Der Oktober ist noch nicht vorbei

Mehr Bücher, um besser bescheidzuwissen:

Die Oktoberrevolution. Erinnerungen und Augenzeugenberichte. Herausgegeben von Adriane Chiaia. Übersetzt von Dr. Antje Foresta. Zambon Verlag 2016. 184 S. 27 Euro.
Verlagstext:
Verschiedene Protagonisten der Oktoberrevolution mit ihren Erinnerungen, Zeugnissen und subjektiven Eindrücken liefern ein Bild von der Geburt einer neuen Welt. Sie sind, wie alle diejenigen die Geschichte schreiben, die Gewinner; aber dieses Mal sprechen nicht die Ausbeuter und Unterdrücker des Volkes, sondern es geht um die Ausgebeuteten und Unterdrückten, die in der Lage waren, sich von ihren Ketten zu befreien.

Und hier kommt der Klassiker:
John Reed: 10 Tage, die die Welt erschütterten. Zeitzeugenbericht in der klassischen Ausgabe des Dietz-Verlags. 520 Seiten in Leinen. 19,80 Euro.
Wer jetzt zugreift, kriegt noich die klassische Ausgabe des Dietz-Verlags, 520 Seiten in Leinen für 19,80 Euro (auch noch ein antiquarisches Stück für 12,50 Euro vorhanden). Wer zu spät kommt, mzß mit der Reprint-Ausgabe Vorlieb nehmen.

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Besser bescheidwissen über die Oktoberrevolution

Gerade wird die Oktoberrevolution abgehakt. Das hat mit dem 40. Jahrestag dieser Briefmarke zu tun.

In diesen Tagen werden die bürgerlichen Mythen wieder aufgewärmt, etwa, daß der Sturm auf das Winterpalais gar nicht stattgefunden hätte (WAZ) bzw. daß nicht mehr passiert sei, als daß ein paar Soldaten den Weinkeller des Zaren entdeckt und leergetrunken hätten uns sonst nicht viel (Jungle World). Arno Widmann urteilt, die Oktoberrevolution sei ein Verbrechen gewesen (an der Menschheit). Der hat nämlich auch mal in jungen Jahren in den Kommunismus hineingefaßt und ist von einem nie endenden Waschzwang ergriffen.
Diese Publizisten (so nennt man diese Leute) merken nicht, daß sie nichts über ihr Thema offenbaren, sondern ihr Thema über sie.
Von den Gewalttaten, Repressionen und Irrwegen, die der Revolution von 1917 folgten, von dem unnachgiebigen Willen der Bolschewiken, ihre errungene Macht zu erhalten, wird viel geredet. Nicht die Rede ist dabei von der Brutalität und Bestialität der Konterrevolution, die gipfelte und nicht endete im Zweiten Weltkrieg. Aber der war ja ein Schlag des Schicksals, heißt es immer.
Für die Gewaltförmigkeit der geschichtlichen Auseinandersetzungen ist nicht der Fortschritt verantwortlich zu machen, sondern der Versuch, den Fortschritt zu verhindern.

Auf ein Buch habe ich Euch schon aufmerksam gemacht:

Eine Auswahl weiterer Bücher zum Thema, die nicht nur den Besuchern der Buchhandlung Weltbühne zur Verfügung stehen, sondern auch denen, die die Buchhandlung Weltbühne als Versandbuchhandlung nutzen wollen:

Stefan Bollinger: Lenin. Theoretiker, Stratege, marxistischer Realpolitiker. PapyRossa Verlag, Reihe Basiswissen. 147 S. 9,90 Euro.
Angefeindet, bekämpft, verteufelt und schließlich angeschossen wurde der Revolutionär, Theoretiker und Realpolitiker Lenin, der es 1917 unternahm, einen völkermörderischen Krieg zu beenden und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Er hasste den Krieg, Kriegstreiber und „linke“ Helfershelfer des Krieges. Er wollte den Bruch mit Zarismus, Kapitalismus und der Herrschaft von Adel wie Bourgeoisie. Das erreichte er in Russland, von der Linken im Westen im Stich gelassen. Unter seiner Führung waren ein unverschuldeter Bürgerkrieg und die Intervention ausländischer Mächte, der Wiederaufbau eines zutiefst rückständigen, armen, zerstörten Landes zu meistern. Unter schier aussichtslosen Umständen suchte und fand er Lösungen und öffnete den Weg in eine neue Zivilisation. Unter seinen Nachfolgern ging diese Chance verloren. Umso mehr sind seine Denkweise und sein politisches Handeln zu rekonstruieren, um zu überprüfen, was davon auch heute noch für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung, für den Kampf gegen Krieg und die Sicherung des Friedens nützlich sein könnte.

