Circe

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Franz von Stuck malte dieses Bild, das Circe darstellt, im Jahre 1913.
Modell für das Bild der verhängnisvollen Verführerin aus der griechischen Mythologie war die Schauspielerin Tilla Durieux.
Von denen, die sich an die Schauspielerin der 50er und 60er Jahre erinnern, die noch 1970 mit 90 Jahren vor der Kamera stand, wissen viele wohl nicht, daß Tilla Durieux als junge Frau eine bewunderte Schönheit der „besseren Gesellschaft“ Berlins war. Ihr Ehemann war der fortschrittliche Galerist Paul Cassirer.
Als erfolgreiche Schauspielerin nutzte sie ihre Möglichkeiten, fortschrittliche kulturelle und politische Projekte wirksam zu fördern, wie die Piscator-Bühne und die Rote Hilfe. Auch im Exil konnte sie Verfolgten des Naziregimes helfen.
An ihren Geburtstag, 18. August 1880, wird heute erinnert.

Renate Rasp

Ich wußte gar nicht, daß die Schriftstellerin Renate Rasp (1935-2015) die Tochter des Schauspielers Fritz Rasp war. Ihr letztes Buch erschien 1979. Da könnte man meinen, es wäre nicht verwunderlich, daß man sie, sofern man sie erwähnt, bei den „Vergessenen“ einordnet.
Mitte der 60er Jahre als Debütantin erregte sie Aufsehen durch ein Erscheinen, das bis dahin als „nicht damenhaft“ angesehen wurde. Ihr Auftritt 1967 bei der Gruppe 47 war furios. Vielleicht erinnert sich noch jemand an ihren Auftritt bei der Buchmesse 1968 („ach, die war das?“), wo sie „ihre Lesung barbusig abhielt“, was von manchen von denen, die immer alles schon gewußt haben, als „billiger PR-Gag“ abgetan wurde. („Barbusig“ – was für ein Wort! Von „busig“ abgeleitet).
RaspSpiegelRenate Rasps Lyrik und Prosa war von einer brillanten Aggressivität. Darin war sie ihrer rasierklingenscharfen Kollegin Gisela Elsner (1937-1992) ähnlich.
Renate Rasps wohl am meisten verstörendes Buch war „Chinchilla“ (1973), das als Leitfaden zur praktischen Ausübung der Prostitution gelesen werden kann und eine völlig der Verwertung unterworfene Sexualität vorführt.
„Vergessen“ ist nicht nur eine psychische (Fehl?-)Funktion, sondern auch ein gesellschaftlicher Abwehrmechanismus.
VLBRaspFehlanzeigeDieses Bildschirmfoto zeigt die Trefferquote für die Suche nach „Renate Rasp“ in Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).
Renate Rasp war mit dem Schriftsteller und Kabarett-Exporten und -Historiker Klaus Budzinski (geb. 1921) verheiratet. Auch von seinen Standardwerken über das Kabarett ist keines mehr lieferbar.
RaspChinchillaAls ich „Chinchilla“ las, hatte ich das meiste noch vor mir.

Frauen, die Fußball spielen

Die letzten Monate meines Zivildienstes leistete ich im Unfallkrankenhaus in Duisburg-Buchholz ab (mitten im Wald gelegen). Eine der Schwestern auf der Station war Fußballspielerin. Das war Schwester Gilda. Frauenfußball war gerade eingeführt worden.
Schwester Gilda war kleinwüchsig, dunkel- und kurzhaarig, flink, änderte nie ihren Gesichtsausdruck, lachte nie, war nie betrübt, sondern war von einer permanenten stillen Entschlossenheit. Nein, das war nicht eine von den „Power-Frauen“, die vor dem Spiegel ihre „Power“ einstudierten. Das hatte die nicht nötig.
Es gab noch eine zweite Fußballspielerin in der Klinik, eine Schwester von einer anderen Station. Die war Torhüterin, und die sah so aus, daß bei der nur selten mal ein Gegentor vorkam. Die beiden spielten aber nicht bei Viktoria Buchholz (wo es meines Wissens auch eine Frauen-Mannschaft gab), sondern beim Duisburger SC Preußen, und sie waren es gewohnt, ihre Spiele zweistellig zu gewinnen.
Frauenfußball war damals – wie gesagt – etwas ganz neues, und das offiziell/inoffizielle Gezeter, Frauenfußball sei unästhetisch, unmoralisch, unweiblich, unschicklich, ungesund war noch längst nicht verhallt (und ist es bis heute immer noch nicht ganz). Zusammen mit dem Frauenfußball kamen – in unglücklicher Gleichzeitigkeit – die „Hot Pants“ in Mode, die „Heißen Höschen“. Schwester Gilda mußte sich immer wieder „originelle“ Erörterungen anhören, wie sie wohl in „Heißen Höschen“ aussehen würde (denn zur Fußball-Arbeitskleidung gehören ja kurze Hosen), ohne daß dies bei ihr eine Veränderung des Gesichtsausdrucks bewirkt hätte.
Ich hatte bei Schwester Gilda einen „Stein im Brett“, und ich führe das darauf zurück, daß ich mich zu Frauenfußball nie äußerte. Weder war von mir das reaktionäre Gezeter über Unästhetik, Unmoral etc. zu befürchten, noch süffisante Spötteleien. Ich belästigte meine Kollegin auch nicht mit gönnerhaften Elogen, als würde von meinem Wohlwollen irgendetwas abhängen. Sondern: Ich sagte: Nichts.
Was hätte ich auch sagen sollen? Ich dachte: Wenn die Fußball spielen wollen, dann sollen die doch Fußball spielen. Und wie hätte mein Schweigen auch sonst interpretiert werden sollen?
Schwester Gilda lohnte es mir mit einer sich von selbst verstehenden Sympathie. Die wurde nie in Worte gefaßt; es war nur spürbar, daß die mich leiden konnte. Immerhin legte sie Wert darauf, daß ich, wenn sie Frühschicht hatte, die Frühstückspause mit ihr im Schwesternzimmer zubrachte. Wir fanden das angenehm, gemeinsam zu frühstücken.

Es ist manchmal – mal mit diesem, mal mit jenem Unterton – gesagt worden, sehr viele (oder sogar: die meisten) Fußballspielerinnen wären lesbisch.
Schwester Gilda war eine bekennende Lesbe. Und das schon 1971!
Man hätte es auch vermuten können, weil Schwester Gilda gern einer jungen Kollegin, der Schwester (wie hieß die noch?) auf den Hintern klatschte. Ich fand das sehr sympathisch, denn Schwester Gilda tat ja einfach das, was ich mich nicht traute (damals! Bei einer Fremden!).
Schwester Wieheißtdienoch war eine hochgewachsene, hochlaszive Person. Die es gern hatte, wenn ihr auf den Hintern geklatscht wurde. Ich erinnere mich an das Leuchten in ihren Augen und die Seligkeit in ihrem Lächeln, als Gilda sie mal wieder gepatscht hatte – und dann war sie etwas erstaunt und ein wenig enttäuscht, weil ihr „bloß“ von einer Geschlechtsgenossin auf den Hintern geklatscht worden war.

