Neu in der Weltbühne: Über die „Identitären“

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Kathrin Glösel, Natascha Strobl, Julian Bruns: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Unrast Verlag 2016. 320 Seiten. 18 Euro.

Der Vormarsch rechts-populistischer (und, auf geebneten Wegen folgend) rechts-extremer Kräfte hat einige Leute sehr überrascht. Frage: Wieso? Das kam nicht überraschend.
Sich gegen Rechts zu stellen ist, soll es wirksam sein, nicht eine Sache von Bekenntnissen, sondern von Kenntnissen.
Es ist für die Rechten gut, wenn die Linke nicht weiß, was die Rechte tut – und es auch gar nicht so genau wissen will. Was man darüber zu wissen glaubt sind jahrzehntealte Erklärungsformeln. Entwicklungen wie das Entstehen einer Neuen Rechten wurden ignoriert.

Die größte Gefahr für die Linke (und damit meine ich nicht nur die Partei, die sich so nennt) ist nicht etwa, wie manche meinen, der „Revisionismus“, sondern die „Querfront“. Von vielen wird sie nicht als Bedrohung erkannt, manche halten diese Krankheit sogar für eine Arznei.

Die Neue Rechte profitiert von den Dummheiten der Linken. Ein Beispiel: Als bei der Friedensbewegung von rechts angeklopft wurde, wurde fröhlich „Herein!“ gerufen – trotz aller Warnungen. Nicht nur das. Auf Warnungen vor „Friedenswinter“ und Montagswahnmachen, „Reichsbürgern“ und Verschwörungsparanoia, auf Warnungen davor, sich zu Deppen neurechter Querfronttaktik zu machen, wurde geradezu hysterisch reagiert.
Also: Augen auf!

Das Buch, das hier empfohlen wird, steht nur als EIN Beispiel für einige andere. Der Verlag stellt es so vor:
Die Identitären, deren Anfänge um das Jahr 2002 auszumachen sind, verstehen sich als Jugendbewegung der „Neuen Rechten“ in Europa. Seit der Initialzündung in Frankreich haben sich u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Dänemark, Schweden und Norwegen Ablegergruppen gegründet, die untereinander vernetzt sind und sich im Aufbau von grenzüberschreitenden Strukturen befinden.
Basierend auf Text-, Bild- und Videomaterial, den Gruppen-Standpunkten, Gesellschaftsanalysen und Schlussfolgerungen werden in diesem Handbuch Aktionismus und Aktivisten benannt und analysiert. Die politische Logik ihrer Thesen wird ebenso eingeordnet, wie die Mittel (rhetorisch, visuell, aktionistisch, medial), derer sie sich bedienen und es wird der Frage nachgegangen, auf welche Theorien und vorhandene Literatur sich die Identitären stützen.
Das Buch beleuchtet die Verbreitung in ganz Europa, ihre Verortung als „Neue Rechte“, ihre Ideologien und historisch-theoretischen Unterbau, ihre Kommunikationsstrategien sowie ihre Qualifikation als Jugendbewegung.

Und weil es eben nicht nur darauf ankommt, worüber und wie und mit welche Mitteln man sich informiert, sondern auch, welche Strukturen vonnöten sind und wen man nicht im Stich lassen darf, folgt hier noch ein Vorschlag – in der Hoffnung auf einen Rest von Bewußtsein, daß es ein bißchen von einem selber abhängt, ob das ganze Land in Haß und Verblödung versinkt:
Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben. Weltbühne muß wirken.

Neu in der Weltbühne: Getanzt wird immer

Silke Vogten: Getanzt wird immer. Gedichte. Dialog-Editon Duisburg 2016. 76 S. 10 Euro
VogtenGetanzt
Das sagt der Verlag:
Poetische Hüftschüsse aus Berlin, Köln und dem Ruhrgebiet. Dazu Berichterstattung aus Absurdistan. Und dazwischen Rückzug in ganz eigene Gefilde. Eben Gedichte von unterwegs.

Bitte bestellen Sie dieses Buch mit dem schönen Bild auf dem Einband (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden ihre Gründe haben.

