Ja, was ist denn DAS?

NeuProgrammCoverJa, was ist das denn, möchte man wieder fragen.
Also: Es handelt sich um eine Broschüre (36 Seiten), urgehoben von meiner Kollegin und mir 1991, lange Zeit vergriffen, jetzt (nach 25 Jahren) in zweiter, nur leicht veränderter Auflage für 5 Euro wieder erhältlich (ISBN 978-3-935673-06-8).

Man sollte als Künstler / als Schriftsteller mit Erläuterungen zum Werk sich zurückhalten. Wird eine Pointe erklärt, ist sie hin.
Nur mal so viel:
Vor 25 Jahren wollte die geltungssüchtige Generalaufpasserin Alieze Schwarzer (auch „Frollein Lohmeier“ genannt) Porno gesetzlich verbieten lassen.
Das war der Anlaß für diese Kampfschrift, deren Text allerdings nicht von den Verfassern verfaßt, sondern zusammengeklebt und mit aufschlußrerichen Bildern zu einem montiert wurde. Es sollte dem Ansinnen der penetranten Anstandsdame nicht mit Argumenten begegnet, sondern Tatsachen geschaffen werden. Wo (kalkuliert oder unkalkuliert) mit Reizvokabeln Irrationalität geschürt wird, helfen keine Pillen und keine essigsaure Tonerde, wohl aber die Satire, die sich die „normative Kraft des Faktischen“ zunutze macht.
„Schwarzers Begabung war nie die Analyse, eher die action im Einklang mit einem gesunden Volksempfinden“, meinte Katharina Rutschky.

Mit Fleiß verbringe ich meine Zeit damit, die Spießbürgerlichkeit und Prüderie, eben jenes „Volksempfinden“ in Mißkredit zu bringen. Froh war ich stets, wenn ich zu solchem Behufe einfallsreiche Partnerinnen fand.
Hier geht es um: die Ästhetisierung des Sexuellen. Oder man könnte auch poetisch sagen: Es geht um die Erotisierung der Sexualität.
Im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) steht unter der Rubrik „Hauptbeschreibung“: „Text-Bild-Collage über die Verschlüsselung von Sexualität, Macht, Bedürfnis, Manipulation.“ Irgendwas muß man ja reinschreiben, damit der moderne Mensch „aha“ sagen kann.
Mit dem wieder erhältlichen Heftchen wird auf dem Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne auf dem Ruhrorter Kunstmarkt erstmals die Öffentlichgkeit konfrontiert.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

NeuProgrammImmerDabeiHier zwei Seiten, auf denen man erkennt, daß wir es wirklich ernst meinen, selbst dann, wenn wir nicht ernst bleiben können.

lg3Die Mit-Autorin Lina Ganowski war an der (zurückhaltenden) Überarbeitung nicht beteiligt. Sie sagte (am Telefon): „Jaja, du machst das schon, ich verlaß mich auf dich“, und auf ausdrückliche Nachfrage: „Jaja, mach ruhig!“
Die Verbrecher (in diesem Fall: die Verbrecherin) zieht es an den Ort des Verbrechens. Die Essenerin, die längere Zeit in Erfurt, und dann für einige Zeit in den Niederlanden ansässig war, wohnt jetzt wieder in Essen.
Ich fragte sie: „Bleibst du denn jetzt da für immer?“ Daraufhin sie: „Ja, was soll ich denn darauf antworten???“

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt

Nächsten Sonntag wieder: Ruhrorter Kunstmarkt. Wir sind wieder dabei. Sie auch?
RuhrortKunstmarkt16-V1„Da ist es schön, da geh‘n wir hin.“
RuhrortKunstmarkt16-V2
Besuchen Sie den Stand der Situationspresse / Buchhandlung Weltbühne mit sichtbaren, lesbaren, hörbaren Eigenproduktionen aus unserem Haus und von befreundeten Künstlern und Autoren mit ihren Arbeiten aus dem „Fliegenden Koffer“.
Erfahrungsgemäß werden Veranstaltungen bei gutem Wetter von vielen besucht. Darum hoffen wir auf viel Besuch, damit wir günstiges Wetter haben (warm, trocken, nicht schwül, windstill).

RuhrortKunstmarkt16-V3„Jaja, kommense ruhig und guckten sich das mal hier an“, scheint die Aussage dieses Bildes zu sein.
© Merkfoto

