Harras: Schrecklich. Diese alten verpanschten rheinischen Familien! … Stell’n Sie sich doch bloß mal ihre womögliche Ahnenreihe vor: da war ein römischer Feldherr, schwarzer Kerl, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie. Das war ein ernster Mensch. Der ist schon vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Dann kam ein griechischer Arzt dazu, ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landskecht, ein schwedischer Reiter und ein französischer Schauspieler. Ein böhmischer Musikant. Und das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen, gesungen und – Kinder gezeugt. Und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der – Matthias Grünewald. – Das war’n die besten, mein Lieber. Vom Rhein sein, das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist „Rasse“.
Carl Zuckmayer: Des Teufels General
Schlagwortarchiv: Antifaschismus
Die Klügeren sollten nicht nachgeben
Am Montag (19. Januar) wollen die Dümmsten der Dummen, die häßlichen Deutschen auch in Duisburg den Inneren Schweinehund durch die Straßen führen. „Pegida“, der Vollidiotentreff, appelliert auch in Duisburg an die niederen Instinkte. (Demonstration geplant um 18.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof).
Drei Gegenaktionen sind geplant.
Die Initiative gegen Duisburger Zustände teilt mit:
PEGIDA ist eine rassistische Wutbürgerbewegung. PEGIDA jammert über „die da oben“, tritt aber nur nach unten. Das gute Alte, das Gewachsene, die Scholle, sehen sie bedroht, durch das Fremde, das sie nicht verstehen. Sie reagieren mit Ressentiments und billiger Panikmache. Mit der Realität haben ihre wahnhaften Anwürfe gegen Zuwanderer nichts zu tun. Manche Politiker suchen erneut das Bündnis mit dem Mob. Ein Bündnis wie jenes, das vor 20 Jahren die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl erreicht hat. (…) PEGIDA NRW hat sich nicht zufällig die Problemstadt Duisburg für den Aufmarsch am kommenden Montag ausgesucht. PRO NRW, AFD und NPD konnten bei der letzten Kommunalwahl mehr als 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. In Duisburg sind die Rassisten keineswegs Aliens, die von außerhalb über die Stadt hereinbrechen – sie kommen vielmehr aus der Mitte der Gesellschaft. Besonders deutlich wurde das bei der jahrelangen antiziganistischen Stimmungsmache, die von Polizei, Teilen der Presse und „besorgten Bürgern“ gemeinsam betrieben wurde. Auch heute noch ist der Antiziganismus in Duisburg virulent. In Stadtteilen wie Neumühl sind organisierte Neonazis nur Trittbrettfahrer bei den rassistischen Protesten gegen Geflüchtete. Gute Voraussetzungen für PEGIDA.
Unsere Kundgebung beginnt um 17.30 Uhr auf der Düsseldorfer Straße (am Kaufhof).
Das Duisburger Netzwerk gegen rechts teilt mit:
Am kommenden Montag wollen die Rassisten von PEGIDA ihre Hetze gegen Muslime, Flüchtlinge und Zuwanderer auch in Duisburg auf die Straßen tragen.
Kommt zu den Gegenaktionen, damit wir ihnen gemeinsam den Raum nehmen und ihnen unsere Solidarität entgegensetzen können!
Stoppt die antimuslimische Hetze – für eine solidarische Gesellschaft!
Kundgebung am Hauptbahnhof um 17.30 Uhr.
Der DGB hat initiiert:
WIR SIND DUISBURG
Aufruf zur Kundgebung am 19.01.2015
Duisburger Bürgerinnen und Bürger für Demokratie und Vielfalt.
Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von „Pegida“ in Duisburg entgegen.
Am Montag, dem 19.01. plant die sogenannte „Pegida NRW“ in Duisburg einen ihrer „Spaziergänge“, um ihre rassistischen, rechtspopulistischen und menschenverachtenden Parolen zu verbreiten.
Wir wollen ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen. Wir stehen zusammen für Demokratie, Respekt und Vielfalt:
am Montag, dem 19. Januar 2015 um 18.30 Uhr
auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater, Neckarstraße 1, 47051 Duisburg
Duisburg ist eine tolerante, weltoffene Stadt!
bisherige Unterstützer:
Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, AStA Hochschule Ruhr West, AWO-Duisburg e.V, BDKJ Duisburg, Bündnis 90/Die Grünen KV Duisburg, Caritasverband e.V., CDU Duisburg, Der Paritätische Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Deutsches Rotes Kreuz Duisburg e.V., DGB-Jugend Niederrhein, DGB Niederrhein, Diakoniewerk Duisburg, DiTiB Begegnungsstätte, Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, Duisburger Philharmoniker, Evangelische Kirche in Duisburg, EVG Duisburg, FASG in der Partei DIE LINKE, GdP und GEW Duisburg, IG Metall Duisburg-Dinslaken, IG BCE Bezirk Duisburg, IG BAU Duisburg-Niederrhein, Integrationsrat der Stadt Duisburg, Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Jugendring Duisburg, Jusos Duisburg, Katholische Kirche Duisburg, Kreisverband Die Linke. Duisburg, Naturfreunde Deutschlands Ortsgruppe Meiderich, NGG Region Nordrhein, Schwusos Duisburg, Siegmund Ehrmann MdB, SJD-Die Falken Duisburg, SPD Unterbezirk Duisburg, Theater Duisburg, ver.di Bezirk Duisburg/Niederrhein.