Von unbekannten Wesen

Was zu den Annehmlichkeiten von Neudorf, wo ich seit 39 Jahren wohne, gehörte: daß alles in einem Umkreis von 5 Minuten zu Fuß zu erreichen ist: Aldi, Edeka, Tante-Emma-Laden, Bäckerei, Haltestellen, Bibliothek, Park, Wald, Drogerie, Apotheke, Café, Papierwarenladen, Universität, noch eine Bäckerei, Postamt, Sparkasse, Laden für Künstlerbedarf, Gemüsemann, Delikatessengeschäft, Textilgeschäft, Kurzwarenladen, Chinarestaurant, Balkanrestaurant, italienisches Restaurant, Fahrradladen, mehrere Trinkhallen und noch ein paar Bäckereien. Und das ist noch längst nicht alles. Das Lebensglück wird dann – na, ich will nicht sagen: vollendet, aber frisch gestrichen, wenn zu alle dem noch Dinge hinzukommen, die man eigentlich gar nicht braucht, z.B. ein Fachgeschäft für Modelleisenbahnen oder die Niederlassung eines Lesezirkels, also Dinge, die einen nicht stören und die Rubrik „Was es nicht alles gibt“ ausfüllen.
Ich muß mir eingestehen, daß Neudorf (wenn auch immer noch das qualitätvollste Viertel von Duisburg) in den letzten 39 Jahren an Qualitäten eingebüßt hat. Letztes Opfer der Stadt-Uniformierung ist der „Lesezirkel Astoria“, schräg gegenüber auf der Gneisenaustraße.

Lesezirkel1Lesezirkel2Eines Tages waren die Paneelen, die das (überflüssige) Schaufenster bedeckten, entfernt, und man sah in einem leeren Raum, wo auch der Putz von den Wänden entfernt war – auf den Fotos schlecht zu erkennen. Man erkennt auch nicht, wie riesig dieses Geschäftslokal war, eine Flucht von Hinterräumen.

Ich weiß gar nicht, ob der Begriff „Lesezirkel“ heute noch den meisten geläufig ist. Die Lesezirkel vermieteten „Lesemappen“. Am ehesten begegnete man dieser Methode der Verbreitung von Druckschriften in Frisiersalons und Wartezimmern von Arztpraxen, wo in Pappumschläge eingeheftete Illustrierte herumlagen. (Ist der Begriff „Illustrierte“ den meisten heute noch geläufig?). Auch Privathaushalte konnten solche Lesemappen mieten, bestehend auch sechs oder sieben Illustrierten, die dann nach einer Woche wieder abgeholt wurden. Je älter diese Hefte waren und durch je mehr Hände sie schon gegangen waren, desto niedriger die Wochenmiete.
Wir hatten zu Hause auch eine Lesemappe, wohl weil die irgendwann mal vor oder nach der Währungsreform bestellt und nie abbestellt worden war. Aber der einzige, der sich wirklich für die Lesemappe interessierte, war ich.
Donnerstags kam die neue Lesemappe. Donnerstags nach der Schule hieß für mich: den ganzen Nachmittag diese sechs Wochen alten Illustrierten durchblättern. Einige, wie „Das grüne Blatt“ und die „Bunte“ waren völlig uninteressant, weil: spießig. Andere, wie „Neue Illustrierte“ und „Revue“ (später fusioniert), „Quick“ (mit Nick Knatterton und Loriot) und vor allem „Stern“ vermittelten eine gewisse Modernität in dieser unerträglich kleinkarierten Wirtschaftswunderrepublik. Die (meistens aus Frankreich kommenden) Filme und die Illustrierten galten als eine Flut der Unsittlichkeit, die über unser Vaterland hineinbrach.
Ich erzähle gern den Leuten, daß ich meine Bildung vor allem der Lesemappe zu verdanken habe. Und das ist gar nicht mal so weit hergeholt. Den Namen Sigmund Freud zum Beispiel las ich zum ersten Mal in einer Illustriertenserie, in der es um „die Frau das unbekannte Wesen“ ging.
Um Felder zu betreten, von denen der heimische Kirchturm nicht mehr zu sehen ist, war der 13-, 14- und 15jährige mit den Illustrierten nicht schlecht ausgerüstet. Ein anderer Wegweiser wäre das Kino gewesen. Aber da mußte man ja 18 sein, wenn man den unbekannten Wesen (also dem Wesentlichen) auf der Spur war. Keineswegs schädlich und bedenklich, sondern der seelischen Gesundheit dienlich waren für den 13-, 14- und 15jährigen die Fotos von den in Bikinis gekleideten Filmsternchen (richtig nackt kam ja erst später).
Die wertvollsten Teile des Bildungsfundus, den ich mir angeeignet habe, mußte ich gegen stupide und hysterische Widerstände von offiziellen oder selbsternannten Wächtern der Unlust und Unwissenheit erkämpfen – für mich und für andere. Das wertvollste Wissen sollte vor mir und vor anderen geheimgehalten werden. Ich bin einer der glücklichen Menschen, die „Aufklärung“ couragiertem Forschen verdanken und nicht peinlicher Drumherumreden, die mit einem verlegenen Räuspern beginnen, und ich erfuhr, daß das Geschlechtliche nicht viel mit Peinlichkeit, Ansteckung, Schuld und Schande und Sünde zu tun haben muß, sondern umso mehr mit Freude und Ästhetik zu tun haben kann. Darum auch meine tiefe Abneigung gegen Emanzen, die am liebsten alles wieder verbergen wollen, was wir freigelegt haben und alles mit Anschuldigungen zudecken wollen, was wir rehabilitiert haben.

Lesezirkel3Lesezirkel4Na ja. Life goes on. Mögen die Zeiten so sein, daß in diesem Satz Zuversicht zum Klingen kommt.

Gestern bei Aldi…

… ein paar Sekunden vor 8.
Kasse 1 hat schon geschlossen. Kasse 3 schließt auch. Keine Kasse mehr in Betrieb! Die Kassiererinen streiten: „Ich habe geschlossen.“ – „Nein, ich.“
Die von Kasse 3 lacht: „Kommen Sie mal zu mir.“
Das wollte ich sowieso. Weil sie so fantastisch aussieht!
Als dann alles übers Band ist und kassiert und Wechselgeld zurück, da sagt sie:
„Sie sehen aus wie der Weihnachtsmann.“
Gerade kennen wir uns, und sie weiß schon, wie man mir die Laune verderben kann. Es gibt Tage, Wochen, Epochen, da ist jedes überflüssige Wort überflüssig. Aber sie ist so schön, und das weiß sie. Das goldblonde Haar, die listigen Augen, das überlegene Lächeln. Sie ist schön. Und darum sage ich:
„Ich BIN der Weihnachtsmann.“
Und dann erzähle ich noch schnell, daß Kinder mich schon mal gefragt haben, ob ich der Weihnachtsmann bin, und ich habe denen „ja“ gesagt und sie aufgeklärt: Der Weihnachtsmann ist ein ganz normaler Arbeitnehmer, „und ich habe jetzt Urlaub.“
„Und was machen Sie beruflich?“
„Ich bin Schriftsteller.“
„Ahhh!“ ruft sie, als ob das was Besonderes wäre.
Es IST was Besonderes. Ich bestreite nur, daß es was Besonderes ist.
Und wenn sie mich gefragt hätte, worüber ich schreibe – was hätte ich sagen können?
„Ich erzähle von meinen Erlebnissen an Supermarktkassen.“

DAS hat sie mir gegeben

DAS hat sie mir gegeben

Ich: eine bekannte Persönlichkeit? War Ihnen das bekannt?

