Strick-Graffiti

Begrifflichkeiten der Kunst(-geschichte): Strick-Graffiti.
Alle paar Jahre wird ein Strick-Graffito an der Tür befestigt, jetzt also das zweite. Das geschieht in einem Tempo, daß man nicht befürchten muß, daß einem bald die Sicht vollends versperrt sein wird. Das ist eine langsame Kunst, und die Langsamkeit – so viel ist inzwischen klar – ist in Zeiten kommerziell genutzter Idiotisierung ein Akt der Selbstverteidigung.
Hier hat eine Cineastin eine Spur gelegt. Aus winzigen aufgenähten Buchstabenklötzkes ergibt sich die Parole „Some like it hot“. Eine bestrickende Woll-Hommage bzw. gewollte Strick-Hommage an Marilyn Monroe!

Siehe auch hier!

Graffiti

Begrifflichkeiten der Kunst(-geschichte): Graffiti.

Graffiti – von art brut und – in diesem Fall zumindest – von Lettrismus nicht ganz abgetrennt. Auch das Konzept der Sozialen Plastik (kommen wir auch noch zu) hat Pate gestanden bei der Entstehung dieses Werks der Kunst (die Schwerkraft entwickelt das Bild weiter, in Gestalt all dieser hübschen ein-Stück-runterrinnender Farbtropfen). Das Bild veranschaulicht zudem die Geringaussicht des Vorhabens, das Privatgrundstück gegen Widerrechtlichkeit mittels Schild und Abschleppandrohung zu schützen
Der Autofahrer, Zworadfahrer oder Fußgänger, der hier entlanggeht/fährt (Sternbuschweg Richtung Mülleimerstraße) hält inne und sagt: „Was ist das denn? Das muß ich mir ansehen!“ In den nächsten 30 Minuten bemüht er sich, die Botschaft zu verstehen.
Die Kunst vollendet sich in der Vergeblichkeit dieses Bemühens.


So kann man’s auch sehen.

Fassaden-Guerilla

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Fassaden-Guerilla.

Durch diese Monumental-Reklame wurde das Haus auf dem Sternbuschweg (Ecke Karl-Lehr-Straße) geradezu verschandelt. Das ist doch nicht mehr schön. Das muß doch nicht sein. Der Anblick hat mich bei jeder Sternbuschweg-Passage Richtung Grunewald geärgert.
Darum bin ich eben mal hingegangen und habe die Fassade gestrichen.

Das hat nur ein paar Sekunden gedauert. Und jetzt sieht es doch viel besser aus.
Was sagen Sie dazu?

Christo was here

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Christo was here

Was viele gar nicht wissen: Daß der Einpacker Christo neben seinen spektakulären Aktionen (Reichstag) auch Verhüllungen im normalen Alltagsgeschäft vornimmt, zum Beispiel im Falle ordinärer Fassadenanstriche, wie hier letztens auf dem Sternbuschweg.
Der Mann muß schließlich auch sehen, wie er zurechtkommt.

Infomativer Bildbericht vom Ruhrorter Kunstmarkt, unsere Präsenz betreffend

Der Ruhrorter Kunstmarkt war wieder rotgestreift.
Die Zeichenfolge EHN ist Bestandteil der Mitteilung „Buchhandlung Weltbuehne“ auf dem Transparent im Rücken.
Da wußte jeder gleich: Unfug, Unzucht, Umsturz.
Kommerzieller Erfolg beim Publikum: Ging so.
Hyperkommerzieller Erfolg: Viel „Aha!“.

„Wat machen w’r nu?“ scheint dieses Bild zu sagen. Nu machen w’r Abbau.
Beide Bilder entstanden circa 4 Minüten vor Ende der Veranstaltung.
Bilder: (C) Merkfoto.

Der Ruhrorter Kunstmarkt kommt mit Niveau

„Hach! Jetzt haben wir den Ruhrorter Kunstmarkt 2017 verpaßt!“
Nein! Sie vertun sich! Der Ruhrorter Kunstmarkt 2017 ist nicht schon gewesen, sondern der kommt noch, und zwar am Sonntag.


Ich hab mir auch schon extra für Sonntag bei Edeka eine Dose Niveau-Creme gekauft,
für den Fall, daß der Sonntag seinen Namen verdient und die Sonne (the sun, le soleil) die Wolken wegschiebt, um mir ins Gesicht zu sehen.