L‘art pour l‘art

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): L‘art pour l‘art
Buelles
Die Formel „l‘art pour l‘art“ brachte einst (60er Jahre, 70er Jahre) die Leute zur Weißglut, die eine politische, eine engagierte, eine eingreifende Kunst forderten. Sie hielten diesen Slogan für eine Absage an diesen Anspruch, für den Slogan einer „reinen“, „unpolitischen“ Kunst.
Dies aber war und ist ein Mißverständnis. In dieser Formel ist nämlich vielmehr die Autonomie, die Unabhängigkeit der Kunst proklamiert.
Seit dem Mittelalter war die (bildende) Kunst als Handwerk stringenten Zunftregeln unterworfen. Später wurde sie akademisch gelehrt. Im Zuge der Bürgerlichen Revolution strebte die Kunst nach Unabhängigkeit von feudalen und klerikalen Auftraggebern, nach Selbstbestimmung. Das kommt in dem Slogan zum Ausdruck. Für die Kunst sollen die Maßstäbe von den Künstlern festgelegt werden.
Das oben gezeigte Bild (eine Collage aus dem Jahre 1995, erstmals zu sehen als Illustration in DER METZGER Nr. 48), aus diesem Umfeld decollagiert, Laserdruck im Din A-4 Format, gestempelt, in Klarsichtfolie, ist ein Paradebeispiel für diese fortschrittliche und emanzipatorische Kunst-Produktion. Es wird (in geringer Stückzahl) auf dem Stand der Buchhandlung Weltbühne beim diesjährigen Ruhrorter Kunstmarkt (Sonntag, 5. Juni) angeboten und bei Verkauf von mir signiert (aber nicht nummeriert).
Die Käufer sollen sich überlegen, was sie damit machen: Aus der Klarsichtfolie rausnehmen oder drinlassen, einrahmen (lassen), zu Hause oder sonstwo aufhängen (tunlichst an Orten, wo diese Mitteilung Irritation, Rätselraten, Volkszorn, Trost, (Un-)Gewißheit auslösen könnte).
Mit dem Zitat unten sind die Leute, die vom Kunstwerk ein politisches Bekenntnis fordern, ruhiggstellt.
Das Werk wird für mindestens1 Euro erhältlich sein. Mit diesem für den Käufer zumutbaren, für den Künstler immer noch einträglichen Tarif wird die Kontinuität progressiver Kunst-Produktion in unserem Hause gefördert und gesichert. Darum darf der Käufer (resp. Die Käuferin) auch den Preis erhöhen.

P.S.: Als kommunistischer Künstler möchte ich mal anmerken, daß die Kunst ihren Autonomieanspruch auch gegenüber den Linken aufrechterhalten sollte, bei denen es so eine Mentalität gibt, die Künstler am liebsten zu Pausenclowns zu degradieren.

Neu in der Weltbühne: Warnung vor dem Volks-Empfinden

Heute empfehle ich zwei Bücher:
ZwoBuecherMarkus Liske / Manja Präkels (Hg.): Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn? Verbrecher Verlag 192 S. 18 Euro.
Verlagstext:
25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter.
Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, „Homosexualisierung“, Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die »Lügenpresse«. Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: „Wir sind das Volk!“ Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk?
In „Vorsicht Volk!“ erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen.
Mit Beiträgen von Kirsten Achtelik, Ivo Bozic, Harald Dipper, Jutta Ditfurth, Stefan Gärtner, Patrick Gensing, Willi Jasper, Anetta Kahane, Alexander Karschnia, Kerstin Köditz, Konstanze Kriese, Klaus Lederer, Markus Liske, Anselm Neft, Manja Präkels, Jan Rathje, Anna Schmidt, Julia Schramm, Jörn Schulz, Heiko Werning, Elke Wittich und Deniz Yücel.

Phillip Becher, Christian Begass, Josef Kraft: Der Aufstand des Abendlandes. AfD, PEGIDA & Co.: Vom Salon auf die Straße. PapyRossa Verlag. 130 S. 11,90 Euro
Verlagstext:
Eine neue Massenbewegung macht in Deutschland von sich reden: PEGIDA. Sie läuft Sturm gegen „Überfremdung“, „Parteienstaat“ und „Lügenpresse“. Was in Dresden begann, hat Nachahmer andernorts gefunden. Dass die Demonstrierenden nicht immer auf öffentliche Gegenliebe stoßen, brandmarken sie als Unterdrückung abweichender Meinungen. Überdeckt werden dabei die Sympathien, die PEGIDA & Co. seitens honoriger gesellschaftlicher und politischer Kräfte genießen, derzeit gruppiert vor allem, aber nicht nur, um die „Alternative für Deutschland“. Andererseits segeln im Windschatten von PEGIDA Hooligans wie die von HoGeSa und andere Schläger. Neu sind solche Proteste indes nicht. Bereits vor Jahren startete in Köln ein Kreuzzug sich selbst als „Bürgerbewegung“ inszenierender Rechtspopulisten gegen eine angebliche Islamisierung, und auch die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung mit einem linken Ministerpräsidenten trieb „besorgte Bürger“ auf die Straße. Wie auch immer PEGIDA sich entwickeln mag, wird dieses Potential nicht einfach verschwinden. Eine deutsche Besonderheit ist all dies aber nicht. In anderen europäischen Ländern existieren seit Jahren wirkungsmächtige rechte Bewegungen mit Ablegern auch im parlamentarischen Raum. Sie basteln an einem alternativen Gesellschaftsprojekt von rechts. Mit den aktuellen Umbrüchen in der politischen Szene in Deutschland könnte Vergleichbares auch hierzulande anstehen.

Bitte bestellen Sie diese (und überhaupt: alle Bücher die Sie brauchen) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.
Die Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung Weltbühne bestellen, wissen, warum sie das tun.
Und die Leute, die um die Buchhandlung Weltbühne lieber einen großen Bogen machen, werden sicherlich auch wissen, warum.

