Artikel in der Jungen Welt

Das stand am 10. August in der Jungen Welt:


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Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung spottet

„Schön, daß das Thema jetzt wieder in den Schlagzeilen ist… Unterhaltung auf niedrigem Niveau hat bei uns schließlich traditionell starke Quoten.“ WorĂŒber spottet die Kommentatorin in der WAZ? „Frau Schröder und Frau Schwarzer streiten sich ĂŒber Emanzipation. Und Schluß. Eigentlich ist das doch schon Glosse genug.“
Contra Kristina Schröder: „Wenn die Ministerin sich nun gegen Frauenquoten wendet, ist das nicht eigentlich unglaublich dumm? … Man sollte doch nicht den Ast absĂ€gen, auf dem man sitzt.“
Contra Alice Schwarzer: „Wer hĂ€tte das gedacht, daß Alice Schwarzer sich noch mal mit so einer Diskussion abgibt – die hat doch wahrlich genug anderes zu tun. Der Kachelmann-Prozeß, die ganzen Spiel-Shows. Und jetzt wieder Frauenrechte? Das ist ja fast so, als wĂŒrde Rosi Mittermaier wieder auf die Skier steigen.“
Das kann man so nicht sagen. Rosi Mittermaier, immerhin, konnte was.

Nicht nur die WAZ, auch die Rote Fahne der MĂŒllPD ist auf Alice Schwarzer nicht mehr gut zu sprechen: „Als Alice Schwarzer in den 1970er Jahren mit vielen anderen Frauen zusammen gegen den §218 mobil machte, Pornographie … anprangerte, da wurde sie von den reaktionĂ€ren Geistern dieser Republik noch ĂŒbel beschimpft. Dagegen solidarisierten wir uns mit ihr. Sie selbst aber fĂŒhrte sich mit zunehmender Penetranz als Oberlehrerin sĂ€mtlicher Frauen auf, erklĂ€rte den ‚Geschlechterkrieg‘ zum einzig wesentlichen Widerspruch in der Gesellschaft und fand dafĂŒr zunehmende“ (schon wieder: „zunehmend“!) „Anerkennung – nur immer weniger bei kĂ€mpferischen Frauen – dafĂŒr aber bei den Herrschenden. Ein auf diese Weise zahnlos gewordener, von anderen sozialen Bewegungen … abgesonderter Feminismus ließ sich hervorragend ins gesellschaftliche System integrieren.“
Die merken aber auch alles! Aber Erkenntnisse, die reichlich spĂ€t kommen, kommen zu spĂ€t, wenn man nicht merkt, daß sie reichlich spĂ€t kommen. Andere haben jedenfalls erkannt, daß sie der Frau Schwarzer frĂŒher mal auf den Leim gegangen sind, daß die zunehmende Oberlehrerin nie etwas anders war als die Selbstdarstellerin in eigener Sache, ein Klischee, und immer schon reaktionĂ€r (DER METZGER 28, 29, 30 – 1978/79). Das könnte man wissen (wenn man nur die richtigen Zeitungen lesen wĂŒrde). FĂŒr ihr „Anprangern der Pornographie“ wurde sie keineswegs von irgendwelchen Geistern (reaktionĂ€ren solchen) „beschimpft“, sondern von KĂŒnstlerinnen und Publizistinnen kritisiert (siehe DER METZGER 41).
Kristina Schröder, derzeit Ministerin, wurde mit 12 Jahren bei der Jungen Union vorstellig, weil sie fĂŒr Helmut Kohl schwĂ€rmte. Hatte die sie noch alle auf dem KastenmĂ€nneken? Bei der hat man den Eindruck, daß die zwölfjĂ€hrig geblieben ist. Das ist doch gar nicht so unemmamĂ€ĂŸig! Wie sagte einst Katharina Rutschky: „Alle Emmas treffen sich an einem Ort, wo sie ewig zwölf Jahre alt sind.“
Die Aufgeregtheit der Frau Schwarzer ĂŒber die 12jĂ€hrige des Kabinetts reizt zum Mißtrauen. Hat Alice Schwarzer nicht einst die Kanzlerschaft von Frau Merkel als den „wahren Systemwechsel“ gefeiert?

DER METZGER Nr. 101

Im Augusti 2012 erschien die Nr. 101 des satirischen Underground-Magazins DER METZGER.


Das steht drin:

Jakop Heinn: Deutschland ist die erste BĂŒrgerpflicht. JĂŒrgen ElsĂ€sser freut sich ĂŒber das Gegröle und Gejohle anlĂ€ĂŸlich der internationalen Fußball-Turniere. Denn daraus, so meint er, erwĂ€chst der Neo-Nationalismus. Der von ElsĂ€sser gepriesene Patriotismus ist ein GefĂŒhl losgelöst von Bewußtsein und Reflexion. Er ist benutzbar.

 
Helmut Loeven: PalĂ€stina falsch verstanden. Die sĂ€uberliche Unterscheidung von Antisemitismus und Antizionismus ist eine Legende linksdeutscher RealitĂ€tsverweigerung. Die einen sehen ĂŒberall Antisemiten, auch da, wo keine sind. Die anderen sehen nirgendwo Antisemiten, auch da nicht, wo sie offen in Erscheinung treten. Der „Schwarze September“ wurde aus der deutschen Neonazi-Szene unterstĂŒtzt.

 
Helmut Loeven: Einer macht Panik. Über den Versicherungsvertreter RaffelhĂŒschen. Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ ist eine Zusammenkunft ideologisch verblendeter Quacksalber.

 
Lina Ganowski: Immer noch: Deutscher Herbst. Nach dem Prozeß gegen Verena Becker weiß man ĂŒber das Buback-Attentat so wenig wie vorher. FĂŒr die Suche nach der Wahrheit war der Stammheimer Gerichtssaal der ungeeignetste Ort. In der justiziellen Auseinandersetzung des Staates mit der RAF konnte der Gerichtssaal kein Ort sein, an dem es noch irgendwie um die Wahrheitsfindung geht.

 
„Eklat“ im NiedersĂ€chsischen Landtag. Zu einem Eklat kam es, als der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Schostock die Formulierung „institutioneller Rassismus“ verwendete. Er zitierte aus einer DISS-Stellungnahme.

 
Carl Korte: Trödel in St. Hulda. Aus dem Reporterleben.

 
Helmut Loeven: D.b.d., d.h.k.P.u.k.e.T. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Auf dem Christopher Street Day in Duisburg war ein Auftritt der „Bandbreite“ geplant. Der neue Abschnitt einer Endlos-Klamotte.

 
Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Schlechtes Fernsehen; doofe Partei (Piraten); doofe WĂ€hler (ÜfDĂŒPĂŒ); ProsperitĂ€t in Schilda (die ist nur auf dem Schild da); Sahra Wagenknecht und die Lare; prominente Prominente; Kaffeeklötzchen; Maria im GefĂ€ngnis; Wer A sagt muß auch rschloch sagen; Raumordnungspolitik, Deutsches Sprache; Das LebensglĂŒck des Pornografen.

 
Tagebuch. Darin: 25 Jahre Buchhandlung WeltbĂŒhne – und warum das nicht nur ein Grund zum Jubeln ist.

 

DER METZGER Nr. 101 kostet 3 Euro..
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro fĂŒr die nĂ€chsten 10 Ausgaben oder 50 Euro fĂŒr alle zukĂŒnftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhÀltlich. Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.

