Neu in der Weltbühne:

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Nora Sternfeld: Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive. Verbrecher Verlag. 160 S. 16 €

Der Verlag hast das Wort:
Gerade ist bei uns der Band Denialism. Antisemitismus und sexualisierte Gewalt aus feministischer Perspektive erschienen, das hochaktuelle Buch der Herausgeber*innen Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Livia Erdösi und Nora Sternfeld.
Mit „Denialism“ reagieren die Herausgeber:innen auf das Fehlen von feministischer Kritik, die sich explizit mit der systematischen Verleugnung und Verharmlosung sexualisierter und antisemitischer Gewalt im Zusammenhang mit den Massakern des 7. Oktober beschäftigt.
Die Autor*innen beschäftigen sich mit dem widersprüchlichen Verhältnis der Queer-Theory und dem Islamismus. Die Bewertung des Antisemitismus als ein gegenwärtiges, weltweites Phänomen erfährt eine Neukontextualisierung.
In strikter Abgrenzung zu rechtspopulistischen Narrativen, die Antisemitismus für rassistische Hetze und Antigenderismus instrumentalisieren, bietet der Band Diskursanstöße und die Chance, neue, solidarische Allianzen zu schließen.
„So können und sollen auch die Gewalt des Krieges, die Toten und die Zerstörungen in Gaza und die Kritik an der Politik Israels nicht geleugnet werden. Vielmehr geht es uns um ein Ringen – um einen Diskurs – dem es gelingt, sich mit der Politik und Gewalt in Israel und Gaza auseinanderzusetzen, ohne die grausame Gewalt des 7. Oktober zu verleugnen oder herunterzuspielen.
[…] Obwohl es sich um einen der bestdokumentierten Terroranschläge in der Geschichte handelt […] wurde die Infragestellung und Ablehnung der Beweise Teil des Gesagten und Sagbaren. Denialism findet sich in Statements, in Kunst- und Literaturkontexten, im Subtext von Behauptungen einzelner Theoretiker:innen, der 7. Oktober sei als Widerstand zu werten, und er ereignete sich an Universitäten weltweit. Die Leugnung besteht darin, die Tatsache des Massakers selbst und die Tatsache, dass Frauen vergewaltigt wurden, in Frage zu stellen – während die Gewalt von den Tätern selbst dokumentiert und zur Propaganda verbreitet wurde“

Mit Beiträgen von Havîn Al-Sîndy, Kübra Atasoy, Livia Erdösi, Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Eva Illouz, Morgane Koresh / YiddishFeminist & Nicole Schweiß, Rebecca Schönenbach, Nora Sternfeld und Isolde Vogel.

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Neu in der Weltbühne: Ronen Steinke über Terror gegen Juden

Neu in der Weltbühne: Ronen Steinke: Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage: alarmierende Reportage, aktualisiert seit dem 7. Oktober 2023 – mit einer Chronik antisemitischer Gewalt.
Piper Verlag 304 Seiten. 14 €

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich.
Der jüdische Autor Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Viel muss sich ändern in Deutschland. Was zu tun wäre, erklärt dieses Buch.

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Walter Benjamin

Am 26. September 1040, vor 85 Jahren, starb Walter Benjamin – auf der Flucht vor dem Hitler-Regime.
An en jüdischen Philosophen erinnert eine Radiosendung des SWR am Donnerstag.