Neu in der Weltbühne: Nicht nett zu Elsässer

Die Buchhandlung Weltbühne erwartet in diesen Tagen das Eintreffen des neuerschienenen Buches:
EdAssFeindbildVereint
Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Reihe Antifaschistische Politik in der edition assemblage. 96 Seiten, 9,80 Euro.
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Die Monatszeitschrift Compact kann als das zentrale Diskursorgan gegenwärtiger Querfront-Bewegungen im deutschsprachigen Raum betrachtet werden. Seit ihrer Ersterscheinung erfreut sie sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Konstitutiv für die Inhalte des Magazins ist vor allem der Glaube an eine alles umfassende Weltverschwörung. Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, dass in einer Vielzahl der Artikel antisemitische Denk- und Argumentationsmuster aufgerufen und reproduziert werden. Der Antisemitismus fungiert in gewisser Hinsicht als „kleinster gemeinsamer Nenner“ gegensätzlicher politischer Strategien.
Das Buch bietet neben einem Einblick in historische Verläufe der Querfront und einer Einführung in kritische Theorien des Antisemitismus eine detaillierte Textanalyse der Zeitschrift, bei der die dort verwendeten Formen und Ausdrucksweisen antisemitischer Ressentiments anhand einzelner Textstellen herausgearbeitet, entschlüsselt und eingeordnet werden. Darüber hinaus wird die Rolle der Compact in verschiedenen rechten Diskursen sowie in praktischen Organisierungs- und Vernetzungsbemühungen diskutiert.
Die Autoren: Kevin Culina und Jonas Fedders leben, studieren und arbeiten in und um Frankfurt am Main und sind dort in verschiedenen antifaschistischen Projekten aktiv. Sie schreiben regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World und haben auch in sozialwissenschaftlichen Kontexten publiziert.

Um die Blödmach- und Doofmach-Absichten von Jürgen Elsässer auf besonders ausgeklügelte Weise zu durchkreuzen, muß man sich dieses Buch nicht nur anschaffen, sondern es sich zudem noch durch die Buchhandlung Weltbühne besorgen, entweder im Ladenlokal oder im Versand. Das wirkt.
Elsässer soll verschwinden, Weltbühne muß bleiben.

Da sollen die Engländer ruhig mal gucken

KrummeGurkeWie Sie diesem Bild entnehmen können, sind wir hier für Lebensgenüsse empfänglich. Dafür lassen wir die Fünfe gerade und die Gurke krumm sein. Wir widersetzen uns der (in Wirklichkeit gar nicht existierenden) EU-Gurkengeradheitsverordnung. Also auch nix mit Brexit (Plexit, Knexit, Quexit, Trexit). Auch die Stachelbeeren sind uns willkommen.
Die Gurke (ja, das ist wirklich eine) spendete noch am selben Tag ihre Freude kombiniert mit Schafskäse, Oliven und Tomaten. Also auch für Grexit sind wir nicht zu haben. Und ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die für diesen Salato das Innere der Gurke entfernen. Der Salato hat dadurch wohl mehr Flüssigkeit, aber „schließlich warum nicht“? Die wird mit dem schönen Französischen Landbrot aufgetunkt.
Was fängt man an mit solchen kratzsauren Stachelbeeren?
Da überlegt man sich was. Rezept wird vielleicht mal in einer neuen METZGER-Rubrik bekanntgegeben.

Bild: Merkfoto

Neu in der Weltbühne: Die enthemmte Mitte

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Oliver Decker, Johannes Kiess, Elmar Brähler (Hg.): Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die Leipziger „Mitte“-Studie 2016.
Buchreihe Forschung Psychosozial im Psychosozial-Verlag 2016. 250 S. EUR 19,90

Seit 2002 untersucht die Leipziger Arbeitsgruppe um Brähler und Decker die rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die gewonnenen Daten und sozialpsychologischen Analysen der „Mitte“-Studien der Universität Leipzig sind zur bundesweiten Grundlage der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus geworden.
Die rechtsextreme Einstellung ist kein Randphänomen. Insbesondere autoritäre Aggressionen gegen Migranten sind weit verbreitet. Die globale Wanderungsbewegung stellt die Bundesrepublik deshalb zunehmend vor besondere Herausforderungen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass antidemokratische Ideologien seit einigen Jahren verstärkt artikuliert werden und sich das politische Klima in der Bundesrepublik verschiebt. Im Langzeitverlauf lassen sich so verschiedene politische Milieus, ihre Polarisierung und der Legitimationsverlust demokratischer Institutionen beschreiben.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden sicherlich auch wissen, warum.

Streif Nummer drei

Die Duisburger Kunst- und Künstlerzeitschrift Streif erscheint einmal im Jahr. Die dritte Ausgabe ist soeben erschienen.
Streif3(Faksimile anklicken zum Vergrößern).
„Bei fast allen Buchhandlungen“. Geht das nicht ein bißchen deutlicher?
Kaufen oder bestellen Sie diese Zeitschrift in der Buchhandlung Weltbühne. Gemessen am Umfang und Aufwand und der Druckqualität ist der Preis 7 Euro geradezu unanständig niedrig. (Im Versand 1 Euro Versandkostenanteil zusätzlich).

