Ja, wo steht er denn, wo liegt sie denn, wo hängt es denn (das Bild)?

„Dieses Bild habe ich im Original gesehen“, sagte mir einer, der kurz vorher das Wallraf-Richartz-Museum in Köln besucht hatte und nun die Abbildung des Originals auf einer Postkarte in einem der Weltbühne-Postkartenständer entdeckt zu haben glaubte.

LadyM4Kleiner, verzeihlicher Irrtum!
Francois Boucher hat im Jahre 1752 die 14jährige Louise O’Murphy auf weltberühmte Art porträtiert, und das Bild fand in den Äonen seither immer wieder Bewunderer, wobei die Bewunderung der wahren Kunstsinnigen dem betörenden Modell noch mehr galt als dem verdienstvollen Maler.

LadyM1Das weltberühmte und auf auf der Kunstpostkarte abgebildete Gemälde hängt allerdings gar nicht in Köln, sondern in der Alten Pinakothek in München.

Boucher fertigte – aus Gründen, die ich nicht kenne – eine zweite, sehr ähnliche aber doch etwas unterschiedliche Version dieses Bildes an. Welche die erste und welche die zweite Version ist, weiß ich nicht. Eines der beiden Bilder (siehe oben) ist in München, das andere (siehe unten) ist in Köln ausgestellt.

LadyM2Die Frage, welches der beiden Bilder das Schönere ist, ist müßig. Man wird keine Antwort finden. Das zweite erscheint sorgfältiger ausgearbeitet, man könnte das erste für eine Skizze für das zweite halten. Dennoch fand die in München ausgestellte Version mehr Aufmerksamkeit. Es gilt als die „eigentliche“ Arbeit.

1972 zitierte der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Mel Ramos das Motiv. Ich habe das Bild wiederum zitiert in meinem Kurzfilm „Nr. 4“ (Hut-Filmproduktion 1978 – enthalten auf der DVD „Der 11. Mai“).

LadyM3Ramos‘ Bild hat den Titel „Ursela“ (sic!). Er hat Lady O’Murphy durch die Filmschauspielerin Ursula Andress ersetzt.
Der Name der aus der Schweiz stammenden Schauspielerin klingt im englischen Sprachraum nicht unverfänglich. Ihr inoffizieller Name lautete „Ursula Undressed“.
Auf dem Bild trifft es ja auch zu.

HFP-Cover-11-Mai

Demnächst in der Weltbühne: Unbeugsam und widerständig

Ein monumentales Werk ist auf den Weg gebracht und wird in den nächsten Tagen eintreffen:
UnbeugsamUlrich Peters: Unbeugsam und widerständig. Die radikale Linke in Deutschland seit 1989/90. Unrast Verlag. 728 Seiten. 29,80 Euro.
So kündigt der Verlag das Buch an:

Als die Mauer fiel und „das glücklichste Volk der Welt“ die sogenannte „Wiedervereinigung“ zelebrierte, wurde der Klassenkampf samt dem „Zeitalter der Ideologien“ offiziell für beendet erklärt. Die salbungsvollen Worte erwiesen sich aber als inhaltsleer, der deutsche Imperialismus feierte fröhliche Urständ, aber auch die radikale Linke, die sich als Fundamentalopposition versteht, verschwand nicht von der Bildfläche. Über 20 Jahre später bietet sich nun die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und den Werdegang jener politischen Minderheit zu untersuchen, die sich einst gegen die Annexion der DDR gestemmt hatte.
Der Autor zeigt auf, wie sich der Epochenbruch von 1989/90 politisch und organisatorisch auf die verschiedenen Strömungen der radikalen Linken (Kommunisten, Anarchisten, Autonome) auswirkte, widmet sich dem Pro und Contra der antideutschen Orientierung und analysiert die praktischen Aktivitäten der Antikapitalisten, um der Frage nachgehen zu können, welchen Platz sie heute in der politischen Landschaft der zur Weltmacht aufgestiegenen BRD einnehmen. Zudem wird der Entwicklung der radikalen Linken ideengeschichtlich nachgespürt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bemühungen, eine zeitgenössische Imperialismustheorie zu erarbeiten, Lehren aus der historischen Niederlage des Sozialismus zu ziehen und diese in Entwürfe eines zukünftigen Gesellschaftsmodells zu integrieren. Thematisiert werden auch Debatten zur Frage eines revolutionären Subjekts und die Stellung der radikalen Linken zum Islam.

Der Preis ist, gemessen am Umfang, doch recht günstig!
Für so dicke Bücher habe ich was übrig. Da muß man zu einer dauerhaften Beziehung bereit sein. Schade, daß die meisten Bücher im Herbst erscheinen. Dann kann man kaum noch die Samstagnachmittage damit im Botanischen Garten zubringen und muß das elektrische Licht zuhilfe nehmen.
Welches „Pro“ der „antideutschen Orientierung“ zu attestieren ist, wird sich mir auch nach der Lektüre nicht erschließen. Die „Antideutschen“ (die sich inzwischen auch nicht mehr so nennen) sind doch am ehesten mit der (ebenfalls der Linken entsprungenen) LaRouche-Sekte vergleichbar, bloß haben sie mehr Leute angefixt.
Nebenbei bemerkt: Wer in dieser allumfassenden Geschichte der radikalen Linken in Deutschland wieder mal nicht zitiert wird und nicht vorkommt, kann ich mir jetzt schon denken. Sollte ich mich irren, werde ich das melden. Zu wünschen wäre mal eine Geschichte der Minderheit in der Minderheit.

