Franz von Stuck malte dieses Bild, das Circe darstellt, im Jahre 1913.
Modell für das Bild der verhängnisvollen Verführerin aus der griechischen Mythologie war die Schauspielerin Tilla Durieux.
Von denen, die sich an die Schauspielerin der 50er und 60er Jahre erinnern, die noch 1970 mit 90 Jahren vor der Kamera stand, wissen viele wohl nicht, daß Tilla Durieux als junge Frau eine bewunderte Schönheit der „besseren Gesellschaft“ Berlins war. Ihr Ehemann war der fortschrittliche Galerist Paul Cassirer.
Als erfolgreiche Schauspielerin nutzte sie ihre Möglichkeiten, fortschrittliche kulturelle und politische Projekte wirksam zu fördern, wie die Piscator-Bühne und die Rote Hilfe. Auch im Exil konnte sie Verfolgten des Naziregimes helfen.
An ihren Geburtstag, 18. August 1880, wird heute erinnert.
Schlagwort-Archiv: Antifaschismus
Neu in der Weltbühne: Der neue Sander
Heute empfehle ich:
Ulrich Sander: Der Iwan kam nur bis Lüdenscheid. Protokoll einer Recherche zur Zwangsarbeit
PapyRossa Verlag 2015. 238 S. 15,90 Euro
Der Verlag stellt das Buch vor:
Ulrich Sander konnte rund 7.500 Personenakten von Zwangsarbeitern aus dem Raum Lüdenscheid erkunden und damit vermutlich 1.500 Überlebenden zu einer Entschädigung verhelfen. Mit Hilfe des Stadtarchivs erforschte er die Morde an einer unbekannten Zahl von Montenegrinern wie an Insassen des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel. Dieser Teil seiner Tätigkeit gehört zu den düstersten Enthüllungsgeschichten seines Arbeitsjournals. Es zeigt auf, mit welchen Methoden und von wem die ohnehin mühsamen Nachforschungen erschwert wurden: durch örtliche Wirtschaft, konservative Politik, einen Einbruch mit Datenklau im Rathaus bis hin zur Verweigerung, an der Aufklärung mitzuwirken. Diese ist noch nicht abgeschlossen. Auf der Tagesordnung stehen Entschädigungen für sowjetische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mit Kriegsgefangenenschicksal, für die griechischen und italienischen Opfer der Wehrmachtsverbrechen sowie die ungesühnten Verbrechen der Reichsbahn.
Ulrich Sander, Jg. 1941. Journalist und freier Autor. Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN – BdA). Zahlreiche Bücher und Zeitschriftenbeiträge – regelmäßig Beiträge in DER METZGER.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne. Suchen Sie im Neubücherverzeichnis auch nach den anderen Büchern von Ulrich Sander. Sie finden dort auch noch Titel, die bei den Verlagen vergriffen sind.
Bitte unterstützen Sie die politische Haltung der Buchhandlung Weltbühne durch Ihre Aufträge! Weltbühne muß bleiben.
Gegen die Diffamierung der VVN
Diese Mitteilung gebe ich weiter:
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir wenden uns mit einer Erklärung gegen die Nennung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten im Verfassungsschutzbericht des Freistaats Bayern.
Dafür bitten wir um Ihre und Eure Unterstützung.
Dies sind unsere Gründe:
70 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten sind Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus immer noch in unserer Gesellschaft präsent und eine Herausforderung für alle Demokratinnen und Demokraten.
Deshalb beteiligen sich viele von uns in Initiativen der Erinnerungs-und Gedenkarbeit, in Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und menschenverachtende Ideologien oder unterstützen deren Arbeit.
Eine der ältesten Organisationen, die sich in Deutschland gegen alte und neue Nazis engagiert, ist die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten – VVN/ BdA. Die Initiative für die Gründung der VVN ging unmittelbar nach dem Krieg von ehemals Verfolgten unterschiedlichster Herkunft aus. Über weltanschauliche und parteipolitische Grenzen hinweg waren Aufklärung und Mahnung, aber auch die Vertretung der Interessen der Opfer des Naziregimes die erklärten Ziele der VVN.
Auch heute noch sind einige bekannte Persönlichkeiten, die in der Nazizeit Verfolgung und Lagerhaft erdulden mussten, in der VVN/ BdA aktiv. Bundesweit bekannt ist Esther Bejarano, in Bayern besonders Ernst Grube, Hermann und Hugo Höllenreiner sowie Martin Löwenberg. Trotz hohen Alters klären viele von ihnen unermüdlich junge Menschen über die Barbarei der Nazis und deren Folgen auf. Für dieses Engagement werden sie hoch respektiert, geehrt, gewürdigt und sind vielfach ausgezeichnet.
Trotz dieses Engagements und trotz der anerkannten und respektierten Arbeit der VVN/ BdA in zivilgesellschaftlichen Bündnissen gegen Rechts wird der Verband in Bayern vom Verfassungsschutz als angeblich “linksextremistisch beeinflusst“ überwacht. In keinem anderen Bundesland ist das sonst der Fall.
Das ist einerseits eine Diffamierung der Arbeit der in der VVN/ BdA organisieren Überlebenden des Naziterrors und stellt sie auf die selbe Stufe wie die ebenfalls im Bericht genannten Rechtsextremisten. Es geschieht auch unter völliger Ausblendung der tatsächlichen Arbeit der VVN/ BdA. Es bedroht die VVN/ BdA in ihrer Existenz, da der Entzug der Gemeinnützigkeit droht und diffamiert auch alle, die sich seit Jahren und Jahrzehnten gemeinsam mit der VVN/ BdA gegen rechtsextreme Umtriebe engagieren. Die vom bayerischen Innenminister vorgebrachten Argumente für die Erwähnung der VVN/ BdA im Verfassungsschutzbericht sind weder überzeugend noch schlüssig. Sie sind weniger von Tatsachen geprägt als von der selben Ausgrenzungspolitik der Staatsregierung, mit der auch schon gegen das Münchner A.I.D.A.-Archiv vorgegangen wurde.
Man kann im Widerspruch zur Staatsregierung nur feststellen, dass sich die VVN/BdA große Verdienste um die Gedenk- und Erinnerungskultur und um das bürgerschaftliche Engagement für eine bunte und tolerante Gesellschaft, gegen Antisemitismus, Rassismus und Neofaschismus, erworben haben.
Man muss aber nicht Mitglied der VVN/ BdA sein oder deren Positionen in allen Punkten teilen, um die diffamierende Einschätzung des CSU-geführten Innenministeriums zurückzuweisen. Ich möchte Euch daher bitten, mit Eurer Unterschrift die gemeinsame Erklärung zur Streichung der VVN/ BdA aus dem Verfassungsschutzbericht zu unterstützen. Die VVN/ BdA war und ist Teil des demokratischen Engagements gegen nationalistisches und rassistisches Gedankengut, gegen Relativierung und Verharmlosung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und für eine lebendige Erinnerungskultur und ein weltoffenes Bayern.
Florian Ritter Mitglied des Bayerischen Landtags (SPD)
Bürgerbüro: Alte Allee 2 81245 München
Telefon 089 88998195 Telefax 089 88998197
buero@florian-ritter.de
www.florian-ritter.de
Die gemeinsame Erklärung „Für eine offene, demokratische Gesellschaft! Gegen die Diffamierung der VVN-BdA!“ kann man hier einsehen und
unterzeichen:
Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“
Die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ macht Station in Duisburg. Sie hat schon am 30. April begonnen, geht aber noch bis zum 21. Mai.
