Schlagwort-Archiv: Duisburger Süden
Gegen Landschaftszerstörung
Die unaufhaltsam scheinende Landschaftszerstörung im Duisburger Süden wurde hier schon öfter thematisiert, zum Beispiel am 15. Juni vorigen Jahres oder vor einem Monat.
Es ist ja schön, wenn man mit seiner Sorge nicht allein steht und sich versichern kann, daß die Auffassung geteilt wird, daß man nicht jeden Wahnsinn widerspruchslos hinnehmen muß:

Ja, dann klickt mal schön dieses bit.ly/1sr8fH2 und petitiert mal schön, damit die Petition keine Petitesse bleibt!
Die in der Zeitungsmeldung angegebe Zahl ist in der Zwischenzeit gestiegen. Mitlerweile haben 1263 unterschrieben, davon 1178 aus Duisburg. Mögen es heute Abend schon ein paar mehr sein!
Das Weite suchen (12-20)
Das ist nicht der Kessel des Monats, sondern der Hochofen des Tages.
Aber am Hochofen habe ich ja nicht gearbeitet, …
Was mich an dieser Landschaft so fasziniert: Hier sollte nichts Schönes geschaffen werden. Niemand hat überlegt, wie hier von Menschenhand etwas Schönes geschaffen werden könnte. Und das ist das Schöne.
Das werden viele nicht verstehen, namentlich die, für die die Industrie ein Moloch ist (und die sich nicht klar darüber sind, was sie der Industrialisierung verdanken).
Als ehemaliger Mannesmann-Arbeiter darf ich das sagen (und drauf pochen).
Wie es bei Tucholsky heißt:
„Ich war Stahlarbeiter, ich darf alles.“
(Sowas Ähnliches hat er gesagt).
Aber auch der Auenlandschaften wegen war ich ja hier …

… wo die Bebauung sich an den Horizonz zurückzieht.
Es geht hier nicht um die „unberührte Natur“, sondern um das Unglück des von der Natur unberührten Menschen.
(Auch das Umformen von Erz zu Stahl gelingt durch das Erkennen und Anwenden von Naturgesetzen. Es gibt nichts Unnatürliches (nichts Übernatürliches), aber es gibt die Entfremdung von der Natur).
Das Weite suchen (1-11)
An den katholischen Hochfesten, die in den Frühling fallen, wenn es lange hell bleibt, und die zudem gesetzliche Feiertage sind (wie auch der Fronleichnamstag am letzten Donnerstag), suche ich das Weite. Die Weite mißt sich nicht an der Strecke, sondern am Radius. Und weniger die Suche nach dem Unbekannten treibt mich an als die Suche nach dem Bekannten.
Daß man „nicht zurück“, sondern „nach vorn schauen soll“ gehört zu den dummen Sprüchen. Nein, man soll in alle Richtungen schauen! Das Wieder-Finden ist eine besonders ergiebige Erkenntnisquelle: Sich mit dem Vergessen nicht abfinden!
Ich habe mich diesmal wieder in den südlichen Stadtteilen aufgehalten (von wo ich ja komme, wie Sie wissen), unterwegs mit dem Fotoapparat, der ein Gerät ist, mit dem man die Zeit anhalten kann (alter Menschheitstraum).
Man muß sie suchen, aber man findet sie dort noch: die Auen-Landschaften, wo dem Gras erlaubt wird, erwachsen zu werden, und wo der Blick in die Weite, die man gesucht hat, nicht versperrt wird…
… und wo sich die Bebauung an den Horizont zurückzieht.
A! Das hätte ich ja nicht gedacht, daß mir eigens eine Begrüßung an die Wand gemalt wird! (Als „Wand“ lasse ich einen Verteilerkasten gern gelten).
Je weiter nach Süden, desto kleiner die Häuskes (hier: Mündelheimer Straße). Irgendwann schreibe ich einen Roman, der unter solchen Dächern beginnt.
Den Roman schreibe ich vielleicht nie. Aber den Satz schreibe ich noch oft.
„Butterblumen“ sagte man. Man hat uns erzählt: Aus dem Gras (das die Kühe fressen) wird Milch. Aus den Butterblumen wird Butter.
Man muß von nix ne Ahnung haben, um alles zu erklären.
(Lassen Sie sich nicht täuschen).
Recte: Gelber Hahnenfuß.
Ich weiß noch (so um 1960 war‘s), wie an der Mündelheimer Straße eine katholische Kirche gebaut wurde, und die Leute sich darüber aufgeregt haben: Weil das ja gar nicht wie eine Kirche aussah, sondern irgendsowat Modernes!
Ja, über sowas regten die Leute sich furchtbar auf: über alles.
Hier war ich Briefträger. In dem Haus an der Ecke war ein Lebensmittelgeschäft, und dem Ladeninhaber brachte ich jede Woche die Deutsche Volkszeitung (DVZ). Das erklärte sich von selbst. Die Mannesmann-Werkssiedlung hatte ich gerade hinter mir, wo ich einige UZ für die linken Arbeiter zugestellt hatte. Hier lieferte ich dann die Wochenzeitung für den linken Mittelständler.