Programm-Ankündigung:
„Er war ein Philosoph, Literaturkritiker, ein jüdischer Berliner aus gutem Haus, ein Exilant. Walter Benjamin war ein Coverboy der 68er, sein Bild mit Nickelbrille und Zigarette verwandelte sich ein ikonografisches Foto.
So wollte die Linke sich selbst sehen: Schlau, cool, hedonistisch. Seine Freunde hießen Theodor Adorno, Hannah Arendt, Bertolt Brecht. Alles berühmte Namen, aber auch gleichzeitig Vertreter verschiedener Versionen des Linksseins.
Aber wie wurde der wohlbehütete Bürgersohn ein Linker? Und wie färbte die Biografie auf sein Linkssein ab?“

zur Sendung

Michel Friedman wurde ausgeladen

Im Oktober 2026 sollte der jüdische Publizist Michel Friedman im Literaturhaus »Uwe Johnson« in Klütz in Mecklenburg-Vorpommern einen Vortrag halten, anlässlich des 120. Geburtstages von Hannah Arendt. Nun wurde er ausgeladen. Der Leiter des Literaturhauses, Oliver Hintz, teilte mit, der Bürgermeister der Stadt Klütz, Jürgen Mevius, habe ihm am Telefon mitgeteilt, dass sich die Mehrheit eines städtischen Gremiums gegen eine Lesung von Friedman ausgesprochen habe. Man habe Sorge, dass rechte Störer oder Hamas-Sympathisanten nach Klütz kommen und demonstrieren könnten. Zuvor hatte sich Hintz zufolge eine Mitarbeiterin des Literaturhauses gegen den geplanten Friedman-Auftritt ausgesprochen und die Stadt als Träger des Literaturhauses eingeschaltet.
Mevius widersprach dieser Darstellung und nannte finanzielle Gründe für die Ausladung. Das Honorar Friedmans sei deutlich höher als bei Lesungen von Schriftstellern dort üblich. Eine Vertreterin des Fördervereins des Literaturhauses entgegnete, der Stadt würden keine Kosten entstehen, diese würden von anderen Trägern übernommen.
Friedman kritisierte Bürgermeister Mevius in einem Interview mit dem NDR scharf und sprach von einer »peinlichen Heuchelei«. Der Publizist und Jurist argumentierte, der Bürgermeister hätte im Sinne einer wehrhaften Demokratie zeigen müssen: »Der Staat lässt sich von Antidemokraten nicht erpressen.«
»Dieser Bürgermeister antizipiert, dass bei einer Veranstaltung, die im Oktober 2026 stattfindet, also in über einem Jahr, anscheinend die Rechtsextremen so stark sind, dass er seine Stadt nicht schützen kann, wenn Michel Friedman zu Besuch kommt«, sagte Friedman. Die Kunst-, Kultur- und Meinungsfreiheit dürfe nicht gefährdet sein, weil eine vorweggenommene Einschüchterung durch Rechtsextreme angenommen werde.
Der Grünenpolitiker und Vizepräsident des Bundestags, Omid Nouripour, erklärte: »Hannah Arendt lehrt uns, dass Demokratie nur lebt, wenn wir sie verteidigen. Die Ausladung Michel Friedmans ist skandalös und zeigt, wie gefährlich es wird, wenn nicht nur Extremisten unsere Strukturen schwächen, sondern wenn wir uns von ihnen auch noch einschüchtern lassen.«

Neu in der Weltbühne: Erinnerungen von Peter Neuhof

Neu in der Weltbühne:
Peter Neuhof: Als die Braunen kamen. Eine jüdische Familie im Widerstand. Papytossa Verlag 2025. 380 Seiten, mit 24 s/w-Abbildungen. 24,90 €