Vielleicht bin ich Ihnen immer schon irgendwie bekannt vorgekommen. Aber jetzt haben wir es schwarz auf weiß, beziehungsweise Wiki auf Pedia:
ProPro1Was unterschrieben?
Darum geht’s:

ProPro2Davon ist hier nicht zum ersten Mal die Rede, z.B. wurde dieses Buch
Hure_spielenempfohlen (man kann auch sagen: geradezu ans Herz gelegt): klick hier!
Auch wiederhole ich gern den Hinweis auf den Kommentar von Lina in DER METZGER Nr. 108.
Der genannte Appell wurde hier schon am 10. November 2013 dokumentiert und soll nicht einmal zu wenig verlinkt worden sein:
Gegen die Kriminalisierung der Sexualität, gegen den Amoklauf der Moral, gegen rechte Phrasen und das „Gesunde Volksempfinden“, gegen konservativen Pseudo-Feminismus, gegen Alice Schwarzer, gegen die Rückkehr in die 50er Jahre.

In der Schweiz (2)

Ich weiß nicht, ob das Geschehen und Geschehenlassen von den anderen Leuten auf dieser Terrasse registriert wird. Es kann ja wohl nicht sein, daß auf dieser belebten Terrasse, wo ständig Leute umherlaufen, kein Mensch mitkriegt, welche sinnliche Handlung hier geschieht. Vielleicht glauben die Leute, daß wir ein Liebespaar sind, und sie mögen sich denken, daß wir unser erregtes Spiel doch besser im stillen Kämmerlein miteinander treiben sollten statt hier vor aller Augen. Aber niemand reagiert, und niemand bleibt stehen.
Ich gehe zur dritten Phase über und beginne, ihr in den Po zu kneifen. Im Sekundenrhythmus kneife ich mal mit der linken, mal mit der rechten Hand mal in die linke, mal in die rechte Backe. Ich steigere mich schnell und gebe mir Mühe, sehr fest zu kneifen, damit es richtig wehtut. Sie zuckt zusammen und windet sich, schnappt nach Luft, unterdrückt Schreie, stöhnt leise, verzieht ihr Gesicht, beißt die Zähne zusammen, beißt sich auf die Unterlippe. Sie kommt gar nicht dazu, erstaunt zu sein, weil der Schmerz größer ist als das Erstaunen. Aber was sein muß muß sein. Sie muß das unbedingt kennenlernen. Das sieht sie wohl ein. Denn sie wehrt sich nicht. Wahrscheinlich denkt sie: „Bei jemandem, der erzählt, er hätte in Italien eine Wagenladung Geld gestohlen, muß man auch auf sowas gefaßt sein.“
Da sie eine Anfängerin auf diesem Gebiet ist, treibe ich es nicht zu weit und beende die zärtliche Malträtierung. Es soll genügen, wenn sie heute und morgen beim Hinsetzen an mich denken muß.
German_stamp-_Marlene_DietrichNun beginnt auf der Terrasse ein Abendprogramm (es ist aber noch hell). Auf dem Programm steht ein Auftritt von Marlene Dietrich. Ich rechne aus, daß wir uns demnach in den 70er Jahren befinden müssen. Marlene Dietrich kommt, singt ein paar Chansons, die ich noch nie gehört habe. Ich denke, ein Auftritt von Marlene Dietrich ist was ganz besonderes. Aber ich bin der einzige, der „Bravo!“ ruft und heftig applaudiert. Die anderen Anwesenden spenden nur leisen Höflichkeitsapplaus. Der Auftritt des Weltstars hat kaum mehr Eindruck auf die Leute gemacht als meine Darbietung mit der jungen Dame.
Die Unaufmerksamkeit und Gleichgültigkeit dieser uns umgebenden Öffentlichkeit würde es eigentlich gestatten, in eine neue Phase einzutreten, die den Erfahrungshorizont meiner Gespielin beträchtlich erweitern würde. Das Publikum könnte das zwar nicht mehr ignorieren, würde aber, wie ich es einschätze, nicht protestieren oder gar einschreiten. Ich möchte jetzt gern dem Mädchen das Bikinihöschen runterziehen und ihr ein paar Dutzend mal auf den Hintern klatschen, bis der rot ist. Eigentlich müßte ich das Höschen gar nicht runterziehen, denn das ist so knapp, daß die Rötung ihrer Hinterbacken zur Geltung kommen und reizvoll mit dem hellgrünen Stoff kontrastieren würde. Aber vielleicht wäre für eine solche Lektion in Sinnlichkeit ein intimer Rahmen wirklich besser.
IDSchweiz2Inzwischen hat sich herausgestellt, daß meine Lust-Kameradin des Nachmittags keineswegs eine Einzelreisende ist, sondern zu einer Gruppe gehört, zu der noch drei weitere Mädchen im selben Alter gehören. Ich sehe, wie die drei heftig auf sie einreden. Immer wieder werden Seitenblicke auf mich gerichtet, als wäre ich ein Unhold, auf den sie sich unschicklicherweise eingelassen hat. Danach kommt sie kleinlaut zu mir, sagt, daß sie jetzt mit ihrer Reisegruppe noch etwas vorhat, und verabschiedet sich.
Ich bin also entlassen und habe nun endlich Gelegenheit, mich um die Pappkartons zu kümmern.

Ende

In der Schweiz (1)