Für die Opfer des Faschismus
Zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Faschismus lädt die VVN-BdA ein: Am Volkstrauertag, Sonntag, den 16. November 2014, um 15 Uhr in der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof in Duisburg-Wanheimerort.
Meine Einschätzung: Es handelt sich – ob so verkündest oder nicht – um eine GEGEN-Veranstaltung zu den „offiziellen“ Bekundungen in einer Gesellschaft, die durch das Wort von der „Unfähigkeit zu trauern“ treffend gekennzeichnet ist. Der Staat Bundesrepublik Deutschland, der an einem Sonntag im November „Betroffenheit“ weismachen will, ist gleichwohl nicht gehemmt, wieder Militär einzusetzen.
Die Gedenkveranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten hat eine lange Tradition. In all den Jahren hatte diese Veranstaltung weitaus mehr Besucher als die „offizielle“ Veranstaltung des Volksbundes, die an gleicher Stelle am Vormittag stattfindet. Und in jedem Jahr werden bei der VVN deutlichere Worte gesprochen.
Auf dem Programm in diesem Jahr werden Informationen über den Hooligan-Krawall Ende Oktober in Köln aus erster Hand mitgeteilt. Susanne Kurz-Lukas vom Kölner Bündnis „Kein Veedel für Rassismus“ gegen die Hooligans wird bei der Gedenkfeier darüber berichten.
Bitte spendet für die antifaschistische Arbeit der VVN-BdA Duisburg.
Sparkasse Duisburg: IBAN: DE22 3505 0000 0237 0022 82
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Encore: Minister Jäger ist keine Laterne, sondern eine Tasse.
Das schrieb die konservative Frankfurter Allgemeine:
„Die für gewöhnlich gut informierten Antifa-Gruppen warnten, dass Köln vor dem seit Jahren größten Aufmarsch von Rechtsextremen in Westdeutschland stehe. Die Polizei verwies diese Hinweise in das Reich der Propaganda und bereitete sich auf eine Demonstration mit 1000 bis 1500 Teilnehmern vor.“
Es wäre in der Tat ein zu mildes Urteil, wenn man der Polizei bloß eine falsche Einschätzung von Personenzahlen attestieren würde. Die Polizei ist selbst Teil des Problems, dessen Lösung von ihr zu erwarten naiv wäre.
In demselben FAZ-Bericht (von Olaf Sundermeyer, 28.10.2014) wird ein Beamter dieser Polizei zitiert:
„Es war noch in der Nachmittagssonne, gegen halb drei am Sonntag vor dem Kölner Hauptbahnhof, als zwei Polizisten ein Gespräch unter Kollegen führten. ‚Mach dir mal keine Gedanken‘, sagte der Ältere zu dem Jüngeren und schaute dabei auf eine vierstellige Zahl von Hooligans: ‚Die machen nichts, nur wenn sie von Linken angegriffen werden.‘“
In Klartext übersetzt: An den Gewaltexzessen der Rechten sind die Linken schuld. Auch wenn es an diesem Sonntag in Köln keinen solchen Angriff gegeben hat, wird der ach so erfahrene Polizist felsenfest an seiner Überzeugung festhalten. Immer zu wissen, wer immer und an allem schuld ist, ist ebenso Grundlage deutscher Exekutivmentalität wie der Ratschlag, sich mal bloß keine Gedanken zu machen.
Von der Polizei ist schlechterdings nicht mehr Helligkeit zu erwarten als von ihrem Obersten Dienstherrn. Der Oberste Dienstherr in diesem Fall ist der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD).
Der Sozialdemokrat Ralf Jäger ist Realpolitiker. Realpolitiker haben noch nie ein Problem gelöst. Sie haben auch noch nie ein Problem erkannt. Mehr noch: Realpolitiker neigen dazu, Problembewußtsein als Gefahr für die Sicherheit zu sehen und den Problembewußten die innerstaatliche Feindschaft zu erklären.
Ich zitiere noch einmal das Grußwort der VVN beim UZ-Pressefest im Juni:
„Wir haben hier einen Innenminister Ralf Jäger, der gegenüber den Schülern des Landes behauptet, unsere Losung ‚Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen‘ sei verfassungsfeindlich, denn sie raubten den Nazis ihre Meinungsfreiheit. Er steigerte sich in diesen Tagen, indem er behauptet, die Demokraten, die den faschistische Sprüche und Lieder grölenden Nazis den Zutritt zum Rathaus von Dortmund verweigerten, sie handelten ebenfalls verfassungsfeindlich. Und so wird nun gegen 40 Demokraten, gegen die Rathausverteidiger ermittelt.“
Und damit auch das nicht am Ende einmal zu wenig zitiert wurde, auch noch mal aus dem Offenen Brief von Ulla Jelpke (MdB Die Linke) an Minister Jäger:
„Als Dortmunder Bundestagsabgeordnete und Antifaschistin kann ich es nicht unwidersprochen lassen, wie Sie den Polizeibericht zum Angriff der Nazipartei „Die Rechte“ auf das Dortmunder Rathaus am Wahlabend des 26. Mai gutheißen.