Und damit wären wir beim Thema:
Bestellen Sie dieses Buch (solche Bücher) in der Buchhandlung Weltbühne.
Wir besorgen jedes lieferbare Buch. Wir liefern jedes Buch an jeden Ort.
LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.
Weltbühne muß bleiben.
Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

Schauen Sie mal Musik!

Donnerwetter!
ImAlive01ImAlive02ImAlive02aImAlive02bImAlive07ImAlive10ImAlive11ImAlive12ImAlive14ImAlive16ImAlive17ImAlive18ImAlive19ImAlive2025 Jahre Musik, die auf der Bühne zu betrachten ist, ist nicht weniger be- und gedenkenswert als die 28 Monate Amore e Rabbia, die sich heute mit dem 666. Eintrag vollenden.
Geduld trägt Video-Früchte: Nach den Aufnahmen in dieser Lokation haben wir sieben Monate lang alive sein müssen.

Der ganze Clip in bewegten Bildern ist anzuschauen: dort.

Übrigens ist mir immer noch nicht klar, was das Stimulierende daran sein soll, wenn eine nur wenig umhüllte Frau sich um eine Feuerwehrstange dreht. Aber das liegt sicherlich an meiner Perversität.

Buchempfehlung wegen gestern

Meiner gestrigen medienkritischen Busen-Betrachtung füge ich eine Buch-Empfehlung hinzu:

chlada-AL019XFgMarvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. 12 Euro
Der Verlag hat das Wort:
„Bereits zu biblischen Zeiten hat ein voller weiblicher Busen für reichlich Aufsehen und erregte Gemüter gesorgt. Doch nie haben Brüste mehr Stoff für pralle Debatten geliefert als im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit. In seiner ‚Dialektik des Dekolletés‘ wirft Marvin Chlada einen Blick auf die Geschichte der Brust und ihre Instrumentalisierung zwischen Glaube, Kommerz und Utopie. Ausgehend von der ‚Busen-Attacke‘ auf Adorno im April 1969 sichtet er die Fülle an Material, die der Kult um die Oberweite bis heute hervorgebracht hat.“

Das Buch gibt es nur in der Buchhandlung Weltbühne, auch im portofreien Versand.
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Weltbühne muß bleiben.
Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

P.S.: Gucken Sie mal genau hin, welches Bild die Frau auf dem Cover da an ihre Brust drückt!

Einladung zur Subskription: Karl-Heinz Hansen „Es ist nicht alles schlecht, was scheitert“

Am 22. Juli ist Karl-Heinz Hansen im Alter von 87 Jahren gestorben. In den nächsten Tagen erscheint sein „politischer Lebenslauf“, den er noch fertigstellen konnte:
Karl-Heinz Hansen „Es ist nicht alles schlecht, was scheitert“ im Konkret-Verlag.
Über Preis und Umfang des noch nicht im VLB verzeichneten Titels gibt es verschiedene Angaben. Das Buch ist für diesen Monat angekündigt.

hansen2-f9252e29Ein Insiderbericht aus dem politischen Innenleben dieser Republik, mit Ausflügen in ihre Vorgeschichte und die Peripherie einer Weltordnung, deren Bestandteil sie ist und die sie mitgestaltet: Karl-Heinz Hansen, linker Sozialdemokrat, von der SPD nach 20jähriger Parteimitgliedschaft ausgeschlossen, Bundestagsabgeordneter und Mitbegründer der Demokratischen Sozialisten, ein „demokratisch-sozialistischer Rigorist“ (Hansen über Hansen) erzählt in diesem Buch seine politische Lebensgeschichte.

Bitte richten Sie Ihre Bestellung für die portofreie Lieferung an die Buchhandlung Weltbühne.

Zitat:
„Rückblickend muß ich feststellen, daß es uns Linken nicht gelungen ist, dem Kapitalismus Grenzen zu setzen. Nicht einmal zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer hat es gereicht. Wir haben den gestaltungsfähigen Kern der Grundrechte – Transparenz, Mitbestimmung, Chancengleichheit – nicht genutzt und mutwilligen Einschnitten in ihren Wesensgehalt hilflos zugesehen. So konnte die Restauration ungehemmt weitermarschieren – zurück. Die Bundesrepublik ist nach wie vor eine Klassengesellschaft, ohne das Bewußtsein, eine solche zu sein.“

Hansen..