Wir haben mit unserem Lieferwagen in der Schweiz eine Herberge angesteuert, die auf einem Berg liegt, von wo aus man das Postkartenpanorama der Schweizer Alpen bewundern kann. Im Lieferwagen befinden sich zahlreiche große Pappkartons, prall gefüllt mit Geldscheinen, die wir am Vormittag in Italien gestohlen haben.
Der Wagen wird abgestellt, und wir wollen uns zur Ruhe begeben. Ich bin müde und erschöpft, aber die Kartons müssen noch ins Haus getragen werden. Als die Arbeit getan ist, bin ich noch müder und erschöpfter. Ich will nun meine Ruhe haben. Aber auf dem Weg vom Parkplatz zu dem Haus werde ich von einer jungen Dame angesprochen. Sie befindet sich wohl auf Wanderschaft und ist heute in dieser Herberge angekommen. Sie kennt hier niemanden und sucht jemanden zum quatschen. Und das bin ich. Nun gut, ich bin ein höflicher Mensch. Sie ist auch recht sympathisch. Sie ist höchstens 17, bestimmt noch Schülerin. Sie ist viel kleiner als ich und hat halblanges, herunterhängendes, rötlich-blondes Haar. Sie hat, bei aller Jugendlichkeit, recht ausladende Formen und wirkt ein wenig pummelig. Da sie in diesem regen Treiben und Kommen und Gehen nicht unter all den Menschen allein sein will, weicht sie nicht von meiner Seite. Sie stellt mir ein paar Fragen, wer ich bin und woher ich komme und was ich mache usw., und ich bemühe mich, trotz aller Müdigkeit, nicht allzu wortkarg zu sein.
IDSchweiz1Den Rest des Nachmittags verbringen wir auf der großen Terrasse unter Sonnenschirmen. Wegen der Hitze ist sie nur noch sehr spärlich bekleidet. Sie trägt einen hellgrünes T-Shirt und ein hellgrünes Bikinihöschen. Ich habe einen Liegestuhl gefunden, auf dem ich mich bequem ausstrecken kann. Das Sprechen fällt mir schwer. Ich bin so müde, daß ich mich kaum konzentrieren kann, aber ich versuche, ihrer Rede aufmerksam zu folgen. Ich muß auch ab und zu etwas sagen, aber am Ende jedes Satzes weiß ich kaum noch, wie ich ihn begonnen habe. Ich erzähle ihr, daß ich am Vormittag in Italien gemeinsam mit ein paar Freunden einen Riesenbetrag Geld gestohlen habe. Damit riskiere ich nichts, denn sie glaubt das sowieso nicht.
Irgendwann sitzt sie rittlings auf meinen Knien. Dann liegt sie auf mir, Bauch auf Bauch, Brust auf Brust, Gesicht auf Gesicht. Wir lächeln uns an. Ich umarme sie, streichle ihr Haar, dann ihren Rücken, und nach kurzer Zeit sind meine Hände auf ihrem Po angelangt. Ich streichle zärtlich ihren Po und lasse mir damit viel Zeit. Während wir unser Gespräch fortsetzen, das so verläuft, wie es unter Menschen, die sich gerade kennenlernen, üblich ist, nehme ich meine Hände nicht von ihrem Po. So viel Unumwundenheit überrascht sie, damit hat sie nun ganz und gar nicht gerechnet. Aber es scheint ihr zu gefallen. Sie strahlt mich an. Wegen der Räuberpistole, die ich ihr von mir erzählt habe, billigt sie mir ein gewisses Maß an Vagantenfreiheit zu. Außerdem ist sie viel jünger als ich und unerfahren und mag vielleicht nur darüber verwundert sein, was es alles gibt… Sie sagt nicht etwa „Was machst du da?“ oder „Bist du verrückt?“. Während ich ihren Po streichle, erzählt sie mir dieses & jenes.
Irgendwann sagt sie mal: „Ich will was zu Trinken holen. Soll ich dir was mitbringen?“ Sie erhebt sich, befreit sich von meinem Zugreifen. Aber als sie mit zwei kleinen Flaschen Coca Cola zurückkommt, begibt sie sich wieder in dieselbe Lage wie vorhin. Meine Coca-Cola-Flasche lasse ich auf dem Tisch stehen. Auch sie findet es unbequem, in ihrer Lage eine Flasche zu halten, und stellt sie auch ab.
Als schicklich genug Zeit vergangen ist, vielleicht eine Stunde, fahre ich mit beiden Händen unter ihr Bikinihöschen, um ihren nackten Po zu befühlen. Darüber wundert sie sich schon gar nicht mehr.
Zuerst streichle ich, dann beginne ich, ihren Hintern zu kneten und zu massieren. Sie hat wirklich einen festen, strammen Hintern!
Die Festigkeit meines Zugriffs steigert sich. Sie sagt nun nichts mehr. Sie hat die Augen geschlossen und atmet tief. Aus ihrem Gesicht ist die Aufmerksamheit zu lesen für das, was ich mit ihr mache. Als die Festigkeit meines Zugreifens anfängt, ihr wehzutun, ist ein Zucken in ihrem Gesicht zu sehen, aber sie lächelt vor sich hin.

Fortsetzung folgt

Ich entferne mich unauffällig

Ich finde mich im Café Ernst auf der Königstraße. Sonst, wenn ich da bin, bevorzuge ich einen Tisch im hinteren Bereich, aber heute sitze ich an einem Tischchen ganz nah am Eingang. Vor mir auf dem Tisch eine Tasse mit Kaffee darin und ein Teller mit einem Stück Kuchen darauf. Es handelt sich um ein Stück Obstkuchen. Kirschen, Stachelbeeren, Ananas, bedeckt mit Schlagsahne. Ich kann mich nicht erinnern, das bestellt zu haben. Kaffee ja. Aber Obstkuchen? Das bestelle ich doch nie. Wieso steht das vor mir auf dem Tisch? Nun gut. Ich habe den Kuchen verzehrt und den Kaffee ausgetrunken und gehe.
Ich beeile mich, zur Straßenbahnhaltstelle zu kommen. Schnell bin ich unter den Leuten, die hier geschäftig herumeilen. Es ist kühl und regnerisch. Es ist ein trüber Nachmittag. Ich steige in die nächste Straßenbahn ein. Die Straßenbahn ist überfüllt, aber ich bekomme einen Sitzplatz. Wenn jetzt einer käme, um die Fahrscheine zu kontrollieren, wäre die Ungemütlichkeit der Situation vollkommen.
Durch das Fenster kann man nichts sehen. Die Scheibe ist beschlagen. Ein trübes, helles Grau verbirgt die trübe, graue Stadt. Einige Tropfen rinnen an dem Glas entlang.
Ich befinde mich in der Straßenbahnlinie 9, die in den Duisburger Süden fährt. An der Haltestelle „Im Schlenk“ steige ich aus. Bald habe ich die Geschäftigkeit der Stadt hinter mir gelassen. Ich gehe die Fasanenstraße entlang, eine Allee mit kleinen Häusern und großen Gärten. Hier ist es auch an trüben Tagen anheimelnd.
Ich will meine Freundin besuchen. Sie ist gar nicht mehr meine Freundin. Sie wollte von mir nichts mehr wissen, von einem Tag auf den anderen. Aber ich sehne mich nach ihr. Ich sehne mich so sehr! Wenn auch andere Frauen in meinem Leben ihr gefolgt sind, hat die Sehnsucht nie nachgelassen. An manchen Tagen, an Tagen wie heute, ist die Sehnsucht unerträglich.
Ich will wenigstens mit ihr sprechen, sie sehen, ihre Stimme hören, ihre schöne Stimme.
Ich betrete das Haus, in dem sie immer noch wohnt. Ein Reihenhaus. Ihr Zimmer ist in der oberen Etage. Ich steige die steile Treppe hinauf und stehe vor ihrer Tür.
Schon oft bin ich hier gewesen, habe vor dieser Tür gestanden, die in die Kammer unserer Verschworenheit und unserer einstigen hemmungslosen Lust führt. Doch immer war die Tür abgeschlossen. Wenn ich die Türklinke nach unten drückte, war es vorbei.
Doch diesmal öffnet sich die Tür, und ich trete ein.
Meine Freundin, so habe ich gehört, ist krank. Nichts Ernstes, nur ein bißchen erkältet. Aber sie hat ein paar Tage lang „das Bett gehütet“. Also ist es ein Krankenbesuch.
Das Zimmer ist voller Menschen! Lauter Männer! Lauter Verehrer! Und meine Freundin, wie Penelope belagert von Freiern, liegt in ihrem Bett und genießt die pluralisierte Aufmerksamkeit. Mein Kommen wird kaum bemerkt. Außer „Ach, hallo!“ sagt sie nichts zu mir. Zu sehr ist sie von der Schar der Verehrer in Anspruch genommen.
Draußen Kälte und hier drinnen viele Menschen – so ist auch hier das Fenster beschlagen. Ein trübes, helles Grau. Das ganze Zimmer ist voll mit Zigarettenrauch.
Ich würde die Gesprächsfetzen, die ich mitkriege, gern überhören. Die Belanglosigkeit der Gespräche, die anscheinend mehr gelten als die Sensation meines Kommens, betrübt mich. Leise verlasse ich das Zimmer und das Haus.
Ich fahre mit der Straßenbahn zurück in die Innenstadt, zur Königstraße. Im Café Ernst steht ja noch ein Kuchenteller und eine Kaffeetasse auf dem Tisch, und ich muß ja noch den Kaffee bezahlen und den Kuchen, den ich nicht bestellt hatte.
Aber als ich das Café betrete, ist der Tisch schon abgeräumt. Ganz andere Leute sind jetzt hier. Ich entferne mich unauffällig.

