deutlich der Rechtsruck, der zurzeit durch Deutschland geht. Die Ausbreitung rechter Ideologeme in der Mitte der Gesellschaft hat durch die aktuelle Flüchtlingspolitik einen gewaltigen Schub erhalten. Der Vertrauensverlust vieler Menschen in die politische Klasse ist aber nicht nur Ausdruck einer politischen Krise, sondern auch das Resultat der Krisenprozesse kapitalistischer Ökonomie in den letzten Jahren. Neurechte Gruppierungen und Netzwerke stehen bereit, diesen Menschen mit völkischer Ansprache Orientierung zu bieten. Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) widmet sich dem Thema ‚Kulturkampf von rechts‘ in gewohnt kenntnis- und aufschlussreicher Art und Weise.“

Es kommt im Leben nicht nur darauf an, welche Bücher man sich besorgt, sondern auch: wo. Das sollte gerade im Zusammenhang mit diesem Thema einleuchten, nicht wahr?
Bitte bestellen Sie diese (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.

Da wird die Bestellung erwartet, und da wird sie bearbeitet:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg.
Telefong: 0203-375121
Emil:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
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So einer

„Wäre der Diskurs von Klarheit und Redlichkeit beherrscht,
müßte Henryk M. Broder das am meisten fürchten,
wonach er am meisten giert: Aufmerksamkeit.“
Lina Ganowski

Er hält sich für einen Publizisten. Schlimmer noch: auch andere halten ihn für einen Publizisten.
So ist Deutschland, daß das auch dann noch funktioniert, wenn er von der Jungen Freiheit seine Haßtiraden herumschleudern läßt; und er ergötzt sich an dem Beifall, der aus der Jauchegrube kommt.

Wenn Ihnen jemand erzählt, der Henryk M-punkt Broder wäre ein „Querdenker“, ein „Unabhängiger“, der „gegen den Strom schwimmt“, dann wissen Sie: Da redet ein Idiot. Das war schon immer so, aber mittlerweile müßte es auch der Dümmste gemerkt haben.

Lamya Kaddor tritt nicht nur nur den Salafisten deutlich entgegen, wodurch sie deren Haß auf sich gezogen hat. In ihrem Buch „Die Zerreißprobe. Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht“ spricht sie davon, daß hier im Lande des Pegida-Geschreis auch etwas getan werden müßte, um Zivilisationsdefizite abzubauen. Klar, daß einer wie Broder sich dadurch auf den Schlips getreten fühlt. Da spielt er gern den Stichwortgeber für den Mob.

Wie die Fanatiker der einen und der anderen Seite sich doch ähneln!

Hier ist es Tradition des Hauses, sich für Autoren zu verwenden, die von Reaktionären – oder, wie in diesem Fall, von einem besonders abstoßenden Haßprediger angegriffen werden. So war es mit Wiglaf Droste, so war es mit Katharina Rutschky, und so halten wir es auch mit Lamya Kaddor.

Im Streit um das Buch von Lamya Kaddor sollen nicht die Dreckschleuderer des letzte Wort haben, sondern Sie.

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Lamya Kaddor: Die Zerreißprobe. Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht. Rowohlt Berlin. 240 S. 16,99 Euro

Bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).
Bestellen Sie alle Bücher in der Buchhandlung Weltbühne und sonst nirgends.
Weltbühne muß bleiben. Warum? Wer das jetzt immer noch nicht begriffen hat, dem kann ich auch nicht helfen.

Dark Side of the Moon

Vorige Woche kam von ihr diese E-mail:

„Komme am Montag mit Büchern.
Die Kollegin“

Freundschaftlich und kollegial, wie wir miteinander umzugehen pflegen, kam sie dann wirklich am Montag mit Büchern.