Wer nichts zu verbergen hat ist ein Idiot

In der Sendung von Anne Will ist immer einer dabei, der fĂŒr das Quatschreden zustĂ€ndig ist. Meistens nimmt man dafĂŒr Arnulf Baring. Der erfĂŒllt diese Rolle zuverlĂ€ssig, und nach spĂ€testens 40 Minuten flippt er aus. Letztens, beim Thema Terrorgefahr, war es Don Jordan, Deutschlandkorrespondent, Deutschlandkenner, US-Amerikaner und Patriot. Als solcher hat er fĂŒr den patriot act was ĂŒbrig. Die Deutschen, so meinte er, brĂ€uchten den patriot act ja nicht wortwörtlich zu ĂŒbernehmen. Aber, so sagte er, „zu sozial ist unsozial und zu liberal ist auch unsozial“. Es wĂ€re doch besser, mal auf ein paar Grundrechte zu verzichten als in die Luft zu fliegen. Und wer nichts zu verbergen hat…
Der Argwohn, daß Freiheit unsicher mache, begleitet die Patrioten ebenso durchs Leben wie die Idee, daß Sicherheit durch den Verzicht auf so ein paar lumpige Grundrechte zu erreichen sei und daß die Nation einem so viel wert sein mĂŒĂŸte, daß man ihr seine persönliche Freiheit gern in den Rachen schmeißt. Es will mir allerdings nicht einleuchten, daß ich die Gefahr, in die Luft zu fliegen, dadurch heraufbeschwöre, daß ich in meinen vier WĂ€nden mache was ich will, und daß die Gefahr, in die Luft zu fliegen, dadurch gebannt werden könnte, daß die Regierung weiß, mit wem ich wann und wie oft und wie lange telefoniert habe. Die Formel je-mehr-Freiheit -desto-weniger-Sicherheit-und-je-weniger-Freiheit-desto-mehr-Sicherheit ist nicht nur unsympathisch, sondern auch illusionĂ€r. Und wer nichts zu verbergen hat ist ein Idiot.
Freiheit und Demokratie sind nicht sehr beliebt beim deutschen Menschendurchschnitt. Denn die Freiheit stellt AnsprĂŒche. Freiheit strengt beim Denken mehr an als Unfreiheit. Die Freiheit der Meinung schĂŒtzt zwar vor der Zensur, aber nicht vor der Kritik. Die Freiheit der Meinung ist die Freiheit der Intelligenz, die als störend oft empfunden.
Der legendĂ€re Kleine Mann hat an der Freiheit der Meinung keine rechte Freude, weil sie mir die Freiheit gibt, ihm das Herumschwadronieren seiner GehĂ€ssigkeiten ĂŒbel zu nehmen. Dann mault er: „Das wird man doch wohl noch sagen dĂŒrfen!“ Soll heißen: „Das wird man doch nicht kritisieren dĂŒrfen“.
Eine bestimmte Sorte Mensch, die im Inneren des Landes keineswegs eine kleine Randgruppe bildet, kann sich mangels besserer Einsicht unter der Freiheit der Meinung nichts anderes vorstellen als das Recht, Sauereien von sich zu lassen. Und dann wird dauernd gefragt, ob die Menschen, die den schnauzbĂ€rtigen Haßprediger verachten, sein Machwerk ĂŒberhaupt gelesen haben. Nein. Ich habe das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen. Ich muß es auch nicht lesen. Es ist viel daraus zitiert worden, und ich kann mich nicht entsinnen, daß der Autor jemals reklamiert hĂ€tte, seine Kernthesen seien falsch dargestellt worden. Darum bin ich befugt, das, was ich ĂŒber das Buch von Hörensagen kenne, beim Wort zu nehmen.
Es ist auch Quatsch, wenn der Duisburger Museumsdirektor Raimund Stecker erzĂ€hlt, man dĂŒrfe „diese Themen nicht totschweigen“ und dem Sarrazin im Lehmbruck-Museum ein Forum bietet (WAZ: „BĂŒhne fĂŒr Haß“). Über das Indiskutable nicht zu diskutieren hat nichts mit Totschweigen zu tun. Ich diskutiere auch nicht mit einem HandtaschenrĂ€uber darĂŒber, wem die Handtasche gehört.
Die Phrasen des Stammtisches und solche Ansichten wie der Herr Sarrazin von sich gibt waren noch nie der Zensur unterworfen. Darum hat der legendÀre Kleine Mann gegen Zensur nichts einzuwenden.
Viele sind bereit, auf Freiheit zu verzichten. Nicht weil sie mehr Sicherheit wollen, sondern weil sie weniger Freiheit wollen.

aus DER METZGER 93 (2011)

Der Aufstand

Ich erzÀhle Ihnen zwei Geschichten.
Ich ging an einem frĂŒhen Sonntagmorgen durch Neudorf, um eine Freundin zum Bahnhof zu bringen. Der Weg zum Bahnhof fĂŒhrt, wie Sie wissen, am Gertrud-BĂ€umer-Berufskolleg vorbei, und meine Freundin wollte wissen, wer denn eigentlich Gertrud BĂ€umer gewesen sei.
Gertrud BĂ€umer, antwortete ich, war eine prominente Publizistin zur Zeit der Weimarer Republik, sehr patriotisch und so eine Art Reichs-Anstandsdame, die sich fĂŒr ein Schmutz-und-Schund-Gesetz einsetzte.
„Aha“, sagte meine Freundin, „so eine Art Alice Schwarzer der 20er Jahre.“
Ich konnte das weder verneinen noch bejahen, denn meine Freundin kannte Alice Schwarzer besser als ich, weil sie eine Zeitlang in deren Kölner Verlagsunternehmen gearbeitet hatte, bevor sie dort im Streit ausschied (siehe DER METZGER 54).
Die zweite Geschichte ist etwas lÀnger her. Das war zu Zeiten des Eschhaus-Buchladens. Da erschienen eines Abends zwei junge Frauen mit zweierlei Anliegen.
Erstens: Sie wollten mich dafĂŒr engagieren, eine von der Gruppe, fĂŒr die sie sprachen, herausgegebene InfobroschĂŒre zu verbreiten.
Zweitens: Sie teilten mir mit, daß es in ihren Kreisen mißbilligend registriert worden sei, daß im Eschhaus-Buchladen kaum beziehungsweise ĂŒberhaupt nicht „Literatur der Frauenbewegung“ zu finden sei, und sie wirkten auf mich ein, diesem Übelstand abzuhelfen. Sie redeten mit sehr ernsten Gesichtern und erklĂ€rten mir ihr Anliegen, so wie man einem kleinen Kind etwas erklĂ€rt (und ich zweifelte nicht daran, daß sie beizeiten ihren Tonfall Ă€ndern wĂŒrden).
Der Inhalt der besagten InfobroschĂŒre war nicht originell: Daß an allem, was in der Welt schieflĂ€uft, die MĂ€nner schuld sind (sowas nehme ich grundsĂ€tzlich persönlich), und außerdem sind die Linken die Allerschlimmsten, weil es sich bei denen um eine „MĂ€nnerbewegung“ handelt – also etwas, was man schon hundertmal gelesen hatte.
Trotzdem war ich erstaunt: DarĂŒber, daß sie mit dem sonnigsten GemĂŒt von der Welt fĂŒr ihren Feldzug gegen die Linke deren Instrumentarium in Anspruch nehmen zu können glaubten (sofern man den Eschhaus-Buchladen diesem Instrumentarium zurechnen mag).
Das habe ich denen aber nicht gesagt. Ich habe sie nur gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, den METZGER in FrauenlÀden und Frauenzentren auszulegen. Da guckten sie mich an, als wÀre ich vom anderen Stern. Die Verhandlung war beendet.
Das muß man sich mal vorstellen: Die kommen zu mir mit diesem Anliegen: „Guten Tag, wir  wollen Ihre PlĂ€ne durchkreuzen, und wir möchten gerne in der Welt verbreiten, daß Sie ein Arschloch sind. WĂŒrden Sie uns dabei bitte behilflich sein?“ Und wenn ich dann antworte: „Nein, dabei möchte ich Ihnen nicht behilflich sein“, dann fallen die aus allen Wolken und verstehen die Welt nicht mehr. Die scheuen sich nicht, mich zu verleumden, aber sie wollen trotzdem von mir liebgehabt werden. Diese Frauen sind vor allem Töchter: der Alte Herr ist ihnen „total peinlich“, aber fĂŒr ihre Klamotten soll Papi die Kohle rausrĂŒcken. Ist alles „nicht so gemeint“, alles nur ein Gesellschaftsspiel. Schlimm nur, daß ich grundsĂ€tzlich jeden beim Wort nehme.


Alice Schwarzer hat in der Frankfurter Rundschau fĂŒr die Abschaffung des Internationalen Frauentages plĂ€diert: „Woher kommt der eigentlich? Von der Frauenbewegung auf jeden Fall nicht. In den 1970er Jahren kannten wir keinen 8. MĂ€rz.“ Das ist Quatsch. Seit der EinfĂŒhrung des Gregorianischen Kalenders hat es jedes Jahr einen 8. MĂ€rz gegeben, auch in den 70er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts. Sie will – mit den ihr zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln – auf etwas anderes hinaus: Weiterlesen

Leberwurst. Das Leben der MĂ€nner.

(Fortsetzung von gestern)

Daß der Mann immer im Mittelpunkt weiblichen Erlebens stehen muß, beklagte Christa Bernuth im Spiegel als Reduzierung der Handlungsmöglichkeiten in „Frauenromanen“ (siehe gestern). Ob nicht nur derlei Romane, sondern auch das wahre Leben derart reduziert ist, oder anders gesagt: ob Frauen eines gewissen Alters wirklich dauernd nur ĂŒber MĂ€nner reden (ĂŒber sie herziehen, von ihnen schwĂ€rmen oder beides gleichzeitig) weiß ich nicht. Daß der Umkehrschluß nicht zutrifft, weiß ich. Entgegen der weitverbreiteten Annahme von Frauen eines gewissen Alters reden MĂ€nner nicht dauernd ĂŒber Frauen. Sie reden eigentlich nie ĂŒber Frauen – und ĂŒber Sex schon mal gar nicht (das tun nur den Mund vollnehmend pubertierende Knaben). MĂ€nner, die ĂŒber Sex reden, gehen damit anderen MĂ€nnern auf die Nerven. MĂ€nner reden auch nicht fortwĂ€hrend ĂŒber Fußball und ĂŒber Autos. Über Autos wird nur geredet, wenn die Karre mal wieder in die Werkstatt mußte oder wenn eine Neuanschaffung ansteht. Über Fußball wird kaum mehr gesagt als etwa: „Kuxe heute abend auch Schalke gegen Intermailand?“ Mehr kaum.
Wenn ĂŒber Politik geredet wird, wird meistens nicht mehr gesagt als daß „die dat Geld zum Fenster rauswerfen“.
WorĂŒber reden MĂ€nner also, wenn sie unter sich sind?
Ein beliebtes Thema ist: der Beruf.
Ein weiteres beliebtes Thema ist: der Urlaub.
Das Thema, worĂŒber MĂ€nner sich stundenlang unterhalten können, ist: die alten Bekannten.
„Weisse, wen ich getroffen hab? Den Heinz.“ – „Ach! Wat macht der denn? Is der noch bei Thyssen?“ – „NĂ€. Der is jetz auch in Rente.“ – „Weisse, wann ich den zum letzten Mal gesehen hab? Beim Geburtstag von dem Kurt. Da war der Herbert doch auch dabei. Der is jetz Oppa geworden.“
So – etwa – verlĂ€uft das Leben der MĂ€nner.

aus DER METZGER 92 (2010)

Leberwurst. Ein Kult-Seller tauchte mal wieder auf.

