SoS (21-28)

Was sind schon 30 Jahre Lindenstraße gegen 40 Jahre Switch on Summer?
SoS021Links im Bild: Thomas Radetzky als Leutnant von Trotta.
Rechts im Bild: ich.
An der Wand: Ein Poster von Allen Ginsberg.
Da zwischen, unten am Bildrand, kaum zu sehen: Ein Porträt von Werner Höfer. Spätestens dadurch ist der Törn hergestellt.

SoS022SoS023SoS024Rechts im Bild: Wolfgang Strähler als Horst Mahler. Zugleich bemüht er sich wieder mal darum, seinen Rang als schlechtester Schauspieler der Geschichte zu behaupten.
Links im Bild: Hansjürgen Bott als er selbst.

SoS025Dieses zeit-dokumentierende Film-Werk aus den 70er Jahren zeigt auch, daß seinerzeit der Trend zu Nahtlosbraun noch nicht zwingend war. Die beim Enthüllen der vom Bikini bedeckten Stellen sichtbar werdende virgine Blässe (Busen, Popo und die nähere Umgebung des damals noch geschätzten Gebüschs) wurde als charmante Akzentuierung weiblicher Schönheit gern gesehen. (Es gibt natürlich noch viel mehr charmante Akzentuierungen weiblicher Schönheit).

SoS026Zwischentitel.

SoS027In loser Folge werden in diesen Wochen 100 Stills aus dem epochalen Underground-Film gezeigt.
Mehr über den Film und seine Geschichte demnächst in diesem Kino.

SoS028..

Wir schenken uns doch wat

Ich weiß, ich weiß! Wir schenken uns doch wat.
Und wenn schon, warum nicht auch denn schon?
Sie wollen, daß nicht nur das letzte, sondern auch das vorvorletzte Buch von mir unter die Leute kommt?
hl-werb-kannibalen-webHelmut Loeven: Die Vegetarier von heute sind die Kannibalen von morgen. Das philosophische Kabarett. 177 Glossen (Sie können Gedanken lesen). Situationspresse 2003. 192 S. ISBN 3-935673-20-5. 10 Euro.

Sie wollten immer schon eine Emanze frühstücken? Gar nicht nötig. Das wirkt noch besser:
chlada-AL019XFgMarvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. 12 Euro

Mit „Falsch abgebogen“ sind Sie in der richtigen Richtung:
abgebogen2Falsch abgebogen (The Best of Pelikan – The Rest of Pelikan. Doppel-CD). 17,50 Euro.

Sie sagen es (auch wenn ich es nicht hören soll): „Der empfiehlt jetzt bestimmt wieder ein Buch von der Autorin. Gestern sagte er: ihr bestes Buch. Heute sagt er bestimmt: eins ist besser als das andere.“
LuetfiyeHelsinki2Lütfiye Güzel: Pinky Helsinki. Notizen … Go-Güzel-Publishing Duisburg 2014. 80 Seiten Paperback. 10 Euro.

Denn ein Buch ist besser als das andere.

Der Mann findet die richtigen Worte und gibt ihnen Klang!
muth-cd-nachtaufnahme1Werner Muth: Nachtaufnahme. Eine Hörrevue. CD 15 Euro

Gestern dachten Sie: Ach, was sind das für schöne Weihnachts-Postkarten! Ach, gäbe es doch mehr davon!
Gibt es! Schauen Sie:
pk57-gornypk58-gorny-1967pk68-hafen-urlaubsgruessepk66-stefaniepk64-kater

pk65-girls-from-shanghaiDas alles und noch viel mehr in der B.handlung Weltb!
(Gneisenaustraße 226, Duisburg-Neudorf), auch als Versandbuchhandlung bemüht und beliebt.
Kurbeln Sie die Konjunktur an. Aber nicht irgendeine. Weltbühne muß bleiben.

WIR SCHENKEN UNS NIX!

Ich weiß, ich weiß! Wir schenken uns nix.
Dabei käme man hier gar nicht in Verlegenheit, wenn man – etwa – versuchen mag, die Opposition gegen kalendarischen Zwang zum Gegenteil vom Gegenteil zu steigern. Nicht alles, was gut ist, will man doch selber behalten.