LuetfiOhNoWas schrieb Thomas Becker auf derwesten.de? Ich zitiere:

„Die naive Suche nach dem Glück ist nicht ihre Sache. Der frohe Blick in den Sonnenschein würde Lütfiye Güzel auch gar nicht gelingen. Nach diversen kleinen Büchern mit fein gesponnener, schwarzer Poesie und einem Anti-Roman hat die Duisburger Autorin jetzt mit „Oh, No!“ eine heute selten gewordene Novelle veröffentlicht, die mit lakonischem Sprachwitz und gnadenlosem Blick auf die dunkle Seite des Mondes eine empfehlenswerte Lektüre ist.
(…)
Die Autorin zeigt Sympathie für die einsamen Wölfe und grauen Mäuse, mit denen sie sich solidarisiert: „Ich würde kein Yoga machen, nur damit ich den Dreck in dieser Welt gelassen hinnehmen konnte. Die Lehre der Passivität? Nein.“
Auch von Marxloh ist die Rede, wo die Autorin aufgewachsen und wo sie ihre Eltern zum letzten Mal lebend gesehen hat. Wem es nicht so gerne festlich zumute ist, aber dafür einen klaren Blick auf die Verhältnisse schätzt, der wird der Autorin gerne in ihren verloren gegebenen Stadtteil folgen. Auch wenn das Thema „Migration“ hier kein Thema ist, das ausgesprochen wird, so kommt es doch vor: „Ich setzte mich auf eine Bank neben einer alten Frau mit einem bunten Kopftuch. ‚Sind Sie krank?‘ ‚Ja immer. Dieses Land macht mich krank. 1977 haben wir 22 Ziegen in unserem Dorf verkauft, um hierher zu kommen.‘“

Der ganze Artikel:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/graue-bilder-aus-grauen-staedten-aimp-id12195897.html

Ich bin jetzt also erstmal (erstmal!) mit genügend Exemplaren ihres neuen Buches und vorerst (vorerst!) mit all ihren bisher erschienenen Büchern ausgestattet, so daß Sie sie sich von hier aus schicken lassen oder selbst abholen können (10 Euro).
Aber am kommenden Samstag (24. September) ausnahmsweise nur bis 13 Uhr, denn an dem Tag muß ich nachmittags pünktlich in Düsseldorf sein, denn ich bin Delegierter bei der Landeskonferenz der DFG-VK NRW.
Wenn ich Zyniker wäre, würde ich jetzt sagen: So holt einen die Vergangenheit ein.

Erst No, dann No

Jetzt steht es fest: Das neue Buch von Lütfiye Güzel (Oh, No! Novelle. go-güzel-publishing 56 S. Pb. 10 Euro) erscheint am 22. September.
Aber in der Buchhandlung Weltbühne liegen schon ein paar Voraus-Exemplare aus! Sieben Exemplare hat sie mir gestern Nachmittag (Sonntag!) überreicht.
Sieben Exemplare! Die sieben schnellsten, die sieben Früh-genug-Informierten können sich ein Voraus-Exemplar sichern (in den Laden kommen oder brieflich, telefonisch oder per E-mail bestellen und sich schicken lassen). Wer als Achte/r kommt, wird auf den 22. September vertröstet.
Wer zuerst kommt, der mahlt nicht zuerst, sondern kann ein Buch lesen, bevor es erschienen ist, was man auch nicht oft erlebt, oder sogar nie.
LuetfiyeOhNo
LuetfiOhNo
Fällt was auf? Erkennen Sie den Unterschied? Oben: Cover-Entwurf, unten: Original-Cover.

Besorgen Sie sich dieses und alle anderen Bücher von Lütfiye Güzel immer in der Buchhandlung Weltbühne. So würdigen Sie die Ideal-Kombination.

Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203-375121,
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Neu in der Weltbühne: Kunst und Kampf

Bernd Langer: Kunst und Kampf. Unrast Verlag 2016. 256 S. (NB1352) 19,80 Euro
LangerKunstUndKampf
Verlagstext:
In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der antifaschistischen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Ideengeschichtlich bezieht sich KuK auf die Renaissance, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt und Religion und Hierarchien infrage stellt. Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei der deutsche Bauernkrieg. Wesentlichen Raum nimmt außerdem die Auseinandersetzung mit den sich als avantgardistisch verstehenden Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts ein.
Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.
Bernd Langer, seit 1978 antifaschistisch engagiert, gehörte zu den Aktivisten der ersten autonomen Antifa-Strukturen. Außerdem entwickelte er die kulturpolitische Initiative Kunst und Kampf (KuK). In den 1990er Jahren war Langer maßgebliches Mitglied der Autonomen Antifa (M) und am Aufbau der AA/BO (Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation) beteiligt. Als Autor diverser Bücher und Vortragsreisender setzt er sich seit Jahren mit den revolutionären Bewegungen in Deutschland auseinander.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.