Jutta neben der Sahara

SaharaJutta
Ich hab ja lange überlegt: Soll ich oder soll ich nicht das neue Buch von Sah(a)ra Wagenknecht ins Sortiment aufnehmen? Oder soll ich auf eine eventuelle Taschenbuchausgabe warten? Aber dann gaben sich die Leute die Türklinke in die Hand, die „das neue Buch von der Wagenknecht“ bestellten, und ich mußte mich dranhalten, dem nachzukommen. Und das ohne besondere Ankündigung, ohne Aufnahme in den Katalog, ohne Auslage. Wenn ich mal ein Stück zusätzlich bestellt hatte, war das auch schon am Tage des Eintreffens weg.
Jetzt habe ich mal schnell ein Foto vom Schaufenster gemacht, als die Wagenknecht-Herrlichkeit mal gerade komplett war. (Und wenn auch Sie, ob nah, ob fern, [soll heißen: ob ambulant oder im Versand] dieses Buch bestellen wollen, dann tun Sie es hier und sonst nirgends).
Ich sag jetzt immer „Sah(a)ra“. Sie müssen sich jetzt nicht die Landschaft in der nördlichen Hälfte von Afrika vorstellen, sondern den schönen Klang auf sich wirken lassen. Sahara ist die Steigerung von Sahra.
Im Schaufenster kombiniere ich Sah(a)ra Wagenknecht mit Jutta Ditfurth. Das schafft vielleicht einen Ausgleich zu dem (Bürgererschreckenden), was beim Weg der Frau Dr. Wagenknecht in die Herzen der zusammenhangfähigen Mitmenschen vielleicht ein kleines bißchen auf der Strecke geblieben sein könnte. Mit Jutta Ditfurth wird sozusagen nachgewürzt.

P.S.: Wir haben hier auch noch mehr Bücher von Jutta Ditfurth, z.B. die, die im Konkret-Verlag erschienen sind. Und die ganz alten Bücher von Sahra Wagenknecht, wo die dauernd Hegel zitiert, müssen hier auch noch irgendwo rumfliegen.

Neu in der Weltbühne: Pott im Pop

Was Ausstellungen so an sich haben: Ausstellungskataloge.
Wie dieser hier:
RockPopPott
Heinrich Theodor Grütter (Hrsg.): Rock und Pop im Pott. Klartext Verlag 2016. 280 Seiten im Großformat, zahlreiche farbige Abbildungen, Hardcover, 24,95 Euro.
Der Klartext-Verlag läßt uns wissen:
„Das Ruhrgebiet blickt auf sechzig Jahre Rock- und Popgeschichte zurück: Mit Auftritten berühmter Gruppen wie den Beatles und den Stones (gemeint sind die Rolling Stones), mit dem Rockpalast in der Essener Grugahalle und mit bedeutenden Musikern aus der Region wie Nena und Herbert Grönemeyer. Das Katalogbuch zur Ausstellung im Ruhr Museum auf Zollverein in Essen zeigt Fotos, Plakate, Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikel sowie Instrumente und Bühnenoutfits und beschreibt die spektakuläre Rock- und Pop-Geschichte des Ruhrgebiets von den Anfängen bis in die Gegenwart.“
Ein Register hätte dem Werk gutgetan.
Daß eine Massenkultur, der etwas Aufrührerisches mehr oder weniger innewohnte, nach Jahrzehnten von nostalgischer Träumerei aufgesogen wird, ist niemals völlig zu vermeiden. In welchem Maße dies auf dieses zeitgeschichtliche Werk zutrifft, überprüfen Sie bitte selbst. Die Ostermärsche und UZ-Pressefeste werden erwähnt, das ist gut. Katalog-Mitgestalter Holger Krüssmann erinnerte sich an meine Folkrocker-Vergangenheit (Bröselmaschine 1970-1973) und ließ sich von mir Fotos schicken. (Die wurden nicht verwendet. Macht nichts).

Was mich da schon eher bedrückt ist der schleichende Verlust an Autonomie (i.e. das herausgenommene Recht, sich selbst seinen Namen zu geben). Wieso lassen es sich Leute gefallen, zum Beispiel als „68er“ oder „Krautrock“ oder „Hippie“ – oder eben „Pott“ bezeichnet zu werden?
Früher konnte man sich darauf verlassen, daß jemand, der die hierorts ungebräuchlichen Bezeichnungen „Pott“ oder „Ruhrpott“ oder „Kohlenpott“ verwendet, nicht von hier ist.
Noch mehr betrübt mich, daß von allerlei Regionaldirektoren, Oberbürgermeistern und sogar einer Landesministerin „Grubworte“ (statt Grußworte) beigegeben wurden.