Der linke Lebensmittel-Laden ist spurlos verschwunden. Aber die Deutsche Volkszeitung gibt es ja noch. Die heißt jetzt Freitag – ist aber heute ganz anders, nicht mehr so eine alte Tante.
Welche Zeitung möchte eigentlich noch eine alte Tante sein?
Wenn man hier steht, dann weiß man: Hier ist Endstation (der Straßenbahnlinie 8). Und wenn man sich umdreht …
… steht man vor Mannesmann Tor 2.
Als ich bei Mannesmann war, durchquerte ich das Tor kurz vor 6 Uhr (zur Frühschicht) bzw. kurz vor 2 Uhr (zur Spätschicht). Da war ich einer von 12.000.
Die Lehrlinge von Mannesmann haben in Gemeinschaftsarbeit dieses Mahnmal geschaffen, das gegenüber von Tor 1 steht und an die Zwangsarbeiter erinnert, die aus den Ländern verschleppt wurden, die von der faschistischen Wehrmacht überfallen worden waren.
Ein paar Schritte weiter erinnert dieser Findling an die Unterkunft, in der die italienischen Zwangsarbeiter zusammengepfercht waren.
WIRD FORTGESETZT.
Landschaft im zweiten Futur (14-18)
Die katholischen Hochfeste, die in den Frühling fallen, wenn es lange hell bleibt, und die zudem gesetzliche Feiertage sind („Christi Himmelfahrt“, Pfingstmontag, „Fronleichnam“) nutze ich für ausgedehnte Wanderungen durch Wälder, Felder und Siedlungen – ich sagte es bereits, daß ich es bereits sagte, und sage es noch einmal.
Den Himmelfahrtstag habe ich nicht für eine Fahrt zum Himmel genutzt, sondern an den Teil der Stadt, der an Düsseldorf angrenzt.
Hier wird einem geholfen, auf eine der Ur-Fragen der Philosophie die Antwort zu finden: Wo bin ich hier?
An einem Ort, wo die richtungsweisenden Schilder in der Sonne glitzern! Bei gleichzeitiger Bekanntgabe der Lottozahlen.
Pop Art.
Hier hörte ich zwei Feldlerchen. Die singen im Flug. Es wird gesagt, daß die Schönheit ihres Gesangs nur noch von dem der Nachtigall übertroffen wird. Sie fliegen oft gegen den Wind und „stehen“ in der Luft und singen dabei. Ich konnte sie bei Gegenlicht nicht fotografieren. Aber hier war das.
Sie könnten doch mal einen Aufsatz schreiben über: Der Raps und die Elektrizität. Von mir aus auch: Feld und Energie. Oder: Earth and Power.
Wenn Sie so freundlich wären.
Alle Bilder anklicken zum Vergrößern.
Landschaft im zweiten Futur (6-13)
Hat man das Gut Kesselsberg passiert, kommt man an eine Weggabelung. Ich bin immer linksrum gegangen und dachte jedesmal: irgendwann gehe ich rechtsrum. Das wurde also eine lange Wanderung, weil ich mir die Landkarte dieser Gegend wohlweislich erst danach angeschaut habe.
Immer gut, wenn der Autofahrer weiß, wie er nach Duisburg und nach Düsseldorf kommt. Wie man nach Dinslaken kommt, muß er nicht wissen. Da fährt nie jemand hin.
Solange es solche Wege gibt und solche Zäune, und solche Pöhle und solche Kabel, … (vervollständigen Sie den Satz bitte selber).
Ja, gewiß: Ich möchte gern als Landschafts-Fotograf bei Ihnen Ruhm ernten. Aber ich will Sie auch daran erinnern, daß es ein Profit-Interesse an Landschafts-Zerstörung gibt.
Hier könnte man doch zum Beispiel 40 Karriere-Apartments draus machen mit Wirl-Zone und Wellness-Pool. Will jeder, braucht keiner.
WIRD FORTGESETZT.
Landschaft im zweiten Futur (1-5)
Die katholischen Hochfeste, die in den Frühling fallen, wenn es lange hell bleibt, und die zudem gesetzliche Feiertage sind („Christi Himmelfahrt“, Pfingstsonntag, „Fronleichnam“) nutze ich für ausgedehnte Wanderungen durch Wälder, Felder und Siedlungen – ich sagte es bereits, daß ich es bereits sagte.
Den Himmelfahrtstag habe ich nicht für eine Fahrt zum Himmel genutzt, sondern an den Teil der Stadt, der an Düsseldorf angrenzt.
Wenn die Anger (dieser Bach da) Stolz empfinden könnte, dann wäre sie stolz darauf, nicht in einen Nebenfluß oder in einen anderen Bach zu münden, sondern in den Rhein höchstpersönlich.