Dieser Bericht ist ein erschreckendes Dokument. […] Die fatale Neigung der Polizei, die von Nazis ausgehende Gefahr zu verharmlosen, (ist) noch immer nicht überwunden.“
Merke: Sozialdemokratie ist keine Meinung, sondern eine Bewußtseinstrübung.
In Neumühl gegen Haßprediger
Kurzfristig eine Mitteilung vom Duisburger Netzwerk gegen rechts:
PRO NRW-Hetze stoppen! Am Freitag um 16.30 Uhr nach Duisburg-Neumühl!
Am Freitag, den 26.9. ruft die rechtspopulistische Partei PRO NRW zu einer Kundgebung in Duisburg-Neumühl auf. Dort wird sie wieder einmal versuchen, ihre menschenfeindlichen und rassistischen Parolen in die Öffentlichkeit zu tragen. Schon in der Ankündigung warnt sie davor, „aus Duisburg die Asyl- und Armutshauptstadt Deutschlands zu machen“. Und kündigt an, verhindern (zu) wollen, dass im „St. Barbara Hospital eine zentrale Asylaufnahmestelle des Landes NRW installiert“ wird. Weniger hysterisch geht es ja bekanntlich bei PRO NRW auch gar nicht. Um Ängste und Unwissen zu schüren, muss alles in den schlimmsten Farben gemalt werden. Wieviel das dann noch mit der Realität zu tun hat, spielt dabei keine Rolle.
„Die armen Massen strömen nach Duisburg und fressen wie die Heuschrecken alles leer.” Solcher Bilder bedient sich PRO NRW. Dazu kommt, dass sie Menschen, die hierherkommen (weil sie vor Kriegen fliehen oder weil in ihrer Heimat keine Überleben möglich ist) auch noch als “Kriminelle” darstellen. Das ist ihr einziger politischer Beitrag. Hetzen gegen Minderheiten, dass ist ihr politisches Geschäft. Zuerst waren es angeblich die Muslime, dann die Zuwanderer aus Südosteuropa und nun sollen es die Flüchtlinge sein, die die Lebensverhältnisse hier verschlechtern.
Wir dagegen wollen den Rattenfängern und Rassisten von PRO NRW kein Gehör schenken. Verhindern wir gemeinsam, dass PRO NRW ihre Propaganda auf die Straße tragen kann!
Treffpunkt: Freitag, 26.9. – 16.30 Uhr – Hohenzollernplatz – Duisburg-Neumühl
Duisburger Netzwerk gegen Rechts
Kalkar am 3. Oktober
Bitte beachtet die Aktion der Friedensbewegung am 3. Oktober in Kalkar.

(Bilder anklicken zum Vergrößern).
Weitere Informationen in der Internet-Präsenz der VVN:
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1306_doku_kalkar.htm
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1326_kalkar_jw.htm
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/1324_zeitbomben.htm
http://www.nrw.vvn-bda.de/bilder/trautvetter_kalkar_drehkreuz-des_krieges_3.pdf
Freitag in der Alten Feuerwache. Da kann man hingehen.
Neu in der Weltbühne: Lange angekündigt, jetzt erschienen
Peter Bierl: Grüne Braune. Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von Rechts. Unrast Verlag 2014 (Reihe transparent – rechter rand). 80 S. (NB1286) 7,80 Euro
Der Verlag stellt sein Buch vor:
Seit Jahren versuchen militante Neonazis und rechte Ideologen mit ökologischen Themen zu punkten. Die NPD protestiert gegen Gentechnik, Kameradschaften demonstrieren gegen Castor-Transporte und Autonome Nationalisten gegen Schweinemastbetriebe und für Vegetarismus. In Umwelt & Aktiv warnen Autoren vor zerstörerischer Wachstumspolitik und beklagen einen Raubbau an der Natur. Werden rechte Ökobauern enttarnt, löst deren Engagement immer wieder Überraschung aus. Bürgerinitiativen zeigen sich verwundet, wenn extrem Rechte mitmischen. Dabei haben Nazis immer schon gesellschaftliche Widersprüche aufgegriffen und gemäß ihrer Weltanschauung interpretiert, um neue Anhänger zu rekrutieren. Das gilt für die soziale Frage, die Frauenbewegung wie für Ökologie. Zumal Umweltschutz traditionell ein Thema der Rechten ist.
Die Lebensreformer und Heimatschützer des Kaiserreichs und der Weimarer Republik waren überwiegend konservativ bis völkisch-antisemitisch. Ideen und Personen aus diesem Spektrum prägten noch die moderne Ökologiebewegung und die Gründungsphase der Grünen. Die Biozentristen und Tiefenökologen, die sich im Umfeld von Protestbewegungen der 1970er Jahre entwickelten, verbinden Esoterik mit prinzipieller Menschenfeindlichkeit. Sie agitieren gegen Einwanderung und eine angebliche Überbevölkerung. Parolen der Neuen Rechten gegen Homogenisierung, für kulturelle Differenz und ein Recht auf Heimat sind längst in linke und ökologische Diskurse eingegangen.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
„LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.“
Weltbühne muß bleiben.