Wollen Sie dieses Buch haben? Dann bestellen Sie es nirgendwo anders als in der Buchhandlung Weltbühne (für Sie abhol- bzw. versandbereit).
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN, damit gute Musik und deutsche Sprache übrigbleiben.

Minimalist Statement

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Minimalismus
RuhrortKunstmarkt16-1Sonntag, 5. Juni 2016, (m)ein Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt.
Ausgestellt wurde: nichts.
Nichts ist sogar noch weniger als minimal.
Nichts ist die Vollendung der Minimaltät.
Alles ist gesagt, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Die Kunst erreicht ihre Vollendung, indem sie verschwindet.
Nein: Indem sie vergessen wird.

Nein, das ist natürlich Quatsch. Ich hatte mich nur mal kurz hinter einen Stand von einem Künstler gestellt, der nicht erschienen war. Aber diesen Sermon habe ich einigen Leuten erzählt, und die fanden das auch lustig, weil sie wußten, daß das alles ein Witz war.
Immerhin wurde demonstriert, daß die Kunst die Zeit überwinden kann (zum Beispiel, indem sie den 1. April auf den 5. Juni bringt).

RuhrortKunstmarkt16-2So sah unser Stand auf dem Ruhrorter Kunstmarkt aus. Alles ordentlich und unfromm.

RuhrortKunstmarkt16-3„Spontan“-„Lesung“ am Stand von Werner Muth gegenüber.
Spontan war das zwar, aber vorher geplant.
Als Lesung kann man das wohl auch bezeichnen, wenngleich ich, während ich den Leuten was erzählte, ein leeren Blatt vor mir hielt. (Sonst hätte mir vielleicht keiner zugehört. Merke: Literatur ist immer mit Papier in der Hand).

Fotos © Merkfoto

Ja, was ist denn DAS?

NeuProgrammCoverJa, was ist das denn, möchte man wieder fragen.
Also: Es handelt sich um eine Broschüre (36 Seiten), urgehoben von meiner Kollegin und mir 1991, lange Zeit vergriffen, jetzt (nach 25 Jahren) in zweiter, nur leicht veränderter Auflage für 5 Euro wieder erhältlich (ISBN 978-3-935673-06-8).

Man sollte als Künstler / als Schriftsteller mit Erläuterungen zum Werk sich zurückhalten. Wird eine Pointe erklärt, ist sie hin.
Nur mal so viel:
Vor 25 Jahren wollte die geltungssüchtige Generalaufpasserin Alieze Schwarzer (auch „Frollein Lohmeier“ genannt) Porno gesetzlich verbieten lassen.
Das war der Anlaß für diese Kampfschrift, deren Text allerdings nicht von den Verfassern verfaßt, sondern zusammengeklebt und mit aufschlußrerichen Bildern zu einem montiert wurde. Es sollte dem Ansinnen der penetranten Anstandsdame nicht mit Argumenten begegnet, sondern Tatsachen geschaffen werden. Wo (kalkuliert oder unkalkuliert) mit Reizvokabeln Irrationalität geschürt wird, helfen keine Pillen und keine essigsaure Tonerde, wohl aber die Satire, die sich die „normative Kraft des Faktischen“ zunutze macht.
„Schwarzers Begabung war nie die Analyse, eher die action im Einklang mit einem gesunden Volksempfinden“, meinte Katharina Rutschky.

Mit Fleiß verbringe ich meine Zeit damit, die Spießbürgerlichkeit und Prüderie, eben jenes „Volksempfinden“ in Mißkredit zu bringen. Froh war ich stets, wenn ich zu solchem Behufe einfallsreiche Partnerinnen fand.
Hier geht es um: die Ästhetisierung des Sexuellen. Oder man könnte auch poetisch sagen: Es geht um die Erotisierung der Sexualität.
Im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) steht unter der Rubrik „Hauptbeschreibung“: „Text-Bild-Collage über die Verschlüsselung von Sexualität, Macht, Bedürfnis, Manipulation.“ Irgendwas muß man ja reinschreiben, damit der moderne Mensch „aha“ sagen kann.
Mit dem wieder erhältlichen Heftchen wird auf dem Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne auf dem Ruhrorter Kunstmarkt erstmals die Öffentlichgkeit konfrontiert.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