BahnhofCoverHier haben wir zum Beispiel ein Buch, das, wie der Untertitel schon sagt, das ideale Geschenk ist.
Helmut Loeven: Wir bleiben im Bahnhof. Das ideale Geschenk. Situationspresse 2013. 252 S. ISBN 978-3-935673-35-8. 20 Euro.

Wer jemanden bedenken will, dem man was zutraut, ist mit diesem Werk aus der Situationspresse gut zu bedienen: Beat beats!
chlada-verwirrung-coverMarvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. 12,50 Euro.

Noch in diesem Monat will Lütfiye Güzel ihr neues Buch „Hadi Hugs“ vorbeibringen. Ihre bisherigen Bücher behalten ihre Gültigkeit, zum Beispiel ihr „Anti-Roman“. Manche Leser sagen: Das ist bisher ihr bestes.
heyanti-romanLütfiye Güzel: hey. anti-roman. Go-Güzel-Publishing. 10 Euro

Laßt Worte klingen! Marvin Chlada und Lütfiye Güzel live in der Spinatwachtel.
CDChladaGuezel1Lütfiye Güzel, Marvin Chlada: Let’s go underground. Live in der Spinatwachtel 2. Juli 2013. Doppel-CD 85 Minuten. Situationspresse 2014. 12,50 €

Auch ich live in der Spinatwachtel, sogar zwei mal. Darum gibt es auch zwei Live-CDs. Dies ist eine davon:

CD-HL-RundumHelmut Loeven: Anleitung für Rundumschläger. Das philosophische Kabarett live. Doppel-CD. 12,50 Euro

Wer Ohren hat zu hören muß nicht weghören. Die (bisher) zweiteilige Hörspielserie „Die neuen Flüchtlingsgespräche“ auf Doppel-CDs sind die Geheim-Sensation. Fangen Sie einfach an mit der ersten:
cover-fluecht1Die schnelle Lösung. Hörspiel von und mit Helmut Loeven, Heinrich Hafenstaedter und Anna Driba (Die neuen Flüchtlingsgespräche 1). Doppel-CD ISBN 978-3-935673-29-7. 12.50 Euro

Laßt Bilder laufen. Hier ist in letzter Zeit die Rede und wird in nächster Zeit die Rede sein von dem legendären Stummfilm „Switch on Summer“, der mittlerweile gar kein Stummfilm mehr ist, sondern ein Tonfilm, und der darum jetzt auch einen neuen Titel hat, nämlich „Sehreise“.

cover-sehreise-dvdDie Sehreise. Drei Zuschauer sprechen über „Switch on Summer“. Ein Film von A.S.H. Pelikan, Helmut Loeven und Heinrich Hafenstaedter. Hut-Filmproduktion 2011. Ca 180 Min. Doppel-DVD 12,50 Euro

Früher haben die Leute Postkarten verschickt, und zwar besonders „zum Fest“. „Zu welchem Fest“, werden Sie fragen. Egal zu welchem.
Verschicken Sie doch mal wieder eine Postkarte. „An wen“, werden Sie fragen. Egal an wen. Postkarten zu verschicken verschafft doch eine andere Erfahrung vom Leben als den Leuten immer nur Mehl zu schicken.
Zum Beispiel: Kunstkarten nach Aquarellen von Magda Gorny,
pk59-gorny-skarabaeuspk54-gorny-sonneoder nach Fotografien von Hafenstaedter,
pk73-hafen-blumensprayer-2pk71-hafen-letgooder Bilder vom Ostermarsch,
OM87-Karte04OM87-Karte03oder aus dem Weltbühne-Universum.
KarlKrauspk63-katerEs gibt Leute, die haben sowas noch nie gesehen, geschweige denn gekriegt. Wenn die eine Postkarte kriegen, wären die fassungslos. Und wenn die dann das Bild sehen, wüßten sie nicht, was das bedeutet. Darum muß man solchen Leuten Postkarten schicken. Es gibt zu wenig ungläubiges Staunen und zu viel falsche Klarheit.
Das Verblüffen klappt noch besser durch das Verschenken eines METZGER-Abonnements. Auch das geht.