Die Ausstellung wurde gestaltet von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und wird unterstützt von den Gewerkschaften IG Metall, ver.di und GEW sowie von der Stiftung Auschwitz-Komitee.
Die Ausstellung wird gezeigt im Evangelischen Familienbildungswerk, Hinter der Kirche 34, 47058 Duisburg (Duissern), montags bis donnerstags von 9 bis 20 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Am Freitag, 8. Mai werden die Exponate in der Salvatorkirche ausgestellt. Die Ausstellung ist an diesem Tag Teil des Gottesdienstes um 18.30 Uhr, in dem des 70. Jahrestages der Befreiung gedacht wird. Es predigt Superintendent Armin Schneider.
Aus den Erläuterungen zu den Exponaten:
Über 180 Todesopfer hat die neofaschistische und rassistische Gewalt seit 1990 bereits gefordert, möglicherweise ein Mehrfaches davon – weil Hinweise auf neofaschistische Tatmotive nicht verfolgt wurden.
Die Ausstellung will dazu beitragen, dass Neofaschismus nicht auf Dauer zum Alltag gehört. Sie informiert über dessen Ideologie und Praxis und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und militaristischen Denkens und Handelns.
Die Begriffe „Rechtsextremismus“, „Rechtsradikalismus“ usw. unterstellen, dass es sich um eine politische Randerscheinung unter vielen handelt. Der konkrete historische Hintergrund wird vernachlässigt.
Wir verwenden stattdessen die international üblichen Begriffe „Faschismus“ und „Neofaschismus“.
Wir wollen damit deutlich machen, dass sich diese politische Bewegung in ihrem Wesen nicht von ihren historischen Vorbildern seit Ende des Ersten Weltkrieges unterscheidet.
Ab 1918 organisierten sich in allen europäischen Ländern faschistische Kampfverbände, Terrorgruppen und Parteien. Ende der 1920er Jahre setzte sich in Deutschland Adolf Hitlers NSDAP zunehmend durch und gewann Massenunterstützung.
1933 wurde ihr mit Hilfe wichtiger Vertreter der Industrie, konservativer Politiker und Militärs die Macht übertragen. Der Terror gegen politische Gegner und alles von ihnen als »undeutsch« Diffamierte begann sofort. 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen und begann so einen imperialistischen Raub- und Vernichtungskrieg mit nie dagewesenen Massenverbrechen und Völkermorden.
Neofaschisten ordnen Menschen angeblichen Rassen mit unterschiedlichem Wert zu. Das zeigt sich heute oft in der Abwertung anderer Kulturen und der Unterstellung fehlender „Integrationsfähigkeit“ von Migranten.
Antisemitismus, Antiziganismus und Islamfeindschaft sind besondere Formen des Rassismus. Neofaschisten schüren Hass, sie verharmlosen oder leugnen die NS-Verbrechen.
Neofaschisten versuchen Männer und Frauen durch die Zuordnung von Geschlechterrollen zu disziplinieren und in ihr völkisches Weltbild einzubinden. Frauen werden auf eine letztlich dienende Rolle festgelegt.
Ehemalige Nazis und Mitläufer haben nach 1945 in Westdeutschland die Möglichkeit gehabt, wichtige Positionen in Staat und Gesellschaft wieder zu besetzen. Ein konsequenter Bruch mit den Inhalten und Werten des NS-Regimes wurde trotz des demokratischen Gegenentwurfs „Grundgesetz“ versäumt. So konnten sich auch offen neofaschistische Organisationen in einem Klima der Akzeptanz neu etablieren. In den 1960er Jahren begann eine zunehmend kritische gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem NS-Regime.
Nach 1945 wurden in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR Nazis und Kriegsverbrecher enteignet, verfolgt und aus dem Staatsdienst entfernt. Rassistische und antisemitische Einstellungsmuster wurden aber unterschätzt, weil man glaubte, mit der neuen Gesellschaft die Wurzeln des Faschismus beseitigt zu haben. Nach 1989 setzten sich neofaschistische Organisationen in den neuen Bundesländern erfolgreich fest und profitierten vom Zusammenbruch der DDR. Heute sind im Osten Deutschlands Rassismus und ein autoritäres Staatsverständnis stärker verbreitet als in Westen.
Neofaschistische Ideologie wird nicht im luftleeren Raum propagiert. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegenüber Juden, Sinti und Roma, Migranten, Muslimen, Frauen, Homosexuellen, Obdachlosen und Erwerbslosen ist bei erheblichen Teilen der Bevölkerung verbreitet. An diese Vorurteile knüpfen in populistischer Manier auch immer wieder Politiker aus demokratischen Parteien sowie Medien an und öffnen so Spielräume für Neofaschisten.
In Netzwerken, Stiftungen und Traditionsverbänden treffen Neofaschisten und Konservative aufeinander und kooperieren. Gemeinsame Feindbilder und Ähnlichkeiten im Geschichtsbild verbinden sie mehr oder weniger stark.
In ganz Europa gewinnen rechtspopulistische Parteien und Organisationen zum Teil große Anhänger- und Wählerschaften. Inhaltlich und personell überschneiden sie sich mit dem Neofaschismus.
Männer und Frauen des Widerstandes, Verfolgte und Opfer des NS-Regimes gründeten 1947 die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“. 1971 öffnete sich die Organisation für jüngere Mitglieder als „VVN – Bund der Antifaschisten“. Sie ist die größte überparteiliche und generationenübergreifende antifaschistische Organisation in Deutschland.
Bundesgeschäftsstelle der VVN-BdA,
Franz-Mehring-Platz 1,
10243 Berlin
Weitere Informationen zur Ausstellung: http://www.neofa-ausstellung.vvn-bda.de/
Encore: Unfrieden in Stein gemeißelt
Der Vortrag über Kriegsdenkmäler wird wiederholt. Wer vorige Woche nicht ins Syntopia kommen konnte, schafft es vielleicht am Freitag, 17. April um 18 Uhr zur VVN (Wrangelstraße/Waldemarstraße in Duisburg-Kaßlerfeld).
Eine Veranstaltung der Partei DIE LINKE.

Ich hatte zwar vor, für diese Analphabeten-Partei keinen Finger mehr zu rühren, so wie die sich mir gegenüber benehmen. Aber manchmal muß man sich eben überwinden.
Kommt und holt euch den neuen Metzger
DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Ausgabe Nr. 113.
Und das steht drin (Überblick):
Renate König: Sogar im braven Bayern. „Besorgte Eltern“ machen sich Sorgen, weil ihre Kinder in der Schule zu viel über Sexualität erfahren (also zum Beispiel auch über Gefahren und wie man sich davor schützt). Da darf der Elsässer natürlich nicht fehlen.
Jakop Heinn: Wer war das? Farbschmierereien auf Schaufenstern von Büros der Linkspartei. Dabei sind die Parolen von Israelrettern und Antisemiten kaum voneinander zu unterscheiden.
Lieber nie als jetzt. Westeuropäische Faschisten entdecken ihr Herz für Rußland.
„Flüchtlinge aufnehmen und willkommen heißen“ sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Eine Stimme aus der VVN.
Jakop Heinn: Mahnwachen machen Wahn oder Breit sein ist alles. Der Sündenfall der guten alten deutschen Friedensbewegung: im „Friedenswinter“ ließ sie sich mit rechten Pseudo-Kriegsgegnern ein. Einige verspüren jetzt den großen Katrzenjammer, andere merken immer noch nichts.
