Vier Jahre in einer Bilanz

Die FIR über die Jahre mit Trump

Vier Jahre Trump-Regierung – eine verheerende Bilanz
Wer am Mittwochabend die Bilder der Stürmung des Kapitols in Washington DC gesehen hat, bekam deutlich den Zustand der amerikanischen Gesellschaft und Politik nach vier Jahren Trump-Regierung vor Augen geführt. Politische Meinungsverschiedenheiten werden unter Missachtung aller demokratischen Regeln gewalttätig ausgetragen. Die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft ist tiefer als zuvor. Im vergangenen Jahr erlebten wir einen mörderischen Rassismus, der in verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten farbige Menschen zu Opfern von Polizeigewalt gemacht haben. Demokratische Bewegungen und antifaschistische Gruppen werden als „Verbrecher“ und „Terroristen“ denunziert. Verbunden mit der Corona-Pandemie hat die Politik des „America first“ die soziale Spaltung der Gesellschaft vertieft. Während Großbanken, Internetkonzern und der Versandhandel ihren Reichtum um Milliarden US-$ steigern konnten, sind Millionen von US-Bürgern durch die Krisenfolgen ins soziale Abseits gedrängt worden.
In der Außenpolitik blicken wir auf einen Scherbenhaufen der internationalen Beziehungen. Die auch von früheren Präsidenten praktizierte Politik der Hegemonie gegenüber den Nachbarstaaten und der Dominanz in der Weltpolitik wurde durch die Trump-Regierung mit der Missachtung des Völkerrechts und der internationalen Institutionen verstärkt.
Dabei sind der Austritt der USA aus dem Weltklima-Abkommen, der WHO und die Ablehnung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Zwar hat Trump – im Gegensatz zum Friedensnobelpreisträger Obama – keinen Krieg neu begonnen. Aber durch die Fortführung aller Militäreinsätze und die Aufkündigung der tatsächlich wirksamen Rüstungsbegrenzungsabkommen mit Russland sowie die Forderung nach massiver Aufrüstung der NATO und zur Verlagerung von amerikanischen Einheiten näher an die Grenzen Russlands hat er zur Erhöhung der Spannungen und zur Verschlechterung des amerikanisch-russischen Verhältnisses beigetragen. Diese Politik ordnete er zudem den Interessen amerikanischer Großunternehmen unter, wie die völkerrechtswidrigen Sanktionsdrohungen gegen am Projekt North-Stream 2 beteiligte Firmen deutlich machen.
Eine ähnliche Haltung zeigte die Trump-Regierung gegenüber der chinesischen Politik und Wirtschaft. In seine Amtszeit fällt die protektionistische Politik mit der massiven Ausgrenzung des Technologiekonzerns Huawei, dem Versuch, das Video-Portal Tik Tok zugunsten von Facebook und Instagram durch Verbote vom Markt zu verdrängen und absurden Angriffen auf die politische Führung in Peking, sie trage für das Corona-Virus die Verantwortung.
Erschreckend an dieser Bilanz ist, wie weit die US-Administration Nachbarstaaten und andere Verbündete für die Durchsetzung ihrer Ziele instrumentalisieren konnten. In Kanada wird unter vorgeschobenen Behauptungen eine Vertreterin von Huawei in Haft, in Großbritannien bleibt der Whistleblower Julian Assange in Auslieferungshaft, weil die US-Justiz ihn wegen „Landesverrat“ anklagen will. Die Regierung von Kolumbien verschärft die Konfrontation mit Venezuela, da man sich der Unterstützung der Trump-Regierung, die den selbsternannten Präsidenten Juan Guaido bis zuletzt unterstützt hat, sicher ist. Bedauerlicherweise könnte man diese Liste beliebig erweitern.
Mit dem Wechsel der Präsidentschaft in den USA kommt es nun darauf an, ob dieses Land und seine Regierung den Weg zurück finden zur Anerkennung der Prinzipien des Völkerrechts, zu Entspannung und Rüstungsbegrenzung, zu Demokratie und Rechtstaatlichkeit im Inneren. Das hängt aber nicht nur von den Regierenden und den wirtschaftlich Mächtigen ab, sondern auch von der demokratischen Bewegung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft, die sich 2020 deutlich zu Wort gemeldet hat. Daher wünschen wir den antifaschistischen und demokratischen Kräften für den Neuanfang viel Kraft und Erfolg.
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Demnächst in der Weltbühne: Über die Welt nach Corona