Jedes Jahrzehnt bringt seine eigenen VerrĂŒcktheiten hervor. Es war in den 80er Jahren, da stĂŒrmte ein TrĂŒppchen junger Damen auf dem Sonnenwall in einen „Sex-Shop“, veranstaltete darin allerhand Remmidemmi, beschĂ€digte wohl auch den einen oder anderen Gegenstand.
Ein paar Minuten spÀter nahm die Polizei die Personalien auf.
Die MĂ€dels hatten sich nĂ€mlich nicht etwa aus dem Staub gemacht, sondern sich in etwa 40 Metern Entfernung in einem StraßencafĂ© niedergelassen und mit Ausgelassenheit und LautstĂ€rke ihre „Aktion“ gefeiert.
Die sich als „Frauenbewegung“ mißverstanden, waren eigentlich eine Töchterbewegung, und in diesem Fall hatten sie die Redensart vom „Vater Staat“ zu wörtlich genommen. Der in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts im Zerfall befindlichen bĂŒrgerlichen Familie entstammend, wĂ€hnten sie sich sicher, daß kleine und große Dummdreistigkeiten kaum grĂ¶ĂŸere Sanktionen nach sich ziehen könnten, als hĂ€tten sie zu ihrem taschengeldzahlenden Herrn Papa „Du nervst, Alter!“ gesagt.
Als eine, die ebenfalls meinte, sich alles herausnehmen zu können, erlangte eine Hamburger PubertĂ€tsperpetuiererin namens Svende Merian BerĂŒhmtheit. Aus EnttĂ€uschung ĂŒber einen Liebhaber schmierte sie mit Farbe fĂŒr alle Welt sichtbar auf ein Fenster seiner Wohnung den Spruch „Hier wohnt ein Frauenfeind“.
Es wĂ€re weniger hochtrabend, dafĂŒr zutreffend (aber immer noch strafbar) gewesen, hĂ€tte sie mitgeteilt, daß dort einer wohnte, von dem als Liebhaber sie enttĂ€uscht war – wobei dann aber immer noch eine Reflexion darĂŒber gefehlt hĂ€tte, ob die EnttĂ€uschung aus dem Angebot des Liebhabers oder aus eigenen falschen Erwartungen resultierte. Aber nein: der Beziehungsknatsch mußte als Weltereignis prĂ€sentiert werden. In dem Wahn, alle Frauen der Welt zu verkörpern, erklĂ€rte sie als mangelhaft empfundene Zuwendung zur Feindlichkeit und den enttĂ€uschenden Liebhaber zum Feind aller Frauen, etwa nach dem Motto: Was du mir vorenthalten hast, hast du allen Frauen vorenthalten – ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, ob eine oder alle Frauen das, was ihnen da durch die Lappen gegangen sein mag, ĂŒberhaupt verlangen können.
Sie hat es aber nicht bei dieser einen Schmiererei belassen, sondern ein Buch geschrieben, dem sie den sinnigen Titel „Der Tod des MĂ€rchenprinzen“ gab.
Der „MĂ€rchenprinz“ hat allerdings keineswegs den Tod erlitten – weder im wahren Leben, noch hat sie ihre dichterische Freiheit dahingehend genutzt, ihn abweichend vom wahren Geschehen eines fiktionalen Todes sterben zu lassen. Hatte sie eine literarische Abschlachtung im Sinn, einen Ruf-Mord? Seltsam ist der Titel auch deshalb, weil die Autorin, die sich als emanzipiert und progressiv geriert, unfreiwillig Weiterlesen

DER METZGER wird 100: SchreibmĂŒtze? Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee. nee!

Ein weiterer Auszug aus „‚Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.‘ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter“ in DER METZGER Nr. 100 (Mai 2012):

Pelikan: Wie schreibst du? Computer? Maschine? Hand? Bleistift? FĂŒllfederhalter Marke Pelikan?

Computer.

Pelikan: Wo schreibst du? Wann schreibst du?

Ich schreibe in der Abgeschiedenheit meiner vier WÀnde, nachts, meistens samstags nachts, weil man dann Zeit hat, weil am nÀchsten Tag kein Wecker klingelt. Und so dehne ich den Samstagabend mitunter bis zum Sonntagvormittag aus.

Pelikan: Du hast doch gesagt, du hörst eh‘ keinen Wecker.

Eben. Sonntags habe ich ja meistens nichts vor und kann dann Ende offen arbeiten, brauche nicht darauf zu achten, daß ich ja dann doch mal abbrechen mĂŒĂŸte, weil ich ein bißchen Schlaf brauche. Ich kann die Samstag Nacht ausdehnen. Ich gehe dann schlafen, wenn die SpĂ€taufsteher sonntags aufstehen.

Pelikan: Du schreibst jeden Samstag?

In der Regel ja.

Pelikan: Nur fĂŒr den Metzger? Oder ĂŒberhaupt schreiben?

Überhaupt schreiben. Ich schreibe ja, was ich frĂŒher nicht fĂŒr möglich gehalten habe, auch fĂŒr die Schublade, wo ich gar keine Vorstellung davon habe, ob das jemals und wie das jemals veröffentlicht werden sollte.
Und im Schlafanzug. Ich sitze da im Schlafanzug. Ich bin mittlerweile dazu ĂŒbergegangen, den Schlafanzug nicht erst dann anzuziehen, wenn ich mich zu Bett lege, sondern sobald ich zu Hause bin und dann am Abend nichts mehr vorhabe, also nicht mehr aus dem Haus gehen muß. In meinen vier WĂ€nden bin ich ein Fanatiker der Behaglichkeit. Brecht sagte schon: Zum Lernen soll man eine bequeme Haltung einnehmen. Bequemlichkeit der Haltung macht den Kopf frei. Dann kann man denken, wenn man sich völlig entspannen kann.
Es sind immer zwei Arbeitsphasen: Die Rohfassung, und dann grĂŒndliche Überarbeitung.

Pelikan: Wenn du soweit bist, daß du glaubst, daß du das komplette Material fĂŒr einen METZGER zusammen hast? Oder nach jedem Artikel?

Nach jedem StĂŒck. Das wird erst in der Rohfassung hergestellt, und dann wird es grĂŒndlich ĂŒberarbeitet.
Das ist aber nicht alles. Das „Schreiben“ fĂ€ngt eigentlich schon vorher an, ohne den Bildschirm und die Tastatur vor mir zu haben. NĂ€mlich: Ich mache sehr gern sehr ausgedehnte SpaziergĂ€nge. Da setzen sich Assoziationsketten in Gang. Wenn ich von einem Spaziergang – die dauern manchmal einen halben Tag – zurĂŒckkomme, dann zieht es mich an den Schreibtisch, dann habe ich EinfĂ€lle gehabt. In der letzten Zeit bin ich auch viel mit dem Fotoapparat unterwegs. Ich hab mir ĂŒberlegt: Man könnte gut die Texte illustrieren mit den Bildern von den Landschaften, die ich gesehen habe, als mir das einfiel. Dann denken die Leute: Was hat denn jetzt diese Landschaftsaufnahme mit dem Thema zu tun? Das ist ein sehr enger Zusammenhang. Man sieht das, was ich gesehen habe, wĂ€hrend mir das eingefallen ist.
Ich erinnere an Friedrich Nietzsche, der mal gesagt hat: Mißtraue einem Gedanken, der nicht beim Gehen entstanden ist.
Was sich im Laufe der Zeit auch verĂ€ndert hat: frĂŒher waren meine Arbeiten immer nach Gattungen unterscheidbar. Dann habe ich eine Glosse geschrieben, dann habe ich einen Aufsatz geschrieben. Heute verbindet sich das alles. Man kann den einen oder anderen Text ebenso der erzĂ€hlenden Prosa wie der Essayistik zuordnen.
In der Nationalbibliografie habe ich ĂŒber mich gelesen: Helmut Loeven, geboren 1949, Glossenschreiber. Das ist alles, die gesamte Biografie, die in der Nationalbibliothek drinsteht. Das ist nicht ganz falsch.
Ich habe frĂŒher oft sehr lange AufsĂ€tze geschrieben, und hab dafĂŒr gesammelt und recherchiert und Notizen gemacht und alle in einen Kasten reingelegt, Zeitungsausschnitte, die dazu paßten. Heute mache ich das anders. Ich erinnere mich an ein Zitat von Karl Kraus, der mal gesagt hat: Ich achte auf das, was der Wind durchs offene Fenster hineinweht. Also das, was ich so mitkriege, ohne daß ich etwas hinterherlaufen mĂŒĂŸte. Und das, was mir so einfĂ€llt, oder woran ich mich plötzlich erinnere. Ich hab beim letzten Klassentreffen, als ĂŒber Sachen von frĂŒher erzĂ€hlt wurde, und wo ich gesagt habe: Neenee, das war gar nicht so, das war ganz anders, oder das hat der nicht so gesagt, sondern der hat das so gesagt, da sagte man mir: Mensch, du hast ja ein fotografisches GedĂ€chtnis. Da habe ich gesagt: Erinnern ist meine HauptbeschĂ€ftigung. Das ist vielleicht auch die Kunst. Es gibt allerdings auch Erinnerungstechniken. Zum Beispiel suche ich gerne Orte auf, die ich von frĂŒher kenne, manchmal nach Jahren oder nach Jahrzehnten. Das setzt Assoziationsketten und Erinnerungsketten in Gang.