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30 Jahre Lindenstraße

Gestern war 30 Jahre Lindenstraße, mit allerlei Tamtam, z.B. live gesendet, was der Sache nicht unbedingt zuträglich war, aber egal.
Ich weiß noch, wie Lindenstraße zum ersten Mal gesendet wurde. Das muß nach Adam Riese 1985 gewesen sein. In der ersten Sendung zogen Leute in das Haus ein, die hatten in einem Käfig eine Maus, als Haustier.
Die Maus sagte: Piep. Da fuhr unser Kater aus dem Schlaf hoch. In einem Sekundenbruchteil stand der auf seinen Beinen, bereit und entschlossen, sich auf die Maus zu stürzen. Ich mußte dem erklären, daß das gar keine tatsächliche Maus in der Wohnung war, sondern bloß eine Maus im Fernsehen.
Unser Kater guckte auch gern Fernsehen, besonders Eishockey: diese Männekes, die durchs Bild huschten, faszinierten ihn. Ich sagte: Eines Tages fängst du dir einen…
kater2_ffDas war ein lieber Freund, der sich bei uns seines Katzenlebens freuen konnte. Er hieß Kater. Ich hätte keinen Namen gewußt, der besser zu ihm gepaßt hätte. Der wußte auch, daß er Kater heißt.
Die Ähnlichkeit mit dem Kater aus „Frühstück bei Tiffany“ ist frappant. Der hieß ja auch einfach „Kater“.

Backlash (1)

An einem Tag in zwei verschiedenen Quellen. Zufall? Gibt es Zufälle? Gibt es Zufälle im Gesellschaftlichen?
Für die Versachlichung des Umgangs mit der Sexualität allgemein und der Prostitution speziell kämpfen selbst die Götter vergebens (was den Kampf für die Versachlichung des Umgangs mit der Sexualität allgemein und der Prostitution speziell nicht überflüssig, aber eben beschwerlicher macht – und wir sind ja auch keine Götter).
Im Leserbriefteil der Frankfurter Rundschau (16. November) werden die unpräzisen, dafür aber erregenden Reizvokabeln wieder aneinandergereiht: „die bezahlte sexuelle Nutzung von Frauenkörpern“, „den Körper von Frauen für Geld kaufen zu können“, was so ja gar nicht stimmt, aber förcherbar klingelt.
Die Rote Fahne der MLPD (Nr. 5 vom 13. November) will sich von dem, was sie für die Volksmassen hält, nicht isolieren, sondern wie ein Fisch im Wasser mitschwimmen bzw. als Empörter mit den Empörten heulen.
Jaja, die Linken und der Sex! Die haben alle eine kleine Emma im Ohr.

Das müßte alles noch Wort für Wort auseinandergefaltet werden. Kommt noch.
Dabei ist es doch schon besser zusammengefaßt worden als ich es formulieren könnte (in DER METZGER Nr. 108).

Frau Ganowski, übernehmen Sie!
LGZweiOderDreiHier klicken zum Artikel.

Neu in der Weltbühne: Gysis Ausstieg

Gregor Gysi, Stephan Hebel: Ausstieg links? Eine Bilanz. Westend-Verlag. 224 S. 16,99 Euro
GysiAusstieglinksDer Westend-Verlag läßt wissen:
Eine Polit-Legende erzählt.
Gregor Gysi – wie kaum ein anderer Politiker prägte er die vergangenen 25 Jahre deutscher Einheit. Schnell avancierte er vom DDR-Anwalt zum Politprofi und Talkshow-Star. Gysi wurde zunächst bewundert und gehasst, verschaffte sich Schritt für Schritt beachtliche Anerkennung im Osten und genießt nun Respekt im gesamten Land. Mit seinen Reden fasziniert er bis heute selbst politische Gegner. Nach seinem Rücktritt aus der ersten Reihe der Politik legt er nun eine erste Bilanz vor. Er spricht mit Stephan Hebel über die Reize des Westens und die DDR-Nostalgie, Sozialismus und Marktwirtschaft, Erfolge und Niederlagen seiner Partei, die bewegendsten Begegnungen und den Preis, den die Politik dem Menschen Gregor Gysi abverlangte. Ein einzigartiges Dokument deutscher politischer Zeitgeschichte.