Alfred Schröder, Heiner Karuscheit: Das Revolutionsjahr 1917. Bolschewiki, Bauern und die proletarische Revolution. VSA 2017. 176 S. 17.80 Euro
Die Autoren arbeiten die Eigenarten der russischen Gesellschaft und des Revolutionsverlaufs 1917 heraus und gelangen zu einer Neubewertung der Oktoberrevolution, die das »kurze« 20.Jahrhundert prägte.

100 Jahre Oktoberrevolution. Irrweg oder Ausweg? Herausgegeben von Daniel Bratanovic. edition berolina 2017. 160 S. 9,99 Euro.
Verlagstext:
Wie steht es um das programmatische Erbe der Oktoberrevolution? Kann der Blick auf das Werk der Bolschewiki etwas anderes sein als nostalgische Verklärung einerseits oder Verdammung andererseits? Ein Chor von renommierten Historikern, die Daniel Bratanovic hier versammelt, beantwortet jenseits aller emotionalen Aufgeregtheiten auf vielschichtige Weise die Frage, ob und, falls ja, wie die Oktoberrevolution und ihre Errungenschaften auch 100 Jahre danach immer noch als Maßstab zum Verständnis gegenwärtiger Krisen dienen können. Die Umstände, mit denen
die Bolschewiki konfrontiert waren und für die sie eine Lösung suchten (und nicht immer fanden), herrschen heute – in deutlich anderer Form, im Kern unverändert – erneut. Nicht in erster Linie historische Ereignisgeschichte wird hier aufbereitet, sondern die Autoren präsentieren einen vielstimmigen Debattenbeitrag zur Frage: Wie aktuell ist die Oktoberrevolution heute noch?

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Da war was: Oktoberrevolution


In diesem Jahr feiern wir nicht nur den 40. Jahrestag dieser schönen Briefmarke, sondern auch den hundertsten Jahrestag der révolution d’octobre.

Und da hab ich ein gutes Buch für Sie:

Frank Deppe: 1917 / 2017. Revolution und Gegenrevolution.
VSA 2017, 256 Seiten. 19.80 Euro
Zum 100. Jahrestag der Revolution in Russland legt Frank Deppe eine Analyse ihrer Entstehungsbedingungen, ihrer globalen Folgen und ihres Scheiterns vor.
Der Autor stellt die Oktoberrevolution in den Zusammenhang des langen Revolutionszyklus, der mit der Französischen Revolution im Jahr 1789 eröffnet wurde und mit dem Sieg der Bolschewiki 1917 (schließlich auch mit der chinesischen Revolution) immer wieder die Frage nach der Bedeutung der „Großen Revolutionen“ bzw. der „Leitrevolutionen“ für die Entwicklung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft aufgeworfen hat.
Der Zyklus des Aufstiegs und Niedergangs der Sowjetunion wird im Kontext der großen weltpolitischen und weltgeschichtlichen Widerspruchskonstellationen des 20. Jahrhunderts untersucht. Was Revolution in den Ländern des entwickelten Kapitalismus heute heißen kann, ist Gegenstand des abschließenden Kapitels.
Frank Deppe ist emeritierter Professor für Politikwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Von ihm ist im VSA: Verlag in 4 Bänden das Politische Denken im 20. Jahrhundert (Neuauflage 2016) erschienen.

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Buch über Störtebeker – Einladung zur Subskription


Angekündigt für Oktober/November/Dezember 2017:
Marvin Chlada (Hrsg.):
Störtebeker. Seeräuber, Volksheld, Legende – eine Anthologie
Trikont Verlag Dialog-Edition, ca. 100 Seiten, erscheint Herbst 2017

Vom Volkslied bis zum Kurzroman: eine kleine Schatztruhe klassischen Schrifttums über das wilde Leben und Treiben des sagenumwobenen Seeräubers Klaus Störtebeker. Mit Texten von Joachim Ringelnatz, Klabund, Georg Busse-Palma, Theodor Fontane, Adolph Hofmeister, Friedrich Köster, Otto Beneke, Ernst Deeke, Jacobus Temme, Achim von Arnim und Clemens Brentano.