Für eine glücklichere Zukunft!

Sie hat mir manchmal Notizen geschickt wie diese hier:

„Extra für Dich
Kurz vor Ladenschluß.
Ich möchte unbedingt was vor seinem Laden machen. Etwas, weas er so schnell nicht vergißt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Mit einem großen Transparent. – Gegen Hakenkreuze. So etwas. Gegen deutsche Suppenschüsseln, ha!
!!! Erregung öffentlichen Ärgernisses !!! !!! Vor allen Leuten !!!
Schamlos. Unübersehbar. Vielleicht mit einer Gerte oder einem Lederremen. Was Nacktes. WEas Nacktes vor seinem Laden. Meine Bühne ist die Straße. DO IT ON THE ROAD.
Es geht also los. Als ich mich kurz umdrehe, sehe ich ihn am Fenster stehen. Ich installiere seelenruhig die Leiter und fange schon mal mit dem Ausziehen an. Mit dem Rücken zu ihm. Aber er guckt immer noch und faßt es nicht. „Was macht die denn jetzt???“ Endlich begreift er, was sich da abspielt.
Während ich also mit dem Ausziehen beschäftigt bin – ein paar Leute bleben schon stehen – kommt er wie ein Pfeil rausgerannt. Ich schüttel seine Hände ab: „Laß mich doch!“ Dann nimmt er mich kurzentschlossen auf den Arm und trägt mich schnell über die Straße. So, schnell rein da, Tür zu. Abschließen, „damit se nich abhaut.“
„Also, was denkst du dir eigentlich?“
Er rennt auf und ab, es ist herrlich zuzuhören. Es macht mir immer mehr Spaß.
„Na warte.“ ——-………—–…..———-…….?—-!!!§“!“——…………?……………..
Danach kann ich nicht mehr sitzen. Deinen Tisch habe ich nämlich abgebaut. Extra für Dich.

Abgesehen von einigen Eskapaden wie vorstehender, verstecke ich meine Figur lieber unter Kleidern und LILA LATZHOSEN. Ich möchte nämlich nicht von jedem Wichser „angemacht“ werden.
Wer meinen Arsch zu sehen verdient – das entscheide immer noch ich. Der gehört nämlich mir, mein Kleiner.
Freundliche Grüße an Lina Gannofs… mein Gott, WIE heißt die?
Du weißt doch, daß ich schwer erziehbar bin.“

In ungeduldigem Klang gehaltene Entwürfe füllten oft die Blätter, die sie mir mit der Post zuschickte. Der Rekurs auf körperliche Züchtigung in erotischem Kontext ist bei ihr nicht selten (siehe hier und siehe da), und unvermeidlich ist ihre Weigerung, den Namen ihrer Lieblingsrivalin jemals korrekt hinzuschreiben.

Die Geschichte ist realer als man zunächst glauben mag. Ich traue Erika eine solche Aktion durchaus zu: daß sie sich auf der Straße auszieht und sich aller Welt nackt zeigt, um so gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit in der Welt und deutsche Suppenschüsseligkeit zu protestieren. In der Einschätzung der subversiven Kraft sexueller Intervention weiß sie sich mit mir einig („Besser kann man‘s nicht ausdrücken“).
Darum fand ich die Geschichte gar nicht so gut. Das habe ich ihr auch gesagt, als sie mich anrief:
„Der Mann in der Geschichte, damit kann ich ja wohl nicht gemeint sein. Ich würde doch nicht einschreiten, wenn du, im Einklang mit unserer gemeinsamen Kunstauffassung, aus Protest gegen Spießertum und Untertanengeist dich öffentlich entblößt. Ich würde doch in Wirklichkeit eine solche Kunst-Aktion unterstützen.“
„Na, da bin ich mir nicht so sicher“, sagte sie. Ich hätte ahnen können, daß sie noch was vorhat.

Erika besuchte mich manchmal im Geschäft. Die Zeit von eins bis drei war uns am liebsten, weil durch Umdrehen des Türschlosses der Publikumsverkehr ferngehalten wurde.
„Schau her!“ sagte sie. „Mein Hintern ist doch nicht schlechter als der von der Glabowski!“ Und dann sagte sie plötzlich: „Ich stell mich jetzt nackt ins Schaufenster.“

"Ich stell micht jetzt nackt ins Schaufenster!"

„Ich stell micht jetzt nackt ins Schaufenster!“

Ich hechtete ihr hinterher und hielt sie im letzten Moment zurück. Sie wehrte sich heftig. Sie wollte unbedingt im Evaskostüm im Schaufenster stehen, und ich wollte das unbedingt verhindern.

„Laß mich los!“ rief sie wütend. Denn: Wer ihren Arsch sehen soll, das will allein sie entscheiden.

Wir haben uns dann vorgenommen, doch noch ein Happening aus Unfug, Unzucht und Umsturz zu veranstalten, allerdings an einem Ort, den wir beide nach getaner Tat verlassen konnten.
Nämlich im Bonner Hofgarten.

Ist was?

Ist was?

Die Hofgartenwiese, der historische Ort, wo einst gegen Krieg und für Abrüstung demonstriert wurde, erschien uns sehr geeignet für eine Manifestation der Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft. Eine einzelne Bank stand mitten auf der Wiese. Auf ihr hatten wir uns niedergelassen. Hier, am Schnittpunkt der Diagonalen, sichtbar von allen Seiten, sichtbar für zahllose Parkbesucher, legte Erika sich quer über meinen Schoß und empfing von mir energiereiche Schläge auf den Hintern.