Haben Sie diese Landschaft wiedererkannt? Von der war hier schon mal die Rede. Ich bin hier, um Erinnerungen zu sichern, die das einzige sind, was hiervon übrigbleibt, solange man Idioten, die sich „Stadtplaner“ nennen, nicht in sehr enge Schranken weist.
In einer Stadt, deren Einwohnerzahl in den letzten 40 Jahren um mehr als 100.000 zurückgegangen ist, weiterhin Fläche zu verbrauchen, ist eine imponierende Leistung in der Kunst des Nichtskönnens.
„Zweites Futur“ oder „Futur zwei“ oder „Vollendete Zukunft“ ist das, was in der Zukunft vorbei sein wird. Oder so.
Man komme mir nur nicht mit „Überkapazitäten der Landwirtschaft“. Auf solchen Flächen könnte erneuerbare Energie angebaut werden. Aber dazu holzt man lieber den Amazonas-Urwald ab! Eine kapitalistische Lösung des Energie-Problems ist keine!
Was sehen wir hier? Gut Kesselsberg (steht bestimmt inzwischen unter Denkmalschutz, was wenig bedeutet). Eine Kulturlandschaft. Der Mensch kann sehr wohl in eine Landschaft eingreifen, ohne sie zu vernichten: Landschaftskultur.
Kann mir das mal jemand botanisch erklären?
Es handelt sich keineswegs um Vogelnester.
WIRD FORTGESETZT.
Verboten W
Ist ein Fahrzeug kaputt, muß es auch kaputt bleiben, entschied der Oberstadtdirektor.
Gilt das immer noch, nachdem vor etwa 20 Jahren nach der neuen Kommunalverfassung in Nordrhein-Westfalen das Amt des Ober-Gestatt-Direktors abgeschafft wurde?
Wenn man das Schild vollständig zitiert, geht der Witz ein bißchen flöten.
SoS (90-100)
Heute endet die Revue einiger (willkürlich?) ausgewählter Standfotos aus dem Film „Sehreise“.

Der Film (die Primärquelle: der Super-8-Film) wurde, wie hier mehrmals erwähnt, vor 40 Jahren im Eschhaus uraufgeführt.
Die einzelnen Bilder hier auf dem Bildschirm sind eine 330-fache Vergrößerung des Original-Bildes. Auf der Leinwand dürfte das Bild 10.000-fach vergrößert gewesen sein. Man kann sich kaum vorstellen, auf diese Weise halbwegs scharfe Bilder projizieren zu können, auch wenn das Filmmaterial sehr feinkörnig war – darum aber auch wenig lichtempfindlich. Man mußte günstiges Wetter nutzen. Für Innenaufnahmen wurden Filmleuchten gebraucht. So entstand eine ganz eigenartige Super-8-Ästhetik. Die durch Optik und Photochemie gesetzten Grenzen nahm man hin. Folge war eine durchaus nützliche Verfremdung.
Früher hat man versucht, Bilder in Bewegung zu setzen. Hier könnte man meinen, daß sie schöner werden, wenn man sie anhält …

Die Primärquelle ist ein Film mit tausenden Schnittstellen. Eine Kopie war nicht möglich, sie hätte ein Vielfaches des eingesetzten Rohmaterials gekostet. Die Digitalisierung war die „letzte Rettung“.

Diese Bildrevue hat tatsächlich das Interesse am Kauf der (Doppel-)DVD geweckt, so daß das Problem erwächst, für die weitere Vervielfältigung Doppel-DVD-Hüllen aufzutreiben.
Die Medien der Zukunft, die Träger digitaler Inhalte, die silberglitzernden Schreiben sind nämlich auch schon ein Auslaufmodell. Die DVD-Epoche wird die Lebensdauer der Super-8-Epoche nicht erreichen.
Vielleicht hat jemand einen Tip, wo man (Doppel-)DVD-Hüllen kriegt.


..
Goodbey – Hello (2)
Und heute, an diesem schönen Samstag im Spätsommer, sind wir uns begegnet, auf einer Party. Die meisten Leute hier kenne ich gar nicht. Ich weiß nicht, mit wem ich reden soll und worüber. Die meiste Zeit schaue ich aus dem großen Fenster auf das große abgeerntete Feld. Und da sehe ich plötzlich: Sie kommt vorgefahren, begleitet von ihrem Lover, dem Arschloch. Zum Glück ist der nur selten in Europa. Er ist Schriftsteller, ehemaliger Black Panther, schreibt revolutionäre Stücke, ein Linker also. Aber als Partner eine Niete, egoistisch, rücksichtslos, zu Mitgefühl unfähig, eifersüchtig und sie ständig kontrollierend: So hat sie ihn mir beschrieben, als einen, auf den die Frauen fliegen (und auch, in jeder Hinsicht, als das Gegenteil von mir). Immerhin ist er einer, mit dem sie auf einer Party Bella Figura machen kann. Wenn sie unter vielen Menschen ist, ist sie in ihrem Element, wird schnell zum Blickfang, erntet Bewunderung von den Herren und Neid von den Damen, erst recht in respektabler Begleitung.