Neu in der Weltbühne: Über die „Identitären“

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Kathrin Glösel, Natascha Strobl, Julian Bruns: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Unrast Verlag 2016. 320 Seiten. 18 Euro.

Der Vormarsch rechts-populistischer (und, auf geebneten Wegen folgend) rechts-extremer Kräfte hat einige Leute sehr überrascht. Frage: Wieso? Das kam nicht überraschend.
Sich gegen Rechts zu stellen ist, soll es wirksam sein, nicht eine Sache von Bekenntnissen, sondern von Kenntnissen.
Es ist für die Rechten gut, wenn die Linke nicht weiß, was die Rechte tut – und es auch gar nicht so genau wissen will. Was man darüber zu wissen glaubt sind jahrzehntealte Erklärungsformeln. Entwicklungen wie das Entstehen einer Neuen Rechten wurden ignoriert.

Die größte Gefahr für die Linke (und damit meine ich nicht nur die Partei, die sich so nennt) ist nicht etwa, wie manche meinen, der „Revisionismus“, sondern die „Querfront“. Von vielen wird sie nicht als Bedrohung erkannt, manche halten diese Krankheit sogar für eine Arznei.

Die Neue Rechte profitiert von den Dummheiten der Linken. Ein Beispiel: Als bei der Friedensbewegung von rechts angeklopft wurde, wurde fröhlich „Herein!“ gerufen – trotz aller Warnungen. Nicht nur das. Auf Warnungen vor „Friedenswinter“ und Montagswahnmachen, „Reichsbürgern“ und Verschwörungsparanoia, auf Warnungen davor, sich zu Deppen neurechter Querfronttaktik zu machen, wurde geradezu hysterisch reagiert.
Also: Augen auf!

Das Buch, das hier empfohlen wird, steht nur als EIN Beispiel für einige andere. Der Verlag stellt es so vor:
Die Identitären, deren Anfänge um das Jahr 2002 auszumachen sind, verstehen sich als Jugendbewegung der „Neuen Rechten“ in Europa. Seit der Initialzündung in Frankreich haben sich u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Dänemark, Schweden und Norwegen Ablegergruppen gegründet, die untereinander vernetzt sind und sich im Aufbau von grenzüberschreitenden Strukturen befinden.
Basierend auf Text-, Bild- und Videomaterial, den Gruppen-Standpunkten, Gesellschaftsanalysen und Schlussfolgerungen werden in diesem Handbuch Aktionismus und Aktivisten benannt und analysiert. Die politische Logik ihrer Thesen wird ebenso eingeordnet, wie die Mittel (rhetorisch, visuell, aktionistisch, medial), derer sie sich bedienen und es wird der Frage nachgegangen, auf welche Theorien und vorhandene Literatur sich die Identitären stützen.
Das Buch beleuchtet die Verbreitung in ganz Europa, ihre Verortung als „Neue Rechte“, ihre Ideologien und historisch-theoretischen Unterbau, ihre Kommunikationsstrategien sowie ihre Qualifikation als Jugendbewegung.

Und weil es eben nicht nur darauf ankommt, worüber und wie und mit welche Mitteln man sich informiert, sondern auch, welche Strukturen vonnöten sind und wen man nicht im Stich lassen darf, folgt hier noch ein Vorschlag – in der Hoffnung auf einen Rest von Bewußtsein, daß es ein bißchen von einem selber abhängt, ob das ganze Land in Haß und Verblödung versinkt:
Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben. Weltbühne muß wirken.