Helmut Loeven: Ostermarsch auf Abwegen? Der Sündenfall der guten alten deutschen Friedensbewegung: In Duisburg, der Hauptstadt der politischen Verrücktheiten, wird es noch toller getrieben als sowieso. Muß man als Antimilitarist eigentlich wirklich der Friedensbewegung angehören? Oder kann man sich nicht selbständig machen?
Helmut Loeven: Haste Töne? Das Neue Deutschland rief an: Was ist da los in Duisburg? Ist das wahr, daß das Duisburger Friedensforum die Querfront-Kapelle „Bandbreite“ auftreten lassen will? Nicht zu glauben, aber: wahr.
Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett: Komische Häuser, komische Schilder, historische Haltestellen. Außerdem: Die Vertreibung aus dem Paradies war eine gute Idee; Genosse Stalin als der Tongtong; Blöde Lißfaßsäulenwerbung.
Helmut Loeven und Lina Ganowski: „Die vernichtende Gewalt des Redlichen“. Ein paar abweichende Bemerkungen zur Ponro-Affäre um Edathy.
Herbert Laschet-Toussaint (HEL): ISIS waren doch die Guten als sie wider Assad zogen… Ein Gedicht, das den Staatsmännern und -Frauen wahrscheinlich nicht gefällt.
Werner Muth: Europas Bande. Counter-Script zu Günter Grass: „Europas Schande“.
Max Reinhardt: Teestunde. „Wenn sie verhaftet wurden, dann muß das einen Grund haben“, sagte der Mann und wurde verhaftet.
Konrad Knurrhahn: Vorsatz und Station. Glossen.
DER METZGER Nr. 113 kann für 3 Euro in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226 in 47057 Duisburg) mitgenommen werden. Wer zu weit weg wohnt, kann das Heft zur portofreien Lieferung dort bestellen. Postkarte genügt.
Oder:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Die Liste aller noch lieferbaren Ausgaben findet man unter
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/mindex.htm
WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.
Neu in der Weltbühne: Sebastian Friedrich über den Aufstieg der AfD
Ich empfehle heute:
Sebastian Friedrich: Der Aufstieg der AfD. Neokonservative Mobilmachung in Deutschland. Verlag Bertz und Fischer 112 S. 7,90 Euro
„Die Alternative für Deutschland (AfD) hat seit ihrer Gründung im Frühjahr 2013 erstaunliche Erfolge erzielt: Sie zieht in ein Parlament nach dem anderen ein und scheint auf dem besten Weg, die politische Landschaft nachhaltig zu verändern. Wie ist der schnelle Aufstieg der AfD zu erklären? Wer sind die Akteure und was sind ihre Ziele? Welche Entwicklung hat die Partei bisher genommen und wohin steuert sie? Wer wählt und unterstützt die AfD?
Das Buch geht diesen Fragen in kompakter Form nach und analysiert das Bestreben der AfD, das traditionell gespaltene Spektrum rechts von der Union zu einen – denn Rechtskonservative, National-Neoliberale, Rechtspopulisten und Neue Rechte finden hier ihren Platz. Als rechte Sammlungspartei hätte die AfD denn auch Chancen, sich dauerhaft im Parteienspektrum zu verankern. Gelingt ihr das, erhöht sich die Gefahr eines gesellschaftspolitischen Rollbacks und einer weiteren Radikalisierung des neoliberalen Kapitalismus.“
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
„LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.“
Weltbühne muß bleiben.
Before the Flood oder It’s a Hard Rain
In Zwei Tagen wird der Ostermarsch beginnen. Unterdessen ist die Friedensbewegung in eine so hoffnungslos desolate Lage gekommen wie nie zuvor.
Jedoch: Während man allerorten bloß noch den Kopf schütteln kann, gibt es in Duisburg noch Grund zum Lachen.
Ein aktueller Nachtrag zur Berichterstattung in DER METZGER 113:
Schauen wir uns mal ein paar Dokumente an:
Das Bochumer Friedensplenum appellierte, sicherlich sich im Klaren darüber, daß es bei diesem Adressaten vergebliche Liebesmüh‘ ist:
„Das Duisburger Friedensforum will die Querfront-Band ‚Bandbreite‘ beim Ostermarsch auftreten lassen.
Das Bochumer Friedensplenum fordert das Duisburger Friedensforum auf, den antifaschistischen Konsens der Friedensbewegung nicht zu verlassen und der Musikgruppe ‚Die Bandbreite‘ keine Bühne auf dem Ostermarsch zu bieten. Die Bandbreite behauptet von sich links und antifaschistisch orientiert zu sein. Diese Behauptung steht in krassem Widerspruch zu dem Umfeld, in dem die Bandbreite immer wieder auftritt. Seit Marcel Wojnarowicz als Kopf der Bandbreite vor acht Jahren ein Interview mit der Jungen Freiheit gab, werden seine Kontakte zur äußersten Rechten kritisch beobachtet. Obwohl die Bandbreite das weiß, sucht sie immer wieder die Nähe zu rechten Gruppierungen. 2011 trat sie z. B. zusammen mit Funktionären der rechtspopulistischen ‚Schweizerischen Volkspartei‘ auf der Konferenz gegen das Bilderberger-Treffen in St. Moritz (Schweiz) auf.
Seit Jahren kooperiert die Bandbreite mit verschiedenen ‚Querfront-Projekten‘ insbesondere mit Jürgen Elsässer und der Redaktion seiner inzwischen ultra rechten Zeitschrift ‚Compact‘. Die Bandbreite hat für den Gründungskongress der ‚Reichsbürger‘ massiv geworben und ist dort aufgetreten.
Seit kurzem tritt die Bandbreite bei Kundgebungen der […] Gruppierung „Endgame“ auf.“
Das Bochumer Friedensplenum verweist auf eine Erklärung der DFG/VK vom 1. 3. 2015:
„Pegida, Hagida, Pegada, Endgame – es ist die gleiche Ideologie. Die DFG-VK stellt sich den Versuchen entgegen, Friedenspolitik als Vehikel für rassistische sowie rechtsradikale Forderungen und das Schüren von Hass auf ‚das Andere‘ zu nutzen. Der Einsatz für Frieden ist immer transnational, antifaschistisch und solidarisch. Die DFG-VK unterstützt die Proteste gegen die Demonstrationen der sogenannten ‚Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes‘. […]
Die Bandbreite als fester Bestandteil dieses politischen Spektrums hat auf dem Ostermarsch nichts zu suchen.“
Spät kommt sie, doch immerhin: sie kommt: die Absage an die Leute, die Friedenspolitik als Vehikel für rechte Forderungen nutzen wollen. Ach, wäre der Gesamtverband von Anfang an so konsequent gewesen wie seine Duisburger Gruppe, sich auf den lechts/rinken bzw. rinks/lechten „Friedenswinter“ gar nicht erst einzulassen. Das Problem liegt nämlich keineswegs bloß in der typischen Duisburger Verwirrung. Der einzige Unterschied ist doch, daß man es in Duisburg nur noch etwas toller treibt als anderswo.
