Die Wahrheit über das UZ-Pressefest

Ja, es ist wahr.
An dem Wochenende 1., 2. und 3. Juli findet im Revierpark Dortmund-Wischlingen das traditionelle Pressefest der DKP-Zeitung UZ statt.
Schaut her:
UZFest16-1UZFest16-2UZFest16-3UZFest16-4
Ausführliche Informationen findet man dort:
http://pressefest.unsere-zeit.de/
Und ich verrate, wohin man Spenden für die Finanzierung dieser Großveranstaltung schicken kann:
DKP-Parteivorstand
GLS Bank Bochum
IBAN: DE63 4306 0967 4002 4875 01
Verwendungszweck: Pressefest 2016

UZFestButton2016
Von den UZ-Fest-Buttons sind in der Weltbühne nur noch wenige vorhanden. Aber wer hier zu spät kommt, kriegt die Buttons auch noch beim Betreten des Festivalgeländes.

Was mich allerdings verwundert: Warum legt die DKP ihr Fest eigentlich immer auf ein Wochenende, an dem es regnet?

P.S.:In der Buchhandlung Weltbühne kann man die Wochenzeitung UZ kaufen. Sollte man tun.

Neu in der Weltbühne: Pott im Pop

Was Ausstellungen so an sich haben: Ausstellungskataloge.
Wie dieser hier:
RockPopPott
Heinrich Theodor Grütter (Hrsg.): Rock und Pop im Pott. Klartext Verlag 2016. 280 Seiten im Großformat, zahlreiche farbige Abbildungen, Hardcover, 24,95 Euro.
Der Klartext-Verlag läßt uns wissen:
„Das Ruhrgebiet blickt auf sechzig Jahre Rock- und Popgeschichte zurück: Mit Auftritten berühmter Gruppen wie den Beatles und den Stones (gemeint sind die Rolling Stones), mit dem Rockpalast in der Essener Grugahalle und mit bedeutenden Musikern aus der Region wie Nena und Herbert Grönemeyer. Das Katalogbuch zur Ausstellung im Ruhr Museum auf Zollverein in Essen zeigt Fotos, Plakate, Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikel sowie Instrumente und Bühnenoutfits und beschreibt die spektakuläre Rock- und Pop-Geschichte des Ruhrgebiets von den Anfängen bis in die Gegenwart.“
Ein Register hätte dem Werk gutgetan.
Daß eine Massenkultur, der etwas Aufrührerisches mehr oder weniger innewohnte, nach Jahrzehnten von nostalgischer Träumerei aufgesogen wird, ist niemals völlig zu vermeiden. In welchem Maße dies auf dieses zeitgeschichtliche Werk zutrifft, überprüfen Sie bitte selbst. Die Ostermärsche und UZ-Pressefeste werden erwähnt, das ist gut. Katalog-Mitgestalter Holger Krüssmann erinnerte sich an meine Folkrocker-Vergangenheit (Bröselmaschine 1970-1973) und ließ sich von mir Fotos schicken. (Die wurden nicht verwendet. Macht nichts).

Was mich da schon eher bedrückt ist der schleichende Verlust an Autonomie (i.e. das herausgenommene Recht, sich selbst seinen Namen zu geben). Wieso lassen es sich Leute gefallen, zum Beispiel als „68er“ oder „Krautrock“ oder „Hippie“ – oder eben „Pott“ bezeichnet zu werden?
Früher konnte man sich darauf verlassen, daß jemand, der die hierorts ungebräuchlichen Bezeichnungen „Pott“ oder „Ruhrpott“ oder „Kohlenpott“ verwendet, nicht von hier ist.
Noch mehr betrübt mich, daß von allerlei Regionaldirektoren, Oberbürgermeistern und sogar einer Landesministerin „Grubworte“ (statt Grußworte) beigegeben wurden.

Wollen Sie dieses Buch haben? Dann bestellen Sie es nirgendwo anders als in der Buchhandlung Weltbühne (für Sie abhol- bzw. versandbereit).
WELTBÜHNE MUSS BLEIBEN, damit gute Musik und deutsche Sprache übrigbleiben.

Limesse 2016 findet nicht statt, heißt es

Vor ein paar Tagen wurde hier die Ankündigung der Limesse 2016 erfreut gemeldet und zugleich sehr bedauert (um es zurückhaltend zu formulieren), daß diese ausgerechnet an demselben Wochenende stattfinden sollte wie das UZ-Fest in Dortmund!
Nun aber traf hier eine E-mail ein:

„Liebe Verlage, Medienprojekte und Kollektive,
leider müssen wir Euch mitteilen, dass die Limesse 2016 nicht stattfinden wird!“

Anscheinend stehen nicht genügend Aktive zur Verfügung, um Vorbereitung und Durchführung dieser (in der Vergangenheit vorbildlich organisierten) Veranstaltung zu garantieren.