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Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

Deutlicher Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen

In der Ausgabe vom 29. November der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Kommentator Volker Zastrow deutliche Worte gefunden. Überschrift seines Kommentars: „AfD Die neue völkische Bewegung“.
Auf den Demonstrationen habe „ die Anhängerschaft dieser Partei Wut, Hass und einen nicht mehr zu übersehenden Hunger nach Gewalt“ gezeigt. „Unterschiede zu Pegida sind kaum mehr zu erkennen.“
„Die hie und da gezeigte Deutschlandfahne wird als gegen-republikanisches Bekenntnis missverstanden“, heißt es in dem Kommentar weiter. „Auch bei Pegida wird die Deutschlandfahne so genutzt: gegen die real existierende Bundesrepublik, für dieses dunkle ‚Deutschland‘ in den Köpfen der Demonstranten.“
FAZZastrowWeitere Zitate:
Die Atmosphäre auf den Demos ist gewaltgeladen. Wer als Feind begriffen wird, den sucht man einzuschüchtern: durch aggressives Angehen, Bedrohen, Verfolgen, Geschimpfe und Geschrei. Immer häufiger kommt es zu Angriffen: Da wird bedrängt, geschubst, gestoßen oder gar geschlagen. Die Gewalt richtet sich insbesondere gegen Journalisten, ohne weiteres auch Frauen, erst diese Woche wieder gegen zwei Kolleginnen des ZDF.“
„Wir sind das Volk, das heißt heute: die anderen nicht. Die sind Volksschädlinge, Feinde des Volkes. […] Alle, die nicht das Volk sind, sollen weg, erst einmal wenigstens mundtot gemacht werden. Das ist der Grund für die Wut auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Sie wird niemals abreißen, denn man will statt der ‚Lügenpresse‘ völkische Beobachter.“
„Wenn sich ein Feingeist wie Botho Strauß in schönster Sprache als der ‚letzte Deutsche‘ beweint, dessen ‚aussterbendes Volk‘, wie er schreibt, ‚mit fremden Völkern aufgemischt wird‘, ist auch das kein in Deutschland wirklich neuer Ton, nur einer, den man für verklungen halten wollte.“
„Antisemitismus ist auch heute unter den Gehässigsten der Pegida- und AfD-Anhängern verbreitet. Dafür finden sich wieder zahlreiche Belege im Internet, etwa das gerade von der B.Z. veröffentlichte Video eines Wachmannes, der die Überstellung der Politiker und ‚Gutmenschen‘ in längstens zwei Jahren in ‚Ferienlager‘ unter dem Stichwort ‚Arbeit macht frei‘ ankündigt. Das aktualisierte Feindbild aber sind Muslime – und nun kommen sie zu Hunderttausenden ins Land; eine historische Herausforderung, die nur unter Aufbietung aller konstruktiven Kräfte und natürlich nicht ohne Kontroversen gemeistert werden kann.“
Das bittere Fazit:
„Unter dem Druck dieser Verhältnisse hat sich rund um Pegida und AfD der Nukleus einer Bürgerkriegspartei gebildet. Ihre Gier nach Gewalt ist mit Händen zu greifen, und sie wird nicht haltmachen, sich nicht begnügen.“

SoS (13-20)

SoS013SoS014SoS015SoS016SoS017SoS018SoS019Am 29. Dezember 1975 wurde im Eschhaus der Film „Switch on Summer“ zum ersten Mal gezeigt.
Bis zum 29. Dezember 2015, dem 40. Jahrestag der Welturaufführung, werden hier in loser Folge 100 Stills aus dem Film zu sehen sein.
Mehr über den Film und seine Geschichte demnächst in diesem Kino.

SoS020..

Die Lust in den Zeiten der Selbstoptimierung?