Auf Telepolis war zu lesen:
„Weil die Aktivisten [der traditionellen Friedensbewegung] immer wieder registrierten, dass ihre Aktionen nur wenig Zuspruch vor allem bei jungen Leuten fanden, versuchten sie eine neue Bündnispolitik. Schließlich hatten sich die sogenannten Friedensmahnwachen gebildet, die offiziell weder rechts noch links und ideologiefrei sein wollten und damit viele Verschwörungstheoretiker aller Couleur geradezu anzogen. Anfangs hatten noch viele Aktivisten der alten Friedensbewegung den Charakter dieser rechtsoffenen Friedensmahnwachen richtig erkannt und sind auf Distanz gegangen. Doch dann scheint bei den Friedensfunktionären die Verlockung, wieder Massen anführen zu können, zu groß geworden sein[,] und man kreierte den sogenannten Friedenswinter, das Bündnis zwischen alter Friedensbewegung und Mahnwachen und riskierte damit sogar, wichtige antimilitaristische Organisationen wie die VVN/BdA oder die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vor dem Kopf zu stoßen“
Es war sicherlich nicht bloß Verlockung, die auf die mit Schmierseife eingeriebene schiefe Ebene führte, sondern vor allem: Uninformiertheit und Orientierungslosigkeit: Lauter Leute, die den METZGER nicht lesen.
Doch nun die erlösende Nachricht:
„Die DFG-VK zieht ihre Unterstützung des ‚Friedenswinters‘ zurück.“
Was war der Anlaß dazu: Darüber Telepolis:
„Der unmittelbare Anlass für den Rückzug der DFG-VK [war] ein verbaler Ausfall des Mahnwachen-Aktivisten Ken Jebsen gegen den politischen Geschäftsführer der DFG-VK Monty Schädel. Auf einer Kundgebung bezeichnete der wegen seiner regressiven Israelkritik von einem Radiosender geschasste Moderator Schädel als Feind, der von der Nato gekauft ist. Damit reagierte Jebsen auf ein Interview, in dem Schädel eine kritische Bilanz des Friedenswinters zog und zu dem Fazit kam, dass dieser die Friedensbewegung nicht etwa voranbringt, sondern kaputt macht. Dabei äußerte Schädel auch Selbstkritik über seine Einschätzung der Abgrenzung der Mahnwachen nach rechts.“
Ja, so ist das mit diesen Verschwörungstrotteln: Kritiker werden zu von der Nato gekauften Feinden.
Am 31. März teilt die Partei „Die Linke“, Kreisverband Duisburg, ihren Mitgliedern mit:
„Liebe Genossinnen und Genossen,
DIE LINKE. Duisburg ruft dazu auf, am kommenden Samstag in Duisburg ein Zeichen gegen Krieg zu setzen.
Wir rufen anders als gewohnt NICHT zur Teilnahme an der Auftaktkundgebung auf. Dort wird die Band ‚Die Bandbreite‘ auftreten. Die Mehrheit der Organisatoren des Ostermarschs Ruhr-Ruhr distanziert sich ebenfalls von dieser Veranstaltung. Ebenso distanzieren sich die VVN-BdA NRW und DFG-VK NRW.
Die Bandbreite zeigte in der Vergangenheit große Nähe zu Verschwörungstheorien […]. Ebenso bezeichnen sie die Staatsformen der Bundesrepublik Deutschland und der V. Republik (die aktuelle) Frankreich als Faschismus. Dies macht es für den Kreisvorstand unmöglich zu einer Veranstaltung mit dieser Band auf zu rufen.
Wir sehen dennoch die enorme Notwendigkeit sich auch dieses Jahr wieder für den Frieden an Ostern zu engagieren. Deshalb bieten wir an, zu unserer Kundgebung um 11:30 Uhr am Averdunkplatz zu kommen. Dort wollen wir den Ostermarsch empfangen, an seiner Zwischenkundgebung teilnehmen und gemeinsam nach Düsseldorf fahren.
Mit friedlichen Grüßen
Euer Kreisvorstand“
Da wird ja mal so richtig mit dem Hämmerchen auf den Tisch gehauen. Bloß, daß in der Pressemitteilung und in dem Flugblatt zu dieser Parallel-Kundgebung die brisanten Gründe nicht genannt werden.
Schließlich hat sich auch noch das erstaunliche Duisburger Friedensforum zu Wort gemeldet. Mit Datum 1. März gibt es bekannt, was es am 25. März beschlossen hat. Aber das ist nicht die einzige Ungereimtheit:
„Warum wir die Band ‚Die Bandbreite‘ beim Ostermarsch 2015 in Duisburg auftreten lassen
‚Unser Marsch ist eine gute Sache, weil er für eine gute Sache geht…‘, mit diesem Lied sind Ostermarschierer jahrelang für den Frieden durch die Bundesrepublik gezogen. Differenzen gab es in der Bewegung immer, doch das gemeinsame Ziel einte in der Aktion, und es gab mächtige Demonstrationen.
Dass es weiter eine starke einheitliche Friedensbewegung gibt, die in der Öffentlichkeit Gehör findet, ist unser wichtigstes Anliegen auch heute. Die Boykottkampagne gegen die Band ‚Die Bandbreite‘ und die damit verbundenen ausufernden verletzenden Diskussionen arbeitet diesem Ziel entgegen. Wir haben die Band bei Auftritten über die Jahre hinweg als eindeutig antifaschistisch, antirassistisch, Gewalt ablehnend und den Frieden in der Welt fordernd erlebt. Sie prangern an, welche Kräfte immer wieder Kriege provozieren. Wir haben trotzdem reiflich überlegt, bevor wir sie baten, bei uns in diesem Jahr wieder aufzutreten.
Die Intrigen, die gegen ‚Die Bandbreite‘ betrieben werden, beruhen in höchstem Maße auf unzutreffenden Anschuldigungen. Wir wollen mit dem Auftritt dem großen Unrecht, das der Band geschieht, entgegen wirken. Dieser ständig betriebene Rufmord betrifft nicht die Band allein. Die Friedensbewegung insgesamt soll durch diese haltlosen Vorwürfe – auch gegen andere Einzelpersonen – getroffen und geschwächt werden. Wozu?
Dazu nur ein Beispiel: Ca. 80 Prozent der Bevölkerung in unserem Land lehnen Einsätze der Bundeswehr in der Ukraine ab. Artikuliert wird diese Ablehnung durch die weit verzweigte Friedensbewegung, und sie soll diskreditiert und mundtot gemacht werden. […]
Im Sinne einer Stärkung der Friedensbewegung ‚plädieren wir für verbale Abrüstung‘.“
Eine einseitige Abrüstung, für die hier plädiert wird: die Kritiker sollen still sein, während das Friedensforum die Unverfrorenheit besitzt, über mich wiederholt zu behaupten, ich hätte nichts in den Händen, und den Kritikern Absichten zu unterstellen! Der Verschwörungsglaube hat die Urteilsfähigkeit aufgefressen, und übriggeblieben ist der spießbürgerliche Abwehrreflex gegen Information und besseres Wissen.
„Nicht die Wirrköpfe, sondern die Kritiker schaden der guten Sache“, sagten die Wirrköpfe.
Ich fürchte, das wird uns noch lange beschäftigen.
Anti-Pegida-Demonstration (live)
Anti-Pegida Demonstration, Duisburg, am 22. März 2015.
1400 Tänzerinnen und Tänzer waren auf dem König-Heinrich-Platz: Ein neuer Weltrekord im Halay-Tanz wurde aufgestellt!
Ton- und Bildaufzeichnung: Hafenstaedter.