Eschhaus muß bleiben

Jetzt schaut euch mal diese Reklame an:

ehh006-78-07Nanu, nanu! Vierstellige Postleitzahl.
Dieses Inserat erschien im Juli 1978 im Eschhausheft Das ist jetzt schon fast 40 Jahre her. Aber jetzt kommt der Witz: Die in diesem Inserat angebotenen Bücher sind alle noch erhältlich. Denn, wie Sie wissen, gibt es das Eschhaus zwar nicht mehr, der Buchladen im Eschhaus aber ist damals umgezogen zur Gneisenaustraße in Neudorf, und der heißt jetzt Buchhandlung Weltbühne. Und da stehen diese Bücher immer noch im Sortiment – wenn auch nicht in jedem Fall dieselben Exemplare. (Und von einigen der Titel sind parallel Taschenbuchausgaben erhältlich).

Wie kommt es, daß ich meine (nicht ganz komplette) Sammlung von ca. 100 Eschhausheften dieser Tage Heft für Heft, Blatt für Blatt, Seite für Seite durchgesehen habe? Darüber demnächst mehr in diesem Theater.
Ein kluger Mann hat mal gesagt: „Wer auf der Suche nach der Zukunft ist, muß in alten Papieren wühlen.“
Der kluge Mann war ich.

Ja, was ist das denn?

NeuProgrammWasIstDasDenn
Der Bundesjustizminister beabsichtigt, gesetzliche Mittel gegen „sexualisierte Werbung“ einzuführen.
Für meine Produktionen und Leistungen setze ich gelegentlich Werbung ein, die durch ein solches Gesetz tangiert würde.
Ich werde mich in zivilem Ungehorsam über solcherlei Beschränkungen hinwegsetzen. Ich verweise darauf, daß Werbung sich nicht auf einen kommerziellen Zweck beschränken muß, sondern auch eine sozialhygienische Funktion erfüllen kann.
Gesetze und sonstige Normen, mit denen die Enterotisierung privater und öffentlicher Lebensbereiche betrieben wird, müssen verhindert, notfalls verletzt werden.

Die obige Abbildung (anklicken zum Vergrößern) ist eine Doppelseite aus „Das neue Programm der Opposition – eine Polit-Pornografie von Helmut Loeven und Lina Ganowski“, Situationspresse 1991. Bei dieser Collage handelte es sich um eine satirisch-polemische Antwort auf Tante Emmas Anti-Porno-Hysterie-Kampagne. Zum 25jährigen Jubiläum erscheint in diesem Jahr eine (nur wenig geänderte) Neuauflage (36 Seiten). Um Vorbestellungen (5 Euro einschließlich Versand) wird gebeten:
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/boudoir.htm

Ein juristisches Vorgehen gegen die Buchhandlung Weltbühne wegen Verbreitung angeblich jugendgefährdender Schriften im Jahre 2007 konnte mit juristischen Mitteln abgewehrt werden (siehe DER METZGER 81). Um besser auf Angriffe vorbereitet zu sein, empfehle ich die „Programm“-Broschüre. Auch Spenden wären hilfreich:
SSB e.V.
IBAN DE76 3601 0043 0403 9564 32
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: Gegen alles

GEGEN ANGRIFFE DER BUNDESREGIERUNG AUF DIE MEINUNGS- UND KUNSTFREIHEIT.
GEGEN VERDÄCHTIGUNG DES EROS.
GEGEN ALLES, WAS LANGWEILIG, SPIESSIG UND PRÜDE IST.

Bekenntnis ohne Kenntnis?

AnzProNatStattDemLiebe Leute, dieses Inserat erschien mehrmals im METZGER (in welchen Ausgaben weiß ich jetzt nicht, müßte ich nachgucken – es wurde übrigens unentgeltlich abgedruckt, was selten genug gedankt wird). Und jetzt mache ich es hier sichtbar, und zwar aus aktuellem Anlaß.

Der Vormarsch rechts-populistischer (und, auf geebneten Wegen folgend) rechts-extremer Kräfte hat einige Leute sehr überrascht. Frage: Wieso? Das kam nicht überraschend.
Sich gegen Rechts zu stellen ist, soll es wirksam sein, nicht eine Sache von Bekenntnissen, sondern von Kenntnissen.
Es ist für die Rechten gut, wenn die Linke nicht weiß, was die Rechte tut – und es auch gar nicht so genau wissen will. Was man darüber zu wissen glaubt sind jahrzehntealte Erklärungsformeln. Entwicklungen wie das Entstehen einer Neuen Rechten wurden ignoriert.
Die Neue Rechte profitiert von den Dummheiten der Linken. Neuestes (aber nicht erstes und sicherlich nicht letztes) Beispiel: Als bei der Friedensbewegung von rechts angeklopft wurde, wurde fröhlich „Herein!“ gerufen – trotz aller Warnungen. Nicht nur das. Auf Warnungen vor „Friedenswinter“ und Montagswahnmachen und Verschwörungsparanoia, auf Warnungen davor, sich zu Deppen neurechter Querfronttaktik zu machen, wurde geradezu hysterisch reagiert.
Also: Augen auf!
(Das Buch, was oben empfohlen wird, steht nur als EIN Beispiel für einige andere).
Und weil es eben nicht nur darauf ankommt, worüber und wie und mit welche Mitteln man sich informiert, sondern auch, welche Strukturen vonnöten sind und wen man nicht im Stich lassen darf, folgt hier noch ein Inserat – in der Hoffnung auf einen Rest von Bewußtsein, daß es ein bißchen von einem selber abhängt, ob das ganze Land in Haß und Verblödung versinkt.
WBAngewohnheitAnz..