In Berlin erlebte Peter Neuhof schon vor 1933 den zunehmenden Terror der Nazis – aber auch beharrliche Versuche von Widerstand. Sein Vater, »Getreidehändler, an der Börse tätig und dennoch Kommunist«, war ebenso wie seine Mutter KPD-Mitglied. Auch ihre Aktivitäten in der Roten Hilfe und dem Arbeitersportverein Fichte färbten auf den jungen Peter ab: »Unser Haus war off en für jeden, nur links musste er sein«, so der spätere Journalist. Bei den Neuhofs verkehrten Gäste aus Nah und Fern, so auch 1931 zur polizeilich verbotenen Spartakiade der ›Roten Sportinternationale‹. Nach 1933 wurde seine Familie verfolgt, er selbst noch im Februar 1945 in den Volkssturm einberufen – »in einem Krieg, der nicht meiner war, für einen Führer, den ich hasste«. Verhaftungen, Gerichtsverfahren, Deportation: In der Geschichte der Familie Neuhof verdichten sich die Maßnahmen der Nazis gegen die jüdische Bevölkerung und den antifaschistischen Widerstand. Aus eigenem Erleben, gestützt auf Tagebuchnotizen, Briefe seiner Eltern, Gestapo-Dokumente und Gerichtsakten, schildert Peter Neuhof die Zeit bis 1945 – bis zu jenem 8. Mai, der als »sonnendurchfluteter Tag beginnt«.
Peter Neuhof wurde 1925 als Sohn von Karl und Gertrud Neuhof in eine kommunistisch-jüdische Familie hineingeboren. Im Kalten Krieg war er als West-Berliner Korrespondent für den Rundfunk der DDR ein außergewöhnlicher Grenzgänger.
Die Neuausgabe des autobiografischen Buches »Als die Braunen kamen. Eine jüdische Familie im Widerstand« erschien anlässlich seines 100. Geburtstags im Juli 2025 – mit freundlicher Unterstützung durch das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin sowie den Förderverein der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen e.V.

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Neu in der Weltbühne: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis

Neu in der Weltbühne:
Lukas Geck, Maria Kanitz: Lauter Hass. Antisemitismus als popkulturelles Ereignis
Verbrecher Verlag 2025. 160 S. Pb. 20 €

Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen.
Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand von Beispielen aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.

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H.M. 1936 – 2025

Im Wikipedia-Eintrag:
hielt am 1. Dezember 1997 in Stuttgart eine Laudatio zu Günter Rohrmosers 70. Geburtstag vor dessen Gästen, darunter Hans Filbinger. Darin forderte er u. a., das „besetzte“ Deutschland müsse sich von seiner „Schuldknechtschaft“ zum aufrechten Gang seiner „nationalen Identität“ befreien. Dies sahen ehemalige Weggefährten im SDS wie Günter Langer ebenso wie der Politikwissenschaftler Alfred Schobert als Coming-out einer konservativen oder rechtsradikalen Gesinnung. Rohrmoser dagegen erklärte 1998, bezüglich der „die Religion und die sittliche Substanz zerstörenden Wirkung der 68er“ seien seine und M.s Positionen identisch, und gegenüber deren kulturrevolutionären Zielen charakterisierte er M.s Haltung als „national-christlichen Konservativismus“. Anschließend gab M. der Wochenzeitung Junge Freiheit ein Interview und veröffentlichte ab dem 17. April 1998 dort einige Artikel. Im Dezember 1998 war er zusammen mit Bernd Rabehl und Peter Furth Referent bei den „Bogenhausener Gesprächen“ der Münchener Burschenschaft Danubia.

Weitere Kapitel in dem Wikipedia-Eintrag über Horst Mahler (1936-2025( haben diese Überschriften:
Verurteilung am Landgericht Cottbus 2008
Verurteilung am Amtsgericht Erding 2008
Verurteilung am Landgericht München II 2009
Verurteilung am Landgericht Potsdam 2009
Verfahren der Anwaltskammer Berlin 2009
Strafvollzug in der JVA Brandenburg a. d. Havel
Festnahme nach Haftentzug durch Flucht

Schon in der RAF war der so ähnlich wie später: eine geladene schussbereite Knarre auf zwei Beinen. Später dann: die Inkarnation der Querfront.
Misstraut den Eiferern.
Bei Fanatikern kommt es, wie es scheint, auf den Inhalt gar nicht so an. Oder der ist austauschbar. Daß ein Links-Rasseler irgendwann mal die Nation entdeckt oder sonstwie fremdgeht ist nicht so selten.