Das von Claudia Gehrke herausgegebene verdienstvolle und von mir auch schon mal bebeitragte Jahrbuch der Erotik „Mein heimliches Auge“ ist mit der 30. Ausgabe erschienen. Es ist in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich und sieht von vorne betrachtet so aus:
MeinHeimlAugeXXXIch stecke ja nicht so drin und weiß darum nicht, ob der Eindruck mich trügt, daß libidinöser Austausch mit einem Judokurs zusammen angeboten wird (wahrscheinlich um Zeit zu sparen). Nachdem der Fotograf seine Arbeit getan hatte, mußten die beiden zusehen, wie sie sich wieder entknoten.
Der Mann sieht etwas eingesprungen aus (mußte für das eigentlich vorgesehene Modell einspringen). Dem mußte man sagen, wo er seine linke Hand hintun soll (die rechte kommt nicht mit ins Spiel).
Ich habe nichts gegen mehrere Haarfarben gleichzeitig, finde es aber „overstyled“ (owerschteilt).
Dieser Wahn, naturgewollte Körperbehaarung zu entfernen! Die Entfernung der Achselhaare läßt befürchten, daß die sich noch an anderer Stelle Haare entfernt hat.
Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, daß Strapse erotisierend sind? Ich find die Dinger furchbar.
Verkleidung. Rotes Kleid. Natüüürlich. Wie hingegen sagte Alfred Hitchcock? „Es hat immer gewesen die Problem, to vermeiden the cliché.“

Das folgende Bild entstand in den Zeiten der Selbstverwirklichung (und das ist so lange noch gar nicht her) und des Selbstauslösers (und damit klärt sich das Rätsel vom 6. November auf).
stefanie-buntDa sieht man doch gleich, daß die beiden Lust-Personen mit sich, mit der Welt und mit einander nur Gutes im Schilde führen.

Mit der mehr als 30 Jahre jüngeren Stefanie war ich nur ein halbes Jahr lang liiert. Das war eine richtig Nette, und sie hatte Courage. Und das war eine harmonische Beziehung (sieht man doch).
Wie konnte ich mir das durch die Lappen gehen lassen?
Ich versteh mich nicht.

Neu in der Weltbühne, und nur bei uns!

Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Hg. Von Bente Gießelmann, Robin Heun, Benjamin Kerst, Lenard Suermann, Fabian Virchow. 19,80 Euro bis zum 30.11.2015. Danach: 24,80 Euro
handwoerterbuchWas meinen Rechtsextreme, wenn sie von Islamisierung, Geschlechtergleichschaltung, Political Correctness oder Schuldkult sprechen? Die Autorinnen und Autoren dieses Handwörterbuchs geben hierzu Antworten und zeigen auf, wie die extreme Rechte mit Begriffs(um)deutungen und Wortneuschöpfungen Bausteine extrem rechter Weltanschauungen über die Sprache zu vermitteln und zu verankern versucht. Die Autorinnen und Autoren richten den Blick auch auf die gesamtgesellschaftliche Anschlussfähigkeit extrem rechter Diskurse. Die einzelnen Beiträge zeigen, wie die menschenverachtenden Äußerungen und die damit einhergehenden politischen Forderungen dekonstruiert und kritisiert werden können.

Nur bei uns!
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Das Buch kostet 19,80 Euro bis zum 30.11.2015. Bei Bestellungen eingehend ab dem 1.12. ist der Preis 24,80 Euro.

Sinngebung

sinngebung1Ready Made: Das Zeichen-Orakel, das Sie über und unter diesen Zeilen sehen, erschien auf dem Bildschirm beim Versuch, eine uralte TXT-Datei zu öffnen. Letztlich gelang es ohne viel Mühe, den TXT-Text odt-mäßig lesbar zu machen. Der digitale Versuch einer nachträglichen Sinngebung sollte aber nicht ungewürdigt bleiben.
Sinngebung2Konkrete Poesie oder Ist die experimentelle Literatur reine Maschinenkunst?
Dieses Thema können Sie im Literaturseminar aufwerfen, wenn Ihnen sonst nichts einfällt.

Heil dir im Siegerkrands, Sänger des Vaterlanz

Xavier Naidoo soll für das Deutsche Reich singen, hat die ARD entschieden.
Läßt sich die ARD denn jetzt von der Montags-Friedenswahnmache beraten?
„Ausgerechnet Xavier Naidoo soll Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Was die ARD da selbstherrlich im Hinterzimmer entschieden hat, ist der blanke Hohn“, kommentiert Carolin Gasteiger in der Süddeutschen Zeitung. „Wenn Xavier Naidoo Deutschland beim ESC vertritt, wirkt das so, als würde man Matthias Matussek zum Bundespräsidenten küren.“

Hat der ARD-Unterhaltungsfritze Thomas Schreiber nicht gewußt, mit wem er es zu tun hat? Dann ist er bloß dumm. Oder war es ein Unterwanderungsversuch? Dann ist er ein Provokateur. Für letztere ebenso wie für die erstere Möglichkeit spricht, daß er „wußte“, daß X.N. „polarisiert“. Dann hat er sich den X.N. gefragt, ob er wirklich so fies ist wie alle sagen. (So kriegt auch Bandbreite Jobs).

