Falsch abgebogen

Gucken Sie mal hier:
abgebogen1Das neue, das sechste Album von Pelikan ist erschienen und ab sofort in der Buchhandlung Weltbühne erhältlich:
abgebogen2Falsch abgebogen (The Best of Pelikan – The Rest of Pelikan. Doppel-CD).
Damit ist der Zyklus, der 2008 eröffnet wurde, abgeschlossen, der zu einem großen Teil aus älteren Liveaufnahmen besteht. Für diese neue CD wurden Aufnahmen von 1975 bis 2014 verwendet.
Erhältlich ist diese CD in der Buchhandlung Weltbühne für 17,50 Euro (im Versand zuzüglich Versandkosten). Erhältlich sind auch noch die bisherigen CDs.
Mehr über die neue CD (welche Stücke, welche mitwirkenden Musiker erfährt man hier.

Alles war, nix is mehr (3)

Im vorigen Jahr bin ich nur einmal im Wald gewesen. Dann kam ein Sturm, und in den folgenden Monaten wurde wegen der Gefahr durch herunterstürzende Äste vom Betreten des Waldes (mehr oder weniger administrativ) dringend abgeraten. Erst im Spätherbst wurde der Wald wieder „freigegeben“, aber dann gehe ich kaum in den Wald, weil es dann so früh dunkel wird.
In diesem Jahr kam der Frühling wieder mit einem Sturm, der Äste zerbrach. Wieder hieß es: Meiden Sie erstmal den Wald.
Also verlegte ich meine Erkundungsgänge vollends in die besiedelten Teile meiner Heimatregion – ohne Bedauern, weil für mich seit je das Erkunden zwischen Mauern dem Erkunden zwischen Bäumen mindestens gleichrangig ist.
Allerdings birgt auch die Großstadt Ast-Gefahren (erinnern Sie sich an Ödön von Horváth).

nixis11Hohe Straße, also in „bester City-Lage“: Hinter den gelben Klinkersteinen war der erste (und eigentlich auch einzige jemalige) Head Shop, gegründet 1971 von Lutz Ringer (Bröselmaschine). Monatsmiete: 500 Mark. Zwei Räume. In den hinteren Raum drang nur die informelle Tee-Gesellschaft vor. Der Laden hieß „Knubbels Garten“, weil er Teil des Törn-Projekts „Knubbel Afa“ war. In der Zeit seines Bestehens an dieser Stelle (!) war Knubbels Garten einer meiner Lieblings-Aufenthaltsorte.

nixis12Gegenüber davon: Damals war das ein Pommes-Restaurant: Nix als eine Pommes-Bude, aber groß wie ein Restaurant. Hieß: „Pferdestall“ (wohl wegen der rustikalen Holz-Innenarchitektur) und war ein „Szene-Treff“ (wie man heute sagen würde). Ja: die „Freaks“ ernährten sich teilweise auch von Pommes Frites und Curry-Freakadellen und derlei. Da war man noch ganz unverkrampft.
Später war da drin dann ein Französisches Restaurant. Die hatten sogar einen Michelin-Stern.
Und jetzt ist das da. Kurz nachdem ich das Foto aufgenommen hatte, ging da so’n Kerl rein mit Kampfhund. Wenn der ohne den Hund gewesen wäre, hätte ich gedacht: Jetzt fehlt nur noch der Kampfhund.

nixis13Rudi Kalamees zog mit seinem einträglichen Schallplattenladen „Disc“ auch auf die Hohe Straße, in den Eck-Laden am Buchenbaum. Der hatte mehr Platz als er brauchte und einen zweiten Eingang. Also zog Knubbels Garten ein paar Häuser weiter als Rudis Untermieter (Monatsmiete jetzt 300 Mark). Knubbels Garten war, wo jetzt „Sun Express“ drüber steht.
Niedrigere Miete klang verführerisch. Und von dem viel frequentierten Plattenladen (nur Freak-Musik) kam man direkt in den Head Shop, ohne trennende Tür dazwischen. Aber so gut war das nicht. Man kam sich plötzlich vor wie in einer Kneipe, in der aber nichts richtig funktioniert. Außerdem: Nachbar zur Rechten war das berüchtigte Prosesse (was ein Anagramm von „Espresso“ ist) für Hardcore-Freaks. Da war es mit der Ruhe vorbei.
Und: Rudi Kalamees war ein Katastrophen-Mensch. Katastrophen Menschen leben nicht nur in der Katastrophe, sondern ventilieren sie auch.
Den Plattenladen machte er zu und stattdessen dort eine Kneipe auf mit dem phantasievollen Namen „Pub“. Da wurde er aber bald ausgebootet, nachdem er den Lutz und seinen Head Shop ausgebootet hatte. Die Frühgeschichte enthält nicht nur Ruhmestaten.
Der wohnte da auch nicht mehr über dem Laden. Da wohnte dann der Karl Hellbach (Bruder von dem Bröselmaschine-Schlagzeug-Tushita-Mike Hellbach). Der hatte sein Zimmer (Fenster über der Kneipentür) ganz schwarz tapeziert. Das machte nichts, denn ich mußte da ja nicht länger bleiben als ab und zu mal zu Besuch.

Knubbels Garten ging kaputt durch zu viel Kollektivität (jawohl!). Außerdem hatte Inhaber Lutz sich auf den Weg gemacht zu einem längeren Auslandsaufenthalt, ohne die Vertretung zu regeln. Ich war damals mit meinem Zivildienst noch nicht zu Ende und hatte tagsüber keine Gelegenheit, den Laden unter eigener strenger Regie zu leiten. Ich hätte erstmal die ganzen Schnorrer rausgeschmissen, die immer die Einnahmen des Vortages verfrühstückten.
Exkurs: Den Eschhaus-Buchladen habe ich als eine Chance gesehen, die kurze Tradition von Knubbels Garten wieder aufzugreifen. Aber da haben wir (Magda und ich) gesagt: Da lassen wir uns von keinem reinreden! Hier herrscht die Autokratie der Künstler! Das haben manche uns übelgenommen.