NeuProgrammImmerDabeiHier zwei Seiten, auf denen man erkennt, daß wir es wirklich ernst meinen, selbst dann, wenn wir nicht ernst bleiben können.

lg3Die Mit-Autorin Lina Ganowski war an der (zurückhaltenden) Überarbeitung nicht beteiligt. Sie sagte (am Telefon): „Jaja, du machst das schon, ich verlaß mich auf dich“, und auf ausdrückliche Nachfrage: „Jaja, mach ruhig!“
Die Verbrecher (in diesem Fall: die Verbrecherin) zieht es an den Ort des Verbrechens. Die Essenerin, die längere Zeit in Erfurt, und dann für einige Zeit in den Niederlanden ansässig war, wohnt jetzt wieder in Essen.
Ich fragte sie: „Bleibst du denn jetzt da für immer?“ Daraufhin sie: „Ja, was soll ich denn darauf antworten???“

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt. Wir sind wieder dabei. Sie auch?
RuhrortKunstmarkt16-V1„Da ist es schön, da geh‘n wir hin.“
RuhrortKunstmarkt16-V2
Besuchen Sie den Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne mit sichtbaren, lesbaren, hörbaren Eigenproduktionen aus unserem Haus und von befreundeten Künstlern und Autoren mit ihren Arbeiten aus dem „Fliegenden Koffer“.
Erfahrungsgemäß werden Veranstaltungen bei gutem Wetter von vielen besucht. Darum hoffen wir auf viel Besuch, damit wir günstiges Wetter haben (warm, trocken, nicht schwül, windstill).

RuhrortKunstmarkt16-V3„Jaja, kommense ruhig und guckten sich das mal hier an“, scheint die Aussage dieses Bildes zu sein.
© Merkfoto

L‘art pour l‘art

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): L‘art pour l‘art
Buelles
Die Formel „l‘art pour l‘art“ brachte einst (60er Jahre, 70er Jahre) die Leute zur Weißglut, die eine politische, eine engagierte, eine eingreifende Kunst forderten. Sie hielten diesen Slogan für eine Absage an diesen Anspruch, für den Slogan einer „reinen“, „unpolitischen“ Kunst.
Dies aber war und ist ein Mißverständnis. In dieser Formel ist nämlich vielmehr die Autonomie, die Unabhängigkeit der Kunst proklamiert.
Seit dem Mittelalter war die (bildende) Kunst als Handwerk stringenten Zunftregeln unterworfen. Später wurde sie akademisch gelehrt. Im Zuge der Bürgerlichen Revolution strebte die Kunst nach Unabhängigkeit von feudalen und klerikalen Auftraggebern, nach Selbstbestimmung. Das kommt in dem Slogan zum Ausdruck. Für die Kunst sollen die Maßstäbe von den Künstlern festgelegt werden.
Das oben gezeigte Bild (eine Collage aus dem Jahre 1995, erstmals zu sehen als Illustration in DER METZGER Nr. 48), aus diesem Umfeld decollagiert, Laserdruck im Din A-4 Format, gestempelt, in Klarsichtfolie, ist ein Paradebeispiel für diese fortschrittliche und emanzipatorische Kunst-Produktion. Es wird (in geringer Stückzahl) auf dem Stand der Buchhandlung Weltbühne beim diesjährigen Ruhrorter Kunstmarkt (Sonntag, 5. Juni) angeboten und bei Verkauf von mir signiert (aber nicht nummeriert).
Die Käufer sollen sich überlegen, was sie damit machen: Aus der Klarsichtfolie rausnehmen oder drinlassen, einrahmen (lassen), zu Hause oder sonstwo aufhängen (tunlichst an Orten, wo diese Mitteilung Irritation, Rätselraten, Volkszorn, Trost, (Un-)Gewißheit auslösen könnte).
Mit dem Zitat unten sind die Leute, die vom Kunstwerk ein politisches Bekenntnis fordern, ruhiggstellt.
Das Werk wird für mindestens1 Euro erhältlich sein. Mit diesem für den Käufer zumutbaren, für den Künstler immer noch einträglichen Tarif wird die Kontinuität progressiver Kunst-Produktion in unserem Hause gefördert und gesichert. Darum darf der Käufer (resp. Die Käuferin) auch den Preis erhöhen.

P.S.: Als kommunistischer Künstler möchte ich mal anmerken, daß die Kunst ihren Autonomieanspruch auch gegenüber den Linken aufrechterhalten sollte, bei denen es so eine Mentalität gibt, die Künstler am liebsten zu Pausenclowns zu degradieren.