Preis? Wüßte ich auch gern. Bestimmt wieder 10 Euro. Also offiziell: ca. 10 Euro.

Die Buchhandlung Weltbühne freut sich über Vorbestellungen, die sofort bei Eintreffen der Neuerscheinung erledigt werden.
Sie können, müssen aber nicht persönlich erscheinen (Gneisenaustraße 226 in Duisburg-Neudorf). Sie können auch eine Karte schreiben oder e-mailen bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Persönlich abholen können Sie, aber auch das müssen Sie nicht, sondern Sie können unseren Versand-Service in Anspruch nehmen. Dann kommt das Buch zu Ihnen mit der Post.
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Ein Buch ohne mich

Neu im Trikont-Verlag – und somit auch neu im Sortiment der Buchhandlung Weltbühne (stationär und im Versand):
Verlag TRIKONT Duisburg & Edition Dialog.90 S. 10 Euro
Eine Hommage an den legendären Motörhead-Frontmann Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (1945-2015). Mit Beiträgen von Urs Böke, Hermann Borgerding, Marvin Chlada, Jerk Götterwind, Florian Günther, Pablo Haller, Jörg Herbig, Sven Heuchert, Joachim Hiller, Triebi Instabil, Boris Kerenski, Frank „Kossi“ Koslowski, Kai Kraus, Gunnar Lehmann, Miriam Spies und Silke Vogten.
Und kein Beitrag von mir, obwohl das vorgesehen war.
Zwar hatte ich gar keine Ahnung, wer das ist. Aber ich dachte mir: Ich schreib einfach was über jemanden, der so ähnlich heißt, und stelle mich dümmer als ich bin.
Aber dann kam der Tag der Abgabe, und ich mußte gestehen: Mir ist nichts eingefallen.
„Das tut dem Buch bestimmt keinen Abbruch“, wird mancher ausrufen. Aber mich bedrückt umso mehr die Einbuße meiner Stärken, zum Beispiel: über Sachen schreiben, von denen ich nichts verstehe.

Wissen Sie, was morgen für ein Tag ist?

Ja, Bundestagswahl.
Haahaa, hätte ich auch gewußt.
Aber die vorhersehbaren Ärgernisse sind nicht das Einzige, was den Sonntag, 24. September ausfüllt.
Es findet im Gemeindehaus von Duisburg-Ruhrort, Dr.-Hamacher-Straße 6 (Nähre Neumarkt) eine Veranstaltung statt mit dem Titel
Vortragswaisen – das Speeddating mit Autor()innen (Autorschafft).
Das beginnt um 15 Uhr und soll um 18 Uhr enden.

Ruhrort läßt mich nicht mehr los. In diesem Jahr schon: Doppellesung im Lokal Harmonie und der Kunstmarkt (siehe Berichte in diesem Weblog). Diesmal lese ich aber nicht vor, sondern bin nur mit Büchertisch als Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne da. Ich muß also den schweren Koffer von der Straßenbahnhaltestelle Tausendfensterhaus die ganze lange Dr.-Hamacher-Straße entlang bis zum Gemeindehaus tragen – in der Hoffnung, daß er auf dem Rückweg leichter sein wird.

Silke Vogten wird zu den vorlesenden Autorinnen gehören, hat sie mir gesagt. Werner Muth ist auch da.

Ich bin ja mal gespannt, ob da überhaupt jemand hinkommt am Wahltag, und bitte Sie alle, gucken zu kommen, ob da überhaupt jemand hinkommt.

Neu in der Situationspresse: Keine Zukunft schon seit langem

Neuerscheinung in der Situationspresse:
Lothar Röse: No future! oder Vom Gesang des Türmers.
Situationspresse 2017. 174 Seiten. 18 Euro.
ISBN 978-3-935673-40-2