Minister Jäger ist keine Laterne
Ulla Jelpke (MdB, Die Linke) hat einen offenen Brief an NRW-Innenminister Jäger (SPD) geschrieben:
Sehr geehrter Herr Minister,
Als Dortmunder Bundestagsabgeordnete und Antifaschistin kann ich es nicht unwidersprochen lassen, wie Sie den Polizeibericht zum Angriff der Nazipartei „Die Rechte“ auf das Dortmunder Rathaus am Wahlabend des 26. Mai gutheißen.
Dieser Bericht ist ein erschreckendes Dokument, das zweierlei zeigt: Zum einen ist die fatale Neigung der Polizei, die von Nazis ausgehende Gefahr zu verharmlosen, noch immer nicht überwunden. Ich hatte gedacht, in Dortmund sei man inzwischen weiter – das war wohl leider ein Irrtum.
Zum anderen zeigt der Bericht, dass die gleiche Polizei die entschlossene Abwehr der Nazis durch Demokraten diffamiert.
Der Polizeibericht stellt das Zerrbild auf, wonach Antifaschistinnen und Antifaschisten die eigentlichen Gewalttäter gewesen seien, die eine harmlose Gruppe von Anhängern der „Rechten“ am Besuch einer öffentlichen Veranstaltung hindern wollten.
Auf Videos ist deutlich zu sehen, wie Nazis protestierende Demokraten mit Faustschlägen attackieren. Es ist zu sehen, wie Nazis gezielt mit Tränengas ihre Gegner angreifen. Es ist zu hören, wie die Nazis Parolen wie „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“ skandieren. Bei den Angreifern handelt es sich zum Teil um frühere Aktivisten der 2012 nach zahlreichen Gewalttaten wegen Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus und der SA verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“, die auch der Dortmunder Polizei einschlägig bekannt sind. Aber davon steht im Polizeibericht kein Wort, das wird verschwiegen. Die Polizei stellt ausschließlich die Demokraten als Gewalttäter dar.
Auf eine solche Weise Täter und Opfer zu vertauschen, finde ich unerträglich und erschütternd.
Es war doch von Anfang an klar, dass die Nazis nicht normale Besucher der öffentlichen Wahlfeier sind, sondern ihr Aufmarsch den Charakter einer Demonstration hatte, noch dazu mit einschüchterndem Charakter, was sich allein schon durch ihre Quasi-Uniformierung zeigte. Von daher ist es durchaus gerechtfertigt, von einem Sturm auf das Rathaus zu sprechen.
Dass in einer solchen Situation Demokratinnen und Demokraten zusammenhalten und den rechten Ansturm abwehren, sollte sich von selbst verstehen. In Dortmund war das auch so, was auch der Polizeibericht indirekt konstatiert, indem er durchgehend von „Linken/Bürgerlichen“ spricht. Linke, Antifaschistinnen und Antifaschisten und bürgerliche Kräfte haben zusammen gegen die Nazis Stand gehalten. Anstatt dies zu begrüßen, machen Sie sich das Zerrbild der Dortmunder Polizei zueigen, die versucht, die Antifaschistinnen und Antifaschisten als betrunken zu diffamieren.
Sehr geehrter Herr Innenminister,
es hätte Sie nachdenklich stimmen sollen, dass der Ältestenrat der Stadt Dortmund den gewalttätigen (!) Angriff der Nazis auf das Rathaus missbilligt und sich bei allen bedankt, die sich den Nazis „aus wohlverstandenem bürgerschaftlichem Engagement“ in den Weg gestellt haben.
Es hätte Sie nachdenklich stimmen sollen, dass die fatale Lageeinschätzung der Polizei sich maßgeblich auf Zusicherungen der Anführer der Dortmunder Naziszene selbst gestützt haben.
Und es sollte Sie nachdenklich stimmen, dass die Dortmunder Polizei verschweigt, dass Nazis mit Tränengas, Faustschlägen und Flaschenwürfen gegen die Antifaschistinnen und Antifaschisten vorgegangen sind.
Stattdessen haben Sie den Polizeibericht zu 100 Prozent verteidigt. Ihre Zusicherung, die Bekämpfung des Rechtsextremismus bilde einen Schwerpunkt der Landesregierung, wird damit von Ihnen selbst konterkariert. Sie sollten sich die Kriminalisierung und Diffamierung bürgerschaftlichen Protests gegen Nazis nicht zu eigen machen, sondern diesen Protest unterstützen. Ich erwarte deshalb von Ihnen eine ganz klare Revision ihres Standpunktes und eine Entschuldigung bei den diffamierten Antifaschistinnen und Antifaschisten. Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, wäre Ihr Rücktritt die einzig erträgliche Alternative.
Mit freundlichen Grüßen,
Ulla Jelpke
„Die einzige saubere Alternative“ wäre eine bessere Formulierung gewesen.
Unterwegs zu freundlichen Menschen
So fängt es vielversprechend an (Duisburg Hauptbahnhof).
Wir sind eingestiegen. Der Zug könnte also losfahren.
Oberhausen durchqueren wir kühn (und beschauen uns das Ruhrgebiet im Vorbeifahren).
Die Wolken verfinstern sich über der Energie. Das heißt: Wir fahren in Dortmund ein.
Ausgestiegen in Wischlingen. Weiterfahren lohnt sich nicht.