Lumpensammler als Poet

Das gibt es ja, daß Beiträge, die im Verlauf der Zeit in einer Zeitschrift erschienen sind (oder in mehreren), dann gesammelt in einem Buch erscheinen.
Von den in den letzten 8 Jahren (2008-2016, in den Heften ab Nr. 81) im METZGER erschienenen Beiträgen von Marvin Chlada sind nun die meisten in dem Band Der Poet als Lumpensammler – Reportagen und Interviews erschienen (Dialog-Edition, 206 Seiten, 15 Euro).
So kann man also lesen das titelgebende Stück aus DER METZGER 99, Heavy Metal in den Bundestag (DER METZGER 81), Objekte der Begierde (DER METZGER 110) oder zum Beispiel auch Das nepalesische Reispapier-Abenteuer von Ira Cohen aus DER METZGER 97.
Ich meine, das hätte doch ruhig mal erwähnt werden können. Vorne steht nur: „… in diversen Anthologien, Musik-Magazinen, Tageszeitungen, Satire- und Literaturzeitschrifen erschienen.“ So formuliert ist das nur von geringem Wert für die Mehrung meines Ruhms. Das muß man doch auch mal unter diesem Aspekt sehen.

ChladaPoetLumpensammlerEs stehen auch anderswo zuerst publizierte Beiträge drin. Ich habe die Herkunft der meisten Kapitel überbetont, weil in dem Buch nirgendwo ein Hinweis auf die eine verdienstvolle Primärquelle untergebracht wurde. Und überhaupt: Das Buch hat nur eine Seite mit Werbung!
Über alledem will ich nicht versäumen, das Buch mit Wärme zu empfehlen. Der Verlag kündigt an: Gesammelte Reportagen und Interviews, Glossen und Essays. Denkwürdige Begegnungen. Merkwürdige Begebenheiten. Rockmusik und Schlagerkultur, Situationisten und Beatniks, Wiedertäufer und Ganoven. Streifzüge durch die Welten von Charles Fourier, William S. Burroughs, Russ Meyer, Michel Foucault u. v. m.
Die Beiträge, die ich noch nicht kenne (da nicht von mir erstgedruckt) werde ich mit Interesse lesen, zum Beispiel den über Peter Grohmann (auch so einer, der zu wenig gewürdigt wird).
Ist das nicht ein schöner Einband?

Es kommt noch besser:
Das Buch ist nur über die Buchhandlung Weltbühne erhältlich – auch im Versand.

Da wird die Bestellung erwartet, und da wird sie bearbeitet:
Buchhandlung Weltbühne, Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg, Telefon 0203-375121. Emil: bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

Von Geheimhaltung nichts haltend erlaube ich mir auch noch den Hinweis auf:
chlada-verwirrung-coverMarvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.

Walter Kaufmann

KaufmannWalter2016AprAuf diese Lesung muß ich nicht mehr hinweisen, sie hat schon stattgefunden. Der Zeitungsausschnitt von gestern informiert über den Autor Walter Kaufmann.
Er ist nicht einer der bekanntesten deutschen Schriftsteller, wohl aber einer der interessantesten. Daß er, aus Deutschland vertrieben und nach Deutschland zurückgekehrt seine Heimat in der DDR fand, will ich hervorheben.
Daß in der Buchhandlung Weltbühne das Werk dieses Autors besonders beachtet wird, versteht sich von selbst. Auf das im Zeitungsartikel genannte neue Buch „Meine Sehnsucht ist noch unterwegs“ verweise ich (Verlag Neues Leben, 15 Euro).
Hier wird man auch noch einige vergriffene Titel finden.
Besonderer Hinweis heute:
KaufmannWalterSchadeSchade, dass du Jude bist. Kaleidoskop eines Lebens – Autobiografische Erzählungen. Prospero Verlag. 17.95 Euro.

Diese Zeitung …

AnzProUZ1999Na, ja. Diese Werbeanzeige (gedruckt in DER METZGER, 1999) war nie Bestandteil der autorisierbaen Werbung für die UZ, fällt also unter die Kategorie „Empfehlungen von anderen“.
Ich weiß nicht, wie Sie speziell zur UZ stehen. Eine andere Frage ist: Wie steht man zur linken Presse überhaupt? In Zeiten, in denen Printmedien Auflage verlieren, hat die linke Presse einen umso härteren Überlebenskampf zu bestehen. Das gilt für alle, und darum geht es alle an.
Der Erhalt linker Zeitungen ist, wie gesagt, kein leichtes Unterfangen. Und seien Sie sich darüber klar: Terrain, das verlorengeht, wird nie wieder zurück zu gewinnen sein. So ist die Lage.
Wenn Sie nächstes Mal die Buchhandlung Weltbühne besuchen, dann nehmen Sie doch einfach mal spaßeshalber die UZ mit. Das kostet nicht viel Anstrengung und beeinflußt die viel zu hohe Remissionsrate, und damit haben Sie nicht nur sich selber etwas Gutes getan.
Sollten Sie wegen Entfernung die Buchhandlung Weltbühne nicht aufsuchen können, dann verfahren Sie so wie in den letzten Zeilen der obigen Werbeanzeige empfohlen.