Ich weiß etwas aus dieser respektablen Beziehung, wovon sie mir erzählt hatte, weil sie meinte, daß ich das unbedingt wissen muß: Daß er ihr manchmal eine veritable Tracht Prügel verpaßt hatte. – Ein Aspekt, der das Bild dieser Grande Dame bei ihren Bewunderern und Neiderinnen auf kontrapunktische Weise komplettieren, Bewunderung und Neid eher steigern als verringern würde. Er macht ihr klar, wie sie sich zu benehmen hat. Besonders stört er sich an ihren Fragen danach, was er treibt, wenn er mal für einige Zeit nichts von sich hören läßt. Dann befolgt sie ohne Widerspruch seine Anweisung, für die Strafe mit dem Ledergürtel ihr Hinterteil zu entblößen. Ein anderes Mal hat sie mir erzählt, es handle sich dabei um ein Arrangement zum beiderseitigen Lustgewinn. Wahrscheinlich stimmt beides. Wahrscheinlich ist er einer, der sowas nicht aus Jux und Tollerei tun würde, nicht bloß aus Quatsch, nicht bloß zum allseitigen Vergnügen, wogegen kein freiheitsliebender Mensch etwas einwenden würde.
Ob der uns Gelegenheit geben wird, miteinander zu reden? Der ahnt wohl, wer ich bin. Er weiß allerdings nicht, wie viel ich über ihn weiß; und ich weiß nicht, ob sie ihm alles über mich erzählt hat.
Sie kommt auf mich zu. Ich bringe ein höfliches Lächeln zustande: „Wie geht es dir?“
„Sehr gut. Und dir?“
„Na ja. – Na ja.“
„Was macht die Arbeit?“
„Außer dem, was sowieso öffentlich gelesen werden kann: Von einigen Seiten wird mir das Leben schwer gemacht.“
Jetzt sagt sie: „Na ja.“
„Ich mußte viel gehen in letzter Zeit, an den langen hellen Sommerabenden durch die Straßen, und den Sternbuschweg entlang.“ Ich bin sicher, daß sie versteht.
Ob ich hier sagen kann, was ich ihr noch sagen will? Es ist nicht ruhig hier, und was ich sage, wird mitgehört von denen, die zufällig in der Nähe herumstehen. Eine Stelle zu suchen, wo wir von den Partygeräuschen angeschirmt sind, würde sie ablehnen.
„Weißt du, wir sind zwei sehr unterschiedliche Menschen“, sagt sie, um gleich mit dem Fazit zu beginnen. Die hat es aber eilig!
Ich sage jetzt das Unverschämteste, was mir gerade einfällt: „Du hast mir ja geschrieben von deinem mit Summakumm-Laute abgeschlossenen 1-A-Studium. An der FU! Gratuliere zur FU. Bei mir lief das immer anders. Ich habe mich immer nur durchgewurstelt. Wir sind also wirklich unterschiedlich.“ Und ich füge hinzu: „Wohin du jetzt unterwegs bist, wirst du jemandem wie mir nicht begegnen.“
Unser Gespräch hat also seine Farbe bekommen, und daran bin ich nicht unschuldig. Es würde aber auch nicht besser verlaufen, wenn ich meinen Zorn bezwingen würde. Ich liebe diese Frau. Und wer liebt, sollte sich nicht verstellen.
Sie nimmt es mir nicht übel: „Deine Empörung ist deutlich zu spüren. Ich glaube nicht, daß ich etwas sagen oder tun kann, um Dich zu versöhnen.“
„Doch. Kannst du. Ehrlichkeit hilft immer. Resignation ist immer falsch.“ Das kann sie als Angebot oder als Affront auffassen. Sie faßt es als Affront auf. Ich habe ihr Unehrlichkeit attestiert.
Aber sie beherrscht sich: „Ich möchte nicht Quelle von Zorn und Unglück sein, Helmut. Aber vielleicht brauchst Du diesen Zorn aus irgendeinem Grund. Nur denke ich, daß die ganze Geschichte sich verselbständigt hat und ich als Projektionsfläche fungiere, was mit mir real kaum noch etwas zu tun hat.“
„Fang doch nicht schon wieder damit an! Es ist wirklich keine Freude, wenn Du Deine Fähigkeit zur Verdrängung zu einer Unfähigkeit von mir verdrehst und deine Ruppigkeit im Umgang mit Menschen mit weisen Worten verkleidest.“
„Für mich ist die Vergangenheit nicht wiedererlebbar, selbst wenn ich mich intensiv darum bemühe. Die gute Seite an dieser Unfähigkeit ist, daß mich Vergangenes nicht immer wieder einholt und lähmt. Die schlechte Seite, natürlich, verhindert, daß ich das vergangene Schöne aufrufen und retrospektiv genießen kann. Wie dem auch sei, ich kann es nicht ändern, also akzeptiere ich diese meine Eigenschaft und lebe mit ihr.“
„Mußt du mir jetzt diese Theorie der reduzierten Persönlichkeit auftischen?“
Ich mache hier keine gute Figur. Das ist ja wirklich keine Glanzrolle: der beleidigte Liebhaber. Aber die hab ich mir ja nicht ausgesucht. Ich ärgere mich darüber, daß ich hier die Rolle spiele von einem, der unbedingt das letzte Wort haben muß. Hoffentlich erfährt nie jemand, was ich hier alles sage. Aber hier gibt es für mich sowieso nichts zu gewinnen, das ist mir jetzt klar. Manchmal bereut man, was man gesagt hat. Ich will nicht bereuen müssen, was ich nicht gesagt habe.