Ich produziere nicht pure Texte. Das pure Schreiben wĂŒrde mich nicht interessieren. Sondern ich ĂŒberlege immer auch, wie das zu prĂ€sentieren ist. Also beim Schreiben auch an Typographie denken, wie ein Text illustriert wird, also einen Text nicht nur schreiben, sondern den auch edieren, also FlĂ€che gestalten, mit Bildern in Zusammenhang bringen. Ein Text ist auch ein Bild.
Ich zeichne auch Karikaturen, und das geht bis zum Film.
Ich mache mir auch immer Gedanken darĂŒber: Ein Text muß klingen. Wenn ich was schreibe, dann ĂŒberlege ich: Wie klingt das? Denn die ursprĂŒnglichste Form der Literatur ist ja nicht das Geschriebene und Gelesene, sondern das Gesprochene und Gehörte. Die ersten Lyriker waren die BĂ€nkelsĂ€nger, die ersten Prosaisten waren die MĂ€rchenerzĂ€hler auf dem Marktplatz. Ich finde: Auch Prosa muß einen Rhythmus haben. Man muß immer darauf achten: Wie klingt das, was ich da schreibe. Darum halte ich auch gerne VortrĂ€ge vor Publikum.

Die HĂŒttenschenke in HĂŒttenheim.
Was will der KĂŒnstler damit sagen?

Pelikan: Samstags ist dein Schlafanzug also quasi dein Schreibanzug.

Das ist meine Arbeitskleidung. Vielleicht fragt mich mal jemand, ob ich mir nicht vielleicht auch noch ‘ne SchlafmĂŒtze aufsetzen sollte. Aber ich wĂŒĂŸte nicht, inwieweit die SchlafmĂŒtze, die ZipfelmĂŒtze zur Steigerung der Behaglichkeit beitragen könnte. Eine SchlafmĂŒtze ist nicht nötig.

Pelikan: Eine SchreibmĂŒtze brauchst du nicht.

SchreibmĂŒtze? Nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee, nee. nee.

Das ganze GesprÀch ist auf Papier nachzulesen in DER METZGER Nr. 100,
und im Netz bei Gasolin Connection.
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro fĂŒr die nĂ€chsten 10 Ausgaben oder 50 Euro fĂŒr alle zukĂŒnftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhÀltlich. Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.

Mehr BĂŒrokratie tĂ€te uns allen gut

Im Fernsehen redet einer dieser neoliberalen SchwĂ€tzer, der als „Philosoph“ Unternehmer berĂ€t, und er beklagt sich dabei, daß wir seit Generationen von Politikern regiert werden, die den BĂŒrgern mißtrauen.
Was fĂŒr eine Erkenntnis aber auch! Als ob Regierung und Gesetzgebung jemals etwas anderes gewesen wĂ€re und etwas anderes sein könnte!
Werfen wir doch mal einen Blick in eines der Hauptwerke der Gesetzgebung: in das Strafgesetzbuch. Das ganze Werk ist durchweht vom Geist des Mißtrauens. Der Gesetzgeber traut uns zu, daß wir die Leute betrĂŒgen (§ 263), in einer Kirche ruhestörenden LĂ€rm verursachen (§ 167), jemandem widerrechtlich etwas wegnehmen (§ 242), Amtspersonen beleidigen (§ 196), unbefugt in KĂŒstengewĂ€ssern fischen (§ 296a) und groben Unfug anstellen (§ 360). Der Gesetzgeber hat sich in seiner Weisheit keineswegs damit begnĂŒgt, den Menschen von derlei Handlungen abzuraten, sondern diese unter Strafe gestellt. Denn der Gesetzgeber vermutet, daß die Leute sich nicht aus Freundlichkeit, Wohlerzogenheit und Einsicht an die Gesetze halten, sondern, tĂ€ten sie es nicht, Nachteile auf sich ziehen wĂŒrden, die sie lieber vermeiden. Im Strafgesetzbuch steht nicht: „Wenn du nicht klaust, kriegst du ein Bonbon“, sondern: „Wenn du klaust, wirst du eingesperrt“.
So kann man also annehmen, daß all die MißstĂ€nde, die die Neoliberalen beklagen, gar keine MißstĂ€nde sind, sondern nur als solche an die Wand gemalt werden. Subventionen? Wieso eigentlich nicht? Die Steuern sind zu hoch? Ach was! Die Lohnnebenkosten mĂŒssen gesenkt werden? Wieso eigentlich? Straßenverkehrsordnung? Ja bitte! Die Neoliberalen wollen nĂ€mlich am liebsten die Verkehrsregeln durch die KrĂ€fte des Marktes ersetzen, will heißen: Je dicker das Auto desto Vorfahrt. Und wenn immer wieder die „BĂŒrokratie“ beklagt wird, dann ist damit nichts anderes gemeint als die simple Verwaltung, auf die eine hochentwickelte, diversifizierte Industriegesellschaft lieber nicht verzichten sollte.
aus DER METZGER 73 (2005)

Die Erde ist rund, und es gibt „Debatten“

Daß die Erde nicht flach, sondern rund ist, ist hie und da sogar schon zu einer simplen Doktrin geworden. Da kann die Jungle World nicht untĂ€tig bleiben, die seit ĂŒber einem Jahrzehnt als Dogmen-Spezialist wirksam ist. Sie brachte eine als „Dossier“ titulierte sechsseitige WortanhĂ€ufung unter dem Titel „Ein PlĂ€doyer fĂŒr einen Feminismus in der antideutschen Gesellschaftskritik“, verfaßt von Leuten, die, anstatt sich mit Vor- und Nachnamen vorzustellen, als „Antifaschistischer Frauenblock Leipzig“, abgekĂŒrzt „AFBL“ in Erscheinung treten. Und so hört sich das auch an. So redet kein Mensch. So redet eine Gruppe.
So geht es los:
„Der antideutschen Kritik ist es unter anderem zu verdanken, daß in einem langwierigen Prozeß bis dato zumeist selbstverstĂ€ndliche linke Standards nicht unreflektiert blieben.“ Ach nee! „Diese BanalitĂ€t (das steht da wirklich: „BanalitĂ€t“) ist weiterreichend, als sich auf den ersten Blick vermuten lĂ€ĂŸt. … Es wurde mit der die Linke zweifellos spaltenden Diskussion möglich, … die erworbenen TheorieversatzstĂŒcke grundlegend infragezustellen. … Antisemitismus auf die Agenda insbesondere einer Linken in Deutschland zu setzen, war nur möglich mit dem Aufgeben bisheriger Sicherheiten, die hie und da schon zu Dogmen geworden waren.“
Was hat diese „eine Linke in Deutschland“ in den letzten Jahrzehnten denn anderes veranstaltet als einen Wettbewerb, wer zuerst die „bisherigen Sicherheiten“ aufgibt? Diese „eine Linke in Deutschland“ wechselt die Meinungen schneller als die Hemden. Umso konstanter ist ihr geschwollener Jargon, das einzige, das nicht ĂŒber Bord geht. Die sorgsam satzverlĂ€ngernden Partizipien sind die Nippes-Figuren ihrer Sprache. Floskeln wie „unter anderem“, „zumeist“, „insbesondere“ dienen nicht nur dazu, den SĂ€tzen die LĂ€nge eines Bandwurms und dem ganzen Text die QuantitĂ€t einer theoretischen Abhandlung zu geben, sondern auch dazu, die Aussagen einzuschmieren, damit sie aalglatt werden und jeder Widerspruch abrutscht. Dabei passieren dann solche SatzbeinbrĂŒche wie der, der Antisemitismus sei „auf die Agenda zu setzen“.
In dem „Dossier“ geht es wohl irgendwie um die weltbewegende Frage „Wie halten es die Antideutschen mit dem Feminismus“. Als ob das nicht piepegal wĂ€re, wie die Antideutschen es mit dem Feminismus halten!
Umgekehrt wird ein Pantoffel draus: Wie halten es die letzten Mohikanerinnen des Feminismus mit den Antideutschen?
Die Manie, ĂŒberall unbedingt dabeisein zu mĂŒssen, wo die letzten Mohikaner der „undogmatischen“ Linken „Debatten“ zelebrieren, treibt sie an. Wenn irgendwo ein Tisch steht, an dem drei Leute sitzen, mĂŒssen die sich unbedingt dazusetzen, um ihren Sermon aus abgestandenen Phrasen anzubringen. Alles schon hundert mal gelesen, alles schon hundert mal gehört und alles schon hundert mal begĂ€hnt und beschnarcht. Die sind vor gar nichts fies und schrecken noch nicht einmal davor zurĂŒck, sich bei der Idiotensekte der Bahamiten anzubiedern.
Nun ja. Wer weiß, wozu es gut ist.
aus DER METZGER 83 (2009)

DER METZGER wird 100: Der schönste Arsch der Welt

Ein weiterer Auszug aus „‚Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.‘ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter“ in DER METZGER Nr. 100 (Mai 2012):

Pelikan: Ist DER METZGER ein Sex-Blatt?

