Wo ich letztes Wochenende war?

Wenn Sie aufgepaßt hätten, dann wüßten Sie das.
Am letzten Samstag/Sonntag (10./11. September) war ich, und nicht ich allein, in diesem Haus, der Jugendherberge am Duisburger Sportpark Wedau.
Wenn Sie aufgepaßt haben, dann wissen Sie, warum:
Dort war die Landeskonferenz der DFG-VK (Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Friedensgesellschaft / Vereinige Kriegsdienstgegner), und ich gehörte zur Delegation der Duisburger Gruppe.
Auch die WAZ erfuhr davon:
Ich fühle mich immer ganz wohl auf diesen Konferenzen grundvernünftiger Menschen, vor allem, wenn ich da zu Fuß hingehen kann. Es ging da zum Beispiel um Abgrenzung nach rechts, und es ging auch um den Umgang mit dem toxischen „Bündnispartner“ MüLLPD, die den Ostermarsch ganz für sich alleine haben will, und um lauter so praktische Sachen.
Mein ganzer Stolz: Meine Delegiertenkarte (falls ich ein Alibi brauche).
Gerade in dieser Zeit erneuerter Kriegsbegeisterung, in der wir Antimilitaristen wieder als Innerer Feind benötigt werden, sollte jeder mit gutem Willen und klarem Kopf ernsthaft in Betracht ziehen, Mitglied zu werden.
Siehe hier,
und, was die Duisburger Spezial-Variante betrifft, siehe auch links bei den Links („Blogroll“).
DFG-VK – sie ist gut für dich, erkundige dich nach ihr.

@Linxman(iak): Schäumense ruhich, schäumense ruhich!

Sonntag: Fest für alle

Kommt zum FEST FÜR ALLE am Sonntag, 18.09.2022
Von 15-19 Uhr in den Böninger Park in Duisburg-Hochfeld. (große Wiese Heerstr./Karl-Jarres-Str.)
Sie sagen, dass wir die Heizung nicht aufdrehen sollen im Winter.
Sie sagen, dass wir Strom sparen sollen und sie uns den Strom auch ganz bestimmt nicht abstellen werden.
Ja, ein bisschen mehr Geld geben Sie uns, aber erst im Januar. Das wird nicht reichen.
Wie sollen wir im Winter sparen, wenn es schon jetzt nicht reicht?
Wenn alles viel teurer wird, brauchen wir mehr Geld –
viel mehr Geld. Und viel mehr Teilhabe. Und zwar jetzt!
Einige werden in dieser Krise noch reicher werden, andere bettelarm.
Wir wollen nicht nur überleben, wir wollen gut leben und in Würde.
Was sollen wir tun?
Was können wir tun?
Ein Fest feiern!
Kommt zum FEST FÜR ALLE am Sonntag, 18.09.2022
Von 15-19 Uhr in den Böninger Park in Duisburg-Hochfeld.
Lasst uns miteinander reden, Musik hören und natürlich zusammen essen und trinken. Bringt mit, was ihr teilen wollt und könnt! Wir wollen uns gegenseitig helfen. Junge, Alte, Kinder, kommt in den Park!
Lasst uns gemeinsam wieder die soziale Frage stellen:
Warum geht’s den einen gut und den anderen schlecht?
Vielleicht können wir ja doch was ändern,
denn – ganz ehrlich – unsere Armut kotzt uns an

Jean-Luc Godard 1930-2022

Nicht „politische Filme“ machen, sondern „politisch Filme“ machen.

Im Kino mit Barbara. Barbara und ich: Da hatten sich aber auch zwei Kino-Freaks gefunden! In Bonn, wo ich bei ihr wohnte, war ein Kino mit täglich wechselndem Programm, und jeden Tag bis auf den letzten Platz ausverkauft: Das Woki.
Der erste Film, den wir gemeinsam sahen, war „La Chinoise“ von Jean-Luc Godard, Frankreich 1967. So einen Film, so eine Art von Film hatte ich noch nie gesehen! Barbara war mit mir gemeinsam an der Frontlinie der Avantgarde. Der Film war im französischen Original; daß es auch eine synchronisierte Fassung gibt, erfuhr ich erst Jahre später. Die hab ich auf der Festplatte und schau immer wieder ein paar Szenen daraus. Und in jeder METZGER-Ausgabe ist ein Still aus „La Chinoise“.
(aus: Juno).
Doch: Ich hatte auch vorher schon im Kino einen Film von Godard gesehen: „Le Mépris“ (Die Verachtung) von 1963 – mit strengem Jugendverbot (ich war trotzdem drin). Auch das war ein Film wie vorher noch nie gesehen, den man ganz anders ansehen mußte, um überhaupt etwas davon zu verstehen, weil er ganz anders konstruiert war. Ich erlebte verwundert, daß nach & nach etwa die Hälfte des Publikums protestierend das Kino verließ (siehe DER METZGER Nr. 40).
Später war der Film freigegeben ab 6 Jahre. Es wird schwer sein, diesen Fortschritt zu verteidigen.

