Diese Karikatur bedarf eigentlich keiner Gebrauchsanleitung für den Betrachter, sollte man meinen. Die Freude des Herrn Hansen teilen wir durchaus.
Man könnte aber doch noch darauf hinweisen, daß der hedonistische Zeichner (also: ich) mit dieser Arbeit Position bezieht gegen die spießbürgerlich-idealistische Vorstellung, wonach „Erlösung“ im Irrealen zu finden ist. Zur Veranschaulichung eignet sich eine Kaffeekanne mit Blümchenmuster bestens.
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Frei-hei-hei-hei-hei-heit
Alles, aber auch wirklich alles wird geregelt durch Angebot & Nachfrage. Gegenwärtig ist die Nachfrage nach Phrasen so groß wie schon lange nicht mehr.
„Aufeinander zugehen“ (bzw. „auf die Menschen“), „bürgernah“, „Verantwortung“, „nahebringen“, „auf das Nahebringen zugehen“, „Verantwortung für die Bürgernähe“, „die Menschen mitnehmen“, „Entschiedenheit im Miteinander“, „Verantwortung mitbringen“, „die Menschen zu den Bürgern bringen“, „Bürgernähe transparent machen“, „Transparenz verantworten“, „mit Inhalten füllen“, „das Wir im Uns“, „das Wir in unserer Verantwortung“, „das Ganze“.
Und der Papst war auch schon da.
Da die Geschäfte weitergehen müssen, muß der Kalte Krieg im Inneren weitergehen. „Da ist Tünche nötig“ (Brecht).
Ihr werdet euch noch umgucken, soll Gesine Lötzsch gesagt haben. Von wegen! Wenn der Gauck so ein paar richtig militaristische Sentenzen losgelassen haben wird, dann werden die Grünen noch lauter jubeln. Und der Trittin redet, als hätte er einen Homburg auf dem Kopp. Der ist ja jetzt sowas von Staatsmann! (Jedenfalls hat er die Pose geübt). Der beantwortet zum Beispiel im Interview keine Frage mehr.
Also, ich finde, der Gauck könnte sich doch wenigstens mal einen Schnäuz stehen lassen.
Extrawurst
Die Projektgruppe Pudding und gestern hat wieder zugeschlagen


Die Europawahl 2014 und die gleichzeitigen Kommunalwahlen in NRW waren der Projektgruppe Pudding und gestern (PGPG) Anlaß genug, im westlichen, östlichen und mittleren Ruhrgebiet ein paar tausend Miniflugblätter unter Scheibenwischer zu klemmen und in Hausbriefkästen landen zu lassen.
„Da es den Parteien nicht gelingt, ihre Ziele authentisch zu formulieren, helfen wir gern nach“, erklärte Projektgruppensprecherin Chantal Könkels.
Wer die Hilfsbereitschaft der Gruppe mit Spenden unterstützen möchte, kann es tun:
Situationistischer Studentenbund e.V.
DE76 3601 0043 0403 9564 32.
BIC: PBNKDEFF
Kennwort: PGPG
Der Kessel des Monats
Blinde Empörung
Had To Cry Today; Can’t Find My Way Home; Well All Right; Presence Of The Lord; Sea Of Joy; Do What You Like. Eric Clapton (Gitarre), Ginger Baker (Schlagzeug), Steve Winwood (Orgel, Klavier und Gesang), Ric Grech (Bass, Violine). Blind Faith 1969
„Für das Cover der amerikanischen Ausgabe wurde daher stattdessen ein neutrales Foto verwendet.“
P.S.: Ist es nicht erstaunlich, daß Frau Alieze S. zum Edathy-Skandal ihren Senf nicht hat erschallen lassen? Was Steuerangelegenheiten doch manchmal für angenehme Wirkungen nach sich ziehen!
What about …
Doof
Die Leute sollten doch wissen, daß man erst die Klappe aufmachen muß, dann die Klamotten rein, dann die Klappe wieder zu.