Auaa! (Täter unkenntlich gemacht).

Auaa!
(Täter unkenntlich gemacht).

Nicht alle können in dem Moment in eine andere Richtung gesehen haben. Nicht alle können den Rhythmus der Applikationen und die Melodie der Äußerungen meiner Mitstreiterin überhört haben. Vielleicht hat ein Kind auf dem Spielplatz nebenan gefragt: „Mama, was macht der Mann da mit der Frau?“
Wir sind dann auch schnell abgehauen.

Na? War was? (Jetzt aber nix wie weg).

Na? War was?
(Jetzt aber nix wie weg).

..

Über Gott (live)

Einige Passagen meiner Lesung in der Zeche Carl in Essen am 31. August wurden gefilmt. Heute zeige ich Euch: „Den lieben Gott gibt es. Aber gibt es ihn auch wirklich?“ (aus „Wir bleiben im Bahnhof“).

Ton- und Bildaufzeichnung: Hafenstaedter.
Fortsetzung folgt.

Ist die Einfalt wirklich hold?

„Holde Einfalt – stille Größe“ (siehe vorgestern) ist ein „Geflügeltes Wort“. Darunter versteht man Zitate, die sprichworthaft in den Sprachschatz eingingen, sozusagen „flügge wurden“. Meist in der Ursprung nicht mehr bewußt, und oft weichen sie vom ursprünglichen Wortlaut ab.
So auch hier. „Holde Einfalt – stille Größe“, das ist nicht von Goethe, wie oft angenommen wird, sondern von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Und der meinte: „Edle Einfalt – stille Größe“.
Fällt es Ihnen auch nicht leicht, Einfalt als „hold“ oder „edel“ sich vorzustellen? Allzu oft ist geistige Geringentwicklung mit unholden und unedlen Zügen verknüpft.
Winckelmann bezog die große Einfalt beziehungsweise einfältige Größe auf die antike Kunst Griechenlands, die er als nachahmenswertes Beispiel der von ihm wenig geliebten Üppigkeit des Rokoko entgegenstellte:
„Das allgemeine vorzügliche Kennzeichen der griechischen Meisterstücke ist endlich eine edle Einfalt, und eine stille Größe, sowohl in der Stellung als im Ausdrucke. So wie die Tiefe des Meers allezeit ruhig bleibt, die Oberfläche mag noch so wüten, ebenso zeiget der Ausdruck in den Figuren der Griechen bei allen Leidenschaften eine große und gesetzte Seele.“
Jaja, das Land der Griechen mit der Seele suchen undsoweiter. Die Götter, Göttinnen und Heroen im Olymp werden im 18. Jahrhundert gedacht haben: „Für die deutschen Idealisten sind wir das, was deren zu sich einfällt.“
Doch genug gespottet über die Weimarer Klassik, die ja auch Fortschritt in Bewegung setzte, das will ich hier nicht vergessen.
Winckelmann gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und der wissenschaftlichen Kunstgeschichte. Eine seiner elementaren Thesen jedoch wurde von der Nachwelt erschüttert. Er hatte darauf abgehoben, daß die antike Architektur und Bildhauerei fast ausschließlich Werke in Weiß hinterlassen hat. Dies wertete er als Charakteristikum antiker Idealität. Die neuere Wissenschaft geht davon aus und kann auch belegen, daß Gebäude und Skulpturen der Alten Griechen durchaus oftmals bemalt waren und daß die Farben die Jahrhunderte nur nicht überdauerten.
GodardsPoseidonDiese scheinbar gealterte Poseidon-Statue entstand in Cinecitta für den Film „Le Mépris“ von Jeanluc Godard, Italien/Frankreich 1963.
kallipygosIch frage mich: Wie könnte die wunderschöne Statue der Aphrodite Kallipygos (die gar nicht so einfältig, sondern recht durchtrieben sich ihres Liebreizes erfreut und alle Menschen guten Willens daran teilhaben läßt) ursprünglich gefärbt gewesen sein?
kallipygos-lilacSo vielleicht?
kallipygos-gruenOder so?

Gestern kam Fourier

Gestriges Ereignis im Wareneingang der verdienstvollen Buchhandlung Weltbühne: Dieses Buch:

Marvin Chlada, Andreas Gwisdalla: Charles Fourier. Eine Einführung in sein Denken. Alibri-Verlag 2014. 136 S. 10 Euro.

ChladaFourierDer Verlag hat das Wort:
Fourier hat als Frühsozialist nicht nur in der Geschichte des utopischen Denkens seinen Platz. Er bot auch im 20. Jahrhundert zahlreiche Anknüpfungspunkte für emanzipatorische Entwicklungen. Die beiden Autoren führen in die unterschiedlichen Aspekte von Fouriers Denken ein, erläutern die zentralen Begriffe und die zugrunde liegenden politischen und philosophischen Fragestellungen. Sie arbeiten nicht nur Fouriers Aktualität heraus, sondern auch seine zahlreichen Fehleinschätzungen und fragwürdigen Ansätze.
Aus dem Inhalt: Charles Fourier und der Fourierismus; Systemische Grundlagen; Die einfältige Zivilisation; Die Geschichtsphilosophie; Die leidenschaftliche Anziehung; Die Harmonie; Sozietäre Theorie und Praxis; Zur Aktualität des Charles Fourier.

Und das stand im METZGER:
Im Gegensatz zu den„schmutzigen Orgien“ in der Zivilisation, die Fourier verachtet, gibt es bei den „ehrbaren Orgien“ in der Harmonie keine Libertinage oder Ausschweifungen mehr. An die Stelle der „Schamlosigkeit“ treten die „sentimentalen Beziehungen“ unter den Beteiligten. Orgien finden nicht mehr im Verborgenen statt. Sie sind eine öffentliche Angelegenheit. Vorbereitet und organisiert werden sie bei den regelmäßigen Sitzungen des Liebeshofs vom „Ministerium der Feen“ und einer Hohepriesterin. O-Ton Fourier: „Wir sollten einen Zipfel des Vorhangs lüften und klarmachen, dass die Aufgaben des Ministeriums im Liebeshof für die Freuden der Jugend von allerhöchster Bedeutung sind. (…) Die gewöhnlichen Beziehungen des Liebeshofs geben Gelegenheit, sich gegenseitig zu erforschen, um die Ehen nach der sympathischen Stufenleiter zu schließen. Dabei ergeben sich glänzende Orgien, die reizvolle Illusionen, kostbare und dauerhafte Erinnerungen bieten.“ Je nach Erfolg und anhaltender Liebe kann eine solche Orgie wochenlang fortgesetzt werden. Für Essen und Getränke ist ausreichend gesorgt.
(aus: Marvin Chlada: Objekte der Begierde. Über die Museumsorgie in Fouriers neuer Welt der Liebe. DER METZGER Nr. 110).