Jetzt hätte ich Lust, zu sagen: „Dein Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von Fehlentscheidungen.“ Aber ich beherrsche mich – obwohl sie mir in diesem Punkt nicht widersprechen würde. Stattdessen sage ich: „Wann hat bei dir der ganze Schlamassel angefangen? Als wir uns kennenlernten??“ Sie zuckt zusammen. Ich sage leise: „Ich war bestimmt nicht das Schlechteste, was dir im Leben passiert ist.“
„Jaja, du hast ja recht. Aber – – – “
„Du tust dir wirklich keinen Gefallen.“
Und dann sage ich, unpassend, aber das will ich loswerden: „Bei aller Traurigkeit gab es da eine Stelle, wo ich fast lachen mußte. Nicht aus Sarkasmus, nicht aus Häme, sondern weil es wirklich komisch war. Du hattest mir geschrieben, deine Lösung wäre, dich von Situationen und Menschen zu lösen, die dir nicht guttun. Ach, wenn du das doch könntest! Du irrst dich, wenn du sagst, du hättest mich mit deinem Unglück belästigt und wohl auch verletzt. Du hast mich damit allerdings belastet, sehr sogar, sicherlich mehr, als du vermutest. Ich fühlte mich bis an die Grenze der Belastbarkeit in Anspruch genommen, so daß mir manchmal die Hände zitterten. Aber ich sagte es dir schon: Es war mir eine Ehre! Ich habe gern für dich alles stehen und liegen lassen, und es gab in jenen Tagen, Wochen, Monaten nichts wichtigeres für mich zu tun als dir beizustehen. Daß du dann aber – ganz plötzlich – mein vor dir erbetenes Bemühen als ‚Einmischung‘ empfandest und alles umwertetest (rückwirkend!), das hat mich dann doch ein kleines bißchen verstört. Jeder hätte dir ‘n Vogel gezeigt. Ja, ich weiß, ich bin jetzt nicht nett zu dir.“
„Verstehe ich, Ich bin ja auch nicht nett zu dir.“
„Du mußt gar nicht nett zu mir sein. Sei doch endlich mal nett zu dir selbst. Daß du mich ruppig behandelst, schmerzt mich. Aber daß du dich selbst ruppig behandelst, schmerzt mich noch mehr. Ich ertrage es nicht, wenn Frauen schlecht behandelt werden. Aber ich ertrage es noch weniger, wenn Frauen sich schlecht behandeln lassen – und das dann auch noch verteidigen.“ (Sie weiß, wovon ich spreche).
Aber dazu sagt sie nichts. Muß sie auch nicht. Sie sagt: „Unsere Wut und Enttäuschung sind das Resultat der falschen Bilder, die wir uns voneinander gemacht hatten. Der reale Mensch verschwindet hinter einem solchen Bild, und wenn er dann auftaucht, sind wir bitter enttäuscht und zornig über das Mißverhältnis.“
„Mißverhältnis: Ich vermisse dich sehr. Du vermißt mich gar nicht. Trotzdem bin ich von uns der Glückliche. Weil ich gar nicht dazu in der Lage bin, ein halbes Leben auf den Sperrmüll zu stellen mit allen Erfahrungen und mit den Menschen, die man in Anspruch genommen hat. Das hast du gelernt. Ich hoffe, ich lerne das nie. Bin ich der einzige von uns beiden, der dem, was wir miteinander erlebt und getan haben, überhaupt noch etwas abgewinnen kann? Ich muß mich damit abfinden, daß ich immer damit gescheitert bin, vom Glück und Gelingen meines Lebens Dir etwas abzugeben, auch diesmal wieder.“
„Ich habe dich immer beneidet um Deine Erinnerungsfähigkeit.“
„Dann pflege doch deine eigene, Mensch! Und mach dir mal keine Gedanken, du würdest mir was antun. Mach dir kein schlechtes Gewissen. Das ‚schlechte Gewissen‘ ist oftmals auch nur ein Trick, um sich vor der Verantwortung für sich selbst zu drücken. Tu dir selber nichts an. Deine Amnesie pflegst du doch und glaubst, dich damit zu schützen. Wie soll das gutgehen?“
Sie antwortet nicht mehr. In ihrem Gesicht regt sich nichts. Sie sieht mich ausdruckslos an. Ihr dauert das alles zu lange. Alle Worte scheinen überflüssig zu sein. Trotzdem sage ich das noch:
„Seit dem Moment, als ich Dich zum ersten Mal sah, liebe ich Dich. Das kannst weder Du, noch kann ich es ändern. Diese Liebe hat sich gewandelt, aber niemals nachgelassen, und so wird es bleiben. Unter einer solchen Liebe muß man leiden. Aber man muß nicht daran verzweifeln. Aber stelle Dir selbst die Frage: Kann mein Geständnis Dich überhaupt noch berühren? Oder ist es nur eine Lästigkeit, die du in zwei oder drei Minuten von dir abgestreift haben wirst? Dann bist Du es, die zu bedauern ist.“
Ob ich sie noch einmal umarmen kann? Kein guter Platz für einen solchen Abschied, hier in aller Unruhe.