Es heißt dann noch:

„Besonders leid tut uns, dass wir […] die vorläufige Einladung an Euch ausgesprochen haben. Es haben sich schon so einige von Euch zurückgemeldet, die geplant hatten zu kommen. Wir haben uns über diese Zusagen sehr gefreut und hätten mit Euch gerne dieses spannende Wochenende verbracht.
Wir sind weiterhin ansprechbar, es gibt jedoch erst mal keine weiteren Pläne.
Eure Limesse-Orga“

Also: am 1., 2. und 3. Juli 2016 zum UZ-Pressefest nach Dortmund Revierpark Wischlingen gehen, was ich jedem empfehle.
Der Ausfall der Limesse ist also – so gesehen – nur halbschade. Aber in diesem Fall ist halbschade auch sehr schade.

Aber was heißt „weiterhin ansprechbar“ und „erst mal“? Es handelt sich um Anarchisten, und denen traue ich zu, daß sie nicht nur das, was sie vorhaben absagen, sondern auch, daß sie das, was sie absagen vorhaben. Oder so.
Also ffaaalllllss doch, dann aber wirklich nicht am 1.2.3 Juli, ja? Denn dann ist & bleibt das UZ-Pressefest! Hört wenigstens dieses eine Mal auf mich.

P.S.: Und ich hatte schon darüber nachgedacht, was ich bei einer Lesung in Bochum vorlesen könnte… In Dortmund lese ich nicht, denn die Partei käme ja nie auf die Idee, mich ins Programm zu nehmen …

Ja, sind die denn doof? oder Was schief geh’n kann geht schief

Auf drei Ereignisse im Jahre 2016 habe ich mich gefreut:
Erstens: das UZ-Fest der DKP in Dortmund,
zweitens: die turnusmäßig ins Jahr 2016 fallende vierte Limesse (anarchistische Buch- und Medienmesse),
drittens: den Ruhrorter Kunstmarkt.

Die Frage war noch offen, ob (und wo) die vierte Limesse 2016 stattfinden wird. Bei der zweiten und dritten waren wir mit einem Ausstellungsstand vertreten und waren entschlossen, unsere Arbeiten bei der nächsten Messe – sollte sie denn stattfinden – wieder vorzustellen
Jetzt erhielt ich per E-mail die Mitteilung: Die vierte anarchistische Buch- und Medienmesse findet statt im Bahnhof Langendreer (Bochum) vom 1. bis zum 3. Juli 2016.

Und das ist jetzt genau derselbe Termin, an dem auch das UZ-Fest in Dortmund stattfindet!

Das ist nun allerdings sehr bedauerlich! Das ist umso bedauerlicher, weil ich vorher darauf hingewiesen habe, daß dieses spezielle Wochenende für die Terminierung der Limesse ganz und gar nicht in Frage kommen sollte – mit Hinweis auf das UZ-Fest. Die Limesse ist wichtig für die Situationspresse, das UZ-Fest aber auch. Auch wenn wir dort nur unregemäßig ausgestellt haben (und es in diesem Jahr auch nicht vorhatten) ist das UZ-Fest eine wichtige Informationsdrehscheibe und ein Ort für fruchtbare Kommunikation.

Ich habe das jemandem erzählt: Die Limesse soll am selben Wochenende sein wie das UZ-Fest.
Antwort: „Sind die denn doof?“
Ich hoffe, nicht in die Verlegenheit zu kommen, diese Frage beantworten zu müssen.
Noch mehr hoffe ich, daß die Veranstalter ihren terminlichen Fehlgriff – wenn er auch kaum noch zu korrigieren sein dürfte – wenigstens selber bedauern, zumal ich in meinem Schreiben an die Limesse-Organisatoren darauf hingewiesen hatte, daß die DKP-Veranstaltung eine Ausstrahlung und Anziehungskraft weit über das eigentliche Umfeld der Partei hat.

Unser Stand Limesse 2014 in Essen (C) Merkfoto

Unser Stand Limesse 2014 in Essen
(C) Merkfoto

Wenn Hinweise von mir in den Wind geschlagen werden, ist das keinen Grund zur Freude (um es mal so zu formulieren). Daß sie auf den Kommunikationswegen verloren gehen, kann passieren (auch wenn es nicht passieren sollte).
Daß aber vielleicht gedacht wurde „Was kümmert es uns, was die DKPler an dem Wochenende veranstalten?“ – nein, das will ich nicht glauben. Denn das wäre ein fataler Rückfall in den unglückseligen Fraktionismus der 70er Jahre!