P.S.: In einer GraphicNovel über die Klarsfelds wurde Horst Mahler als Held vorgestellt, weil er 1969/70 die Beate Klarsfeld so tapfer verteidigt hatte. In Frankreich hat er möglicherweise noch einen guten Ruf. Dort weiß man sonst nix über den.

Antiimperialismus der dummen Kerls

In Washington D.C. wurden Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim, Mitarbeiter der Israelischen Botschaft, hinterrücks erschossen. Der Täter gab sich als Kämpfer für Palästina aus.

Dieses Plakat wurde in einem Gebäude der Berliner Humboldt Universität aufgehängt.

Das Jugendnetzwerk der DFG-VK macht darauf aufmerksam:
„Der Terrorist der Lischinsky und seine Freundin erschoss, als sie gerade das jüdische Museum in Washington verließen, schrie wenig später ‚Free Palestine‘. Als Begründung für seinen Mord an den beiden Zivilisten führte er den Nahostkonflikt an.
Pro-Palästinensische Gruppen, darunter amerikanische und jetzt auch deutsche Unigruppen, stellen sich erschreckenderweise inzwischen auf die Seite des Mörders und bezeichnen den tödlichen und antisemitischen Angriff auf die beiden jüdischen Menschen in Washington als ‚gerechtfertigt‘. Dabei engagierten jene sich ja sogar für Frieden, und der einzige Grund für ihre Tötung war, daß sie gerade das jüdische Museum verließen.“

Wer, im einzelnen, sich explizit rechtfertigend erklärt hat, ist aus dem Bericht des Jugendnetzwerks der DFG-VK nicht zu erfahren. Man ist aber längst nicht mehr überrascht von unbedachtem Einverständnis mit einer hemmungslosen Gewalttat, die dem Leiden der palästinensischen Bevölkerung durchaus nicht abhilft.

Mai 1945

Bilder aus einem deutschen Monat

Auf den Bildern ist u.a. zu sehen:
Joseph Goebbels mit Frau und Kindern als Vorbild-Familie.
Später: Die Leichen der von ihren Eltern ermordeten Kinder – denen ein Leben ohne den Führer nicht zugemutet werden sollte. Goebbels meinte, die Kinder hätten – wären sie dazu in der Lage gewesen – dieser Entscheidung ihrer Eltern zugestimmt.

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General der Roten Armee Georgi Schukow, Marschall der Sowjetunion.
General Wilhelm Keitel unterschreibt die Kapitulationserklärung im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst.

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Jüdische Kinder aus dem KZ Auschwitz, die von einer Ukrainischen Einheit der Roten Armee geradezu im letzten Moment vor der Gaskammer gerettet wurden.

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Neu in der Weltbühne: Über die Beziehung der AfD zum Antisemitismus


Stefan Dietl: Antisemitismus und die AfD. Verbrecher Verlag. 136 S. 16 €
Antisemitismus ist in der AfD allgegenwärtig. Immer wieder attackiert die Partei unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreter*innen jüdischen Lebens, teilen führende AfD-Funktionär*innen antisemitische Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus. Trotz der zahlreichen einschlägigen Skandale in ihrer noch jungen Parteiengeschichte wird dem Antisemitismus in der Analyse der AfD jedoch kaum Beachtung geschenkt.
In seinem Buch widmet sich Stefan Dietl dieser Leerstelle und beschreibt den Antisemitismus als wesentliches Ideologieelement und Welterklärungsmodell der AfD. Dabei nimmt er die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses in der Partei ebenso unter die Lupe wie die Versuche der AfD, sich als Bollwerk gegen Antisemitismus und Fürsprecherin Israels zu inszenieren. Zudem wirft er einen kritischen Blick auf die angebliche Tabuisierung des Judenhasses in der deutschen Gesellschaft und auf die Renaissance des Antisemitismus im öffentlichen Raum.
Publiziert mit Unterstützung der Gesellschaft für kritische Bildung.