„Fourier ist der Vater des Begriffs Feminismus. Er beschäftigte sich intensiv mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau. In seinem Werk Aus der Neuen Liebeswelt schrieb er, ‚Die Harmonie entsteht nicht, wenn wir die Dummheit begehen, die Frauen auf Küche und Kochtopf zu beschränken. Die Natur hat beide Geschlechter gleichermaßen mit der Fähigkeit zu Wissenschaft und Kunst ausgestattet.’“
Wikipedia

„Fourier ist nicht nur Kritiker, seine ewig heitre Natur macht ihn zum Satiriker, und zwar zu einem der größten Satiriker aller Zeiten.“
Friedrich Engels

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Buchempfehlung wegen gestern

Meiner gestrigen medienkritischen Busen-Betrachtung füge ich eine Buch-Empfehlung hinzu:

chlada-AL019XFgMarvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. 12 Euro
Der Verlag hat das Wort:
„Bereits zu biblischen Zeiten hat ein voller weiblicher Busen für reichlich Aufsehen und erregte Gemüter gesorgt. Doch nie haben Brüste mehr Stoff für pralle Debatten geliefert als im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit. In seiner ‚Dialektik des Dekolletés‘ wirft Marvin Chlada einen Blick auf die Geschichte der Brust und ihre Instrumentalisierung zwischen Glaube, Kommerz und Utopie. Ausgehend von der ‚Busen-Attacke‘ auf Adorno im April 1969 sichtet er die Fülle an Material, die der Kult um die Oberweite bis heute hervorgebracht hat.“

Das Buch gibt es nur in der Buchhandlung Weltbühne, auch im portofreien Versand.
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P.S.: Gucken Sie mal genau hin, welches Bild die Frau auf dem Cover da an ihre Brust drückt!

Der Busen in der Leistungsgesellschaft

„Und wenn aufgeblasne Herren
dir galant den Weg versperren,
ihre Blicke unter Lallen
nur in deinen Ausschnitt fallen,

Sage nein!“
Konstantin Wecker

Bild140916Wer hat – den Schönsten?
Was soll die Frage? Wird ein Preis verliehen?
„TV-Busen“!
Die Assoziation, die sich mir aufdrängt, ist mir nicht sympathisch: „Brust-Korrektur“, „Implantat“. Der Busen, so wie der Liebegott (oder wer auch immer) ihn wachsen ließ, ist nicht in Ordnung. Es bedarf einer „Korrektur“.
Wir haben mit Fleiß und Phantasie, mit Courage, mit List und auch mit Tücke in der Sexualität das Schuld-Prinzip durch das Lust-Prinzip zu ersetzen versucht. Es scheint uns nicht ganz gelungen zu sein, denn statt des Lust-Prinzips ist das Leistungs-Prinzip an seine Stelle getreten. Auch unter dem Leistungs-Prinzip gibt es Schuldige.
Die Körper-Optimierung läßt an Gesundheit, Wohlgefühl, Schönheit und Erotik nicht mehr denken, sondern an Fitness. „Fit“ (englisch) heißt so viel wie „geeignet“, „brauchbar“, „verwertbar“.
Was sind das für Zeiten, in denen das Objekt des Begehrens nicht auch selbstverständlich das Objekt des Verehrens ist und das Objekt der Betrachtung nicht auch das Objekt des Respekts!
Eine Galerie von sechs anonymen Dekolletés, Brüste werden zu Titten. Busen ohne Gesicht, die Frau wird ausgeblendet, das verklemmte Publikum darf bewerten.

Es hat mir nie etwas ausgemacht, ja, ich habe es mit Stolz hingenommen, wenn mir der Titel „Pornograph“ verliehen wurde. Aber ich habe auch nie einen Zweifel daran gelassen, daß die Frau immer auch mehr ist als nur ein Sexobjekt! Es war mir stets mehr als ein Anliegen, für die Nacktheit der Frau, für die Stimulation, für die Darstellung sexueller Reize öffentlichen Raum zu verlangen. Aber nicht, damit sowas dabei herauskommt.

Wieder, immer wieder!

Wieder sah ich ein Baugerüst stehen.

BaugeruestUnd wie immer, wenn ich ein Baugerüst stehen sehe, mußte ich an SIE denken!

Manchmal, wirklich nur manchmal, vermisse ich sie doch noch ein ganz kleines bißchen.
Ja!

Wie das kommt, daß ein Baugerüst, ausgerechnet ein Baugerüst mich an SIE erinnert
und mich sehnsuchtsvoll an ihren so ganz besonders betörenden Körperteil denken läßt, das …

… das erzähle ich Ihnen vielleicht ein anderes Mal.

Oder fragen Sie sie doch selbst!

1914 in der Literatur (2)

Zum hundertsten Jahrestag des Kriegsausbruchs von 1914 hat der Aufbau-Verlag drei Klassiker der Anti-Kriegs-Literatur als Sonderausgaben vorgelegt:
KischRennZweigEgon Erwin Kisch: Schreib das auf, Kisch! Ein Kriegstagebuch. 320 S. Gebundene Ausgabe
Die Geburtsstunde des „Rasenden Reporters“: „Jeden Tag stenographiere ich meine Lebensweise und meine Gedanken, die Lebensweise und Gedanken von Hunderttausenden … Die Kameraden spotten: ‚Schreib das auf, Kisch!‘ Der Satz wird zur ständigen Redensart … Kisch schreibt auf, wenn der letzte Hosenknopf abreißt, wenn das einzige Stück Seife in den Brunnen fällt, wenn Blut in den Essnapf spritzt. Manches schreibe ich auf, was ich als Journalist nicht gewusst hätte. Manches hätte ich als Journalist auch dann nicht geschrieben, wenn ich es gewusst hätte, denn es wäre mir zu belanglos erschienen. Manches schreibe ich auf, was ich als Journalist nicht hätte schreiben dürfen, die Zeitung nicht gedruckt hätte. Mein Tagebuch weiß und darf. Welch ein Unterschied zwischen … einem Tag, den die Zeitung spiegelt, und einem Tag, im Schützengraben überlebt.“ Egon Erwin Kisch.
Von einem unbezwinglichen Drang des Beobachtens und Berichtens getrieben, geleitet von einem unvergleichlichen Gespür für die skurrilen wie die entlarvenden Momente im Kriegsalltag, schrieb Egon Erwin Kisch seine Erlebnisse als Soldat 1914/15 unmittelbar an der Front nieder, im Feldlager, im Schützengraben. Dieses unverhüllte, direkt dem Leben entnommene Bild des Krieges ist nicht zuletzt ein beeindruckendes Stück Literatur.
„Das Tagebuch eines bedeutenden Schriftstellers.“ Hans Mayer.
Mit dem Bericht „Ein Reporter wird Soldat“.