SpiegelAnneDer Spiegel berichtete sogar über das ins Chaos abgleitende Projekt. Aber darüber habe ich hier ja schon mal berichtet (ja! Klicken Sie!). Der türkise Pfeil zeigt auf Anne.

nixis14An der Ecke war ein Espressomaschinen-Café. Und was ist da heute drin? Ein Friseurladen. Natürlich.

nixis15In der Galerie Kugel sind Originale von Uecker ausgestellt. Echte Ueckere!

nixis16Wenn ein Flachdach-Gebäude im Kantpark steht, wird Karl Kraus zitiert.
Ganz früher war hier die Stadtbibliothek drin, später das „Heimatmuseum“ (heute: Stadt- und Kulturhistorisches Museum). Jetzt sind da Räume für die Bildende Kunst.

nixis17Gegenüber: Was ist jetzt eigentlich da drin, wo früher das Shalom drin war? Natüüürlich! Ein Friseurladen. Was sonst!

nixis18Eine Tür weiter. Das ist die Kneipe, in der im November 1972 die Eschhaus-Initiative gegründet wurde. Warum die Tür, die ursprünglich weiter rechts war, zugemauert wurde und eine neue Tür an der jetzigen Stelle eingerichtet wurde, verstehe ich nicht.

nixis19Alles war, nix is mehr. Man kann kaum noch schnell genug fotografieren, wo blinde Zerstörungswut tobt.
Oberbürgermeister Sören Link ist ein Gauch.
Da hätten wir den Sauerland ja gleich behalten können.

Ich habe die mit der Industrialisierung entschwundene Bezeichnung „Gauch“ genutzt. Ich wollte durchaus nicht „Gauck“ schreiben. Ich will ja niemanden beleidigen.

nixis20Ach! Sieh an!

Sosoo! Jajaa! 37 Jahre Esoterik für die Allerdööfsten

Ein Buchverlag (spezialisiert auf Pop-Musik-Themen) hat mir eine dieser E-mails geschickt. Mir wird mitgeteilt, daß Nina Hagen 60 Jahre alt geworden ist.
Aha.
Und?
Ja, in dem Verlag ist ein Buch erschienen, von oder über Udo Lindenberg. Irgenzone Sammlung von Udo-Lindenberg-Aussprüchen oder sowas. Und Nina Hagen hat dazu ein Vorwort geschrieben.
Soso.
Ich schau im VLB nach. Das Buch ist 1998 erschienen. Der 60. Geburtstag von Nina Hagen ist also der herausragende Anlaß, an den 17. Jahrestag des Erscheinens eines Buches zu erinnern, zu dem Nina Hagen so eine Art Vorwort geschrieben haben soll. (Das erinnert mich an Nordkorea. Dort gibt es einen Staatsakt anläßlich des 23. Jahrestages einer Rede von Kim Il Sung bei einem Bankett in der Rumänischen Botschaft).
Und was hat sie geschrieben? Einen zusammenhängenden Text? Das nun gerade nicht, sondern allerhand über „göttliche Abstammung – Hohepriester – prophetische Antennen“, das übliche Gequassel.

Irgendwann, von einem Tag auf den anderen, wurde im Eschhaus fast nur noch Nina Hagen gespielt. Man konnte an einem beliebigen Tag sich eine halbe Stunde lang im Eschhaus aufhalten und hatte mindestens drei mal „Unbeschreiplisch!! Weiplisch!!“ gehört bzw. „Ich glotz TV“.
Soll ich Ihnen mal was sagen? Ich habe kein Wort davon geglaubt. Das war doch nicht echt! Das war doch vor dem Spiegel eingeübte Pose. Das war doch was für Doowe. Das war doch was für Leute, denen man alles andrehen kann. Das war: Schlagerindustrie entdeckt Punk. Als (einer der) Erschaffer des Eschhauses schämte ich mich wegen der Anspruchslosigkeit, die hier manifest wurde. Das war Punk für Spießer (damit die Spießer, wenn man „Punk“ sagte, „aha!“ sagen konnten). Merkt denn keiner, daß das Tinnef ist?
Da stimmte doch gar nichts. Oder doch?
Was Kleinfritzchen sich unter „Punk“ vorstellt: Genau das ist es auch.

Irgendwann, an einem Samstag Nachmittag, erreichte mich ein Anruf von Ernst Meibeck. Ernst Meibeck war der langjährige Geschäftsführer des Eschhauses. Der hat, aus Gründen, die ich nie erfahren werde, mir dauernd Schwierigkeiten gemacht. Und nun war er auch wieder im Begriff, mir Ärger zu bereiten.
Er wußte leider, daß ich ca. 50 Meter entfernt vom Universitätsgelände wohne. Und an diesem Samstag sollte im Audimax Nina Hagen auftreten. Er bat mich, ich solle doch mal rübergehen und der Nina Hagen ausrichten, daß sie den Meibeck im Eschhaus anrufen soll.
Und was tat ich? Ich ging tatsächlich rüber, sah vor dem Gebäude LA einen Möbelwagen rumstehen, und sonst rührte sich nichts.
Ich ging wieder nach Hause, rief den Meibeck an und sagte, die Türen zum Gebäude LA wären geschlossen gewesen, kein Reinkommen, nichts. Den Möbelwagen verschwieg ich. Ich hatte nicht ausprobiert, ob die Eingänge offen oder abgeschlossen waren. Ich bin nur hin und zurück gegangen, um im richtigen Zeitabstand den Meibeck anzurufen. Ich wäre doch nie da reingegangen, um irgendeinen Rodi auch mal Chef sein zu lassen!
Warum ist der Meibeck da nicht selbst hingegangen? Der hätte es fertig gebracht, bis in Nina Hagens Künstlergarderobe vorzudringen. Der wäre auch bis zu Mick Jagger vorgedrungen.