Noch vor wenigen Jahren war rechts von der Straße eine schöne Auenlandschaft mit meterhohem Gras. Inzwischen ist alles mit Bäumen bewachsen – irgendwie schade.
Was ist das? Was ist das?
Die CDU auf einem Festival der DKP?
Richtig! Es handelt sich um die portugiesische Coligacao Democratica Unitaria, das Wahlbündnis aus Kommunisten (Partido Comunista Portugues (PCP)) und Grünen (Partido Ecologista Os Verdes (PEV)).
Ich würde sogar CDU wählen – aber nur, wenn ich Portugiese wäre.
Ich erzähle jetzt jedem, daß ich mir an einem Infostand der CDU eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bestellt habe.
Zwischendurch mal kann man durch den schönen Wald gehen und das Fest von Weitem anschauen. Früher, als wir noch mit einem eigenen Büchertisch drei Tage lang beim UZ-Fest waren, brauchte ich ab und zu eine solche Ruhepause.
Daß es am Samstag, dem 28. Juni 2014 in Dortmund regnen wird, hatte ich schon vor einem halben Jahr vorhergesagt.
Wo sind eigentlich die vielen Wasservögel hin, die früher den schönen See bevölkerten?
Klaus der Geiger, auf der Gitarre begleitet von seiner Tochter.
„Hier stehe ich, du kannst nicht anders.“
„Man wollte mich trennen von meiner Partei. Es ist ihnen nicht gelungen.“
Es spricht Patrick Köbele, Vorsitzender der DKP.
Ulrich Sander spricht für die VVN.

Esther Bejarano (89) war Mitglied im Mädchenorchester von Auschwitz. Ihr Auftritt mit der deutsch-türkisch-italienischen Rapgruppe Microphone Mafia ist fester Bestandteil des UZ-Festes.
Konstantin Wecker hält dem Fest unserer kleinen Partei seit vielen Jahren die Treue.
Es war ein schöner verregneter Tag unter freundlichen Menschen, unter Menschenfreunden.
Kommt und holt euch den neuen Metzger!
Geschrieben, gestaltet, gedruckt und geheftet:
DER METZGER, das satirische Magazin. Nr. 110. Preis: 3 €.
So sieht das Heft von außen aus:
Und das steht drin (Überblick):
Jakop Heinn: Neues von der Schmalspur (Finale?). Für die Band Die Bandbreite wird es immer schmaler. Jetzt will auch die MLPD nichts mehr von ihr wissen.
Max Reinhardt: Königlicher militär-industrieller Komplex. Vor hundert Jahren: Wie der Weltkrieg dem Volke mit Bildern nahegebracht wurde. Für die Industrie war das Völkergemetzel ein Glücksfall.
Helmut Loeven: „Zuerst werden wir alle Subversiven töten“. 1977 fiel die Theologiestudentin Elisabeth Käsemann in Argentinien der Geheimpolizei in die Hände. Nach wochenlanger Folter wurde sie ermordet. Das Auswärtige Amt unter Minister Genscher tat nichts, um sie zu retten. Im Gegenteil: Die Militärdiktatur fand in der sozialliberalen Bundesregierung einen verständnisvollen Partner.
Tagebuch. U.a.: Die Partei „Die Linke“ und der Buchhandel. Der Weg nach oben als Niedergang.
Carl Korte: Apfelbisse. Mottes Abenteuer als Reporter.
A.S.H. Pelikan: Menschenalter (tabellarisch).
Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: „Ich will es nicht – mach’s, aber ohne mich; Frauenbewegung als K-Gruppe?; Muß Frollein Lohmeier ins Gefängnis?; Die Iditiotx sind unter uns (Frau Professor Hornscheidt und ihr Geisteszustand); Komische Häuser: Schuhhaus Pesch; Rousseau und die Wandparole bei Edeka u.a.
Marvin Chlada: Objekte der Begierde. Über die Museumsorgie in Fouriers neuer Welt der Liebe.
Herbert Laschet-Toussaint: Mütter nach Grosny. Gedicht.
Thomas Rüger: Mit Cordmütze und Gitarre. Neu: Die Musikkolumne.
Chantal Könkels: Die Projektgruppe Pudding und gestern hat wieder zugeschlagen.
Helmut Loeven: Konstruktive Tonlage. Komposition für Singstimme und Clavier. Mit Noten.
Sie können das neue Heft nicht abholen, weil Sie dazu überland reisen müßten? Das macht nichts. Sie können sich das Heft auch portofrei zuschicken lassen (das Wort „zuschicken“ anklicken um zu erfahren, wie es geht).
Und überhaupt: WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.
Duisburg sollte sich querstellen
Das dürfte jetzt wohl von Interesse sein
Ein Standard-Titel in der Weltbühne:

Sebastian Reinfeldt: „Wir für Euch“ Die Wirksamkeit des Rechtspopulismus in Zeiten der Krise. Edition DISS im Unrast Verlag. 144 S. 16 Euro
Wie prägen und begründen diskursive Muster, die rechtspopulistischen Parteien und Strömungen zugerechnet werden können, den politischen Diskurs zur Finanzkrise und die politischen Entscheidungen? Wie verändern sich dadurch die Machtverhältnisse und die Demokratie – samt unserer Vorstellungen davon, was Demokratie eigentlich ist?