Jean-Luc Godard 3. Dezember 1930 – 13. September 2022

Ich sage: Das ist erweiterte Wissenschaft

Wer die WISSENSCHAFTLICHEN FACHZEITSCHRIFTEN kultuRRevolution und DISS-Journal zur Hand nimmt, muß nicht trockene Materie fürchten, sondern kann etwas von ERWEITERTER WISSENSCHAFT ahnen.
Das DISS-Journal ist die Zeitschrift des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung.
kultuRRevolution ist die von Jürgen Link gegründete Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie.
Von beiden Zeitschriften ist ein gemeinsames SONDERHEFT für eine andere Zeitenwende als GEMEINSAME DISKURSINTERVENTION erschienen.
Es erschienen darin Beiträge von Wolfgang Kastrup, Jürgen Link, Clemens Knobloch, Margarete Jäger, Iris Tonks, Anna-Maria Mayer, Benno Nothardt, Carmen Perna, Guido Arnold, Lina Ganowski, Felix Tripps, Friedemann Vogel und weiteren Autorinnen und Autoren.
Das Heft (68 Seten) ist für 4 € in der/durch die Buchhandlung Weltbühne erhältlich.
Im Vorwort heißt es:
Eine wiedererstarkende antimilitaristische Bewegung in Deutschland (und Europa) ist notwendiger denn je. Angesichts einer mit 100 Milliarden Euro geförderten Rüstungsindustrie können wir uns ein Überwintern in Schockstarre (vergleichbar mit dem Bewegungstief während des ersten Jahres der Covid-Pandemie) nicht erlauben. Eine für den 28. August geplante Blockade der beiden deutschen Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann in Kassel könnte ein Auftakt sein.
Die Zeitschriften kultuRRevolution und DISS-Journal wollen mit diesem gemeinsamen Sonderheft auf die (Kriegs-)Gefahren binaristischer Sichtweisen und ihre verheerenden gesellschaftspolitischen und ökologischen Konsequenzen aufmerksam machen. Das Heft wendet sich an die politische und zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit und damit explizit auch an soziale Bewegungen. Es will als Denkanstoß für eine ›andere Zeitenwende‹ gelesen werden.

Die besten Kommentare zum Ukraine-Krieg erschienen im METZGER. Und so wurde der Kommentar „In der Hitze der Schlacht – Wenn Imperialisten Imperialisten Imperialisten nennen“ von Lina Ganowski aus DER METZGER Nr. 144 in dieses Sonderheft aufgenommen

6. August: Hiroshima-Tag. Zwei Bekanntmachungen

Das Duisburger Friedensforum (www.friedensforum-duisburg.de) veranstaltet anlässlich des Internationalen Hiroshima-Tages am 6. August eine Mahnwache im Innenhafen am Joh.-Corpitius-Platz und sandte folgende Pressemitteilung:

Pressemitteilung des Friedensforums Duisburg zu den Nuklearbomben-Abwürfen auf Japanische Städte
Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomwaffen ächten!
Mit dem Abwurf von Atombomben über die japanischen Städte HIROSHIMA und NAGASAKI am 6. August und 9. August 1945 verwandelten zwei Atombomben zwei japanische Städte zu atomaren Höllen. Zehntausende Menschen waren sofort tot. Bei Menschen, die sich im innersten Stadtkern aufhielten, verdampften die obersten Hautschichten. Der gleißende Blitz der Explosion brannte Schattenrisse von Personen in stehengebliebene Hauswände ein, ehe die Menschen von der Druckwelle fortgerissen wurden. Die überwiegend unmittelbar bei der Explosion freigesetzte nukleare Strahlung tötete in den Wochen darauf zahlreiche weitere Einwohner, die zwar nicht der unmittelbaren Druck- und Hitzewelle zum Opfer gefallen waren, jedoch tödliche Strahlendosen erhalten hatten. Insgesamt starben bei den Angriffen samt den Spätfolgen bis 1946 unterschiedlichen Schätzungen zufolge 90.000 bis 166.000 Menschen.
Am 8. Juli 1996 stellte der Internationale Gerichtshof in Den Haag in einem Rechtsgut-achten einstimmig fest, dass sowohl der Einsatz von Atomwaffen als auch die
Drohung mit dem Einsatz dieser Waffen generell völkerrechtswidrig ist. Die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen ist aber ein Kernelement der Atomwaffendoktrin der NATO und damit auch Deutschlands, das überdies aktiv an der »nuklearen Teilhabe« mitwirkt und bis heute die Stationierung von US-Atomwaffen in Büchel zulässt. Aktuell wurden Pläne aus dem Bundesverteidigungsministerium vorgelegt, die Tornado-Kampfflugzeuge der Bundeswehr ab 2025, durch bis zu 93 Eurofighter-Jets zu ersetzen sowie 45 F-18-Kampflugzeugen von Boeing. Das US-Modell soll für den elektronischen Luftkampf sowie für die „Nukleare Teilhabe“ Deutschlands an US-Nuklearwaffen beschafft werden. Bewaffnete Drohnen stehen dem Militär in Aussicht.
Wir appellieren an die Bundesregierung, die katastrophalen und inhumanen Folgen eines Nuklearwaffeneinsatzes anzuerkennen und dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen (UN) beizutreten.
Das Friedensforum Duisburg ruft zur Teilnahme an einer Mahnwache im Gedenken an die Atombomben-Opfer am 6. August auf dem Joh.-Corpitius-Platz im Innenhafen zwischen 18:00 und 21:00 Uhr in der Duisburger Innenstadt, auf.
Nie wieder Krieg! – Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr! – Keine US-Nuklearsprengköpfe auf deutschem Boden weder in Büchel oder anderswo! Dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten! – Atomwaffen ächten und abschaffen!