Neu in der Weltbühne: Warnung vor dem Volks-Empfinden

Heute empfehle ich zwei Bücher:
ZwoBuecherMarkus Liske / Manja Präkels (Hg.): Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn? Verbrecher Verlag 192 S. 18 Euro.
Verlagstext:
25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter.
Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, „Homosexualisierung“, Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die »Lügenpresse«. Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: „Wir sind das Volk!“ Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk?
In „Vorsicht Volk!“ erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen.
Mit Beiträgen von Kirsten Achtelik, Ivo Bozic, Harald Dipper, Jutta Ditfurth, Stefan Gärtner, Patrick Gensing, Willi Jasper, Anetta Kahane, Alexander Karschnia, Kerstin Köditz, Konstanze Kriese, Klaus Lederer, Markus Liske, Anselm Neft, Manja Präkels, Jan Rathje, Anna Schmidt, Julia Schramm, Jörn Schulz, Heiko Werning, Elke Wittich und Deniz Yücel.

Phillip Becher, Christian Begass, Josef Kraft: Der Aufstand des Abendlandes. AfD, PEGIDA & Co.: Vom Salon auf die Straße. PapyRossa Verlag. 130 S. 11,90 Euro
Verlagstext:
Eine neue Massenbewegung macht in Deutschland von sich reden: PEGIDA. Sie läuft Sturm gegen „Überfremdung“, „Parteienstaat“ und „Lügenpresse“. Was in Dresden begann, hat Nachahmer andernorts gefunden. Dass die Demonstrierenden nicht immer auf öffentliche Gegenliebe stoßen, brandmarken sie als Unterdrückung abweichender Meinungen. Überdeckt werden dabei die Sympathien, die PEGIDA & Co. seitens honoriger gesellschaftlicher und politischer Kräfte genießen, derzeit gruppiert vor allem, aber nicht nur, um die „Alternative für Deutschland“. Andererseits segeln im Windschatten von PEGIDA Hooligans wie die von HoGeSa und andere Schläger. Neu sind solche Proteste indes nicht. Bereits vor Jahren startete in Köln ein Kreuzzug sich selbst als „Bürgerbewegung“ inszenierender Rechtspopulisten gegen eine angebliche Islamisierung, und auch die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung mit einem linken Ministerpräsidenten trieb „besorgte Bürger“ auf die Straße. Wie auch immer PEGIDA sich entwickeln mag, wird dieses Potential nicht einfach verschwinden. Eine deutsche Besonderheit ist all dies aber nicht. In anderen europäischen Ländern existieren seit Jahren wirkungsmächtige rechte Bewegungen mit Ablegern auch im parlamentarischen Raum. Sie basteln an einem alternativen Gesellschaftsprojekt von rechts. Mit den aktuellen Umbrüchen in der politischen Szene in Deutschland könnte Vergleichbares auch hierzulande anstehen.

Bitte bestellen Sie diese (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden sicherlich auch wissen, warum.

Eschhaus muß bleiben

Jetzt schaut euch mal diese Reklame an:

ehh006-78-07Nanu, nanu! Vierstellige Postleitzahl.
Dieses Inserat erschien im Juli 1978 im Eschhausheft Das ist jetzt schon fast 40 Jahre her. Aber jetzt kommt der Witz: Die in diesem Inserat angebotenen Bücher sind alle noch erhältlich. Denn, wie Sie wissen, gibt es das Eschhaus zwar nicht mehr, der Buchladen im Eschhaus aber ist damals umgezogen zur Gneisenaustraße in Neudorf, und der heißt jetzt Buchhandlung Weltbühne. Und da stehen diese Bücher immer noch im Sortiment – wenn auch nicht in jedem Fall dieselben Exemplare. (Und von einigen der Titel sind parallel Taschenbuchausgaben erhältlich).

Wie kommt es, daß ich meine (nicht ganz komplette) Sammlung von ca. 100 Eschhausheften dieser Tage Heft für Heft, Blatt für Blatt, Seite für Seite durchgesehen habe? Darüber demnächst mehr in diesem Theater.
Ein kluger Mann hat mal gesagt: „Wer auf der Suche nach der Zukunft ist, muß in alten Papieren wühlen.“
Der kluge Mann war ich.

Ja, was ist das denn?

NeuProgrammWasIstDasDenn
Der Bundesjustizminister beabsichtigt, gesetzliche Mittel gegen „sexualisierte Werbung“ einzuführen.
Für meine Produktionen und Leistungen setze ich gelegentlich Werbung ein, die durch ein solches Gesetz tangiert würde.
Ich werde mich in zivilem Ungehorsam über solcherlei Beschränkungen hinwegsetzen. Ich verweise darauf, daß Werbung sich nicht auf einen kommerziellen Zweck beschränken muß, sondern auch eine sozialhygienische Funktion erfüllen kann.
Gesetze und sonstige Normen, mit denen die Enterotisierung privater und öffentlicher Lebensbereiche betrieben wird, müssen verhindert, notfalls verletzt werden.