UZStrassenVerk1995Uuuuuuuuzett!
Ich als Zeitungsverkäufer auf der Königstraße am 8. Mai 1995. Ich wurde tatsächlich ein paar Zeitungen an Passanten los.
© Merkfoto.

Eine Ausstellung über Josef Wintjes

WAZWintjesEine Ausstellung über Josef Wintjes kündigt die WAZ also an (siehe Faksimile, anklicken zum Vergrößern). Dazu:
„Anarcho-Papst“ ist unpassend. „Kulturrocker“ ist Quatsch. Klischee! „Schillernde Figur der Gegenkultur“ und „Neckermann der Subkultur“ trifft aber zu.
Von Selbstzweifeln geplagt hörte Josef Wintjes früh damit auf, seine lyrischen Ambitionen in Verse umzusetzen. (Dabei war der wortgewandte und sprachgewaltige Mann gewiß begabter als die meisten Dichter, die er förderte). Er resignierte nicht einfach, sondern fand eine andere und wirksamere Methode literarischen Engagements: Er wurde Zeitschriftenhändler.
Er stellte ein Sortiment der verschiedensten und verschiedenartigsten Zeitschriften des Underground und der Avantgarde zusammen. Das war 1969. (Bücher, auch selbst produzierte, kamen erst später ins Angebot).
Das Ulcus-Molle-Info (ein absichtlich unsinniger Name) war ursprünglich eine knapp kommentierte Angebotsliste opponierender Zeitschriften, die an keinem Kiosk hätten gefunden werden können. Die später das Sortiment erweiternden Bücher wurden mit dem treffenden Slogan „Bücher, die man sonst nicht findet“ angeboten.
Sein enormes Verdienst war es nicht allein, daß er vielen Editionen und Ideenträgern Wege zum Publikum öffnete, sondern unterschiedliche Strömungen – vom „ultracosmischen Törn“ über radikallinke Verweigerung bis zum avantgardistischen Experiment – auf einem Markt der (Un-)Möglichkeiten zusammenwirken ließ.
Kommune- und Landkommunebewegung, Beat und Cut-up fanden sich da in erstaunlichen Nachbartschaften wieder. Die Frauenbewegung nahm in diesem Forum zum Glück nur geringen Platz in Anspruch, Esoterik (und andere reaktionäre Rückzüge, wie die spießbürgerliche Neue Innerlichkeit) leider umso mehr. Josef Wintjes ließ sich ausnutzen und – so hatte man den Eindruck – von jedem beschwatzen. Das Ulcus-Molle-Info, in den späteren Jahrgängen oft mit über 100 Seiten, wurde auf seine (Druck-)Kosten gefüllt von talentlosen Vielschreibern, fragwürdigen Missionaren, wortreichen Besserwissern, Selbstdarstellern und komischen Heiligen.
Ich konnte Josef Wintjes einiges verdanken. Er mir allerdings auch.
Wenn eine neue METZGER-Ausgabe erschien, habe ich die 60 Exemplare nicht mit der Post nach Bottrop geschickt. Ich bin hingefahren. Der wußte viel und konnte mir viel wertvolle Informationen geben: wer ist pleite, wer hat sich mit wem verkracht, wer hat mit wem was Neues vor.
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UMAnzeigeM29UMAnzeigeM30UMAnzeigeM7
Zwischen Wintjes und mir wurde eine besonders langlebige und intensive und beidseitig wirksame Zusammenarbeit gepflegt. In jeder METZGER-Ausgabe und in jedem Titel der Situationspresse erschien ein Ulcus-Molle-Inserat (Beispiele siehe oben) mit entsprechender Gegen-Anzeige, was meinen Produkten einen soliden Absatz (und ihm einen soliden Umsatz) verschaffte. Ich (als der wohl raffiniertere Geschäftsmann) gab ihm unzählige Hinweise, wie man Kosten reduzieren, Werbung wirksamer gestalten kann, die er alle toll fand, aber nur selten umsetzte – aus einer für ihn typischen Fahrigkeit. Immerhin konnte ich ihn davon überzeugen, das Beschaffungsgeschäft über den Barsortimentsanschluß der Buchhandlung Weltbühne abwickeln zu lassen. Dadurch konnte er seine Leistungspalette erweitern.
Daß Spuren dieses Zusammenwirkens in der Ausstellung zu sehen sein werden, kann ich mir kaum vorstellen. Das ist wohl nix für Leute, denen Wortschöpfungen wie „Anarcho-Papst“ und „Kulturrocker“ etwas sagen. Wir haben nie zusammen gesoffen.Wir haben nur praktisch zusammen gearbeitet.
Über Josef Wintjes hätte ich viel erzählen können. Wenn mich mal jemand fragen würde.

Der Nachruf erschien in DER METZGER 50

Der Nachruf erschien in DER METZGER 50

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Do you really think, it can be told?