Na, was meint Ihr denn, wo wir hingehen sollen? Ratschläge willkommen. Die Kommentarrubrik ist offen.

P.S.: Jetzt fehlt nur noch, daß der Ruhrorter Kunstmarkt auch noch auf dieses Wochenende fällt!

UZ-Pressefest auch 2016, und wieder mit Original-Buttons!

Das kann ich schon mal verraten:
Auch im Jahre 2016 wird es das UZ-Pressefest der DKP geben. Und zwar wo? In Dortmund im Revierpark Wischlingen, wie schon so oft. Wann genau? am 1. bis 3. Juli.
UZFestButton2016Es gibt jetzt schon die Buttons, mit deren Verkauf die enormen Kosten gedeckt werden sollen und durch deren Erwerb man zu allen Veranstaltungen des Festivals freien Eintritt hat.
Die kosten 5 Euro, und kauft sie mir bitte ab, damit ich vor unserer Kreiskassiererin gut dastehe. Ich verschick die Buttons auch gern mit der Post.

Es gibt auch Buttons, die 10 Euro kosten. Das kann man bei denen links im Bild ganz winzig erkennen.
Eine veränderte Druck-Vorlage? Da hätte man doch auch die Farben austauschen können.
Aber: Warum denn praktisch, wenn es auch unpraktisch geht?

Und das ist das Beruhigende: Die alten Prinzipien gelten noch.

Encore: Minister Jäger ist keine Laterne, sondern eine Tasse.

Das schrieb die konservative Frankfurter Allgemeine:
„Die für gewöhnlich gut informierten Antifa-Gruppen warnten, dass Köln vor dem seit Jahren größten Aufmarsch von Rechtsextremen in Westdeutschland stehe. Die Polizei verwies diese Hinweise in das Reich der Propaganda und bereitete sich auf eine Demonstration mit 1000 bis 1500 Teilnehmern vor.“
Es wäre in der Tat ein zu mildes Urteil, wenn man der Polizei bloß eine falsche Einschätzung von Personenzahlen attestieren würde. Die Polizei ist selbst Teil des Problems, dessen Lösung von ihr zu erwarten naiv wäre.
In demselben FAZ-Bericht (von Olaf Sundermeyer, 28.10.2014) wird ein Beamter dieser Polizei zitiert:
„Es war noch in der Nachmittagssonne, gegen halb drei am Sonntag vor dem Kölner Hauptbahnhof, als zwei Polizisten ein Gespräch unter Kollegen führten. ‚Mach dir mal keine Gedanken‘, sagte der Ältere zu dem Jüngeren und schaute dabei auf eine vierstellige Zahl von Hooligans: ‚Die machen nichts, nur wenn sie von Linken angegriffen werden.‘“
In Klartext übersetzt: An den Gewaltexzessen der Rechten sind die Linken schuld. Auch wenn es an diesem Sonntag in Köln keinen solchen Angriff gegeben hat, wird der ach so erfahrene Polizist felsenfest an seiner Überzeugung festhalten. Immer zu wissen, wer immer und an allem schuld ist, ist ebenso Grundlage deutscher Exekutivmentalität wie der Ratschlag, sich mal bloß keine Gedanken zu machen.
Von der Polizei ist schlechterdings nicht mehr Helligkeit zu erwarten als von ihrem Obersten Dienstherrn. Der Oberste Dienstherr in diesem Fall ist der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD).
Der Sozialdemokrat Ralf Jäger ist Realpolitiker. Realpolitiker haben noch nie ein Problem gelöst. Sie haben auch noch nie ein Problem erkannt. Mehr noch: Realpolitiker neigen dazu, Problembewußtsein als Gefahr für die Sicherheit zu sehen und den Problembewußten die innerstaatliche Feindschaft zu erklären.
Ich zitiere noch einmal das Grußwort der VVN beim UZ-Pressefest im Juni:
„Wir haben hier einen Innenminister Ralf Jäger, der gegenüber den Schülern des Landes behauptet, unsere Losung ‘Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen’ sei verfassungsfeindlich, denn sie raubten den Nazis ihre Meinungsfreiheit. Er steigerte sich in diesen Tagen, indem er behauptet, die Demokraten, die den faschistische Sprüche und Lieder grölenden Nazis den Zutritt zum Rathaus von Dortmund verweigerten, sie handelten ebenfalls verfassungsfeindlich. Und so wird nun gegen 40 Demokraten, gegen die Rathausverteidiger ermittelt.“
Und damit auch das nicht am Ende einmal zu wenig zitiert wurde, auch noch mal aus dem Offenen Brief von Ulla Jelpke (MdB Die Linke) an Minister Jäger:
„Als Dortmunder Bundestagsabgeordnete und Antifaschistin kann ich es nicht unwidersprochen lassen, wie Sie den Polizeibericht zum Angriff der Nazipartei „Die Rechte“ auf das Dortmunder Rathaus am Wahlabend des 26. Mai gutheißen.
Dieser Bericht ist ein erschreckendes Dokument. […] Die fatale Neigung der Polizei, die von Nazis ausgehende Gefahr zu verharmlosen, (ist) noch immer nicht überwunden.“