Die Erklärung der DFG-VK-Gruppe Duisburg (August 2007):
Das Zeitalter der Atombombe ist noch nicht beendet
Am 6. August 1945 zerstörte eine amerikanische Atombombe die japanische Stadt Hiroshima. Am 9. August 1945 wurde die zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen. Durch die beiden Atomexplosionen kamen mehr als 100.000 Menschen ums Leben. In den Jahren danach – bis heute – haben die radioaktiven Spätfolgen vielen Menschen Krankheit und Leid gebracht, noch tausenden das Leben gekostet.
Mit dem Einsatz dieser fürchterlichen Waffe endete der Zweite Weltkrieg, und es begann ein neues Zeitalter. In den Jahrzehnten nach 1945 schwebte die Gefahr eines Atomkriegs als ein Damoklesschwert über der Menschheit.
Mit den Atombombenabwürfen – so wird gesagt – sollte der Zweite Weltkrieg zu einem schnelleren Ende geführt werden, und es sollte das Risiko einer verlustreichen US-Invasion in Japan vermieden werden. Doch der eigentliche Grund verbirgt sich dahinter: Nach dem Sieg über Nazi-Deutschland fiel die Anti-Hitler-Koalition, in der die Großmächte USA und Sowjetunion verbündet waren, auseinander. Die beiden Länder, die gegensätzliche Gesellschaftssysteme verkörperten, wurden zu Gegnern. Mit der Atombombe wollten die USA ihre Überlegenheit signalisieren. In Hiroshima und Nagasaki begann der Kalte Krieg.
Der Glaube, mit der Bombe ein politisches und militärisches Druck- und Drohmittel zur Durchsetzung ihrer weltpolitischen Ziele in der Hand zu haben, ließ die US-Administration eine Politik der Friedenssicherung durch Verhandlungen zugunsten einer „Politik der Stärke“ zurückstellen. Mit der oft beschworenen „sowjetischen Gefahr“ war immer die Infragestellung des Hegemonialanspruchs der USA und der Zukunftsperspektiven des kapitalistischen Gesellschaftssystems gemeint. Die US-Strategie der „Eindämmung“, des „Roll Back“ und der „Massiven Vergeltung“ basierte auf dem Atomwaffenmonopol der USA. Sie gründete sich auf die Voraussetzung, daß ein termonuklearer Krieg möglich, vorstellbar und vertretbar ist und daß er im klassischen Sinn gewonnen und verloren werden kann. Zu diesem Zweck wurde, erst recht nachdem die USA nicht mehr allein über Atomwaffen verfügten, die Atomwaffentechnologie weiterentwickelt: durch Atombomben-Flugzeuge mit großer Reichweite, durch mit Atomwaffen ausgerüstete U-Boote, durch Militärstützpunkte, Mittelstreckenraketen, Marschflugkörper, Interkontinentalraketen und schließlich durch das Programm der Weltraumrüstung SDI.
Die Bundesrepublik Deutschland wurde zum Vorposten der US-amerikanischen Atomstrategie. Allein die in der BRD stationierten Atomwaffen hätten ausgereicht, die gesamte Menschheit auszulöschen. Einigen Politikern reichte das nicht. Sie wollten die BRD selbst zur Atommacht machen. 1957 wurde die Frage der Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen von der Bundesregierung aufs Tapet gebracht. Der seinerzeitige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß damals: „Ein Verzicht auf Kernwaffen unter den gegebenen Umständen … würde militärisch eine Preisgabe Europas an die Sowjetunion bedeuten.“
1958 heißt es in einer Entschließung des Deutschen Bundestages, es sei notwendig, „daß die Streitkräfte der Bundesrepublik mit den modernsten Waffen so ausgerüstet werden, daß sie den von der Bundesrepublik übernommen Verpflichtungen im Rahmen der NATO zu genügen vermögen.“ Als 1968 der Atomwaffensperrvertrag abgeschlossen wurde, weigerte sich die Bundesregierung lange, diesem Abkommen, das die Weiterverbreitung von Atomwaffen einschränken sollte, beizutreten.
Der Kampf gegen die atomare Aufrüstung in den 50er und 60er Jahren war der Ausgangspunkt der Ostermarschbewegung, der Friedensbewegung, der Außerparlamentarischen Opposition und der systemkritischen Linken in unserem Land.
Mit dem Ende der Systemauseinandersetzung ist die Gefahr eines Atomkrieges keineswegs beseitigt. Heute verfügen mehr Länder über Atomwaffen als je zuvor, einige weitere Länder streben danach. Im Dauerkonflikt im Nahen Osten könnten Atomwaffen schon bald eine Rolle spielen.
In den sechs Jahrzehnten des „Atomzeitalters“ haben sich die USA stets geweigert, einem Abkommen beizutreten, das die Atombombe ächtet. Sie haben sich stets geweigert, sich zu verpflichten, Atomwaffen nicht als erste einzusetzen und nicht gegen Länder einzusetzen, die ihrerseits nicht über Atomwaffen verfügen und die USA nicht mit Atomwaffen bedrohen. Die USA beanspruchen für sich, Atomwaffen wann und gegen wen einzusetzen, wie es ihnen opportun erscheint. Der US-Kongreß beschloß, „das Sicherheitsdispositiv im gesamten Nuklearwaffenprogramm neu zu beleben und das Bekenntnis der Nation zur Aufrechterhaltung der nuklearen Abschreckungsfähigkeiten der Vereinigten Staaten zu erneuern“.
Das Atomzeitalter ist nicht beendet. Der Kampf gegen die Atombombe kann daher auch nicht beendet sein.

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner
Gruppe Duisburg
c/o Buchhandlung „Weltbühne“
Gneisenaustr. 226
47057 Duisburg
E-Mail: info@dfg-vk-duisburg.de
Verantwortlich: Helmut Loeven