Klappentext:
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sieht sich der Verfasser verstärkt mit immer beunruhigendere Gestalt annehmenden, dabei inzwischen zum Alltag gehörigen Phänomenen wie Globalisierung und Terror oder Digitalisierung und Postmoderne konfrontiert und versucht sich – hier u.a. in Form einiger METZGER-Essays – seinen Reim darauf zu machen, ohne sich dabei so recht vorstellen zu können, wie das alles überhaupt noch gutgehen soll; daß im vorigen Jahrhundert zwischenzeitlich die (Idee einer) Geschichte kurzerhand für an ihr Ende gekommen erklärt worden ist, trug dann auch eigentlich weder zur Aufklärung noch zur Beruhigung bei.
Bisher wenigstens war es immer so, daß, wenn einen Deutschen so recht die Sorge umtrieb und er also in echten Schwierigkeiten steckte, er unweigerlich irgendwann auf seinen Faust kam. So erhellend und gewinnbringend es auch sein mochte, notfalls sich in einer großen Überlieferung aufgehoben fühlen zu können, so bewahrt diese am Ende möglicherweise nicht vor der ernüchternden Erkenntnis, nachher „so klug als wie zuvor“ dazustehen – jedoch nicht ohne dabei die Gelegenheit zu bieten, dennoch um den einen oder anderen Gedanken bereichert zu werden.

Das Buch kann in allen Buchhandlungen bestellt werden. Wenn Sie die ISB-Nummer angeben können, freut sich der Buchhändler.
Sogar bei Amazon.
Aber warum Amazon? Dann doch besser bei Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf)
E-mail: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

1977 erschien der Song „God save the Queen“ der Punk-Band Sex Pistols mit der Textstelle „no future“.
Genau 40 Jahre später erfahren wir, was es damit auf sich hat.

Neu in der Weltbühne: Lutz Taufer: Über Grenzen

Lutz Taufer: Über Grenzen. Vom Untergrund in die Favela. Assoziation A 2017. 288 S. Paperback. 19,80 €

Von der RAF in die Favela: Das Leben Lutz Taufers gleicht einer Suchbewegung, in der das Terrain der westdeutschen radikalen Linken vermessen wird. Rebellion gegen die verkrusteten Verhältnisse der Adenauerära in der badischen Provinz, 1968 in Freiburg, Basisgruppe Politische Psychologie in Mannheim, Sozialistisches Patientenkollektiv in Heidelberg, Mitglied des Kommandos Holger Meins der RAF, Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm, mitverantwortlich für die Erschießung von zwei Geiseln, 20 Jahre Haft, ein Dutzend Hungerstreiks bis an den Rand des Todes, nach der Freilassung ein Jahrzehnt Basisarbeit in den Favelas von Rio de Janeiro, heute im Vorstand des Weltfriedensdienstes.
Die Bilanz seines bewegten Lebens lautet: Ohne entschiedenes politisches Handeln lassen sich die versteinerten Verhältnisse, die für die große Masse der Menschen dieses Planeten keine Perspektive bieten, nicht verändern. Genauso gilt aber: Die Mitteln des Widerstands müssen am Ziel einer befreiten Gesellschaft orientiert sein. Und: Befreiung fängt an der Basis an.
„Lutz Taufer hat in den Extremkonstellationen der linksradikalen Geschichte agiert, und da er darüber ohne jede Beschönigung und in uneingeschränkter Konfrontation mit den begangenen Fehlern schreibt und nachdenkt, wird sein Buch tatsächlich zu einem Schlüsselwerk der 1960er bis 1980er Jahre“ (Karl Heinz Roth).
Ein herausragendes Dokument der Zeitgeschichte!

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 375121, E-mail bestellungen@buchhandlung weltbuehne.de), auch im Versand möglich.
Erinnerungsarbeit ist ihren Lohn wert, sagt der Buchhändler. Helfen Sie uns durch Ihre Aufträge bei unserer Arbeit: Für das Erinnern, gegen das Verdrängen.

Infomativer Bildbericht vom Ruhrorter Kunstmarkt, unsere Präsenz betreffend

Der Ruhrorter Kunstmarkt war wieder rotgestreift.
Die Zeichenfolge EHN ist Bestandteil der Mitteilung „Buchhandlung Weltbuehne“ auf dem Transparent im Rücken.
Da wußte jeder gleich: Unfug, Unzucht, Umsturz.
Kommerzieller Erfolg beim Publikum: Ging so.
Hyperkommerzieller Erfolg: Viel „Aha!“.

„Wat machen w’r nu?“ scheint dieses Bild zu sagen. Nu machen w’r Abbau.
Beide Bilder entstanden circa 4 Minüten vor Ende der Veranstaltung.
Bilder: (C) Merkfoto.