„Schreib doch mal ’n Roman“, soll ihr schon öfter jemand geraten haben (und sowas kann nerven).
Bisher ist ein anti-roman gekommen.
Aber jetzt kommt:
LuetfiyeOhNoSoll erscheinen in der go-güzel publishing im August 2016 und wieder 10 Euro kosten.
Mehr verrate ich nicht, denn mehr weiß ich selber noch nicht.
Über Vorbestellung freuen sich die Autorin und die mit ihr verschworene Buchhandlung:

Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de

P.S.: Die Überschrift ist mir in den Sinn gekommen, weil in einem Song von Frank Zappy, der mit „Oh no“ beginnt, diese Zeile vorkommt.

Neu: Neuer Gedichtband von Chlada

ChladaLogikVerfuehrung„Logik der Verführung“ ist der Titel des neuen Gedichtbandes von Marvin Chlada – in dieser Woche erschienen in der Dialog-Edition Duisburg-Istanbul, 54 Seiten, 10 Euro.
Ein paar der Gedichte, so wird vorn im Buch mitgeteilt, sind schon im METZGER erschienen.
Ein recht schöner farbiger Umschlag ist das, finde ich.
„Ausnahmen sind die Regel“ wäre auch ein schöner Titel gewesen.
Dieses Buch ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (auch im Versand).

  • Nachträgliche Preiskorrektur: Der Verlag hat den Preis neu festgesetzt: Nicht mehr 10, sondern 8 Euro!

Ich empfehle, sich für den Kauf dieses Buch zu entscheiden.
Wenn Sie dieser Empfehlung nicht folgen wollen und sich lieber für etwas anderes entscheiden, dann kaufen Sie doch den ersten Gedichtband:
Marvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.
chlada-verwirrung-coverSie haben sogar drei Möglichkeiten: entweder das eine, oder das andere, oder beide.

Kobane im Brennpunkt

Kampf um Kobanê als Schlüsselereignis.
Im Kampf gegen die Ausbreitung des „Islamischen Staates“ (IS) hat die Region Kobanê im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien eine besondere Bedeutung erlangt. Wie verlaufen die Konfliktlinien?
Ich empfehle heute:
Layout 1Ismail Küpeli (Hg.): Kampf um Kobanê. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens. Edition Assemblage. 168 S. 12.80 Euro
Der Verlag stellt das Buch vor:
„Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure in der einen oder anderen Weise involviert waren. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl die Beziehungen zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale linke Auseinandersetzungen neu aufzugreifen – wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung. Anders gesagt: Lässt sich eine Revolution durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorisches Projekt?“
Aus dem Inhalt:
Kurden ohne Staat; Die Rojava-Revolution zwischen kurdischer Selbstbestimmung und sozialer Utopie; Die Frauenrevolution in Rojava; Geschichte und Gegenwart der PKK; PKK: Das neue Objekt der Solidarität; Die AKP als neuer Prinz: die Hegemonie des Finanzkapitals und ihre Widersprüche; Die Opposition in Syrien: Alte und neue Akteure zwischen Revolution und Bürgerkrieg; Religiöse Minderheiten in Kurdistan; Ideologie des IS: Salafistischer Manierismus; Die Organisation „Islamischer Staat“ – von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat.
Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne.

Julia Friese durfte mal ran

Wer ist das? Weiß ich nicht. Nur, daß sie mal randurfte:
Weltbusen1Weltbusen2Weltbusen3Weltbusen4Weltbusen5
Ob die Journalistin, nachden sie rangedurft hatte, besser bescheid weiß über Dialektik?
Seltsame Information: „…ist Familienvater“. Das ist ebenso (formal) zutreffend wie nicht so richtig hinpassend. So als würde ich sagen: Ich bin Rentner.
Vor lauter Entzücken darüber, mal ranzudürfen, hat die Weltmitarbeiterin journalistische Mindeststandards beim Berichten über ein Buch vernachlässigt: Nicht nur Titel und Jahr ist zu melden, sondern auch: Untertitel, Verlag, Seitenzahl, Preis (und möglichst auch: wo erhältlich).
chlada-AL019XFgMarvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. 12 Euro. Erhältlich nur in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand).

Und warum habe ich den Weltartikel über den Weltbusen gescreenshottet, anstatt einfach nur den Link zu legen?

http://www.welt.de/vermischtes/article140873013/Zeigt-mehr-Busen-bitte-sofort.html

Damit Sie dieses Werk auch dann noch (hier) lesen können, wenn der Link längst ins Leere leitet.
Denn Sie wissen ja: Das Internet vergißt alles.
(Und dies ist Notat Nr. 998).