Unfrieden in Stein gemeißelt
Bei Elsässer mal genauer hingucken
INPUT – antifaschistischer Themenabend
Links blinken, rechts abbiegen – Die Wege des Jürgen Elsässer und seines Projekts Compact
Referent: Volkmar Wölk
Linkes Zentrum Hinterhof, Düsseldorf
Mittwoch, 1. April 2015
Beginn: 19.30 Uhr
Es ist ein weiter Weg vom Berufsschullehrer in Stuttgart zum Herausgeber einer Monatszeitschrift, Veranstalter von Kongressen und Wanderreisenden zu Demonstrationen in der gesamten Bundesrepublik. Es ist ein noch weiterer Weg von der Leitung des „Komunistischen Bundes“ zum informellen Chefideologen der Antideutschen und schließlich zum bekennenden Fan der AfD. Das „Volk“ ist inzwischen die zentrale Kategorie in der Strategie des Jürgen Elsässer. Sein Denken knüpft direkt an die Abendland-Ideologie der „Konservativen Revolution“ an. Insofern ist es nur logisch, wenn als Redner beim Leipziger PEGIDA-Ableger auftritt.
In seinem Vortrag wird Volkmar Wölk Elsässers Weg nach rechts näher unter die Lupe nehmen und hierbei auch auf das „Mut zur Wahrheit“-Projekt „Compact“ eingehen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit SJD – Die Falken Kreisverband Düsseldorf
INPUT – antifaschistischer Themenabend in Düsseldorf existiert seit 2002 und findet in der Regel einmal monatlich statt.
Linkes Zentrum Hinterhof
Corneliusstraße 108
40225 Düsseldorf
E-Mail: info@linkes-zentrum.de
Das Linke Zentrum heißt nicht nur „Hinterhof“. Es befindet sich an der Ecke Corneliusstraße / Oberbilker Allee und liegt zurückgezogen hinter einer Toreinfahrt, neben der ein Ladenschild hängt.
Free Lety
Ein Abend zur Geschichte eines Konzentrationslagers in Tschechien,
ein Abend zum Porajmos, dem Völkermord an Sinti und Roma und
ein Abend zum Antiziganismus in der Tschechischen Republik.
Mittwoch, 25. März 2015
19 Uhr
SJD – Die Falken
Düsseldorfer Str. 399, 47055 Duisburg-Wanheimerort
Immer mehr Zores
Das erstaunliche Duisburger Friedensforum kriegt wegen seiner Schnapsidee weiterhin Zores.
Die VVN gibt auf ihrer Homepage den Aufruf zum Ostermarsch bekannt:
So weit, so gut,
und nimmt im Programm Streichungen vor:
und erklärt:

Auch auf der Homepage des Ostermarsch-Komitees macht die Verärgerung sich bemerkbar:
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1392_om2015.htm
http://verqueert.de/endgame-herkunft-und-bisherige-aktionen-von-pegada-und-endgame13/
https://www.jungewelt.de/2015/01-26/012.php
http://www.ostermarsch-ruhr.de/
Das neue deutschland fragte mich, was hier los ist
neues deutschland vom 11. März 2015, mit diesem Artikel von Anja Krüger:
Ein Zitat muß ich präzisieren:
Ich habe nicht gesagt, Wojnarowicz lasse sich immer wieder mit führenden Nazis fotografieren – um dann zu erklären, er habe nicht gewußt, um wen es sich handelt. Ich habe erwähnt, daß es Fotos gibt, aufgenommen bei der dubiosen „Endgame“-Kundgebung, die Wojnarowicz zeigen im Gespräch mit dem prominenten Neonazi Thomas „Steiner“ Wulff. Und ich fügte hinzu, daß sich „derartige Vorfälle“ ständig wiederholen.
In dem Sinne: „Wo der sich überall herumtreibt, ist sowas ja wohl unvermeidlich.“
Wem das Faksimile zu klein ist, der kann den Text lesen, wenn er jetzt auf „Weiterlesen“ klickt: Weiterlesen
Ostermarsch auf Abwegen?
Am 25. Februar teilte die DFG-VK Duisburg per Rundmail folgendes mit:
DFG-VK Duisburg
c/o Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
info@dfg-vk-duisburg.de
Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
mit Fassungslosigkeit haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Friedensforum Duisburg sich anschickt, bei der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr am 4.4.2015 in Duisburg die Gruppe „Die Bandbreite“ auftreten zu lassen.
Die DFG-VK Gruppe Duisburg lehnt diese Provokation ab und hat kein Verständnis für die starrsinnige Haltung des Friedensforums Duisburg.
Wir werden nicht an der Auftaktkundgebung in Duisburg teilnehmen und nicht zur Teilnahme aufrufen.
Zum Thema „Die Bandbreite“ verweisen wir auf die auf unserer Website dokumentierten Texte:
Die letzten Tassen oder Der apologetische Kusselkopp
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite1.html)
Ein ganzerRattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite2.html)
Schreiben des Friedensforums Duisburg an die DFG-VK Duisburg 3.4.2012
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/Brief-Friedensforum-3-4-2012-persoenlDatengeschwaerzt-kl.jpg)
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
DFG-VK Duisburg
Die DFG-VK erläuterte auf ihrer Homepage:
Seit 1981 beteiligte sich die DFG-VK Gruppe Duisburg in jedem Jahr an der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr in Duisburg durch einen Kaffeeausschank und einen Büchertisch. 2012 wurden wir gegen unseren Willen durch die Veranstalter von der Teilnahme ausgeschlossen, weil wir die Absicht hatten, auf unserem Büchertisch auch die Ausgabe 96 der Zeitschrift Der Metzger zu verkaufen, die zwei kritische Artikel zur Musikgruppe Die Bandbreite enthält. […] 2013 und 2014 waren wir wieder wie immer präsent.
Am 25.2.2015 lasen wir auf dem Blog des Duisburger Friedensforums unter der Überschrift „Friedensforum Duisburg verbittet sich Bevormundung“ einen „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“. Wir haben daraufhin beschlossen, zum ersten mal nach über 30 Jahren nicht an der Duisburger Ostermarschkundgebung teilzunehmen […].
In dem von Christian Uliczka unterzeichneten „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“ heißt es:
Liebe Freunde vom Ostermarsch-Komitee,
seit Jahren ist uns vom Friedensforum Duisburg, jedenfalls den meisten von uns, die mit undifferenzierten und weitgehend unbelegten Vorwürfen gegen DIE BANDBREITE geführte Boykott-Kampagne ein Dorn im Auge. Wir hatten bisher gute Erfahrungen mit dieser Gruppe gemacht und wollten für uns endlich klären, was wohl an den Vorwürfen dran sei. Marcel Wojnarowicz, genannt Wojna, und sein Kompagnon Torben waren vor zwei Monaten […] bei uns und haben sich stundenlang befragen lassen und uns dabei von ihrer einwandfreien Haltung überzeugt. Darum haben wir am 9. d.M. mit einer Gegenstimme entschieden, DIE BANDBREITE zum Ostermarsch-Auftakt bei uns auftreten zu lassen.
Das haben wir Euch beiden, Willi und Joachim, als Ihr vorvorigen Samstag, 14. d.M., gleichfalls mehrere Stundenlang, bei uns wart und vergebens versucht habt, uns von unserer Entscheidung für DIE BANDBREITE abzubringen, beharrlich entgegengehalten.
Und da kommt Ihr jetzt mit einem weiteren Angriff auf unsere Entscheidungsfreiheit und wollt uns mit rhein/ruhr-weitem Extratreffen nächsten Samstag in Essen doch noch überrollen.
Eine, nicht nur in unseren Augen, unerhörte Zumutung, ein Nackenschlag, zumal mit Blick auf die hochbrisante Weltlage, für das Ansehen des Ostermarschs als Friedensherold …
[…]
Weil wir Duisburger also mehrheitlich ein Treffen am 28. d.M. für überflüssig halten, werden wir daran als Gruppe nicht teilnehmen.