Merke: Sozialdemokratie ist keine Meinung, sondern eine Bewußtseinstrübung.

Minister Jäger ist eine Tasse

Zitat:
„Wir haben hier einen Innenminister Ralf Jäger, der gegenüber den Schülern des Landes behauptet, unsere Losung ‘Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen’ sei verfassungsfeindlich, denn sie raubten den Nazis ihre Meinungsfreiheit. Er steigerte sich in diesen Tagen, indem er behauptet, die Demokraten, die den faschistische Sprüche und Lieder grölenden Nazis den Zutritt zum Rathaus von Dortmund verweigerten, sie handelten ebenfalls verfassungsfeindlich. Und so wird nun gegen 40 Demokraten, gegen die Rathausverteidiger ermittelt.“
(Aus dem Grußwort der VVN beim UZ-Pressefest).

Merke: Sozialdemokratie ist keine Meinung, sondern eine Bewußtseinstrübung.

Unterwegs zu freundlichen Menschen

UZFest14-01So fängt es vielversprechend an (Duisburg Hauptbahnhof).

UZFest14-02Wir sind eingestiegen. Der Zug könnte also losfahren.

UZFest14-03Oberhausen durchqueren wir kühn (und beschauen uns das Ruhrgebiet im Vorbeifahren).

UZFest14-04Die Wolken verfinstern sich über der Energie. Das heißt: Wir fahren in Dortmund ein.

UZFest14-05Ausgestiegen in Wischlingen. Weiterfahren lohnt sich nicht.

UZFest14-06Noch vor wenigen Jahren war rechts von der Straße eine schöne Auenlandschaft mit meterhohem Gras. Inzwischen ist alles mit Bäumen bewachsen – irgendwie schade.

UZFest14-07UZFest14-08Das ist der Eingang.

UZFest14-09

UZFest14-10

UZFest14-11Was ist das? Was ist das?
Die CDU auf einem Festival der DKP?
Richtig! Es handelt sich um die portugiesische Coligacao Democratica Unitaria, das Wahlbündnis aus Kommunisten (Partido Comunista Portugues (PCP)) und Grünen (Partido Ecologista Os Verdes (PEV)).
Ich würde sogar CDU wählen – aber nur, wenn ich Portugiese wäre.
Ich erzähle jetzt jedem, daß ich mir an einem Infostand der CDU eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bestellt habe.

UZFest14-12Zwischendurch mal kann man durch den schönen Wald gehen und das Fest von Weitem anschauen. Früher, als wir noch mit einem eigenen Büchertisch drei Tage lang beim UZ-Fest waren, brauchte ich ab und zu eine solche Ruhepause.
Daß es am Samstag, dem 28. Juni 2014 in Dortmund regnen wird, hatte ich schon vor einem halben Jahr vorhergesagt.
Wo sind eigentlich die vielen Wasservögel hin, die früher den schönen See bevölkerten?

UZFest14-13Klaus der Geiger, auf der Gitarre begleitet von seiner Tochter.

UZFest14-14

UZFest14-15

UZFest14-16„Hier stehe ich, du kannst nicht anders.“
„Man wollte mich trennen von meiner Partei. Es ist ihnen nicht gelungen.“

UZFest14-17Es spricht Patrick Köbele, Vorsitzender der DKP.

UZFest14-18Ulrich Sander spricht für die VVN.

UZFest14-19UZFest14-20Esther Bejarano (89) war Mitglied im Mädchenorchester von Auschwitz. Ihr Auftritt mit der deutsch-türkisch-italienischen Rapgruppe Microphone Mafia ist fester Bestandteil des UZ-Festes.

Fotos (c) Hafenstaedter (6), H.L. (13)

Fotos (c) Hafenstaedter (6), H.L. (13)

Konstantin Wecker hält dem Fest unserer kleinen Partei seit vielen Jahren die Treue.
Es war ein schöner verregneter Tag unter freundlichen Menschen, unter Menschenfreunden.