Die schmeißen zu Hause den Abfall wohl auch nicht in die Aschentonne, sondern legen ihn oben drauf. Ist doch bekloppt sowas!
Die Antwort:
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach & Schande
Land der Geheimnisse
Ein Fernsehbericht aus dem Land der Geheimnisse: Der Kommentator erzählt: Ein Verkehrspolizist steht auf einer leeren Kreuzung und regelt den Verkehr, der nicht stattfindet. Im Bild zu sehen ist aber eine belebte Kreuzung, die von einigen Fahrzeugen passiert wird. Ob die Fahrzeuge am Ende der Straße kehrt machen, um erneut die Kreuzung zu passieren, um dem deutschen Fernsehen ein Bild zeigen zu können, das es dann doch nicht sieht? Wahrnehmungsstörungen stellen sich ein, wenn die Gelbe Gefahr mal wieder aktiviert werden soll.
Doch wie nimmt das Land Nordkorea, das Demokratische Volksrepublik Korea genannt werden will, sich selbst wahr? Wie stellt es sich dar? Wie will es gesehen werden? Plakate aus der DVRK mögen Aufschluß geben.
Der Soldat, der Bergmann mit entschlossen geschultertem Abbaugerät, der Architekt mit gebügeltem Hemd und die Ernteaktivistin haben sich vereint, und sie gucken. Die Dame hat die gemeldete Rekordernte gleich mitgebracht.
Text oben: „Laßt uns entschlossen im Geist der Juche-Idee, auf den Spuren des geliebten Führers und Opernkomponisten Kim Jong Il wandelnd den Feinden des Volkes unsere Schiffsbauproduktion vor den Latz knallen!“
Text unten: „Juche! Das ist überhaupt DIE Idee! Das ist eine Ideologie, sowas gab es noch nie!“
Mit Entschlossenheit demonstrieren die Bauarbeiter, daß sie entschlossen sind, mit Entschlossenheit entschlossen zu sein. Ausrufezeichen. Möchten Sie einen Spaten?
Luftschlangen! Konfetti! Nelke im Knopfloch! Er geht als Soldat, sie als Matrose. Pjönjang Alaaf!
Komischer Zebrastreifen
Vor der Wahl ist Demokratiebedarf
Pudding & gestern

Aus der Werkstatt der Projektgruppe Pudding & gestern (PGPG).
Seit Jahren belästigt die Projektgruppe Pudding und gestern (PGPG) das Volk mit schönen Aussagen, die in Hausbriefkästen gesteckt oder unter die Scheibenwischer herumparkender Autos geklemmt werden.
Kunst, die nix einbringt?
Spenden sind willkommen auf das Konto
SSB e.V.
Kontonummer 403956432
Postbank Essen
BLZ 360 100 43
Kennwort: Pudding und gestern.
Liebe Leute, spendet, solange noch nicht diese 54ziffrigen IBAN-Nummern Pflicht sind. Danach auch noch!
Vor der Wahl ist nach der Wahl (1949 ff)
Allgemeine Karikaturenkunde
Auch heute will ich Sie wieder dem Geheimnis der guten Karikatur ein Stück näher bringen.
Zwei Verrückte! Wie wahr!
Der eine (links, trägt zu Hause eine Baskenmütze) hat die Tasse an den Haken gehängt und schüttet den Kaffee in den Hut.
Der andere schüttet den Kaffee gleich aus dem Fenster hinaus.
Das ist doch wirklich komisch.
Wenn ich das Bild sehe, könnt‘ ich mich jedesmal kaputtlachen.
Das Jahr beginnt mit einem Schock
Meine Karikatur aus dem Jahr 1989 mit dem Titel „Emanzenschocker“ behandelt die Diskrepanz, die sich zwischen den Begriffen „Emanzipation“ und „Emanze“ auftut.