Mit friedlichem Gruß
Christian (Uliczka)
Der Wille, „endlich zu klären, was an den Vorwürfen dran sei“, war nicht allzu ausgeprägt. Die „weitgehend unbelegten Vorwürfe“ sind ausführlich belegt (siehe oben). Ich fresse einen Besen, wenn die Mitglieder des Friedensforums mal einen Blick in diese Dokumente werfen. Ich will mich ja nicht vergleichen, aber: Die kommen mir vor wie das Heilige Offizium, das sich wie der Suppenkasper weigert, durch Galileis Fernrohr zu gucken. („Nein, den METZGER lesen wir nicht“).
Das Friedensforum begnügte sich stattdessen mit einer stundenlangen Befragung mit der Antwort, wie sie nicht anders hätte sein können. Anstatt sich zu informieren, läßt man den Mann über sich selber urteilen.
Das ist ja witzig!
Wie kommt mir das vor? Das kommt mir vor wie Leute, die einem windigen Anlageberater aufgesessen sind und ihm ihre ganzen Ersparnisse überlassen haben, weil er ihnen die Verdreifachung ihres Vermögens in sechs Wochen versprochen hat. Und wenn man den Leuten sagt: „Wie konntet ihr nur einem solchen Halsabschneider, einem solchen Betrüger euer ganzes Geld überreichen?“, dann sagen die: „Wieso denn? Wir haben den doch gefragt: Sind Sie ein Betrüger? Sind Sie ein Halsabschneider? Und da hat er gesagt. Nein. Und da haben wir gesagt: Ja dann ist ja alles in Ordnung, und haben ihm unser Geld gegeben.
Die DFG-VK Duisburg spricht von Provokation. Und das ist es auch. Es mußte den Friedensfreunden doch bewußt sein, was sie mit ihrer Entscheidung auslösen.
Aus der VVN NRW erhielt ich diese E-mail:
Wir haben gestern in Kassel als VVN-BdA-FriedensAG getagt. Wir waren uns einig:
Dort wo Formationen wie Bandbreite und Montagsmahnwachen sind, werden wir den Ostermarsch nicht unterstützen. Für uns geht er also nicht in Duisburg, sondern in Düsseldorf los, wenn sich die Duisburger das nicht noch mal überlegen.
Daß sich „die Duisburger“ das noch einmal überlegen, ist wahrscheinlich zu viel erwartet. Allerdings ist der bissige Brief von Christian Uliczka, nachdem er einen Tag lang auf der Homepage des Duisburger Friedensforums zu lesen war, dort verschwunden.
Das Ostermarschkomitee (vertreten durch Willi Hoffmeister und Joachim Schramm) hatte am 18. Februar erklärt:
In der Vorbereitung des Ostermarsches hat sich eine problematische Situation ergeben, die die Einberufung einer außerordentlichen Friedensversammlung notwendig erscheinen [läßt].
Das Duisburger Friedensforum möchte die Musikgruppe „Die Bandbreite“ für die Auftaktveranstaltung in Duisburg einladen. Das Bochumer Friedensplenum hat daraufhin erklärt, dass für sie der Auftritt dieser Gruppe unakzeptabel ist und ihre Beteiligung am Ostermarsch in Frage gestellt. Der „Bandbreite“ wird von ihren Kritikern vorgeworfen, eine links und rechts verbindende Querfront-Politik zu unterstützen und immer wieder bei rechtslastigen Veranstaltungen aufzutreten. Die Duisburger haben sich nach eigenen Angaben jedoch von der linken Grundhaltung der Gruppe überzeugt.
Der Ostermarsch steht nun vor dem Problem, wie wir mit dem eventuellen Wegfall der Abschlusskundgebung des zweiten Tages im Bahnhof Langendreer umgehen. Auch der Start des dritten Tages in Bochum-Werne steht eventuell in Frage. […]
Wir finden es den demokratischen Gepflogenheiten des Ostermarsches angemessen, wenn wir gemeinsam über das richtige Vorgehen mit dieser Situation beraten. Vielleicht finden wir dabei auch noch eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dies muss geschehen, bevor wir die Flyer und das Plakat in Druck geben können.
Genau das fürchte ich auch: Daß eine Lösung gefunden wird, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dem Duisburger Friedensforum wird die Mißbilligung der anderen mitgeteilt und fertig.
Hoffentlich bleiben die Bochumer hart und sagen: Entweder ganz ohne Bandbreite oder ganz ohne uns. Eine Lösung, die zwar nicht für beide Seiten akzeptabel, aber gut wäre: Das Ostermarsch-Komitee entzieht dem Duisburger Friedensforum die Lizenz – nach dem Motto: Was immer ihr auch am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg veranstaltet, das hat nichts mit dem Ostermarsch zu tun. Es wird nicht auf dem Plakat und nicht im Programm erscheinen. Der Ostermarsch beginnt nicht am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg, sondern am Ostersamstag.Nachmittag in Düsseldorf. Denn sonst kommt wieder das Fernsehen nach Duisburg und berichtet von einer blamablen „Auftaktkundgebung“, zu der noch weniger Leute hinkommen als sonst, nämlich nur noch die, die es nicht wissen und nicht wissen wollen, und die, die das antifaschistische Element der Friedensarbeit einer falschen Loyalität opfern.
P.S.: Die beiden oben verlinkten, in DER METZGER Nr. 96 – und übrigenbs von mir verfaßten, also sicherlich nicht nur informativen, sondern auch unterhaltsamen – Beiträge sind auf dem Wissensstand von 2012.
„Ein ganzer Rattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus“ ist eine Dokumentation über die Querfront-Vernetzungen.
In „Die letzten Tassen oder ein apodiktischer Kusselkopp“ geht es auch um das Verhältnis der Linken zur Kultur im Allgemeinen.
Natürlich blieb die Entwicklung im Jahre 2012 nicht stehen, sondern es ist alles noch schlimmer geworden. Darum einfach unter diesem Artikel das Schlagwort „Bandbreite“ anklicken.
Oder: Einfach METZGER lesen, wo Wojna als Running Gag sich auch mal nützlich macht.
Was hat Weizsäcker denn gesagt?
In der Rede am 8. Mai 1985 – 40. Jahrestags des Kriegsendes in Europa – sagte Bundespräsident von Weizsäcker, der 8. Mai 1945 sei ein Tag des Befreiung gewesen.
Weizsäcker hat eigentlich doch etwas Selbstverständliches gesagt, und ist dennoch ein Wagnis eingegangen.
Daß der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung war, der Befreiung von Faschismus, das hatten andere schon vorher gesagt. Ich hatte das gesagt, und die, mit denen ich mich geistig verwandt fühle. Wir standen damit im Gegensatz zu denen, die von „Zusammenbruch“ sprachen. Das war nicht bloß ein Unterschied in der Formulierung. Manche suchten den Ausweg aus dem Dilemma mit der Formulierung „Stunde Null“ – als könnte man die Geschichte einfach nochmal von vorn anfangen lassen.
Weizsäcker sprach gewissermaßen als Schiedsrichter des öffentlichen Bewußtseins.
Die Feststellung über die Bedeutung des Datums 8. Mai ist das Fazit der Rede, in der auch diese Sätze vorkamen:
„Wir gedenken der ermordeten Sinti und Roma, der getöteten Homosexuellen, der umgebrachten Geisteskranken, der Menschen, die um ihrer religiösen oder politischen Überzeugung willen sterben mußten. Wir gedenken der erschossenen Geiseln. Wir denken an die Opfer des Widerstandes in allen von uns besetzten Staaten. Als Deutsche ehren wir das Andenken der Opfer des deutschen Widerstandes, des bürgerlichen, des militärischen und glaubensbegründeten, des Widerstandes in der Arbeiterschaft und bei Gewerkschaften, des Widerstandes der Kommunisten.