Ja selbstverstÀndlich!

Pelikan: Hattest du eine Leserreaktion zu dem Thema?

Ich erinnere mich: Ich begegnete mal, das war 1972, auf dem Bahnhofsvorplatz dem Herrn Walter Schabronat. Das war ein Zufall, da war irgendwas los, irgendsoeine Zusammenkunft oder irgendsoeine Kundgebung. Ich ging da entlang, und da traf ich den Herrn Schabronat, seines Zeichens Kriminalhauptkommissar, fĂŒr das politische Ressort zustĂ€ndig. Es verband sich zwischen ihm und den Leuten, die er beobachtete, so eine Haßliebe. Ich wußte damals noch nicht, daß er außerdem noch tĂ€tig war als Kundschafter der Hauptverwaltung AufklĂ€rung des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik. Und der sagte mir: Na, Herr Loeven, Sie haben aus Ihrer Zeitung ja jetzt so eine Sankt-Pauli-Zeitung gemacht. Da war gerade die Nummer 18 erschienen, vielleicht sollte man die sich mal angucken, was ist denn da so Sankt-Paulihaftes dabei?
Viele Jahre spĂ€ter erschien mal jemand bei mir in der Buchhandlung, der war Mitarbeiter von „Who is who“, diesem Prominentenlexikon, und gab mir einen Fragebogen. Er sagte, es wĂ€re ein Vorschlag gewesen, ich sollte in das „Who is who“ als Prominenter hinein. Ich habe den Fragebogen allerdings nie abgeschickt. Da war auch eine Rubrik: Hobby. Da hab ich ĂŒberlegt: was schreibe ich denn unter Hobby. Da wollte ich reinschreiben: das Fotografieren nackter Frauen.

Das Original: Stefanie H. (in der Buchhandlung WeltbĂŒhne)

Ich habe zum Beispiel gern Fotografien gedruckt von der 18jĂ€hrigen Stefanie H., die in mehreren Ausgaben unbekleidet zu bewundern ist in meiner Zeitung. Und daraufhin bekam ich erheblichen Ärger mit der Mitarbeiterin Erika B., die ja, wie bereits erwĂ€hnt, eine Zeitlang in der Emma-Redaktion gearbeitet hatte.

Das andere Original: Erika B. (selbstportrÀtiert)

Die fand das nicht gut, und zwar, daß nicht SIE da abgebildet worden ist. Ich hab ihr gesagt: Ja, meinegĂŒte! Du warst doch schon öfter nackig in meiner Zeitung. Aber: „Egal! Eine andere hat da gar nichts zu suchen“, meinte sie, „wieso nimmst du da eine andere?“ SIE hĂ€tte doch den schönsten Arsch der Welt! Was ich ihr dann auch bestĂ€tigt habe. Das habe ich allerdings auch anderen gesagt. Sie schickte mir daraufhin eine Zeichnung, ein SelbstportrĂ€t von sich, eine Aktzeichnung, und sie schrieb darunter: Das ist gute alte linke Publizistik. Sie sprach darauf an, daß es frĂŒher in linken BlĂ€ttern wohl ĂŒblich war, daß da auch Sex-Fotos erschienen sind, und das wĂ€re eben eine gute Tradition, die leider verlorengegangen sei und nur noch in einer einzigen linken Zeitschrift weitergefĂŒhrt wird.

Konkret entschuldigt sich ja alle Vierteljahre fĂŒr ihre pornografische Vergangenheit.

Erika als Covergirl

Ein kluger Mann hat mal gesagt (ich zitiere aus einer unveröffentlichten Rede):
„Ich stehe dafĂŒr ein, die SexualitĂ€t von Doppelmoral, Angst, SĂŒnde und SchulgefĂŒhlen zu befreien, das Schuldprinzip durch das Lustprinzip zu ersetzen, der SexualitĂ€t einen Raum in der Öffentlichkeit zu reklamieren, fĂŒr die SexualitĂ€t einen Raum auch außerhalb fester Partnerbeziehungen zu reklamieren. Befreiung der SexualitĂ€t ist gleichbedeutend mit Reflexion und Ästhetisierung… Der Angriff auf die von SchulgefĂŒhlen und Tabus beladene bĂŒrgerliche Sexualmoral ist eine der besten Traditionen der Linken. Diese Tradition wurde verraten, oder besser gesagt: schlichtweg vergessen. Die Linke kriecht der Frauenbewegung hinterher oder hastet ihr mit vorauseilendem Gehorsam voraus, und merkt nicht, daß die Frauenbewegung an den tradierten weiblichen sexuellen Konservatismus appelliert.“
Der kluge Mann war ich.

„Der schönste Arsch der Welt“

Ein anderer kluger Mann hat mir einen Brief geschrieben: Ich sollte nicht solche Theorien verbreiten. Ich sollte das einfach machen, weil es schön ist und weil es geil ist.
Hat er recht oder hat er Unrecht? Ich finde, er hat recht. Aber so wie ich das mache ist auch richtig. NĂ€mlich indem ich sage: indem ich mich auf die Debattenebene begebe, stecke ich euch auch alle in die Tasche.
Die Magda hat mal eine Zeitlang immer wieder den Satz gesprochen, wenn wir mal wieder zu tun hatten mit linkem Dogmatismus, mit wahnhaft gesteigerter Vernageltheit des Feminismus oder mit der Selbstsicherheit der Ignoranten: „Da hilft nur noch eine pornografische Offensive.“ Wo man mit Argumenten, Informationen und Fakten ĂŒberhaupt nichts mehr ausrichten kann, da muß man reizen. Da bleibt einem gar nichts anderes ĂŒbrig. Und das ist immer noch wirksam. Man möchte ja die einen erfreuen und die anderen schockieren. Und dazu bedarf es nur einer einzigen Strategie.
Von Obelix (Ripperger) stammt der Satz: „Politik ist wichtig, muß aber auch Spaß machen.“ Und ich sage: „Pornografie ist wichtig, muß aber auch schön sein“.

Das ganze GesprÀch ist auf Papier nachzulesen in DER METZGER Nr. 100,
und im Netz bei Gasolin Connection.
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro fĂŒr die nĂ€chsten 10 Ausgaben oder 50 Euro fĂŒr alle zukĂŒnftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhÀltlich. Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.

DER METZGER wird 100: Ist die Alternative eine Alternative?

Ein weiterer Auszug aus „‚Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.‘ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter“ in DER METZGER Nr. 100 (Mai 2012):

Hafenstaedter: In den frĂŒhen Ausgaben des METZGER sieht man sehr viele Anzeigen aus der Alternativszene. Wie war das VerhĂ€ltnis des METZGER zu anderen BlĂ€ttern und alternativen Projekten. Wie hat er sich damals schon von diesen unterschieden?

Die unterschieden sich alle voneinander. Da war keiner wie der andere. Wenn man sich die Underground-Zeitungen dieser frĂŒhen Phase ansieht. Die waren alle gleichweit voneinander entfernt, und waren aber doch in einem regen Austausch miteinander, und auch sehr praktisch. Man hat sich gegenseitig geholfen, eben z.B. durch Austausch von Anzeigen. Das war eine sehr wirksame Werbung, und man hatte auf diese Weise auch selber Werbung in der Zeitung drin. Denn ich finde: In eine Zeitung gehört auch Werbung rein, das muß man den Lesern schon bieten.
Es gab auch mehrere Konferenzen, wo man sich getroffen hat, und weil die Leute so verschieden waren, haben sie sich auch ganz gut vertragen. Das kann man heute vielleicht sich nicht so vorstellen, daß Individualisten, die ganz verschiedene AnsĂ€tze hatten, gut miteinander auskamen. Aber in Wirklichkeit ist es ja auch so: Je Ă€hnlicher die Leute sich sind, je Ă€hnlicher ihre Ansichten, desto zerstrittener sind sie miteinander. Die Zerstrittenheit der Gleichförmigen.


Aber ĂŒber welche Zeit reden wir? Es kam danach, und zwar sehr bald, eine Zeit, wo die Alternativ-Bewegung ihren Charakter verĂ€nderte. Ich mag dieses Wort auch nicht mehr hören, weil man damit heute etwas anderes assoziiert. „Alternativ“ – das heißt „anders geboren“ wörtlich ĂŒbersetzt. Das verflachte zu so einer Art moralischer Erneuerungsbewegung. Kommunen verflachten zu Wohngemeinschaften, und die verflachten dann sogar noch weiter zur WG. Ich hab in zwei Kommunen gelebt. […]
Trotzdem sage ich mit Stolz, daß ich nie in einer Wohngemeinschaft gelebt habe.
Dann kam auch noch so etwas hinzu: Das Postulat der KollektivitĂ€t. Das, was Wiglaf Droste mal bezeichnet hat als den „Mief der Gruppe“. Dem Individuum wurde mißtraut. Das wurde geradezu unterdrĂŒckt. Wenn mal jemand was auf eigene Faust tat, fĂŒr eine Sache allein verantwortlich war, das KONNTE ja nichts sein. Das ging gar nicht. Man wurde auch immer als Gruppe angesprochen. Wenn ich einen Brief kriegte, wurde ich in der zweiten Person im Plural angesprochen. Wenn ich beschimpft wurde, wurde ich auch in der zweiten Person Plural beschimpft.
Also dann wurde der Unterschied doch schon sehr groß.