Neu in der Weltbühne: Getanzt wird immer

Silke Vogten: Getanzt wird immer. Gedichte. Dialog-Editon Duisburg 2016. 76 S. 10 Euro
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Das sagt der Verlag:
Poetische Hüftschüsse aus Berlin, Köln und dem Ruhrgebiet. Dazu Berichterstattung aus Absurdistan. Und dazwischen Rückzug in ganz eigene Gefilde. Eben Gedichte von unterwegs.

Bitte bestellen Sie dieses Buch mit dem schönen Bild auf dem Einband (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden ihre Gründe haben.

Neu in der Weltbühne: Nicht nett zu Elsässer

Die Buchhandlung Weltbühne erwartet in diesen Tagen das Eintreffen des neuerschienenen Buches:
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Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Reihe Antifaschistische Politik in der edition assemblage. 96 Seiten, 9,80 Euro.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Die Monatszeitschrift Compact kann als das zentrale Diskursorgan gegenwärtiger Querfront-Bewegungen im deutschsprachigen Raum betrachtet werden. Seit ihrer Ersterscheinung erfreut sie sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Konstitutiv für die Inhalte des Magazins ist vor allem der Glaube an eine alles umfassende Weltverschwörung. Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, dass in einer Vielzahl der Artikel antisemitische Denk- und Argumentationsmuster aufgerufen und reproduziert werden. Der Antisemitismus fungiert in gewisser Hinsicht als „kleinster gemeinsamer Nenner“ gegensätzlicher politischer Strategien.
Das Buch bietet neben einem Einblick in historische Verläufe der Querfront und einer Einführung in kritische Theorien des Antisemitismus eine detaillierte Textanalyse der Zeitschrift, bei der die dort verwendeten Formen und Ausdrucksweisen antisemitischer Ressentiments anhand einzelner Textstellen herausgearbeitet, entschlüsselt und eingeordnet werden. Darüber hinaus wird die Rolle der Compact in verschiedenen rechten Diskursen sowie in praktischen Organisierungs- und Vernetzungsbemühungen diskutiert.
Die Autoren: Kevin Culina und Jonas Fedders leben, studieren und arbeiten in und um Frankfurt am Main und sind dort in verschiedenen antifaschistischen Projekten aktiv. Sie schreiben regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World und haben auch in sozialwissenschaftlichen Kontexten publiziert.

Um die Blödmach- und Doofmach-Absichten von Jürgen Elsässer auf besonders ausgeklügelte Weise zu durchkreuzen, muß man sich dieses Buch nicht nur anschaffen, sondern es sich zudem noch durch die Buchhandlung Weltbühne besorgen, entweder im Ladenlokal oder im Versand. Das wirkt.
Elsässer soll verschwinden, Weltbühne muß bleiben.

Da sollen die Engländer ruhig mal gucken

KrummeGurkeWie Sie diesem Bild entnehmen können, sind wir hier für Lebensgenüsse empfänglich. Dafür lassen wir die Fünfe gerade und die Gurke krumm sein. Wir widersetzen uns der (in Wirklichkeit gar nicht existierenden) EU-Gurkengeradheitsverordnung. Also auch nix mit Brexit (Plexit, Knexit, Quexit, Trexit). Auch die Stachelbeeren sind uns willkommen.
Die Gurke (ja, das ist wirklich eine) spendete noch am selben Tag ihre Freude kombiniert mit Schafskäse, Oliven und Tomaten. Also auch für Grexit sind wir nicht zu haben. Und ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die für diesen Salato das Innere der Gurke entfernen. Der Salato hat dadurch wohl mehr Flüssigkeit, aber „schließlich warum nicht“? Die wird mit dem schönen Französischen Landbrot aufgetunkt.
Was fängt man an mit solchen kratzsauren Stachelbeeren?
Da überlegt man sich was. Rezept wird vielleicht mal in einer neuen METZGER-Rubrik bekanntgegeben.

