Eine Schüppe

Es war im Jahre 1955, ich ging noch nicht zur Schule. Ich war in Wanheimerort zu Besuch bei meiner Tante (Forststraße). Ich schaute aus dem Fenster (Obergeschoß). Am Nachbarhaus (Hilgers) waren Bauarbeiter mit irgendwas beschäftigt. Ein Bauarbeiter (offenbar von einer anderen Firma) kam die Straße entlang; er zog einen Karren voller Baugeräte hinter sich her (Spaten, Pickhacken etc.), und er rief:
„Äh! Ihr happt noch öne Schüppe von uns!“
Die Bauarbeiter an dem Haus antworteten:
„Wat? Öhh böbö höö-hö“, was wohl heißen sollte: Nein, wir haben keine Schüppe von euch.

„Nehmt eure Wünsche für die Wirklichkeit!“

Neuigkeit gemeldet aus der Weltbühne:
In diesen Tagen erscheint:
Katharina Picandet (Hg.): 1968 – Bilder einer Utopie. Ein Album. Edition Nautilus. 112 S. im Großformat. Mit Schutzumschlag, durchgehend illustriert. 24 Euro.

Ein schönes Buch, von außen gesehen,und man ist gespannt darauf, es aufzuschlagen.

Der Verlag stellt sein Buch vor:
„1968“ ist längst zur Chiffre geworden. Mit Parolen wie „Arbeitet nie!“, „Verbieten ist verboten“ oder „Nehmt eure Wünsche für die Wirklichkeit“ ist der Mai ‘68 verheißungsvoll utopisch gestartet. Heute, ein halbes Jahrhundert später, darf man die Frage stellen, was von dieser Utopie bewahrenswert ist, bewahrt wurde, vielleicht verloren gegangen ist. Anhand ikonischer oder unbekannter Objekte, Bilder und Momente der Utopie „1968“ erinnern sich die Autorinnen und Autoren aus dem Umfeld des Verlags an die Ereignisse vor 50 Jahren: Von der Fliegerjacke der Black Panther über heute noch im widerständischen Einsatz befindliche Traktoren, Angela Davis’ Frisur und Uwe Nettelbecks Glossen bis hin zu Nachbeben im Punk und der Politik der Re-Education: 1968 wirkt vielfältig weiter.
„1968 – Bilder einer Utopie“ ist ein persönliches, mitreißendes utopisches Album, mit Beiträgen von:
Michèle Bernstein, Wolfgang Bortlik, Lutz Dammbeck, Hans-Christian Dany, John Jordan, Isabelle Fremeaux, Annett Gröschner, Stewart Home, Jan Kuhlbrodt, Hanna Mittelstädt, Roberto Ohrt, Mithu M. Sanyal, Jochen Schimmang, Peter Wawerzinek.

Über die Autorin bzw. Herausgeberin ist zu erfahren:
Katharina Picandet, geboren 1974 in Hannover, frühkindliche Bildung im antiautoritären Kinderladen, viel später Studium der Deutschen Sprache und Literatur, Geschichte und Philosophie in Hamburg und Bordeaux. Seit 1996 Mitarbeit bei Edition Nautilus; seit 2003 im Lektorat. Seit 2016 ist Katharina Picandet Verlegerin der Edition Nautilus.

Eben weil „1968“ eine Chiffre ist, mißtraue ich den Retrospektiven. Die Edition Nautilus hat Vertrauensvorschuß verdient. Diese Wette gehe ich ein.
Zu dem, „was von dieser Utopie bewahrenswert ist“, gehört selbstverständlich (selbstverständlich?) das in diesem Jahr 50. Geburtstag feiernde Unfug-Unzucht-Umsturz-Magazin DER METZGER nebst die dadran hängende Buchhandlung Weltbühne.
Darum dieser Appell an die Phantasie, an die Traktoren, an die Frisur und an das Nachbeben:
Bestellt dieses Buch, und bestellt es in der Buchhandlung Weltbühne (abholen oder schicken lassen).

Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
Tel. 0203 – 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Weltbühne muß bleiben.

Wissen Sie, was gestern für ein Tag (nicht) war?

Was völlig überflüssig ist: „Weltfrauentag“.
Was dringend nötig ist: Internationaler Frauentag.