Die obige Abbildung (anklicken zum Vergrößern) ist eine Doppelseite aus „Das neue Programm der Opposition – eine Polit-Pornografie von Helmut Loeven und Lina Ganowski“, Situationspresse 1991. Bei dieser Collage handelte es sich um eine satirisch-polemische Antwort auf Tante Emmas Anti-Porno-Hysterie-Kampagne. Zum 25jährigen Jubiläum erscheint in diesem Jahr eine (nur wenig geänderte) Neuauflage (36 Seiten). Um Vorbestellungen (5 Euro einschließlich Versand) wird gebeten:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/boudoir.htm

Ein juristisches Vorgehen gegen die Buchhandlung Weltbühne wegen Verbreitung angeblich jugendgefährdender Schriften im Jahre 2007 konnte mit juristischen Mitteln abgewehrt werden (siehe DER METZGER 81). Um besser auf Angriffe vorbereitet zu sein, empfehle ich die „Programm“-Broschüre. Auch Spenden wären hilfreich:
SSB e.V.
IBAN DE76 3601 0043 0403 9564 32
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: Gegen alles

GEGEN ANGRIFFE DER BUNDESREGIERUNG AUF DIE MEINUNGS- UND KUNSTFREIHEIT.
GEGEN VERDÄCHTIGUNG DES EROS.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

Bekenntnis ohne Kenntnis?

AnzProNatStattDemLiebe Leute, dieses Inserat erschien mehrmals im METZGER (in welchen Ausgaben weiß ich jetzt nicht, müßte ich nachgucken – es wurde übrigens unentgeltlich abgedruckt, was selten genug gedankt wird). Und jetzt mache ich es hier sichtbar, und zwar aus aktuellem Anlaß.

Der Vormarsch rechts-populistischer (und, auf geebneten Wegen folgend) rechts-extremer Kräfte hat einige Leute sehr überrascht. Frage: Wieso? Das kam nicht überraschend.
Sich gegen Rechts zu stellen ist, soll es wirksam sein, nicht eine Sache von Bekenntnissen, sondern von Kenntnissen.
Es ist für die Rechten gut, wenn die Linke nicht weiß, was die Rechte tut – und es auch gar nicht so genau wissen will. Was man darüber zu wissen glaubt sind jahrzehntealte Erklärungsformeln. Entwicklungen wie das Entstehen einer Neuen Rechten wurden ignoriert.
Die Neue Rechte profitiert von den Dummheiten der Linken. Neuestes (aber nicht erstes und sicherlich nicht letztes) Beispiel: Als bei der Friedensbewegung von rechts angeklopft wurde, wurde fröhlich „Herein!“ gerufen – trotz aller Warnungen. Nicht nur das. Auf Warnungen vor „Friedenswinter“ und Montagswahnmachen und Verschwörungsparanoia, auf Warnungen davor, sich zu Deppen neurechter Querfronttaktik zu machen, wurde geradezu hysterisch reagiert.
Also: Augen auf!
(Das Buch, was oben empfohlen wird, steht nur als EIN Beispiel für einige andere).
Und weil es eben nicht nur darauf ankommt, worüber und wie und mit welche Mitteln man sich informiert, sondern auch, welche Strukturen vonnöten sind und wen man nicht im Stich lassen darf, folgt hier noch ein Inserat – in der Hoffnung auf einen Rest von Bewußtsein, daß es ein bißchen von einem selber abhängt, ob das ganze Land in Haß und Verblödung versinkt.
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Lumpensammler als Poet

Das gibt es ja, daß Beiträge, die im Verlauf der Zeit in einer Zeitschrift erschienen sind (oder in mehreren), dann gesammelt in einem Buch erscheinen.
Von den in den letzten 8 Jahren (2008-2016, in den Heften ab Nr. 81) im METZGER erschienenen Beiträgen von Marvin Chlada sind nun die meisten in dem Band Der Poet als Lumpensammler – Reportagen und Interviews erschienen (Dialog-Edition, 206 Seiten, 15 Euro).
So kann man also lesen das titelgebende Stück aus DER METZGER 99, Heavy Metal in den Bundestag (DER METZGER 81), Objekte der Begierde (DER METZGER 110) oder zum Beispiel auch Das nepalesische Reispapier-Abenteuer von Ira Cohen aus DER METZGER 97.
Ich meine, das hätte doch ruhig mal erwähnt werden können. Vorne steht nur: „… in diversen Anthologien, Musik-Magazinen, Tageszeitungen, Satire- und Literaturzeitschrifen erschienen.“ So formuliert ist das nur von geringem Wert für die Mehrung meines Ruhms. Das muß man doch auch mal unter diesem Aspekt sehen.