Informationen über Kuba

Die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba kündigt weitere Informationsveranstaltungen an.
Zum Beispiel:

Wo steht das sozialistische Kuba heute?
Sonntag, 15. Juni 2014, 11 – 16 Uhr
Die Linke Altona, Am Felde 2, 22765 Hamburg
Im 55. Jahr seiner Revolution: Wo steht das sozialistische Kuba heute?
Unser Kuba-Seminar mit folgenden Schwerpunkten:
Kubas Alltag: Wirtschaft zwischen Sozialismus und Kapitalismus?
Kuba auf dem Weg zurück in den Kapitalismus – Realität oder Wunschdenken? Wie leben die Menschen in Kuba und wohin geht die Entwicklung?
Freiheit für die Cuban Five
cuban5Terror gegen Kuba: der Fall der Cuban 5 nach der Anhörung von London
Die Hintergründe des US-Terrrors gegen Kuba und die Verurteilung der 5 kubanischen Patrioten. Wie geht der Kampf um ihre Freilassung weiter?
Alphabetisierungskampagne 1961
Das kubanische Bildungssystem im Vergleich
Von der Alphabetisierungskampagne 1961 zum internationalistischen Bildungsexport:
Wie wird „Bildung“ in Kuba definiert? Wo steht das kubanische Bildungswesen?
Teamer: Brigitte Schiffler und Wolfgang Mix (beide Cuba Sí Hamburg); Volker Hermsdorf, Journalist, pendelt zwischen Hamburg und Havanna und schreibt u.a. in der Tageszeitung Junge Welt über Kuba.
Mittagsimbiss gegen Spende und zum Abschluss ein Mojito
Anmeldung erbeten an: hi.heinemann@gmx.de oder unter Die Linke Altona, Am Felde 2, 22765 Hamburg

Das Mafia Paradies – Kuba vor der Revolution von 1959
Donnerstag, 3. Juli 2013, 19:30 Uhr
Waldheim Gaisburg, Obere Neue Halde 1, 70186 Stuttgart-Ost
Zum 60. Jahrestag des Sturms auf die Moncada-Kaserne, dem Beginn der kubanischen Revolution, zeigen wir den Dokumentarfilm:
DAS MAFIA-PARADIES – Kuba vor der Revolution von 1959.
Mit Kuba verbinden die meisten Menschen Fidel Castro, Che Guevara, die sozialistische Revolution von 1959 und vielleicht noch die Kubakrise von 1962. Aber was geschah davor auf der Karibikinsel? Vor 60 Jahren, im März 1952, riss dort General Fulgencio Batista durch einen Militärputsch die Macht an sich – mithilfe der CIA. Kuba hätte eine der vielen, von Washington kontrollierten Militärdiktaturen im karibischen Hinterhof der USA werden können, aber unter Batista wurde es mehr: ein Mafia-Staat. Bosse der italoamerikanischen ‘Cosa Nostra’ wie Lucky Luciano oder Santo Trafficante sowie der Chef der jüdischamerikanischen ‘Kosher Nostra’, Meyer Lansky, konnten sich unter Batista im kubanischen Staatsapparat einnisten und Havanna in die Weltstadt des Glückspiels, des Drogen- und Waffenhandels, der Geldwäsche und der Prostitution verwandeln.
Kuba wurde, sagt der US-amerikanische Politologe Karl E. Meyer, ‘zum Bordell der USA’: Hunderttausende Amerikaner wurden mit Billigflügen in die Spielcasinos, Cabarets, Porno-Kinos und in die mit Drogen und Prostituierten versorgten Nobelhotels geschleust und dort ausgenommen. Die Millionengewinne verschwanden in den Taschen der US-Mafia und des Batista-Clans, die Landbevölkerung dagegen hungerte. Widerstand gegen das Regime und seine Mafia-Komplizen wurde vom staatlichen Repressionsapparat brutal bekämpft.
Trotzdem gelang es den Revolutionären schließlich, mit dem wachsenden Rückhalt der Kubaner zum Jahreswechsel 1958/59 die Macht auf der Insel zu übernehmen. Auf Kuba hatte die Mafia ihren Traum vom eigenen Staat fast verwirklicht – und nirgendwo ist sie tiefer gestürzt und entschiedener davon gejagt worden als auf Kuba.
Durch außergewöhnliches Filmmaterial und Erlebnisberichte von Zeitzeugen aus den 50er Jahren lässt die Dokumentation die gleichermaßen schillernde und brutale Zeit wiederaufleben – und zeigt damit, vor welchem Hintergrund die kubanische Revolution stattfand.
Veranstalter: Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba / Stuttgart