Tage der zuen Tür

RosenmontagGeschlossenHier soll nicht vom Rosenmontag die Rede sein, sondern von morgen (Freitag, 29. August) und übermorgen (Samstag, 30. August). Der Rosenmontag fällt nie auf einen Freitag oder Samstag. Aber auch an diesen beiden Tagen ist die Buchhandlung Weltbühne geschlossen.
Warum?
Sie wissen es bestimmt schon längst.
Dann sind wir als Aussteller auf der Dritten Libertären Medienmesse in Essen (Zeche Carl).
limesse_sidebar2014Am Sonntag sind wir auch da. Aber dann ist ja sowieso hier zu.

Einladung zur Subskription: Das neue Buch von Moshe Zuckermann

Einladung zur Subskription: Das neue Buch von Moshe Zuckermann soll im Oktober erscheinen:
Moshe Zuckermann: Israels Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt. Promedia Verlag Wien. Ca. 220 Seiten, ca. 17,90 Euro

zuckermann_israels_schicksal_web_375Mitteilung des Verlags:
Seine politischen Führer und Ideologen haben den Staat Israel an eine historische Weggabelung manövriert, von der nur Sackgassen auszugehen scheinen. Israel sieht sich vor eine Wahl gestellt, die ihm letztlich nur zwei Möglichkeiten offenhält: Es kann sich zur Lösung des Konflikts mit den Palästinensern für die Zwei-Staaten-Variante entscheiden, d. h. eine Friedenslösung zwischen zwei souveränen Staaten Israel und Palästina akzeptieren. Israel kann aber auch eine territoriale Teilung zwischen Israel und Palästina torpedieren. In diesem Fall muss es in Kauf nehmen, dass innerstaatlich eine binationale Struktur entsteht, die tendenziell zu jenem demographischen Zustand führt, bei dem die Juden zur Minderheit im eigenen Land werden. In einem solchen Fall könnte Israel einen Apartheid-Staat unterhalten oder einen binationalen Staat offiziell anvisieren.
Eine binationale Lösung wäre mit Entscheidungen verbunden, die den Zionismus – Israels Staatsideologie – gravierend belasten, ja das gesamte zionistische Projekt infrage stellen. Dass letztlich nichts an einer Zwei-Staaten-Lösung vorbeiführt, wie Zuckermann meint, leuchtet den meisten Politikern ein. Der Autor stellt daher die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Rettung des zionistischen Projekts nicht wahrgenommen wird.
Man kann den Palästinensern die Schuld an der verfahrenen Situation zuschieben, die Sicherheitslage im arabischen Umfeld verantwortlich machen oder die innere ideologische Zerrissenheit als Grund nennen. Eine Möglichkeit ist aber nie wirklich erörtert worden: dass Israel die historische Entscheidung seit 1967 nie angestrebt hat, weil der Zionismus selbst nicht an die Zukunft seines eigenen Projekts glaubt. Diese Möglichkeit erörtert Zuckermann in seinem neuen Buch. Er geht dabei strukturanalytisch und ideologiekritisch vor und nimmt historische Abläufe, politische Kontexte und gesellschaftliche Klüfte ins Visier.
Eine der Erklärungen liegt im Ideologischen, wobei der Autor zwischen der religiösen und der säkularen Koordinate unterscheidet. Erstere basiert auf der „Ewigkeit Israels“ und dem Gottesglauben, der sich von nichts und niemandem abschrecken lässt. Die säkulare Ideologie wiederum geht vom „Primat der Sicherheit“ aus und verweigert der palästinensischen Seite den Frieden. Die historische Entscheidung zwischen einer Zwei-Staaten-Lösung und einem binationalen Projekt steht jedenfalls an.
Der Autor:
Moshe Zuckermann, 1949 in Tel Aviv geboren, ist Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Als Sohn von Holocaust-Überlebenden entschloss er sich nach zehnjährigem Aufenthalt in Deutschland mit 20 Jahren zur Rückkehr nach Israel. Er gilt als profunder Kritiker israelischer Politik. Zuletzt erschien von ihm bei Promedia „‚Antisemit!‘ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“ (2010, 3. Auflage 2014).

Die Buchhandlung Weltbühne bitten um Vorbestellungen:
Gneisenaustr. 226, 47057 Duisburg
bzw.:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Geliefert wird mit Rechnung am Tag des Erscheinens. Lieferung portofrei (Inland – Ausland zuzügl. Porto). Preisänderung vorbehalten.
Bitte achten Sie darauf, daß Ihre (Vor-)Bestellungen immer in der richtigen Buchhandlung ankommen. Weltbühne muß bleiben.