Neu: Die CD „Pausierer“ von Werner Muth. Neu in der Situationspresse

Die neue CD von Werner Muth ist in der Situationspresse erschienen!
Werner Muth: Pausierer. Eine Hörrevue.


„Auch diesmal verwendet Muth das Etikett „Hörrevue“ viel lieber als von einer Vertonung seiner Gedichte zu reden. Versierte Musiker aus den verschiedensten Bereichen von Pop bis Klassik haben zu einem musikalischen ‚Urban Gardening‘ beigetragen, in dem Naturlyrik, Liebesgedichte und kategoriefreie Texte ein Lebensgefühl präsentieren, das bekannte und verkannte Kreaturen im Duisburger Norden wachsen und gedeihen läßt.“

Das hört sich gut an, auch dank der Mitwirkung der Musiker Peter Herrmann, Max Kühlem, Martin Hesselbach, Mona Borbonus, Robin Heimann, Jan Schimmelpfennig und den Flowerpornoes (mit Tom Liwa und Birgit Quentmeier).

Werner Muth (C) Merkfoto

„Die Einsicht, daß nicht wir einen Garten kultivieren, sondern der Garten uns, findet ihren Niederschlag in der neuen Hörrevue eines Texters und Vorlesers, der mittlerweile zu den Stimmen seiner Stadt gezählt wird. Zwischen Bäumen und Blumen, Katzen und Katern lädt Werner Muth zu einem poetischen Rundgang ein. Da herrscht keine Idylle und keine Betulichkeit. Das leidenschaftliche Leben wird beschrieben, indem er die Metaphern pflückt, die im Aufblühen, Vergehen und in winterharten Gefühlen stecken. ‚Urban Gardening‘ erklärt sich hier mit zeitloser Präsenz. Und die Vielfalt der musikalischen Elemente hat sicherlich damit zu tun, daß die Musiker Weggefährten sind auf der Suche nach harmonischer Verbindung von Text und Musik. Und das ist auf ‚Pausierer‘ auf einzigartige Weise gelungen. Den Zauber dieser Produktion verstärken die Fotos von Jean Paul Gatz auf dem Cover und im ausführlichen Booklet mit allen Texten.“

CD 29 Min. Booklet 16 S. Für 15 € erhältlich (auch im Versand) bei:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg
Tel. 0203 – 375121
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Noch mehr neue Postkarten

Wie gesagt: Die Serie der Situationspostkarten wurde dieser Tage beträchtlich erweitert. Und heute bekommen Sie die neuen Foto-Postkarten von Heinrich Hafenstaedter zu sehen: Mauern mit Spuren und Orte der Hinterlassenheit (habe ich das nicht schön gesagt?).

Die Philosophie – nein, nicht im Boudoir, sondern im Güterbahnhof. Wo immer man hinkommt: Adorno ist immer gut.

Ich das nicht herrlich? Energiye, Power, Acktion, Affe(e) für Versager.
Pow-Erup nur gegen Pfand.

Hochfelder Fresko? Ausgerechnet Sedanstraße. Durch Verschicken von Situationspostkarten lösen Sie immer Situationen aus.

Das Verschwinden des Gewächshauses im Hamborner Botanischen Garten muß man nur noch halb bedauern, weil im Duisburger Güterbahnhof für Ersatz gesorgt wurde.

Postkarten sammeln ist gut.
Postkarten verschicken ist auch gut, sogar noch besser.
Wollen Sie Situationspostkarten live erleben? Dann kommen Sie am 20. August 2017 (Sonntag) zum Ruhrorter Kunstmarkt, am Stand der Buchhandlung Weltbühne gibt es sie (1 Stück für 1 €).

Wir bieten dort viel. Nicht nur Postkarten.

Neue Postkarten

Wie schon bekanntgegeben, sind weitere schöne Postkarten in der Serie SITUATIONSPOSTKARTEN erschienen, nämlich 19 Motive.
Dazu gehören auch fünf weitere Bilder nach Aquarellen von Magda Gorny.

Karte Nr. 116

Nr. 117

Nr. 118

Nr. 119

Nr. 120

Die Erweiterung der Edition war Anlaß, den Postkartenkatalog auf der Homepage der Buchhandlung Weltbühne zu aktualisieren und alle derzeit lieferbaren Motive (120 sind es mittlerweile) sichtbar zu machen, also auch die allerersten Motive von 1974.