Kuba auf dem UZ-Pressefest
27.- 29. Juni. Revierpark Wischlingen, Dortmund
18. UZ-Pressefest – Volksfest der DKP –
Seit 1974 lassen es sich die Kommunistinnen und Kommunisten nicht nehmen, mit dem Pressefest der DKP-Wochenzeitung „Unsere Zeit“ einen politischen und kulturellen Gegenpunkt zu Entsolidarisierung, Kommerz und Kapitalismus zu setzen. 40 Jahre lädt die DKP Ende Juni 2014 wieder ein zum großen Volksfest der Solidarität.
UZ-Pressefest-2014-SolibuttonEin besonderer Anziehungspunkt ist unsere Casa Cuba. Dort gibt es neben Live-Musik und Mojito vor allem Informationen aus erster Hand von der Roten Insel. Wir kämpfen für die Befreiung der Cuban Five!
Freitag, 27.6., ab 16:00 Uhr:
In der Casa Cuba eröffnet am Freitag abend der Liedermacher Frank Viehweg aus Berlin eine Ausstellung mit Bildern von Antonio Guerrero, einem der in Miami inhaftierten Cuban Five.
Samstag, 28.6., 16:00 Uhr:
Veranstaltung: 40 Jahre Solidarität mit Kuba
Vor der Casa Cuba erwartet Euch der Infostand der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba

kopfbanner3

Da gehen wir hin: UZ-Pressefest

UZ-Pressefest-2014-Header-3Dieses Jahr gibt es wieder ein UZ-Pressefest. Es findet statt vom 27. bis 29. Juni (Freitag bis Sonntag) in Dortmund im Revierpark Wischlingen. Der Ort ist schön, die Umgebung ist schön, und auch der Weg von der S-Bahn-Station Dortmund Wischlingen zum Festivalgelände ist ein schöner Weg.
Nicht nur interessant, sondern auch schön sind die Ausstellungen und Infostände fortschrittlicher Organisationen und Gruppen. Für Essen & Trinken ist gesorgt (reichlich). Schön.
Wer kommt alles und singt und spielt uns liest vor und erzählt?
Achim Bigus, Bandista, Bernd Köhler & Blandine, Compania Bataclan, Dirk Wilke und Peter Schenzer, Einhart Klucke, Erich Schaffner, Esther Bejarano, Frank Viehweg, Fred Ape, Friedenshaus, Gruppe Gutzeit, Grobylin Marlowe, Haake Bluesband, Huggy Borghardt, Jane Zahn, Jazz-Polizei, Johan Meijer & Jos Koning (NL), Mapato, Michail Iwanow (RU), Kai Degenhardt, Klaus der Geiger, Konstantin Wecker, Leander Sukov, Le Blech, Luis Galtario und Antonio Hilario, MC Albino, Microphone Mafia, Musikandes, Quijote, Ruam, Sonja Gottlieb, VEB-Chor, Jutta Ditfurth, Dietmar Dath, Georg Fülberth, Ellen Schernikau, Christiane Schnura, Werner Seppmann u.a. Schön.
Das Konzert mit Konstantin Wecker, Esther Bejarano und der Microphone Mafia ist am Samstag Abend auf der Hauptbühne.
Es könnte alles noch schöner sein, wenn die Partei auf ihrer Homepage eine Wegbeschreibung veröffentlichen würde.
Kontakt: DKP, Hoffnungstraße 18, 45127 Essen, Tel.: 0201/1778890
uz-pressefest@dkp.de
Zeltplatzanfrage: pressefest-camping@dkp.de

Wer was auf der Weste hat, darf eine Spende lockermachen:
DKP-Parteivorstand
Konto-Nr.: 4002487500 GLS Bank Bochum BLZ 430 609 67
IBAN DE90 4306 0967 4002 4875 00 BIC GENODEM1GLS
Stichwort: „UZ-Pressefest“

UZ-Pressefest-2014-SolibuttonDie schöne Anstecknadel („Soli-Button“ nennt man das heutztage) berechtigt zum Eintritt für jede Einzelveranstaltung. Sie ist für 5 Euro erhältlich bei der DKP-Gruppe Ihres Vertrauens. In der Buchhandlung Weltbühne gibt es auch noch welche. (Da kann man auch die UZ kaufen).
Bei der Europawahl kann man übrigens DKP wählen. Sollte man tun.

Ostermarsch 2014 in Duisburg. Die Reportage.