Hundert Jahre Georg Kreisler

Heute, am 18. Juli 2022, ist der hundertste Geburtstag von Georg Kreisler – geboren am 18. Juli 1922 in Wien. 1938 nach dem „Anschluß“ Österreichs an Nazi-Deutschland Flucht der jüdischen Familie in die USA.
Kreisler fand in Hollywood Verbindung zum Film, arbeitete mit Charlie Chaplin und Hanns Eisler zusammen. 1943 US-amerikanische Staatsbürgerschaft und gleich Einziehung in die Armee, dort ausgebildet als Übersetzer und Verhör-Spezialist. Gleich nach Kriegsende lernte er Deutschland von seiner unappetitlichsten Seite kennen: Er begegnete den festgenommenen Hermann Göring und Ernst Kaltenbrunner, er verhörte Julius Streicher.
Kreisler wollte nicht als Österreicher gesehen werden. Auch wenn er nach 1945 in Europa lebte, stellte er sich als Bürger der USA vor.
Man kann dagegen einwenden, daß Kreisler sehr österreichisch wirkte, wenn man seinen Namen in eine Reihe stellt mit Landsleuten wie Karl Kraus, Peter Altenberg, Helmut Qualtinger, Joseph Roth, Egon Fridell, Georg Stefan Troller, André Heller, Helmut Zenker, Fritz Muliar, die das NEIN als Element österreichischer Kultur garantieren. Allerdings bemerkte Kreisler:
„Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher, denn im Jahre 1945, nach Kriegsende, wurden die Österreicher, die 1938 Deutsche geworden waren, automatisch wieder Österreicher, aber diesmal nur diejenigen, die die Nazizeit mitgemacht hatten. Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet wurde, also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht mehr zurück.“

Man sollte Georg Kreisler nicht vergessen, man sollte ihn hören.
Ich weiß immer noch nicht, was ein Bluntschli ist. Es wurde mir oft erklärt, aber ich glaube, daß keine der Erklärungen zutrifft.
Georg Kreisler soll, seine Kunst bilanzierend, sinngemäß gesagt haben: Man hat es heute schwerer, wenn man erreichen will, daß die Leute vor Ende des Konzerts den Saal verlassen und beim Hinausgehen die Tür zuknallen.

Da sollte man hingehen: Bernd Drücke im Syntopia

Veranstaltungshinweis vom Stadtteil- und Projektladen Syntopia:

Anarchismus als gelebte Utopie – Vortrag und Diskussion mit Bernd Drücke
Anarchie ist Chaos und Terror? Quark! Anarchie ist eine egalitäre, solidarische Ordnung ohne Herrschaft, eine gelebte Utopie und hinreißende Alternative sowohl zum Kapitalismus als auch zum etatistischen „Sozialismus“ marxistischer Prägung. Anarchist*innen wollen keine Diktatur, sondern einen menschenfreundlichen, freiheitlichen Sozialismus von unten verwirklichen. Anarchismus ist heute eine kleine Bewegung, aber quicklebendig. Anarchist*innen vieler Länder versuchen ihre Utopien von einem Leben ohne Chef und Staat zu verwirklichen. Was bedeutet für sie Anarchie? Wovon träumen sie? Welche Perspektiven sehen sie? Gilt in der Anarchie die Straßenverkehrsordnung? Das sind Fragen, auf die der Referent Bernd Drücke in seinem Vortrag Antworten geben kann.

Bernd Drücke hat zum Thema „Libertäre Presse in Ost- und Westdeutschland“ promoviert, ist Soziologe und war 22 Jahre Koordinationsredakteur der Monatszeitung Graswurzelrevolution. Seit Januar 2021 arbeitet er im Archiv für alternatives Schrifttum (afas) in Duisburg.
Der Autor u.a. von „Zwischen Schreibtisch und Straßenschlacht?“, „ja! Anarchismus“, „Anarchismus Hoch 2“ und „Anarchismus Hoch 3“ hat 2021 mit dem Freundeskreis Paul Wulf das Buch „Ich lehre euch Gedächtnis“ im Unrast Verlag herausgegeben. „Anarchismus Hoch 4“ erscheint 2022.
Videotipps:https://www.youtube.com/watch?v=7sYLU8Hznl4https://www.youtube.com/watch?v=JlmNp-fJve8 https://www.youtube.com/watch?v=pj2mLidCAUg

Das Syntopia ist ab 19 Uhr geöffnet, der Vortrag beginnt um ca. 19:30 Uhr.
Bitte beachtet, dass die Einlassregeln im Syntopia derzeit nur 2G zulassen. Bitte habt Verständnis, dass wir dies am Eingang kontrollieren: Führt bitte euer Impfzertifikat oder Genesungsnachweis sowie einen Lichtbildausweis mit.

Syntopia – Gerokstraße 2 – Duisburg-Hochfeld

Wissen Sie schon das Neuste? UZ-Pressefest ja. Aber nicht in Dortmund!