Heute aus der Druckerei: Neu in der Situationspresse

Schon vor drei Wochen angekündigt, jetzt aus der Druckerei gekommen, und darum hier noch einmal bekanntgegeben:
LRPOWPostCoverLothar Röse: Prisoner of War Post. Helmuts Briefe aus der Kriegsgefangenschaft 1947/48.
100 S. ISBN 978-3-935673-39-6. 10 Euro.
Hier noch einmal worum es geht:
Der Briefeschreiber war nach der Lehre als einfacher Wehrmachtssoldat in den Zweiten Weltkrieg und von 1944 bis 1948 in englische Kriegsgefangenschaft geraten. Dort hatte er dann Zeit zum Nachdenken und machte sich auch durchaus seine Gedanken – über seine Zukunft, denn er war immerhin schon 26 Jahre alt. Und so bemühte er sich brieflich um Kontakt zu einer jungen Frau, die er vor dem Krieg zu Hause einmal kurz gesehen hatte.
Die vorliegende Arbeit sichtet seine Brautwerbebriefe und leistet damit einen Beitrag zur Mentalitätsgeschichte der Deutschen sowohl der Zwischenkriegszeit als auch des Wirtschaftswunder-Nachkriegsdeutschlands, wie sie sich so nur selten als schriftliche Überlieferung erhält. Der Aussagewert dieser Briefe mag gerade darin liegen, daß sie weitab von einer distanzierten Reflexion des Geschehenen einem bestimmten und privaten Zweck dienten. Umso bemerkenswerter gerät, was manchmal zwischen den Zeilen en passant über die Vorstellungen von der Ordnung der Dinge und vom Leben darin zum Ausdruck kommt.
Der Herausgeber kommentiert die Briefe sie informativ, aber zurückhaltend.
Das kleine Werk, das nebenbei auch einen Einblick in die Popkultur bzw. „Kulturindustrie“ der Zeit bietet, kann auch als deutscher Beitrag zur Comédie Humaine zwischen Great Expectations und Illusions perdues gelesen werden.
Die Deutschen empfanden den Zweiten Weltkrieg als ein Schicksal, das über sie kam – und danach „gelang“ ihnen – fast so, als wäre gar nichts geschehen (jedenfalls nichts Erwähnenswertes) die Rückkehr in eine (dann doch etwas seltsame) „Normalität“.

Wir lassen unsere Bücher bei Maro drucken.
Der Maro-Verlag (dessen Bücher in der Buchhandlung Weltbühne präsent sind oder besorgt weden) gibt nicht nur sehr gute Bücher heraus, er druckt sie auch – und zwar nicht nur seine eigenen, sondern – beispielsweise – die Bücher aus der Situationspresse.

Dieses originelle Werk konnte realisiert werden durch die solidarische Unterstützung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) Gruppe Duisburg. Auch wenn dieses Buch seit heute im VLB verzeichnet ist und in allen Buchhandlungen (und in ein paar Tagen sogar via Amazon) bestellt werden kann, wäre es ein Akt der Solidarität, das Buch bei der DFG-VK zu bestellen, damit ein Teil des Zuschusses wieder reinkommt:
DFG-VK c/o Buchh. Weltbühne, Gneisenaustr. 226, 47057 Duisburg
info (at) dfg-vk-duisburg (punkt) de
Es wird auch niemand getadelt, der den Rechnungsbetrag um ein paar Cent als Spende aufrundet.

Neu in der Weltbühne: Der deutsche Nachkrieg in 16 Episoden

Zu den erfreulichsten Neuerscheinungen gehören oft die Neu-Ausgaben, Bücher also, die es längst nicht mehr gibt und die wieder aufgelegt wurden, wie dieses:
KoehlerSieBliebenOtto Köhler: Hitler ging – sie blieben: Der deutsche Nachkrieg in 16 Exempeln
Edition Berolina. 192 S. 9,99 Euro.
Klappentext:
„Otto Köhler skizziert 16 schaurige biographische Porträts zum Thema NS-Kontinuität in der BRD. Seine hier versammelten Schriften zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Bundesrepublik hat sich als Rechtsnachfolgerin des NS-Staates nie eindeutig mit dem faschistischen Erbe auseinandergesetzt oder sich ideell wie personell distanziert. Nach wie vor ungeheuerliche Lektüre zu einem immer noch aktuellen Problem.“
Wer die im Konkret-Literaturverlag 1996 erschienene Erstausgabe verpaßt hat – und auch übersehen hat, daß diese – gut bevorratet – immer noch im Regal der Buchhandlung Weltbühne steht, dem empfehle ich, zuzugreifen. Denn die Erfahrung lehrt uns, daß Bücher schnell wieder aus den Angeboten verschwinden und immer kürzere Lebensdauer haben.
Bestellen Sie bitte dieses Buch (und überhaupt: alle Bücher) in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand). Weltbühne muß bleiben.

ognoaRstemn cselngsehos?

Rosenmontag2016Eigentlich soll hier ja nur den Kundinnen und Kunden mitgeteilt werden, daß die so gern von ihnen aufgesuchte Buchhandlung am „Rosenmontag“ (wie jedes Jahr aus nämlichem Anlaß) geschlossen ist.
Damit verbinden sich allerdings Überlegungen.
In frühen Zeiten, die ich noch erlebt habe, war in dieser Region die Sache völlig klar: Rosenmontag ruht jedes geschäftliche Tun. Da geht nichts. Also: Alle Geschäfte, Behörden, Ämter, Verwaltungen, Supermärkte, Werkstätten und Werkshallen außer Betrieb.
Mir war der Rosenmontag immer sehr sympathisch. Ich freute mich auf diesen Tag. Er verlängerte das Wochenende! Jeglicher karnevalistischen Anwandlung abgeneigt pflegte ich diesen Tag in kontemplativer Zurückgezogenheit zu begehen. Aber als aufmerksamer Leser wissen Sie das ja längst. (Sie ahnen, was das Foto am Ende dieses Notats an dieser Stelle bedeutet).
Jedoch:
Mit der allgemeinen Individualisierung (oder soll ich besser sagen: Atomisierung? Dummböse Menschen würden sagen: Achtundsechzigerisierung) ist das Dogma, daß an R.-Montag alle Geschäfte, Behörden, Ämter, Verwaltungen, Supermärkte, Werkstätten und Werkshallen außer Betrieb geraten, etwas ins Wackeln geraten. Und in diesem Jahr war es soweit: In Duissern warb ein Supermarkt mit dem Aushang: „Rosenmontag ganztägig geöffnet“.
Wo führt das hin? Steht uns die Schleswigholsteinisierung des Rheinlandes bevor? Werde ich durch den Wirkungsverlust des Karnevals aus meiner Kontemplation gerissen?
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
ChristinaLHOOQ-2..