[…] Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Haß zu schüren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“
Der das sagte, wandte sich gegen den bis dahin geltenden herrschaftlichen Konsens, gegen die Staats- und Gesellschaftsdoktrin dieses Landes. Wer die Veranstaltung damals im Fernsehen gesehen hat, erinnert sich auch an die versteinerten Gesichter von Kohl und seiner Bagage. Das Prinzip der Konkurrenz („gegeneinander“) wurde von Konservativen stets als Element der Herrschaftssicherung gesehen und genutzt.
Das Hantieren mit Vorurteilen, Feindschaften und Haß, im Inneren wie im Äußeren, hat mit dem Ende Hitlers kein Ende gefunden. Es waren dieselben Vorurteile, wenig oder gar nicht temperiert, dieselben Opfer des Hasses, dieselben Feindschaften und dieselben Feindbilder. Gerade auch die Feindschaft gegen die Russen war konstituierendes Element der Nachkriegsordnung. Ohne den inneren und ohne den äußeren Feind hätte dieses Land, dieses Volk nicht auf Vordermann gebracht werden können.
Die Doktrin der CDU lautete: Wer nicht genauso denkt wie wir, der ist ein Feind, und den muß man bekämpfen, und dabei ist jedes Mittel erlaubt.
Erinnern wir uns an die Zeit vor 30 Jahren. Die 80er Jahre waren eine Zeit großer Auseinandersetzungen darüber, wie wir uns selbst verstehen, wie unsere Zukunft gestaltet sein soll und wie wir leben wollen. „Alternativ“ zu denken und zu leben (was damals vielleicht noch ein Begriff mit Inhalt war), das bedeutete, in die Reihe der Feinde eingereiht zu werden, gegen die Vorurteile, Feindschaft und Haß mobil gemacht werden.
Vor Auto-Signalhornochsen pünktlich um 18 Uhr 30 wird gewarnt
Über das Pro-und-contra-Pegida-Happening vor einer Woche ist im Antifa-Infoportal Duisburg ein Kommentar zu lesen. Hier ein Auszug:
(…) An der Pegida-Demonstration nahmen ungefähr 400 „besorgte Bürger“, rechte Hooligans, Rechtspopulisten und Neonazis teil. Angeführt wurde die Demo u.a. von Paul Spätling, einem Pastor aus Emmerich, dem mittlerweile das Bistum Münster die Predigterlaubnis entzogen hat (…).
Wie schon im Vorfeld vermutet war die Distanzierung der Pegida-NRW-Organisatoren von „Rechtsextremen“ in ihrem Aufruf eine glatte Lüge. Am Montag stellten nämlich die zahlreichen Neonazis und Rechtspopulist einen großen und willkommenen Anteil des Pegida-Aufmarsches. Von weitem schon war die Fahne der extrem rechten „German Defence League“ zu sehen. Außerdem befand sich in den ersten Reihen die Fahne des rassistischen und islamfeindlichen Blogs „pi-news“ – getragen von einer Frau mit einem Button der „Identitären Bewegung“. (…). Auch Mario Malonn, dessen Austritt bei Pro NRW nichts an seiner politischen Einstellung geändert hat, nahm an der Demo zusammen mit Andre Maniera, dem Landesvorsitzenden der Republikaner NRW, teil. Außerdem waren Mitglieder der NPD (…) anwesend. Des Weiteren waren zahlreiche rechte Hooligans aus dem HoGeSa-Spektrum und von der Division Duisburg dabei.
Der Abend hat gezeigt, dass nicht nur Pegidas „Distanzierung“ von Rechts leere Worte waren, sondern auch das Neutralitätsgebot der Polizei. Diese drückte ihre Zustimmung zu Pegidas Thesen mit der Hupe ihres am Kundgebungsplatz geparkten Einsatzfahrzeuges aus. Zuvor wurde von den Dresdener Pegida-Organisatoren folgender Aufruf veröffentlicht: „als Zeichen gilt für morgen Abend, Lichter und Nationalfahnen zu Hause! Auto-Signalhorn und Hupen Punkt 18:30 Uhr in ganz Deutschland/ Europa!!!“.
Doch das ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs von dem was sich die Polizei am Montag geleistet hat. Die Initiative gegen Duisburger Zustände berichtet, dass ihre Kundgebung von einer Horde Polizeibeamter überfallartig und ohne einen erkennbaren Anlass gestürmt wurde. Dabei droschen mehrere Polizisten mit Schlagstöcken wüst und blindwütig auf alle Umstehenden, derer sie irgendwie habhaft werden konnten, ein.
(…) Das Netzwerk gegen Rechts berichtet ebenfalls von völlig unverhältnismäßigen Angriffen der Polizei gegen Gegendemonstranten. Als etwa 30 bis 50 Neonazis und Hooligans versuchten die Kundgebung des Netzwerks gegen Rechts am Bahnhof anzugreifen, hatte die Polizei alle Zeit der Welt bevor sie sich bequemte der Aufforderung einzugreifen nachzukommen. (…) In der Presse wird der Umstand allerdings entweder überhaupt nicht erwähnt oder fälschlicherweise als „Auseinandersetzung von kleinen Personengruppen“ beschrieben, da WAZ und RP die Meldungen der Polizei unhinterfragt übernahmen. (…)
Unseren Beobachtungen nach nahmen etwa 400 an der Pegida-Demonstration teil, diesen standen insgesamt etwa 5000 Gegendemonstranten gegenüber, die sich allerdings auf mehrere Kundgebungen verteilten. Nur etwa 1000 davon standen Pegida am Bahnhof wirklich gegenüber, während etwa 100 bei der Kundgebung der Initiative gegen Duisburger Zustände am Kaufhof waren und etwa 4000 bei der Kundgebung des DGB vor dem Stadttheater standen und den Reden von Sören Link & co lauschten.
Derselbe Sören Link, der sich jetzt gegen Pegida aussprach, setzte 2013 auf einen Dialog mit den rassistischen Bürgern in Bergheim und Neumühl und sprach auf einer Kundgebung gegen „Pro Deutschland“ in Bergheim lieber von Wiedereinreisesperren gegen bulgarische und rumänische EU-Bürgern und von „rechten und linken Krawalltouristen“ als von der dringend notwendigen Rassismuskritik. Dass es auf der DGB-Kundgebung außer den üblichen Phrasen wie tolerant wir alle seien, keine radikale Rassismuskritik geben wird, war bereits absehbar. (…)
Am kommenden Montag (das ist heute! H.L.) wird sich Pegida wieder in Duisburg versammeln. (…) Dass der DGB diesmal nicht zu Gegenprotesten aufruft, zeigt, dass ihre Kundgebung am 19. Januar nur symbolischen Wert (im Sinne von „Flagge zeigen“ oder „Bratwurst grillen“ gegen Rechts) hatte und mehr eine Alibi-Veranstaltung war. Vor diesem Hintergrund ist es um so wichtiger, dass die anderen beiden Kundgebungen mehr als nur „Flagge zeigen“. Auch wenn die unterschiedlichen Bündnisse aus unterschiedlichen Gründen keine gemeinsame Kundgebung machen wollen, ist ein sinnvolles Agieren gegen Pegida durch strategisches Platzieren an der Route möglich. Es macht nämlich durchaus Sinn mehrere Kundgebungen anzumelden, doch diese sollten Pegida umzingeln und stoppen. Selbst die WAZ schreibt, dass zersplitterte Gegendemos nur Pegida nutzen.