„Allein! Die Welt hat mich vergessen!“ Leider nicht!
Nina Hagen hat in der Skala der hoffnungslos überschätzten Personen (Henryk M. Broder, Alice Schwarzer, Wolf Biermann, Barbara Schöneberger) den Spitzenplatz inne. Sie ist das seltene Beispiel eines Stars, der noch bekloppter ist als seine Fans. Den zur Schau gestellten Seelenzustand als „regressiv“ zu bezeichnen ist schon ebenso untertrieben wie ihr Auftreten als „overstyled“ zu bezeichnen. Noch’n Vogelkäfig als Ohrring, und kein Blick in die viel zu oft eingeschaltete Kamera ohne dieses Fratzenschneiden. Kindsköpfe, denen es peinlich ist, einfach so zu sein wie sie sind, erkennt man an der Grimasse und an ihrem aufdringlichen Herumgehampel. Und ein Gerede, das allen, denen sie ihre Fürsprache spendiert, peinlich sein müßte! Esoterik für Doowe. Aliens für Saudoowe. Dieser ganze Humbug! Jahrzehntelang nur Scheiße reden: Das ist keine Leistung, die Anerkennung verdient.
Bei irgendeiner Kundgebung der Friedensbewegung (wo war’s? In Büchel glaub ich) durfte auch Nina Hagen auftreten. Ich dachte: Ist es schon so weit? Und ich dachte: Jetzt kann es eigentlich nur noch schlimmer kommen.
Und das ist es ja auch.

Das neue deutschland fragte mich, was hier los ist

Foto: DFG-VK

Foto: DFG-VK

neues deutschland vom 11. März 2015, mit diesem Artikel von Anja Krüger:

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Ein Zitat muß ich präzisieren:
Ich habe nicht gesagt, Wojnarowicz lasse sich immer wieder mit führenden Nazis fotografieren – um dann zu erklären, er habe nicht gewußt, um wen es sich handelt. Ich habe erwähnt, daß es Fotos gibt, aufgenommen bei der dubiosen „Endgame“-Kundgebung, die Wojnarowicz zeigen im Gespräch mit dem prominenten Neonazi Thomas „Steiner“ Wulff. Und ich fügte hinzu, daß sich „derartige Vorfälle“ ständig wiederholen.
In dem Sinne: „Wo der sich überall herumtreibt, ist sowas ja wohl unvermeidlich.“

Wem das Faksimile zu klein ist, der kann den Text lesen, wenn er jetzt auf „Weiterlesen“ klickt: Weiterlesen

Zu Hause ist es doch am schönsten

Heute war einer hier, der zeigte mir ein Flugblatt, das gestern auf einer der Anti-Pegida-Demonstrationen verteilt wurde.
Lang war der Text nicht, nur ein Din-A-5-Blatt. Und da wurde über die Friedensbewegung hergezogen (genauer: über das, „was aus der Friedensbewegung geworden ist“): „Eine ‚Friedensbewegung‘, die weder Gegner noch Freunde (er)kennt – wem soll die noch nützen?“
Dann heißt es noch: „Ostermarsch-Auftakt in Duisburg am 4.4. um 10.30 Uhr am coolen Wall. Muß man da wirklich hingehen? Bleibt lieber zu Hause. Zu Hause ist es doch am schönsten.“
Unterschieben wurde das Flugblatt mit „Friedensforum Duisburg“, richtig mit der (richtigen) Internet-Adresse und dem Spendenkonto.
Ein Fake? Ein Hoax? Bestimmt!
Oder?
Es liegt nicht fern, dem Duisburger Friedensforum die Absicht zu unterstellen, mit dem Auftritt der mit der rechten Szene eng verbundenen „Bandbreite“ viele Menschen von der Teilnahme am Ostermarsch abzuschrecken.

Was übrigbleibt ist die Frage, ob ANTIMILITARISMUS, PAZIFISMUS, FRIEDENSARBEIT denn wirklich nur in der Friedensbewegung stattfinden muß (bzw. in dem, was aus ihr geworden ist).

Es ist ja nicht die Bandbreite allein, sondern z.B. auch der „Friedenswinter“ (auf den kein Friedensfrühling folgen kann).

Un et räänet wie en Biess…

…in dr Zupp un opp dr Kies!
Irgendwann wird es ja doch enthüllt. Warum es also länger abstreiten!?
Die DFG-VK Duisburg hat eine Wettermanipulation vorbereitet. Am 4. April (Ostersamstag) soll es am Vormittag in Duisburg auf der Königstraße in Strömen regnen. Wohingegen am Nachmittag in Düsseldorf für schönes Wetter gesorgt ist.
Zu diesem Verschwörungs-Zweck hat die DFG-VK schon ganze Flugzeug-Flotten gechartert für die ganzen Chemtrails. Schlimm!
Im Hotel Bilderberg fand das geheime Treffen statt.
(Und die Muusick spielt dazu).

Ostermarsch auf Abwegen?

Am 25. Februar teilte die DFG-VK Duisburg per Rundmail folgendes mit:

DFG-VK Duisburg
c/o Buchhandlung Weltbühne
Gneisenaustraße 226
47057 Duisburg
info@dfg-vk-duisburg.de

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,
mit Fassungslosigkeit haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Friedensforum Duisburg sich anschickt, bei der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr am 4.4.2015 in Duisburg die Gruppe „Die Bandbreite“ auftreten zu lassen.
Die DFG-VK Gruppe Duisburg lehnt diese Provokation ab und hat kein Verständnis für die starrsinnige Haltung des Friedensforums Duisburg.
Wir werden nicht an der Auftaktkundgebung in Duisburg teilnehmen und nicht zur Teilnahme aufrufen.
Zum Thema „Die Bandbreite“ verweisen wir auf die auf unserer Website dokumentierten Texte:

Die letzten Tassen oder Der apologetische Kusselkopp
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite1.html)
Ein ganzerRattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/bandbreite2.html)
Schreiben des Friedensforums Duisburg an die DFG-VK Duisburg 3.4.2012
(http://www.dfg-vk-duisburg.de/Brief-Friedensforum-3-4-2012-persoenlDatengeschwaerzt-kl.jpg)