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Leon Weintraub an Friedrich Merz

Offener Brief des Auschwitz-Überlebenden an den Kanzler-Aspiranten.

„Bleiben Sie Mensch, Herr Merz“

Leon Weintraub (99) hat Auschwitz überlebt. Nun wendet er sich mit einem dringenden Appell an den CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz.

Sehr geehrter Herr Merz,
voller Schrecken verfolgen meine Frau und ich Ihre derzeitige Politik. Als 99-jähriger Überlebender vom KL-Auschwitz und Häftling in Flossenbürg-82702, sowie auch anderen Lagern wende ich mich an Sie, Herr Merz, mit der dringenden Bitte, dieses menschenfeindliche „Zustrombegrenzungsgesetz“ nicht weiter zu behandeln.
Dringende Korrekturen in der Migrationspolitik sind sicherlich notwendig. Aber doch bitte nicht in der von Ihnen durchgeführten, verfassungswidrigen und rechtsradikalen Form. Arbeiten Sie mit Vernunft, mit demokratischen Parteien und vor allen Dingen unter den geltenden Gesetzen des deutschen Staates und der Europäischen Union. Die Folgen Ihrer derzeitigen Politik führen bereits schon wieder zu einer Fremdenfeindlichkeit und Polarisierung in der Gesellschaft, die wir Überlebenden des Holocausts so bitter am eigenen Leibe erfahren mussten. Arbeiten Sie mit demokratischen Parteien und Menschen guten Willens. Wenden Sie sich ab von rechtsradikalen Parteien in Deutschland und tragen Sie nicht zu eventuellen Triumphen im rechtsradikalen Lager bei.
Ich habe als Überlebender sehr unter der Propaganda und der Verblendung der Mitläufer im sogenannten 1000-jährigen Reich gelitten, ein großer Teil meiner Familie wurde ermordet. Bitte hören Sie nicht auf die Lockrufe der Rechten und vor allen Dingen, nehmen Sie ernst, was diese von sich geben, sie meinen, was sie propagieren! Unser Grundgesetz deklariert: „Asylrecht ist Menschenrecht“. Wir sind als Menschen geboren, bleiben Sie Mensch, Herr Merz.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Leon Weintraub
Evamaria Loose-Weintraub

Dieser Offene Brief wurde von der taz veröffentlicht.
In dem taz-Bericht ist zu lesen:

Antisemiten ist es nicht zu empfehlen, mit Leon Weintraub Streit zu suchen. Einmal, bei einem Besuch in seiner alten Heimatstadt Warschau, begegnete der Auschwitz-Überlebende zwei rechtsradikalen Jugendlichen, die verlangten, dass alle Juden Polen zu verlassen hätten. Die Diskussion endete mit einem Faustschlag, der wohlgemerkt von dem damals 80-jährigen Leon Weintraub ausging.
Dabei ist Weintraub ein zutiefst friedlicher Mensch. Der Mediziner hält auch nichts von Rache an denjenigen, die ihn im Zweiten Weltkrieg gequält haben. „Ich fühle mich als Sieger, nicht als Opfer“, schreibt er in seiner vor drei Jahren erschienenen Autobiographie. Der 99-Jährige gehört zu der immer kleiner werdenden Gruppe von Holocaust-Überlebenden, die sich für Verständigung einsetzen, aber die Geschichte doch wach halten wollen. Und die sich in die Politik einmischen, wenn sie es für nötig halten.
Das hat Leon Weintraub an diesem Dienstag getan. In einem Brief an den CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz protestierte er gegen das Zustrombegrenzungsgesetz, dessen Verabschiedung im Bundestag mithilfe der AfD nur knapp scheiterte. „Arbeiten Sie mit demokratischen Parteien und Menschen guten Willens“, forderte Weintraub Merz auf. Das Gesetz sorge für Fremdenfeindlichkeit und eine Polarisierung der Gesellschaft.
Weintraubs Worte haben Gewicht, denn seine Jugend war geprägt von Verfolgung und Mord. Aufgewachsen in einer armen jüdischen Familie im polnischen Łódź, erlebte er als 14-Jähriger die Einrichtung des jüdischen Ghettos durch die Nazis. Er erinnert sich an Leichen, die auf der Straße lagen, an den ständigen Hunger und an seine Zwangsarbeit in einer Werkstatt.
Von Auschwitz nach Groß-Rosen nach Flossenbürg
Im August 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert. Von dort kam er in ein Außenlager des KZ Groß-Rosen zur Zwangsarbeit im Stollen eines Berges, in den die Nazis Teile der Rüstungsindustrie verlagerten. Die Torturen gingen im KZ Flossenbürg weiter und endeten im Schwarzwald. Dort hatten sich die SS-Wachen verdrückt, französische Soldaten befreiten die Überlebenden. Leon Weintraub wog noch 35 Kilogramm.
Später studierte er Medizin in Göttingen und lebte ab 1950 in Warschau. Doch auch dort nahm nach dem Sechstagekrieg Israels der Antisemitismus zu. Weintraub verlor seine Stelle in einer Klinik. So wie Tausende Juden verließ er seine Heimat und fand in Schweden eine neue.
Am Dienstag war Weintraub auf der Heimreise von den Gedenkfeiern in Auschwitz nach Stockholm, als er an Merz appellierte: „Bleiben Sie Mensch, Herr Merz.“