Neu in der Weltbühne: „Das virtuelle Schlachtfeld“

Michael Schulze von Glaßer: Das virtuelle Schlachtfeld. Videospiele, Militär, Rüstung. Papyrossa Verlag 2014. 208 S. (NB1275) 14,90 Euro
VirtuelleSchlachtfeldUS-Truppen marschieren 2014 in den Iran ein, die russische Armee besetzt 2016 Berlin und Hamburg und die USA sind im Jahr 2027 von Nordkorea erobert – heutige Videospiele erzählen brisante Geschichten. Oft werden dabei einem Millionenpublikum vor allem westliche Feindbilder präsentiert und Ängste geschürt. Zugleich propagieren zahlreiche Spiele soldatisches Heldentum und eine zunehmende Militarisierung. Dazu kooperieren viele Videospiel-Hersteller auch mit Rüstungsunternehmen – einige von ihnen sind selbst in der Rüstungsindustrie tätig – und dem Militär. In Zeiten verstärkter Nachwuchswerbung ist die Bundeswehr ihrerseits auf Messen wie der gamescom vertreten. Das Buch geht über die Gewalt-Debatte hinaus und zeigt die politischen Inhalte heutiger Kriegsspiele auf. Dabei werden Hintergründe wie die Verbindungen zwischen Militär, Rüstungsindustrie und Videospielbranche genauer beleuchtet. Der Autor hinterfragt auch den Jugendmedienschutz und stellt alternative Videospiele vor.
Michael Schulze von Glaßer, (Jg.1986), Politikwissenschaftler und freier Journalist, ist Beirat der „Informationsstelle Militarisierung e. V.“ und betreibt den YouTube-Kanal „Games’n’Politics“. Veröffentlichte bei PapyRossa zuletzt zwei Bücher über die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
„LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.“
Weltbühne muß bleiben.

Neu in der Weltbühne: Lange angekündigt, jetzt erschienen

Peter Bierl: Grüne Braune. Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von Rechts. Unrast Verlag 2014 (Reihe transparent – rechter rand). 80 S. (NB1286) 7,80 Euro

BierlGrüneBrauneDer Verlag stellt sein Buch vor:
Seit Jahren versuchen militante Neonazis und rechte Ideologen mit ökologischen Themen zu punkten. Die NPD protestiert gegen Gentechnik, Kameradschaften demonstrieren gegen Castor-Transporte und Autonome Nationalisten gegen Schweinemastbetriebe und für Vegetarismus. In Umwelt & Aktiv warnen Autoren vor zerstörerischer Wachstumspolitik und beklagen einen Raubbau an der Natur. Werden rechte Ökobauern enttarnt, löst deren Engagement immer wieder Überraschung aus. Bürgerinitiativen zeigen sich verwundet, wenn extrem Rechte mitmischen. Dabei haben Nazis immer schon gesellschaftliche Widersprüche aufgegriffen und gemäß ihrer Weltanschauung interpretiert, um neue Anhänger zu rekrutieren. Das gilt für die soziale Frage, die Frauenbewegung wie für Ökologie. Zumal Umweltschutz traditionell ein Thema der Rechten ist.
Die Lebensreformer und Heimatschützer des Kaiserreichs und der Weimarer Republik waren überwiegend konservativ bis völkisch-antisemitisch. Ideen und Personen aus diesem Spektrum prägten noch die moderne Ökologiebewegung und die Gründungsphase der Grünen. Die Biozentristen und Tiefenökologen, die sich im Umfeld von Protestbewegungen der 1970er Jahre entwickelten, verbinden Esoterik mit prinzipieller Menschenfeindlichkeit. Sie agitieren gegen Einwanderung und eine angebliche Überbevölkerung. Parolen der Neuen Rechten gegen Homogenisierung, für kulturelle Differenz und ein Recht auf Heimat sind längst in linke und ökologische Diskurse eingegangen.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
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Weltbühne muß bleiben.

1914 in der Literatur (5)

FesserErsterWeltkriegGerd Fesser: Deutschland und der Erste Weltkrieg.
PapyRossa Verlag 2014 (Reihe Basiswissen). 124 S. Pb. 9,90 Euro
Der Verlag informiert über sein Buch:
Gerd Fesser analysiert die internationale Konstellation und die Faktoren, deren Zusammenwirken im August 1914 in den Großen Krieg einmündete: die Rivalität der imperialistischen Großmächte, den Wettlauf um Kolonien und Einflußgebiete, die Konkurrenz um Weltmarktpositionen und Anlagesphären. Den Schwerpunkt legt er auf das Deutsche Reich und seine Weltpolitik. Er kennzeichnet die kriegstreiberische Politik der Reichsregierung in der Julikrise 1914, behandelt die militärischen und innenpolitischen Entwicklungen der Jahre 1914 bis 1918, untersucht die Kriegszieldebatte, die Entfaltung der Antikriegsopposition, die Kriegswirtschaft sowie Alltag und Kultur im Krieg. Nach einem Überblick über die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und ihren Auswirkungen schließt er seine Darstellung ab mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und der Novemberrevolution 1918. Eine kurze Auseinandersetzung mit der neueren Geschichtsschreibung rundet den Band ab.
Gerd Fesser, Dr. phil, Jg. 1941. Nach dem Studium der Geschichte in Leipzig wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR und bis 1996 am Historischen Institut der Universität Jena. Veröffentlichungen über das Wilhelminische Kaiserreich und über die anti-napoleonischen Kriege, schreibt für „Die Zeit“.