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
DFG-VK Duisburg

Die DFG-VK erläuterte auf ihrer Homepage:

Seit 1981 beteiligte sich die DFG-VK Gruppe Duisburg in jedem Jahr an der Auftaktkundgebung des Ostermarschs Ruhr in Duisburg durch einen Kaffeeausschank und einen Büchertisch. 2012 wurden wir gegen unseren Willen durch die Veranstalter von der Teilnahme ausgeschlossen, weil wir die Absicht hatten, auf unserem Büchertisch auch die Ausgabe 96 der Zeitschrift Der Metzger zu verkaufen, die zwei kritische Artikel zur Musikgruppe Die Bandbreite enthält. […] 2013 und 2014 waren wir wieder wie immer präsent.
Am 25.2.2015 lasen wir auf dem Blog des Duisburger Friedensforums unter der Überschrift „Friedensforum Duisburg verbittet sich Bevormundung“ einen „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“. Wir haben daraufhin beschlossen, zum ersten mal nach über 30 Jahren nicht an der Duisburger Ostermarschkundgebung teilzunehmen […].

In dem von Christian Uliczka unterzeichneten „Offenen Brief an Willi Hoffmeister und Joachim Schramm“ heißt es:

Liebe Freunde vom Ostermarsch-Komitee,
seit Jahren ist uns vom Friedensforum Duisburg, jedenfalls den meisten von uns, die mit undifferenzierten und weitgehend unbelegten Vorwürfen gegen DIE BANDBREITE geführte Boykott-Kampagne ein Dorn im Auge. Wir hatten bisher gute Erfahrungen mit dieser Gruppe gemacht und wollten für uns endlich klären, was wohl an den Vorwürfen dran sei. Marcel Wojnarowicz, genannt Wojna, und sein Kompagnon Torben waren vor zwei Monaten […] bei uns und haben sich stundenlang befragen lassen und uns dabei von ihrer einwandfreien Haltung überzeugt. Darum haben wir am 9. d.M. mit einer Gegenstimme entschieden, DIE BANDBREITE zum Ostermarsch-Auftakt bei uns auftreten zu lassen.
Das haben wir Euch beiden, Willi und Joachim, als Ihr vorvorigen Samstag, 14. d.M., gleichfalls mehrere Stundenlang, bei uns wart und vergebens versucht habt, uns von unserer Entscheidung für DIE BANDBREITE abzubringen, beharrlich entgegengehalten.
Und da kommt Ihr jetzt mit einem weiteren Angriff auf unsere Entscheidungsfreiheit und wollt uns mit rhein/ruhr-weitem Extratreffen nächsten Samstag in Essen doch noch überrollen.
Eine, nicht nur in unseren Augen, unerhörte Zumutung, ein Nackenschlag, zumal mit Blick auf die hochbrisante Weltlage, für das Ansehen des Ostermarschs als Friedensherold …
[…]
Weil wir Duisburger also mehrheitlich ein Treffen am 28. d.M. für überflüssig halten, werden wir daran als Gruppe nicht teilnehmen.
Mit friedlichem Gruß
Christian (Uliczka)

Der Wille, „endlich zu klären, was an den Vorwürfen dran sei“, war nicht allzu ausgeprägt. Die „weitgehend unbelegten Vorwürfe“ sind ausführlich belegt (siehe oben). Ich fresse einen Besen, wenn die Mitglieder des Friedensforums mal einen Blick in diese Dokumente werfen. Ich will mich ja nicht vergleichen, aber: Die kommen mir vor wie das Heilige Offizium, das sich wie der Suppenkasper weigert, durch Galileis Fernrohr zu gucken. („Nein, den METZGER lesen wir nicht“).
Das Friedensforum begnügte sich stattdessen mit einer stundenlangen Befragung mit der Antwort, wie sie nicht anders hätte sein können. Anstatt sich zu informieren, läßt man den Mann über sich selber urteilen.
Das ist ja witzig!
Wie kommt mir das vor? Das kommt mir vor wie Leute, die einem windigen Anlageberater aufgesessen sind und ihm ihre ganzen Ersparnisse überlassen haben, weil er ihnen die Verdreifachung ihres Vermögens in sechs Wochen versprochen hat. Und wenn man den Leuten sagt: „Wie konntet ihr nur einem solchen Halsabschneider, einem solchen Betrüger euer ganzes Geld überreichen?“, dann sagen die: „Wieso denn? Wir haben den doch gefragt: Sind Sie ein Betrüger? Sind Sie ein Halsabschneider? Und da hat er gesagt. Nein. Und da haben wir gesagt: Ja dann ist ja alles in Ordnung, und haben ihm unser Geld gegeben.

Die DFG-VK Duisburg spricht von Provokation. Und das ist es auch. Es mußte den Friedensfreunden doch bewußt sein, was sie mit ihrer Entscheidung auslösen.

Aus der VVN NRW erhielt ich diese E-mail:

Wir haben gestern in Kassel als VVN-BdA-FriedensAG getagt. Wir waren uns einig:
Dort wo Formationen wie Bandbreite und Montagsmahnwachen sind, werden wir den Ostermarsch nicht unterstützen. Für uns geht er also nicht in Duisburg, sondern in Düsseldorf los, wenn sich die Duisburger das nicht noch mal überlegen.

Daß sich „die Duisburger“ das noch einmal überlegen, ist wahrscheinlich zu viel erwartet. Allerdings ist der bissige Brief von Christian Uliczka, nachdem er einen Tag lang auf der Homepage des Duisburger Friedensforums zu lesen war, dort verschwunden.