Der 8.März, der Internationale Frauentag thematisiert die – die Menschenwürde beleidigende – gesellschaftliche Benachteiligung der Frauen. Thema dieses Tages ist die anzuprangernde Ungerechtigkeit ebenso wie der Kampf dagegen.
Wenn jemand vom „Weltfrauentag“ redet, dann wissen Sie, daß Sie jemanden vor sich haben, der von alledem keine Ahnung hat, der irgendwas am Rande aufgeschnappt und nicht richtig mitgekriegt hat.
„Weltfrauentag“, das hört sich so an wie Weltspartag, oder Weltkakaotag, oder Welttag des Regenschirms oder Weltschubkarrentag, nicht ernstzunehmen und nicht ernstgenommen, Anlaß gebend, das Unbehagen darüber, daß die Frauen auch was zu sagen haben (wollen), in laffen Büro-Witzchen nach außen zu drücken („Aber morgen kocht Frollein Müller wieder den Kaffee, höhöhöhöhö.“ – „Höhöhö.“).

Auch Frollein Lohmeier (eher bekannt als „Alieze Schwarzer“) möchte den Frauentag am 8. März am liebsten abschaffen, weil diese Tradition aus der kommunistischen Bewegung stammt.

Bitte denken Sie daran, uns nicht zu vergessen


GEGEN DAS GENESEN AM DEUTSCHEN WESEN. CARL VON OSSIETZKY
EINE BIOGRAFISCHE SKIZZE / VORTRAG VON HELMUT LOEVEN

Donnerstag, 15.03. 19:30 Uhr

Syntopia
Gerokstraße 2
47053 Duisburg-Hochfeld
Eintritt: frei

Carl von Ossietzky (1889 – 1938) war der Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“. Sie war das Organ der radikaldemokratischen intellektuellen Linken in der Weimarer Republik. In ihr wurde der Gedanke formuliert, dass ein demokratischer Staat einer demokratischen Gesellschaft und einer demokratischen Kultur bedarf. Der Widerstand gegen Militarismus und gegen den aufsteigenden Faschismus blieb der Widerstand einer Minderheit.

Carl von Ossietzky, der 1936 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Konzentrationslagern des NS-Regimes.

Eine Veranstaltung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).

Die haben doch keinen Knall

Die SPD hat sich also via Urabstimmung für die Koalitionsbeteiligung entschieden.
Einen Knall kriegen die auch nicht mehr zustande.
Sogar mit dem Prinzip „Was die machen, machen sie verkehrt“ sind die überfordert.

Edelweißpiraten

Vor wenigen Tagen erschienen ist der Roman von Mike Steinhausen:

Mike Steinhausen: Ruhrpiraten. Roman. Gmeiner Verlag 2018. 406 S. Klappenbroschur. 16 Euro
Edelweißpiraten Ruhrgebiet 1942. Während Deutschland im Gleichschritt marschiert, träumen der 16-jährige Egon Siepmann und sein Freund Fritz Gärtner von Freiheit und Abenteuer. Hin und her gerissen zwischen dem Kampf ums Überleben, den Schikanen der Hitlerjugend und der Verfolgung durch die Gestapo, suchen sie nach ihrer Identität. Doch wer sich in dieser Zeit auflehnt, wird bestraft. Und die Schergen des NS-Regimes kennen keine Gnade.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Ladengeschäft ebenso wie Versandbuchhandlung), Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg,
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Auch das könnte Sie interessieren:
Franz Josef Degenhardt: Zündschnüre. Roman.
Sie sitzen auf Meurichs Mauer, und ihnen entgeht nichts, was in der Siedlung, im Werk oder im Russenlager passiert. Während die Väter im Krieg sind oder im KZ, beginnen Fänä und seine Kumpane unbekümmert um jede Gefahr und lustvoll fortzusetzen, was ihnen ihre Leute vorgelebt haben: die Dreizehn-, Vierzehnjährigen greifen in den scheinbar so unaufhaltsamen Gang der Dinge ein; sie sabotieren, plündern, versuchen eine Partisanenarmee zu gründen und verstecken Leute.
Erschienen in der Degenhardt-Edition des Kulturmaschinen-Verlags für 15,90 Euro.
Aber auch die Aufbau-Taschenbuchausgabe ist hier noch erhältlich.

Weltbühne muß bleiben.