Ludwig Renn: Krieg. 352 S. Gebundene Ausgabe.
Unter dem Namen Ludwig Renn veröffentlichte der frühere kaiserliche Offizier Arnold Vieth von Golßenau das Buch „Krieg“, das Weltruhm erlangte: Ein einfacher Soldat wird am Tag der Mobilmachung Gefreiter und noch im August 1914 an die Westfront kommandiert. Er führt beflissen Befehle aus, bis er zu ahnen beginnt, dass das Grauen nicht nur ohne höheren, sondern völlig ohne Sinn ist.
„Die Bücher von Remarque und Ludwig Renn bieten qualitativ keine Unterschiede; beide wuchsen aus Anschauung und Erlebnis, beide hat die Erinnerung in langen Jahren geformt. Sie sind ganz und gar das feierliche Verdikt, das dem Krieg die Ehre aberkennt und ihn vor versammelter Menschheit degradiert.“ Carl von Ossietzky.

Arnold Zweig: Junge Frau von 1914. Roman. 432 S. Gebundene Ausgabe.
In der Liebe und im Krieg. In diesem Roman einer Liebe im Ersten Weltkrieg steht das Schicksal der jungen Lenore Wahl im Mittelpunkt, womit Zweig auf das Unverständnis seiner Zeitgenossen stieß: Man empfand dies als befremdlich privat, wo doch die Männer an der Front gekämpft und ihr Leben riskiert hatten. Der Autor aber wusste, dass der Krieg bis in die Heimat vordringt und nicht zuletzt dort seine Opfer fordert. Zudem legte er mit diesem Werk ein aufsehenerregendes Bekenntnis zur weiblichen Selbstbestimmung vor, das seiner Zeit weit voraus war.
„Der Krieg zwingt die Helden Zweigs, leidenschaftlicher zu lieben, tiefer zu hassen, schneller zu lernen, mehr zu leiden, intensiver zu leben. Er beschleunigt ihre Entwicklung und ihren Untergang, er steigert ihren Ehrgeiz und ihr Machtbedürfnis, ihren Wissensdurst und ihre Resignation, ihr Mitleid, ihren Neid und ihre Sehnsucht nach Glück. Der Krieg macht sie klüger, härter und grausamer, er ist eine große Anstandsprobe, eine moralische Prüfung. Zweig … berückt das Leben, er beobachtet, liebt und genießt es. Seine epische Welt ist diesseitig und rational, taghell und übersichtlich.“ Marcel Reich-Ranicki.

Die Bücher sind je zum Preis von 15 Euro erhältlich. Sie werden auf unserem Büchertisch, dem antimilitaristischen Buch-Basar beim Ostermarsch liegen. Sie können in der Buchhandlung Weltbühne – auch im Versand – bestellt werden.
Wir würden uns freuen, wenn Sie der Buchhandlung helfen, deren vornehmes Anliegen ist, den Krieg zu ächten, den Krieg zu verdammen!

Was ist ein 68er?

Wat is en 68er? Ich bin kein 68er. Wenn Sie mich so nennen wollen, tun Sie’s. Wenn Sie das anerkennend meinen: gut. Wenn Sie das abwertend meinen: auch gut. Ich bezeichne mich nicht so. Ich kenne 68er. Mir sind viele über den Weg gelaufen, aber ich habe immer das Gefühl, denen über den Weg gelaufen zu sein.
Was ist ein richtiger 68er? Das ist einer, der mir im Februar 1968 gesagt hat: „Mensch, geh mir doch weg mit deinem Vietnam! Dat will doch keiner hören. Du bist ein unverbesserlicher Idealist! Bleib mir vom Leib mit Politik. Politik ist was für Proleten.“ – um mir dann im April 1968 zu attestieren, daß ich vom Widerstand des vietnamesischen Volkes gegen den US-Imperialismus nichts begriffen hätte, ich sei ein unverbesserlicher Pazifist, dem für die Strategie des antiautoritären Lagers gegen die Repression durch das Establishment vollends der Durchblick fehlt. Im Januar 1969 zeigte der richtige 68er mir einen Vogel, als er mich beim Lesen einer maoistischen Zeitung antraf, und im März 1969 erklärte er mir, daß ich, als typischer Kleinbürger, eine antiautoritaristische Macke hätte, aus mir würde nie ein anständiger Marxist-Leninist, weil mir für die proletarische Strategie vollends der Durchblick fehlt.
1971 erklärte mir der richtige 68er, daß ein unverbesserlicher 68er bin, der nur Politik im Kopf hat, anstatt im inneren Raum nach dem inneren Licht zu suchen. Für die psychedelische Katharsis fehlte mir einfach der Durchblick. 1973 erklärte mir der richtige 68er, daß ich ein unverbesserlicher Hippie und ständig bekifft bin. 1976 riet er mir, Dieter Duhm und das Neue Lote Folum zu lesen, ich sei nämlich 30 Jahre zurück. In den letzten Jahren habe ich vom richtigen 68er immer öfter gehört, daß Widerstand und Opposition Kinderkram ist, mit dem man nichts bewirkt.
Der richtige 68er hat mir attestiert, daß ich Reformist, Anarchist, Revisionist, unpolitisch, politisch, Dogmatiker, Abweichler, Sexist, Mitläufer, Außenseiter, Individualist, Stalinist und Pornograf bin, und zwar alles „unverbesserlich“. Der richtige 68er war immer schon „weiter“. Aber dahin wollte ich nie.

Wie kommt denn dieser Text hierher? Geschrieben habe ich ihn am 25. Februar 2001.
Das ist nämlich so: Mit Windows xp ist Schluß. Jetzt kommt Windows 7. Also muß ich unzählige Uralt-Text-Dateien, die noch in Uralt-Formaten gespeichert sind (TXT, sdw) hervorkramen und in einem neuen Format speichern, damit sie in Windows 7 überhaupt noch sichtbar gemacht werden können. Da tauchen im Keller die längst vergessenen Fragmente und Entwürfe auf, so auch dieses Dokument einer allgemeinen Verärgerung, das immerhin zwar zu Ende geschrieben, aber dann doch liegengelassen wurde – wohl für nicht gut genug gehalten. Naja, zum Besten, was ich geschrieben habe, gehört das ja auch nicht.
Ich zitiere es als Dokument meines beharrlichen Bemühens, dem Klischee von „68“ entgegenzuwirken. Das ist mir besser gelungen in dem Aufsatz „Es gibt keine 68er-Bewegung“, abgedruckt im Katalog der Ausstellung zur Jugendkultur des Kultur- und stadthistorischen Museums. Denn die Ziffer „68“ ist ein feindseliges Gerücht, weil damit eine Epoche zur Saison verkleinert wird. Wer sich selbst als „68er“ bezeichnet, ist keiner.
Die Verdikte Reformist, Anarchist, Revisionist, … Stalinist“ et cetera pepé (er)trage ich gelassen, vermisse es aber sehr, daß ich immer noch nicht als Trotzkist entlarvt worden bin. Besonders gefällt mir „Pornograf“.

Ich kann Ihnen übrigens versichern, daß es sich bei dem zitierten „echten 68er“ tatsächlich immer um ein- und dieselbe Person handelt – der einmal einem über mich erzählte, ich würde ja ständig meine Meinung ändern.

Barbara-1„Was haben Sie 1968 gemacht?“
Barbara-2
Wir haben uns die Freiheit genommen.
Barbara-HFP(Bild aus „Nummer 4“, Hut-Film).