Das Buch kann im portofreien Versand in der Buchhandlung Weltbühne bestellt werden.
Bitte unterstützen Sie die Buchhandlung, die dem Antimilitarismus verpflichtet ist.

Achtung, Achtung! Am Samstag (28.6.) früher geschlossen!

Wegen weltpolitischer Verpflichtungen ist die Buchhandlung Weltbühne am Samstag, 28. Juni 2014, nur bis 13 Uhr geöffnet und ab 13 Uhr: geschlossen.

Weltbühne01Wer am Samstag, 28. Juni, nach 13 Uhr hier hinkommt, muß sich mit der Betrachtung der Schaufenster und der zuen Tür begnügen.

Ächtüng, Ächtüng! Die Büchhändlüng Weltbuhne Sämstäg (28. Jüni) nür bis 13 Ühr geoffnet.

1914 in der Litreratur (3)

Nicht ein ganz neues Buch, aber in diesen Monaten wieder aktuell:

Luciano Canfora: August 1914. Oder: Macht man Krieg wegen eines Attentats? Papyrossa Verlag 2010. 118 S. 9,90 Euro
Canfora1914Der Verlag stellt sein Buch vor:
Luciano Canfora legt dar, daß Kriege nicht mit einem Einzelereignis zu erklären sind, und sei es ein noch so spektakuläres Attentat. Deshalb schildert er, um die Ursachen des Ersten Weltkriegs sichtbar zu machen, wie sich die Interessengegensätze zwischen den rivalisierenden Großmächten zum gordischen Knoten geschürzt hatten. Obwohl er die abenteuerliche Politik des Deutschen Kaiserreichs hervorhebt, bezeichnet Canfora die These von dessen Alleinschuld am Krieg als Alibi für alle anderen: Auch sie können nicht freigesprochen werden. Die sozialistischen Parteien – allen voran die deutsche Sozialdemokratie – ebneten den Weg in den Abgrund, indem sie sich vor den Karren ihrer Regierungen spannen ließen. Am Beispiel des Ex-Sozialisten Mussolini einerseits, der „Deutschen Vaterlandspartei“ als Vorläuferin der NSDAP andererseits zeigt Canfora, daß der Erste Weltkrieg bereits die Wiege des Faschismus war. Dagegen standen jene Kräfte, die – zunächst als isolierte Minderheit – von Anfang an gegen den Krieg opponierten und in Lenin ihren bekanntesten Vertreter hatten. Sie traten dafür ein, der „grauenhaften Schlächterei“ – so Papst Benedikt XV. – ein Ende zu setzen und eine Wiederholung auszuschließen.
Prof. Dr. Luciano Canfora (Jg. 1942), Altphilologe und Historiker, lehrt an der Universität Bari. Sein Buch „Eine kurze Geschichte der Demokratie“ hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt.

Wenn Ihr das Buch bestellen wollt, erinnert Euch bitte an die Lebensregel:
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Weltbühne muß bleiben.

Veranstaltungen der FAU

Von der FAU Duisburg (faudu@fau.org) bekam ich diese Veranstaltungshinweise, die ich mit Empfehlung weiterreiche:

Wir möchten euch auf die folgenden zwei Veranstaltungen am kommenden Freitag (13. Juni) im AZ Mülheim aufmerksam machen. Beide Veranstaltungen werden von der FAU Duisburg mitorganisiert.

Vortrag: Tayfun Guttstadt „Capulcu – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei“
Tayfun Guttstadt, in Hamburg geboren, lebt seit drei Jahren in der Türkei und ist dort in der linken und der Umweltbewegung aktiv. Zu Besuch in Deutschland, stellt er sein Buch „Capulcu“ vor und schildert Beginn, Verlauf und Hintergründe der Proteste, an denen er selbst aktiv teilgenommen hat. Vor allem aber gibt er den Beteiligten Gesicht und Stimme und zeigt so die Vielfalt, aber auch die Gespaltenheit der Bewegung.
Abschließend werden die Ereignisse gesellschaftspolitisch analysiert und eingeordnet, wobei aktuelle Geschehnisse in der Türkei mit in den Vortrag einfließen.
Eintritt ist frei.
13. Juni / 20 Uhr / AZ Mülheim / Auerstr. 51, 45468 Mülheim an der Ruhr

Und im Anschluss (ebenfalls im AZ Mülheim): Indie/Wave Soli Party für die kommende LiMesse (http://www.limesse.de)
limesse_sidebar2014Was ist die Limesse?
In einem der größten europäischen Ballungsgebiete mit mehr als acht Millionen Menschen, werden vom 29. bis 31. August 2014 libertäre und anarchistische Verlage, Zeitschriften, Radio-, Video- und
Internetprojekte ihr Programm vorstellen. Drei Tage Messe, Projektvorstellungen, Lesungen, Kultur, Veranstaltungen, Infos, Leute treffen und Pläne schmieden für eine Welt jenseits von Krise und Ausbeutung.
Warum Soli Party?
Die LiMesse möchte einen freien Zugang für alle gewähren, die Interesse haben an einem libertären Austausch und nichthierarchischer Zusammenarbeit. Da die Messe dieses Jahr in der Zeche Carl stattfindet, schmeissen wir vorher paar Parties, damit auch der freie Eintritt bei der LiMesse garantiert bleibt.
Die zweite Party ist diesmal Freunden von Indie/Wave Musik aus allen Dekaden gewidmet.
Eintritt 3 Euro
13. Juni / 22 Uhr / AZ Mülheim / Auerstr. 51, 45468 Mülheim an der Ruhr