Ich muß nicht extra erwähnen (tu es aber trotzdem), daß die schönen Situationspostkarten auf dem Ruhrorter Kunstmarkt angeboten werden.

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Kurt Eisner. Schon mal gehört?

Es ist ja schade, wenn man von einem Ereignis erst erfährt, wenn es fast schon vorbei ist.
Bereits seit Mai findet im Münchner Stadtmuseum eine Ausstellung zu Kurt Eisner statt. Die Ausstellung geht noch bis zum 8. Oktober.
Die Einladung zur Ausstellung enthält aber hinreichend interessante Informationen. Bitte lesen Sie.
Die meisten begleitenden Veranstaltungen sind auch schon gewesen. Einige kommen noch, die sind markiert.

Daß in Bayern ein „Roter“ Regierungschef werden konnte, ist schon bemerkenswert. Daß es ein Berliner Jude werden konnte, ist fast schon unglaublich. Aber Bayern ist – auch heute noch – mehr als ein Klischee.

Der Ausstellungskatalog ist inzwischen vergriffen.
Ich empfehle als höchstinformative Lektüre zu einen höchstrelevanten, aber nicht zufällig verdrängten Thema die Gesamtdarstellung der Ereignisse von 1918/1919 von Sebastian Haffner: Die deutsche Revolution 1918/19. 288 Seiten, 32 Fotos, zum sensationell billigen Preis von 10 Euro.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Tel. 0203 375121, E-mail bestellungen@buchhandlung weltbuehne.de), auch im Versand möglich.
Erinnerungsarbeit ist ihren Lohn wert, sagt der Buchhändler. Helfen Sie uns durch Ihre Aufträge bei unserer Arbeit: Für das Erinnern, gegen das Verdrängen.

Buch in Gefahr?

Im Mercator Verlag ist ein Buch erschienen, das allein von seiner Thematik interessant sein dürfte:

Doch die Sache hat auch noch ein Nachspiel:

Zitate aus dem Bericht in der WAZ:

Die Taktik ist immer die gleiche: Nicht das Buch als solches wird moniert, sondern vermeintliche Schwachstellen, einzelne strittige Sätze oder Zitate, oder Stellen, bei denen es strittig ist, ob es sich um Tatsachenbehauptungen handelt oder ob sie von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Es wird an den Verlag ein kaum erfüllbares Verlangen gerichtet (etwa: Unleserlichmachen in jedem einzelnen Exemplar) und durch einen willkürlich übertriebenen Streitwert die Gerichts- und Anwaltskosten in die Höhe getrieben. Zugleich versuchen Anwälte, der gegnerischen Partei mit einer „Unterlassungserklärung“ eine Falle zu stellen. (Merke fürs Leben: Nie, niemals, nie und nimmer in einem vorgerichtlichen Verfahren eine Unterlassungserklärung unterschreiben! Nie! Nie!).

Auch wenn am Ende sich kein Schaden eingestellt hat (was in diesem Fall zu hoffen nicht allzu kühn ist), hat man doch den Ärger und den Brassel und Zeit verloren. Das wäre also, neben dem eigentlichen Thema, ein zweiter Grund, dieses Buch zu kaufen.

Seien Sie doppelt solidarisch und kaufen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne, wo man ebenfalls sich nicht scheut, „heiße Eisen anzufassen“ (Redensart aus der Zeit der Aufklärung). Auch portofreier Versand möglich. Preis: 16 Euro.
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www.mercator-verlag.de

Ruhrorter Kunstmarkt auch 2017

Wie lange schon quälen Sie sich mit der Frage: Was machen wir am 20. August?
Hier kommt der erlösende Hinweis:


Da können Sie hingehen. Wie Sie sehen, sind wir auch wieder da und stellen aus.
Dann zeigen wir voller Stolz auch die neuen Situations-Postkarten, diese zum Beispiel:

Hafenstaedter-Foto

Der 20. August ist übrigens ein Sonntag.