Pelikan: Aber die haben sich nicht so sehr als Konkurrenten verstanden?

Nee, ganz und gar nicht.

Das ganze GesprÀch ist auf Papier nachzulesen in DER METZGER Nr. 100,
und im Netz bei Gasolin Connection.
Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro fĂŒr die nĂ€chsten 10 Ausgaben oder 50 Euro fĂŒr alle zukĂŒnftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhÀltlich. Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.

Chonique Scandaleuse

Mit der Einrichtung von Bundesamt und LandesĂ€mtern fĂŒr Verfassungsschutz 1950 begann eine Chronik der Skandale und MerkwĂŒrdigkeiten. Eine Übersicht (Stand: Februar 2012).

1953: Die „ Vulkan-AffĂ€re“. Aufgrund eines Dossiers des Verfassungsschutzes wurden in einer Operation mit dem Decknamen „Vulkan“ ĂŒber dreißig Personen verhaftet, denen Wirtschaftsspionage fĂŒr die DDR vorgeworfen wurde. Die VorwĂŒrfe erwiesen sich als haltlos. Einer der zu Unrecht VerdĂ€chtigten beging in der Haft Selbstmord.

1954: Die John-AffĂ€re: Otto John,  erster Chef des Verfassungsschutzes, floh in die DDR. Johns Motive wurden nie geklĂ€rt. John kehrte in die BRD zurĂŒck und erklĂ€rte – wenig glaubhaft –, er sei entfĂŒhrt worden.
Sein Nachfolger, Hubert SchrĂŒbbers, wurde in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, weil seine Verwicklung in die Terrorjustiz des Naziregimes herausgekommen war.

1956 ff: Das KPD-Verbot. Das vom Bundesverfassungsgericht erlassene Verbot der KPD wurde von herrschenden Kreisen in der BRD dazu genutzt, den Kalten Krieg im Inneren des Landes zu fĂŒhren und alle oppositionellen fortschrittlichen Bestrebungen zu kriminalisieren (siehe DER METZGER 78 et al). Hunderttausende Ermittlungsverfahren wurden eröffnet, tausende Verhaftungen durchgefĂŒhrt. Die VerfassungsschutzĂ€mter versorgten Polizei, Justiz und Presse mit „Informationen“.

1963: Die Telefon-AffÀre. Das Kölner Amt hatte Weiterlesen

Carpe diem

Der griechische Philosoph Epikur lebte wahrscheinlich von 341 bis 270 v.u.Z. Er darf als einer der BegrĂŒnder des Materialismus gelten. Die Atomtheorie des Demokrit, wonach die Materie sich aus kleinsten, unteilbaren Teilen zusammensetzt, griff er auf und entwickelte sie weiter. Die Materie sei eine verĂ€nderliche Zusammensetzung unverĂ€nderlicher Atome. Auch die Seele, die im ganzen Körper vorhanden sei, auch die Götter seien Gebilde aus Atomen. FĂŒr ihn war nur die wahrnehmbare materielle RealitĂ€t Quelle der Erkenntnis. Den Glauben an Schöpfung und Vorsehung, an die Lenkung des Menschenschicksals durch die Götter lehnte er ab.

Epikur, Louvre

Epikur ist der Nachwelt am meisten dadurch bekannt, daß er die Freude am Leben fĂŒr den eigentlichen Sinn des Lebens hielt. Die höchste aller LĂŒste ist die Lust zu leben selbst. Um sie zu entfalten, muß die Furcht ĂŒberwunden werden, so auch die Furcht vor den Göttern. Die Freundschaft war fĂŒr Epikur die der Daseinsfreude am meisten förderliche Art der zwischenmenschlichen Beziehung.
Um sein bescheidenes Haus in Athen legte er den Garten Kepos an, wo er seine SchĂŒler und AnhĂ€nger empfing. Darunter waren, ganz den Konventionen der Zeit widersprechend, auch Ehepaare, Frauen (HetĂ€ren) und Sklaven.
GerĂŒchte ĂŒber Exzesse im Garten Kepos zeigen das UnverstĂ€ndnis der Zeitgenossen. Denn im Garten Kepos sollten die Begierden nicht gereizt, sondern gestillt werden.
„Einen guten Koch erkennt man an den einfachen Gerichten“, lautet ein Sprichwort. Epikur meinte: Zum Lebensgenuß gelangt der an ehesten, der auch fĂ€hig ist, sich zu bescheiden. Die sinnlichen Begierden sollten sich zunĂ€chst auf die kleinen, leicht erreichbaren Freuden richten. Nach dem Unerreichbaren zu streben ist töricht. Die Gier steht der Lust im Weg. Wer zum Genießen viel braucht, dem fehlt die FĂ€higkeit zum Genießen. Der GenußfĂ€hige wird einem StĂŒck Brot mehr Genuß abgewinnen als der Gierige einem ĂŒppigen Mahl. Es verlangt uns nicht nach aufwendigen Gerichten; Es verlangt uns nach guten Köchen.
Man wird leicht auf den Gedanken kommen, daß in der Hippie-Kultur des Zwanzigsten Jahrhunderts, vom Zeitenwandel nicht unberĂŒhrt, der Hedonismus der Epikureer am authentischsten umgesetzt wurde, ein Hedonismus, fĂŒr den der Verzicht auf materiellen Überfluß charakteristisch ist.
Die Freuden des Lebens sind in großen und kleinen Varianten zu erleben. Es gibt die Große Liebe, die erfĂŒllende, ausschließliche zu dem oder der einen Einzigen, und die kleine, von der wir nicht alles erwarten, wohl aber das GefĂŒhl der Leichtigkeit. Es gibt das große GlĂŒck und das kleine. Das große GlĂŒck, das ist der Olympiasieg, der Nobelpreis, der Große Wurf. Das kleine GlĂŒck, das ist die Freude des Briefmarkensammlers auf den Feierabend, das ist die Freude der Kaffeetanten bei Dobbelstein.
Ist das eine weniger wert als das andere? Man kann einem Menschen das Leben retten und erntet ewige Dankbarkeit. Man kann einer Dame den Vortritt lassen und erntet ein freundliches LĂ€cheln.
Epikur schrieb diesen Satz: „Die Einsicht lehrt, daß es nicht möglich ist, lustvoll zu leben, ohne einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben, ebenso wenig, einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben, ohne lustvoll zu leben.“
Der Akkord von Einsicht, Gerechtigkeit und Lust sollte denen etwas bedeuten, die fĂŒr eine gerechtere Ordnung der Gesellschaft sich verwenden. Den Stoikern der Revolution, den Tugendpredigern, die bereit sind, jedes Opfer zu verlangen, und von denen eine Gleichheit in Kargheit zu befĂŒrchten ist, muß entgegnet werden, daß das Streben nach Gleichheit und Gerechtigkeit seinen Sinn hat im Streben nach GlĂŒck, dem fernen und dem nahen.
„Der göttliche Epikur und die Venus mit dem schönen Hintern mĂŒssen statt der Heiligen Marat und Chalier die TĂŒrsteher der Republik werden“, lĂ€ĂŸt BĂŒchner den DĂ©moulin auf der BĂŒhne sprechen.
Die Venus mit dem schönen Hintern sieht man nicht im Goldenen Anker. Ich sehe sie in der Warteschlange an der Kasse im Supermarkt vor mir stehen. NatĂŒrlich nicht immer. Es kann ja auch sonstwer vor mir an der Kasse stehen. Aber ich lasse gern einer Dame den Vortritt.
aus DER METZGER 97 (2011)

Vollversammlung

Von den „Vollversammlungen“ im Eschhaus sind mir drei besonders in Erinnerung geblieben.
Ich nehme an, daß man das nicht nur im Eschhaus erlebt hat: Eine Vollversammlung (anderswo auch Plenum genannt) ist der Ort des Streites zwischen denen, die etwas tun mit denen, die reden. Unentwegt werden Fragen, die lĂ€ngst beantwortet sind, noch einmal gestellt, und Problemlösungen ĂŒber den Haufen geworfen. In einer Vollversammlung kehrt man stets zum Nullpunkt zurĂŒck. „Basisdemokratie“ wird folglich nur von Leuten geschĂ€tzt, die sie noch nie am eigenen Leibe zu spĂŒren bekommen haben, oder von Leuten, die zu nichts anderem fĂ€hig sind als beantwortete Fragen noch einmal zu stellen und Lösungen ĂŒber den Haufen zu werfen.
Bei einer der drei Vollversammlungen im Eschhaus, die ich meine, war eine Pause eingelegt worden. Man konnte sich was zu trinken holen. Die Pause war zu Ende, also Weiterlesen