In den nächsten Tagen erscheint:
Die Welt nach Corona
Von den Risiken des Kapitalismus, den Nebenwirkungen des Ausnahmezustands und der kommenden Gesellschaft
D.F. Bertz (Hg.)
Verlag Bertz + Fischer. 732 Seiten, 43 Abb.
Erscheint im Januar 2021
24 Euro

Auch im Jahr zwei der Corona-Pandemie bestimmt das Virus, das inzwischen über 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, in weiten Teilen der Welt die politische, ökonomische und gesellschaftliche Realität. Nicht weniger gravierend ist die von den Lockdowns ausgelöste Weltwirtschaftskrise. Dabei stellt sich die Situation sehr unterschiedlich dar: In manchen Ländern Asiens und Afrikas konnte das Virus erfolgreich gestoppt werden, oftmals zu einem hohen Preis. Europa und die USA versuchen die zweiten Infektionswellen mit massiven Notfallmaßnahmen unter Kontrolle zu bekommen, während in manchen Staaten Lateinamerikas COVID-19 nahezu unbegrenzt wütet. Zugleich wächst die Hoffnung, dass Impfstoffe den Anfang vom Ende der Pandemie einläuten könnten – auch wenn hier Zweifel angebracht sind, nicht nur, was deren globale Zugänglichkeit angeht. Sicher ist hingegen: Die Welt nach Corona wird sich tiefgreifend verändert haben.
Die mehr als 50 Beiträge des Buches – das sich als pluralistischer, vielstimmiger Diskussionsband versteht – leuchten wichtige Facetten der Corona-Krise in vier thematischen Blöcken aus.
Durchaus kontroverse Beiträge zur Frage, wie die Virus-Krise, ihre gesellschaftlichen Begleiterscheinungen und die staatlichen Reaktionen theoretisch zu fassen und zu bewerten sind, liefert der erste Block »Ausnahmezustand & Gesundheitsnotstand«.
Die Voraussetzungen, die Ausprägungen, sozialen Härten und Folgen der Virus- und Wirtschaftskrise erörtern und analysieren die Autor*innen des Teils »Corona-Kapitalismus & Sozialepidemiologie«.
Dem planetaren Charakter der Katastrophe trägt der dritte Block »Globale Seuche / Globale Krise« durch Überblicksartikel und Länderstudien aus allen Regionen der Welt Rechnung.
Und schließlich skizzieren die Autor*innen des Teils »Neue Normalität & Post-Corona« einige Entwicklungslinien der postpandemischen Zukunft, formulieren Anforderungen an eine solidarische und demokratische Krisenantwort von unten und erörtern Chancen und Anknüpfungspunkte, die sich progressiven Bewegungen im Kampf für eine bessere Welt nach Corona bieten.
Mit Beiträgen von: Lia Becker, D. F. Bertz, Lutz Brangsch, Christian Bunke, CILIP-Redaktion (Dirk Burczyk, Tom Jennissen, Jenny Künkel, Christian Meyer, Matthias Monroy), Alex Demirović, Richard Detje, Julia Dück, Silke van Dyk, Harald Etzbach, Niklas Franzen, Sebastian Friedrich, Julia Fritzsche, Axel Gehring, Rolf Gössner, Stefanie Graefe, Jakob Graf, Tine Haubner, Johannes Hauer, Jens Kastner, Stephan Kaufmann, Alp Kayserilioğlu, Otto König, Anna Landherr, Ramona Lenz, Stephan Lessenich, Marina Mai, Nicole Mayer-Ahuja, Natalie Mayroth, Antonella Muzzupappa, Carmela Negrete, Sabine Nuss, Lukas Oberndorfer, Jan Pehrke, Jens Renner, Aert van Riel, Thomas Rudhof-Seibert, Thomas Sablowski, Demba Sanoh, Theodor Schaarschmidt, Velten Schäfer, Simone Schlindwein, Stefan Schmalz, Bernard Schmid, Nina Scholz, Georg Seeßlen, Andrea Seliger, Christian Selz, Ingar Solty, Christian Stock, Natascha Strobl, Timo Stukenberg, Moritz Wichmann, Carolin Wiedemann, Andreas Wulf, Miriam Younes

UM VORBESTELLUNG WIRD GEBETEN.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf). Tel. 0203-375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

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WELTBUEHNE MUSZ BLEIBEN !