„Viele Worte! Verzeih mir bitte. Ich sollte dir danken, für jedes freundliche und liebe Wort, für jeden Moment des Glücks, auch wenn du all das für dich ausgelöscht hast.“
„Vielleicht habe ich deine Liebe gar nicht verdient“, sagt sie.
„Sag nicht sowas, denk es nicht einmal. Geh‘ nicht unter!“
„Verzeih mir alles, was mir nicht gelungen ist. Und was gut war, bewahre es. Bei dir ist es gut aufgehoben.“
Ja, sie umarmt mich. Dann geht sie, schnell. Diese Party will sie verlassen. In ein paar Minuten ist alles vergangen, vielleicht auch die Erinnerung an meinen Namen. Am Ausgang trifft sie ihren Lover, die Pappnase.
Kurze Zeit später. Da öffnet sich die Tür, und herein kommt ein verspäteter Partygast, den ich überhaupt nicht erwartet habe. Herein kommt der Schabronat.
„Mensch, Walter! Dich habe ich ja überhaupt nicht erwartet. Dich habe ich ja schon jahrelang nicht mehr gesehen, alter Kundschafter!“
„Ich muß ja auch nicht überall sein. Ich krieg auch so alles mit. Mit Frollein Anne läuft‘s nicht mehr, habe ich gehört?“
„Du erfährst wohl alles.“
Er grinst: „Ich weiß alles. Ich weiß auch einiges über den neuen Macker von deiner Ex. Da kann ich Sachen erzählen, da legst du die Ohren an.“
„Dat nützt mir jetz aunix mehr. Aber erzähl‘ ruhig.“
Das Foto zum Zwanzigsten
Der Kessel des Monats
Das war: Ein Tag allein, ein Tag der Ausschau, ein Tag der Hoffnung – in der Zeit der länger werdenden Tage!
Kessel voller Hoffnung. Kann man das sagen?
Nein, lieber nicht. Das wäre albern.
Pelikan kündigt Liwa an
und sich selbst.
Es wurde schon kurz angemeldet in der WAZ, jetzt erfahre ich es in Pelikans eckigem Rundbrief (ich zitiere):
Zweitens:
In der nächsten Woche werde ich (zum ersten Mal seit meinem Jubiläumskonzert im Mai 2013) mal wieder auf der Bühne stehen. Wenn auch nur für 3 Songs. Möglich gemacht hat das der in meinen Augen beste Duisburger Liederschreiber, Tom Liwa, der am Donnerstag, den 22. Oktober im Steinhof (in Duisburg Huckingen – aber nicht im großen Saal, sondern im viel familiäreren Turmzimmer) ein Solokonzert gibt. Er wird dabei auch seine neue CD vorstellen und hat mich kürzlich gefragt, ob ich an diesem Abend nicht als Gast mitwirken wolle. Und nachdem ich noch 3 einfach zu spielende Stücke gefunden habe (damit ich nicht so viel üben muß / 2 davon übrigens von meiner aktuellen CD), habe ich mit Freuden zugesagt. Das wird dann der erste Pelikan-Auftritt mit über 60 sein. Hurra.

Foto: Tom Liwa, fotografiert auf dem Ruhrorter Kunstmarkt
Auf zweitens folgt ja normalerweise erstens. Und da ist zu lesen:
Erstens:
In meinem letzten Rundbrief (vor einem halben Jahr ungefähr) hatte ich euch mitgeteilt, daß ich euch benachrichtigen würde, sobald meine aktuelle Doppel-CD „Falsch abgebogen“ (mit Aufnahmen von 1975 – 2014) auch in ausgewählten Läden zu bekommen sei. Und irgendwie habe ich diese Mail dann glatt verschwitzt, was ich hiermit nachholen möchte. Die ausgewählten Läden sind (wie immer):
– Helmut Loevens „Buchhandlung Weltbühne“ auf der Gneisenaustr. 226 in DU-Neudorf
– Dirk Rosenbergers Plattenladen „Red Rose Records“ auf dem Sonnenwall 36 in DU-Mitte
Der Preis ist jeweils gleich: 17,50 €.