P.S.:
Wie bereits angekündigt wird die Situationspresse (der Verlag) und der Fliegende Koffer (die Künstler- und Autorenclique) bei der Limesse mit einem Stand präsent sein.
cover_capulcu_braun.inddDas Buch von Tayfun Guttstadt: Capulcu. Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei (Unrast Verlag. 326 S. 18 Euro) kann in der Buchhandlung Weltbühne bestellt werden.

Das dürfte jetzt wohl von Interesse sein

Ein Standard-Titel in der Weltbühne:
DISS_Reinfeldt_Rechtspopulismus_Cover.indd
Sebastian Reinfeldt: „Wir für Euch“ Die Wirksamkeit des Rechtspopulismus in Zeiten der Krise. Edition DISS im Unrast Verlag. 144 S. 16 Euro
Wie prägen und begründen diskursive Muster, die rechtspopulistischen Parteien und Strömungen zugerechnet werden können, den politischen Diskurs zur Finanzkrise und die politischen Entscheidungen? Wie verändern sich dadurch die Machtverhältnisse und die Demokratie – samt unserer Vorstellungen davon, was Demokratie eigentlich ist?
Dr. Sebastian Reinfeldt ist Politikwissenschaftler und arbeitet in der Erwachsenenbildung. Seine thematischen Schwerpunkte sind rechter Populismus, Demokratietheorie, Sozialpolitik, undogmatischer Marxismus und Semiotik. Er lebt und arbeitet in Wien.

Wenn Ihr das Buch bestellen wollt, erinnert Euch bitte an die Lebensregel:
LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.
Weltbühne muß bleiben.

Erinnert sei auch nochmal an:
BecherRechtspopulismus

Signal fatal oder Letzte Mahnung

1972 kandidierte erstmals die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) für den Bundestag. Und erstmals konnte ich bei einer Bundestagswahl eine Stimme abgeben. Ich stand vor der Entscheidung: Wähle ich DKP oder wähle ich Willy Brandt?
Ich und Willy Brandt (vulgo: SPD) wählen? Wie konnte ich sowas überhaupt in Betracht ziehen?
Die Sozialliberale Koalition, die doch ein bißchen mehr Demokratie wagen wollte und den Begriff „Lebensqualität“ aufbrachte – von der haben wir uns allzuviel auch nicht versprochen. Aber, wenn man „alles“ will, aber „alles“ nicht (sofort) geht, nimmt man, was man (erstmal) kriegen kann (wenn man klug ist). Aber das war nicht Grund genug. Entscheidend war: Die Sozialliberale Koalition wurde von rechts unter Druck gesetzt. Das Mißtrauensvotum war knapp abgewehrt. Eine stark nach rechts gerückte, aggressive CSU/CDU stand Gewehr bei Fuß. Also habe ich „Willy gewählt“. Gegen Strauß zu stimmen erschien mir vorrangig.
Heute finde ich meine Entscheidung von damals nicht mehr richtig. Ich hätte DKP wählen sollen. Es geht bei einer Wahl ja weniger darum, wer regiert und wer nicht regiert. Es ging damals ja auch darum, die wieder zur Legalität gelangte Kommunistische Partei als Größe in die politische Auseinandersetzung einzufügen. Bei Wahlen darf Taktik wohl eine Rolle spielen, aber nicht Überhand nehmen. Wer links ist in einer bürgerlichen Gesellschaft, sollte sich weniger um eine nicht ganz so schlechte Regierung, sondern mehr um eine halbwegs gute Opposition sorgen.

Bei der Wahl zum Europäischen Parlament kandidieren die Linkspartei und die DKP. Ich weiß nach dem, was ich in den letzten Tagen gehört habe, daß manche hin und her überlegen: DKP ist ja eigentlich schöner, aber die Linkspartei ist sowas wie der Spatz in der Hand.
Dazu fällt mir nur ein: An ihrer Verzagtheit werden die Linken nochmal zugrunde gehen (wenn sie nicht sowieso schon zugrunde gegangen sind, und wir haben es nur noch nicht gemerkt).
Wer für einen Spatz in der Hand die weitere Marginalisierung des Marxismus in Deutschland in Kauf nimmt, sendet ein Signal aus mit fatalen Langzeitfolgen.