Weiterhin bei uns zu bekommen:

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Dürrenmatt (100, morgen)

Über Friedrich Dürrenmatt lese ich, er habe auf dem Theater Techniken von Brecht angewandt, aber anders als Brecht keine Weltanschauung präsentiert.
Das sollte mich wundern, wo ich doch meine, daß ein Künstler mit jeder Äußerung eine Weltanschauung erkennen läßt.
Mit jeder? Ich höre schon den Einwand: „Und wenn er nur sagt, wie spät es ist?“
Aber das ist Unsinn. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Dürrenmatt ein solches Stück geschrieben hätte:
Vorhang auf. Auf der Bühne steht ein Mann. Der guckt auf die Uhr und sagt: „Es ist halbacht.“ Vorhang zu, die Leute geh‘n nach Hause.

Hier kommt, worauf Sie gewartet haben: Jahresrückblick 2012

Das Jahr 2012, das Jahr also, in dem dieses Weblog begonnen wurde, soll uns, wie die gesamte Menschheitsgeschichte generell, immer wieder interessieren.

Greifen Sie hinein (besser gesagt: klicken Sie drauf):

Let me please introduce …

Bruno Bachler

DER METZGER wird 100: Lopezzo und Schnack

Die Erde ist rund, und es gibt „Debatten“

Besuch bei Brecht

Leberwurst. Ein Kult-Seller tauchte mal wieder auf.

Wer nichts zu verbergen hat ist ein Idiot

Meine Schwierigkeiten mit den Frauen

Guter Vorsatz für das neue Jahr? Aber gern!

Neujahrs-Vorsätze sind nicht immer die besten Ideen. Mit dem Rauchen anfangen, Gewicht zunehmen, mehr Sprit verbrauchen und so weiter.
Ich habe eine bessere Idee:
Nehmen Sie sich für das neue Jahr vor: Kaffee aus Kuba!
Theethrinker: Lasset ab vom Thee. Ab jetzt: Kuba-Kaffee!
Sowieso-Kaffee-Trinker: Ab jetzt: Kuba-Kaffee, so ist das richtig!
Nun gut, wir wissen es doch alle: Neujahres-Vorsätze haben eine kurze Haltbarkeit.
Aber wenigstens mal zwischendurch ein Akt der Internationalen Solidarität ist besser als nix.

In Lockdown-Zeiten gelten besondere Regeln. Kunden müssen vor der Tür stehen bleiben.
Durchreichen geht aber. Nehmen Sie unseren Versand-Service in Anspruch.

KAFFEE AUS KUBA – DAS NÄCHSTE FRÜHSTÜCK KOMMT BESTIMMT !

The Medium is the Message

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): The Medium is the Message.
Hier hat sich die Botschaft völlig im Blau aufgelöst.
Der von dem Medien- und Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan (1911-1980) geprägte Satz „The Medium is the Message“ ist schwer zu erklären. Versuchen Sie es doch einfach mal anhand dieses Bildes.
Ob der Satz authentisch so heißt oder „The Medium is the Massage“ ist nicht eindeutig. 1967 erschien das Werk, der Schriftsetzer hatte sich vertan und aus „Message“ „Massage“ gemacht. McLuhan autorisierte den Setzfehler: „Lasst es so! Es ist großartig und genau richtig.“

Der Satz ist nicht zu verwechseln mit der unsinnigen Behauptung „Der Weg ist das Ziel“. Da könnte man ja auch sagen „Die Straßenbahn ist die Haltestelle“. „Der Weg ist das Ziel“ ist wohl eher ein Slogan für Erfolgsmenschen in ihrer Freizeit.

Froh zu sein

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Hier melde ich mich ein letztes Mal, bevor ich mich wieder melde.
Am MONTAG (das ist der 27. Dezember) folgt dann, frohen Mutes wie immer, das 2286. Notat. (Das, was Sie jetzt gerade begucken, ist das mit der Nummer 2285).

Wie sagte Karl Valentin?
WENN DIE STILLEN TAGE VORBEI SIND, DANN WIRD ES AUCH WIEDER RUHIGER.
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Neues von Tom Liwa: Klang und Wort

Auf diesem Planeten, der sich um seine eigene Achse dreht, nordwärts kreisend um einen Stern, schrieb er das Buch, das er versprochen hatte…
… und das für mich eine kleine Überraschung war:
DAS BUCH TOM (der, den mein freund kannte).
160 S. Mit Linolschnitten von Saskia Lippold und einem Nachwort von Birgit Fuß.
Und irgendwo klein gedruckt ist auch der Name zu lesen: Tom Liwa.
Ein Buch, das es bei Amazon NICHT gibt. Es hat eine ISBN, aber die steht nicht drin.
Es enthält einen Zyklus von 25 langen Gedichten, bestehend aus sechszeiligen Strophen.
Und ich freue mich, dieses Buch anbieten zu können.