Aber der „schlechte Scherz“ (SZ) findet doch nicht statt. Für den gekürten und wieder abgesetzten Reichsbotschafter ist das „ok“: „Mein Einsatz für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander wird hierdurch nicht gebremst.“ Daß Begriffe wie Freiheit und Toleranz zu inhaltslosen Phrasen zerquasselt werden, wird auch nicht gebremst.
ARD-Tollpatsch Schreiber: Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. „Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten.“
Das ist wiederum schade. Es wäre doch schön, wenn diese europäische Bombastik-Bumm-Schau kaputtzukriegen wäre. Da könnte ein Vertreter des deutschen Kaiserreichs vielleicht doch nützlich sein.
hl-tenoereWer weiß, wo das alles noch hinführt. Vielleicht werden demnächst, wenn „Deutschland“ dran ist, zwei Sänger gleichzeitig gegeneinander singen (siehe Zeichnung).
Metzger114CoverBitte lesen Sie die Xavier-Naidoof-Titelgeschichte in DER METZGER Nr. 114.

Den Besen brauche ich nicht zu fressen

Den Besen brauche ich nicht zu fressen.
Was ich gehört habe in den letzten sieben Tagen:

„Wie sollen die sich denn sonst wehren, gegen Drohnen und so?“
„Die Bilderberger ziehen ihr Programm durch.“
„Der IS ist eine israelische Verschwörung.“

Das kommt zwar nicht aus der Friedensbewegung. Aber es geht in sie hinein. Wetten?

Neu in der Weltbühne: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Das Buch, auf das Sie bestimmt gewartet haben:
Axel Klingenberg: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Wie Deutschland verblödet. Verlag Andreas Reiffer. 160 S. 9,90 Euro
KlingenbergSagenDuerfen„Deutschlands Neokonservative spielen sich als Querdenker und Tabubrecher auf – und sagen doch nur das, was schon immer falsch war und auch durch die hundertste Wiederholung nicht richtiger wird. Axel Klingenberg hat die 88 dümmsten, dürftigsten und düpierendsten Aussagen der nationalen Vor’denker‘ von Sarrazin bis Pirincci und ihrer deutschtümelnden Anhänger von der AfD bis zu Pegida gesammelt, um sie genüsslich auseinanderzunehmen und so wieder zusammenzusetzen, dass klar wird, warum die lustigen schwarz-rot-gelben Sombreros der Party-Patrioten und D-Mark-Nostalgiker doch nur alte Aluhüte sind, die auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.
Schön, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gibt. Unschön, dass sie für jeden gilt. Sogar der Paradekatholik Matthias bzw. Matthäuslukasjohannes Matussek, der sich darauf spezialisiert hat, in gesellschaftlichen Diskursen die jeweils unangenehmste und abwegigste Position einzunehmen, darf hier ungestraft sein dröseliges Gedankengut verbreiten. Die größte Ansammlung an tabubrechenden Kreuz- und Querdenkern findet man in den täglichen Talkshows. Der Schweizer Ausländerbegrenzungsbefürwortungsredakteur, der kinderreiche Chefevangelist und der homophobste Publizist der Republik – sie alle werden in diesen Freakshows ausgestellt, damit die Zuschauer sich beruhigt in ihren Fernsehsesseln zurücklehnen und erleichtert seufzen können: ‚Gut, dass ich nicht so viel Unsinn erzähle!‘ Na klar, manche nennen das, was aus solchen Meinungsmachern ungebremst herausbröselt, den ‚gesunden Menschenverstand‘ – der aber bekanntlich in vielen Fällen nicht weit vom ‚gesunden Volksempfinden‘ entfernt ist. Man sollte auch nicht den Fehler begehen, zu glauben, dass nur Männer nichts Gescheites zu sagen haben. Es gibt genügend Frauen, die sich bemühen, in dieser Disziplin emanzipiert Anschluss zu halten. Zum Beispiel die Autorin Sibylle Lewitscharoff, die das ‚Onanieverbot‘ für ‚weise‘ hält, und Personen, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, als ‚zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weiß-nicht-was‘ bezeichnet.“

Entscheiden Sie sich gegen Neokonservative und Rechts-Populisten, indem Sie sich für die richtige Buchhandlung entscheiden. Bestellen Sie dieses Buch (und alle anderen) in der (Versand-)Buchhandlung Weltbühne.
Weltbühne muß bleiben.