Gegen das Genesen am deutschen Wesen


Die 39. Duisburger Akzente haben das Thema
NIE WIEDER KRIEG ?

Die DFG-VK Duisburg beteiligt sich an dieser Veranstaltungsreihe.
Unser Beitrag ist mein Vortrag über den Schriftsteller, Friedenskämpfer und Nazigegner Carl von Ossietzky.
Das Syntopia, in dem der Vortrag am Donnerstag, 15. März um 19,30 Uhr stattfindet, ist in Hochfeld auf der Gerokstraße / Ecke Eigenstraße.
Die nächste Straßenbahn- und Bushaltestelle: Pauluskirche.

Der nächste Buchholzer Autoren-Plausch. Silke Vogten ist dabei.

Gucken Sie mal hier:
Faksimile anklicken zum Vergrößern.

Im September vorigen Jahres war ich da auch auf der Bühne und habe diese Veranstaltung (Vorbereitung, Atmosphäre, Durchführung, Moderatoren, Musik, Publikum, Honorar, Buchverkauf) in allerbester Erinnerung.
Auf dem Zeitungsfoto oben ist rechts im Bild Rainero Spahn zu sehen. Die anderen beiden kenne ich nicht, es sind nicht die vortragenden Autoren. Silke Vogten sieht ganz anders aus, nämlich so (umkringelt):

..

Sind wir es, die Botticelli nicht ganz verstanden haben?


Bei zu dem Bild durchaus nicht passender eisiger Temperatur und extremem Gegenlicht der niedrigstehenden Februar-Sonne fand der Versuch des Fotos vom Foto statt.

Bei Bildausschnitt und mehr Kontrast …
erkannt man, wie der Fotograf sich auf dem Bauche der Wunderfrau spiegelt.

Nicht zum Spaß

In diesen Tagen erscheint:
Deniz Yücel: Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Reportagen, Satiren und andere Gebrauchstexte. Edition Nautilus. 224 Seiten. 16 Euro.
Der Verlag über das Buch und den Autor:
„Dieser Ort“, schreibt Deniz Yücel im Februar 2017 aus dem Polizeigewahrsam in Istanbul, „hat keine Erinnerung. Alle, die ich hier kennengelernt habe – kurdische Aktivisten, Makler, Katasterbeamte, festgenommene Richter und Polizisten, Gangster – alle haben mir gesagt: ‚Du musst das aufschreiben, Deniz Abi.‘ Ich habe gesagt: ‚Logisch, mach ich. Ist schließlich mein Job. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.'“
İlker Deniz Yücel, 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Flörsheim am Main geboren und seit Mai 2015 Türkei-Korrespondent der Welt. Hat in Berlin Politikwissenschaft studiert und vor seinem Wechsel zur Welt als Redakteur der tageszeitung und zuvor der Wochenzeitung Jungle World sowie als freier Autor für verschiedene Medien gearbeitet. Mitgründer der preisgekrönten antirassistischen Leseshow Hate Poetry. 2014 erschien in der Edition Nautilus sein erstes Buch „Taksim ist überall – Die Gezi-Bewegung und die Zukunft der Türkei“ (erweiterte Neuausgabe April 2017). Wurde 2011 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik und 2017 mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Nach einem Jahr Haft wurde Deniz Yücel am 16. Februar endlich aus dem Gefängnis entlassen! Dass seine Stimme sich nicht wegsperren ließ, beweist das Buch, das während seiner Haft entstand: Wir sind ja nicht zum Spaß hier, herausgegeben von Doris Akrap (taz), mit einer Auswahl seiner journalistischen Texte sowie aktuellen Beiträgen aus dem Gefängnis.

Maximilian Popp in Spiegel online: „‚Wir sind ja nicht zum Spaß hier‘ ist kein Buch ausschließlich über die Türkei, auch wenn sich etwa ein Drittel der Texte mit der Türkei beschäftigen. Yücel schreibt über Pegida, Islamismus, Literatur, Fußball, Drogen, die FDP. Die Sammlung verdeutlicht seine Stärken als Journalist: Seine Präzision, seinen Humor, seine Neugier. (…) Mit seinen Texten aus der Türkei beweist er, dass er ein großartiger Reporter ist.“

Um Vorbestellung wird gebeten.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Ladengeschäft ebenso wie Versandbuchhandlung), Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg,
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Weltbühne muß bleiben.