Frau Fischer hat in der WAZ einen Kommentar zusammenphilosophiert

„Die Generation 30+ … Jobs gibt es nicht, Rente kaum. Die BeitrĂ€ge steigen, die ErtrĂ€ge sinken, nicht einmal Riestern wird noch reichen. Gearbeitet wird mehr, verdient weniger. Und was reinkommt, fließt in Versicherungen, die wohl nie leisten werden, was sie nun noch versprechen. In einem Alter, in dem sie angekommen sein wollten, hangeln sich Zigtausende von Praktikum zu Befristung, und wenn sie in ihre TrĂ€ume investieren wollen, zeigt ihnen der Finanzberater ihre RentenlĂŒcken. Die Generation hat Ausbildung, Auslandserfahrung und trotzdem Angst… Der Staat fĂŒhrt das Rundum-Sorglos-Paket nicht mehr…“
Ein Kommentar, der (wie sagt man?) „schonungslos offenlegt“ – ja, was legt er offen? Das, woran man sich mittlerweile gewöhnt zu haben hat.
Es wĂ€re ja schon ein kleiner Erkenntnisgewinn, wenn Journalisten aufhören könnten, dauernd alberne Bezeichnungen fĂŒr „Generationen“ zu erfinden, wenn es in Wahrheit um Gesellschaft geht, und wenn sie damit aufhören könnten, selbstverliebt schnittige Formulierungen zu erfinden. Das „Rundum-Sorglos-Paket“ ist ein schicker Spruch und zugleich eine Diffamierungs-Floskel fĂŒr den Sozialstaat, den es hier wohl mal in AnsĂ€tzen gegeben haben soll und der nun perdu ist. Der Staat verweigert die sozialstaatlichen Leistungen, und zwar nicht etwa deshalb, weil er diese Leistungen nicht mehr erbringen kann, sondern weil er sie nicht mehr erbringen will. Er könnte schon, wenn er wollte. Aber er will nicht. Und auch das hat sich verĂ€ndert in den letzten 16 Jahren: Die, die in dieser Gesellschaft die Entscheidungen treffen, halten es nicht mehr fĂŒr nötig, das System, in dem wir leben, als die beste aller Welten anpreisen zu lassen. Sollen die Leute doch maulen!
Ja, in AnsĂ€tzen hat es den hier wohl mal gegeben, den Sozialstaat. Hier konnte man zwar krank werden oder einen Unfall erleiden. Hier konnte man zwar infolge von InvaliditĂ€t oder wegen fortgeschrittenen Alters seine Arbeitskraft einbĂŒĂŸen. Hier konnte man zwar (anders als in der DDR) arbeitslos werden. Aber in einem gewissen Maße sollte sich die Gesellschaft fĂŒr die Sicherung gegen die Lebensrisiken zustĂ€ndig fĂŒhlen, was heute als „Rundum-Sorglos-Paket“ bemĂ€kelt wird.
Das Gegroll der Frau Annika Fischer ist der Katzenjammer, der sich immer einstellt, wenn man billigen Sekt getrunken hat. Am 3. Oktober 1990 knallten die Korken, weil man glaubte, fröhlich sein zu mĂŒssen, als die alte Tante DDR sich verabschiedete (Annika Fischer hat damals bestimmt mitgeprostet). Nur hat man ĂŒbersehen, daß damals eben nicht nur die DDR zu Ende ging. Auch die gute alte Bonner Republik ging damals mit zugrunde. Die Bundesrepublik Deutschland, die wir mal kannten, konnte den Fall der Mauer ebenso wenig ĂŒberleben wie die DDR – sie hat ihn nicht ĂŒberlebt.
Den Katzenjammer der Leute, die sich mal fĂŒr die Sieger hielten, will ich nicht hören.
aus DER METZGER 76 (2006)

DER METZGER wird 100: AtmosphÀre der Beobachtung (Beobachtung der AtmosphÀre)

Ein weiterer Auszug aus „‚Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.‘ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter“ in DER METZGER Nr. 100 (Mai 2012):

Foto: Hafenstaedter

Hafenstaedter: Im Verfassungsschutzbericht des Bundes ĂŒber das Jahr 1973 wird in einer Collage linker Zeitschriften auch ein Ausschnitt des Titelblatts des METZGER Nr. 19 mit dem behördlichen Zusatz „Anarchistische BlĂ€tter“ abgebildet. Hast du eine Ahnung, wie es dazu kam? Hatte dieses staatliche Stigma damals irgendwelche Auswirkungen positiver oder negativer Art? Gab es unabhĂ€ngig von diesem Ereignis spĂ€ter direkte staatliche Repressionen gegen den METZGER, z.B. im sogenannten deutschen Herbst?

ZunĂ€chst wĂŒrde ich ja gerne mal erfahren: Wie ist eigentlich das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz in den Besitz dieses Heftes gekommen? Nun, in der Zeit war die Auflage hoch. Vielleicht haben die irgendwelche linken Buchhandlungen abgeklappert. Vielleicht war auch irgendein Abonnent Mitarbeiter des Bundesamtes. Und dann ist die Frage: Wie kommen die auf „anarchistisch“? Bei Wikipedia wird DER METZGER auch als eine Zeitschrift mit anarchistischer Tendenz gefĂŒhrt. Und ich war auch ĂŒberrascht, daß die anarchistischen Archive wie z.B. von Stowasser und von SchmĂŒck in ihren Bibliografien und in ihren Sammlungen diese Zeitschrift auch fĂŒhren. Ich hab den Stowasser auch gefragt: Wieso, ist das denn eine anarchistische Zeitschrift? Paßt das denn dazu? Und dann schrieb der mir zurĂŒck: Jaja, das lassen wir als anarchistisch gelten. Aber ich hab mich ja nie zum Anarchismus bekannt. Allein schon deshalb, weil die GralshĂŒter des Anarchismus mich erschrecken mit ihrem Dogmatismus. Ich bin ja nie Anarchist gewesen, ich war immer Stalinist.
Ich finde, Anarchismus ist als Lebenskonzept eine gute Sache. Daß man sich von keinem befehlen lĂ€ĂŸt und niemandem befiehlt. Das ist ein gutes Lebenskonzept, aber ein miserables Gesellschaftskonzept. Das ist ja nicht auszuhalten.
Die Frage ist auch, wie lange dauerte denn der Deutsche Herbst? Nicht so lange wie ein meteorologischer oder botanischer oder astronomischer Herbst, nicht drei Monate. Der dauerte eigentlich ein ganzes Jahrzehnt. Schon Anfang der 70er Jahre gab es eine Repressionswelle, und es gab eine sehr aggressive TĂ€tigkeit der Polizei und der Sicherheitsbehörden. Und dann ist die Frage: Was bedeutet in dem Zusammenhang der Begriff „anarchistisch“? Ich erinnere daran, daß der erste Steckbrief, mit dem die RAF-Mitglieder gesucht wurden, die Überschrift hatte „anarchistische GewalttĂ€ter“. Das waren ja gar keine Anarchisten. Die richtigen Anarchisten haben die RAF als „Leninisten mit Knarre“ bezeichnet, abfĂ€llig. Der Begriff „anarchistisch“ war kein geistesgeschichtlicher Begriff, sondern ein Kampfbegriff, nach dem Motto: Das sind die Allerschlimmsten. Und deshalb ist es dann schon sehr brisant, wenn man in diese Kategorie eingeordnet wird.
Ich wurde in den 70er Jahren vom Bundeskriminalamt beobachtet. Die haben sich auch nicht die geringste MĂŒhe gegeben, ihre Beobachtung geheimzuhalten, die haben sich auffĂ€llig benommen, sind z.B. mit Fotoapparat in Nachbars Garten herumgestapft, um um mich herum eine AtmosphĂ€re der Observation zu schaffen. Es gab auch die „Beobachtende Fahndung“, in Zeiten, in denen der Computer noch nicht eine so große Rolle spielte wie spĂ€ter, hat man da schon Methoden der Rasterfahndung entwickelt. Wer in der „Beobachtenden Fahndung“ war, das waren etliche tausend Leute, der konnte sicher sein, beim GrenzĂŒbertritt rausgewunken zu werden. Wir sind frĂŒher oft nach Holland gefahren, um da billig Tabak und billig Kaffee zu kriegen. Wenn man nicht durchgewunken wurde, sondern der Ausweis vorgezeigt werden mußte, dann wurden wir rausgewunken, und der Wagen wurde von oben bis unten durchsucht.
Die Herren vom Bundeskriminalamt haben sich mir auch vorgestellt. Weiterlesen

DER METZGER wird 100: Lopezzo und Schnack

Die Ausgabe Nr. 100 des satirischen Magazins DER METZGER (Mai 2012) enthĂ€lt den Beitrag „‚Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.‘ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter“. Aus dem stundenlangen GesprĂ€ch hier ein Auszug:

H.L. (links) und Pelikan. Foto: Hafenstaedter

H.L. (links) und Pelikan. Foto: Hafenstaedter

Pelikan: Wie ist denn der Inhalt dieser Zeitschrift? Wie wĂŒrdest du den METZGER beschreiben.