Bild: Merkfoto

Neu in der Weltbühne: Die enthemmte Mitte

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Oliver Decker, Johannes Kiess, Elmar Brähler (Hg.): Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die Leipziger „Mitte“-Studie 2016.
Buchreihe Forschung Psychosozial im Psychosozial-Verlag 2016. 250 S. EUR 19,90

Seit 2002 untersucht die Leipziger Arbeitsgruppe um Brähler und Decker die rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die gewonnenen Daten und sozialpsychologischen Analysen der „Mitte“-Studien der Universität Leipzig sind zur bundesweiten Grundlage der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus geworden.
Die rechtsextreme Einstellung ist kein Randphänomen. Insbesondere autoritäre Aggressionen gegen Migranten sind weit verbreitet. Die globale Wanderungsbewegung stellt die Bundesrepublik deshalb zunehmend vor besondere Herausforderungen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass antidemokratische Ideologien seit einigen Jahren verstärkt artikuliert werden und sich das politische Klima in der Bundesrepublik verschiebt. Im Langzeitverlauf lassen sich so verschiedene politische Milieus, ihre Polarisierung und der Legitimationsverlust demokratischer Institutionen beschreiben.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden sicherlich auch wissen, warum.

Streif Nummer drei

Die Duisburger Kunst- und Künstlerzeitschrift Streif erscheint einmal im Jahr. Die dritte Ausgabe ist soeben erschienen.
Streif3(Faksimile anklicken zum Vergrößern).
„Bei fast allen Buchhandlungen“. Geht das nicht ein bißchen deutlicher?
Kaufen oder bestellen Sie diese Zeitschrift in der Buchhandlung Weltbühne. Gemessen am Umfang und Aufwand und der Druckqualität ist der Preis 7 Euro geradezu unanständig niedrig. (Im Versand 1 Euro Versandkostenanteil zusätzlich).

Jutta neben der Sahara

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Ich hab ja lange überlegt: Soll ich oder soll ich nicht das neue Buch von Sah(a)ra Wagenknecht ins Sortiment aufnehmen? Oder soll ich auf eine eventuelle Taschenbuchausgabe warten? Aber dann gaben sich die Leute die Türklinke in die Hand, die „das neue Buch von der Wagenknecht“ bestellten, und ich mußte mich dranhalten, dem nachzukommen. Und das ohne besondere Ankündigung, ohne Aufnahme in den Katalog, ohne Auslage. Wenn ich mal ein Stück zusätzlich bestellt hatte, war das auch schon am Tage des Eintreffens weg.
Jetzt habe ich mal schnell ein Foto vom Schaufenster gemacht, als die Wagenknecht-Herrlichkeit mal gerade komplett war. (Und wenn auch Sie, ob nah, ob fern, [soll heißen: ob ambulant oder im Versand] dieses Buch bestellen wollen, dann tun Sie es hier und sonst nirgends).
Ich sag jetzt immer „Sah(a)ra“. Sie müssen sich jetzt nicht die Landschaft in der nördlichen Hälfte von Afrika vorstellen, sondern den schönen Klang auf sich wirken lassen. Sahara ist die Steigerung von Sahra.
Im Schaufenster kombiniere ich Sah(a)ra Wagenknecht mit Jutta Ditfurth. Das schafft vielleicht einen Ausgleich zu dem (Bürgererschreckenden), was beim Weg der Frau Dr. Wagenknecht in die Herzen der zusammenhangfähigen Mitmenschen vielleicht ein kleines bißchen auf der Strecke geblieben sein könnte. Mit Jutta Ditfurth wird sozusagen nachgewürzt.

P.S.: Wir haben hier auch noch mehr Bücher von Jutta Ditfurth, z.B. die, die im Konkret-Verlag erschienen sind. Und die ganz alten Bücher von Sahra Wagenknecht, wo die dauernd Hegel zitiert, müssen hier auch noch irgendwo rumfliegen.