Das UZ-Fest, immer wieder wegen Corona verschoben, sollte nun also in diesem Jahr an alter Stelle in Dortmund (Revierpark Wischlingen) stattfinden. Doch dann wurde es gekippt: Der Revierpark ist zum vorgesehenen Termin nicht frei.
Also nahm die Partei sich vor: Bei dem Datum bleibt es, aber wir suchen einen anderen Ort. Das scheint geklappt zu haben:
Schauen wir genauer hin:
Die UZ ist ja die Zeitung, von der ich am ehesten erwartet hätte, daß sie Ort und Zeit bekannt gibt.
Daß das UZ-Fest sein muß und wieso, das wissen wir selber. Aber wo denn jetzt? Berlin ist groß.
Na, dann schaun wir doch einfach mal im aktuellen Internet nach. Und was erfahre ich als neuesten Stand?
Also, ihr Lieben, fahrt dann mal an dem Wochenende 27. und 28. August nach Berlin und sucht die Stadt nach dem UZ-Fest ab.

Schadeschadeschade! Ich war jahrzehntelang mit meinen Freunden und mit meinen Freundinnen bei den UZ-Festen, zuerst ein paarmal in Duisburg, dann einmal in Bottrop (auch da hat’s geregnet), und dann immer wieder in Dortmund. Und das war immer gut, immer gelungen – auch weil man dort nicht nur etwas sehen, sondern auch zeigen konnte. Die Weltbühne-Büchertische gehörten zweifellos zu den Höhepunkten der UZ-Feste in all den Jahrzehnten. Und die Büchertische in der Bücherhalle waren sowas wie die Lizenz zum Gelddrucken. Aber nach Berlin reisen, werde ich wohl nicht auf mich nehmen.
Oder vielleicht doch?
Ich könnte ja — mal wieder meine Freundin Anne besuchen, und auch bei ihr übernachten. Wenn sie überhaupt noch da wohnt, und – falls ja – wenn sie überhaupt noch für mich die Tür aufmacht.

Das war eigentlich eine gute Konferenz

Am Freitag, Samstag, Sonntag (20. bis 22. Mai) hatte ich die Ehre (jawohl! Ehre), als Delegierter der Duisburger Gruppe am Bundeskongress der DFG-VK teilzunehmen.
Das war eine schöne Strecke Arbeit, auch, sich im voraus durch die Vorlagen, Berichte, Anträge durchzuarbeiten.
Die Konferenz fand praktischerweise in der Jugendherberge in Duisburg-Wedau an der Kruppstraße statt. Schönes Haus!
Man kennt aus früheren Zeiten hitzige Debatten, Fraktionsdämme und Festivals der Selbstdarstellung. Heutzutage geht es eher vernünftig, sachlich, konzentriert, wiedersehenserfreut (hallo K.!) und keineswegs unfröhlich zu.
Über Beschlüsse & Ergebnisse zu berichten erspare ich mir an dieser Stelle, empfehle aber die Arbeit dieser traditionsreichen Friedensorganisation (in Zeiten wiedererwachender Kriegsbegeisterung und Geschichtsvergessenheit) der besonderen Aufmerksamkeit. In der Linkliste (Spalte links) kommt man zur Homepage der Duisburger Gruppe. Und den Bundesverband findet man, wenn man hier klickt. Und (allen Ernstes!) überlegt euch doch bitte mal, ob ihr Mitglied werden könntet (schon ab 2 € im Monat).

Hervorheben will ich: die schöne landschaftliche Umgebung und das sehr gute Essen in der Mensa der Jugendherberge. Atmosphäre ist für das Gelingen guter Politik von viel größerer Bedeutung als den meisten bewußt ist.
Am Ende war ich der einzige Delegierte, der zu Fuß nach Hause gehen konnte. Das konnten eigentlich alle anderen zwar auch. Aber ich war der einzige, der es auch tat.

Bestimmt interessant: August-Bebel-Institut – Ausstellung in Berlin

Ausstellung Zeitgeschichte. Protest, Ungehorsam, Widerstand. Berlin in den 1980er Jahren.
Ausstellung 25. Mai bis 24. Juni 2022 · Öffnungszeiten Di–Fr, 14–18 Uhr.