„… dass Tom tatsächlich ein Heiler ist“ steht im Nachwort. „Ich las erst „ein Heller“. Paßt auch.

Gleichzeitig:
CD Tom Liwa: Der, den mein Freund kannte. Neun Stücke.

Buch 14 €
CD 17 €
in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand)
Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg-Jahrbuch
Tel. 0203 – 375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Rotor Ange

Da ich mich seit je nur mit solchen Arbeiten an das Publikum (an SIE, meine Damen und Herren) wende, die REPRODUZIERBAR sind (und zwar reproduzierbar mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln), habe ich – mit Bedauern – auf farbliche Gestaltungen weitgehend verzichtet. FARBIG waren nur die Filme, mit denen ich an HUT-FILM beteiligt war einschließlich der Hut-Film-Super-8- und Dia-Lightshows im Eschhaus.
Ansonsten: Zeichnungen, Montagen, Fotos (im METZGER), (Situations-)Postkarten, Plakate alles nur SCHWARZWEISS.
Doch nun: der technische Fortschritt – digitale Vervielfältigungsmethoden, Postkartenproduktion in geringer Stückzahl und natürlich auch das Weblog – erlauben es mir auch, Farben auf Flächen zu verteilen, und zwar in doppeltem Sinne: als optische Gestaltung und als Verteilen von farbiger Substanz auf einer Unterlage. Vulgo: Malerei.
Als farbige Substanz dienen mir Deckfarben aus einem Schul-Farbkasten. Als Unterlage (mit spezifischer Struktur) dienen mir gelegentlich Styropor-Platten, auf denen auf andere Art als auf dem Zeichenblock den Farben AUSLAUF gegeben wird (werden kann), etwa für Bilder aus ein- oder mehrdeutigen Wörtern:
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,
siehe dort,

und dort..
Und? Was sehen Sie? Sie sehen, daß der Künstler (ich) durch Legen, Stellen und Um-Stellen und Bewegen es dem Bild selbst überläßt, sich fertigzustellen.
Und nun VOM WORT ZUR WORT-LOSIGKEIT (könnte der Ausstellungs-Führer sagen, wenn er Sie zu diesem Bild führt):

Zwei nicht kontrastierende Farben (rot, orange) unterschiedlich verdünnt.

Titel: Le Feu.

Das ist das erste Bild einer Serie EIN KÜNSTLER FÄLSCHT SEINE EIGENEN WERKE.
Denn das ist das Original von 1969:


Da können Sie mal sehen.

Good old everlasting Sternbuschweg. Dezember 2020


Glücksrausch.
Kennen Sie das? Daß man, plötzlich und unvermittelt, ohne einen direkten Anstoß zu erkennen, von einem Gefühl des Glücks ergriffen wird? Ich habe das ein paar mal erlebt, immer im Alter von Anfang bis Mitte Zwanzig. Und jedesmal war es dieses Bewußtsein des jugendlichen Alters: Ich habe das meiste ja noch vor mir! Das Leben will gestaltet werden, es wartet darauf!
Wir sind auf einem guten Weg. Es wird besser mit uns. Wir haben gute Ideen. Was wir in Gang gesetzt haben, ist gut in Gang gekommen.
Es muß im Dezember 1968 gewesen sein. Oder im Januar darauf? Es war ein trüber Wintertag. Es lag vielleicht ein halber Zentimeter Schnee auf dem Asphalt. Ich kam von der Mülleimer Straße (von rechts im Bild) und ging wie vorher manches Mal und seither so oft um die Ecke in den Sternbuschweg.
Da haben sie sich ja wirklich keine Mühe gegeben, den Anfang des Sternbuschwegs in entsprechender Weise, das heißt in schöner Urbanität zu gestalten! So war die spätkapitalistische Architektur eben. Lagerstätte.
(Man hat damals oft und gern vom Spät-Kapitalismus gesprochen, kaum ahnend, daß die späte Phase des Kapitalismus seine längste ist).
Ich weiß noch: Ich war unterwegs zur gerade gegründeten Pädagogischen Hochschule (heute: Universität), um da APO-Flugblätter hinzubringen, und ich sah da Gesichter, die ich später noch oft sah.

Weitere Orte des Glücks werde ich Ihnen gelegentlich zeigen.