Neu in der Weltbühne: Pott im Pop

Was Ausstellungen so an sich haben: Ausstellungskataloge.
Wie dieser hier:
RockPopPott
Heinrich Theodor Grütter (Hrsg.): Rock und Pop im Pott. Klartext Verlag 2016. 280 Seiten im Großformat, zahlreiche farbige Abbildungen, Hardcover, 24,95 Euro.
Der Klartext-Verlag läßt uns wissen:
„Das Ruhrgebiet blickt auf sechzig Jahre Rock- und Popgeschichte zurück: Mit Auftritten berühmter Gruppen wie den Beatles und den Stones (gemeint sind die Rolling Stones), mit dem Rockpalast in der Essener Grugahalle und mit bedeutenden Musikern aus der Region wie Nena und Herbert Grönemeyer. Das Katalogbuch zur Ausstellung im Ruhr Museum auf Zollverein in Essen zeigt Fotos, Plakate, Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikel sowie Instrumente und Bühnenoutfits und beschreibt die spektakuläre Rock- und Pop-Geschichte des Ruhrgebiets von den Anfängen bis in die Gegenwart.“
Ein Register hätte dem Werk gutgetan.
Daß eine Massenkultur, der etwas Aufrührerisches mehr oder weniger innewohnte, nach Jahrzehnten von nostalgischer Träumerei aufgesogen wird, ist niemals völlig zu vermeiden. In welchem Maße dies auf dieses zeitgeschichtliche Werk zutrifft, überprüfen Sie bitte selbst. Die Ostermärsche und UZ-Pressefeste werden erwähnt, das ist gut. Katalog-Mitgestalter Holger Krüssmann erinnerte sich an meine Folkrocker-Vergangenheit (Bröselmaschine 1970-1973) und ließ sich von mir Fotos schicken. (Die wurden nicht verwendet. Macht nichts).

Was mich da schon eher bedrückt ist der schleichende Verlust an Autonomie (i.e. das herausgenommene Recht, sich selbst seinen Namen zu geben). Wieso lassen es sich Leute gefallen, zum Beispiel als „68er“ oder „Krautrock“ oder „Hippie“ – oder eben „Pott“ bezeichnet zu werden?
Früher konnte man sich darauf verlassen, daß jemand, der die hierorts ungebräuchlichen Bezeichnungen „Pott“ oder „Ruhrpott“ oder „Kohlenpott“ verwendet, nicht von hier ist.
Noch mehr betrübt mich, daß von allerlei Regionaldirektoren, Oberbürgermeistern und sogar einer Landesministerin „Grubworte“ (statt Grußworte) beigegeben wurden.

Wollen Sie dieses Buch haben? Dann bestellen Sie es nirgendwo anders als in der Buchhandlung Weltbühne (für Sie abhol- bzw. versandbereit).
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN, damit gute Musik und deutsche Sprache übrigbleiben.

Minimalist Statement

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Minimalismus
RuhrortKunstmarkt16-1Sonntag, 5. Juni 2016, (m)ein Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt.
Ausgestellt wurde: nichts.
Nichts ist sogar noch weniger als minimal.
Nichts ist die Vollendung der Minimaltät.
Alles ist gesagt, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Die Kunst erreicht ihre Vollendung, indem sie verschwindet.
Nein: Indem sie vergessen wird.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich hatte mich nur mal kurz hinter einen Stand von einem Künstler gestellt, der nicht erschienen war. Aber diesen Sermon habe ich einigen Leuten erzählt, und die fanden das auch lustig, weil sie wußten, daß das alles ein Witz war.
Immerhin wurde demonstriert, daß die Kunst die Zeit überwinden kann (zum Beispiel, indem sie den 1. April auf den 5. Juni bringt).

RuhrortKunstmarkt16-2So sah unser Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt aus. Alles ordentlich und unfromm.

RuhrortKunstmarkt16-3„Spontan“-„Lesung“ am Stand von Werner Muth gegenüber.
Spontan war das zwar, aber vorher geplant.
Als Lesung kann man das wohl auch bezeichnen, wenngleich ich, während ich den Leuten was erzählte, ein leeren Blatt vor mir hielt. (Sonst hätte mir vielleicht keiner zugehört. Merke: Literatur ist immer mit Papier in der Hand).

Fotos © Merkfoto