Dr. Sebastian Reinfeldt ist Politikwissenschaftler und arbeitet in der Erwachsenenbildung. Seine thematischen Schwerpunkte sind rechter Populismus, Demokratietheorie, Sozialpolitik, undogmatischer Marxismus und Semiotik. Er lebt und arbeitet in Wien.
Wenn Ihr das Buch bestellen wollt, erinnert Euch bitte an die Lebensregel:
LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.
Weltbühne muß bleiben.
Das wäre interessant: Geschichtswerkstatt
Die Geschichtswerkstatt Zweiter Weltkrieg in der Duisburger Volkshochschule geht weiter. Der nächste Termin:
Sonntag, 11. Mai 2014, 11 bis 14 Uhr.
Ort: Volkshochschule Königstraße 47 (also ab jetzt NICHT mehr im IZ).
Thema:
Der 20. Juli 1944
Am 20. Juli 1944 verübte Graf von Stauffenberg ein Bombenattentat auf Hitler im Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg. Gleichzeitig lief eine Militärverschwörung in Berlin an. Sowohl das Attentat als auch der Militärputsch scheiterten. Hitler blieb am Leben und an der Macht.
Der zweite Weltkrieg ging weiter. Thema dieser Sitzung ist die Analyse des „20. Juli“ sowie weiterer Widerstandsaktionen gegen die Nazi-Diktatur. Zur Sitzung erscheint ein Materialheft.
Der Kurs wird geleitet von Martin Clemens und Aloys Reuter. Teilnehmergebühr: 5 Euro.
Dazu sage ich folgendes:
Erstens: Schade, daß das immer sonntags in Allerherrgottsfrühe ist. Da schlafe ich noch.
Zweitens: Die Informationen bei dieser Veranstaltung sind ganz gewiß nicht so knapp wie die Ankündigung durch die VHS.
Gestern in der Stadt
Bahnhof gesperrt.
Weil am Vormittag die NPD demonstrierte (am Abend dann auch „Pro NRW“), waren die Zugänge dem Hauptbahnhof von der Polizei gesperrt. Zugreisende mußten Umwege in Kauf nehmen.
Gegen den Aufmarsch der Faschisten wurde am Vorabend und am Vormittag des 1. Mai demonstriert (s.u.). Auf dem König-Heinrich-Platz stellte Duisburg sich quer mit einem Kulturprogramm. Das Kammerorchester des Philharmoniker und zum Schluß die Bröselmaschine.
Ein kluger Mann hat mal in einem Interview gesagt (ich zitiere aus dem Gedächtnis): „In der heutigen Zeit kann ein Musiker nicht unpolitisch sein.“
Ein interessanter Satz! Er hat nicht gesagt: „Ein Musiker muß politisch sein“. Er hat gesagt: „Ein Musiker kann nicht unpolitisch sein.“ Der Satz kann für Künstler allgemein gelten.
Der kluge Mann war Peter Bursch.
Menschen auf dem König-Heinrich-Platz, die lieber anderen zuhören als den Haßpredigern.

Die Parolen der Rechten sind uns zuwider. Wir haben eine andere Einstellung zum Menschen, eine andere Vorstellung vom Leben als NPD etc. Wir denken, wir fühlen, wir wollen das Gegenteil.
Das kann man deutlich hören.
Blasiert
Ach, der ist ja auch noch da! Thomas Meiser, Journalist, den ich schon kannte, als er schon so klein war, äußert sich im Internet zum bevorstehenden besonderen 1. Mai in Duisburg:
„Mittwoch Abend. Im Versammlungsraum des Kleinen Prinzen unweit des Rathauses haben sich rund zwei Dutzend Institutionenvertreter eingefunden. Der Evangelenchef ist dabei, Duisburgs Superintendent Armin Schneider.“
„Evangelenchef“ ist wohl der Chef der „Evangelen“. Haben die einen Chef?
„Der Verdi-Chef ist dabei, deren (sic!) lokaler Geschäftsführer Thomas Keuer. Der DGB ist dabei, auch in Person des ehemaligen Vorsitzenden, des Landtagsmitgliedes Rainer Bischoff.
Es geht den Honoratioren darum, Protest zu zeigen gegen eine Demo der NPD zu Beginn des nächsten Monats.
[…]
So wurde eine Demonstration von Duisburgs Zivilgesellschaft angemeldet. Startend am Hauptbahnhof, die Innenstadt entlang. Bis zum Lehmbruck-Museum.
Ein schon in vergleichbares Fällen (sic!) bewährtes Bündnis, die ‘Aktionsgemeinschaft für Toleranz und Zivilcourage’ wird diese Demonstration veranstalten. […] Dazu wird es ein Kulturprogramm geben: Zwischen Landgericht, Forum und Stadttheater“
vulgo: auf dem König-Heinrich-Platz
„werden die Duisburger Philharmoniker aufspielen.“
Die spielen nicht einfach, nein. Sie spielen „auf“.
„Und der weltberühmte Duisburger Gitarrist Peter Bursch mit seiner klassischen Band Bröselmaschine.“
Daß Peter Bursch mit seiner Revival-Band („klassisch“) in der Welt berühmter ist als Thomas Meiser, scheint ein Übel zu sein, das den drückt.