Streif Nr. 4 (2017)

Heute in der WAZ:

Streif ist eine ganz ungewöhnliche Zeitschrift. Die Vorbereitung ist so sorgfältig, daß nur eine Ausgabe pro Jahr erscheint. In dieser Ausgabe wird an Heinrich Strunk erinnert, auch an seine engagierte antirassistische Kunst.
Streif wurde hier schon oft vorgestellt – siehe Schlagwortverzeichnis hier unten drunter. Die neue Ausgabe ist für 7 Euro in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (im Versand für 8 Euro).
Der Artikel in der WAZ gibt Aufschluß über viel Kunst und Kunst-Vielfalt, die die Streifmacherinnen und -Macher aufgespürt haben.
Als Stacey Blatt (auf dem Foto links) vorigen Donnerstag die neue Ausgabe brachte, sagte sie. „Pelikan ist auch dabei.“ So soll es also aus ihrem Mund durch mein Ohr in diesem Blog ankommen: Pelikan ist auch dabei.

Lange nicht gesehen: Unsichtbares Komitee

Die Edition Nautilus versteht es, die Leute zu überraschen. Noch nicht angekündigt, nicht in der Vorschau, aber passend zum Buchmesse-Schwerpunkt Frankreich kommt Jetzt.
Jetzt kommt aber nicht schon jetzt, sondern etwas später, nämlich am 4. Oktober.
Was allerdings jetzt schon geht, ist: hier vorbestellen.

Unsichtbares Komitee: JETZT. Nautilus Flugschrift. Deutsche Erstausgabe. Aus dem Französischen von Birgit Althaler. (Originalausgabe: Maintenant. La Fabrique Éditions 2017).
Broschur / mit S-W-Fotos illustriert.
ca. 144 S. / ca. € 16

Das gibt die Edition Nautilus bekannt:
Jetzt ist ein Interventionstext. Er hat sich aufgedrängt, da die wesentlichen Vorhersagen des Unsichtbaren Komitees nun eingetreten sind – deutlicher Abscheu vor der Polizei, Ernüchterung angesichts ermüdender Parlamentsdebatten, Blockade als zentrales Mittel, Wiederkehr der Idee der Commune, Widerstand, der von Radikalen auf das Bürgertum überspringt, die Weigerung, sich regieren zu lassen.
Jetzt ist am Anfang eines Jahres erschienen, in dem es für die Macht darum ging, unter dem Vorwand eines Präsidentschaftswahlkampfes all das wieder in das marode Gerüst der klassischen Politik zurückzupressen, was diese bereits jetzt übersteigt, sich ihr entzieht, ihrer überdrüssig ist.
Die massiven Protestbewegungen in Frankreich des Jahres 2016 sind Zeugnis eines politischen Konflikts, der in seiner Bedeutung dem Mai ’68 in nichts nachsteht.
Jetzt entwirft einen alternativen Weg zur verordneten stickigen Atmosphäre, plädiert für ein anderes Modell als die Wahlen: für die Absetzung der Macht. Für neue Lebensformen und nicht für neue Verfassungen; für Verweigerung und Stille statt lärmender Proklamationen. Es wird keinen Umsturz der bestehenden Ordnung geben ohne das Bekenntnis zu einem wünschenswerten Leben. Die zerstörerische Kraft des revolutionären Prozesses kann nichts ausrichten ohne jene Ladung stiller Positivität, die jeder glücklichen Existenz innewohnt.

„Stille statt lärmender Proklamationen“. Klingt gut.
Bei „Paris-Mai-’68“ muß ich immer an Cohn-Bendit und Glucksmamm denken – aber lassen Sie sich nicht von mir den Abend verderben, und so ist es ja auch nicht gemeint.

Bestellen Sie dieses Buch in der dazu passenden subversiven Buchhandlung Weltbühne – auch im Versand bei portofreier Lieferung am Tag des Erscheinens.
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf)
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN.

Auch noch vom „Unsichtbaren Komitee“ hier enhältlich: „Der kommende Aufstand“ (14 €) und „An unsere Freunde“ (16 €).


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Wissen Sie, was morgen für ein Tag ist?

Morgen ist der 15. Juni 2017.
Am 15. Juni 1987, also 30 Jahre vorher, wurde die Buchhandlung Weltbühne eröffnet.
Vor fünf Jahren, zum 25jährigen Jubiläum, wurde noch ’ne kleine Party gefeiert mit Kaffee und Käsesahnetorte. Das Schild liegt noch da. Denn Schilder soll man achten.