OM2014-01Ostersamstag, früher Morgen. Es tut sich was auf dem Asphalt.
OM2014-02Große Ostermärsche werfen ihre Schatten voraus.
OM2014-03Die Leute, die früher immer riefen „…raus aus Afghanistan“ (um à la longue in die Regierung zu kommen), rufen das jetzt nicht mehr, obwohl (bzw. weil) es dafür jetzt Gründe gäbe.
OM2014-04
OM2014-05
Felix, alter Kämpe! Ich wollte, wir hätten mehr von der Sorte.
OM2014-06Die DFG-VK in Duisburg hat die Nähe zur Partei nie gescheut.
OM2014-07Es war eine gute Idee, die Band Orkestar Varbista einzuladen. Wirkliche Könner auf ihren Instrumenten, die populäre und revolutionäre Melodien verjazzten.
OM2014-08In der Samstag-Morgen-Sonne in Frühling haben auch die schönsten Männer weiße Haare.
Drauf geachtet, rechts im Bild? Konstantin Wecker kommt dieses Jahr wieder zum UZ-Pressefest.
OM2014-09Diese Partei ist auch da und wahrscheinlich wieder dafür & dagegen. Für mich sind das Analphabeten. (Die kaufen keine Bücher). Die meinen, sie hätten genug Papier.
OM2014-10Eberhard, der geduldige Aufklärer.
Asian Beauty.
OM2014-11Rote Fahnen, graue Haare.
OM2014-12Sevim Dagdelen (MdB Die Linke) hielt eine Rede. Sie attestierte der SPD, nicht reif für eine rotrotgrüne Koalition zu sein (sehr richtig!) und kritisierte auch ihre eigene Fraktion wegen aufweichender Haltung in der Frage von Auslandseinsätzen.
OM2014-13Nicht mehr das Tauben-Blau, sondern Rot ist die Farbe dieses Ostermarsches. Gefällt mir.
OM2014-14Buch gekauft. Gut.
OM2014-15Seltsam! Auch in diesem Jahr keine Beschwerde und (hörbare) Aufregung über unsere Make-Love-Not-War-Plakatbotschaft mit Erikas Merkspruch zum Merken. Emanzen erschrecken klappt anscheinend nicht mehr so richtig. Oder werden jetzt hinter verschlossenen Türen und vorgehaltenen Händen Boykott-Beschlüsse gefaßt? Bedarf es solcher Beschlüsse eigentlich?
Gut dazu passend: „Worum es geht“.
OM2014-16Hört zu, wenn Bernd Funke spricht.
OM2014-17-Die Partei zeigt endlich auch mal wieder Farbe.
OM2014-18Und hinterher wieder alles schön einpacken.

Fotos: DFG-VK

Mit der Eisenbahn durch das Ruhrgebiet

Heimfahrt vom UZ-Pressefest in Dortmund nach Duisburg. Das ist nicht die südliche Linie über Bochum und Essen, sondern die nördliche. Wir unterhalten uns über dieses & jenes. Aus einem Lautsprecher kommt alle paar Minuten die Stationsansage.
„Nächster Halt: Dortmund Mengede.”
Ich sage: „Dortmund Mengede? Warum nicht?”
„Nächster Halt: Castrop-Rauxel Hauptbahnhof.”
„Wat? Dat nennen die ‚Hauptbahnhof‘?”
„Nächster Halt: Herne.”
„Ach, sind wir schon in Herne?”
„Nächster Halt: Wanne-Eickel.”
„Wanne-Eickel? Ich dachte, wir wären schon in Gelsenkirchen.”
„Nächster Halt: Gelsenkirchen.”
„Gelsenkirchen? Ich dachte, wir wären schon in Katernberg.”
Einem jungen Kerl, zwei Meter, zwei Zentner, der sich durch sein Äußeres als Schake-Nullvier-Verehrer zu erkennen gibt, wird es zu viel:
„Also, paß ma auf: Jetz kommt Gelsenkirchen, dann Katernberg, dann Altenessen, dann Bergeborbeck, dann Dellwig, dann Oberhausen, und dann Duisburg. Klar?”
Er lehnt sich zurück, mustert mich von oben bis unten und sagt: „Besoffen bisse ja nich, nä? Wohl eh‘r bekifft, wa?”
UZ-Pressefest-2014-Solibutton..

Wat is verkehrt an den folgenden Satz?

Wat is verkehrt an den folgenden Satz?
FRANK BAIER, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUM GEBURTSTAG!
Verkehrt ist, daß dieser Satz gestern hätte verkündet werden müssen.
Also:
Frank Baier, nachträglich herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag!
UZ-Pressefest-2011Und was sehen wir auf diesem Bild? Frank Baier dialogisierend (rechts am Bildrand).