Es gibt viele gute Gründe, der Linkspartei die Stimme zu entziehen. (Und denk ich an Duisburg in der Nacht, dann fallen mir auch noch ganz persönliche Gründe ein). Aber eine Stimme für „Die Linke“ ist auch immer eine Stimme gegen rechts.
Ein Wahlergebnis bildet nicht nur eine Stimmung ab. Es stellt auch eine Stimmung her. Wenn „Die Linke“ auf den absteigenden Ast gerät, dann ist das schlecht für uns alle – und mögen wir noch so sehr Gründe haben, diese Partei NICHT ins Herz zu schließen. Verluste für die Linkspartei werden in der allgemeinen Wahrnehmung eben nicht als Quittung für fragwürdige Entscheidungen, Abgehobenheit und Hochnäsigkeit und unsolidarisches Verhalten gewertet, sondern als ein fatales Signal, daß „links“ überhaupt nur noch ein Rudiment der Vergangenheit ist. Wenn einem sonst nichts übrigbleibt, soll man „Die Linke“ wählen.

Aber wo man die Wahl hat zwischen Linkspartei und DKP (bei der Europawahl und in einigen Städten auch bei der Kommunalwahl), sollte man sich doch für das Konzentrat und nicht für die Verdünnung entscheiden. Die Entscheidung zwischen Linkspartei und DKP kommt einer Entscheidung zwischen der Mayerschen und der Weltbühne gleich.

Und jetzt werde ich mal pötisch:
Die DKP ist wie eine Orange.
Die Linkspartei ist wie Sinalco.

Die SPD ist leere Flasche.
Und die Grünen sind wie Tritop – auch verdünnt ungenießbar.

Was will die CDU damit sagen?

Was will die CDU damit sagen?

Der Weg nach oben

Die Partei Die Linke, Duisburger Kreisverband, gibt die Zeitung Standpunkt heraus. Darin veranstaltet sie Preisausschreiben. Und was kann man gewinnen?
Büchergutscheine.
Aber nicht, wie Sie vielleicht noch denken, von der linken Buchhandlung am Ort. Sondern: von der Mayerschen Buchhandlung.
Das kam uns in der Buchhandlung Weltbühne doch etwas seltsam vor – ebenso dem Kunden, der uns kopfschüttelnd diese Nachricht überbrachte („Kann doch wohl nicht wahr sein“).
Ist aber wahr (und ick wundere mir über jarnischt mehr).
Gebeten (per E-mail), diese Entscheidung gegen links zu erläutern, kam die Antwort ein bißchen schnell: DASS DIESE ENTSCHEIDUNG NICHT ZU ERLÄUTERN SEI.

P.S.: Die Partei Die Linke, Duisburger Kreisverband, ist sicherlich gespannt auf Kommentare:
kreisverband@dielinke-du.de

1914 in der Literatur (2)

Zum hundertsten Jahrestag des Kriegsausbruchs von 1914 hat der Aufbau-Verlag drei Klassiker der Anti-Kriegs-Literatur als Sonderausgaben vorgelegt:
KischRennZweigEgon Erwin Kisch: Schreib das auf, Kisch! Ein Kriegstagebuch. 320 S. Gebundene Ausgabe
Die Geburtsstunde des „Rasenden Reporters“: „Jeden Tag stenographiere ich meine Lebensweise und meine Gedanken, die Lebensweise und Gedanken von Hunderttausenden … Die Kameraden spotten: ‚Schreib das auf, Kisch!‘ Der Satz wird zur ständigen Redensart … Kisch schreibt auf, wenn der letzte Hosenknopf abreißt, wenn das einzige Stück Seife in den Brunnen fällt, wenn Blut in den Essnapf spritzt. Manches schreibe ich auf, was ich als Journalist nicht gewusst hätte. Manches hätte ich als Journalist auch dann nicht geschrieben, wenn ich es gewusst hätte, denn es wäre mir zu belanglos erschienen. Manches schreibe ich auf, was ich als Journalist nicht hätte schreiben dürfen, die Zeitung nicht gedruckt hätte. Mein Tagebuch weiß und darf. Welch ein Unterschied zwischen … einem Tag, den die Zeitung spiegelt, und einem Tag, im Schützengraben überlebt.“ Egon Erwin Kisch.
Von einem unbezwinglichen Drang des Beobachtens und Berichtens getrieben, geleitet von einem unvergleichlichen Gespür für die skurrilen wie die entlarvenden Momente im Kriegsalltag, schrieb Egon Erwin Kisch seine Erlebnisse als Soldat 1914/15 unmittelbar an der Front nieder, im Feldlager, im Schützengraben. Dieses unverhüllte, direkt dem Leben entnommene Bild des Krieges ist nicht zuletzt ein beeindruckendes Stück Literatur.
„Das Tagebuch eines bedeutenden Schriftstellers.“ Hans Mayer.
Mit dem Bericht „Ein Reporter wird Soldat“.