Die Feierlaune vor fünf Jahren war allerdings getrübt durch bedenkliche Entwicklungen in der Branche, namentlich im Zwischenbuchhandel, denen man sich nicht so ohne weiteres entziehen kann. Was nützt aller Fleiß, alle Sparsamkeit, alle Erfahrung, wenn die Warenverkehrswege blockiert sind?
Daß die Buchhandlung diese Krisensituation überstehen konnte, war gar nicht sicher, gelang gewiß mithilfe einiger treuer Freundinnen und Freunde und trotz der Ignoranz nicht weniger Leerlauf-Linker, die sich mit einem politischen Anspruch schmücken, den sie nicht erfüllen. Es wurde sogar eigens eine Partei gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die einzige linke und antifaschistische Buchhandlung weit & breit nicht nur aus dem eigenen, sondern möglichst aus dem gesamtgesellschaftliche Bewußtsein zu verdrängen.

Der 30. Geburtstag geht ohne Aplomb vorbei, denn eigentlich ist es ja nur der Jahrestag eines Standortwechsels. Voran gingen 13 Jahre Buchladen im Eschhaus, und die Gründung als Verlag war 1968.
Hier gilt weiterhin die Methode: Es wird nichts remittiert und nichts verramscht. Was nicht verkauft wird, bleibt eben weiterhin im Angebot. Es gibt hier Bücher, die standen schon jahrelang im Eschhaus, um seither die Zeit auf der Gneisenaustraße zu verbringen.

Glückweünsche werden gern entgegengenommen, am liebsten verbunden mit einer Bestellung (es müssen ja nicht gleich 30 Bücher sein).
Lassen Sie doch einfach mal ein paar der regelmäßigen Empfehlungen Revue passieren.

Zum Beispiel dieses
oder jenes
oder dieses
oder jenes
und warum nicht dieses
und natürlich das hier!


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Neu in der Weltbühne: Zum 2. Juni 1967

50 Jahre ist es her, daß sich der tiefste dramatische Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik ereignete und die Lebenslüge(n) dieser Republik sichtbar machte. Davon handeln viele Zeitungsartikel heute und Fernsehsendungen in diesen Tagen.
Davon handelt dieses Buch:
Uwe Soukup: Der 2. Juni 1967. Ein Schuss, der die Republik veränderte. Transit Verlag 2017. 192 Seiten, gebunden mit zahlreichen Abbildungen. (NB1384) 20 Euro
Der Verlag stellt sein Buch so vor:
Der Mord an Benno Ohnesorg, der sich im Juni 2017 zum fünfzigsten Mal jährt, wurde zum politischen Fanal. Er war einer der Auslöser für die Studentenunruhen, die weitreichende Veränderungen in Politik und Gesellschaft im Nachkriegsdeutschland zur Folge hatten. Ein Buch, das gerade für politisch interessierte, jüngere Leserinnen und Leser von großem Interesse ist.
Dieser Schuss auf den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 in Berlin hatte weitreichende Konsequenzen, politisch, kulturell und mentalitätsgeschichtlich. Uwe Soukup, der beste Kenner der Umstände dieses Geschehens, dessen Vorgeschichte und Folgen, hat akribisch recherchiert, beteiligte Personen bzw. Zeugen befragt und neueste Erkenntnisse über die Hintergründe berücksichtigt. Sein Buch ist die nüchterne und aufwühlende Erzählung eines Tages, eines Mordes und dessen politischer Folgen. Der 2. Juni wirkte wie ein Zeitbeschleuniger: schon vorher politisierte, aber eher gemäßigte Studenten wurden radikalisiert, die Medien griffen die Kritik und die Ideen der Studentenbewegung auf und popularisierten sie, Deutschland wurde liberaler und außerdem (jedenfalls partiell) zum Experimentierfeld neuer Lebens- und Umgangsformen. Später, kaum glaublich, wird bekannt, dass der Todesschütze, der Beamte der Politischen Polizei Heinz Kurras, der lange von Polizei und Justiz gedeckt wurde, schon seit den fünfziger Jahren Spitzel der Stasi war. Der Autor hat Kurras nach dessen Enttarnung noch persönlich getroffen und dazu befragt.

Bitte bestellen Sie dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.

Wer dort im Katalog der Neubücher sucht, findet mehr zum Thema.

Ein zweites Ereignis am 2. Juni 1967 markierte einen Einschnitt in der Musikgeschichte: die Veröffentlichung des Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles.
Zufall, natürlich. Aber Zufälle machen manchmal einen Radius sichtbar.