Das Ostermarschkomitee (vertreten durch Willi Hoffmeister und Joachim Schramm) hatte am 18. Februar erklärt:

In der Vorbereitung des Ostermarsches hat sich eine problematische Situation ergeben, die die Einberufung einer außerordentlichen Friedensversammlung notwendig erscheinen [läßt].
Das Duisburger Friedensforum möchte die Musikgruppe „Die Bandbreite“ für die Auftaktveranstaltung in Duisburg einladen. Das Bochumer Friedensplenum hat daraufhin erklärt, dass für sie der Auftritt dieser Gruppe unakzeptabel ist und ihre Beteiligung am Ostermarsch in Frage gestellt. Der „Bandbreite“ wird von ihren Kritikern vorgeworfen, eine links und rechts verbindende Querfront-Politik zu unterstützen und immer wieder bei rechtslastigen Veranstaltungen aufzutreten. Die Duisburger haben sich nach eigenen Angaben jedoch von der linken Grundhaltung der Gruppe überzeugt.
Der Ostermarsch steht nun vor dem Problem, wie wir mit dem eventuellen Wegfall der Abschlusskundgebung des zweiten Tages im Bahnhof Langendreer umgehen. Auch der Start des dritten Tages in Bochum-Werne steht eventuell in Frage. […]
Wir finden es den demokratischen Gepflogenheiten des Ostermarsches angemessen, wenn wir gemeinsam über das richtige Vorgehen mit dieser Situation beraten. Vielleicht finden wir dabei auch noch eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dies muss geschehen, bevor wir die Flyer und das Plakat in Druck geben können.

Genau das fürchte ich auch: Daß eine Lösung gefunden wird, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dem Duisburger Friedensforum wird die Mißbilligung der anderen mitgeteilt und fertig.
Hoffentlich bleiben die Bochumer hart und sagen: Entweder ganz ohne Bandbreite oder ganz ohne uns. Eine Lösung, die zwar nicht für beide Seiten akzeptabel, aber gut wäre: Das Ostermarsch-Komitee entzieht dem Duisburger Friedensforum die Lizenz – nach dem Motto: Was immer ihr auch am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg veranstaltet, das hat nichts mit dem Ostermarsch zu tun. Es wird nicht auf dem Plakat und nicht im Programm erscheinen. Der Ostermarsch beginnt nicht am Ostersamstag-Vormittag in Duisburg, sondern am Ostersamstag.Nachmittag in Düsseldorf. Denn sonst kommt wieder das Fernsehen nach Duisburg und berichtet von einer blamablen „Auftaktkundgebung“, zu der noch weniger Leute hinkommen als sonst, nämlich nur noch die, die es nicht wissen und nicht wissen wollen, und die, die das antifaschistische Element der Friedensarbeit einer falschen Loyalität opfern.

P.S.: Die beiden oben verlinkten, in DER METZGER Nr. 96 – und übrigenbs von mir verfaßten, also sicherlich nicht nur informativen, sondern auch unterhaltsamen – Beiträge sind auf dem Wissensstand von 2012.
„Ein ganzer Rattenschwanz… Die Bandbreite eines Milieus“ ist eine Dokumentation über die Querfront-Vernetzungen.
In „Die letzten Tassen oder ein apodiktischer Kusselkopp“ geht es auch um das Verhältnis der Linken zur Kultur im Allgemeinen.
Natürlich blieb die Entwicklung im Jahre 2012 nicht stehen, sondern es ist alles noch schlimmer geworden. Darum einfach unter diesem Artikel das Schlagwort „Bandbreite“ anklicken.
Oder: Einfach METZGER lesen, wo Wojna als Running Gag sich auch mal nützlich macht.

Neu in der Weltbühne: John Lennons revolutionäre Jahre

Heute empfehle ich:
James A. Mitchell: Das Walross und die Elefanten. John Lennons revolutionäre Jahre. Edition Nautilus, März 2015, 224 S., 24 Seiten Fotos, Gb. 24,90 Euro
sonderformatDer Verlag über das Buch:
Wie John Lennon zum Staatsfeind Nr. 1 wurde.
1971 verließ John Lennon London und zog nach New York, um dort nach der Trennung der Beatles als Solokünstler und Produzent zu arbeiten und den Kampf der US-Bürgerrechts-und Antikriegsbewegung zu unterstützen. Er setzte sich öffentlich für diverse soziale Kämpfe ein und wurde schnell zu einer Stimme der Bewegung. Die Nixon-Regierung sah in Lennons Engagement und seinem Einfluss eine Gefahr für ihre Wiederwahl, ließ ihn vom FBI überwachen und versuchte mehrfach, ihn als unerwünschten Ausländer auszuweisen.Gleichzeitig trieb Lennon auch seine musikalische Karriere voran, gab Benefiz- und Solidaritätskonzerte und entdeckte die bis dahin wenig bekannte New Yorker Band Elephant’sMemory, die er zu seiner Begleitband machte und mit der er das Solo-Album Some Time in New York City aufnahm.
James A. Mitchell hat für dieses Buch Interviews mit den Mitgliedern von Elephant’s Memory und anderen Ikonen der 1970er Jahre geführt: u.a. mit Gloria Steinem, Mitarbeitern der Nixon-Regierung, Rennie Davis und John Sinclair.

Bitte bestellen Sie dieses Buch in der Buchhandlung Weltbühne (die, wie man wissen sollte, auch eine VERSANDbuchhandlung ist).
Erinnern Sie sich stets an den Slogan:
„LIEBE leute BESTELLT bücher IN der BUCHHANDLUNG weltbühne UND sonst NIRGENDS.“
Weltbühne muß bleiben.

Jawohl: Trikont.

Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen: Es gibt noch Verrückte. Die Poems & Songs von Marvin Chlada erscheinen im Trikont-Verlag als Kassette!
Chlada-MC-Cover1Aufgenommen von Jochen Zimmer im Lokal Harmonie in Duisburg-Ruhrort, mit Jörg Berendsen (Gitarre), Juan Espinosa (Akkordeon), André Meisner (Saxophon), Wolfgang van Ackeren (Elektronik & Samples).
Chlada-MC-Cover2Jetzt kommt der Spruch, auf den Sie warten:
Bestellen Sie diese MC in der Buchhandlung Weltbühne.
Liebe LEUTE bestellt MCs in DER buchhandlung WELTBÜHNE und SONST nirgends
Weltbühne muß bleiben.
Buchhandlung Weltbühne, eine gute Angewohnheit.