ChladaPoetLumpensammlerEs stehen auch anderswo zuerst publizierte Beiträge drin. Ich habe die Herkunft der meisten Kapitel überbetont, weil in dem Buch nirgendwo ein Hinweis auf die eine verdienstvolle Primärquelle untergebracht wurde. Und überhaupt: Das Buch hat nur eine Seite mit Werbung!
Über alledem will ich nicht versäumen, das Buch mit Wärme zu empfehlen. Der Verlag kündigt an: Gesammelte Reportagen und Interviews, Glossen und Essays. Denkwürdige Begegnungen. Merkwürdige Begebenheiten. Rockmusik und Schlagerkultur, Situationisten und Beatniks, Wiedertäufer und Ganoven. Streifzüge durch die Welten von Charles Fourier, William S. Burroughs, Russ Meyer, Michel Foucault u. v. m.
Die Beiträge, die ich noch nicht kenne (da nicht von mir erstgedruckt) werde ich mit Interesse lesen, zum Beispiel den über Peter Grohmann (auch so einer, der zu wenig gewürdigt wird).
Ist das nicht ein schöner Einband?

Es kommt noch besser:
Das Buch ist nur über die Buchhandlung Weltbühne erhältlich – auch im Versand.

Da wird die Bestellung erwartet, und da wird sie bearbeitet:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Telefon 0203-375121. Emil: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Von Geheimhaltung nichts haltend erlaube ich mir auch noch den Hinweis auf:
chlada-verwirrung-coverMarvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.

Walter Kaufmann

KaufmannWalter2016AprAuf diese Lesung muß ich nicht mehr hinweisen, sie hat schon stattgefunden. Der Zeitungsausschnitt von gestern informiert über den Autor Walter Kaufmann.
Er ist nicht einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, wohl aber einer der interessantesten. Daß er, aus Deutschland vertrieben und nach Deutschland zurückgekehrt seine Heimat in der DDR fand, will ich hervorheben.
Daß in der Buchhandlung Weltbühne das Werk dieses Autors besonders beachtet wird, versteht sich von selbst. Auf das im Zeitungsartikel genannte neue Buch „Meine Sehnsucht ist noch unterwegs“ verweise ich (Verlag Neues Leben, 15 Euro).
Hier wird man auch noch einige vergriffene Titel finden.
Besonderer Hinweis heute:
KaufmannWalterSchadeSchade, dass du Jude bist. Kaleidoskop eines Lebens – Autobiografische Erzählungen. Prospero Verlag. 17.95 Euro.

Diese Zeitung …

AnzProUZ1999Na, ja. Diese Werbeanzeige (gedruckt in DER METZGER, 1999) war nie Bestandteil der autorisierbaen Werbung für die UZ, fällt also unter die Kategorie „Empfehlungen von anderen“.
Ich weiß nicht, wie Sie speziell zur UZ stehen. Eine andere Frage ist: Wie steht man zur linken Presse überhaupt? In Zeiten, in denen Printmedien Auflage verlieren, hat die linke Presse einen umso härteren Überlebenskampf zu bestehen. Das gilt für alle, und darum geht es alle an.
Der Erhalt linker Zeitungen ist, wie gesagt, kein leichtes Unterfangen. Und seien Sie sich darüber klar: Terrain, das verlorengeht, wird nie wieder zurück zu gewinnen sein. So ist die Lage.
Wenn Sie nächstes Mal die Buchhandlung Weltbühne besuchen, dann nehmen Sie doch einfach mal spaßeshalber die UZ mit. Das kostet nicht viel Anstrengung und beeinflußt die viel zu hohe Remissionsrate, und damit haben Sie nicht nur sich selber etwas Gutes getan.
Sollten Sie wegen Entfernung die Buchhandlung Weltbühne nicht aufsuchen können, dann verfahren Sie so wie in den letzten Zeilen der obigen Werbeanzeige empfohlen.

UZStrassenVerk1995Uuuuuuuuzett!
Ich als Zeitungsverkäufer auf der Königstraße am 8. Mai 1995. Ich wurde tatsächlich ein paar Zeitungen an Passanten los.
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