Bruno Bachler

Foto: Bruno Bachler (links) mit Oskar Rothstein

An eine komische Begebenheit erinnere ich mich. Er griff nach meinem Haarschopf und legte ihn über seine Glatze.
„Bruno, jetzt müssen wir aber nebeneinander gehen.“
„Wat sachse?“
„Jetzt müssen wir nebeneinander gehen.“
Ich erinnere mich auch nicht ohne Heiterkeit daran, daß ich in dem VVN-Büro auf dem Lith in Wanheimerort immer mit einem Schnäpsken begrüßt wurde. Zum Abschied nannte er mich immer „Liebe Jung‘“, auch als mein Haar schon grau wurde. „Tschüß, liebe Jung‘!“
*
Wir saßen im Zug nach Dortmund, zum UZ-Pressefest. Der ganze Wagen voller Genossen. Ich wurde von einer Freundin begleitet. „Wer ist der Mann, der da spricht?“ – „Das ist Bruno Bachler.“ Sie war beeindruckt, und darum ein paar Tage später Mitglied der VVN. Ob ich denn auch Mitglied der VVN sei, fragte sie ihn.
„Der Helmut ist einer von uns.“
Das hat Bruno gesagt. Alle Verdienstkreuze und Auszeichnungen können dafür stecken bleiben. Mir muß klar sein, welche Verpflichtung mir mit dieser Anerkennung aufgetragen ist.
*
Ein Bekannter von mir, ein Lehrer, erzählte mir oft, daß er auf die Linken nicht gut zu sprechen ist – aus Gründen, die ich verstehe. Ganz anders sein Urteil, als er Bruno Bachler und Karl-Heinz Winstermann (Brunos Kamerad aus dem Widerstand) kennenlernte, als sie mit der Ausstellung „Verfolgung und Widerstand in Duisburg“ auch an seine Schule kamen und vor Schulklassen sprachen. „Die beiden sind einfach echt!“
Es ist bezeugt, daß die Schülerinnen und Schüler nicht weniger beeindruckt waren – nicht nur von seinen Kenntnissen, nicht nur von seinen Argumenten, sondern von seiner Persönlichkeit.
Lehrer zu sein, sagte er mir, wäre sein Traumberuf gewesen, junge Menschen zu begleiten.
*
Bruno, aus einer kommunistischen Familie stammend, gehörte in der Nazizeit zu den Edelweißpiraten – Jugendliche, die sich von der HJ abgrenzten und mehr und mehr zum Widerstand übergingen. Wegen „Wehrkraftzersetzung“ kam Bruno in das KZ Buchenwald.
Mit dem Ende des Naziregimes begann für ihn eine neue Phase des Kampfes. Er leitete in Duisburg die FDJ, wofür er ins Gefängnis kam. 1960 wurde er als Mitglied der illegalen KPD wieder verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Er war dabei, als nach 1968 die Kommunisten wieder eine legale Partei aufbauten. Er war als Gewerkschafter und Betriebsratsvorsitzender aktiv. Sein Lebensmittelpunkt war die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten. Daß der Antifaschist auch in diesem Staat suspekt ist, mußte er erfahren. Um Anerkennung des antifaschistischen Widerstandes hat er sich erfolgreich bemüht, und er würde sofort betonen, daß sie nicht minder denen zu verdanken ist, mit denen er gemeinsam kämpfte.
Von Bundestagspräsident Thierse wurde Bruno zu einer Feierstunde des Bundestages eingeladen. Bruno lehnte die Einladung ab. Zurecht erwartete er Genugtuung für das, was dieser Staat ihm angetan hat. In Havanna wurde Bruno von Fidel Castro empfangen, der ihm für seine Lebensleistung dankte.
*
Das Alter verlangte einen hohen Tribut. Zum letzten Mal sprach ich mit ihm bei der Feier zu seinem 85. Geburtstag in den Ausstellungsräumen der VVN in Kaßlerfeld. Da kam auch der Oberbürgermeister, der damals noch ein angesehener Mann war.
*
Nun haben wir Bruno auf seinem letzten Weg begleitet. Es sind sehr viele gekommen, für die es eine Ehrensache war. Der Sauerland kam diesmal nicht. Aber Josef Krings war da. An Brunos Grab wurde noch einmal das Moosoldatenlied gesungen – ganz leise.
*
Bruno Bachler – diesen Namen haben wir immer mit Stolz und Rührung ausgesprochen. Wir haben ihn nicht nur geachtet. Wir haben ihn nicht nur verehrt.
Den Bruno haben wir geliebt.