Die Zeichnung vervielfältigte ich im Din-A-3-Format, und ich brachte die Plakate auf allen möglichen Schwarzen Brettern in der Duisburger Universität an. Ich hielt es für meine Pflicht als Künstler, auf subversive Weise das Publikum mit jenen Impulsen zu konfrontieren, die es in sich niederzuringen versucht (beziehungsweise in sich niederringen soll).
So weit so gut.
Ein paar Jahre vergingen, und ich empfing mal wieder die Verlagsvertreterin von Konkret in der Weltbühne. Das war die Frau Gaby Klinski, die ich immer gern empfing. Sie kam schon lachend herein. Ich kann mir vorstellen, daß es (namentlich für Vertreter progressiver Verlage) ein hartes Brot ist, sich tagein tagaus von morgens bis abends mit den Herrschaften in den bürgerlichen Buchhandlungen herumzuschlagen. Aber in der Buchhandlung Weltbühne, da ist man Mensch, da darf man‘s sein.
Es war halbfünf. „Um sechs Uhr muß ich in Köln sein, eine Wohnung besichtigen“, sagte sie. Aber um sieben saßen wir immer noch herum und lachten uns kaputt.
Als sie aufbrach, entdeckte sie den METZGER Nr. 54, dessen Cover von eben jener Karikatur verziert wurde.
Und wie lautete der Kommentar der Frau, die auch den Verlag Frauenoffensive und Frauen-Dies und Frauen-Jenes vertrat?
„Emanzenschocker? Hahaha! Emanzenschocker! Hihi! Was hast du denn da gemacht? Emanzenschocker! Hahaha! Das Heft nehm‘ ich mit.“
Sehen Sie, es ist doch alles halb so wild.
Jetzt ist es soweit
Allgemeine Karikaturenkunde
Allgemeine Karikaturenkunde
Was will der Künstler denn jetzt schon wieder damit sagen?

DA DAS PROJEKT AUFKLÄRUNG GESCHEITERT IST, MÜSSEN WIR UNS JETZT DEM PROJEKT VERWIRRUNG ZUWENDEN.
Nein, nehmen Sie den einleitenden Nebensatz nicht ernst!
D.h.: Nehmen Sie ihn zwar ernst, aber nehmen Sie ihn nicht so, wie er nicht verstanden werden sollte.
„Verwirrung als Methode der Aufklärung“. Das käme schon eher hin.
P.S.: Es handelt sich bei der Aussage des Herrn links um ein wörtliches Zitat aus einer US-TV-Serie. Aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen und in einen neuen gestellt, entfaltet sie subversive Kraft.
Allgemeine Posaunenkunde
Allgemeine Karikaturenkunde: „Genosse Stalin“
Ich bin auf die Idee gekommen, diese Karikatur zu zeichnen, nachdem ich die Homepage „kommunisten-am-rande-des-nervenzusammenbruchs.de“ besucht hatte.
Dort stand: Die Revisionisten erkennt man daran, daß die immer gegen den Revisionismus predigen – zum Schein! Die tarnen sich ganz raffiniert! Nämlich, indem sie sagen, sie kämpfen gegen den Revisionismus, um auf diese Weise den Revisionismus in Schutz zu nehmen.
Davon unterscheiden sich solche tapferen Recken der Arbeiterbewegung wie der Genosse Stalin. Die sind ja die Echten.
Wenn dann Stalin zitiert wird, dann heißt es, Stalin hätte „ausgeführt“.
Wenn die anderen, die zum Schein etwas Korrektes sagen, aber was Unkorrektes meinen, wodurch wir ja alle getäuscht werden sollen, zitiert werden, dann heißt es immer, sie haben „gefaselt“.
Dadurch ist es eigentlich ganz einfach, die Echten von den Falschen zu unterscheiden. Man muß nur darauf achten, ob die ausführen, oder ob die faseln.
Stalin jedenfalls führt aus.
Wuff.