Das ist ein Unterhaltungsmagazin. Ich möchte tatsĂ€chlich den Leuten etwas bieten, worĂŒber sie sich freuen können, dann können sie am Wochenende, am Samstag Nachmittag bei einer Tasse Kaffee in einem bequemen Sessel sitzen und sich an der LektĂŒre erfreuen.
Man hat Bertolt Brecht mal gefragt: Was ist die Aufgabe des Theaters. Brecht sagte: Die Aufgabe des Theaters ist, das Publikum zu unterhalten.
Diese Zeitschrift ist – kann man wohl sagen – ein Zeugnis der hedonistischen Linken – erinnernd an das Motto von Majakowski: „Her mit dem richtigen Leben“!
Wer bei dieser Zeitschrift EinflĂŒsse erkennt von der Kritischen Theorie, von Surrealismus, von Dada, oder von den Internationalen Situationisten, der wĂ€re auf der richtigen Spur. Eine Linie gibt es bestimmt, bloß die ist nicht unbedingt gerade. Eine Linie kann ja auch kurvig sein. Das ist eher so wie in einem Dschungel, wo man immer wieder neue Pfade freilegt.
Der ideelle Gesamt-Metzgerleser, dessen Existenzform ist die Minderheit, oder sogar die Minderheit in der Minderheit.
DER METZGER ist zu Papier gebrachtes Kabarett. Dessen Ausdrucksformen sind ja auch vielfÀltig, was ja das Reizvolle am Kabarett ist.
Ein Charakteristikum dieser Zeitschrift ist die UniversalitĂ€t. Es geht ums Ganze. Es gibt kein Thema, kein Gebiet, was von vornherein ausgeschlossen ist. Es könnte auch ein Artikel ĂŒber Geologie und Gesteinsformationen oder ĂŒber Astrophysik drin erscheinen. Kein Thema ist von vornherein ausgeschlossen. Da ist Platz fĂŒr Theorie und Poesie, fĂŒr Wissenschaft und Nonsens. Weiterlesen

Die WAZ-Leser schreiben Leserbriefe an die WAZ

„Der Streik im öffentlichen Dienst ist unverschĂ€mt. WĂ€hrend in der privaten Wirtschaft Tausende Menschen um ihre Jobs bangen, tiefgreifende Gehaltseinbußen hinnehmen mĂŒssen und mit erhöhtem Leistungsdruck ihre Arbeit verrichten, leben die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes immer noch auf der Insel der GlĂŒckseligen. Dieser Streik ist ein Schlag ins Gesicht fĂŒr alle BeschĂ€ftigten in der privaten Wirtschaft“, meint Thomas Doof aus Essen (Name geĂ€ndert), der zwar nicht durchblickt, aber den Phrasen-Jargon des Christiansen-Palavers aufsagen kann („Insel der GlĂŒckseligen“, „Schlag ins Gesicht“). Und Schweinchen Schlau aus Bottrop meint: „Daß Verdi wegen 18 Minuten Mehrarbeit am Tag ohne Lohnausgleich, in dieser Zeit, gleich streikt, finde ich ĂŒbertrieben, sinnlos. Die Bevölkerung leidet darunter am meisten. Man sollte verhandeln, daß wenn die 40-Stunden-Woche kommt, es fĂŒnf Jahre keine Entlassungen mehr gibt.“
Von dem Vorschlag, als Gegenleistung fĂŒr lĂ€ngere Arbeitszeit fĂŒnf Jahre lang auf Entlassungen zu verzichten, werden die Arbeitgeber so angetan sein, daß sie dem ohne Arbeitskampf glatt zustimmen, nachgiebig und einsichtig, wie sie nun mal sind. Fragt sich nur, warum die Arbeitgeber gerade auf das verzichten sollen, was sie mit der ArbeitszeitverlĂ€ngerung doch erreichen wollen, nĂ€mlich die Vernichtung von ArbeitsplĂ€tzen. „Stelleneinsparungen“ sind das erklĂ€rte Ziel der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst. Die erreicht man allerdings nicht bloß durch Entlassungen, sondern viel eleganter durch Nicht-Neubesetzung. Darunter leidet die Bevölkerung letztlich mehr als unter den zeitweiligen Auswirkungen eines Streiks.
Und dem Thomas Doof aus Essen (Name passend) mĂŒĂŸte mal erklĂ€rt werden, daß die „Insel der GlĂŒckseligen“, der öffentliche Dienst nĂ€mlich, in den letzten 15 Jahren der Wirtschaftsbereich mit dem grĂ¶ĂŸten Verlust von ArbeitsplĂ€tzen war. Die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes spielen fĂŒr die Arbeitgeber der „privaten Wirtschaft“ die Vorreiterrolle bei der Arbeitsplatzvernichtung.
aus: DER METZGER 76 (2006)

DER METZGER wird 100. Aus dem Inhalt des JubilÀumsheftes

Im Mai 2012 erschien die Nr. 100 des satirischen Underground-Magazins DER METZGER.

Das steht drin:

Lina Ganowski: Reitz-Klima. Ist GĂŒnter Grass ein Antisemit, weil er die israelische Regierung kritisiert hat? Ausgerechnet Henryk M. Broder, der die Holocaustleugnung legalisieren will, spielt sich als Richter auf. FĂŒr die Bundesrepublik ist die Verbundenheit mit Israel Teil der Staatsraison. Die Überwindung des Antisemitismus war es nie.

Nachrichten.

Max Reinhardt: Pastor macht Vielweiberei hoffĂ€hig. Quer-Gedanken ĂŒber den Ersatz-BundesprĂ€sidenten.

Konrad Knurrhahn: GlĂŒcksmomente. Noch‘n Gedicht

„Über sowas könnte ich mich kaputtlachen.“ 33 1/3 Fragen an den METZGER-Herausgeber Helmut Loeven, ersonnen von A.S.H. Pelikan und Heinrich Hafenstaedter. Ein langes GesprĂ€ch ĂŒber AnfĂ€nge und Weitermachen, wie diese Zeitschrift an so einen blöden Namen gekommen ist, ĂŒber zu Papier gebrachtes Kabarett, ĂŒber die Große Verweigerung, ĂŒber Hölzken und Stöcksken, Lopezzo und Schnack, maoistische Verirrung, steigende und sinkende Auflage, einen kulturpessimistischen Drucker, das Eschhaus, ĂŒber den Schlafanzug als Arbeitskleidung, Bespitzelung und Observation, Verfassungsschutz, Deutscher Herbst, RAF-Sympathie, Autorinnen und Autoren, ĂŒber den Unterschied zwischen Kommune und WG, ĂŒber den Sternbuschweg, ĂŒber Allen Ginsberg, ĂŒber frustrierte Linke, ĂŒber das Fotografieren nackter Frauen, den „schönsten Arsch der Welt“ (Erika oder Stefanie?), ĂŒber Methoden im Umgang mit der Selbstsicherheit von Ignoranten, ĂŒber lebenslĂ€ngliche Abonnements, leere Terminkalender, gezielte Falschmeldungen, ĂŒber den Nikolaus und ĂŒber sonstnochwas.

A.S.H. Pelikan: Teil der Materialsammlung fĂŒr eine Doktorarbeit ĂŒber die gegenseitige Beeinflussung von „Der Metzger“ und der Deutschen Hitparade oder irgendein anderer Titel…

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Quatschguerilla (der Entenfang als subversive Aktion); Parkplatz der Vorurteile; Aus der Serie: Komische GesprĂ€che; Der Familienvater als Misere; Die Farbe des Geldes (3); Warum ich in der Unter- und Oberprima den Sportunterricht geschwĂ€nzt habe oder Liebe, Abitur und Dauerlauf (Barbara, Christina); Pommes-Rochus (oder Pommes-Dubcek?); Romy Schneider; Frei-hei-hei-hei-hei-heit (Das BedĂŒrfnis nach Phrasen, Gauck salbadert und Warum ich die Piratenpartei nicht leiden kann).

Lothar Röse: Novembergedanken. Mai ‘68, 1938 und 1989, 1848 und 1918 oder Welche Lobby hat die Freiheit in Deutschland? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Freiheit und „Volks“- bzw. Pop-Musik?

Lothar Röse: Gauck und das Problem der Freiheit. Noch‘n Essay

JĂŒrgen Ploog: Der blaue Stern am Ende der Nacht. „Es hat Jahre gebraucht, bis er herausfand, daß es auf diesem Kontinent den richtigen Zeitpunkt nicht gab. Es brachte also nichts, in abzuwarten.“

Marvin Chlada: Wörterflucht. Notizen. „Can I bring back the words?“ (Allen Ginsberg)

Carl Korte: GlĂŒckwunsch! GefĂŒhlte 100 Jahre Metzger. Eine Jugend in Wanheimerort.

Helmut Loeven: Die Eltern haben nichts zu sagen. Schulaufsatz aus dem Jahre 1965. Die ganze Klasse lachte sich kaputt.

Tagebuch. Das Redaktionstagebuch. Darin: Die Irrungen und Wirrungen des Duisburger Friedensforums – und warum die DFG-VK dieses Jahr beim Ostermarschauftakt nicht dabeisein durfte.

Das JubilÀumsheft ist wegen des erweiterten Umfangs etwas teurer als sonst (5 Euro).
ErhĂ€ltlich in allen guten Buchhandlungen (also fast nirgends) oder im Versand durch die Buchhandlung WeltbĂŒhne.

Ein Abonnement von DER METZGER kostet 30 Euro fĂŒr die nĂ€chsten 10 Ausgaben oder 50 Euro fĂŒr alle zukĂŒnftigen Ausgaben.
Die Ausgaben ab Nr. 18 (1972) sind noch erhÀltlich. Die Ausgaben Nr. 1-17 (1968-1972) sind vergriffen.