Ludwig Renn: Krieg. 352 S. Gebundene Ausgabe.
Unter dem Namen Ludwig Renn veröffentlichte der frühere kaiserliche Offizier Arnold Vieth von Golßenau das Buch „Krieg“, das Weltruhm erlangte: Ein einfacher Soldat wird am Tag der Mobilmachung Gefreiter und noch im August 1914 an die Westfront kommandiert. Er führt beflissen Befehle aus, bis er zu ahnen beginnt, dass das Grauen nicht nur ohne höheren, sondern völlig ohne Sinn ist.
„Die Bücher von Remarque und Ludwig Renn bieten qualitativ keine Unterschiede; beide wuchsen aus Anschauung und Erlebnis, beide hat die Erinnerung in langen Jahren geformt. Sie sind ganz und gar das feierliche Verdikt, das dem Krieg die Ehre aberkennt und ihn vor versammelter Menschheit degradiert.“ Carl von Ossietzky.

Arnold Zweig: Junge Frau von 1914. Roman. 432 S. Gebundene Ausgabe.
In der Liebe und im Krieg. In diesem Roman einer Liebe im Ersten Weltkrieg steht das Schicksal der jungen Lenore Wahl im Mittelpunkt, womit Zweig auf das Unverständnis seiner Zeitgenossen stieß: Man empfand dies als befremdlich privat, wo doch die Männer an der Front gekämpft und ihr Leben riskiert hatten. Der Autor aber wusste, dass der Krieg bis in die Heimat vordringt und nicht zuletzt dort seine Opfer fordert. Zudem legte er mit diesem Werk ein aufsehenerregendes Bekenntnis zur weiblichen Selbstbestimmung vor, das seiner Zeit weit voraus war.
„Der Krieg zwingt die Helden Zweigs, leidenschaftlicher zu lieben, tiefer zu hassen, schneller zu lernen, mehr zu leiden, intensiver zu leben. Er beschleunigt ihre Entwicklung und ihren Untergang, er steigert ihren Ehrgeiz und ihr Machtbedürfnis, ihren Wissensdurst und ihre Resignation, ihr Mitleid, ihren Neid und ihre Sehnsucht nach Glück. Der Krieg macht sie klüger, härter und grausamer, er ist eine große Anstandsprobe, eine moralische Prüfung. Zweig … berückt das Leben, er beobachtet, liebt und genießt es. Seine epische Welt ist diesseitig und rational, taghell und übersichtlich.“ Marcel Reich-Ranicki.

Die Bücher sind je zum Preis von 15 Euro erhältlich. Sie werden auf unserem Büchertisch, dem antimilitaristischen Buch-Basar beim Ostermarsch liegen. Sie können in der Buchhandlung Weltbühne – auch im Versand – bestellt werden.
Wir würden uns freuen, wenn Sie der Buchhandlung helfen, deren vornehmes Anliegen ist, den Krieg zu ächten, den Krieg zu verdammen!

Auch wir haben hier so ’ne Art Apotheken-Umschau

Waren das nicht herrliche Zeiten, als man beim Bäcker noch die Bäckerblume mitnehmen konnte? Das war eine wöchentlich erscheinende Zeitung mit Lob des Bäckerhandwerks und des frischen Brotes, Kreuzworträtsel, erbaulichen Geschichten und sonstigen Alltäglichkeiten.
Oder:
Man ging in die Metzgerei. Als Vorwand kaufte man eine Knackwurst oder ein Kottlett (oder zwei), um die Berechtigung zu erlangen, Lukullus einzustecken, das Fachblatt für Bratpfannenkunde. In Lottogeschäften gab es Glück, in dem man sich an sinnlosen Statistiken berauschen konnte (z.B.: wie oft ist seit 1955 die 33 als Zusatzzahl gezogen worden).
Damals gab es in den Geschäften ja auch noch Rabattmarken, die man in ein Rabattmarkenheft klebte. War das Heft vollgeklebt, gab es beim nächsten Einkauf einzfuffzig Gutschrift.
Hier ist auch der Hauptgrund zu suchen, warum ich in der Partei bin: weil ich so gern kleine Märkskes in Heftkes reinklebe.
Vorbei die herrlichen Zeiten blühender Kundenzeitschriften. Nur die Apotheken-Umschau hat sich gehalten. Nur noch der Kauf eines Röhrchens Aspirin wird einem mit Publizistik verschönt.
Doch da wir Nostalgiker sind, die gern Traditionen aufgreifen, die uns an die Zeiten erinnern, als wir noch jung und stramm waren und alles zum Besten stand, haben wir auch bei uns eine Mitnehm-Zeitung ausliegen: Die Studentenzeitung ak[due]ll. Zwar nur 8 Seiten Umfang, aber während des Semesters wöchentlich (in den Semesterferien etwas seltener). Eine wirklich gut gemachte Zeitung, deren Professionalität sich mit der legendären Pascal-Beucker-und-Marcus-Meier-Basta durchaus messen kann.
akduell
Beim nächsten Besuch in der Weltbühne doch einfach ein Heft von ak[due]ll einstecken. Das wird gern gesehen.
akduell-2012-07-s6-weltbuehneDie Qualität dieser Zeitung ist auch erkennbar an der Qualität des Artikels der Reporterin Natalie Kajzer über unseren schönen Laden (Faksimile anklicken zum Vergrößern).
Auf dem Foto bin ich kaum wiederzuerkennen. Damals hatte ich noch kurze Haare.