„Reden werden gehalten werden. Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD)“
wird nicht einfach die Eröffnungsrede halten, sondern
„wird es sich nicht nehmen lassen werden (sic!), die Eröffnungsrede zu halten.“
Et cetra pepé.
Thomas Meiser, wie man ihn kennt: mit stolz erhobener Nase und einem klaren und deutlichen „Hu, äh!“
Der schreibt wie der Sohn eines reichen Vaters, der aber auch nichts anderes ist als der Sohn eines reichen Vaters und sich ärgert, weil er der Sohn eines reichen Vaters gern wäre.
1. Mai – diesmal etwas anders
Am 1. Mai werden in Duisburg die Faschisten und Rechtspopulisten aufmarschieren. Sowohl die NPD als auch „Pro NRW“ haben Kundgebungen angekündigt, die als Provokation gegen die Gewerkschaftsbewegung aufgefasst werden müssen. Der DGB will sich jedoch nicht von seinem Konzept abbringen lassen, wie jedes Jahr im Landschaftspark Nord sein „Familienfest“ abzuhalten.
So ganz und gar ignorieren wird der DGB die rechten Provokationen allerdings nicht:
Am Dienstag, 29. April um 18 Uhr im Julius-Birck-Saal im DGB-Haus am Stapeltor findrt eine Veranstaltung statt:
Am 1. Mai 2014 wollen NPD und Pro NRW in Duisburg aufmarschieren. Warum haben sie sich gerade diese Stadt ausgesucht? Wie konnten extrem rechte und rechtspopulistische Parteien bei der Bundestagswahl im September 2013 überdurchschnittliche Ergebnisse in Duisburg erzielen? Und wie kommt es, dass die rechtspopulistische Splitterpartei Pro NRW im Oktober 2013 von 200 jubelnden Menschen in Duisburg-Neumühl empfangen wurde?
Alexandra Graevskaia (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung) wird in ihrem Vortrag auf die Akteure im Diskurs eingehen und aufzeigen was den Rechtspopulismus in Duisburg bestärkt hat.
Die Duisburger Studentenzeitung akduell kündigt dür den 1. Mai einen Liveticker an:
http://akduell.de/2014/04/ankuendigung-akduell-liveticker-zum-1-mai/
Für den 1. Mai hat die Weiterlesen
„Eine Vertreibung ist inakzeptabel.“
Presseinformation des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung
Mit großer Beunruhigung nimmt das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) die aktuellen Entwicklungen rund um die Häuser In den Peschen 3-5 in Duisburg-Rheinhausen zur Kenntnis. Prof. Dr. Siegfried Jäger fordert die Stadt Duisburg auf, ihrer sozialen Verantwortung endlich gerecht zu werden.
Obwohl die rechtliche Grundlage fragwürdig ist, will Vermieter Branko Barisic die Häuser räumen lassen. Die dort aktuell bereits unter sehr schlechten Bedingungen lebenden Menschen sind von Wohnungslosigkeit und weiterer sozialer Ausgrenzung bedroht. Einige haben die Häuser bereits verlassen. Entgegen eines Ratsbeschlusses aus dem vergangenen Herbst existiert bisher kein Unterbringungskonzept, mit dem die städtische Wohnungsbaufirma Gebag den Mieterinnen und Mietern Alternativwohnungen anbieten sollte.
„Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Häuser handelt es sich um Duisburger Bürgerinnen und Bürger“, sagt Prof. Dr. Siegfried Jäger. „Es sind Familien mit Kindern, die hier zur Schule gehen und die sich hier eine Zukunft aufbauen wollen. Menschen, die nach Duisburg eingewandert sind, haben die gleichen Rechte wie alle anderen auch. Eine Vertreibung ist inakzeptabel. Die Stadt muss den Betroffenen dabei helfen, eine menschenwürdige Unterkunft in Duisburg zu finden.”
Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung forscht seit 27 Jahren zu den Themen soziale Ausgrenzung, Rassismus und Einwanderung in Deutschland. Im Jahr 2012 gründete sich im DISS der Arbeitskreis Antiziganismus, der seitdem zur Diskriminierung vonm Menschen forscht, die als Roma oder Sinti identifiziert werden. Vor diesem Hintergrund bewertet das DISS Äußerungen des Duisburger Sozialdezernenten Reinhold Spaniel kritisch. Spaniel hatte im Dezember erklärt, die Stadt müsse die von der Räumung bedrohten Menschen nicht bei der Suche von Ersatzwohnungen unterstützen. Vielmehr setze man darauf, dass sie wegen ihrer „hohen Mobilität“ die Stadt verlassen.
„Seit Jahrhunderten leiden Menschen, die als Roma identifiziert werden, unter Vertreibung“, sagt DISS-Mitarbeiterin Alexandra Graevskaia. „Durch diese Geschichte der Vertreibungen entstanden die rassistischen Vorurteile vom Nomadentum und von der Heimatlosigkeit und wurden zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Es ist Aufgabe einer Sozialbehörde, diesen Kreislauf der Diskriminierung zu durchbrechen und den Menschen hier eine Perspektive zu geben. Keinesfalls sollte sie die Vorurteile und die besonders prekäre soziale Situation der Betroffenen auch noch als Argument dafür in Stellung bringen, um eine erneute Vertreibung zu rechtfertigen“, so Graevskaia weiter.