Bisher ist dies noch meine schlechtverkaufteste CD, aber ich bin zuversichtlich, daß sie in der Endabrechnung auf den fünften Platz (von insgesamt sechsen) vorgerückt sein wird. Hurra.
Wenn eine CD schlechtverkauftest ist, dann ist das nicht schlimm, wenn sie gutverkauft ist.
MAN KANN HIER
dazu beitragen, daß „Falsch abgebogen“ auf den fünften Rang klettert,
ODER
beziehungsweise
ODER AUCH
dazu beitragen, daß die fünft-, viert-, dritt-, zweit- und erstrangige CD dem Ansturm der jetzt noch sechstrangigen CD standhält (denn ständig sind alle sechs hier erhältlich).
Das Foto zum Zwanzigsten
Der Kessel des Monats
Berührung oder Das Foto (die Fotos) zum Zwanzigsten

Zwischen diesen Fotos liegen zwei Jahre (2011-2013). Ich war mir auf Anhieb nicht schlüssig, welches das schönere ist, darum erscheinen in diesem Monat am Zwanzigsten zwei Fotos.
Wie wieder zu sehen ist, geht es mir keineswegs um die „unberührte Natur“, sondern eher um die berührte. Besser gesagt: um die berührte Zivilisation. Wie viel Berührung erträgt sie (noch/wieder)?
Der Wald (der Deutsche) hat seine Inanspruchnahme als Stifter nationalen Sinnes („Romantik“) noch halbwegs überstanden. Wird er von seiner heutigen Funktion als Wohnumfeldverbesserung Schaden erleiden?
Das untere Foto ist das ältere.
Ein hübsches Stückchen Landschaft, nicht wahr?
Ein hübsches Stückchen Landschaft, nicht wahr?
Auf dem kurvigen Weg dort ist man unterwegs zwischen Großenbaum und Huckingen.
Doch jetzt habe ich in der Zeitung gelesen: Dort, genau dort soll gebaut werden (Wohnungen der Luxusklasse). Die Linken und die Grünen sind dagegen. SPD und CDU sind dafür.
Da das Angebot an Bauland im Düsseldorfer Norden die Nachfrage dort nicht befriedigt, spekuliert man darauf, daß die Leute in den Duisburger Süden gelockt werden können. Das halte ich für Quatsch. Die Leute wollen nicht in Düsseldorfer Norden wohnen, weil sie es im Düsseldorfer Norden so schön finden, sondern um nicht in Duisburg zu wohnen. Und das ist auch gut so.
Man soll an die infantilen Raff-Instinkte doch nicht appellieren („Will ich auch haben!“. In diesem Kontext: „Da will ich auch wohnen!“). Bringt den Leuten bei, daß eine Landschaft schön bleibt, wenn man sie verläßt und nach Hause geht, und nicht, wenn man sich in ihr ansässig macht und sie zu dem Behufe mit Baugeräten penetriert.
In einer Stadt, deren Einwohnerzahl in den letzten 40 Jahren um mehr als 100.000 zurückgegangen ist, weiterhin Fläche zu verbrauchen, ist eine imponierende Leistung in der Kunst des Nichtskönnens.
Die CDU ist dafür. Das wundert mich nicht. Die CDU ist immer für alles, was falsch ist.
Die SPD ist dafür. Auch das wundert mich nicht. Das liegt an der Beton-Affinität des sozialdemokratischen Kommunalpolitikers.
Der normale Politiker mißt seinen Erfolg an Direktmandaten oder Ehrendoktorhüten. Der sozialdemokratische Kommunalpolitiker mißt seinen Erfolg in Kubikmetern Betong. Sozialdemokraten tragen sogar Unterwäsche aus Beton.
Ich bin es leid! Jetzt greife ich auch mal in die Landschaft!
Das Milser-Hotel wird farblich von Grund auf umgestaltet. Da kann der Milser noch so viele Gewichte hochheben!
… sie wittern den Frieden
in memoriam Hans Bender
1919-2015
Hans Bender ist am vergangenen Donnerstag gestorben. Er hat lange gelebt.
Man könnte fast sagen: So bringen vergangene Zeiten sich wieder in Erinnerung. Hans Bender, Gründer und lange Zeit Herausgeber der akzente (Hanser). Es ist wohl nicht zu despektierlich, wenn ich sage, er war einer von denen, die dafür zuständig waren, daß es nach 1945 eine offizielle Literatur in (West-)Deutschland gab – im Deutschunterricht durchzunehmen.
Bender gehörte, wie Höllerer, wie Richter, zu den Schriftstellern, von denen man sagen mußte: sie haben auch selbst geschrieben.
„Die Wölfe kehren zurück“ nahmen wir in der Untertertia durch. Die Schriftsteller, die das „Tendenziöse“ zu fürchten gelernt hatten und zu fürchten lehrten, schrieben über den Krieg als ein böses und den Frieden über ein gutes Schicksal. Bin ich ungerecht? Böll war da anders.
„Die Wölfe kehren zurück. Sie wittern den Frieden.“ So endet die Geschichte.