Film im ZDF über die Wannseekonferenz

„Erinnern an Auschwitz“ – ein Gebot, das in diesen Tagen erörtert wird und bekräftigt werden muß – dazu gehört auch: sich Kenntnisse zu verschaffen – und zu vermitteln.
Ich verweise auf den Film „Die Wannseekonferenz“ von Matti Geschonneck, zu sehen in der ZDF-Mediathek.

Zu dem Film gehört eine 44minütige Dokumentation, in der die Auschwitz-Überlebende Margot Friedländer über ihre Erlebnisse berichtet.

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80 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee

Erklärung des es Auschwitz-Komitees zum 80. Jahrestag der Befreiung durch die Rote Armee am 27. Januar 1945

80 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945
Ich appelliere an alle Menschen:
Bitte, bitte schweigt nicht, wenn ihr Unrecht seht.
(Esther Bejarano)

Denn das geht uns alle an.
Wir leben in einem Land, das Auschwitz geplant, gemacht, verursacht hat. In einem Land, das für Auschwitz verantwortlich ist. Das ist so. Ausflüchte gibt es da nicht. Und auch keine Vergleiche oder Relativierungen. Wer aber, wie wir, den Überlebenden der Shoah zugehört hat, und ganz besonders unserer langjährigen Vorsitzenden Esther Bejarano, fragt sich: Leben wir heute hier in einer Gesellschaft, die das, was geschehen ist, ein organisierter Massenmord, wieder geschehen lassen würde? Die Frage beunruhigt. Primo Levi hat sie beantwortet: Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.
Was ist aus den großen Hoffnungen der Menschheit geworden, jetzt, 80 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945? Die großen Zukunftsfragen der Menschheit – der Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen, Migration, Hunger, Armut, soziale und finanzielle Spaltung – brauchen die gesamte Energie aller. Stattdessen: Antisemitismus, Rassismus und offener Hass in fast allen Gesellschaften weltweit, militärische Krisen und Kriege vielerorts, Egoisten und Autokraten sind an der Macht.
Sie reden vom Klimawandel, vertreten aber die Interessen der Erdöl-, Kohle- und Autoindustrie. Sie reden über Frieden, sind aber selbst die größten kriegführenden und rüstungsproduzierenden Staaten. Wir wissen doch: Kriege und Unterdrückung bedeuten Vertreibung und Flucht. Jede Waffe, die in Krisenregionen verkauft wird, schafft neues Leid, neue Vertreibungen.
Seit dem 24. Februar 2022 und dem 7. Oktober 2023 fragen wir uns, was aus unseren Hoffnungen auf ein Leben ohne Angst und ohne Kriege geworden ist. Krieg in der Ukraine – das Nachbarland Russland wirft Bomben auf ukrainische Städte. Menschen sterben. Völkerrecht und Menschenrechte werden missachtet. Ein Krieg in Zeiten des Kampfes gegen die Klimakrise! Ein Man-made-Desaster! Nein, wir wollen nicht lernen, die Bombe zu lieben! Und auch keine Panzer! Und wir wollen uns auch nicht an Hochrüstung und Kriegstüchtigkeit gewöhnen. Dann der Überfall, die Geiselnahmen und grausames Gemetzel der Hamas auf Feiernde in Israel.