Der Kessel des Monats

Der Kessel dieses Monats ist ein historischer Kessel, der jetzt wahrscheinlich nirgendwo mehr herumsteht.
Kessel2015-11Gezeigt wird Ihnen, meine Damen und Herren, ein Bild aus dem Film „Switch on Summer“ (Hut-Film 1975). Die Aufnahmen zu diesem Film stammen aus den Jahren 1972 bis 1975. Irgendwann in dieser Zeit geriet dieser Kessel vor meine Kamera. Ein schöner Kessel.
Über den Film „Switch on Summer“, der viele Jahre nach seiner Uraufführung vertont und unter neuem Titel wieder veröffentlicht wurde („Sehreise“) werden Sie hier in den nächsten Tagen und Wochen noch ausführlich informiert. Ich sage nur: Ein Meilenstein in der Geschichte des Underground-Films war das! (Allein schon der Kessel!).

Neu in der Weltbühne: Religionskritik – Meinungsfreiheit oder Schmähung?

Zwei Neuerscheinungen im PapyRossa-Verlag:
Conrad Schuhler: Alles Charlie oder was. Religionskritik – Meinungsfreiheit oder Schmähung?
110 S. 11,90 Euro
SchuhlerCharlieVerlagstext:
„Ausgehend vom Mord an Mitarbeitern von Charlie-Hebdo und dem ‚Kopftuch-Urteil‘ des Bundesverfassungsgerichts zugunsten einer muslimischen Lehrerin diskutiert Conrad Schuhler Fragen wie: Was wurde aus der von Kant formulierten Aufforderung, der Mensch solle sich ‚aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit‘ befreien und ’sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen‘ bedienen? Hat Marx recht, wenn er Religion als ‚Opium des Volkes‘ bezeichnet, das sich ein Ideal im Himmel erträume, statt seine weltliche Wirklichkeit human zu gestalten? Kann man, wie manche Religionskritiker, eine einzelne Religion, den Islam, als dümmste von allen ansehen? Und schließlich: Kann Satire sich unterschiedslos gegen jedweden religiösen Inhalt wenden? Muss sie nicht bedenken, ob sie sich gegen eine Religion richtet, die im jeweiligen Lande eine überragende Gestaltungsmacht besitzt, oder gegen eine Minderheit, deren fremdenfeindliche Gegner nur auf Munition warten?“

Sebastian Chwala: Der Front National. Geschichte, Programm, Politik und Wähler
143 S. 12,90 Euro
ChwalaFrNaVerlagstext:
„Vielfach ist der Erfolg des Front National unmittelbar mit dem Niedergang der französischen Industrie und der massiv angestiegenen Arbeitslosigkeit begründet worden. Sebastian Chwala widerlegt diese eindimensionale Erklärung und belegt, dass der seit langem andauernde Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich viel eher aus der Bedrohung einer breiten ‚Eigentümergruppe‘ durch die Monopolisierungstendenzen des ‚modernen‘ Kapitalismus resultiert. Insbesondere die ’neuen Mittelschichten‘ mit ihren Einfamilienhäusern in den Vorstädten fürchten einerseits ihren Abstieg und andererseits die Konkurrenz neuer sozialer Aufsteiger. Sie sind es, die besonders anfällig sind für die Mystifizierung eines Frankreichs mit breiter Streuung an Eigentum. Die Wirkungsmächtigkeit dieses Ideals wird dadurch verstärkt, dass es von den politischen Eliten unverdrossen propagiert wird. Angereichert um Fremdenfeindlichkeit, spielt es in der Programmatik des Front National eine zentrale Rolle.“

Diese Bücher sind in der Buchhandlung Weltbühne (auch im Versand) erhältlich und sollten auch dort bestellt werden. Aufgeklärten und politisch bewußt denkenden Menschen muß man das nicht erklären. Und die, denen man das erklären muß, bilden sich ihre Aufgeklärtheit und ihr politisches Bewußtsein bloß ein.