Wieso denn Grabenstraße?

WAZ 20.1.2016

WAZ 20.1.2016

Jetzt muß ich die Grabenstraße entlanggehen (von der Mülleimer Straße bis zur Karl-Lehr-Straße und wieder zurück) und jeden ansprechen:
„Wenn Sie zu mir wollen, sind Sie hier falsch. Gehen Sie mal zwei Straßen weiter, da ist die GNEISENAUSTRASSE, da sind Sie richtig.
hadihugs..

Summer in the City (5)

Aus gegebenem Anlaß wird die Serie „Summer in the City“ heute fortgesetzt.
SummerCity15-11Diese Burg urbanen Selbstwertgefühls mit ausgeprägtem Fassadenbewußtsein enthält (immer noch?) Praxen, Niederlassungen, Agenturen, Notariate et cetera pepé in großer Zahl. Einmal war ich da bei einem Notar und erlebte den nervösesten Bürovorsteher der deutschen Rechtsgeschichte. Dort kaufte ich auch bei der Firma Walter König die Letrasetbuchstaben für die METZGER-Überschriften. Die Firma gibt’s nicht mehr, und ich benötige ja auch nicht mehr Letrasetbuchstaben. Ich könnte also wieder „Alles war, nix is mehr“ drüberschreiben.
Ich begann dann mal, aus den übriggebliebenen Letrasetbuchstaben ein Gedicht zu schreiben: „Unbeat Poem to be continued“. Der erste Teil erschien in DER METZGER Nr. 54 (August 1998). Wird mal Zeit für die nächste Fortsetzung!

SummerCity15-12Na, dann laßt es euch mal gutgehen auf der Königstraße!

SummerCity15-13Mit der Krönung der „Brunnenmeile“, dem „Lifesaver“ von Niki de Saint Phalle konnten sich so schnell nicht alle anfreunden, wie das mit Denkmälern in öffentlichen Raume nun mal so ist. Sockel von Jean Tinguely.

SummerCity15-14Die Persil-Danke-Tour. Verstehe ich nicht. Wer bedankt sich bei wem für was? „Deutschland sagt danke mit Persil“. Wer nimmt Deutschlands Dank in Gestalt von Persil in Empfang? Oder spricht Henkel im Namen Deutschlands? Und bedankt sich bei sich selbst mit sich selbst? Für was? Für sich?
Früher hieß es „Persil bleibt Persil“. Dabei hätte man es belassen können.
Wolfgang Borchert wollte einen Roman schreiben, der den Titel „Persil bleibt Persil“ haben sollte.
Später: Willy Brandt holte tief Luft und preßte hervor: „Berlin bleibt Berlin!“
Als ich mir das anschaute wurde ich von einem jungen Mann angesprochen: „Du bist doch der Genosse aus der Weltbühne, ne?“
Ja. Bin ich.
„Genosse aus der Weltbühne“!
Es gibt noch Menschen, die an mich glauben.

SummerCity15-15Über das Lehnkering-Gebäude muß ich auch noch eine Geschichte erzählen (kommt in der METZGER-Serie „Komische Häuser“).

SummerCity15-16Und dann ham’se gesagt: Die Schwanentorbrücke (Hubbrücke) muß auch noch in’n Schimanski rein. Und so geschah es. (Ich weiß nicht mehr in welchen).
Die Haltestelle heißt jetzt nicht mehr „Schwanentor“, sondern „Landesarchiv NRW“.
Ja welches Landesarchiv denn sonst? Es wird ja wohl kaum jemand annehmen, daß in Duisburg das Landesarchiv von Schleswig-Holstein untergebracht ist.

SummerCity15-17Das wäre was für eine Serie „Schornsteine, die nicht mehr rauchen“.

SummerCity15-18Hier hat man verdienstvollerweise die in ihrer früheren Funktion nicht mehr benötigten Industriegebäude nicht abgerissen, sondern praktischer- und ästhetischerweise einfach einer neuen Funktion zugeführt. In den stillgelegten Hafen-Faktureien sind jetzt Büros, Ateliers, Museen und Restaurants drin. Wenn Ihnen der Sinn für die Schönheit alter Industie-Architektur fatalerweise fehlt (Sie armer Mensch), dann folgen Sie mir wenigstens insofern, daß die Architekten von heute an der Stelle ganz bestimmt nix Schöneres hingekriegt hätten.
Der nicht mehr rauchende Schornstein symbolisiert dann etwas, und zwar das, was Sie wollen.