Jetzt müssen sich die Leute bloß noch daran erinnern, wo sie ihren Cassettenrecorder hingetan haben (oder ihren Walkman). Ich erinnere mich daran, daß ich manchmal einen Kassettenrekorder hatte, aber nie einen, der auch richtig funktionierte. Einen Walkman hatte ich nie. Hießen die Dinger eigentlich so, oder verwechsel ich da was?
Tonbandkassetten, so scheint es, sind wieder schwer im Kommen, ebenso wie Schallplatten aus Vinyl, Briefe auf Papier, Filme im Kinno, Mütze richtigrum auwm Kopp, Trikontverlag, Kaffeetrinken am Tisch, Arsch ohne Geweih.

Über Schwarzgrün (live)

Einige Passagen meiner Lesung in der Zeche Carl in Essen am 31. August wurden gefilmt. Heute zeige ich Euch: „Radio ausgemacht“.

Ton- und Bildaufzeichnung: Hafenstaedter.

Fortsetzung folgt.

Werner Muth wird euch was erzählen

Ein Veranstaltungshinweis, den ich gern weitergebe:
MuthErzaehlt1MuthErzaehlt2MuthErzaehlt3Das Kultur- und Stadthistorische Museum erklärt:
Am Sonntag, 5. Oktober 2014, 15 Uhr startet die Reihe mit der Hörrevue NACHTAUFNAHME mit Werner Muth. Der in Duisburg-Marxloh geborene Lyriker arbeitet seit einiger Zeit in einer „Community of Artists“. Musiker verschiedener Stilrichtungen, Maler, Autoren sowie Film- und Fotokünstler gehören dieser Community an. Gitarrist Ralf Chmarowski und weitere Gastmusiker wie Andreas Kölling und Max Florian Kühlem werden Werner Muth diesmal begleiten. Die neue Revue ist eine „Stadtrundfahrt“ der anderen Art, fernab von den üblichen Lese- und Musikabenden. Das Ganze gleicht eher einer poetischen Zeitreise in zartbitteren, rauhen und romantischen Texten mit Blick auf das Leben und die Liebe und nicht zuletzt auf das besondere Klima der Ruhrregion. „Was macht die Kunst Miss Ruhr-Kultur?“ heißt es da in einem Song, der wie eine Referenz an Lou Reeds New York Album daherkommt.

Schauen Sie mal Musik!

Donnerwetter!
ImAlive01ImAlive02ImAlive02aImAlive02bImAlive07ImAlive10ImAlive11ImAlive12ImAlive14ImAlive16ImAlive17ImAlive18ImAlive19ImAlive2025 Jahre Musik, die auf der Bühne zu betrachten ist, ist nicht weniger be- und gedenkenswert als die 28 Monate Amore e Rabbia, die sich heute mit dem 666. Eintrag vollenden.
Geduld trägt Video-Früchte: Nach den Aufnahmen in dieser Lokation haben wir sieben Monate lang alive sein müssen.

Der ganze Clip in bewegten Bildern ist anzuschauen: dort.

Übrigens ist mir immer noch nicht klar, was das Stimulierende daran sein soll, wenn eine nur wenig umhüllte Frau sich um eine Feuerwehrstange dreht. Aber das liegt sicherlich an meiner Perversität.

Kommt und holt euch den neuen Metzger

DER METZGER, das satirische Magazin. Neu: Ausgabe Nr. 111.
M111Und das steht drin (Überblick):

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Wozu braucht der Mensch einen Vater?; Abba find ich gut; Marx an die Uni!; Fernsehgucken als Kunst; und wieder: komische Häuser, komische Schilder, komische Bilder.

Professx Unrat. An der Berliner Humboldt-Universität spricht und schreibt man so, daß es kein Mensch mehr versteht. Nach der Dauerbelästigung durch das Binnen-I droht neues Unheil. Muß man jedes feministische Sprach-Sperenzken übernehmen, auch wenn es der größte Scheiß ist? Von der Wissenschaft zur Scharlatanerie: Gender-Wahnsinn an der Humbug-Universität.

Max Reinhardt: 1 x Beileid, 31 x kein Beileid. Spuren des Ersten und Zweiten Weltkriegs in Familienerinnerungen, Foto- und Poesiealben.

Les Pères de la Libelle: Der Erste Weltkrieg in der Literatur. Historische und aktuelle Beispiele.

Arbeiterbewegung und Anarchismus in Rumänien. Marvin Chlada sprach mit dem Syndikalismusforscher Martin Veith.

Sebastian Friedrich: Werkzeug für Veränderung. Was hat es mit der Kritischen Diskursanalyse auf sich? Sebastian Friedrich stellt das Standardwerk von Professor Siegfried Jäger (DISS) vor als ein Beispiel für eingreifende Wissenschaft. „Von Foucault über Diskurs und Dispositiv zum Widerstand.“

Carl Korte: Uuuaaahuuuaaahuuuaaah, Dämonenparty! Mottes Abenteuer als Lokalreporter.

U.a.

DER METZGER Nr. 111 kann für 3 Euro in der Buchhandlung Weltbühne (Gneisenaustraße 226 in 47057 Duisburg) mitgenommen werden. Wer zu weit weg wohnt, kann das Heft zur portofreien Lieferung dort bestellen. Postkarte genügt.
Oder:

bestellungen@buchhandlung-weltbuehne.de
Die Liste aller noch lieferbaren Ausgaben findet man unter
http://www.buchhandlung-weltbuehne.de/mindex.htm

WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.