Buchhandlung Weltbühne – Gneisenaustraße 226 – 47057 Duisburg
Tel. 0203 -375121
bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de

Weltbühne muß bleiben.

Zum Tage

1.
Zitat: „Es ist eindeutig falsch, Kräfte aus dem rechten Spektrum und eine Initiative wie Endgame in einen Topf zu werfen. Die ‚Engagierten Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas‘ (abgekürzt Endgame) sind eine Initiative, die als Gegenpol zu den Demagogen von Pegida (‚Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes‘) entstanden ist und die den Blick statt auf die Pseudo-Bedrohung durch den Islam auf die reale Bedrohung durch den US-Imperialismus richtet.“

2.
Wenn Demagogen Demagogen Demagogen nennen!
Das Zitat (Verfasser: Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann, zwei ausgewiesene Knallköppe beziehungsweise Stimmen aus der Friedensbewegung) fand ich auf www.nrhz.de (Online-Medium und Forum diverser Narreteien).
Ich zitierte das schon mal (in DER METZGER Nr. 114) und fügte an: „METZGER-Leser sind da besser informiert.“
METZGER-Leser wurden darüber informiert, daß „Endgame“ eine Nazi-Vorfeldorganisation ist. Diese Information würde aber auch bei zehnmaliger Wiederholung nicht bei denen ankommen, die das nicht wahrhaben wollen.

3.
Es war ein Zufall, daß ich gestern, am Nachmittag, beim Quellenstudium auf diese närrische Textstelle traf, bevor ich am Abend im Radio in einer Sportsendunmg aus Paris eine Detonation hörte.
Sie haben ja gar nicht Unrecht, wenn sie die pauschale „Bedrohung durch den Islam“ in Abrede stellen. Aber so meinen die das gar nicht. In ihrer Eindimensionalität kann es für sie außer der „Bedrohung durch den US-Imperialismus“ gar keine andere geben, auch nicht von islamistischen Terroristen. Wenn sich nicht hier und da in „linken Kreisen“ gerade jetzt klammheimliche Sympathie oder auch nur gewisses Verständnis für Mordbrenner, die sich auf den Koran berufen, erneut regt, beziehungsweise von „objektiven Bündnispartnern“ gefaselt wird (siehe DER METZGER 84 „Gegen die Objektiven“), dann fresse ich einen Besen.
Die Terror-Miliz „Islamischer Staat“ hat sich zu den Attentaten in Paris bekannt, ohne „Täterwissen“ offenbart zu haben. Das Bekennerschreiben ist ein Hinweis, nicht ein tatsächlicher Beweis der wahren Täterschaft. Wenn dieser Vorbehalt in „linken Kreisen“ beziehungsweise unter Verschwörungsparanoikern nicht als Beweis des Gegenteils gedeutet wird, fresse ich noch einen Besen.

4.
Es kann einem angst und bange werden
– angesichts eines asymmetrischen Krieges, der nicht gewonnen werden kann, angesichts von Angreifern, gegen die es keinen Schutz gibt.
– angesichts der zu erwartenden und nicht weniger gefährlichen Reaktionen aus dieser Gesellschaft. Islamistische Fanatiker und Pegida-Fanatiker glauben nur, daß sie gegeneinander stehen. Werden den Idioten, die von hier nach Syrien ziehen, um den IS zu unterstützen, antiislamische Söldner folgen?
– angesichts eines schwachen französischen Präsidenten und angesichts der Weigerung der Bundeskanzlerin, einzugestehen, daß „wir“, die Bundesrepublik und die EU, die Haupt-Fluchtursache sind.
– angesichts sich verschärfender Gefährdung des Weltfriedens. Wenn jetzt Erdogan Truppen nach Syrien schicken will und dann Soldaten einer NATO-Armee in Gefechte mit russischen Truppen geraten, dann hat das was von Weltkrieg.
– angesichts einer Friedensbewegung, deren Diskurs immer mehr von törichtem Wunschdenken und realitätsfernen Stellungnahmen geprägt wird.