Noch mehr neue Postkarten

Wie gesagt: Die Serie der Situationspostkarten wurde dieser Tage beträchtlich erweitert. Und heute bekommen Sie die neuen Foto-Postkarten von Heinrich Hafenstaedter zu sehen: Mauern mit Spuren und Orte der Hinterlassenheit (habe ich das nicht schön gesagt?).

Die Philosophie – nein, nicht im Boudoir, sondern im Güterbahnhof. Wo immer man hinkommt: Adorno ist immer gut.

Ich das nicht herrlich? Energiye, Power, Acktion, Affe(e) für Versager.
Pow-Erup nur gegen Pfand.

Hochfelder Fresko? Ausgerechnet Sedanstraße. Durch Verschicken von Situationspostkarten lösen Sie immer Situationen aus.

Das Verschwinden des Gewächshauses im Hamborner Botanischen Garten muß man nur noch halb bedauern, weil im Duisburger Güterbahnhof für Ersatz gesorgt wurde.

Postkarten sammeln ist gut.
Postkarten verschicken ist auch gut, sogar noch besser.
Wollen Sie Situationspostkarten live erleben? Dann kommen Sie am 20. August 2017 (Sonntag) zum Ruhrorter Kunstmarkt, am Stand der Buchhandlung Weltbühne gibt es sie (1 Stück für 1 €).

Wir bieten dort viel. Nicht nur Postkarten.

Neue Postkarten

Wie schon bekanntgegeben, sind weitere schöne Postkarten in der Serie SITUATIONSPOSTKARTEN erschienen, nämlich 19 Motive.
Dazu gehören auch fünf weitere Bilder nach Aquarellen von Magda Gorny.

Karte Nr. 116

Nr. 117

Nr. 118

Nr. 119

Nr. 120

Die Erweiterung der Edition war Anlaß, den Postkartenkatalog auf der Homepage der Buchhandlung Weltbühne zu aktualisieren und alle derzeit lieferbaren Motive (120 sind es mittlerweile) sichtbar zu machen, also auch die allerersten Motive von 1974.

Ich muß nicht extra erwähnen (tu es aber trotzdem), daß die schönen Situationspostkarten auf dem Ruhrorter Kunstmarkt angeboten werden.

..

Pop Art

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Pop Art.


Duisburg, Sonnenwall. Früher: vornehme Geschäftsstraße mit vornehmen Geschäften. Jetzt: sowas.
Von diesem Geschäft ist nur noch die Oberfläche sichtbar. Dahinter: ein leerstehender Laden (ich habe mich überzeugt). Die Fülle der Mitteilungen ist in ihrer Komplexität sinnlos.

WIR HABEN IHNEN NICHTS ZU BIETEN,
WIR HABEN IHNEN NICHTS ZU SAGEN.

ABER WIE!

Werbung als Kunst

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): Werbung.


Wofür wird denn hier Reklame gemacht?
Werbung wird zur Kunst, und
Werbung ist erst dann richtig gelungen,

WENN

man vergißt
oder nie erfährt oder
gar nicht wissen will,
wofür geworben wird,
oder
wenn sie etwas anderem mehr Auftrieb gibt als dem beworbenen Produkt.

Ruhrorter Kunstmarkt auch 2017

Wie lange schon quälen Sie sich mit der Frage: Was machen wir am 20. August?
Hier kommt der erlösende Hinweis:


Da können Sie hingehen. Wie Sie sehen, sind wir auch wieder da und stellen aus.
Dann zeigen wir voller Stolz auch die neuen Situations-Postkarten, diese zum Beispiel:

Hafenstaedter-Foto

Der 20. August ist übrigens ein Sonntag.

Streif Nr. 4 (2017)

Heute in der WAZ:

Streif ist eine ganz ungewöhnliche Zeitschrift. Die Vorbereitung ist so sorgfältig, daß nur eine Ausgabe pro Jahr erscheint. In dieser Ausgabe wird an Heinrich Strunk erinnert, auch an seine engagierte antirassistische Kunst.
Streif wurde hier schon oft vorgestellt – siehe Schlagwortverzeichnis hier unten drunter. Die neue Ausgabe ist für 7 Euro in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich (im Versand für 8 Euro).
Der Artikel in der WAZ gibt Aufschluß über viel Kunst und Kunst-Vielfalt, die die Streifmacherinnen und -Macher aufgespürt haben.
Als Stacey Blatt (auf dem Foto links) vorigen Donnerstag die neue Ausgabe brachte, sagte sie. „Pelikan ist auch dabei.“ So soll es also aus ihrem Mund durch mein Ohr in diesem Blog ankommen: Pelikan ist auch dabei.