Lied (gut)

„Ach, was ist das schön, wie wir zwei hier steh‘n.“
Dabei sind wir zu dritt. Und wir stehen auch nicht, sondern haben am Tisch platzgenommen. Aber schön ist es doch.
(Wir verzehren auch keine Currywurst, sondern Kartoffelsalat).

*

„Man fühlt erst dann sich recht als Mann, wenn man beim Badengeh‘n Waden seh‘n kann.“
Stimmt das?
Ist das so?
Ich muß wohl die große Ausnahme sein.

*

Was höre ich? Die Nationalsängerin Müller-Meyer-Langenkamp ist beim Juro-Wischen Songkontest sang- und klanglos durchgefallen? Jaja. Die Deutschen und ihre Wunderwaffen!

*

Wörter zum Schimpfen
„Als zum ersten Mal ein Schimpfwort geschleudert wurde statt eines Speers, begann die Zivilisation.“ (Habe ich mal gehört). Dann lassen also die Schimpfwörter Rückschlüsse zu auf den Zustand derselben.
„Gutmensch!“, „Weltverbesserer!“, „Frauenversteher!“ Das sind Schimpfwörter!
Da wird einem ja über Deutschland einiges klar! Hier kommt man mit schlechten Menschen besser zurecht, und man zieht es vor, nichts von Frauen zu verstehen. Man will auf kleinen Fall, daß die Welt besser wird. Dabei ist die Verbesserung der Welt der Sinn des Daseins. Nicht nur die Welt besser, sondern sie auch schöner zu machen ist eine Lebensaufgabe. „Weltverschönerer!“ So würde ich mich gern beschimpfen lassen.
„Weichei!“ Ein gelungen zubereitetes Frühstück bereitet dem deutschen Gemüt Mißbehagen.
Um seinen Ärger über Mitmenschen zum Ausdruck zu bringen, sollte man sich doch besser der klassischen Schimpfwörter bedienen: Hartei, Hoffnungsträger und Vorjahressiegerin.

Unterwegs zu freundlichen Menschen

UZFest14-01So fängt es vielversprechend an (Duisburg Hauptbahnhof).

UZFest14-02Wir sind eingestiegen. Der Zug könnte also losfahren.

UZFest14-03Oberhausen durchqueren wir kühn (und beschauen uns das Ruhrgebiet im Vorbeifahren).

UZFest14-04Die Wolken verfinstern sich über der Energie. Das heißt: Wir fahren in Dortmund ein.

UZFest14-05Ausgestiegen in Wischlingen. Weiterfahren lohnt sich nicht.

UZFest14-06Noch vor wenigen Jahren war rechts von der Straße eine schöne Auenlandschaft mit meterhohem Gras. Inzwischen ist alles mit Bäumen bewachsen – irgendwie schade.

UZFest14-07UZFest14-08Das ist der Eingang.

UZFest14-09

UZFest14-10

UZFest14-11Was ist das? Was ist das?
Die CDU auf einem Festival der DKP?
Richtig! Es handelt sich um die portugiesische Coligacao Democratica Unitaria, das Wahlbündnis aus Kommunisten (Partido Comunista Portugues (PCP)) und Grünen (Partido Ecologista Os Verdes (PEV)).
Ich würde sogar CDU wählen – aber nur, wenn ich Portugiese wäre.
Ich erzähle jetzt jedem, daß ich mir an einem Infostand der CDU eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bestellt habe.

UZFest14-12Zwischendurch mal kann man durch den schönen Wald gehen und das Fest von Weitem anschauen. Früher, als wir noch mit einem eigenen Büchertisch drei Tage lang beim UZ-Fest waren, brauchte ich ab und zu eine solche Ruhepause.
Daß es am Samstag, dem 28. Juni 2014 in Dortmund regnen wird, hatte ich schon vor einem halben Jahr vorhergesagt.
Wo sind eigentlich die vielen Wasservögel hin, die früher den schönen See bevölkerten?

UZFest14-13Klaus der Geiger, auf der Gitarre begleitet von seiner Tochter.

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UZFest14-16„Hier stehe ich, du kannst nicht anders.“
„Man wollte mich trennen von meiner Partei. Es ist ihnen nicht gelungen.“

UZFest14-17Es spricht Patrick Köbele, Vorsitzender der DKP.

UZFest14-18Ulrich Sander spricht für die VVN.

UZFest14-19UZFest14-20Esther Bejarano (89) war Mitglied im Mädchenorchester von Auschwitz. Ihr Auftritt mit der deutsch-türkisch-italienischen Rapgruppe Microphone Mafia ist fester Bestandteil des UZ-Festes.

Fotos (c) Hafenstaedter (6), H.L. (13)

Fotos (c) Hafenstaedter (6), H.L. (13)

Konstantin Wecker hält dem Fest unserer kleinen Partei seit vielen Jahren die Treue.
Es war ein schöner verregneter Tag unter freundlichen Menschen, unter Menschenfreunden.

Kommt und holt euch den neuen Metzger!

Geschrieben, gestaltet, gedruckt und geheftet:
DER METZGER, das satirische Magazin. Nr. 110. Preis: 3 €.
So sieht das Heft von außen aus:
M110Und das steht drin (Überblick):

Jakop Heinn: Neues von der Schmalspur (Finale?). Für die Band Die Bandbreite wird es immer schmaler. Jetzt will auch die MLPD nichts mehr von ihr wissen.

Max Reinhardt: Königlicher militär-industrieller Komplex. Vor hundert Jahren: Wie der Weltkrieg dem Volke mit Bildern nahegebracht wurde. Für die Industrie war das Völkergemetzel ein Glücksfall.

Helmut Loeven: „Zuerst werden wir alle Subversiven töten“. 1977 fiel die Theologiestudentin Elisabeth Käsemann in Argentinien der Geheimpolizei in die Hände. Nach wochenlanger Folter wurde sie ermordet. Das Auswärtige Amt unter Minister Genscher tat nichts, um sie zu retten. Im Gegenteil: Die Militärdiktatur fand in der sozialliberalen Bundesregierung einen verständnisvollen Partner.