In diesem Sinne: Kommt am Montag in die Innenstadt, kommt zu der Kundgebung, die strategisch Sinn macht! Zeigen wir Pegida gemeinsam, dass sie in Duisburg nicht erwünscht sind! Gegen Rassismus und geistige Brandstiftung! Für eine solidarische Gesellschaft!
17:30 Bahnhofsvorplatz Kundgebung des Duisburger Netzwerks gegen Rechts und des Bündnisses Duisburg stellt sich quer
17:30 vor Galeria Kaufhof Kundgebung der Initiative gegen Duisburger Zustände Aufruf der Gruppen Creme Critique & Emanzipatorische Antifa Duisburg
Abendland
Harras: Schrecklich. Diese alten verpanschten rheinischen Familien! … Stell’n Sie sich doch bloß mal ihre womögliche Ahnenreihe vor: da war ein römischer Feldherr, schwarzer Kerl, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie. Das war ein ernster Mensch. Der ist schon vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Dann kam ein griechischer Arzt dazu, ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landskecht, ein schwedischer Reiter und ein französischer Schauspieler. Ein böhmischer Musikant. Und das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen, gesungen und – Kinder gezeugt. Und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der – Matthias Grünewald. – Das war’n die besten, mein Lieber. Vom Rhein sein, das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist „Rasse“.
Carl Zuckmayer: Des Teufels General
Die Klügeren sollten nicht nachgeben
Am Montag (19. Januar) wollen die Dümmsten der Dummen, die häßlichen Deutschen auch in Duisburg den Inneren Schweinehund durch die Straßen führen. „Pegida“, der Vollidiotentreff, appelliert auch in Duisburg an die niederen Instinkte. (Demonstration geplant um 18.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof).
Drei Gegenaktionen sind geplant.
Die Initiative gegen Duisburger Zustände teilt mit:
PEGIDA ist eine rassistische Wutbürgerbewegung. PEGIDA jammert über „die da oben“, tritt aber nur nach unten. Das gute Alte, das Gewachsene, die Scholle, sehen sie bedroht, durch das Fremde, das sie nicht verstehen. Sie reagieren mit Ressentiments und billiger Panikmache. Mit der Realität haben ihre wahnhaften Anwürfe gegen Zuwanderer nichts zu tun. Manche Politiker suchen erneut das Bündnis mit dem Mob. Ein Bündnis wie jenes, das vor 20 Jahren die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl erreicht hat. (…) PEGIDA NRW hat sich nicht zufällig die Problemstadt Duisburg für den Aufmarsch am kommenden Montag ausgesucht. PRO NRW, AFD und NPD konnten bei der letzten Kommunalwahl mehr als 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. In Duisburg sind die Rassisten keineswegs Aliens, die von außerhalb über die Stadt hereinbrechen – sie kommen vielmehr aus der Mitte der Gesellschaft. Besonders deutlich wurde das bei der jahrelangen antiziganistischen Stimmungsmache, die von Polizei, Teilen der Presse und „besorgten Bürgern“ gemeinsam betrieben wurde. Auch heute noch ist der Antiziganismus in Duisburg virulent. In Stadtteilen wie Neumühl sind organisierte Neonazis nur Trittbrettfahrer bei den rassistischen Protesten gegen Geflüchtete. Gute Voraussetzungen für PEGIDA.
Unsere Kundgebung beginnt um 17.30 Uhr auf der Düsseldorfer Straße (am Kaufhof).
Das Duisburger Netzwerk gegen rechts teilt mit:
Am kommenden Montag wollen die Rassisten von PEGIDA ihre Hetze gegen Muslime, Flüchtlinge und Zuwanderer auch in Duisburg auf die Straßen tragen.
Kommt zu den Gegenaktionen, damit wir ihnen gemeinsam den Raum nehmen und ihnen unsere Solidarität entgegensetzen können!
Stoppt die antimuslimische Hetze – für eine solidarische Gesellschaft!
Kundgebung am Hauptbahnhof um 17.30 Uhr.
Der DGB hat initiiert:
WIR SIND DUISBURG
Aufruf zur Kundgebung am 19.01.2015
Duisburger Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und Vielfalt.
Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von „Pegida“ in Duisburg entgegen.
Am Montag, dem 19.01. plant die sogenannte „Pegida NRW“ in Duisburg einen ihrer „Spaziergänge“, um ihre rassistischen, rechtspopulistischen und menschenverachtenden Parolen zu verbreiten.
Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen. Wir stehen zusammen für Demokratie, Respekt und Vielfalt:
am Montag, dem 19. Januar 2015 um 18.30 Uhr
auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg
Duisburg ist eine tolerante, weltoffene Stadt!
bisherige Unterstützer:
Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, AStA Hochschule Ruhr West, AWO-Duisburg e.V, BDKJ Duisburg, Bündnis 90/Die Grünen KV Duisburg, Caritasverband e.V., CDU Duisburg, Der Paritätische Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Deutsches Rotes Kreuz Duisburg e.V., DGB-Jugend Niederrhein, DGB Niederrhein, Diakoniewerk Duisburg, DiTiB Begegnungsstätte, Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, Duisburger Philharmoniker, Evangelische Kirche in Duisburg, EVG Duisburg, FASG in der Partei DIE LINKE, GdP und GEW Duisburg, IG Metall Duisburg-Dinslaken, IG BCE Bezirk Duisburg, IG BAU Duisburg-Niederrhein, Integrationsrat der Stadt Duisburg, Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Jugendring Duisburg, Jusos Duisburg, Katholische Kirche Duisburg, Kreisverband Die Linke. Duisburg, Naturfreunde Deutschlands Ortsgruppe Meiderich, NGG Region Nordrhein, Schwusos Duisburg, Siegmund Ehrmann MdB, SJD-Die Falken Duisburg, SPD Unterbezirk Duisburg, Theater Duisburg, ver.di Bezirk Duisburg/Niederrhein.
Für die Opfer des Faschismus
Zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus lädt die VVN-BdA ein: Am Volkstrauertag, Sonntag, den 16. November 2014, um 15 Uhr in der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof in Duisburg-Wanheimerort.
Meine Einschätzung: Es handelt sich – ob so verkündest oder nicht – um eine GEGEN-Veranstaltung zu den „offiziellen“ Bekundungen in einer Gesellschaft, die durch das Wort von der „Unfähigkeit zu trauern“ treffend gekennzeichnet ist. Der Staat Bundesrepublik Deutschland, der an einem Sonntag im November „Betroffenheit“ weismachen will, ist gleichwohl nicht gehemmt, wieder Militär einzusetzen.
Die Gedenkveranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten hat eine lange Tradition. In all den Jahren hatte diese Veranstaltung weitaus mehr Besucher als die „offizielle“ Veranstaltung des Volksbundes, die an gleicher Stelle am Vormittag stattfindet. Und in jedem Jahr werden bei der VVN deutlichere Worte gesprochen.
Auf dem Programm in diesem Jahr werden Informationen über den Hooligan-Krawall Ende Oktober in Köln aus erster Hand mitgeteilt. Susanne Kurz-Lukas vom Kölner Bündnis „Kein Veedel für Rassismus“ gegen die Hooligans wird bei der Gedenkfeier darüber berichten.
Bitte spendet für die antifaschistische Arbeit der VVN-BdA Duisburg.
Sparkasse Duisburg: IBAN: DE22 3505 0000 0237 0022 82
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