Das israelische Militär schlug zurück: Gaza liegt in Trümmern. Wir trauern um die Toten und Verletzten auf beiden Seiten. Seit dem 7. Oktober 2023 steht die Welt Kopf. Wer will diesen Krieg? Wer will dieses Leid? Seit einigen Tagen schweigen die Waffen. Ein winziger Hoffnungsschimmer für friedlichere Zeiten.
Wir müssen uns weigern aufzugeben – wir müssen uns weigern, unseren Traum vom Frieden aufzugeben! Es ist Zeit für Diplomatie. Und mit all unserer Energie – und Militanz – sollten wir für die Ideale von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und für die Befreiung der Menschen von Unterdrückung, Hunger und Krieg eintreten. So jedenfalls hätten unsere Vorbilder, die Überlebenden der Shoah und des Widerstands gegen das NS-Regime gesprochen. Unsere weitsichtigen Gründungsmitglieder haben im Statut des Auschwitz-Komitees unsere Aufgaben festgelegt, große Aufgaben: Aufklärung über das Vermächtnis der in Auschwitz Ermordeten, Erwachsenenbildung, Völkerverständigung, Jugendbildung, Aufklärung über die Verbrechen des Faschismus, Bekämpfung seiner Ursachen und die Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten. Eine andere Welt ist möglich! Eine Gesellschaft, in der alle ohne Angst verschieden sein können. Daran halten wir fest.
Wir sind nicht erst seit den Forderungen der AfD und ihres Vertreters Björn Hocke nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ und nach einem „Ende des Schuldkults“ zutiefst besorgt. Wir sehen doch alle, wie der rechte Nationalismus in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt wächst. Antifa-Bashing, SA-Vergleiche, absurde Äußerungen zum Nationalsozialismus, Hitlergrüße bei der Inauguration des amerikanischen Präsidenten. Was kommt noch?
Wer hat den Überlebenden der Shoah und den Berichten aus dem Widerstand gegen das NS-Regime zugehört? „Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden zeigen, inwieweit durch das Wissen um die Abgründe der Geschichte die gesellschaftliche Resilienz und Resistenz gestärkt wurden.“ *
„Ich vertraue auf euch, ich vertraue auf die Jugend“, hatte Esther Bejarano immer wieder gesagt. Und auch viele andere Shoah-Überlebende haben das immer wieder bekräftigt.
Haben wir ihr Vertrauen verdient? Wir sind nicht allein. Wir sind viele. Macht mit, denn: „Wer schweigt, stimmt zu! Wegsehen ändert nichts. Schaut hin, handelt!“
Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

kontakt@auschwitz-komitee.de • mobil: 0175 – 9 374 446 • www.auschwitz-komitee.de

* Detlef Garbe (2014). ÜberLeben als Auftrag. In: Das Haus brennt. Esther Bejarano spricht. Hg. Auschwitz-Komitee,
Hamburg: Dölling und Galitz Verlag, S. 165.

https://helmut-loeven.de/wp-content/uploads/2021/07/EstherBajaranoKeinSchlossstrich.jpg

Esther Bejarano

1924 .- 2021

 

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