Tagebuch. U.a.: Die Partei „Die Linke“ und der Buchhandel. Der Weg nach oben als Niedergang.

Carl Korte: Apfelbisse. Mottes Abenteuer als Reporter.

A.S.H. Pelikan: Menschenalter (tabellarisch).

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: „Ich will es nicht – mach’s, aber ohne mich; Frauenbewegung als K-Gruppe?; Muß Frollein Lohmeier ins Gefängnis?; Die Iditiotx sind unter uns (Frau Professor Hornscheidt und ihr Geisteszustand); Komische Häuser: Schuhhaus Pesch; Rousseau und die Wandparole bei Edeka u.a.

Marvin Chlada: Objekte der Begierde. Über die Museumsorgie in Fouriers neuer Welt der Liebe.

Herbert Laschet-Toussaint: Mütter nach Grosny. Gedicht.

Thomas Rüger: Mit Cordmütze und Gitarre. Neu: Die Musikkolumne.

Chantal Könkels: Die Projektgruppe Pudding und gestern hat wieder zugeschlagen.

Helmut Loeven: Konstruktive Tonlage. Komposition für Singstimme und Clavier. Mit Noten.

Sie können das neue Heft nicht abholen, weil Sie dazu überland reisen müßten? Das macht nichts. Sie können sich das Heft auch portofrei zuschicken lassen (das Wort „zuschicken“ anklicken um zu erfahren, wie es geht).
Und überhaupt: WER ABONNIERT, HAT MEHR VOM METZGER.

Da gehen wir hin: UZ-Pressefest

UZ-Pressefest-2014-Header-3Dieses Jahr gibt es wieder ein UZ-Pressefest. Es findet statt vom 27. bis 29. Juni (Freitag bis Sonntag) in Dortmund im Revierpark Wischlingen. Der Ort ist schön, die Umgebung ist schön, und auch der Weg von der S-Bahn-Station Dortmund Wischlingen zum Festivalgelände ist ein schöner Weg.
Nicht nur interessant, sondern auch schön sind die Ausstellungen und Infostände fortschrittlicher Organisationen und Gruppen. Für Essen & Trinken ist gesorgt (reichlich). Schön.
Wer kommt alles und singt und spielt uns liest vor und erzählt?
Achim Bigus, Bandista, Bernd Köhler & Blandine, Compania Bataclan, Dirk Wilke und Peter Schenzer, Einhart Klucke, Erich Schaffner, Esther Bejarano, Frank Viehweg, Fred Ape, Friedenshaus, Gruppe Gutzeit, Grobylin Marlowe, Haake Bluesband, Huggy Borghardt, Jane Zahn, Jazz-Polizei, Johan Meijer & Jos Koning (NL), Mapato, Michail Iwanow (RU), Kai Degenhardt, Klaus der Geiger, Konstantin Wecker, Leander Sukov, Le Blech, Luis Galtario und Antonio Hilario, MC Albino, Microphone Mafia, Musikandes, Quijote, Ruam, Sonja Gottlieb, VEB-Chor, Jutta Ditfurth, Dietmar Dath, Georg Fülberth, Ellen Schernikau, Christiane Schnura, Werner Seppmann u.a. Schön.
Das Konzert mit Konstantin Wecker, Esther Bejarano und der Microphone Mafia ist am Samstag Abend auf der Hauptbühne.
Es könnte alles noch schöner sein, wenn die Partei auf ihrer Homepage eine Wegbeschreibung veröffentlichen würde.
Kontakt: DKP, Hoffnungstraße 18, 45127 Essen, Tel.: 0201/1778890
uz-pressefest@dkp.de
Zeltplatzanfrage: pressefest-camping@dkp.de

Wer was auf der Weste hat, darf eine Spende lockermachen:
DKP-Parteivorstand
Konto-Nr.: 4002487500 GLS Bank Bochum BLZ 430 609 67
IBAN DE90 4306 0967 4002 4875 00 BIC GENODEM1GLS
Stichwort: „UZ-Pressefest“

UZ-Pressefest-2014-SolibuttonDie schöne Anstecknadel („Soli-Button“ nennt man das heutztage) berechtigt zum Eintritt für jede Einzelveranstaltung. Sie ist für 5 Euro erhältlich bei der DKP-Gruppe Ihres Vertrauens. In der Buchhandlung Weltbühne gibt es auch noch welche. (Da kann man auch die UZ kaufen).
Bei der Europawahl kann man übrigens DKP wählen. Sollte man tun.

Gestern in der Stadt

Mai14-1Bahnhof gesperrt.
Weil am Vormittag die NPD demonstrierte (am Abend dann auch „Pro NRW“), waren die Zugänge dem Hauptbahnhof von der Polizei gesperrt. Zugreisende mußten Umwege in Kauf nehmen.
Gegen den Aufmarsch der Faschisten wurde am Vorabend und am Vormittag des 1. Mai demonstriert (s.u.). Auf dem König-Heinrich-Platz stellte Duisburg sich quer mit einem Kulturprogramm. Das Kammerorchester des Philharmoniker und zum Schluß die Bröselmaschine.

Mai14-2Ein kluger Mann hat mal in einem Interview gesagt (ich zitiere aus dem Gedächtnis): „In der heutigen Zeit kann ein Musiker nicht unpolitisch sein.“
Ein interessanter Satz! Er hat nicht gesagt: „Ein Musiker muß politisch sein“. Er hat gesagt: „Ein Musiker kann nicht unpolitisch sein.“ Der Satz kann für Künstler allgemein gelten.
Der kluge Mann war Peter Bursch.

Mai14-3Menschen auf dem König-Heinrich-Platz, die lieber anderen zuhören als den Haßpredigern.

Mai14-4Mai14-5Die Parolen der Rechten sind uns zuwider. Wir haben eine andere Einstellung zum Menschen, eine andere Vorstellung vom Leben als NPD etc. Wir denken, wir fühlen, wir wollen das Gegenteil.
Das kann man deutlich hören.