Auch in anderer Hinsicht sieht das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung die Stadt Duisburg in der Pflicht: Seit vielen Monaten tauchen im Internet unter anderem auf Facebook rassistische Beschimpfungen und Bedrohungen auf, bis hin zu der Forderung nach Pogromen. „Die Stadt muss deutlich machen, dass sie keine Form von Rassismus toleriert, auch nicht, wenn sie sich als Wut besorgter Anwohnerinnen und Anwohner äußert“, sagt Prof. Dr. Siegfried Jäger. „So lange die städtischen Institutionen nicht offensiv das Recht aller Bürgerinnen und Bürger verteidigen, hier unter menschenwürdigen Bedingungen leben zu können, fühlen sich diejenigen bestärkt, die hetzen und Vertreibung fordern.“ Eine solch unheilvolle Entwicklung habe das DISS bereits bei den Analysen im Zusammenhang mit den rassistischen Pogromen der 1990er Jahre ausmachen können.
Weitere Informationen über das DISS finden Sie auf der Website des
Instituts http://www.diss-duisburg.de.
Schöne Grüße vom Ostermarsch!
Bilder, die für sich was sagen: Bilder vom Ostermarsch 1987 (Duisburg, Essen, Dortmund), aus dem Bildarchiv der DFG-VK (Gruppe Duisburg).
Diese 9 Bilder sind als POSTKARTENSERIE erschienen.
Gibt es noch Leute, die wissen, was eine Postkarte ist? Eine Bildpostkarte? Man nannte sie auch „Ansichtskarte“.
Postkarten werden von der Post immer noch befördert, und manche Leute freuen sich, wenn sie eine Postkarte bekommen – als schönen Gruß aus der materiellen Welt. Man muß sie nicht verschicken. Man kann sie auch an die Wand hängen oder sonstwie aufbewahren.
Es gibt Leute, die Postkarten sammeln, und es gibt Leute, denen man empfehlen sollte, damit anzufangen. Denn die Postkarte ist ein universelles und mitunter subversives Medium: in der Form stringent (DIN-A6, Hoch- oder Querformat), in der Thematik geradezu unbegrenzt.
Der meistens unvermeidliche Infostand der DFG-VK.
Wer genau hinguckt, erkennt den Zweimetermann mit Schlips: Henning Scherf.

Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime begrüßen den Ostermarsch. Bruno Bachler spricht.

Wer genau hinguckt, erkennt Dietmar Schönherr (am Mikrophon).
Die Postkartenserie Ostermarsch 1987 (1 bis 9) ist für 10 Euro erhältlich (einschließlich Porto).
Die Motive sind auch einzeln erhältlich (Stückpreis: 1 Euro).
Bestelladresse: DFG-VK c/o Buchh. Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg.
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
DFG-VK heißt: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner.
Und: Es gibt aus unserer Werkstatt noch viele andere Postkarten.
Und: Dran denken: Ostermarsch 2014!
Kommt und holt Euch den METZGER!
Es ist zwar noch MÄRZ, aber die APRIL-Ausgabe liegt schon hier. Schließlich wollen wir ja auch mal der Zeit voraus sein (kommt ja selten vor).

DER METZGER, das satirische Magazin. Nr. 109. Preis: 3 €.
Aus dem Inhalt:
Helmut Loeven: Rechnung ohne den Putin. Zur Krim-Krise: Der Westen hat den Russen nichts voraus, was zu einer moralischen Attitüde berechtigen würde.
Renate König: Verfolgung Homosexueller in Afrika.
Jakop Heinn: Zeigt mir, wen ihr ausschließt. Die SPD hat viele ihrer Mitglieder ausgeschlossen wegen „parteischädigenden Verhaltens“ – bloß nicht die, die der Partei tatsächlich geschadet haben.
„Zweite und dritte Opfergeneration schweigt nicht länger“. Ulrich Sander sprach mit Alice Czyborra über „Kindes des Widerstandes“.
Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: „Critical Whiteness“ als neue Plemplem-Variante links-alternativen Sektenwesens; Warum ist Steuersenkung noch schlimmer als Steuerhinterziehung?; unverständliche Wandmalerei; Bernd; neue Wojna-Schoten; komische Häuser, komische Schilder u.a.
Der Kühlschrank-Ficker oder Man will ja auch nicht nochmal zwanzig sein. Marvin Chlada interviewte wieder Florian Günther.
Carl Korte: Reporterwahn. Mottes Erlebnisse in der Lokalredaktion. Diesmal: Scharfmacher.
Max Reinhardt: „Verstehst du das?“ „Da mußt du die Leute fragen, die geschossen haben.“
Herbert Laschet-Toussaint: Syrischer Frühling. Ein Gedicht.
Sie können das neue Heft nicht abholen, weil Sie dazu überland reisen müßten? Oder weil Sie sich grundsätzlich einen Zeh brechen, wenn Sie auch nur in die Nähe der Gneisenaustraße kommen? Das macht nichts. Sie können sich das Heft auch portofrei zuschicken lassen (das Wort „zuschicken“ anklicken um zu erfahren, wie es geht).
Und überhaupt: WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.