Foto (C) Ann-Christine Jansson

Reportagefotos von Ann-Christine Jansson

1980 kommt Ann-Christine Jansson aus dem ruhigen Stockholm nach West-Berlin. »Zuhause waren Demonstrationen eher Sonntagsspaziergänge. Hier aber flogen Steine und Tränengasgranaten durch die Luft.«
Die Fotoreporterin berichtet über öffentliche Protestkultur und studiert deren Milieus in Kneipen und WG-Zimmern. Mit ihrem schwedischen Pass konnte sie an vielen Treffen und Demonstrationen der ostdeutschen Opposition teilnehmen.
Die Perspektive ihrer Arbeit beschreibt Jansson so: »Vor allem bedeutet Fotografie für mich, respektvolle Nähe zum Gegenüber herzustellen. Die Bilder sind ein Ergebnis des Spannungsverhältnisses von Nähe und Distanz. Blicke und Gefühle der Menschen sind ein wichtiger Fokus meiner fotografischen Arbeit.«
Ann-Christine Jansson, BA in Kunstgeschichte, Pädagogik und Soziologie an der Universität Stockholm; seit 1980 Fotojournalistin in Berlin für skandinavische und deutsche Medien; Bildredakteurin bei Svenska Dagbladet und taz; Lehrtätigkeit in Reportagefotografie am Photocentrum der Gilberto-Bosques-Volkshochschule, Friedrichshain-Kreuzberg.

Mi, 25. Mai, 19–21 Uhr | Vernissage
Bei den Protesten während der IWF- und Weltbanktagung im September 1988 steckte Ann-Christine Jansson mit zahlreichen Pressevertreter*innen stundenlang in einem Polizeikessel fest. Die Rechtfertigung des Einsatzes durch den West-Berliner Innensenator Wilhelm Kewenig empörte die Medienwelt: »Am Tatort muss die Pressefreiheit schon mal zurücktreten«. Unter welchen Bedingungen berichten Medien über widerständigen Protest?
Mit: Ann-Christine Jansson (Pressefotografin),
Jörg Reichel (Deutsche Journalistinnen und Jounalisten-Union in der Gewerkschaft Verdi),
Peter Herzfeldt (Polizeihauptkommissar a.D.) und eine Vertreterin des Jugend[widerstands]museums (angefragt)
Moderation: Enrico Troebst (Soziologe)
Anmeldung erbeten [Z50]

Mi, 15. Juni, 19–21 Uhr | Widerstand und Öffentlichkeit in Ost-Berlin
Interviews und Diskussionen zu den Bedingungen, unter denen die Opposition in der DDR Zugänge zur Medienöffentlichkeit in Ost und West suchte.
Mit: Ann-Christine Jansson (Pressefotografin), Dirk Moldt (Historiker und Zeitzeuge, Museum Lichtenberg) und Weiteren
Moderation: Enrico Troebst (Soziologe)
Anmeldung erbeten [Z51]

Fr, 24. Juni, 19–21 Uhr | Finissage
Wie kaum eine andere Branche haben journalistische Printmedien in den letzten Jahrzehnten Rationalisierungspotentiale umgesetzt. Die Verlage nutzen jedoch nicht nur die wirtschaftlichen Einsparmöglichkeiten im technischen Produktionsprozess. Archive werden zentralisiert, zunehmend wird auf Agentur- und Stockmaterial zurückgegriffen, und die Honorare sinken. Was bedeutet das für die Medienvielfalt?
Mit: Ann-Christine Jansson (Pressefotografin), Stefan Boness (freier Pressefotograf)
Moderation: Enrico Troebst (Soziologe)
Anmeldung erbeten [Z52]

August Bebel Institut
Müllerstr. 163, 13353 Berlin
Tel. (030) 4692 122
Fax (030) 4692 124

8. Mai


Dazu folgende Einladung:

Einladung/AufrufzurTeilnahme
am Samstag, 7. Mai, an Infostand, Kundgebung und Gedenkrundgang,
am Sonntag, 8. Mai, am Gedenken an den sowjetischen Zwangsarbeiter- und Kriegsgräbern.