Wir sollten dann für die nächste Deutschstunde eine Inhaltsangabe schreiben. Ich schrieb einen zehn Seiten langen Aufsatz.
Das wurde aber beanstandet. Es wurde eine Inhaltsangabe verlangt, und die hätte als gelungen gegolten, wenn sie kurz gewesen wäre, je knapper desto besser.
Aber:
In dem inoffiziellen Wettbewerb „Der längste Aufsatz der Klasse“ hatte ich mit einem sieben Seiten langen Aufsatz lange den Rekord gehalten. Der war gebrochen worden. Jemand hatte acht Seiten gefüllt, um zu zeigen: „Ich hab‘ den längeren“! Den mußte ich übertreffen! Es ging doch nicht um die gute Note in Deutsch, sondern um die Verwirklichung einer Vorstellung, die sich jeder fremdbestimmenden Bewertung entzieht.
Ich hatte zwar durchaus noch nicht den Vorsatz gefaßt, aber vielleicht schon eine Ahnung davon, Schriftsteller zu werden. Denn der Schriftsteller unterscheidet sich von anderen Leuten darin, daß er mehr schreibt als von ihm verlangt wird, und im Idealfall sich beim Schreiben mehr amüsiert als der Leser beim Lesen. Wobei die Kriterien, wonach ein Aufsatz als ein guter solcher erkannt wird, brachial außer acht gelassen werden. Sie erleben es in diesem Moment: meine unausrottbare Angewohnheit, vom Thema abzuschweifen.
Meine Freundin Lina hat mal zu mir gesagt: „Das Abschweifen vom Thema ist eine der ergiebigsten Erkenntnisquellen.“ Oder habe ich das zu ihr gesagt?
Nicht gut angekommen bin ich mal mit einem Aufsatz, der vier Seiten lang war, von denen dreidreiviertel Seiten Einleitung waren. Heute würde man doch sagen: eine Meisterleistung!
Wer hätte mir zugestimmt, wenn ich den Gedanken geäußert hätte, daß ein Aufsatz in Deutsch das Publikum gut unterhalten sollte.
Wenn ich mal einen Aufsatz vor der Klasse vorlesen mußte/durfte, wurde immer sehr viel gelacht. So auch bei dem genannten Sieben-Seiten-Aufsatz in der Untertertia: die erfundene Geschichte über einen gescheiterten Überfall auf die Sparkassen-Zweigstelle am Sittardsberg.
..
Das Foto zum Zwanzigsten
Bilder einer Wanderung (9-19)
Quakende Enten auf dem Dickelsbach bei Großenbaum.

Eine der meistbefahrenen Eisenbahnlinien Europas, von der Großenbaumer Brücke aus gesehen..
Oben: Richtung Hauptbahnhof, Essen, Dortmund, Hannover, Berlin.
Unten: Richtung Düsseldorf, Köln, Bonn, Mainz, Karlsruhe, Freiburg, Basel.
Wie oft fuhr ich im IC unter der Brücke nach Düsseldorf, Bonn vor allem, aber auch Mainz, Karlsruhe und Freiburg (Basel nie) – der Arbeit und der Liebe wegen. In letzter Zeit immer seltener. Nach Berlin fahre ich auch nicht mehr.
Merke:
Kommt Zeit, kommt Rath, kommen Derendorf.
Solche Mauern hatten früher eine sehr viel größere Bedeutung als heute, und waren auch länger. Hier eine sehr abgelegene Industrie, zu der aber auch am Himmelfahrtstag große LKWs hin fahren (habe ich gesehen).
Blick hinab auf den Großenbaumer See, auch als „Freibad Großenbaum“ bezeichnet. Früher sagte man: Strandbad.
Und? Nichts! Kein Strandleben im Strandbad. Ein stillgelegtes Strandbad? Scheint so.
Wasser ist aber noch drin. Der Oberbürgermeister hat den Stöpsel noch nicht gefunden.
Gucken Sie mal genau hin. Da hinten am Horizont, links neben der Baumgruppe in der Mitte: Ein Hochofen.
Die Brücke, die ich vorhin erwähnte. Früher sah man die schon von Weitem, wenn man sich ihr näherte. Heute erblickt man sie erst, wenn man sie fast erreicht hat.
Früher! Ja! Früher! Da konnte man den Blick über Landschaften genießen. Das war gut dafür, sich im Leben und in der Welt zu orientieren. Heute gibt es kaum noch eine Landschaft, die noch nicht zugewachsen ist.
Angelangt in Huckingen. Gucken Sie mal auf die Landkarte, wie weit ich gehe!
Also, das sieht ja so aus, als hätte man die ganze Landschaft davongetragen und nur das Haus stehengelassen.
„Aufgrund eines technischen Defekt“, „weiteres außer Betrieb – “.
Hier scheint auch ein sprachlicher Defekt vorzuliegen.
Hübsche junge Dame (guckt mißtrauisch).


