Wenn du denkst …

Ein neues Werk aus meiner Werkstatt:
Sieht gut aus und kommt der Wahrheit nahe.
Es handelt sich bei diesem Bild um eine der neuen Postkarten aus der Postkarten-Produktion der Situationspresse (Situationspostkarte Nr. 126), erschienen vorigen Freitag.
Da die Leserinnen und Leser dieses Weblogs zu den aufgeklärten, human eingestellten Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gehören, fällt ihnen bestimmt auf Anhieb jemand ein, dem sie diese Mitteilung zukommen lassen wollen. Und da ein Knallkopp selten allein kommt, ist mit einem pluralen Interesse zu rechnen. (Ab 50 Exemplare mit Mengenrabatz, Lieferfrist, Vorkasse).


Diese Typo-Graphik wurde gestaltet für die Titelseite von DER METZGER Nr. 43 (Januar 1991, noch erhältlich), montiert aus Lettern von Schlachtzeilen der Bildzeitungsausgabe vom Tag der deutschen „Wiedervereinigung“. Das stimmt zwar gar nicht (es war irgendeine Bildzeitungsausgabe jener Tage), aber als Legende macht sich das doch gut.

Über die neuen Situationspostkarten erfahren Sie mehr in den nächsten Tagen.

Art brut

Begrifflichkeiten der Kunst(-Geschichte): L’art brut.

Als Art brut („rohe Kunst“) wird gemeinhin eine Kunst bezeichnet, die gar keine Kunst sein soll und sein will, zum Beispiel das Gekritzel, das auf dem Notizblock beim Telefonieren „entsteht“. Oder, wie in diesem Fall, Kreidestriche von Kindern auf dem Bürgersteig. Oder das, was „Narrenhände“ auf Tisch und Wänden hinterlassen. Auch frühkindliche Zeichnungen werden dazu gezählt. Es ist eine „Kunst“, die sich ihre Gänsefüßchen selbst verleiht, Fragen veranlaßt, deren Antworten in die verschiedensten, divergierenden Richtungen gehen.
Oft wird der Begriff „Art brut“ auf Kunst von Geisteskranken bzw. geistig Behinderten eingeengt. Damit ist zumindest angedeutet, daß die „Behinderung“ zugleich eine Befähigung zu erweiterter Kreativität ist.
Durch die Epochen war es das Anliegen einer der Durchschnittlichkeit verpflichteten sogenannten Pädagogik, derartige Veränderungen am öffentlichen Raum zu unterbinden und die Impulse zu einer solchen Abweichung zu ersticken. Die allseitig reduzierten Charaktertypen, die ordnungsliebenden Sofakissenknicker: hier im Inneren des Landes da leeeben sie noch. Sie sind zur „geistig-moralischen Wende“, zur Rache des kleinen Geistes allzeit bereit. Denn es gilt denen als ungehörig, etwas zu tun, was keinem schadet.
Und so ist die unbewußte Kunst zugleich ein unbewußter Widerstand, dessen Kraft in seinem Un-Bewußten liegt.

(Nur der Regen darf sie löschen).

Kunst am Bau

Begrifflichkeiten der (Kunst-)Geschichte: Kunst am Bau.
Unter dem Stichwort „Kunst am Bau“ wird der Staat als Bauherr verpflichtet, ein Prozent der Baukosten öffentlicher Gebäude für Kunst (als Gebäudebestandteil) springen zu lassen. Dagegen kann man nix sagen. Das heißt: Dagegen kann man schon was sagen, aber warum sollte man?
Wie man der obigen Abbildung (Duisburg-Neudorf, Lerchenstraße, Ecke Sternbuschweg, vor dem Eingang zum SI-Torbogen) entnehmen kann, wird „Kunst am Bau“ immer mehr auch durch Privatinitiative gefördert.
Weiter so!