Meldung am 29. April22: Bundestag lehnt 8. Mai als gesetzlichen Gedenktag ab – ohne Aussprache mit den Stimmen aus den Ampelfraktionen, der Union und der AfD.
Wir fordern weiter: Der 8. Mai muss Feiertag werden!
Am 8. Mai 1945 wurde das Nazi-Regime durch den militärischen Sieg der Anti-Hitler-Koalition – der Streitkräfte der Alliierten, der Partisan*innen und Widerstandskämpfer*innen – über die Wehrmacht zerschlagen. Wir erinnern an die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus und an die Befreier. Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir an die mutigen Männer und Frauen, die dem Nazi-Regime auch in Deutschland Widerstand geleistet haben.
Im Schwur der Überleben des KZ-Buchenwald heißt es:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Es ist wichtig, dass Erinnerung und Gedenken nicht folgenlos bleiben dürfen. Gemeinsam müssen wir Nazis und Rassisten entschieden entgegentreten – auf der Straße, in den Parlamenten und in den Institutionen!
Angesichts des Krieges in der Ukraine und der vielen sogenannten „lokalen Kriege“ weltweit verpflichten uns die Trauer um die Toten und das weltweite Flüchtlingselend immer wieder für Frieden, für gewaltfreie Konfliktlösungen einzutreten.
Die im Zuge des Ukraine-Krieges geschlossenen diplomatischen Kanäle müssen wieder geöffnet werden, die zerstörten, in Jahrzehnten aufgebauten Verbindungen müssen wiederbelebt werden, der Kriegspropaganda muss entgegengetreten werden.
Waffenlieferungen schaffen mehr Krieg, keinen Frieden! Die Hetze gegen russische Menschen, die um sich greifende Russophobie, muss unterbunden werden.
„Dieser Krieg darf nicht missbraucht werden, um die Erinnerung an die sowjetischen Soldat*innen und das große Opfer, das sie gebracht haben, zu verunglimpfen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Sowjetunion von Nazi-Deutschland überfallen wurde und im Verlauf des Krieges über 25 Millionen Opfer zu beklagen hatte; ein erheblicher Teil von ihnen stammte übrigens aus der Ukraine. Die Russische Föderation ist nicht die Sowjetunion, so Cornelia Kerth, Vorsitzende der VVN-BdA.
Daher laden wir Dich ein, am 7. Mai an der Kundgebung und dem Gedenkrundgang auf der Königstraße teilzunehmen und am 8. Mai am Gedenken auf dem Waldfriedhof.

VVN/BdA Duisburg e.V. – dssq-Duisburg stellt sich quer – Friedensforum Duisburg

Mahnwache gegen Zwangsräumung

#Räumungsalarm Duisburg, [02.05.2022 18:14]

Die Duisburger Taskforce plant für diesen Mittwoch, 4.5.22 eine Überprüfung der Gravelottestraße 48. Wir rechnen nach unserem jetzigen Informationsstand mit einer Zwangsräumung. Die Bewohner:innen und der Eigentümer wurden nicht informiert.

Jedoch scheint die Abteilung des Jobcenters „Südosteuropa“ etwas zu übereifrig gewesen zu sein. Das Jobcenter Duisburg hat anscheinend schon vor Wochen über den Termin Bescheid bekommen und die Leistungen für die Bewohner:innenganz eingestellt, obwohl sie derzeit noch an der Adresse wohnhaft sind. Uns liegen zwei entsprechende Bescheide von Familien, die unsere Sozialberatung aufgesucht haben, vor. Dieses Verfahren durch das Jobcenter Duisburg ist rechtswidrig. Es ist ein Novum, dass wir durch Zufall von dem Vorgehen des Jobcenters erfahren haben. Die interne Kommunikation der Taskforce, die offenbar zu der vorgezogenen Abmeldung führte, offenbart, dass die bisher kommunizierte Entscheidungsgrundlage über die Überprüfung auf „Gefahr für Leib und Leben“ eine vorgeschobene Lüge ist. Das ist das, was Betroffene und Engagierte schon immer an dem Vorgehen der Taskforce kritisiert haben. Zusammen werden wir gegen das Vorgehen mit einer Anwaltskanzlei angehen.

Wenn ihr Zeit habt, kommt zu der Mahnwache, zeigt euch mit den Betroffenen solidarisch und zeigt der Stadt deutlich, was ihr von deren Vorgehen haltet.

Teilt diesen Beitrag: Gegen Zwangsräumung & Verdrängung: Wir lassen die Bewohner:innen nicht allein!

Über Zwangsräumungen in Duisburg siehe auch hier,
und siehe auch hier.